The Tribe

Rezension: Die Vorgeschichte: Bray und Martin von Linda Jensen

Natürlich gefiel es mir ziemlich gut, die Jugendlichen einmal in ihrer normalen Umgebung kennen zu lernen und mitzuerleben, wie sich die beiden entwickeln. Martin, der ein guter Schüler war und anscheinend wirklich ein netter Kerl, wird von seinen Mitmenschen nicht besonders freundlich behandelt, in ihm entwickelt sich eine Wut, die sich entlädt, als er endlich die Gelegenheit dazu hat, denn es gibt keine Erwachsenen mehr, damit keine Ordnung und eben auch keine Regeln mehr. Gleichzeitig lernen wir auch seinen älteren Bruder kennen, der von Anfang an beliebt war bei seinen Mitschülern. In der Not zeigt er sich sanfter und netter, als man von ihm zuvor gedacht hätte, denn zu seinem Bruder war er nicht besonders nett, auch wenn dies vielleicht auf normale Geschwisterrivalitäten zurückzuführen ist. Diese unterschiedliche Entwicklung fand ich sehr interessant und auch die Entwicklung von Trudy und Ebony, die beide eigentlich hinter Bray her waren und deshalb die Nähe zu seinem jüngeren Bruder Martin suchten, war wirklich interessant, denn Trudy, die am Anfang in Bray verliebt ist, lässt sich von Martins Verwandlung zu Zoot betören, doch irgendwann kann sie damit nicht mehr umgehen und sie geht wieder zu Bray, den sie am Anfang schon sympathisch fand, und der anscheinend der ist, der viele Dinge ähnlich sieht, weshalb sie ein gutes Team bilden, denn sie scheint für die Kinder eine Art Mutter oder etwas ähnliches darzustellen. Ebony, die eigentlich auch in Bray verliebt war, fühlt sich von Zoot, seiner Gefährlichkeit und seiner Wut derart bezaubern, dass sie sich ihm anschließt, sowohl aus Faszination, wie auch aus Furcht. Sie scheint das Spiel mit dem Feuer zu mögen. Irgendwie kann ich mit keinem der vier Charaktere sehr viel anfangen, denn ihr Verhalten während und vor dieser Krise erscheint mir sehr unreif, allerdings scheinen Trudy und Bray an ihren Aufgaben zu wachsen, wohingegen Zoot die Macht, die ihm durch die fehlenden Regeln gegeben wurde, zu genießen. Hier wird das Motiv, das wir vielleicht schon aus Herr der Fliegen kennen, deutlich. Zwei Gruppen kommen aus einer Gesellschaft und entwickeln sich ohne Erwachsene und ohne Regeln in ganz unterschiedliche Richtungen. Auch wird in diesem Band der Grundstein für Trudys spätere Entwicklung gelegt, aber dazu wohl lieber später mehr.

Alles in allem fand ich den ersten Band der Vorgeschichte: Bray und Martin von Linda Jensen durchaus nicht schlecht, denn er beleuchtet viele Aspekte, vor allem lernen wir schon ein paar Charaktere kennen, die wir dann später noch besser kennenlernen werden, auch die Entwicklung soll hier noch mal erwähnt werden, denn sie sorgt dafür, dass ich diesen Teil weiterempfehle.

Frühlings Erwachen von F. Wedekind

Inhaltangabe: Frühlings Erwachen von Frank Wedekind

In dem Drama Frühlings Erwachen von Frank Wedekind geht es um Melchior Gabor und Wendla Bergmann und deren Eltern, Freunde und Klassenkameraden. Melchior Gabor genießt eine recht offene, aufklärerische Erziehung. Er wird von seiner Mutter so erzogen, dass er zum Beispiel über Sexualität Bescheid weiß. Er schreibt seinem Freund Moritz Stiefel alles was er weiß nieder, sodass dieser die Aufzeichnungen bei Interesse durchsehen kann. Das komplette Gegenteil stellt Wendla Bergmann dar. Sie weiß über Sexualität und Liebe überhaupt nichts, kann sich nur denken, dass die Babys nicht vom Storch kommen. Ihre Schwester ist wieder schwanger und sie erfährt davon als das Kind geboren wurde. Ihre Mutter sagt ihr, dass der „Storch“ die Schwester besucht hätte. Wendla wird langsam erwachsen, kann aber nicht einsehen, dass sie als fast erwachsenes Mädchen keinen zu kurzen Rock mehr tragen sollte. Als sie Melchior im Heuboden trifft, vergewaltigt er sie. Sie versteht nicht was geschehen ist, ahnt aber, dass das nichts Gutes gewesen sein kann. Mal von der Vergewaltigung abgesehen, war damals auch Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe nicht gerne gesehen und sogar geächtet. Da sie aber keine Ahnung hat, was das war, was passiert ist und welche Folgen das haben könnte (von Geschlechtskrankheiten abgesehen eine Schwangerschaft), ist sie vollkommen geschockt als ihre Mutter ihr sagt, dass sie ein Baby im Bauch hat. Sie findet, dass sie keine Schuld trifft, denn selbst wenn sie dem Geschlechtsverkehr zugestimmt hätte, hätte sie nicht wissen können, was daraus entsteht. Sie hat ihre Mutter sogar gefragt, woher die Kinder kommen, allerdings hat die es einfach nicht über sich gebracht, ihrer Tochter davon zu berichten. Gleichzeitig scheint auch Moritz Stiefel sehr geschockt von den Schilderungen seines Freundes zu sein. Er erwägt Selbstmord zu begehen, allerdings ist nicht komplett klar, ob er am Ende Selbstmord begeht, weil er von Melchior aufgeklärt wurde, oder ob es daran liegt, dass er die Versetzung nicht geschafft hat, obwohl er wirklich hart dafür gearbeitet hat. Die Schule gibt Melchior und seinen Aufzeichnungen die Schuld und so sieht sich Frau Gabor damit konfrontiert, dass ihr Sohn nicht nur seinen besten Freund offenbar in den Selbstmord getrieben hat, sondern außerdem ein Mädchen vergewaltigt und geschwängert hat. Am Ende muss Melchior mit dieser Schuld umgehen.

Frühlings Erwachen von F. Wedekind

Rezension: Frühlings Erwachen von Frank Wedekind

Wir mussten das Buch in der Oberstufe zwar nicht lesen, aber weil meine Lehrerin das Drama, das Wedekind als Kindertragödie bezeichnete, in ihren Unterricht einbaute, versuchte ich es zu lesen. So richtig wollte mir das nicht gelingen und ich bin nicht sicher, ob das an Wedekinds Stil oder daran, dass ich es online am Bildschirm gelesen habe, lag. Deshalb habe ich mir die Tragödie jetzt noch einmal vorgenommen und kam deutlich besser damit zurecht. Im Nachhinein verstehe ich gar nicht, warum es mir damals nicht gelingen wollte, denn obwohl der Stil etwas eigentümlich ist, ist es nicht wirklich schwieriger zu verstehen als andere Dramen, die man in der Schule liest.

Auch die Themen sind wirklich interessant: Es geht um den Selbstmord von Moritz, der mit dem Versagen in der Schule nicht umgehen kann und der vielleicht auch mit der eigenen Sexualität nicht wirklich klarkommt. Auch die Homosexualität von zwei Klassenkameraden von Moritz und Melchior wird angesprochen aber nicht dramatisiert. Zusätzlich geht es um eine aufgeklärte Erziehung und darum welchen Schaden diese anrichten kann. Und es geht um die Kritik an einem output-orientierten Bildungssystem. Außerdem könnte ein weiteres Thema die Frau in der Erziehung und somit ihre Rolle in der Gesellschaft und vor allem in der Familie sein (hier stehen sich Frau Gabor und Frau Bergmann gegenüber).

Versuchen wir das mal ein bisschen aufzuschlüsseln: Moritz begeht Selbstmord und für mein Verständnis, nicht unbedingt, weil er von Melchior über seine Sexualität und den Geschlechtsakt aufgeklärt wurde, sondern deshalb weil die Schule nicht besser auf ihn aufgepasst hat. Moritz wird probeweise versetzt, muss dann aber erkennen, dass er einfach nicht mitkommt im Unterricht, obwohl er wirklich hart daran arbeitet. Sein Vater verachtet ihn dafür und macht ihm am Grab auch noch Vorwürfe, weil er sich umgebracht hat. Die Schule schiebt alle Schuld auf Melchior, der dementsprechend auch darunter zu leiden hat. Dass Moritz sich vielleicht wegen des schulischen Drucks Selbstmord begangen hat, scheint niemand in Erwägung zu ziehen und so wird eben auch die Kritik an der output-orientierten Bildung deutlich.

Output-orientiert heißt hier, dass es der Schule und den Lehrern nicht darum geht, dass die Schüler etwas gelernt haben und es anwenden können. Es geht nicht um praktische Erfahrungen und darum, dass es für sie irgendwie sinnvoll ist, oder gar darum, dass sich ein Schüler Mühe gibt (was Moritz ja wirklich tut). Es geht darum, dass das, was ein Schüler gelernt hat, irgendwie quantifiziert werden muss. Ein Schüler hat von 10 Aufgaben weniger als 5 richtig beantwortet? Damit ist er durchgefallen. Ein Diktat enthält zu viele Fehler: Durchgefallen. Moritz‘ Mühe wird nicht an einer Stelle im Drama irgendwie gewürdigt, stattdessen wird die Schuld der Schule am Selbstmord überhaupt nicht aufgegriffen (die Lehrer streiten sich lieber darüber, ob man das zweite Fenster im Lehrerzimmer auch noch zumauern sollte. Ein Schelm, wer hier eine Metapher vermutet…). Diese Kritik besteht natürlich bis heute.

Das Thema Homosexualität wurde, für mich zumindest, zwar angesprochen, scheint aber im Drama keine weitere Rolle gespielt zu haben. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass das eines der Gründe war, warum das Drama, vielleicht zeitgenössisch nicht besonders gut rezipiert wurde.

Es geht um die Rolle der Frau und Mutter: Frau Bergmann und Frau Gabor. Frau Bergmann erzählt ihrer Tochter nichts über Sexualität, nichts über den Geschlechtsakt und nichts darüber woher die Babys kommen. Sie schämt sich dafür, dass sie eine Frau ist, sie schämt sich dafür, dass so etwas wie Sexualität überhaupt existiert und was passieren muss, damit ein Baby entstehen kann. Auf der anderen Seite ist da Frau Gabor. Sie erzieht ihren Sohn sehr offen. Er kennt die Anatomie von Männern und Frauen, aber er weiß auch woher die Kinder kommen und wie der Geschlechtsakt funktioniert. Sie steht hinter ihrem Sohn als behauptet wird, dass er für den Tod an seinem besten Freund verantwortlich ist, aber gleichzeitig verabscheut sie ihn dafür, was er Wendla angetan hat. War sie vorher noch komplett dagegen, ihn in eine Besserungsanstalt zu geben, ist sie nach dem Vorfall mit Wendla dafür, ihn dorthin zu geben. Sie schämt sich nicht dafür, dass sie ihn so offen erzogen hat und sie schämt sich auch nicht für die Sexualität.

Somit kommen wir zum großen Thema der aufklärerischen Erziehung: Auf den ersten Blick, kann diese natürlich für alles verantwortlich gemacht werden: Moritz hat sich deshalb umgebracht, weil er von der Sexualität so geschockt war und Melchior vergewaltigt Wendla, sie stirbt daran, und er kommt in einer Besserungsanstalt und wird von der Gesellschaft ausgegrenzt. Aber man kann diese Vorkommnisse auch ganz gegenteilig beurteilen: Moritz hat sich ja vielleicht wirklich umgebracht, weil er von der Schule so unter Druck gesetzt wurde. Melchior wäre bei einer insgesamt aufgeklärteren Gesellschaft gar nicht so besonders gewesen mit seiner Erziehung. Wenn Wendla auch nur halbwegs aufgeklärt erzogen worden wäre, dann hätte sie sich vielleicht nicht vergewaltigen lassen, weil sie gewusst hätte, was da gerade vor sich geht und nicht vollkommen unbedarft gewesen wäre (Ich will damit nicht sagen, dass Frauen oder Mädchen selbst schuld sind, wenn sie vergewaltigt werden!). Sie hätte gewusst, warum sie sich nach dem wie auch immer gearteten Geschlechtsakt so komisch fühlt, dass sie vielleicht schwanger ist, sie hätte zum Arzt gehen können und wäre vielleicht in der Konsequenz nicht daran gestorben. Wieso Melchior sein Wissen eingesetzt hat, um Wendla zu vergewaltigen, das will mir nicht in den Kopf und das macht ihn wirklich unsympathisch, denn er wusste ja ganz genau, was er da tut. Vielleicht war es die jugendliche Neugier? Vielleicht waren es die Hormone? Letztendlich steht hier eine Kritik, die man offenbar nicht wegdiskutieren kann.

Insgesamt behandelt die Kindertragödie Frühlings Erwachen von Frank Wedekind viele wichtige Themen, mit denen man sich auseinandersetzen sollte, weshalb ich jedem nur ans Herz legen kann, sie mal zu lesen.

Heinermädsche von A. Aigner

Inhaltsangabe: Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner

In dem Roman Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner geht es um Eva Fröhlich, die auf dem blauen Anzug ihres Ehemanns Hermann ein seehr blondes Haar entdeckt. Natürlich weiß sie erst einmal nicht wie sie mit diesem Fund umgehen soll und so überlegt sie sich, dass es zu früh ist um über zu reagieren. Sie schnappt sich sein Handy und findet bald die Frau, die ihre Haare auf dem Anzug hinterlassen hat: Audrey. Erst will sich Eva die junge Blonde einfach mal näher ansehen, aber dann fühlt sie sich von Audrey so provoziert, dass sie sie kurzerhand erschlägt.

Eva möchte sich mit ihren drei Freundinnen austauschen, schließlich braucht sie noch einen andren Blickwinkel auf ihre Ehe. Sie erfährt, dass auch ihre Freundinnen von ihren Ehemännern betrogen werden und nicht nur das: ihre Ehemänner behandeln sie allesamt nicht besonders gut und natürlich hatten sie auch Angst, dass ihre Ehemänner früher oder später auf die Idee kommen könnten, sie gegen jüngere Modelle auszutauschen. Also beschließen die vier Frauen, dass es eine kluge Idee wäre, ihre Ehemänner umzubringen. Eva bringt es nicht über sich, aber die anderen drei Frauen täuschen Unfälle vor um ihre Männer loszuwerden. Eva findet vielmehr, dass nur die Geliebten ihres Mannes weg müssen, allerdings ahnt sie nach dem Mord an Audrey nicht, dass es so viele sind, sodass sie irgendwann nicht mehr weiß, wie sie noch weitete Geliebte ihres Mannes loswerden soll.

Aber wie sollte es anders sein? Natürlich hat Hermann noch eine weitere Geliebte, die Eva über das Handy ihres Mannes ausfindig macht und mithilfe einer Spionagesoftware, die ihr Sohn ihr auf das Handy ihres Mannes lädt, schreibt sie der jungen Dame eine SMS, das sie vorbeikommen möge. Chantalle kommt vorbei und trinkt mit Eva einen Tee, allerdings bekommt sie dann eine weitere SMS von Hermann und verschwindet wieder, da er mit ihr zu Abend essen wollte. Eva hatte in den Tee ein Gift gemischt, das erst reagiert sobald der Vergiftete Alkohol zu sich nimmt. Am Abend kann sich Eva es nicht verkneifen und fährt ihrem Ehemann heimlich hinterher. Sie beobachtet durch das Fenster wie Chantalle mit ihrem Mann anstößt und tot zusammenbricht. Natürlich wurde sie vorher beobachtet, wird aber von den herannahenden Polizisten nicht gesehen und auch nicht wiedererkannt.

Janine ist die dritte, die Eva in Hermanns Telefonspeicher findet. Sie lädt die junge Frau zu sich ins Haus und vergiftet die Frau, allerdings verschüttet diese viel von dem Tee und nachdem sie Eva gegenüber nicht nur unhöflich, sondern auch unverschämt ist, erschlägt Eva Janine im Affekt.

Eva und Hermann wollen ihre Ehe retten und wissen, dass ihre einzige Möglichkeit ist, mal ein paar Tage wegzufahren. Sie fahren nun also auf das Weingut von Evas Schwester Adele, die mit einem italienischen Mafioso verheiratet ist. Und natürlich kann Hermann auch dort die Finger nicht von einer jungen Erntehelferin lassen. Wie soll Eva mit der erneuten Demütigung umgehen?

Montagsfragen

Montagsfrage: 22. April 2019

Montagsfrage: Ein Buch mit Hase

Hallo ihr Lieben,

heute etwas verspätet, aber deshalb nicht weniger passend eine österliche Montagsfrage. Heute fragt Antonia von lauter-und-leise.com nach einem Buch mit Hase. In dem ein oder anderen Buch, das ich bisher gelesen habe, kommt ein Tier vor, aber ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwo mal ein Hase vorkam. Aber ich kenne einen Verlag, der den Hasen sogar im Namen trägt. Der Hase und Igel-Verlag veröffentlicht Kinder- und Jugendbücher, außerdem Schulmaterialien und diverse Materialien für Kinder im Kindergartenalter.
Habt ihr denn ein Buch mit einem Hasen im Inhalt oder gar im Titel gefunden?

Liebe Grüße
Vanessa

Lieblingsworte

Kontradiktorisch

Kontradiktorisch ist ein Adjektiv zum Substantiv Kontradiktion, was bedeutet, dass sich zwei Aussagen widersprechen oder gegenseitig aufheben. Da dieser Begriff aus der Philosophie stammt, geht es hierum um die Logik zwischen zwei Aussagen. Wikipedia schreibt dazu, dass von der Wahrheit einer Aussage auf die Falschheit einer zweiten Aussage geschlossen werden kann. Außerdem unterscheidet Wikipedia zwischen konträren und kontradiktorischen Aussagen, denn konträre Aussagen können zwar zugleich falsch, aber nicht gleichzeitig wahr sein. Duden-online hingegen behauptet, dass beide Wörter zueinander synonym sind, was ich persönlich auch nicht bestätigen kann. Was lernen wir daraus? Man darf Duden-online nicht alles glauben, was es behauptet.

Heinermädsche von A. Aigner

Rezension: Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner

Dieses Buch Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner habe ich schon vor einiger Zeit mal in einem Buchladen stehen sehen, aber es war mir die 12€ in dem Moment nicht wert, also habe ich es auf die lange Bank geschoben und kürzlich nun als preisreduziertes Exemplar in einem Buchladen stehen sehen und dort habe ich es kurzerhand mitgenommen. Wie bei vielen kleineren Verlagen und jungen Autoren finden sich auch in diesem Roman einige Flüchtigkeitsfehler, die sich vor allem zum Ende des Buches häufen.

An sich ist die Idee des Buches ziemlich gut: Ein Krimi aus der Sicht des Täters. Das finde ich erst einmal eine super Idee. Mir gefiel besonders gut, dass Eva nicht die ausgefeilten Mordpläne schmiedet, sondern in ihrer naiven Art durch die Gegend spaziert um die Frauen umzubringen. Das passte sehr gut in diese Art von Roman und auch Hermanns Art, der mit allen nur denkbar negativen Eigenschaften beschrieben wurde, gefiel mir gut: Er ist gemein, sprunghaft (in der einen Sekunde gemein zu seiner Frau, in der nächsten will er sich vertragen und die Ehe retten) und natürlich betrügerisch. Und Eva bekommt in ihrer naiven Art nichts mit von den Schikanen, sie ignoriert die Betrügereien und ist sogar noch neugierig genug um ihrem Mann nachzuspionieren um zu sehen, ob ihr Gift auch ja gewirkt hat und natürlich ist da noch ihr Sohn: Mir gefiel nicht wie er eingeführt wurde (er wird am Anfang kurz namentlich erwähnt, aber erst später wird klar, dass es sich um ihren Sohn handelt), davon abgesehen ist er eine weitere Figur in Evas naiver Welt. Während sie sein Zimmer aufräumt und die heimlich im Badezimmer versteckten Pflanzen entsorgt, weil die ja direktes Sonnenlicht brauchen, wird ihre Naivität vollends deutlich, zumal sie die Pflanzen einfach erntet, ohne, dass sie weiß, was es sein könnte, und in Lebensmitteln verarbeitet. So dämlich kann niemand sein. Was für mich etwas befremdlich war, war, dass Eva, obwohl sie so naiv ist und so gutgläubig, sie von ihren Konkurrentinnen als naiven Blondinen ausgeht.

Vor allem die Erwähnung der Sehenswürdigkeiten sind für diejenigen, die irgendwo in Südhessen wohnen, interessant.

Man kann den Roman nicht anders als mit Humor nehmen, schließlich ist er so dermaßen überspitzt, dass er nur lustig sein kann. Ich habe lange versucht ihn Ernst zu nehmen und fand ihn schrecklich bis mir klar wurde, dass er nur mit Humor richtig zur Geltung kommt. Niemand kann so etwas schreiben und es wirklich ohne Witz verstanden haben wollen. Die Zufälle, dass Adele, Evas Schwester, einen Mafioso heiratet, der dann am Ende die Lösung für Evas Problem werden könnte, dass Mark nur dann auftaucht, wenn er von Relevanz für das Buch ist (das gefiel mir nicht so gut, aber das ist wohl Geschmackssache) und diese grundsätzliche Mordlust bei den Darmstädter Frauen und das Fremdgehen sämtlicher Männer, gefielen mir insgesamt nicht so super. Aber das gehörte wohl für den Roman dazu.

Insgesamt ist Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner, wenn man die komischen Teile des Roman-Krimis als solche wertet sicherlich eine gekonnte Gesellschaftskritik, wenn man ihn allerdings zu Ernst nimmt, kann es schnell passieren, dass man sich durch 245 Seiten quälen muss, sodass ich den Roman zwar weiterempfehle, dies aber nur unter Vorbehalt tun kann.

Leseaktionen

Mein SuB kommt zu Wort April 2019

Guten Morgen ihr Mit-SuBs und deren Besitzer,

endlich darf ich mal wieder das Wort ergreifen, denn es ist der 20. Des Monats und somit SuB-Tag! Anna von Annas Bücherstapel gibt uns nämlich jeden 20. Des Monats die Gelegenheit, zu Wort zu kommen. Dafür stellt sie drei Fragen, die jeden Monat gleich sind und die vierte ist jedes Mal neu. Das ist immer so aufregend! Fangen wir doch direkt mit der ersten Frage an:

 

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Derzeit bestehe ich aus 30 Titeln. Damit sind nicht nur die Printbücher, sondern auch die eBooks gemeint. Somit bin ich aber zum letzten Monat um 7 Bücher geschrumpft. Hoffentlich geht das nicht so weiter, sonst existiere ich bald schon nicht mehr!

 

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Tja, da heute ja erst der Ostersamstag ist, habe ich noch andere Bücher hier stehen als das wohl morgen der Falle wäre, weil Vanessa bestimmt das ein oder andere Buch in ihrem Osternest finden wird. Deshalb stelle ich dieses Mal vor:

Vanessa hat kürzlich einem Bücherschrank einen Besuch abgestattet und dabei nicht nur ein paar eigene Bücher abgeben, sondern auch ein paar heimatlosen Büchern ein neues Zuhause gegeben: Arthur Schnitzler Das weite Land, Sergio Bambaren Stella Ein Weihnachtsmärchen und Daniel Glattauers Gut gegen Nordwind. Allerdings war sie danach nochmal am Bücherschrank und da ist ihr die Christie zugelaufen: Ruhe unsanft. Na, was soll man machen? Da muss man wohl alle vier vorstellen. Wir Bücher freuen uns über den reichlichen Zuwachs. Mal gucken, ob da morgen noch was kommt.

 

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Tatsächlich war es dieses Mal wieder etwas von Agatha Christie. Vanessa hat Ruhe unsanft vor noch gar nicht so langer Zeit aus dem Bücherschrank mitgenommen und es dann auch direkt gelesen. Es hat ihr wirklich gut gefallen, und sie hat es auch schon rezensiert. Hoffentlich denkt sie dran, es hier zu verlinken.

 

Und nun die 4. Frage: Lieber SuB, hast du Bücher, mit besonders langen Titeln (mit 5 oder mehr Wörtern) auf deinem Stapel?

Erst einmal der Rückblick zum letzten Monat. Vanessa sollte Frühlings Erwachen von Frank Wedekind lesen, weil es sich um ein grünes Frühlingsbuch handelt. Das hat sie gemacht, aber ich glaube, die Rezension kam bisher aufgrund des Ostercountdowns noch nicht. Na dann wird sie ja wohl hoffentlich bald kommen.

Für die nächste Aufgabe habe ich mal den gesamten SuB von Vanessa zu Rate gezogen und wir haben gemeinsam diskutiert, welchen Titel wir da am besten nehmen. Im Grunde gibt es zwei Alternativen: Agatha Christies Die Morde des Herrn ABC oder Vier Frauen und ein Mord der gleichen Autorin. Beide Titel haben fünf Wörter und gehören aufgrund der Tatsache, dass sie von der gleichen Autorin geschrieben wurden, zum gleichen Genre. Wir SuB-Bücher haben abgestimmt und sind uns einig: Die Morde des Herrn ABC soll es werden! Vanessa hat in letzter Zeit ziemlich gerne Agatha Christie gelesen, aber weil sie deshalb auch schon zwei Bücher von ihr gelesen hat, müssen wir mal schauen, ob sie es wirklich liest. Aber ich bin optimistisch.

So! Ich melde mich dann nächsten Monat wieder und berichte.

 

Liebe Grüße und Frohe Ostern

SuBy (& Vanessa)

Der Berg des weißen Goldes von G. Beyerlein

Inhaltsangabe: Der Berg des weißen Goldes von Gabriele Beyerlein

In dem Kinder- und Jugendbuch Der Berg des weißen Goldes von Gabriele Beyerlein geht es um Attia, die zusammen mit ihrem Vater Cino, ihren Brüdern Redsat und Manno und ihrer kleinen Schwester Umma lebt. Attia muss sich, seitdem ihre Schwester gestorben ist um den halben Haushalt und die Kinder kümmern, obwohl sie eine Magd haben, die ihnen hilft. Zusammen mit ihren Geschwistern geht sie heimlich, statt zu arbeiten, Schlitten fahren. Währenddessen geschieht ein Unglück und ihre kleine Schwester gerät in große Gefahr. Von einem Fremden wird sie in letzter Sekunde gerettet. Matu, die Tochter des Fremden fängt an bei Cino zu arbeiten und unterstützt Attia. Ihr Vater arbeitet währenddessen auf einem anderen Hof und ihr Bruder Bricco muss zu Verrix um dort beim Beleuchten des Bergwerks zu helfen. Da er zu häufig träumt, versäumt er seine Arbeit, was VERRIX‘ Sohn PUSIO diesem prompt erzählt. Auch Attias Bruder und Pusio haben Streit miteinander, weil Cino seinem Sohn verbietet die Waffenausbildung zu machen. Stattdessen soll Redsat lieber sein Handwerk des Goldschmiedens lernen, doch darauf hat Redsat überhaupt keine Lust. Bricco bietet sich da besser an, denn er besitzt genug Phantasie um in den Werken Cinos die mystischen Kräfte zu spüren. Eines Nachmittags spielen die Kinder vor der Werkstatt während Bricco sich am Ton versuchen darf. Er findet die Werkstücke von Cino so spannend, dass er sie immer wieder betrachtet. Auf einmal kommen Verrix und Pusio und Bricco verschwindet heimlich, denn sein Meister hatte ihm den Nachmittag freigegeben aber gesagt, dass er sich nicht von Verrix sehen lassen solle. Mit Bricco verschwindet eine Brosche von Cino. Diese sollte er für Verrix anfertigen. Natürlich sind sich Attia, Matu und Redsat sicher, dass Bricco es nicht war, aber wer könnte es gewesen sein? Es kann nur Pusio sein, der Bricco angedroht hatte, sich an ihm zu rächen, nachdem Bricco ihn vor Pusios Freunden blamiert hatte. Doch Pusio sagt den Erwachsenen Bescheid, dass Bricco in das Bergwerk rennt, obwohl dort nicht genug Sauerstoff vorhanden ist um dort überleben zu können. Attia wagt sich weit vor und erzählt, dass sie glaubt, dass Pusio die Brosche gestohlen hat. Doch wie sich bald herausstellt, war es nicht Pusio, sondern Attias kleine Schwester Umma, denn diese wollte ihren Vater nachmachen, nahm die Brosche und drückte sie, wie sie es zuvor so häufig bei ihrem Vater gesehen hatte, in den Ton. Attia rennt zu Verrix und obwohl sie Angst hat, traut sie sich vor den wütenden Mann. Gemeinsam mit dessen Frau schafft sie es Verrix zu besänftigen und so kommt Bricco frei und auch Attia, Pusio und Redsat werden nicht weiterbestraft. Cino und Utto erlauben ihren jeweiligen Söhnen eine Ausbildung bei dem Freund. Cinos Sohn wird die Waffenausbildung machen, während Bricco bei Cino das Goldschmieden lernen wird. Somit sind alle damit verhältnismäßig glücklich, obwohl es Cino lieber wäre, sein Sohn wäre in seine Fußstapfen getreten und hätte das gelernt, was er ihm weitergeben möchte. Attia ist froh, das Matu nicht weggeht, denn hätte Bricco gestohlen, dann hätte sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder die Siedlung verlassen müssen. Auch wenn sie es immer noch komisch findet, dass ihr Bruder Redsat und Matu sich ineinander verliebt haben und viel Zeit miteinander verbringen.

Der Berg des weißen Goldes von G. Beyerlein

Rezension: Der Berg des weißen Goldes von Gabriele Beyerlein

Die Inhaltsangabe zum Kinder- und Jugendbuch Der Berg des weißen Goldes von Gabriele Beyerlein findet ihr oben.

Soweit ich das überblicke, wurde dieses Buch bisher mehrfach herausgegeben. Es wurde sowohl unter dem Titel Der Berg des weißen Goldes wie auch unter Am Berg des weißen Goldes herausgegeben. Diese Tatsache, macht es am Anfang ein bisschen verwirrend. Aber letztendlich lässt der Titel ja zu, dass man herausfinden kann, dass es sich um das gleiche Buch handeln könnte.

Hier geht es um eine Geschichte aus der Keltenzeit. Natürlich geht es wieder um Kinder und Jugendliche in den Hauptfiguren, die ein Problem haben, das sie gemeinsam klären müssen. Die Eltern, die mit den Problemen anders umgehen, tragen zwar ihren Teil zum Geschehen bei, aber sie verkomplizieren die Probleme um einiges. Aber okay, die Verkomplizierungen geschieht eben durch gängige gesellschaftliche Konventionen, die die Erwachsenen erfüllen müssen, die Kinder hingegen nicht. Die Kinder lernen wie sie sinnvoller Weise mit Problemen umgehen, aber sie zeigen den Erwachsenen auch, zumindest Attia, dass es sinnvoll ist, sich erst einmal mit Problemen auseinanderzusetzen bevor man Anschuldigungen erhebt und dass man erst einmal alle Fakten kennen sollte, bevor man Urteile fällt. Die Protagonisten lernen auch in diesem Buch von Gabriele Beyerlein wieder einiges. Zum einen lernen sie eben, dass man keine Anschuldigungen erheben sollte, wenn man keine Beweise hat, dass man nicht vorschnell urteilen soll, sie lernen aber auch, dass man das im Leben machen sollte, was einem Spaß macht und sich von diesen Träumen nicht abbringen lassen sollte, außerdem lernen sie, dass man sich auf seine Freunde verlassen können muss und dass es dafür sinnvoll ist, wenn man keine Geheimnisse voreinander hat, sondern offen und ehrlich miteinander spricht und besonders Attia lernt, dass man den Menschen, die man liebt manchmal Raum für sich geben muss, auch wenn das bedeutet, dass man selbst dann ausgeschlossen ist.

Die Geschichte ist sehr spannend erzählt, wobei es auch hier wieder eine recht lange Einführung in die Geschichte gab, was mir schon häufiger aufgefallen ist. Das hat seinen Grund sicherlich darin, dass die Autorin – wie man es auch von Phantasy vielleicht kennt – erst einmal in diese fremde Welt, die eben uns komplett unbekannt ist, einführen muss, sodass man die Geschichte und die Verwicklungen auch gut verstehen kann.

Insgesamt hat mir Der Berg des weißen Goldes von Gabriele Beyerlein recht gut gefallen und obwohl es seine traurigen Stellen hatte, liest es sich gut runter, weshalb ich es gerne weiterempfehle, nicht nur an Kinder ab 10 Jahren (wie es vom Verlag empfohlen wurde), sondern im Grunde jedem, der sich mal an einem schönen leichten Kinderbuch mit historischem Hintergrund und einem moralischen Ende (das Gabriele Beyerlein jeder Mal gut verpackt und selten wirkt wie ein „auf-die-Finger-Klopfen“) versuchen möchte.