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Nikomachische Ethik von Aristoteles

Nikomachische Ethik von Aristoteles
 
Das Glück erweist sich also als etwas, das abschließend und autark ist; es ist das Ziel all dessen was wir tun.“
 
Ich habe dieses Zitat beim Sichten meiner Unterlagen gefunden und fand es recht schön. Das Glück ist also etwas, dessen Sinn in ihm selbst liegt. Das Glück ist abschließend, ist also das Ende einer Handlungskette, wenn wir uns überlegen etwas zu tun, uns aufraffen dies zu tun, es tun, dann ist das Glück das, was am Ende dabei rauskommen soll. Interessant finde ich auch, dass das Glück das Ziel unser aller Handlungen sind. Ob diese Aussage zutrifft ist schwer zu sagen, da man an dieser Stelle zuerst einmal klären sollte, was genau Glück für uns ist, denn dieser Begriff hat sich durchaus gewandelt. Auch bei Aristoteles gibt es einen Unterschied zwischen Glück und Glückseligkeit. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist das Glück damals etwas sehr ähnliches wie unser heutiges Glück gewesen, die Glückseligkeit allerdings ist etwas grundsätzliches und man kann nicht vor dem Ende des Lebens sagen, ob jemand glückselig war oder nicht und auch am Ende des Lebens ist noch nicht abschließend geklärt, ob jemand wirklich ein glückseliges Leben geführt hat, oder nicht. Ich persönlich nehme dieses Zitat zum Anlass einmal darüber nachzudenken, ob ich glücklich bin und wie ich glücklich oder zumindest glücklicher werden kann. Letztendlich bleiben eigentlich nur zwei Fragen übrig: Was ist Glück? Und wie wird man eigentlich glücklich? 
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Wer zuletzt lacht, küsst am besten III

Wer zuletzt lacht, küsst am besten III

Er hatte in ihre besorgten blauen Augen gesehen und gespürt, dass er mit dem Arsch tief im unbekannten Unbekannten gelandet war, und da hatte er gemacht, wozu man ihn ausgebildet hatte. Alles in die Luft gesprengt und alles in Sichtweite erschossen.‘ S. 292

Okay, dass diese Metapher bedeutet, dass er sich von Sadie getrennt hat, ist nicht auf den ersten Blick offensichtlich, aber so ist es. Vince hat sich an dem Tag von Sadie getrennt, an dem sie ihren Vater zu Grabe getragen hat. Irgendwie ist es sehr traurig, dass Sadie so großes Unglück hat, dass der Mann, in den sie sich verliebt hat, sich von ihr trennt an dem ihr Vater beerdigt wird. Weshalb ich mir dieses Zitat ausgesucht habe, hatte zwei Gründe. Einmal das unbekannte Unbekannte und der zweite Satz dieses Zitates. Vince hat eine Theorie über das bekannte Bekannte, das unbekannte Bekannte, das bekannte Unbekannte und das unbekannte Unbekannte. Wenn ich das richtig zusammen kriege, dann war das unbekannte Unbekannte das Unbekannteste, das es gibt und man kann das nur verstehen, wenn man schon einmal in einer solchen Situation war.
Ich muss sagen, dass mir der zweite Satz dieses Zitates ein unglaublich fulminantes Bild vor Augen stehen lässt. Im übertragenen Sinne jagt Vince die Beziehung zu der Frau in die Luft, die als einzige seine Schwachstelle kennt und in die er sich verliebt hat. Er trennt sich in einer Kurzschlussreaktion von ihr, aus Angst, weil er jetzt eines seiner Geheimnisse kennt. 
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Wer zuletzt lacht, küsst am besten II

Wer zuletzt lacht, küsst am besten II 
Sie brauchte ihn für Dinge, die sie nicht selbst erledigen konnte, wie schwere Gegenstände zu heben und zu poppen.‘ S. 55

Auch dieses Zitat stammt von Sadie Hollowell. Ich muss sagen, dass mir Sadie in weiten Teilen recht sympathisch war, allerdings in diesem Moment so überhaupt nicht. Frauen beschweren sich immer wieder, dass sie von Männern als Sexobjekte betrachtet werden und dann betrachtet sie einen Mann als bloßen Sexpartner, der ihr schwere Sachen rumschleppt? Das ist doch irgendwie…sehr abwertend. Klar fand ich dieses Zitat auch ein bisschen witzig, aber wenn und falls das wirklich ernst gemeint gewesen sein sollte, dann kann ich mich dem leider nicht anschließen. Vielleicht bin ich ja überempfindlich? Aber wenn ein Mann so über mich oder über Frauen allgemein sprechen würde, dann würde man ihm ordentlich die Meinung sagen und ich kann mir mehr als genug Frauen vorstellen, die sich das nicht bieten lassen würden. Ich wüsste ja schon gerne, was Sadie sagt, wenn man so von ihr sprechen würde… 
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Wer zuletzt lacht, küsst am besten von Rachel Gibson

Wer zuletzt lacht, küsst am besten von Rachel Gibson

‚Ich hol dir deine .22er aus dem Safe.‘ Was vermutlich die Art ihres Daddys war, ihr zu sagen, dass es ihm durchaus etwas ausmachte, ob sie ein Serienkiller zerstückelte.“ S. 50

Sadie hat ein ziemlich schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater. Das dürfte ziemlich offensichtlich sein… Wenn ich die Figur bzw. den Text jetzt psychoanalytisch deuten wollen würde, könnte man ja mal erschließen, ob ihr schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater und ihr fehlendes Verhältnis zu ihrer Mutter könnten die Ursachen dafür sein, dass sie oftmals wechselnde Partner hat. Aber egal, wir wollen sie ja hier nicht analysieren.
Klar wundert sich Sadie darüber, dass ihr Vater sich um sie sorgt und sie freut sich natürlich auch darüber, auch wenn die Sorge ihres Vaters ein wenig unbeholfen wirkt. Dieses Zitat scheint zu offenbaren, dass es hier auch eine Kriminote gibt, die es bedauerlicherweise nicht gibt. 
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Geschichten vom Herrn Keuner

Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht

“Woran arbeiten Sie?‘ wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: ‚Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor.“ (Seite 15)

Ich fand dieses Zitat aus „Mühsal der Besten“ von Seite 15 total interessant. Herr K. hat viel zu tun, weil er seinen nächsten Irrtum vorbereitet. Warum arbeitete man an etwas, wo man doch genau weiß, dass man sich damit irren wird? Warum steckt man in solch eine Sache Mühe und Zeit? Einfache Antwort: Ich weiß es nicht. Aber ich finde die Idee eigentlich total interessant. Gleichzeitig fungiert dieses Zitat als Sinnbild dessen, was Herr Keuner für mich darstellt. Er bringt immer wieder so komisch-verworrene Antworten auf eigentlich recht einfache Fragen.
Aber gerade das macht ja seinen Reiz aus und es ist ja nicht so, dass man am Ende fertig ist mit dieser Sammlung und sagt: Ja, der Herr Keuner ist mir sympathisch oder unsympathisch. Man erfährt über ihn und seinen Charakter recht wenig.
Insgesamt fand ich es auch bemerkenswert, dass er davon ausgeht, dass er sich irren könnte. Normalerweise geht man ja nicht davon aus, dass man sich irrt, aber nicht nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, sondern wirklich davon auszugehen, dass man sich irrt, das ist wirklich tragisch.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen Irrtum mit dem wir rechnen, denn wenn wir damit rechnen, können wir damit umgehen, wenn nicht, ist es schwierig sich im Voraus darauf einzustellen. 

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Woyzeck III

Woyzeck III

‚Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter war alles tot und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingangen und hat gerrt Tag und Nacht. Und wie auf die Erd niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie’s zur Sonn kam war’s eine verwelkte Sonnenblume und wie’s zu den Sternen kam, warens kleine goldne Mücken die waren angesteckt wie der Neuntötet sie auf die Schlehen steckt und wie wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich s hingesetzt und gerrt und da sitzt es noch und ist ganz allein‘
Dieses Märchen, das ich dem Fragment ‚Woyzeck‘ entnommen habe, haben wir sowohl in der Schule als auch in der Uni besprochen. In der Schule habe ich mich ehrlich gesagt nicht weiter darüber gewundert als es als „Antimärchen“ bezeichnet wurde, denn die Märchen, die ich bis dahin kannte waren eher positiv, sodass dieses Märchen mit seinem negativen Ausgang im krassen Gegensatz dazu stand. Aber in der letzten Zeit habe ich öfter mal Märchen gehört, die auch zum Teil negativ ausgingen. Ist euch bewusst wie viele der Märchen der Brüder Grimm mit dem Tod eines oder mehrere mitunter sogar aller Protagonisten enden? So viel es mir recht schwer zu sagen, dass das wirklich ein ‚Antimärchen‘ sein soll. Dazu fände ich es wichtig, mal zu klären welchen Kriterien ein landläufiges Märchen unterliegt. Was macht ein Märchen zum Märchen? Reicht ein ‚Es war einmal…‘ am Anfang? Wohl kaum. Das wäre ja nun ein bisschen wenig… Ich will jetzt hier keine Abhandlung über Märchen und Kriterien für Märchen schreiben. Aber ich fand dieses Märchen oder ‚Antimärchen‘ sehr schön, nicht vom Inhalt her, sondern einfach von der Art wie es geschrieben wurde und natürlich kann man auch in Bezug auf das Fragment, in das es eingebunden ist, viele Interpretationsansätze finden und mit ihnen arbeiten. 
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Woyzeck II

Woyzeck II
‚Du bist schön wie die Sünde‘
Diesen Satz sagt Woyzeck zu Marie, seiner Freundin mit der er zusammen ein Kind hat. Marie und er sind nicht verheiratet und haben einen unehelichen Sohn für den Woyzeck so gut er kann versucht aufzukommen, indem er sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob hangelt. Marie und Woyzeck scheinen eine Beziehung miteinander zu haben, sehen sich aber irgendwie nicht besonders häufig, weil Woyzeck versucht sie zu versorgen. Sie scheint sich zu langweilen und lenkt sich mit einem Tambourmajor ab.
Marie, die sehr schön zu sein scheint, erweckt natürlich die Aufmerksamkeit anderer Männer, was Woyzeck überhaupt nicht gut findet – kann man ja irgendwie nachvollziehen – und die ganze Zeit schon den Verdacht hat, dass ihn seine Freundin betrügt. Marie ist zwar sündig, sie betrügt ihren Freund, bereut aber, was sie getan hat und betet zu Gott, liest in der Bibel und bittet um Vergebung. Sie ist sich ihrer Sünden wohl bewusst, geht aber doch so weit, dass sie „ihren Mann“ mehrfach betrügt.
‚Du bist schön wie die Sünde‘ finde ich sehr interessant als Ausspruch, aber ob das wirklich ein Kompliment ist, wage ich zumindest im Kontext des historischen Büchner und Woyzeck zu bezweifeln. 

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Woyzeck

Woyzeck

‚Moral das ist wenn man moralisch ist.‘ (S. 16)

Wir haben im Woyzeck von Georg Büchner das oben genannte Zitat. Der Hauptmann, der sich für etwas besseres als Woyzeck hält und versucht diesen herunter zu putzen, schafft es nicht ihn auf andere Weise zu überzeugen als eine Tautologie anzubringen. An dieser Argumentationsweise sieht man wie wenig intelligent der Hauptmann ist, wie gerne er aber versucht sich in besserem Licht darzustellen.
Diese Tautologie ist wohl eine der bekanntesten Tautologien.
Wir hatten den Woyzeck damals in der Schule und schon da hat mich diese Aussage interessiert und fasziniert. Schließlich findet man solche Sätze nicht gerade häufig. In vielen philosophischen Texten findet man von vielen verschiedenen Autoren Abhandlungen darüber, was genau Moral ist, wie sie sich äußert und wie man moralisch wird. Unser Hauptmann hat dafür eine ganz einfache Lösung: „Moral das ist wenn man moralisch ist“.
Fraglich ist jetzt nur was man daraus genau lernen soll, aber darum ging es ihm wohl auch nicht. 
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Der kluge Knecht

Der kluge Knecht
 
Es stört jede Frau, wenn man ihren Liebhaber bei ihr findet.‘ (S.81)
Öhm…ja, klar… Was soll ich dazu noch sagen? Okay, in dem Märe des Strickers geht es um eine Frau, die ihren Ehemann betrügt. Sie scheucht ihn jeden Morgen in der Früh aus dem Haus, kocht dann für ihren Liebhaber und lässt ihn rufen. Der Liebhaber niemand geringeres als der Pfarrer selbst, kommt, die beiden essen und genießen dann zusammen den Nachtisch im Schlafzimmer. Der Knecht des Hausherrn hat eine Vermutung, dass die Frau ihren Mann betrügt und kehrt zurück in das Haus. Als er nicht zurückkommt, kommt der Meister. Der Knecht möchte etwas essen, da er hungrig ist und beginnt seinem Meister, der sich zu ihm gesetzt hat, eine allegorische Geschichte zu erzählen. Letztendlich schließt er damit, dass der Pfarrer unter der Bank sitzt.
Tja, da hat es der Dame des Hauses wohl nichts gebracht, dass sie ihren Mann aus dem Haus scheuchte. Welche Frau findet es schon gut, wenn ihr Ehemann ihren Liebhaber bei ihr findet? Die wenigsten wohl.
Dieses Zitat habe ich rausgegriffen, weil ich es einfach lustig überspitzt und gleichzeitig so pointiert treffend fand. 
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Hanni und Nanni sind immer dagegen

Hanni und Nanni sind immer dagegen
„Die anderen Jahrgänge dagegen bereiteten der Lehrerin noch immer große Schwierigkeiten. Die dritte Klasse hatte zum Beispiel herausgefunden, dass sich Fräulein Kennedy vor Katzen fürchtete. Es war erstaunlich, wie viele Katzen daraufhin im Unterricht auftauchten.“ (S. 63)
Hanni und Nanni und ihre Klasse ärgern ihre Geschichtslehrerin, „die alte Kenny“, immerzu, aber auch die anderen Klassen ärgern diese Lehrerin. Leider nimmt sie es sich ein wenig zu sehr zu Herzen. Gerade als sie sich wieder beruhigt hat, weil sich die zweite Klasse nach einem besonders gemeinen Streich bei ihr entschuldigt hatte, wird sie von der dritten Klasse so sehr geärgert, dass sie es aufgeben will. Nicht nur gerät dadurch ihre Schwester in Gefahr, für deren Arzt- und Krankenhausrechnungen die Lehrerin mit ihrem Gehalt aus dem Internat aufkommt, sondern ist sie auch am Boden zerstört, weil sie es nicht schafft in ihrem Unterricht Disziplin zu halten, auch bringt sie den Schülerinnen nichts bei, weil diese von den Streichen viel zu abgelenkt sind und von der Vorbereitung der Streiche.
Ich kann zwar nicht verstehen, wie man vor einer Katze Angst haben kann, weil ich diese kleinen, flauschigen Fellbälle schlichtweg niedlich und putzig (ja, lasst mich an dieser Stelle redundant sein) finde, aber ich weiß, dass man durchaus Angst vor irrationalen Dingen haben kann, denn ich habe auch Angst vor diesen schrecklichen, RIESIGEN, achtbeinigen…okay, lassen wir das…
Interessant finde ich es, dass die Lehrerin überlegt ihre gut bezahlte Stelle hinzuschmeißen, weil ihre Schülerinnen nichts bei ihr lernen.