Hörbücher ·Mansfield Park von J. Austen

Rezension: Mansfield Park von Jane Austen

Ich habe Mansfield Park von Jane Austen als Hörspiel gehört. Deshalb werde ich, wie bei den Hörbüchern auch, sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Fanny Price ist ein sehr schüchterner Charakter und sie bleibt auch während der gesamten Romanhandlung ziemlich im Hintergrund, was auch an der Kürze des Hörspiels und der Menge der Figuren liegen kann. Dennoch fand ich Fanny sehr sympathisch. Sie ist nett, freundlich, gläubig und sehr moralisch, aber sie ist auch standhaft und setzt sich gegen ihren Onkel durch. Sie liebt ihre Familie und gerät auch ihrer Tante Mrs. Norris gegenüber niemals in Rage oder dergleichen, obwohl sie von der Frau – eigentlich grundlos – immer von oben herab behandelt wird.

Julia und Maria sind sehr arrogant, sie benehmen sich schlecht ihrer Cousine gegenüber beziehungsweise eigentlich scheinen sie kein wirkliches Verhältnis zueinander zu haben (auch das kann an der Kürze des Hörspiels liegen). Die beiden bilden sich etwas auf ihre Herkunft ein, benehmen sich aber sehr leichtsinnig und flirten herum, was in der damaligen Zeit unmoralisch war. Tom benimmt sich nicht besser und wird durch sein eigenes Verhalten sogar krank.

Mr. und Ms. Crawford benehmen sich ähnlich und scheinen sich ohne Rücksicht auf Verluste so zu verhalten. Ms. Crawford warnt ihren Bruder noch, dass sie das Verhalten Fanny gegenüber nicht so toll findet, aber das kümmert ihn nicht.

Auch das Geld, dass die Bertrams zur Verfügung haben, ist nicht auf ganz unproblematische Weise verdient, obwohl auch Fanny und Edmund davon profitieren. Sir Bertram scheint seine Nichte sehr ins Herz geschlossen zu haben, während Lady Bertram sie offenbar als angenehme Gesellschaft wahrnimmt und sie ihr am Ende, als sich ihre Tochter schlecht verhalten, ein Trost ist. Nur Mrs. Norris verhält sich Fanny gegenüber wie ein Drache. Sie demütigt sie und behandelt sie ständig schlecht, obwohl sie dazu keinen Grund hat, denn sie ist selbst finanziell auch nicht besonders gut gestellt und scheint vom Geld ihres Schwagers zu leben.

Die Handlung selbst hat mir ganz gut gefallen, obwohl oder vielleicht auch gerade, weil sie keine besonderen Höhepunkte hat, auf die sie zusteuert. Die Figuren kommen zusammen, entwickeln Beziehungen zueinander, vertreiben sich die Zeit miteinander und zerstreiten beziehungsweise trennen sich wieder. Natürlich geschieht einiges im Roman, der Besuch von William, der Ausflug zu Rushworth’ Haus und das Theaterstück, aber es bleibt alles in einem sehr häuslichen Rahmen. Dennoch fand ich die Handlung nicht langweilig; auch hier könnte das wieder mit der Kürzung für die Hörspiel-Fassung zusammenhängen.

Das Hörspiel selbst hat ein wunderschönes Cover. Ich finde, man sieht ihm direkt an, dass es sich hier um einen Backlist-Titel handelt, den man auch in einigen Jahren wahrscheinlich noch kaufen kann, was natürlich daran liegt, dass Austen immer aktuell ist und zur großen Literatur gehört. Die Idee eines Booklet fand ich ganz gut, aber ich fand den Text darin irgendwie seltsam. Er vergleicht die Figuren der Fanny Price aus Mansfield Park mit der der Elizabeth Bennet aus Stolz und Vorurteil. Und er versucht Mansfield Park (und Fanny) im Gesamtwerk (und den weiblichen Figuren) der Autorin einzuordnen. Mir wäre ein Text über den Inhalt lieber gewesen, weil ich am Anfang ein paar Schwierigkeiten hatte, reinzukommen.

Ich kannte Mansfield Park von Jane Austen noch nicht als ich das Hörspiel angefangen habe und ich habe auch noch nicht so viele Erfahrungen mit Hörspielen. Vielleicht lag es daran, dass ich am Anfang wirklich Schwierigkeiten hatte, in den Roman reinzukommen. Vor allem die große Anzahl der Figuren hat mir auch Schwierigkeiten bereitet, weil ich kaum die Stimmen auseinanderhalten konnte.

Ich habe es ja in meiner Rezension ein paar Mal angedeutet: Das Hörspiel ist stark gekürzt; immerhin hat der Roman etwa 570 Seiten und das Hörspiel nur etwas mehr als 4 Stunden. Das merkt man natürlich an der ein oder anderen Stelle, aber ich halte es dennoch für eine gute Hörspielbearbeitung, da man nirgendwo wirklich das Gefühl hat, dass wichtige Informationen fehlen.

Da das Hörspiel aber nur drei CDs umfasst, sind alle CDs sehr voll, was dazu führt, dass ich am Anfang Probleme mit dem Abspielen hatte. Nachdem ich das Abspielgerät gewechselt hatte, gab es aber keine solchen Probleme mehr.

Alles in allem hat mir das Hörspiel Mansfield Park von Jane Austen sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gerne weiter.

 

 

 

Danke an Den Hörverlag für das Hörspiel-Rezensionsexemplar!

Hörbücher ·Lebendige Schatten von C. Funke

Inhaltsangabe: Lebendige Schatten von Cornelia Funke

Lebendige Schatten ist der zweite Teil der Reckless-Reihe von Cornelia Funke. Jacob konnte im ersten Teil gerade so das Leben seines Bruders retten, doch der Preis war hoch: Die rote Fee hat ihn dazu gebracht, den Namen der dunklen Fee auszusprechen und ihn so verflucht. Eine Motte auf seiner Brust zeugt von diesem Fluch und mit jedem Biss der Motte vergisst er einen Buchstaben mehr des Namens der dunklen Fee. Sobald er alle Buchstaben vergessen hat, wirkt der Fluch und er stirbt.

Nachdem Fuchs und Jacob in den letzten Monaten alles mögliche versucht haben um den Fluch zu brechen, wobei Fuchs nicht erfährt worum es genau geht, erfährt Jacob von Evenaugh Valiant von einer Armbrust des Hexenschlächters. Wenn die Legenden stimmen, kann ein Pfeil von dieser Armbrust abgefeuert eine ganze Arme zum fallen bringen oder einen geliebten Menschen retten.

Fuchs und Jacob machen sich mit Valiant auf den Weg zur Grabkammer, die man bei Bauarbeiten der Zwerge gefunden hat. Dort finden sie heraus, dass der Leichnam des Hexenschlächters geteilt wurde; das Herz, die Hand und der Kopf befinden sich an anderen Orten. Setzt man den Leichnam wieder zusammen, erscheint das Schloss des Schlächters und mit diesem die Schätze und vor allem die Armbrust.

Es stellt sich heraus, dass der Kopf, die Hand und das Herz bei jeweils einem der Kinder versteckt waren. Und so ergeben sich erste Hinweise für die Suche. Während Jacob den Kopf findet und nur mit knapper Not ein Schiffsunglück überlebt, findet sein Schatzjägerkonkurrent dem Goyl Nerron die Hand. Nerron ist mit einem Wassermann, einem Prinzen und dessen Hauslehrer unterwegs, und obwohl Nerron von seinen Begleitern sehr genervt ist, ist er dennoch recht schnell und erfolgreich unterwegs.

Als Jacob und Fuchs gemeinsam auf dem Weg zum Herz sind, wird Fuchs von einem Blaubart entführt. Jacob folgt ihr gemeinsam mit Donnersmarck, der zwar immer noch sauer auf Jacob ist wegen der Bluthochzeit aus Band 1, der aber selbst seine Schwester an einen Blaubart verloren hat und deshalb gerne bereit ist, Jacob zu helfen. Gemeinsam dringen sie durch das Labyrinth bis zum Herrenhaus vor, wo Donnersmarck allerdings schwer verletzt wird. Jacob kann Fuchs befreien, was ihn selbst aber viel Kraft kostet und bringt den verwundeten Donnersmarck zu einer Kinderfresserin, die ihn heilen soll. Im Haus finden sie aber nicht nur Fuchs und die weiteren Opfer, sondern auch das Herz. Dort werden Fuchs und Jacob von Nerron überrascht, sodass Fuchs mit dem Herz flüchtet.

Jacob wird gefangen genommen und Fuchs trifft sich mit Valiant und gemeinsam verhandeln sie um die Freilassung von Jacob. Jacob und Fuchs können sich nach dem Aufeinandertreffen befreien, setzen den Leichnam zusammen. Doch auch die letzte Strecke der Reise ist gefährlich, denn der Hexenschlächter hätte seinen Kindern die Armbrust niemals gegönnt und hat so einige Fallen in der Stadt und auch im Schloss eingebaut, die Jacob und Fuchs noch viel Zeit kosten könnten; Zeit, die Jacob nicht hat.

Hörbücher ·Lebendige Schatten von C. Funke

Rezension: Lebendige Schatten von Cornelia Funke

Lebendige Schatten von Cornelia Funk ist der zweite Teil der Reckless-Reihe. Auch diesen Band habe ich als Hörbuch gehört.

Da die Handlung direkt an die Geschehnisse aus Band 1 anschließt (wenngleich es einen gewissen zeitlichen Abstand gibt) und auch die Figuren, deren Vorgeschichte, Beziehungen zueinander und die Welt nicht noch einmal ausführlich erklärt werden, sollte man die Reihe in der richtigen Reihenfolge lesen bzw. hören.

Ich fand es schade, dass Jacob Fuchs nichts von seinem Schicksal erzählt bis es unumgänglich ist, weil er keine Möglichkeit mehr weiß wie man den Fluch noch aufhalten könnte. Die beiden haben doch eigentlich ein gutes, partnerschaftliches Verhältnis, wieso spricht er dann nicht mit ihr? Auch die Beziehung zwischen Fuchs und Jacob entwickelt sich weiter und es zeigen sich erste romantische Gefühle zwischen den beiden (von der Eifersucht mit der Fuchs Clara im ersten Band begegnet abgesehen).

An sich hat mir der Aufbau der Geschichte gut gefallen: Es gibt eine größere Aufgabe, die sich aus dem ersten Teil ergibt und um diese bewältigen zu können, müssen mehrere kleinere Aufgaben absolviert werden. Jacob muss die Armbrust finden, die seinen Tod verhindern soll, dazu braucht er das Herz, die Hand und den Kopf des Hexenschlächters, die er alle einzeln finden muss. Der Aufbau ist klar, logisch und sorgt für Spannung und hat mir deshalb gut gefallen.

Einzig die Sitestory mit dem Blaubart passte in dieses Schema nicht rein und da habe ich mich natürlich nach dem Zweck von dieser gefragt. Auf der einen Seite könnte sie dafür dagewesen sein, dass Jacob merkt, wie wichtig ihm Fuchs ist, auf der anderen Seite sollte ihn diese Geschichte vielleicht wieder mit Donnersmarck versöhnen, oder es ging darum, dass Earlking ihm aus der Klemme hilft.

Earlking ist ein komischer Kauz, den er in seiner Welt kennen gelernt hat, und der ihm sehr verdächtig vorkommt. Durch seine Visitenkarte lässt er ihm Botschaften zukommen und hilft beispielsweise Donnersmarck und Jacob aus dem Labyrinth zu kommen. Dass er Donnersmarck bei der Kinderfresserin zurücklässt, ging nicht anders, aber dass man bis zum Ende nichts mehr von ihm hört, fand ich sehr schade. Es wirkte fast so, als wäre da bei der Hörbuch-Version etwas weggekürzt worden oder als wolle man diese Nebenhandlung noch bis zum nächsten Band spannend halten, weil sie dort noch einmal wichtig wird. Auch bin ich gespannt wie die Geschichte mit Earlking weitergeht, denn ich habe da ja so den Verdacht, dass das die Handlung des dritten Bandes bestimmen könnte.

Ich hatte es beim ersten Band zwar schon einmal erwähnt, aber da sie mir auch beim zweiten Band gut gefallen haben, möchte ich an dieser Stelle noch einmal die musikalischen Zwischenspiele erwähnen. Diese passen für mich unglaublich gut zur Geschichte und machen das Hörbuch für mich zu einem besonderen Hörerlebnis. Gelesen wurde auch der zweite Band von Rainer Strecker, dessen Stimme für mich unglaublich gut zur Geschichte passt.

Aus dem ersten Band kennt man Valiant, Donnersmarck und auch Will und Clara. Diese haben zwar allesamt nur recht kurze Auftritte, aber sowohl Clara und Will als auch Valiant und Donnersmarck kommen zumindest kurz vor. Ich mag so etwas ganz gerne, weil man die Figuren bereits kennt und sich bei den meisten auch über ein Wiedersehen freut.

Alles in allem hat mir der zweite Reckless-Band Lebendige Schatten von Cornelia Funke eigentlich ganz gut gefallen, auch wenn mir leider immer noch nicht ganz klar ist, warum der zweite Band so heißt.

Hörbücher ·Steinernes Fleisch von C. Funke

Inhaltsangabe: Steinernes Fleisch von Cornelia Funke

Steinernes Fleisch von Cornelia Funke ist der erste Teil der Reckless-Reihe. In diesem geht es um Jacob und Will Reckless.

Jacob findet als er 12 Jahr alt ist einen Spiegel im Arbeitszimmer seines kürzlich verschwundenen Vaters. Als er herausfindet wie man diesen Spiegel benutzt, tritt er in die Welt hinter dem Spiegel über. In den nächsten 12 Jahren tritt er immer wieder in diese Welt über und vernachlässigt dabei nicht nur seinen jüngeren Bruder, der immer auf Jacob wartet, sondern auch seine Mutter, die immer noch trauert, weil ihr Mann sie verlassen hat.

In der Zeit hinter dem Spiegel entwickelt sich Jacob zu einem guten Schatzsucher und gewinnt dort sogar Freunde, zu denen sein Mentor für die Schatzsuche und Fuchs gehören. Als Jacob 12 Jahre nach Finden des Spiegels mit Will in der Spiegelwelt unterwegs ist, wird er von Goyl angegriffen. Durch den Angriff verwandelt sich Wills Haut und Fleisch nun in Stein. Und wie sich herausstellt wird Will nicht zu irgendeinem Goyl, sondern zum sagenumwobenen Jadegoyl.

Jacob möchte nun in der Folge alles tun, um seinen Bruder zu retten. Offenbar hat er Clara, seine menschliche Freundin, angerufen. Clara sucht in der Wohnung nach Will, und findet dort durch Zufall den Spiegel, dessen Funktionsweise sie ebenfalls herausfindet. Kurz darauf findet sie sich ebenfalls in der Spiegelwelt wieder. Da sie sieht, dass sich auf Wills Haut ein Ausschlag ausbreitet, will sie nicht zurück und bleibt lieber bei ihm.

Jacob hat eine erste Idee wen er fragen könnte, was gegen die Goyl Haut zu tun ist. Nachdem sein Mentor ihm sagt, dass die Beeren von einem Strauch aus dem Garten einer Kinderfresserin helfen könnten, machen sie sich auf den Weg dorthin. Nachdem Jacob Will die Beeren gegeben hat, versucht er ihren Verfolger abzulenken. Beim Kampf mit ihm wird Jacob schwer an der Schulter verletzt.

Nachdem sich herausgestellt hat, dass die Beeren Will nicht helfen konnten, machen sich die Freunde, Clara, Fuchs, Will und Jacob, auf den Weg zur roten Fee. Die rote Fee, Miranda, war seine Geliebte bis er sie heimlich verlassen hat. Bisher haben es noch nicht viele Männer aus den Fängen einer Fee geschafft, wenn diese es sich nicht wolle. So ist vor allem Fuchs nicht angetan von der Idee, dass ausgerechnet Miranda Wills Leben retten soll, aber da sie Jacob nicht vom Gegenteil überzeugen kann, geht sie mit.

Bei der roten Fee angekommen, fährt Jacob alleine zu Miranda. Dort findet er allerdings heraus, dass diese gegen den Fluch der dunklen Fee, ihrer Schwester, nichts tun kann. Sie kann Jacob nur verraten wie er die dunkle Fee dazu bringen kann, den Fluch zu brechen, was sie tut, weil sie ihn als Werkzeug ansieht, damit sie sich an ihrer Schwester rächen kann. Miranda will sich an ihr rächen, da die dunkle Fee die anderen Feen verlassen hat, um eine Affäre mit einem Goyl einzugehen.

Nachdem Jacob zurück bei den anderen ist, werden sie von Goyl angegriffen und Jacob tödlich verwundet. Er wird von der roten Fee zurück in die Welt der Lebenden geholt, aber Will wird entführt, allerdings konnte Jacob ihn vorher mit einem Dornenfluch belegen, sodass er schläft. Als die dunkle Fee Clara benutzt um den Fluch zu brechen, kann sie ihn verzaubern, sodass er sich nicht mehr an seinen Bruder und seine Freundin erinnert. Der Jadegoyl soll ein Glückbringer des Königs während der Hochzeit sein, die während ihrer Reise geplant wurde.

Unterdessen gehen die Kaiserin und der König der Goyl einen Pakt ein: Um Frieden zwischen beiden Nationen herzustellen, heiratet der Goylkönig eine Menschenfrau, die Tochter der Kaiserin.

In der Kapelle, in der die Hochzeit stattfinden soll, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall, durch den Clara, Fuchs, Jacob, Will und viele von Jacobs Freunden beinahe sterben. Werden die Freunde den Zwischenfall alle unbeschadet überstehen und bekommt Will irgendwie seine Menschenhaut zurück?

Hörbücher ·Steinernes Fleisch von C. Funke

Rezension: Steinernes Fleisch von Cornelia Funke

Da ich Steinernes Fleisch den ersten Teil der Reckless-Reihe von Cornelia Funke wieder als Hörbuch gehört habe, werde ich sowohl etwas zum Hörbuch als auch zum Inhalt schreiben.

Die wichtigsten Figuren sind Jacob Reckless, Will Reckless (Jacobs jüngerer Bruder), Fuchs (Jacobs Freundin und Begleiterin), Clara (Wills Freundin), Evenaugh Valiant (Zwerg, der Jacob hereinlegt), Dunkle Fee, Kami’en (Goylkönig) und die Rote Fee (ehemalige Geliebte von Jacob und Schwester der dunklen Fee). Diese Namen und Beziehungsbeschreibungen sind natürlich sehr hilfreich, wenn man das Buch als Hörbuch hört, weil man dann unter anderem weiß wie man die Namen schreibt und einen besseren Überblick hat.

Evenaugh Valiant habe ich in meiner Inhaltsbeschreibung nicht erwähnt, obwohl er keine geringe Rolle spielt, da er die Freunde sowohl zur roten Fee bringt, als auch Clara, Fuchs und Jacob aus dem Gefängnis der Goyl befreit. Er ist kein besonders sympathischer Charakter und Jacob würde mit dem Zwerg, der ihn schon einmal verraten hat, nicht reisen, wenn es anders ginge. Aber man braucht in einem solchen Roman natürlich auch einen nicht so tollen Charakter, der mit den Helden reist.

Will ist ein sehr zwiegespaltener Charakter. Eigentlich ist er gutmütig und freundlich, doch durch die ständige Abwesenheit – gerade auch in der Phase, in der es ihrer Mutter so schlecht ging – hat sich die gute, brüderliche Beziehung der beiden deutlich abgekühlt. Dennoch scheint Will seinen Bruder zu bewundern und Jacob würde fast alles für Will tun.

Jacob selbst ist gerade durch diese Abwesenheit und seinen Rückzug in die Spiegelwelt über all die Jahre ein eher unsympathischer Charakter. Er verlässt seinen Bruder und seine trauernde Mutter, um Abenteuer in einer anderen Welt zu erleben. Dennoch tut er alles, um seinen Bruder zu retten, obwohl ihn die Reise mehrfach beinahe das Leben kostet und auch Fuchs dabei verletzt wird und natürlich auch leicht hätte getötet werden können.

Über Fuchs, eine Gestaltwandlerin, und Clara lässt sich wenig sagen. Clara ist sich mit dem Fortschritt der Handlung ihrer Liebe für Will nicht mehr so sicher, und sie ist verängstigt von der neuen, fremden Welt, was man ihr nicht verübeln kann. Fuchs macht sich relativ große Sorgen um Jacob, kann sich ihre Liebe und Zuneigung aber nicht komplett eingestehen und wirkt so häufig abweisend, obwohl sie viel mit Jacob zu verbinden scheint.

Die Spiegelwelt ist sehr faszinierend und ich kann sie gar nicht so genau beschreiben, obwohl ich das Gefühl habe, dass dort einfach alles gefährlich ist. Ein Baum saugt dich einfach ein und will dich verschlingen, im Fluss leben Loreleyen, die dich ins Wasser ziehen wollen und selbst die Einhörner entpuppen sich als brutale Wächter, die Eindringlinge schwer verwunden und töten. Dennoch ist diese Welt unglaublich spannend und interessant und ich kann bis zu einem gewissen Maß verstehen, warum Jacob eine solche Faszination für diese Welt empfindet.

Einen Teil der Faszination machen wahrscheinlich auch die Märchenelemente aus, die Jacob aus seiner Kindheit in der echten Welt kennt und die man als Leser:in oder Hörer:in natürlich auch wiedererkennt. Obwohl ich mich nicht so super mit Märchen auskenne, klar ich kenne die bekanntesten Märchen, aber man kann sich bestimmt noch besser auskennen, habe ich das ein oder andere Märchen wiedererkannt. Jacob sucht unter anderem für die Kaiserin Relikte und Schätze aus den bekannten Märchen und hat ihr beispielweise ein Tischlein-deck-dich verkauft oder einen goldenen Ball, den wir aus dem Froschkönig kennen. Die Bedeutung oder Funktionsweise dieser Märchenschätze wird dann manchmal auch umgedeutet. Dennoch erkennt man sie wieder. Ich finde es immer ganz toll, wenn ich Verweise auf andere Werke erkenne, weil ich diese kenne und gerade bei Phantastik bietet sich ein Verweis auf Märchen ja an. Das hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich die Spiegelwelt sehr brutal fand.

Ich habe das Buch als Hörbuch digital gehört. Das Cover kommt also leider nicht so toll zur Geltung, gefällt mir aber dennoch ganz gut; vor allem nachdem ich weiß was es mit den „Schmetterlingen“ auf sich hat. Das Hörbuch basiert auf der Überarbeitung des Jungendromans aus dem Jahr 2020 und wurde von Rainer Strecker gelesen. Ich mochte die Stimme ganz gerne und sie hat für mich gut zum Jugendbuch gepasst, obwohl Strecker nicht mehr so jung klingt, damit man seine Stimme für die von Jacob hält. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir auch eine Frau gewünscht, obwohl ich nicht genau sagen kann, weshalb; möglicherweise weil die Autorin weiblich ist. Dennoch konnte ich mich gut in die Geschichte fallen lassen und haben Strecker gerne zugehört. Besonders gut haben mir auch die musikalischen Zwischenspiele gefallen, die sehr gut zur Atmosphäre im Buch gepasst haben.

Insgesamt hat mir Steinernes Fleisch von Cornelia Funke gut gefallen und ich werde mir auf jeden Fall auch den zweiten Teil der Reckless-Reihe anhören. Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht, denn am Ende sind noch einige Fragen offen geblieben, was ich aber aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt, gar nicht schlimm finde.

Als wir Waisen waren von K. Ishiguro ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Als wir Waisen waren von Kazuo Ishiguro

In dem Roman Als wir Waisen waren von Kazuo Ishiguro geht es um Christopher „Puffin“ Banks. Christopher lebt mit seinen Eltern in Shanghai im International Settlement. Sein Vater arbeitet für eine große Firma während seine Mutter sich in Anti-Opium-Kampagnen engagiert. Neben den Banks lebt Akira mit seiner Familie. Akira, ein junger Japaner, und Christopher werden beste Freunde und verbringen viel Zeit bei gemeinsamen Spielen im Garten.

Als erst Christophers Vater und kurze Zeit später auch seine Mutter verschwinden, wird Christopher nach England gebracht und lebt dort bei einer Tante, die ihn dann auf ein Internat gibt. Dort lernt er viele neue Freunde kennen und lebt auch nach dem Internat in London. Immer wieder trifft er auf Freunde aus dem Internat. Als ihn einer der Freunde, von dem früher gesagt wurde, er habe gute Verbindungen, trifft und spontan zu einer Abendgesellschaft einlädt, ist Christopher gespannt. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch kein bekannter Detektiv, hat aber schon die feste Absicht sich mal als ein Detektiv einen Namen zu machen. Auf der Feier trifft er das erste Mal auf Sarah Hemmings. Er verliebt sich nicht in sie, aber ihn packt eine Faszination für diese willensstarke Frau.

In den folgenden Jahren arbeitet er an seiner Karriere, lädt einmal zu sogar Miss Hemmings ein, die diese Einladung aber kaltschnäuzig ausschlägt. Als er später erfährt, dass sich Miss Hemmings bei einem gemeinsamen Freund beschwert hat, weil man ihn auf keiner Feier mehr trifft und sie sich doch mit ihrem alten Freund einmal wieder unterhalten wollen würde, ist er überrascht, schließlich hat sie nie eine enge Freundschaft verbunden.

Mit ungefähr Mitte 30 erfährt Banks von einem verwaisten Mädchen, das bei ihrer Großmutter lebt. Da diese schon recht alt und mittellos ist, kann sie kaum sich selbst versorgen und so bietet Christopher an, die kleine Jennifer zu sich zu nehmen. Jennifer ist 12 Jahre alt und sie gefällt Christopher sehr vom Charakter her. Die beiden verstehen sich gut und so wird Christopher für Jennifer zu einem Onkel.

Zu dieser Zeit ungefähr trifft Banks noch einmal auf Sarah Hemmings, die inzwischen verheiratet ist. Ihr Mann und sie gehen nach Shanghai, wissen aber noch nicht wie lange sie wegbleiben werden. Sobald sie zurück sind, möchte Sarah aber Christopher unbedingt mal zu sich einladen. Während das Ehepaar in Shanghai ist, ermittelt Banks endlich weiter und erfährt so, von einem Mann, der bei ihnen im Haus war bevor seine Mutter verschwunden ist.

Nachdem er merkt, dass er von England aus nicht mehr viel mehr erfahren kann, beschließt er zurück nach Shanghai zu reisen um dort endlich seine Eltern zu finden. Während die Diplomaten in Shanghai eine Feier zur Rückkehr des Ehepaares Banks vorbereiten, toben Kämpfe zwischen Chinesen und Japanern in der Nähe des international Settlement. Christopher findet wenig heraus.

Als er wieder einmal auf Sarah trifft, erfährt er, dass sie nicht glücklich ist; weder in Shanghai noch mit ihrem Ehemann, denn er verspielt all ihr Geld und behandelt sie sehr schlecht. Gemeinsam wollen Christopher und Sarah fliehen, doch gerade am Vormittag des Tages ergibt sich eine neue Spur: Das Haus, in dem seine Eltern damals gefangen gehalten wurden, wird enttarnt. Christopher muss sich durch das Kampfgebiet schlagen, gabelt dabei Akira auf und findet das Haus verwüstet vor. Von seinen Eltern keine Spur. Nachdem er von japanischen Soldaten zurück gebracht wurde, wird ein Treffen zwischen ihm und der gelben Schlange arrangiert. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um einen alten Bekannten: Onkel Philipp, der damals bei der Entführung seiner Mutter mitgewirkt hat.

Als wir Waisen waren von K. Ishiguro ·Hörbücher

Rezension: Als wir Waisen waren von Kazuo Ishiguro

Ich habe Als wir Waisen waren von Kazuo Ishiguro als Hörbuch gehört, deshalb werde ich sowohl auf die Geschichte selbst als auch auf das Medium eingehen.

Ich möchte Klara und die Sonne von Ishiguro ganz gerne, deshalb dachte ich mir, als ich sah, dass noch ein zweites Hörbuch von ihm rausgegeben wurde, dass ich mir das auch mal näher angucken sollte. So kam ich Als wir Waisen waren von Kazuo Ishiguro, von dem ich eher einen Krimi erwartet hatte. Ich dachte, dass Banks seine entführten Eltern sucht und findet, und da es sich bei ihm um einen Detektiv handelt es vielleicht noch um ein paar andere Fälle geht. Andere Fälle werden zwar erwähnt, geraten aber stark in den Hintergrund.

Ich mochte Christophers Charakter nicht so sonderlich gerne, weil ich – obwohl die Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird – keinen richtigen Zugang zu ihm gefunden habe. Er springt in den Zeiten immer wieder hin und her, was immer recht schwierig zu verstehen ist, wenn man ein Hörbuch hört, weil man nicht einfach mal zurückblättern und nachgucken kann wo und wann man sich gerade befindet. Hinzu kam, dass ich nicht verstanden habe, warum er so lange nicht nach seinen Eltern sucht und warum er Jennifer alleine lässt während er in Shanghai nach seinen Eltern sucht. Und wenn er sie schon alleine lassen muss, warum schreibt er ihr dann nie? Zwischenzeitlich meint er sogar, dass er schon länger nicht mehr an Jennifer gedacht hat, obwohl er sie angeblich liebt. Auch hat es mich gewundert, dass er sich am Ende überhaupt nicht für den gefangen genommenen Akira einsetzt. Was am Ende mit diesem geschieht, bleibt offen.

Hiermit hängt eng zusammen, dass mich gestört hat, dass für mich so viele Fragen offen bleiben, die ich ja im Absatz über diesem hier schon angeschnitten hatte. Das finde ich sehr schade und waren für mich Fäden, die man am Ende noch hätte verknüpfen können.

Hinzu kamen auch Fragen, die ich mir selbst gestellt habe, und die weitgehend undurchsichtig für mich blieben. Dazu zähle ich die Frage, welche Gefühle Christopher für Sarah hat, denn diese entwickeln sich nicht offen, und scheinen sich dennoch zu wandeln. Auch wüsste ich gerne, warum alle damit rechnen, dass das Ehepaar Banks noch lebt. Ich dachte mir die ganze Zeit, dass es meiner Ansicht nach zwei sinnvolle Möglichkeiten gibt: 1. Christophers Eltern sind lange tot, warum sonst sollten sie sich so lange nicht melden? 2. Christophers Eltern wollen sich nicht bei ihm melden; warum auch immer. Dass seine Eltern von irgendwelchen dubiosen Entführern so lange gefangen gehalten und am Leben erhalten werden ergab für mich keinen Sinn. Wieso gehen dann alle davon aus, dass die Eltern noch leben? Die Wahrscheinlichkeit dafür ist eher gering, dennoch erwähnt niemand auch nur die Möglichkeit, dass sie noch leben.

Weil es eben einige solcher Dinge gab, die ich seltsam fand (auch, dass Christopher in Shanghai davon ausgeht, dass jeder a) ihn kennt und b) vom Schicksal seiner Eltern weiß und er davon ausgeht, dass jeder sein Leben riskiert um seine Eltern zu retten), habe ich irgendwann gedacht, dass die Geschichte vielleicht nur ein Traum ist oder dass sie gar nicht wirklich so geschehen ist und vielleicht sogar, dass der Erzähler selbst opiumsüchtig ist und entsprechend verworrene Ideen und Realitätseindrücke hat.

Ich hatte ja oben schon einmal erwähnt, dass ich mir etwas anderes von dem Roman erhofft hatte und dementsprechend auch nicht mit der Brutalität gerechnet hatte. Hier seien zum einen die Kampfhandlungen am Ende des Romans und die Schilderungen der Gefangenschaft von Christophers Mutter erwähnt. Ich fand diese Schilderungen wirklich schrecklich und habe mich hier wahrhaft durchgequält.

Hinzu kam, dass die Geschichte am Anfang unglaublich langweilig und langatmig ist. Es geschieht bis weit nach der Hälfte relativ wenig bis gar nichts. Viele der Schilderungen braucht man gar nicht, um den Rest der Handlung verstehen zu können und sobald etwas geschieht, ist das – wie oben geschildert – wirklich abstoßend. Ich verstehe wenn eine Handlung langatmig ist, damit man die Hintergründe, die Gefühle,  Gedanken und Handlungen der Figuren nachvollziehen kann, aber das war hier meiner Ansicht nach gar nicht gegeben. Das Buch ist auf jeden Fall nichts für schwache Nerven.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass mit dem Medium einherging, dass ich mich schwer in der Geschichte zurecht finden konnte, denn zum einen gibt es große Zeitsprünge: von der Kindheit des Protagonisten bis hin zu seiner jungen erwachsenen Zeit in London, seine Rückkehr zurück nach Shanghai und der Sprung zu der Zeit als Christopher Mitte 50 ist. Diese Sprünge geschehen aber eben auch nicht chronologisch, sondern es gibt immer wieder Rückschauen und Verweise, sodass ich mich irgendwann komplett verloren fühlte, da ich ja nicht einmal nachschauen konnte wo und in welcher Zeit wir uns gerade befanden.

Die Stimme war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig. Ich glaube, weil ich zuvor den Roman Klara und die Sonne mit einer weiblichen Protagonistin und einer weiblichen Stimme gehört habe, hatte ich einfach mit einer Frauenstimme gerechnet. Ja, das ergibt aufgrund des männlichen Protagonisten nicht so viel Sinn, aber ich glaube dennoch dass dieser unterbewusste Gedanke dahintersteckte und ich mich schwer getan habe mich an die Stimme zu gewöhnen. Sobald ich im Buch drin war, fand ich aber, dass die Stimme von Julian Mehne gut zu Banks und zum Roman gepasst hat.

Insgesamt hatte ich von Als wir Waisen waren von Kazuo Ishiguro etwas mehr einen Krimi mit einem Privatdetektiv, der nach seinen Eltern sucht erwartet und war deshalb enttäuscht, außerdem mochte ich die Brutalität, die auf die Langatmigkeit des Anfangs folgte, nicht sonderlich.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Die Telefonzelle am Ende der Welt von L. I. Messina ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Die Telefonzelle am Ende der Welt von Laura Imai Messina

Die Telefonzelle am Ende der Welt steht in einem kleinen Garten in Otsuchi und ist als gleichnamiger Roman von Laura Imai Messina verfasst. Der Roman behandelt die Geschichte von Yui, die durch den Tsunami im März 2011 ihre Mutter und ihre Tochter verloren hat und von Takeshi, der seine Frau durch eine Krankheit verlor.

Der Fokus der Handlung liegt auf Yui, die inzwischen in Tokio als Radiomoderatorin arbeitet. Als während einer Sendung über Trauer und die Verarbeitung des Verlustes der Garten des Windes erwähnt wird, fährt Yui nach Otsuchi. Dort soll die Telefonzelle des Windes in einem wunderschönen Garten am Meer stehen. Das Haus, in dessen Garten die Telefonzelle steht, gehört Suzuki-san. Als sie das erste Mal dort ist, lernt sie den Arzt Takeshi kennen. Er hat seine Frau verloren und kommt nun nach Otsuchi um mit seiner Frau zu sprechen. Das Telefon des Windes ermöglicht des Hinterbliebenen nämlich in den Hörer zu sprechen und das Gefühl zu haben, dass der geliebte, verlorene Mensch antwortet. Wie genau das Telefon funktioniert, weiß niemand so genau; aber dass es funktioniert, steht außer Frage.

In der Folge fahren Takeshi und Yui einmal im Monat nach Otsuchi, was von Tokio aus eine etwa 7-stündige Fahrt ist. Während Takeshi regelmäßig mit seiner Frau spricht und so langsam über den Verlust hinwegkommt, kann sich Yui nicht überwinden mit ihrer Mutter oder ihrer kleinen Tochter zu sprechen und so meidet sie Monat um Monat die Telefonzelle.

Häufig werden sie von Suzuki-san eingeladen und sitzen mit ihm und weiteren Gästen im Teezimmer und trinken Tee und unterhalten sich. Dabei treffen Yui und Takeshi immer wieder Menschen, die ihnen ihre Geschichten erzählen. Einmal erfahren sie de Geschichte eines wütenden Vaters, der auf seinen Sohn schimpft, weil dieser leichtsinniger Weise bei einem Spaß ertrunken ist. Sie treffen einen jungen Mann, der seinen Vater verlor, obwohl dieser noch lebt.

Während all dieser Monate und gemeinsamen Fahrten kommen sich Yui und Takeshi näher. Da Takeshis Tochter nach dem Tod ihrer Mutter nicht mehr spricht, beschließt er irgendwann, sie mit zum Telefon des Windes zu nehmen, damit sie dort mit ihrer Mutter sprechen kann. Während Takeshi und Yui im Garten warten, spricht die Kleine ganz unerwartet mit ihrer Mutter über das Telefon und findet fortan ihre Stimme wieder. Yui und sie verstehen sich und so geht Yui irgendwann bei der kleinen Familie ein und aus. Sie kümmert sich um die Kleine und macht ihr sogar ihr Pausenbrot nachdem sie eingeschult wurde.

Takeshi und Yui verlieben sich ineinander doch Yui ist sich unsicher, ob sie die Tochter von Takeshi lieben kann, wie die Beziehung zu ihr aussehen wird, wenn die Kleine jugendlich ist und ob sie wirklich ein solches Glück wie einen Neuanfang zulassen kann, wo sie doch das wertvollste überhaupt verloren hat.

Die Telefonzelle am Ende der Welt von L. I. Messina ·Hörbücher

Rezension: Die Telefonzelle am Ende der Welt von Laura Imai Messina

Ich habe Die Telefonzelle am Ende der Welt von Laura Imai Messina als Hörbuch gehört und werde deshalb in meiner Rezension sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Bei diesem Roman sind meine Gefühle unglaublich ambivalent. Auf der einen Seite finde ich die Geschichte wunderschön und berührend auf der anderen Seite hatte sie auch einige Fehler, die mir nicht gefallen haben. Ich will versuchen im Folgenden zu erklären woher meine Gefühle kommen.

Der Roman hat unglaublich viel Potential. Es ist eine unglaublich berührende Geschichte wie zwei Menschen, die einen unsagbar großen Verlust durchmachen mussten, gerade durch diesen Verlust gestärkt werden und einander finden (schließlich wären weder Takeshi noch Yui ohne ihren Verlust am Telefon des Windes gewesen). Die Geschichte könnte unglaublich poetisch sein, aber mir haben hier die leisen Töne gefehlt, die Gefühle der Protagonisten, die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen (die man bei einer Kulisse von einem Garten des Windes direkt am Meer) hätte erwarten können. Leider fehlte mir hier alles. Ja, Yui ist verunsichert durch den Verlust und ob sie das Glück mit Takeshi zulassen kann, aber seine Gefühle werden nie beleuchtet und Yuis Gefühle bleiben auch immer oberflächlich. Dass man in sie hineintaucht, geschieht eigentlich gar nicht. Das hat bei mir leider dafür gesorgt, dass mir die Figuren unsympathisch waren (weil sie teilweise so gefühlskalt wirkten) und ich mich so gar nicht mit ihnen identifizieren konnte.

Auf der anderen Seite ist die Idee eines Telefon des Windes wirklich wunderschön. Gerade wenn man irgendwann mal einen Verlust durchgemacht hat, kennt man das Gefühl vielleicht, dass Dinge ungesagt geblieben sind und es schön wäre, wenn man diese Dinge noch sagen könnte und auch das Gefühl hätte, dass sie beim Verstorbenen ankommen. An der ein oder anderen Stelle fand ich den Roman schon fast hilfreich für eine mögliche Trauerarbeit, weil (zumindest am Anfang) viele interessante Aspekte genannt wurden, die zum Nachdenken anregen.

Gerade weil ich aber – wie oben erwähnt – ein ruhiges Buch mit einer gewissen Poetik erwartet hatte, haben mich die sehr brutalen Schilderungen des Tsunami (von im Wasser schwimmenden Leichen) sehr getroffen und sorgten dann auch dafür, dass ich mich mit dem Hörbuch an der ein oder anderen Stelle nicht wohl fühlte. Ich hätte es einfach schön gefunden, wenn aus dem Klappentext etwas deutlich hervorgehen würde, dass das Buch auch die Schrecken des Tsunami ungeschönt beschreibt, damit ich vorbereiteter gewesen wäre.

Die kleinen Zwischenkapitel haben mir sehr gut gefallen, weil sie den Roman auflockern und ein bisschen was anderes sind. Hierzu gehörten dann beispielsweise die Songs, die in Yuis Sendung am Anfang des Romans gespielt wurden, die Süßigkeiten, die Yui und Takeshis Tochter auf dem Weg nach Otsuchi gegessen haben und solche Dinge.

Das Cover, das wirklich schön und sehr minimalistisch ist, hat mir gut gefallen, wenngleich das ja bei einem digitalen Hörbuch leider nicht ins Gewicht fällt.

Mir gefiel es auch gut, dass der Hörbuch-Download nicht gekürzt war, außerdem hat die Stimme von Yara Blümel sehr gut zur Protagonistin gepasst und hat ihren Charakter toll unterstrichen. Vor allem bei einer Protagonistin, die als Radiomoderatorin arbeitet, ist eine angenehme, zur Figur passende Stimme besonders wichtig und diese Auswahl ist dem Verlag wirklich toll gelungen. Meiner Ansicht nach hat sie auch die japanischen Namen, Städtenamen und Begriffe gut betont; wobei ich das natürlich nur sehr eingeschränkt beurteilen kann.

Insgesamt hat mir Die Telefonzelle am Ende der Welt von Laura Imai Messina ganz okay gut gefallen. Ich hatte von dem Roman etwas anderes erwartet und war deshalb ein bisschen enttäuscht, zumal ich mich in die Figuren (vor allem in Yui) nur schwer hineinversetzen konnte. Dennoch gefällt mir die Idee an sich und auch die Hörbuchumsetzung gefiel mir ganz gut.

 

 

 

Danke an Der Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Der Junge, der Träume schenkte von L. Di Fulvio ·Hörbücher

Abgebrochen: Der Junge, der Träume schenkte von Luca Di Fulvio

Der Junge, der Träume schenkte von Luca Di Fulvio ist ein inzwischen 10 Jahre alter, aber dennoch sehr bekannter Roman (Dez. 2011). Ich habe ihn damals in der ein oder anderen Buchhandlung rumliegen sehen, mir gefiel das Cover und der Titel war so wunderbar poetisch, dass ich den Roman schon damals gerne lesen wollte. Auch die nachfolgenden Bände waren ganz hübsch und die Titel nicht weniger poetisch. Damals haben mir 780 Seiten nicht nur verunsichert, sondern komplett abgehalten. Ein Buch von diesem Umfang von einem unbekannten Autoren in einem Genre, das nicht wirklich meins war? Das musste nicht sein. Auch heute brauche ich keine 800 Seiten-Schinken. Aber ich habe herausgefunden, dass es den Roman als Hörbuch gibt und dachte mir, da ich derzeit gerne Hörbücher höre, wäre das doch eine Idee.

Ich habe den Roman nach nicht mal 20 Minuten abgebrochen. Weder zum Inhalt noch zum Sprecher kann ich also so viel sagen. Aber ein bisschen dennoch; vor allem natürlich den Grund für meinen Abbruch und warum ich hier darüber schreiben, obwohl ich kaum etwas über den Roman weiß.

Der Sprecher, Sascha Rotermund, war ganz in Ordnung. Ich war etwas verwirrt, warum ein Mann einen Roman liest, in dem Frauen beziehungsweise eine junge Frau am Anfang die Protagonistin ist, aber ich ging mal davon aus, dass das daran lag, dass es später mehr um ihren Sohn geht.

Gleich am Anfang mochte ich schon die Mutter nicht, weil sie ihre Tochter, Cetta, misshandelt und verstümmelt, damit diese nicht vom Gutsbesitzer vergewaltigt oder verführt wird. Ich konnte einfach nicht verstehen wie eine Mutter ihre kleine Tochter so misshandeln kann. Aber dann auch noch der Freund des Gutsbesitzers, der das Mädchen einfach vergewaltigt. Mal davon abgesehen, dass das total unrealistisch schien, fand ich die Vergewaltigung auch unnötig. Gefühlte drei Minuten später die nächste Vergewaltigung, weil Cetta ihre Überfahrt nach Amerika offenbar mit Geschlechtsverkehr bezahlt.

Zwei Vergewaltigungen in nicht mal 20 Minuten Hörbuchdauer. Danach hatte ich keine Lust mehr und als ich dann gelesen habe, dass das mehr oder weniger genau so weitergeht, habe ich das Hörbuch endgültig abgebrochen.

Schade, dass sich hinter einem Titel wie Der Junge, der Träume schenkte so eine schreckliche Geschichte verbirgt. Luca Di Fulvio ist damit für mich unten durch und zu diesem Roman (und auch zur ganzen Reihe) werde ich wohl nie weder greifen.