Himmel, Herz und Kuss von S. Andersen

Inhaltsangabe: Himmel, Herz und Kuss von Susan Andersen

Der Roman Himmel, Herz und Kuss von Susan Andersen ist der zweite Teil der Razor-Bay-Trilogie. In dieser Trilogie finden die Bradshaw-Brüder ihre jeweiligen Frauen. Max ist ein bodenständiger Hilfssheriff in Razor Bay. Er lernt im ersten Band die lustige, weltenbummelnde Harper kennen. Aber er versucht sich von ihr fernzuhalten, denn er weiß, dass sie vermutlich schon recht bald die Kleinstadt wieder verlassen wird. Doch die Anziehung wird immer größer und so lernen sich die beiden im zweiten Teil erst richtig kennen.

Harper arbeitet im Hotel und kümmert sich dort um die Organisation des Freizeitangebots für die Gäste. Sie ist gut in ihrem Job und hat wirklich Spaß daran, denn sie ist ein richtiges Organisationstalent. Als sie das Angebot erhält als Freiwillige im Cedar Village auszuhelfen, nimmt sie das Angebot gerne an, denn genau deshalb ist sie nach Razor Bay gekommen. Das Cedar Village soll Jugendlichen aus schwierigen Familien eine feste Basis bieten, sie lernen dort Aggressionsbewältigung, dürfen aber auch Sport treiben. Die Betreuer helfen ihnen bei den Hausaufgaben und sie spüren was eine Gemeinschaft ausmacht. Harper arbeitet immer mehr im Village mit und zeigt den Betreuern sogar auf, wo sie noch Geld sparen können: Zum Beispiel könnten sie Sonderpreise mit der örtlichen Pizzeria aushandeln. Auch ermöglicht es Harper ihnen, dass sie auf dem Hotelgelände die Freizeitmöglichkeiten mitnutzen können unter der Voraussetzung, dass sie die Gäste nicht stören.

Zwischen Harper und Max entwickelt sich eine Beziehung und so treffen sie sich einige Male bis Max herausfindet, dass Harper ihn bisher belogen hat: Sie ist nicht einfach nur Harper Summerville, sondern außerdem für eine Stiftung tätig, die solche sozialen Projekte wie das Cedar Village unterstützt. Das Village hatte sich dort um eine Unterstützung beworben und Harper ermittelt verdeckt, ob die einzelnen Projekte eine Unterstützung verdient haben oder nicht. Sie teilt ihrer Mutter mit, dass das Village eine Bewilligung bekommt, doch diese scheint das nicht weiterzuleiten und so entwickelt sich ein Streit zwischen ihr und ihrer Mutter. Auch sind die beiden sehr unterschiedlich, denn Harper ist immer gerne gereist und ihre Mutter wollte gerne endlich irgendwo ankommen. Doch nach und nach erkennt Harper, dass ihre Mutter und sie gar nicht so unterschiedlich sind und so verrät ihre Mutter ihr auch, weshalb sie die Bewilligung verschoben hat.

Max hat es mit seiner Mutter auch nicht gerade leicht: Als diese erfährt, dass er sich mit seinem Halbbruder Jake nicht nur Kontakt hat, sondern sich sogar gut versteht, wird sie wütend, denn sie gibt dem Jungen von damals die Schuld daran, dass ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Dass Jake und seine Mutter genauso von seinem Vater verlassen wurden, lässt sie nicht gelten. Und dann taucht plötzlich ein weiterer Bradshaw auf: Der Mann sagt, sein Name wäre Luc und er wäre auch ein Bradshaw. Er hat erst kürzlich erfahren, dass er noch zwei Halbbrüder hat und erfährt deshalb auch, dass sein Vater seine Halbbrüder nicht annähernd so gut behandelt hat wie ihn selbst. Tasha scheint diesen Mann unter einem anderen Namen zu kennen, doch das ist eine andere Geschichte und soll zu einem anderen Zeitpunkt erzählt werden…

Max und Harper können sich nicht darauf einigen, wie sie in Zukunft zusammen sein wollen, denn er möchte nicht immer darauf warten, dass Harper endlich heimkommt und Harper möchte ihren Job nicht aufgeben, denn sie liebt das umherreisen, doch sie liebt auch Max. Und so scheint ihre Beziehung genau an diesem Punkt zu scheitern, oder schaffen es die beiden sich erwachsen zu verhalten und einen Kompromiss zu finden?

Montagsfragen

Montagsfrage: 6. Mai 2019

Montagsfrage: Was macht eine gute Buchhandlung aus?

Hallo ihr Lieben,

Antonia fragt diese Woche nach den guten alten Buchhandlungen und sie möchte wissen, was eine gute Buchhandlung ausmacht. Tja, das ist eine sehr gute Frage. Früher hatte ich „meine Stammbuchhandlung“. In die bin ich als Kind und Jugendliche immer gelaufen und habe mein Taschengeld dort gelassen. Inzwischen gibt es diese Buchhandlung nicht mehr und ich kaufe auch gar nicht mehr so häufig neue Bücher in Buchhandlungen. Das liegt nicht daran, dass ich nicht gerne in Buchhandlungen kaufe, sondern einfach, dass ich gerne meine Lieblingsautoren lesen möchte und deren Bücher häufig out-of-print sind. Was ich damals besonders gerne mochte war, dass die Bücher am nächsten Tag häufig schon da waren, wenn ich sie bestellt habe. Die Auswahl ist ja bei kleineren Buchhandlungen eher nicht so gut, deshalb ist es spitze, wenn sie mit Service und schnellen Lieferzeiten punkten können. Was ich ebenfalls toll finde sind regionale Produkte. Häufig gibt es vor allem in kleineren Buchhandlungen Dialektwörterbücher, Moucepads mit regionalen Sehenswürdigkeiten oder Regionalkrimis. So entsteht Kundenbindung vorort. Für mich sind diese regionalen Produkte wirklich ausschlaggebend und ich vermisse gerade auch deshalb meine kleine süße Buchhandlung.
Was ist für euch bei einer Buchhandlung besonders wichtig?

Liebe Grüße
Vanessa

Rezensionsexemplare

Rund um’s Lesen: Rezensionsexemplare

Rezensionsexemplare bekommen Journalisten um Rezensionen über veröffentlichte Bücher zu schreiben. Ich weiß nicht wie das bei Zeitungsjournalisten ist, aber bei Bloggern ist es so, dass man ein Buch beim Verlag beantragen muss. Manchmal führen Verlage auch Listen mit Bloggern, ob sie das ganz allgemein oder für bestimmte Genres oder Autoren tun, weiß ich allerdings nicht. Der Blogger schreibt also dem Verlag, dass er Interesse an einem Buch hat und es gerne rezensieren würde. Dies kann sowohl über eine normale E-Mail, als auch über ein Kontaktformular oder über eine Bloggerplattform geschehen. Danach bekommt der Blogger ein Rezensionsexemplar zugeschickt oder eben auch nicht. Dafür muss er nichts bezahlen, aber im Gegenzug für das kostenlose Exemplar, verlangt der Verlag eine ehrliche Rezension innerhalb der nächsten 1 bis 2 Monate (das ist von Verlag zu Verlag sehr unterschiedlich). Die Rezension wird dann meist sowohl auf dem Blog als auch auf anderen Buchseiten hochgeladen und manchmal auch in anderen Social Media-Kanälen verbreitet. Abschließend erhält der Verlag einen Bestätigungslink und kann nun mit der Rezension werben.

An sich ist das eine gute Sache, denn sowohl der Verlag als auch der Blogger haben etwas von diesem Arrangement. Wichtig ist nur, dass der Blogger kenntlich macht, dass er diese Rezension auf Bitten des Verlags geschrieben hat.

Allerdings gibt es auch ein paar Nachteile: Leider hat jeder Verlag bzw. jede Verlagsgruppe ihre eigene Plattform, sodass man sich als Blogger an vielen verschiedenen Plattformen anmelden muss, wenn man häufiger Rezensionsexemplare anfordert. Bei den Plattformen bekommt man häufig Bescheid, ob der Verlag einem das Rezensionsexemplar zusendet oder nicht, aber bei den Kontaktformularen habe ich schon schlechte Erfahrungen gemacht. Letztes Jahr habe ich im November versucht bei einem Verlag ein Rezensionsexemplar anzufordern (über das Kontaktformular für die Rezensionsexemplare). Bis heute (Mai 2019) habe ich von dem Verlag nichts gehört. Weder eine Zustimmung noch eine Ablehnung; wobei ich vermute, dass sie es mir nicht schicken werden 😉. Ich bin sicher, dass mir das Buch gefallen hätte, denn ich lese immer wieder Bücher von diesem Autor und auch wenn ich sie nicht zu den tollsten jemals geschriebenen Büchern rechne, glaube ich doch, dass mir das Buch gefallen hätte. Natürlich kann ein Verlag nicht jedem Blogger ein Buch schicken, das versteht jeder. Aber dennoch wäre eine Ablehnungsmail schön. Dann weiß ich als Blogger, dass ich mich nach neuen Büchern umschauen kann, denn ein Rezensionsexemplar kann auch gut und gerne mal zwei oder drei Wochen brauchen bis es endlich ankommt. Und gerade Ende letzten Jahres kamen ein paar Bücher raus, die ich gerne gelesen hätte. Außerdem finde ich es einfach unhöflich, wenn ein Verlag nicht auf Mails oder Kontaktformulare antwortet. Es ist ja nicht so, dass ein Blogger in seine Rezensionen keine Arbeit steckt. Ich brauche eine gewisse Zeit X zum Schreiben einer Rezension, außerdem muss ich die Rezension hochladen, viele Blogger machen sich viel Arbeit mit hübschen Fotos. Aber das ist ja nur der Output, den man sieht. Man liest das Buch ja auch bevor man es rezensiert. Klar ist, dass das meistens Spaß macht. Aber das ändert ja nichts an der Zeit, die wir in ein Buch stecken und die Liebe, mit der wir unsere Rezensionen schreiben.

Ich finde es unglaublich schade, dass das von vielen Verlagen so wenig gewürdigt wird; schließlich machen wir praktisch kostenlos Werbung für sie (was kostet einen Verlag so ein Rezensionsexemplar? Hälfte des Buchpreises, Versand, Vertriebsunternehmen und ggf. Lagerung, etc.). Ich weiß, dass eine Mail oder eine Rückantwort mal untergehen kann, aber ich für meinen Teil erhalte sehr, sehr selten Antworten von Verlagen. Ich wünsche mir einen respektvolleren Umgang mit den kleinen Bloggern, denn sie lieben Bücher häufig genauso sehr wie Verlagsmitarbeiter (kaum jemand geht in die Buchbranche, wenn er Bücher nicht liebt, oder?) und sie tragen einen wertvollen Teil zur Vielfalt des Buchmarktes bei.

Was für Erfahrungen habt ihr mit Verlagen gemacht? Was denkt ihr über Bloggerplattformen und Kontaktformulare?

Himmel, Herz und Kuss von S. Andersen

Rezension: Himmel, Herz und Kuss von Susan Andersen

Der Liebesroman Himmel, Herz und Kuss von Susan Andersen ist der zweite Teil der Razor Bay-Reihe. Max Bradshaw lernt in diesem Band Harper Summerville kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Die Geschichte ist eigentlich ganz nett, zumal wir Max schon im ersten Band der Trilogie näher kennenlernen konnten und somit schon einige Hintergrundinformationen zu ihm haben. Wir haben nicht nur die Beziehung zu seinen Eltern und seinem Halbbruder kennengelernt, sondern wir wissen auch, was für ein Typ er ist, dass er als Sheriff in der kleinen Stadt Razor Bay arbeitet. Aber erst im zweiten Band lernen wir ihn so richtig kennen. Sein Charakter wird differenziert, und wir erfahren mehr über ihn und sein Verhältnis zu seiner Mutter, seine Essgewohnheiten, seine Hobbys wie das Cedar Village und das Basteln an seinem Haus. Auch Harper lernen wir bereits im ersten Band kennen, doch diese Begegnung bleibt eher oberflächlich. Erst im zweiten Band erfahren wir immer mehr über sie und da hat es mir besonders gut gefallen, dass sie sich langsam öffnet, dass sie neue Freundinnen gewinnt und ihre Bedürfnisse und Ängste äußert und man somit das Gefühl hat sie Seite für Seite mehr kennen zu lernen.

Die Geschichte gefällt mir an sich auch gut, obwohl sie eher so dahinplätschert und keine wirkliche Spannung aufkommt. Es ist eben ein seichter Liebesroman und man weiß als Leser eigentlich vorher schon, dass die beiden am Ende zusammenkommen (ja, das ist bei allen Liebesromanen so, aber hier nochmal besonders). Es gab hier aber auch keinen wirklichen Bruch, obwohl natürlich die Uneinigkeit darüber wer jetzt sein Leben zugunsten des Anderen aufgeben muss, obwohl vorhersehbar, doch ein bisschen Spannung gebracht hat.

In diesem Kontext auch meine Meinung zum Ende: Es hat mir nicht so richtig gut gefallen, weil Max sich stellenweise wirklich egoistisch verhält und es sogar selbst merkt, aber irgendwie nicht mannsgenug ist um etwas zu ändern. Stattdessen sucht er eine Frau, die die Fehler seiner Mutter wieder gut macht und ihm so die nötige Sicherheit gibt. Auch war klar, dass Harper in irgendeiner Form einknicken musste, denn schließlich ist es eine Razor Bay-Trilogie. Die muss natürlich in Razor Bay spielen und kann nicht einfach so zwei oder auch nur einen Hauptcharakter dauerhaft aus der Kleinstadt wegführen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den dritten Teil. Obwohl ich mir etwas taffere Frauen wünschen würde, war Himmel, Herz und Kuss von Susan Andersen auf jeden Fall das Lesen wert. Aber noch eine Kleinigkeit zur deutschen Ausgabe: Harper ist schwarz bzw. afroamerikanisch mit irgendeinem exotischen Einschlag. Sie ist definitiv keine Weiße! Die Frau auf dem Cover ist weiß, weißer, am weißesten. Solche Fehler sollte einfach nicht passieren.

Agatha Christie-Kurzgeschichten ·Ankündigungen

Ankündigung: Fortsetzung mit Agatha Christie

Hallo ihr Lieben,

das Miss Marple-Blogprojekt ist samt der beiden anderen Geschichte jetzt fertig, aber da es mir Agatha Christie angetan hat, geht es nun in die Verlängerung. In den kommenden Monaten werden noch einige andere Agatha Christie-Kurzgeschichten auf meinem Blog vorgestellt. Außerdem kommt es jetzt doch noch zum Abschluss des Miss Marple-Blogprojekts, denn es wird sich die letzte Miss Marple-Kurzgeschichte an das folgende Projekt anschließen.
Hier also die neuen Geschichten aus dem Sammelband Der Unfall und andere Fälle:

Der Unfall
Der Traum
Haus Nachtigall
Die spanische Truhe
Das Geheimnis des blauen Kruges
Das Wespennest
Greenshaws Monstrum

Diese Geschichten werden allerdings nur noch einmal im Monat vorgestellt, an jedem vierten und ggf. auch fünften Sonntag im Monat gibt es jetzt das neue The Tribe-Blogprojekt. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Fortsetzung und ich hoffe, ihr auch.

Liebe Grüße
Vanessa

Der goldene Kegel von G. Beyerlein

Rezension: Der goldene Kegel von Gabriele Beyerlein

Die Inhaltsangabe zum Kinder- und Jugendbuch von Gabriele Beyerlein findet ihr oben.

Je nach Ausgabe hat dieser Roman etwa 220 Seiten, auf denen, was man an der Inhaltsangabe ganz gut merkt, relativ viel geschieht. Und genau das war es auch, was mich ein bisschen gestört hat. Mara verändert sich so häufig in diesem Buch, dass ich mir beim Schreiben der Inhaltsangabe gar nicht mehr sicher war, was wann wie in welcher Reihenfolge geschieht, denn bei manchen Ereignissen ist es auch nicht so wichtig. Verzeiht mir also kleinere Fehler! Aber ich mochte es auch, dass Mara sich weiterentwickelte. Am Anfang hängt sie an den Lippen des Freundes ihres Vaters, Camos, aber später merkt sie, dass sie alleine viel mehr leisten kann. Sie merkt, dass dieser Mann gar nicht so überhöht ist, wie sie ihn sich ausmalt, nur weil er sie an ihren Vater erinnert. Und sie hat eine ziemlich große und wichtige Aufgabe, die außer ihr niemand übernehmen kann. Sie ist bereit alles zu riskieren um ihren Vetter zu retten. Und das fand ich sehr beeindruckend. Das Mädchen kann nicht älter als 12 oder 13 Jahre alt sein, zumindest würde das gut in das Personengefüge passen und dennoch hat sie den Mut – hier ist das Geschlecht ziemlich egal, denn ich vermute, auch ein 12 oder 13-jähriger Junge hätte Angst sich in einer solchen Zeit alleine draußen herumzutreiben – sich auf den Weg zumachen und sich so weit von Zuhause weg zu wagen. Wenn ihr irgendwo etwas geschieht, ist niemand da, der sie rettet, beschützt oder wieder nachhause bringt. Dies beeindruckte mich zutiefst.

Auch wie sich die Beziehung zu Ianos entwickelt hat, fand ich sehr interessant, denn die Begegnung der beiden war nicht nur für Mara wichtig und von Vorteil, denn ohne ihn hätte sie sich niemals so gut zurecht gefunden und wäre bestimmt mehr als einmal von irgendwelchen Kriegern aufgegriffen worden. Aber auch für ihn war diese Begegnung wichtig, denn er entwickelt sich mit Mara weiter, an ihrer Seite und ihrer seltsamen Mission, von der er nur die Hälfte versteht, aber begreift, wie wichtig sie nicht nur für Mara ist.

Alles in allem mochte ich hier wie immer die geschichtlichen und historischen Hintergründe genauso sehr wie, dass man sieht, dass man mutig sein soll und man daraus auch etwas für sich persönlich mitnehmen kann, aber ebenso sehr mochte ich die Personen und die Geschichte, die die Autorin um ihre Figuren gesponnen hat.

Montagsfragen

Montagsfrage: 29. April 2019

Montagsfrage: Prequel oder Sequel?

Hallo ihr Lieben,

Antonia fragt heute danach, ob uns Prequels oder Sequels lieber sind. Ich kann auf diese Frage nur so mäßig gut antworten, denn in den Genres, die ich gerne lese, gibt es eher Sequels. Die meisten Liebesromane brauchen keine Vorgeschichte zur eigentlichen Geschichte, sodass es eher Fortsetzungen gibt, die allerdings selten die genau gleichen Charaktere behandeln. Häufig finden sich in einer Fortsetzung dann Freunde, Bekannte oder Verwandte aus vorangegangenen Bänden. Das wären dann ja nicht einmal Sequels im eigentlichen Sinne, weil man häufig nicht mehr allzu viel über die „eigentlichen“ Charaktere erfährt. Manchmal bekommt man dann noch Details mit wie die Planung und Durchführung der Hochzeit oder das spätere Miteinanderleben. Das ist dann natürlich schon interessant, nimmt aber selten den ganzen Fokus des Fortsetzungsromanes ein. Auch bei Krimis gibt es häufig Sequels und selten Prequels. Die Sequels konzentrieren sich aber dann meistens auch eher auf die ermittelnden Charaktere, also auf das Privatleben der Kommissare oder Detektive, und seltener auf die Fortsetzung der kriminalistischen Handlung sprich der Auflösung eines Mordes oder Verbrechens über mehrere Bände hinweg.
Bei mir ist es also einfach genrebedingt so, dass ich häufiger Sequels lese. Wie ist das bei euch? Ist es euch egal, oder mögt ihr solche großen Netzwerke mit Romanen oder Filmen lieber? Vielleicht ist das bei euch auch genrebedingt vorgezeichnet was ihr eher lest?

Liebe Grüße
Vanessa

The Tribe

Rezension: Die Vorgeschichte: Bray und Martin von Linda Jensen

Natürlich gefiel es mir ziemlich gut, die Jugendlichen einmal in ihrer normalen Umgebung kennen zu lernen und mitzuerleben, wie sich die beiden entwickeln. Martin, der ein guter Schüler war und anscheinend wirklich ein netter Kerl, wird von seinen Mitmenschen nicht besonders freundlich behandelt, in ihm entwickelt sich eine Wut, die sich entlädt, als er endlich die Gelegenheit dazu hat, denn es gibt keine Erwachsenen mehr, damit keine Ordnung und eben auch keine Regeln mehr. Gleichzeitig lernen wir auch seinen älteren Bruder kennen, der von Anfang an beliebt war bei seinen Mitschülern. In der Not zeigt er sich sanfter und netter, als man von ihm zuvor gedacht hätte, denn zu seinem Bruder war er nicht besonders nett, auch wenn dies vielleicht auf normale Geschwisterrivalitäten zurückzuführen ist. Diese unterschiedliche Entwicklung fand ich sehr interessant und auch die Entwicklung von Trudy und Ebony, die beide eigentlich hinter Bray her waren und deshalb die Nähe zu seinem jüngeren Bruder Martin suchten, war wirklich interessant, denn Trudy, die am Anfang in Bray verliebt ist, lässt sich von Martins Verwandlung zu Zoot betören, doch irgendwann kann sie damit nicht mehr umgehen und sie geht wieder zu Bray, den sie am Anfang schon sympathisch fand, und der anscheinend der ist, der viele Dinge ähnlich sieht, weshalb sie ein gutes Team bilden, denn sie scheint für die Kinder eine Art Mutter oder etwas ähnliches darzustellen. Ebony, die eigentlich auch in Bray verliebt war, fühlt sich von Zoot, seiner Gefährlichkeit und seiner Wut derart bezaubern, dass sie sich ihm anschließt, sowohl aus Faszination, wie auch aus Furcht. Sie scheint das Spiel mit dem Feuer zu mögen. Irgendwie kann ich mit keinem der vier Charaktere sehr viel anfangen, denn ihr Verhalten während und vor dieser Krise erscheint mir sehr unreif, allerdings scheinen Trudy und Bray an ihren Aufgaben zu wachsen, wohingegen Zoot die Macht, die ihm durch die fehlenden Regeln gegeben wurde, zu genießen. Hier wird das Motiv, das wir vielleicht schon aus Herr der Fliegen kennen, deutlich. Zwei Gruppen kommen aus einer Gesellschaft und entwickeln sich ohne Erwachsene und ohne Regeln in ganz unterschiedliche Richtungen. Auch wird in diesem Band der Grundstein für Trudys spätere Entwicklung gelegt, aber dazu wohl lieber später mehr.

Alles in allem fand ich den ersten Band der Vorgeschichte: Bray und Martin von Linda Jensen durchaus nicht schlecht, denn er beleuchtet viele Aspekte, vor allem lernen wir schon ein paar Charaktere kennen, die wir dann später noch besser kennenlernen werden, auch die Entwicklung soll hier noch mal erwähnt werden, denn sie sorgt dafür, dass ich diesen Teil weiterempfehle.

Frühlings Erwachen von F. Wedekind

Inhaltangabe: Frühlings Erwachen von Frank Wedekind

In dem Drama Frühlings Erwachen von Frank Wedekind geht es um Melchior Gabor und Wendla Bergmann und deren Eltern, Freunde und Klassenkameraden. Melchior Gabor genießt eine recht offene, aufklärerische Erziehung. Er wird von seiner Mutter so erzogen, dass er zum Beispiel über Sexualität Bescheid weiß. Er schreibt seinem Freund Moritz Stiefel alles was er weiß nieder, sodass dieser die Aufzeichnungen bei Interesse durchsehen kann. Das komplette Gegenteil stellt Wendla Bergmann dar. Sie weiß über Sexualität und Liebe überhaupt nichts, kann sich nur denken, dass die Babys nicht vom Storch kommen. Ihre Schwester ist wieder schwanger und sie erfährt davon als das Kind geboren wurde. Ihre Mutter sagt ihr, dass der „Storch“ die Schwester besucht hätte. Wendla wird langsam erwachsen, kann aber nicht einsehen, dass sie als fast erwachsenes Mädchen keinen zu kurzen Rock mehr tragen sollte. Als sie Melchior im Heuboden trifft, vergewaltigt er sie. Sie versteht nicht was geschehen ist, ahnt aber, dass das nichts Gutes gewesen sein kann. Mal von der Vergewaltigung abgesehen, war damals auch Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe nicht gerne gesehen und sogar geächtet. Da sie aber keine Ahnung hat, was das war, was passiert ist und welche Folgen das haben könnte (von Geschlechtskrankheiten abgesehen eine Schwangerschaft), ist sie vollkommen geschockt als ihre Mutter ihr sagt, dass sie ein Baby im Bauch hat. Sie findet, dass sie keine Schuld trifft, denn selbst wenn sie dem Geschlechtsverkehr zugestimmt hätte, hätte sie nicht wissen können, was daraus entsteht. Sie hat ihre Mutter sogar gefragt, woher die Kinder kommen, allerdings hat die es einfach nicht über sich gebracht, ihrer Tochter davon zu berichten. Gleichzeitig scheint auch Moritz Stiefel sehr geschockt von den Schilderungen seines Freundes zu sein. Er erwägt Selbstmord zu begehen, allerdings ist nicht komplett klar, ob er am Ende Selbstmord begeht, weil er von Melchior aufgeklärt wurde, oder ob es daran liegt, dass er die Versetzung nicht geschafft hat, obwohl er wirklich hart dafür gearbeitet hat. Die Schule gibt Melchior und seinen Aufzeichnungen die Schuld und so sieht sich Frau Gabor damit konfrontiert, dass ihr Sohn nicht nur seinen besten Freund offenbar in den Selbstmord getrieben hat, sondern außerdem ein Mädchen vergewaltigt und geschwängert hat. Am Ende muss Melchior mit dieser Schuld umgehen.

Frühlings Erwachen von F. Wedekind

Rezension: Frühlings Erwachen von Frank Wedekind

Wir mussten das Buch in der Oberstufe zwar nicht lesen, aber weil meine Lehrerin das Drama, das Wedekind als Kindertragödie bezeichnete, in ihren Unterricht einbaute, versuchte ich es zu lesen. So richtig wollte mir das nicht gelingen und ich bin nicht sicher, ob das an Wedekinds Stil oder daran, dass ich es online am Bildschirm gelesen habe, lag. Deshalb habe ich mir die Tragödie jetzt noch einmal vorgenommen und kam deutlich besser damit zurecht. Im Nachhinein verstehe ich gar nicht, warum es mir damals nicht gelingen wollte, denn obwohl der Stil etwas eigentümlich ist, ist es nicht wirklich schwieriger zu verstehen als andere Dramen, die man in der Schule liest.

Auch die Themen sind wirklich interessant: Es geht um den Selbstmord von Moritz, der mit dem Versagen in der Schule nicht umgehen kann und der vielleicht auch mit der eigenen Sexualität nicht wirklich klarkommt. Auch die Homosexualität von zwei Klassenkameraden von Moritz und Melchior wird angesprochen aber nicht dramatisiert. Zusätzlich geht es um eine aufgeklärte Erziehung und darum welchen Schaden diese anrichten kann. Und es geht um die Kritik an einem output-orientierten Bildungssystem. Außerdem könnte ein weiteres Thema die Frau in der Erziehung und somit ihre Rolle in der Gesellschaft und vor allem in der Familie sein (hier stehen sich Frau Gabor und Frau Bergmann gegenüber).

Versuchen wir das mal ein bisschen aufzuschlüsseln: Moritz begeht Selbstmord und für mein Verständnis, nicht unbedingt, weil er von Melchior über seine Sexualität und den Geschlechtsakt aufgeklärt wurde, sondern deshalb weil die Schule nicht besser auf ihn aufgepasst hat. Moritz wird probeweise versetzt, muss dann aber erkennen, dass er einfach nicht mitkommt im Unterricht, obwohl er wirklich hart daran arbeitet. Sein Vater verachtet ihn dafür und macht ihm am Grab auch noch Vorwürfe, weil er sich umgebracht hat. Die Schule schiebt alle Schuld auf Melchior, der dementsprechend auch darunter zu leiden hat. Dass Moritz sich vielleicht wegen des schulischen Drucks Selbstmord begangen hat, scheint niemand in Erwägung zu ziehen und so wird eben auch die Kritik an der output-orientierten Bildung deutlich.

Output-orientiert heißt hier, dass es der Schule und den Lehrern nicht darum geht, dass die Schüler etwas gelernt haben und es anwenden können. Es geht nicht um praktische Erfahrungen und darum, dass es für sie irgendwie sinnvoll ist, oder gar darum, dass sich ein Schüler Mühe gibt (was Moritz ja wirklich tut). Es geht darum, dass das, was ein Schüler gelernt hat, irgendwie quantifiziert werden muss. Ein Schüler hat von 10 Aufgaben weniger als 5 richtig beantwortet? Damit ist er durchgefallen. Ein Diktat enthält zu viele Fehler: Durchgefallen. Moritz‘ Mühe wird nicht an einer Stelle im Drama irgendwie gewürdigt, stattdessen wird die Schuld der Schule am Selbstmord überhaupt nicht aufgegriffen (die Lehrer streiten sich lieber darüber, ob man das zweite Fenster im Lehrerzimmer auch noch zumauern sollte. Ein Schelm, wer hier eine Metapher vermutet…). Diese Kritik besteht natürlich bis heute.

Das Thema Homosexualität wurde, für mich zumindest, zwar angesprochen, scheint aber im Drama keine weitere Rolle gespielt zu haben. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass das eines der Gründe war, warum das Drama, vielleicht zeitgenössisch nicht besonders gut rezipiert wurde.

Es geht um die Rolle der Frau und Mutter: Frau Bergmann und Frau Gabor. Frau Bergmann erzählt ihrer Tochter nichts über Sexualität, nichts über den Geschlechtsakt und nichts darüber woher die Babys kommen. Sie schämt sich dafür, dass sie eine Frau ist, sie schämt sich dafür, dass so etwas wie Sexualität überhaupt existiert und was passieren muss, damit ein Baby entstehen kann. Auf der anderen Seite ist da Frau Gabor. Sie erzieht ihren Sohn sehr offen. Er kennt die Anatomie von Männern und Frauen, aber er weiß auch woher die Kinder kommen und wie der Geschlechtsakt funktioniert. Sie steht hinter ihrem Sohn als behauptet wird, dass er für den Tod an seinem besten Freund verantwortlich ist, aber gleichzeitig verabscheut sie ihn dafür, was er Wendla angetan hat. War sie vorher noch komplett dagegen, ihn in eine Besserungsanstalt zu geben, ist sie nach dem Vorfall mit Wendla dafür, ihn dorthin zu geben. Sie schämt sich nicht dafür, dass sie ihn so offen erzogen hat und sie schämt sich auch nicht für die Sexualität.

Somit kommen wir zum großen Thema der aufklärerischen Erziehung: Auf den ersten Blick, kann diese natürlich für alles verantwortlich gemacht werden: Moritz hat sich deshalb umgebracht, weil er von der Sexualität so geschockt war und Melchior vergewaltigt Wendla, sie stirbt daran, und er kommt in einer Besserungsanstalt und wird von der Gesellschaft ausgegrenzt. Aber man kann diese Vorkommnisse auch ganz gegenteilig beurteilen: Moritz hat sich ja vielleicht wirklich umgebracht, weil er von der Schule so unter Druck gesetzt wurde. Melchior wäre bei einer insgesamt aufgeklärteren Gesellschaft gar nicht so besonders gewesen mit seiner Erziehung. Wenn Wendla auch nur halbwegs aufgeklärt erzogen worden wäre, dann hätte sie sich vielleicht nicht vergewaltigen lassen, weil sie gewusst hätte, was da gerade vor sich geht und nicht vollkommen unbedarft gewesen wäre (Ich will damit nicht sagen, dass Frauen oder Mädchen selbst schuld sind, wenn sie vergewaltigt werden!). Sie hätte gewusst, warum sie sich nach dem wie auch immer gearteten Geschlechtsakt so komisch fühlt, dass sie vielleicht schwanger ist, sie hätte zum Arzt gehen können und wäre vielleicht in der Konsequenz nicht daran gestorben. Wieso Melchior sein Wissen eingesetzt hat, um Wendla zu vergewaltigen, das will mir nicht in den Kopf und das macht ihn wirklich unsympathisch, denn er wusste ja ganz genau, was er da tut. Vielleicht war es die jugendliche Neugier? Vielleicht waren es die Hormone? Letztendlich steht hier eine Kritik, die man offenbar nicht wegdiskutieren kann.

Insgesamt behandelt die Kindertragödie Frühlings Erwachen von Frank Wedekind viele wichtige Themen, mit denen man sich auseinandersetzen sollte, weshalb ich jedem nur ans Herz legen kann, sie mal zu lesen.