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Rezension: Verstand und Gefühl von Jane Austen

Die Inhaltsangabe zum Roman Verstand und Gefühl von Jane Austen findet ihr oben.

Natürlich sind die Parallelen zwischen den beiden Romanen Verstand und Gefühl und Stolz und Vorurteil von Jane Austen recht augenscheinlich. Ich habe die anderen Romane der Autoren noch nicht gelesen, sodass ich nicht sagen kann, ob man diese auch in anderen ihrer Werke bemerkt, aber in diesen sind sie vorhanden. So haben wir jeweils zwei junge Frauen, die im Vordergrund stehen. In beiden Romanen sind es die beiden ältesten Schwestern, die gut miteinander auskommen, miteinander reisen und ein sehr vertrauliches Verhältnis miteinander haben, auch sind beide Schwestern recht klug und besitzen ein großes Selbstvertrauen.

An diesem Roman gefiel mir so gut, dass man zwei sehr unterschiedliche Frauenfiguren begleiten kann, denn obwohl sie sich manchmal recht ähnlich sind, ist eben der größte Unterschied, dass Elinor sich auf ihren Verstand verlässt, sie hat Gefühle, hält diese aber verborgen unter der Oberfläche und leidet im Stillen und lässt niemandem daran teil haben, vor allem, wenn es Menschen in ihrer Nähe gibt, die sie brauchen. Marianne ist ganz anders. Sie ist unglücklich, und das soll jeder merken. Ihre emotionale Aufgewühltheit schlägt sich sogar in einer körperlichen Erkrankung nieder, die bisweilen recht Ernst zu sein scheint.

Ich finde die Art wie die Ferrars mit ihren Mitmenschen umgehen nicht besonders toll. Sie sind intrigant, gierig und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Die Ferrars sind Edward, seine Schwester, die mit John Dashwood verheiratet ist, und ihr jüngerer Bruder Robert, außerdem deren Mutter, die sich allesamt den Dashwoods gegenüber nicht besonders freundlich zeigen. In der Geschichte geschieht nicht wirklich viel, auch machen die Charaktere allesamt keine große Entwicklung durch und die, die sich den gängigen moralischen Werten entsprechend verhalten, finden zueinander, werden glücklich und kriegen sogar noch einen Pfarrposten angeboten, sodass sie sich selbst und eine kleine Familie versorgen können.

Alles in allem ist Verstand und Gefühl von Jane Austen ein sehr nettes Werk, das ich gerne weiterempfehle. Die beiden ältesten Dashwood-Mädchen heiraten nicht nach Brieftasche, sondern nach ihrem Herzen, sodass dieser Roman vielleicht durchaus fortschrittlich ist, davon abgesehen, haben mir die Charaktere wirklich gut gefallen, vor allem Elinor und Marianne, sind – so unterschiedlich sie auch sein mögen – wirklich spannende Charaktere, die sich dennoch gut verstehen.

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