Leseaktionen

Mein SuB kommt zu Wort März 2021

Hallo ihr Lieben,

ich, SuBy, darf zu jedem 20. des Monats an der Aktion von Anna „Mein Sub kommt zu Wort“ teilnehmen. Die Aktion beinhaltet immer drei gleiche Fragen, die vierte, letzte Frage, wechselt. Also fange ich direkt mal an:

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Wie im letzten Monat bestehe ich auch diesen Monat insgesamt aus 46 Büchern.

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Die drei Bücher, die als letztes zu mir gestoßen sind, sind von Tami Fischer das Hörbuch zu A Whisper of Stars: Erwacht. Hier geht es um zwei Jugendliche, die auf einer abgeschiedenen Insel leben. Wie sich herausstellt, besteht die Insel aus Sternen und die beiden, Liv und Finn, sind etwas besonderes, denn sie sollen nun die Welt vor den bösen Sternen retten. Jason Reynolds Kurzgeschichtenband Asphalthelden behandelt die Leben und Heimwege von verschiedenen Schülern, die auf eine Schule gehen, sich aber teilweise kaum kennen. Außerdem ist ein Roman von Susan Mallery, Jennissimo, bei Vanessa eingezogen und zu mir gestoßen. Hier geht es um eine junge Frau, die Kochkurse gibt, und ihre leiblichen Eltern und einen jungen Mann, kennenlernt.

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Das waren tatsächlich ein paar, aber das letzte, das sie auch rezensiert und gepostet hat war Juno und die Reise zu den Wundern von Judith Hoersch, ein Rezensionsexemplar. Außerdem hat sie vor ein paar Tagen Der kleine Gasthof an der Schlei von Inken Bartels fertig gehört, was ein Hörrundenexemplar war. Die Rezi soll in den nächsten Tagen folgen, sagt Vanessa.

  1. Lieber SuB, Reihen sind ein großes Thema in der Buchwelt und gewiss besitzt doch auch dein(e) Besitzer:in Reihenfortsetzungen, die bisher ungelesen sind. Also los, stell uns einige dieser Fortsetzungen (also kein Beginn und kein Abschluss) vor!

Rückblick: Vanessa sollte ja eigentlich beispielsweise In ein Land, das ich dir zeigen werde von Gabriele Beyerlein lesen. Sie hat es leider nicht geschafft, hat aber immerhin schon angefangen und einen guten Teil schon gelesen, deshalb gehe ich mal davon aus, dass sie den Rest auch noch schaffen wird.

Zukunft: Vanessa hat ein paar Bücher auf mir, die ein Teil einer Reihe und dennoch weder der Anfang noch das Ende sind. Hierzu gehört der 97. Band der Detektiv Conan-Reihe von Gosho Aoyama, Die Katze, die das Licht löschte von Lilian Jackson Braun und Die Kleptomanin von Agatha Christie. Bei Detektiv Conan sieht man ja schon, dass es sich um einen recht fortgeschrittenen Band handelt. Bei dem Band von Lilian Jackson Braun handelt es sich um den dritten Band der Reihe, die weit über 20 Bände umfasst und bei Die Kleptomanin handelt es sich um den 26. Krimi mit Poirot, von denen es über 30 Krimis gibt. Lustigerweise sind alles drei Krimis, die ich Vanessa hier empfehle.

Kennt ihr eines der Bücher? Könnt ihr ihr eines empfehlen für den nächsten Monat?

Liebe Grüße
SuBy (& Vanessa)

Juno und die Reise zu den Wundern von J. Hoersch

Inhaltsangabe: Juno und die Reise zu den Wundern von Judith Hoersch

Juno ist ein kleines Mädchen mit wilden roten Locken, das in ihrer Kindheit sehr viel Phantasie hat und ist die Protagonistin von Juno und die Reise zu den Wundern von Judith Hoersch.

Juno lebt am Anfang mit ihren Eltern zusammen im Land der qualmenden Köpfe bis ihre Mutter irgendwann auszieht; auch deshalb weil sie mit ihrer Tochter nicht klarkommt. Die Mutter scheint mit ihrem Leben sehr unzufrieden zu sein, sowohl mit ihrem Mann, ihrer Ehe und auch mit ihrer Tochter, die nicht die leichtfüßige Ballerina geworden ist, die sich ihre Mutter erhofft hat. Später lebt Juno dann mit ihrem Vater alleine, allerdings kümmert sich dieser auch nicht besonders gut um seine Tochter. Zum einen wechselt er seinen Kleidungsstil, und Juno meint, dass er so nun wohl der Mutter besser gefallen würde und zum anderen ist er nun ständig auf der Suche nach einer neuen Freundin. Juno tritt dabei in den Hintergrund, bleibt aber auch in der Schule eine Außenseiterin und vereinsamt so immer mehr.

Nach der Schule entscheidet sie sich von ihrem Vater weg in die nächstgrößere Stadt zu ziehen. Dort bezieht sie eine kleine Wohnung, die sie sich bequem einrichtet und so ihre eigene Welt erschafft. In den nächsten Wochen und Monaten zieht Juno ziellos durch die Stadt, sie erkundet sie nicht wirklich, aber sie geht abends tanzen und flirtet dort auch mit mehreren Jungs. Eines Tages findet sie zufällig ein Buch in einer Zu-verschenken-Kiste, in dem hinten etwas von „Schatzkammer“ drin steht. Als Juno zufällig auf einen Laden stößt, der „Die Schatzkammer“ heißt, ist sie hellauf begeistert, aber offenbar ist dieser Laden immer geschlossen. Juno kommt mehrere Wochen immer wieder vorbei, aber nie hat sie Glück. Als sie endlich den Laden geöffnet vorfindet, trifft sie dort Mr. James. Die beiden freunden sich an und Juno lernt sehr viel von ihrem alten Freund. Eines Tages kommt sie zum Laden und dieser ist verschwunden. Juno gerät in Panik, beruhigt sich aber bald und macht sich auf den Weg in ihre Wohnung. Zufällig findet sie in den nächsten Wochen eine Porzellanschatulle, in der ein Brief von Mr. James steckt.

Juno entschließt sich nun doch, eine Reise zu machen, die ihr von Mr. James mehrfach empfohlen wurde. Sie lässt sich ihre Reiseroute von den Ringen, die Mr. James ihr gefertigt hat, bestimmen. Sie lässt die Ringe über eine Weltkarte wandern und dort, wo sie liegen bleiben, fährt Juno als nächstes hin. Juno fährt in ganz verschiedene Länder, wo sie eine Mutter kennenlernt, die für den Unterhalt ihrer Familie mit fremden Männern schläft. Juno lernt so, dass das Leben seine guten und seine schlechten Seiten hat. Sie lernt einen Jungen kennen, der die Asche seines Vaters ins Meer streut und Juno lernt die Dinge loszulassen, die ihr nicht mehr nützen. Juno tanzt mit einige Frauen und genießt die Verbindung zu den anderen Frauen. Außerdem ist Juno einmal in der Wüste unterwegs und beobachtet ein andermal eine Schnecke, die zielstrebig auf Juno zu läuft und kurz vor ihr, Juno bemerkt und einen Umweg um sie läuft.

In der Stadt der Verliebten verliert Juno bei einem Unfall ihre Ringe und reist ohne sie zurück nachhause. Zuhause angekommen richtet sie sich ihre Wohnung wieder gemütlich ein und beschließt auch, offener durch die Welt zu gehen und die kleinen Wunder auch in ihrem Alltag zu erwarten. Dabei findet sie in einem Restaurant in der Nähe ihrer Wohnung endlich den Mann, der für sie bestimmt ist; und er hat in der Stadt der Verliebten ihre Ringe gefunden…

Juno und die Reise zu den Wundern von J. Hoersch

Rezension: Juno und die Reise zu den Wundern von Judith Hoersch

Juno und die Reise zu den Wundern von Judith Hoersch ist eine Mischung aus Reiseroman und Märchen.

Ein Reiseroman deshalb, weil Juno in der ganzen Welt herumreist und sowohl die Menschen als auch die Kultur und die Natur der bereisten Länder eine große Rolle spielen. Ein Märchen deshalb, weil die Städte, Länder und Gegenden, in die Juno reist, gar nicht existieren und der Laden von Mr. James auch auf mysteriöse Weise auftaucht und wieder verschwindet. Hier finden sich also die märchenhaften Elemente.

Die Parallelen zu Anne auf Green Gables sind relativ offensichtlich: Juno und Anne sind beide rothaarig und haben mit ihren Haaren ein paar Probleme und sind nicht vollends glücklich mit ihnen. Außerdem haben beide Mädchen eine große Portion Phantasie, die sie vor allem in ihrer Kindheit, häufig zum Tagträumen veranlasst und die Erwachsenen um sie rum in den Wahnsinn treibt, weil die Mädchen dann unaufmerksam sind.

Juno war mir aber, obwohl mir Anne so sympathisch war, nicht wirklich sympathisch. Ich weiß auch nicht woran das genau lag, aber vielleicht war sie mir einfach zu tagträumerisch. Sie zieht in die Stadt ohne eine Idee zu haben was sie mit ihrem Leben anstellen will, was natürlich für junge Menschen sehr normal ist, aber sie macht sich nicht einmal Gedanken darüber was sie mal mit ihrem Leben anfangen möchte. Weder versucht sie immer wieder neues und macht verschiedene Praktika noch fängt sie mal mit einem Studium an und versucht dort verschiedene Fachrichtungen aus oder sowas. Sie arbeitet nicht mal und verdient sich so ihren eigenen Lebensunterhalt. Auch hatte ich nicht den Eindruck, dass ihr Vater so viel Geld hat, dass er sie so gut unterstützen kann. Und dennoch versucht sie nicht einmal, sich einen Job zu suchen. Diese Lebenseinstellung fand ich sehr kritisch; zumal ich mich gefragt habe, wovon sie lebt und ihre Reise bezahlt.

Mich hat auch gestört, dass die Länder alle nur als „Land der 1001 Gerüche“ oder „Land des blinzelnden Kamels“ und so weiter bezeichnet wurden. Man hatte das Gefühl, dass diese Länderbezeichnungen auf realexistierende Länder verwiesen, aber eben nicht genau genug, dass ich wirklich das Gefühl hatte, dass man sich durch die Welt bewegt. Durch diese abstrakten Bezeichnungen war für mich die ganze Geschichte zu märchenhaft. Ich hatte mir gewünscht, dass Juno in richtige Länder reist, damit man das Gefühl hat, dass die wirkliche Welt ein schöner, wundervoller Ort ist und man hier überall Wunder entdecken kann. Leider ist dadurch die Botschaft des Buches ein bisschen verloren gegangen, was ich sehr schade finde, weil das Buch dadurch sehr viel verloren hat.

Die Idee des Buches selbst fand ich total schön, mir hat es gut gefallen, dass Juno in die Welt reist und dort nicht nur schöne Erfahrungen macht, sondern auch merkt, dass die Welt Licht und Schatten braucht, da nur diese beiden Teile die Welt komplett machen. Vor allem, dass Juno mutig immer wieder neues ausprobiert und sich nicht einschüchtern lässt, dass sie ihren Horizont erweitert auch wenn es mal schwierig ist und dass sie merkt, wenn man mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Welt geht, dass diese dann zurück lächelt. All das hat mir gut gefallen und die Geschichte für mich ein bisschen gerettet.

Die Paratexte mit der Karte am Buchende und -anfang zusammen mit der Legende haben mir geholfen mich in Junos Welt zu orientieren und mir deshalb gut gefallen, leider stehen auch jede Menge Länder auf der Karte, in die Juno gar nicht reist, was dann eher verwirrend war und was mich auf mehr hat hoffen lassen. Auch gut gefallen hat mir die Zusammenstellung der Lektionen, die nicht nur gebündelt am Ende der Kapitel standen, sondern auch am Ende noch einmal auf drei Seiten gesammelt waren.

Für mich gab es aber auch noch ein Missverhältnis in der Aufteilung. Am Anfang geht es sehr lange um Junos Kindheit, um ihr Leben in der schielenden Stadt und erst nachdem das Buch gefühlt (und auch in echt) fast halb rum ist, macht sie sich los auf ihre Reise. Die Reisethematik kriegt so, meiner Ansicht nach, sehr wenig Raum, obwohl sie doch das Hauptthema ist und die Kindheit von Juno für die Reisen eigentlich keine signifikante Rolle spielt.

Insgesamt sehe ich das Potential dieses Buches und es hat für mich ein paar gute Ansätze gehabt. Leider konnte mich Juno und die Reise zu den Wundern von Judith Hoersch aber nicht komplett überzeugen, wenngleich mir einiges natürlich sehr gut gefallen hat.

 

 

 

Danke an den Diederichs Verlag für das Rezensionsexemplar!

Montagsfragen

Montagsfrage: 15. März 2021

Montagsfrage: Gibt es ein Buch/Bücher, das du richtiggehend hasst?

Hallo ihr Lieben,

diese Woche möchte Antonia von uns wissen, ob wir ein Buch hassen. Hass ist ein sehr starkes Wort; vor allem wenn es sich nicht auf einzelne Aspekte, sondern auf ein ganzes Buch bezieht. Aber ich habe in den letzten Wochen leider über etwas gelesen und so etwas stört mich massiv an Büchern: Vergewaltigungsbeschreibungen.
Wenn ich ein Buch, einen Erfahrungsbericht, von einer Frau lese, die als Prositituierte versklavt und verkauft wurde, rechne ich mit Vergewaltigungsbeschreibungen, weil sie zum Thema dazugehören. Aber als ich kürzlich ein Hörbuch hörte, das eigentlich in Südfrankreich spielte und dass ich für eine entspannte Urlaubs/Frühlingslektüre hielt, bin ich aus allen Wolken gefallen als plötzlich eine ziemlich brutale Vergewaltigungsszene geschildert wurde. Für mich hat diese nicht nur überhaupt nicht an die Stelle gepasst, sondern sie wurde auch nicht wirklich angekündigt, weshalb ich mir vorstellen kann, dass vor allem Frauen, die von so etwas persönlich betroffen sind, an ihre Grenzen stoßen.
Versteht mich bitte nicht falsch: Das Thema ist sehr wichtig und sollte auf jeden Fall thematisiert werden, aber es kommt auf den Ton an. Vor einigen Wochen habe ich ein Hörbuch gehört, in dem die Protagonistin von ihrem Lehrer sexuell missbraucht wurde. Die Geschichte hat beschrieben wie sie mit den Folgen umgegangen ist, dass sie in der Schule ausgeschlosse wurde, nachdem sie den Missbrauch öffentlich gemacht hatte, dass sie Schwierigkeiten hatte, sich voll zu entfalten, mit ihren Freunden unbefangen über das Thema zu sprechen und solche Sachen. Das Buch hat mir total gut gefallen, weil das Thema sehr respektvoll behandelt wurde und weil der Fokus vor allem auf dem Schicksal lag und nicht auf der überraschenden Beschreibung des Missbrauchs oder der Vergewaltigung selbst.
Welches Buch oder welche Bücher hasst ihr? Oder „hasst“ ihr, wie ich, auch nur einzelne Aspekte an Büchern?

Liebe Grüße
Vanessa

Du bist mein Glück von S. Prasadam-Halls und A. Brown

Inhaltsangabe und Rezension: Du bist mein Glück von Smriti Prasadam-Halls und Alison Brown

In dem Kinderbuch Du bist mein Glück von Smriti Prasadam-Halls und Alison Brown geht es um einen kleinen Igel und einen Fuchs, die beste Freunde sind und viele spannende Abenteuer miteinander erleben, aber manchmal auch nur gemeinsam schöne Situationen genießen.

Fuchs und Igel picknicken gemeinsam, tanzen über eine Wiese und bauen Schneeengel. Aber neben all den schönen Sachen, die man gemeinsam aktiv machen kann, sitzen die beiden von Zeit zu Zeit auch einfach gerne da und genießen die Schönheit der Natur. Beispielsweise dann, wenn sie am Fluss sitzen und den Wasserfall und die Sonne genießen, und den schillernden Regenbogen, der aus Sonne und Wasserfall entsteht.

Das Kinderbuch wurde von Smriti Prasadam-Halls und Alison Brown gestaltet. Prasadam-Halls hat die Texte geschrieben, die von Susanne Weber übersetzt wurden und Alison Brown hat die Zeichnungen angefertigt.

Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil ich Titel und Cover unglaublich schön fand. Du bist mein Glück und auf dem Cover haben sich Igel und Fuchs ganz fest im Arm und schließen vor Freude und Glück sogar die Augen. Die Illustrationen haben genau meinen Geschmack getroffen, weil ich solche Zeichnungen sehr gerne mag. Sie wirken als wären sie mit Buntstiften gemalt, wirken dabei aber überaus realistisch und sehr ästhetisch. Auch wenn leider vom Hintergrund manchmal nicht so viel zu erkennen ist, weil der Fokus eher auf den Vordergrund gelegt ist und der Hintergrund dann einfarbig bunt bleibt, finde ich die Zeichnungen einfach wundervoll.

Die Texte sind auch sehr schön und reimen sich; in den meisten Fällen. Manchmal sind die Reime etwas unrein, wenn beispielsweise „sanft“ auf „tanzt“ gereimt wird, aber ich gehe davon aus, dass der Text im Original ebenfalls gereimt war und die Übersetzerin dann irgendwie den Spagat zwischen Reimschema und nah am Text bleiben schaffen musste. Außerdem soll der Text natürlich auch für Kinderohren schön klingen. Das hat sie meiner Meinung nach, trotz hier und da etwas unreinen Reime, wunderbar gelöst. Mir hat der Text wirklich gut gefallen, weil er toll zu den Bildern passt.

Mir gefällt es auch, dass der Fuchs und der Igel auch für einander da sind, wenn es mal regnet. So wird den Kindern klar, dass Freundschaft eben mehr heißt als Unfug miteinander zu machen und immer nur Spaß zu haben, sondern, dass es wichtig ist, auch für seine Freunde da zu sein und sie zu trösten, wenn diese mal traurig sind.

Nachdem ich nun so voll des Lobes war, muss ich leider auch noch eine Kleinigkeit anmerken, die mir nicht so gut gefallen hat: Die Erzählweise. Das Kinderbuch ist episodisch erzählt. Zwischen den einzelnen Doppelseiten werden keine Zusammenhänge hergestellt, außer, dass immer die gleichen Figuren auftreten. Aber so wird für Kinder keine lineare Geschichte daraus. Durch den Charakter des Textes werden auch keine Kausalitäten dargestellt. Gerade das wäre aber schon wichtig in dem Alter (das Buch ist für Kinder ab 4 Jahren), finde ich. Da sich Igel und Fuchs naturgemäß viel draußen bewegen, und ihre Aktivitäten auch davon bestimmt sind, wäre hier natürlich der Jahreslauf als größerer Rahmen möglich. Im vierten Bild machen Igel und Fuchs Schneeengel, danach sitzen sie auf einer grünen Wiese und bauen Blumengirlanden, und auf der Seite danach machen sie eine Blätterschlacht, dann kommen noch einige Bilder und am Ende sitzen sie auf einem kahlen Baum und um sie herum ist eine Schneelandschaft zu sehen. Ein chronologischer Jahresablauf könnte den Kindern helfen, lineares Erzählen zu lernen.

Obwohl der Igel blau ist und ich bisher noch keinen blauen Igel gesehen habe, mochte ich auch, dass die beiden Freunde so viele Aktivitäten draußen an der frischen Luft gemacht haben. Das liegt natürlich daran, dass es sich hier um Tiere handelt, aber sie haben ja vieles unternommen, das Kindern auch Spaß machen würde und so für sie und ihre Lebenswelt nicht nur bekannt ist, sondern sie auch motivieren könnte mit ihren Freunden draußen herumzutollen.

Insgesamt hat mir Du bist mein Glück von Smriti Prasadam-Halls und Alison Brown super gefallen und ich finde, das Buch ist nicht nur ein tolles Kinderbuch, sondern kann auch Erwachsenen zeigen was eine gute Freundschaft ausmacht. Und das finde ich an Kinderbüchern immer wichtig; dass sie tiefergehende Informationen vermitteln und möglichst alle Altersgruppen ansprechen.

 

 

 

Danke an den Dragonfly Verlag für das Rezensionsexemplar!

Detektiv Conan Band 7 von G. Aoyama ·Detektiv Conan Re-Read

Inhaltsangabe: Detektiv Conan Band 7 von Gosho Aoyama

Im ersten Kapitel des 7. Detektiv Conan Bandes von Gosho Aoyama wird der letzte Fall des sechsten Bandes gelöst. Conan kommt hinter das mit den Fotos konstruierte Alibi und schickt Kogoro wieder einmal schlafen, damit dieser als schlafender Kogoro den Fall löst. Inspektor Yokomizo darf ihm dabei helfen und ist noch begeisterter von seinem Held als zuvor.

Kogoro bekommt einen Brief und einen mysteriösen Anruf, darin wird er beauftragt Nachforschungen auf der „Mondschatteninsel“ anzustellen. Als Kogoro, Conan und Ran auf der Mondschatteninsel eintreffen, stellt sich heraus, dass Keiji Aso, dessen Name als Absender unter dem Brief steht, den Kogoro erhalten hat, seit über zehn Jahren tot ist. Keiji starb in den Flammen eines Hauses, das abbrannte während er von Beethoven die Mondscheinsonate spielte. Vor drei Jahren starb der frühere Bürgermeister, dessen Totenmesse am Abend stattfinden soll. Bei der Totenmesse spielt plötzlich die Mondscheinsonate und man findet den nächsten Toten. Während die bei der Totenmesse anwesenden von dem inzwischen eingetroffenen Megure verhört werden, ereignet sich ein weiterer Todesfall, kurz darauf wird ein Verdächtiger niedergeschlagen und ein anderer wird erhängt aufgefunden. Nun muss Conan schnell hinter den Täter kommen, damit nicht noch mehr Menschen sterben. Als er den Täter stellt, tötet sich dieser im Flammenmeer selbst…

Als Conan im nächsten Fall von der Schule nachhause kommt, steht ein Mädchen vor der Tür zur Detektei Mori. Es stellt sich heraus, dass sie auf der Suche nach Shinichi ist, da er angeblich ihr Freund wäre. Ran ist empört und Conan (alias Shinichi) weiß von nichts, deshalb begleiten die beiden Ryoko Akagi nachhause, denn angeblich hatte Shinichi gerade in der Detektei angerufen um Bescheid zu geben, dass er Ryoko nachher anrufen wird. Bei ihr zuhause findet Conan heraus, dass Mamoru Akagi verschwunden ist. Mamoru ist der kleine Bruder des gefeierten Fußballspielers Hideo Akagi, der gerade ein Fußballspiel bestreitet und ziemlich schlecht spielt an diesem Abend. Shinichi ruft Ryoko an und teilt ihr mit, dass er Bescheid weiß. Ran findet heraus, dass sich Shinichi gerade in Ryokos Apartment befindet. Conan behauptet gerade von Shinichi umgerannt worden zu sein, sodass sich nun Ran mit Ryoko und Conan zusammen an seine Fersen heftet…

Garbenheimer Tragödie von W. Borchers

Inhaltsangabe: Garbenheimer Tragödie von Wolfgang Borchers

Der dritte Band der Lahn-Dill-Krimi-Reihe Garbenheimer Tragödie von Wolfgang Borchers spielt größtenteils in Wetzlar Garbenheim.

Da Leo Trinkaus und Dirk Ross noch an einem anderen Fall arbeiten, wird Hanne Ziegler an den Tatort, den Parkplatz einer Druckerei, gerufen. Sie beginnt direkt vor Ort mit den Befragungen und befragt vor allem den Chef der Druckerei und dessen Mitarbeiter. Als sich herausstellt, dass beide keine sachdienlichen Hinweise geben können, bricht Hanne die nächtlichen Zelte ab.

Damit Leo und Dirk Hanne möglichst schnell unterstützen können, beschließen sie den Fall, an dem sie gerade arbeiten zu beenden. Sie halten ihn nur für eine einfache Sachbeschädigung und so stellen sie den Fall in ihrem Bericht so dar, dass sie einen Verdächtigen haben, der sich aber weigert, mit der Polizei zu reden. Sie tun so als sei mit der Ermittlung dieses Verdächtigen alles getan und übergeben den Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft, damit sich dieser mit dem Mann auseinandersetzen kann, allerdings kommt der Staatsanwalt schnell dahinter, dass Leo und Dirk den Mann nicht wirklich für den Täter halten, meint aber auch, dass es sich nicht wie befürchtet und von den Medien hochgeputscht um einen Terroranschlag, sondern nur um eine Sachbeschädigung handelt. Nach dem Abschluss dieses Falles können sie bei den Ermittlungen um den Mord am Gerichtsvollzieher helfen.

Doch zuvor wurde Hanne noch Hilfe von zwei Praktikantinnen zur Seite gestellt: Anke und Imke Friedrich sind Zwillinge und sehr engagiert. Sie unterstützen Hanne ziemlich tatkräftig und helfen gut bei den Ermittlungen.

Das Opfer, Rainer Angerer, ist Gerichtsvollzieher und so konzentrieren sich die Ermittlungen erst einmal auf die vier verschwundenen Akten und die Schuldner, die in diesen benannt werden. Wie sich herausstellt, war der Gerichtsvollzieher bei allen Schuldnern kurz vor seinem Tod und konnte sogar einiges an Geld und Wertgegenständen eintreiben. Diese finden sich zwar nicht beim Gerichtsvollzieher aber einen Raubmord schließen die Beamten aus. Die Schuldner haben alle ein Alibi für die Zeit des Mordes und außerdem wirken diese auch alle nicht wie Mörder. Insgesamt verlaufen diese Ermittlungsansätze also alle ins Leere.

Währenddessen wird den Beamten klar, dass sie auf das private Umfeld bisher wenig Ermittlungsarbeit gerichtet haben. Angerer war verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Ansonsten scheint der Mann aber ein ziemlich unspektakuläres Umfeld zu haben, wobei die Ermittler weder Nachbarn, noch Kollegen, Freunde oder andere Familienmitglieder als Frau und Sohn verhören. Aber es findet sich auch nichts im Umfeld, was irgendwie für einen Mord aus persönlichen Motiven sprechen würde bis sie herausfinden, dass Angerers Sohn Lars schwul ist.

Zwei Anschläge auf einen der Gläubiger von Angerer und auf einen Betrüger, der eines der Schuldnerpaare in die Schulden getrieben hat, sorgen kurzzeitig dafür, dass sich die Ermittlungen doch wieder auf das berufliche Umfeld konzentrieren. Das Ehepaar Stangel hat sich damals von einem Betrüger dazu verleiten lassen ein Haus zu kaufen und alle möglichen Investitionen zu tätigen. Dem Schreiner, der an ihrem Haus vieles gemacht hat, schulden sie nun jede Menge Geld und an dessen Fabrikhallen wurde eine Brandstiftung verübt. Auch auf den Betrüger wird ein Anschlag verübt, da auf ihn geschossen wird. Der Name Stangel und der Schreinerei tauchen zwar in den Akten des Gerichtsvollziehers auf aber der Name des Betrügers nur in den Ermittlungsakten, sodass die Ermittler vermuten, dass es einen Maulwurf gibt. Wie sich herausstellt haben Anke und Imke nur ihrem früheren Ausbilder von dem Fall erzählt und so wird eine Verbindung vom Mörder zu diesem Mann vermutet.

Nachdem sich diese Anschläge als Ablenkungsmanöver entpuppen, finden sie heraus, dass Angerer tief religiös war und mit dem Schwulsein seines Sohnes nicht einverstanden war. Der Mann scheint auch Verbindungen zu einer Organisation zu haben, die mit Verstößen gegen die kirchliche Lehre nicht einverstanden ist. Hat jemand das Opfer erschossen, weil dieser einen Schritt auf seinen Sohn zugegangen ist und bereit war die Beziehung zu dessen Freund zu akzeptieren?

Garbenheimer Tragödie von W. Borchers

Rezension: Garbenheimer Tragödie von Wolfgang Borchers

Bei Garbenheimer Tragödie von Wolfgang Borchers handelt es sich zwar um den dritten Band der Lahn-Dill-Krimi-Reihe, aber man kann die Bände auch einzeln lesen.

Was mir an dem Band gut gefallen hat, war, dass Hanne und die beiden Zwillinge Imke und Anke so viel Ermittlungsarbeit geleistet haben und der Frauenanteil im Team endlich mal bei mehr als 50% lag. Ich mochte Anke und Imke auch eigentlich ganz gerne, wenngleich deren Charaktere noch nicht so wirklich final ausgearbeitet waren und weitere Bände mit den beiden sicherlich spannend gewesen wären. Auch die Verwechslungen, da es sich um Zwillinge handelte, haben mir gut gefallen.

Die anderen Charaktere wurde mir aber zunehmend unsympathischer. Leo und Carola haben sich mal wieder gestritten und es beginnt damit, dass Leo nicht mehr bei Carola lebt, sondern im Hotel. Sie haben sich gestritten, da er sich mehr für die Arbeit interessiert und vor allem regelmäßig Überstunden macht oder mit seinen Kollegen nach der Arbeit noch einen Trinken geht, wenn sie Zuhause auf ihn wartet. Statt, dass er ihr zeigt, dass sich sein Verhalten ändert, dass sie ihm wichtig ist, verbreitet er überall schlechte Laune. Hinzu kommt das ständige Rauchen der Ermittler. Gefühlt besteht der gesamte Krimi aus Rauchen und Essenspausen und weniger aus Ermittlungsarbeit; aber dazu gleich mehr. Leo ist ein wirklich starker Raucher und so raucht er auch in öffentlichen Gebäuden, also im Polizeirevier, bei Verhören, in Wohnungen und im Wagen.

Hanne raucht ebenfalls ständig. Sie raucht sogar bei sich Zuhause, obwohl sie einen kleinen Sohn hat. Aber sie raucht auch bei den Befragungen der Familie des Opfers, obwohl man ja eigentlich riecht ob irgendwo geraucht wird oder nicht und sie raucht auch im Büro. Eigentlich sollte sie doch verantwortungsbewusst sein und sich entsprechend verhalten, aber da sie sich nicht entsprechend verhält, war sie mir irgendwann auch unsympathisch, obwohl ich Frauen als Ermittlerfiguren immer gut und spannend finde.

Dirk Ross ist ständig nur am Essen. Mal davon abgesehen, dass seinetwegen die Ermittlungen nicht vorankommen, weil er sich ständig noch irgendwo etwas zu Essen holen oder Mittagspause machen muss, ist er auch noch dreist und unverschämt. Ich glaube, ich habe noch nie einen solch unverschämten Charakter kennengelernt. Als er mit Anke bei einer Befragung ist, bietet die Zeugin ihnen jeweils ein Stück Kuchen an. Als Anke ablehnt, meint Dirk, dass das ja nichts macht, er würde auch beide essen. Und so frisst er der Zeugin die letzten beiden Stücke Kuchen weg. Und solche Handlungen ziehen sich einfach durch den kompletten Krimi, fängt er doch auch schon einmal an zu essen als Hanne ihr Beförderungsfrühstück mitbringt und die anderen Kollegen noch auf Leo warten wollen, der zu einem Einsatz gerufen wurde.

Ich verstehe nicht, wieso fünf Ermittler mehrere Tage brauchen, um ein paar Alibis zu verifizieren. Es gibt nicht so viele Akten, die aus der Tasche vom Opfer verschwunden sind und dennoch dauert es fast eine Woche bis sie merken, dass diese Akten nur gestohlen wurden, um die Ermittler auf eine falsche Fährte zu locken. Sie vernachlässigen dabei komplett das restliche Umfeld des Opfers und tun dem Täter damit einen Gefallen, da er natürlich davon ablenken wollte. Dirk verbringt von den 8 Stunden Arbeitszeit am Tag unter Garantie mehr als die Hälfte davon mit Essen und in der Mittagspause. Die anderen rauchen erst einmal eine, wenn sie nichts anderes zum Gespräch beizutragen haben.

An der ein oder anderen Stelle merkt man auch, dass dem Krimi ein ausführlicheres Lektorat nicht geschadet hätte. Beispielsweise sprechen der Ermittler von GDO und meinen, dass die Abkürzung ja für Gottes Krieger Orden stehen könnte. An späterer Stelle steht dann auch Gottes Diener Orden. Ich vermute, dass der Autor erst von Gottes Krieger Orden schrieb, es sich dann anders überlegte. Die Abkürzung überall angepasst hat, aber nicht daran gedacht hat, auch die ausgeschriebene Version zu ändern. Einem externen Lektorat wäre das hoffentlich aufgefallen.

Aber es gibt auch noch einen positiven Punkt: Es werden auch hier, wie in Regionalkrimis üblich, einige Sehenswürdigkeiten von Wetzlar genannt. Hier sei die Spilburg oder der Optikparcours oder das Forum genannt. So etwas mag ich ja immer sehr und so hat mir auch dies hier gefallen, wenngleich es mir eigentlich schon fast zu wenig war, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Es wäre ja auch komisch, wenn in jedem Kapitel oder so eine Sehenswürdigkeit genannt werden würde.

Insgesamt hat mir Garbenheimer Tragödie von Wolfgang Borchers nicht so sonderlich gut gefallen, hinzu kommt, dass der letzte Band der Reihe mit einem Cliffhanger endet und man so komplett in der Luft hängend zurückgelassen wird, was ich sehr schade finde.

Der Lavendelgarten von L. Riley ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Der Lavendelgarten von Lucinda Riley

In Der Lavendelgarten von Lucinda Riley geht es um Emilie de la Martinières. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, ist sie die letzte der de la Martinières. Außerdem geht es um Constance, die während des zweiten Weltkriegs als Agentin von England nach Frankreich kam. Dort hatte sie engen Kontakt zur Familie der de la Martinières. In den 1990er Jahren sind ihre Schicksale miteinander verbunden.

Der eine Teil des Romans spielt 1999 und in den folgenden Monaten und Jahren. Emelie muss nach dem Tod ihrer Mutter einige Entscheidungen treffen. Dazu gehört auch, ob sie das Château in der Provence verkaufen möchte. Auf der einen Seite braucht sie es nicht, denn sie lebt in Paris und hat Veterinärmedizin studiert und liebt ihren Job als Tierärztin. Auf der anderen Seite ist es schon seit vielen Jahren im Besitz ihrer Familie und sie verbindet es mit ihren schönsten Kindheitserinnerungen.

Als sie in einem Café zufällig Sebastian Carruthers kennenlernt, hilft er ihr. Auf seine Hilfe kann sie sich verlassen. Er verkauft ein Gemälde, das im Château hängt. Mit dem Erlös kann sie das dringend renovierungsbedürftige Haus renovieren. Als ein Jahr später der Schmuck ihrer Mutter versteigert wird, hat Emelie gute Rücklagen. Und als Sebastian ihr dann auch noch einen Antrag macht, nimmt sie diesen an und gibt ihren Job endgültig auf. Mit ihm zusammen fährt sie nach England und lebt dort in seinem Landhaus, während in Südfrankreich ihr Haus renoviert wird. Allerdings erfährt sie erst als sie in England angekommen sind, dass in dem Haus Alex, Sebastians Bruder, mit ihnen leben wird, dass Sebastian die meiste Zeit ohne sie in London verbringt und sie sich in der Zeit das Haus mit ihrem Schwager teilen muss und dass dieser im Rollstuhl sitzt, auf Hilfe angewiesen ist und angeblich ein Alkoholiker und Drogenabhängiger sei.

Emelie erfährt durch mehrere Zeitsprünge in das Jahr 1943 und 1944, dass Constance, Alex‘ und Sebastians Großmutter, eine enge Verbindung zu ihrer Familie hatte. Constance wurde in England zur Agentin ausgebildet und wird nach Frankreich geschickt, wo kurz zuvor das Netzwerk, dem sie sich anschließen sollte, ausgehoben wurde. Nachdem an zwei Treffpunkten niemand auftaucht, der sie mitnimmt, geht sie zu Plan C über. Sie macht sich auf den Weg zum Haus von Hero. Hero ist eigentlich Édouard de la Martinières. Er ist überrascht als eine englische Agentin plötzlich vor ihm steht, entscheidet sich aber, sie zu decken und stellt sie als eine Cousine vor, denn er hat das ganze Haus voller deutscher, hochrangiger Soldaten.

Constance lebt sich dort ein, kann aber ihrer eigentlichen Tätigkeit nicht nachkommen bis sie eine Freundin wiedersieht, die mit ihr die Ausbildung absolviert hat. Diese bittet sie um den Gefallen, von ihrem Haus aus funken zu dürfen, um wichtige Nachrichten nach London zu übermitteln. In der Folge wird Édouard Identität entlarvt, weite Teile des Netzwerks der Freundin verhaftet, Édouard angeschossen, Sophia, die Haushälterin und Constance müssen flüchten und auf der Flucht wird die Haushälterin verhaftet. Sophia und Constance kommen zwar wohlbehalten in Südfrankreich an, doch Sophia ist schwanger von einem Mann, den sie in Paris kennengelernt hat, einem hochrangigen Deutschen. Dieser liebt sie zwar, aber Constance ist klar, dass Sophia und Frederick nie zusammen sein können; egal wie der Krieg ausgehen wird. Als Frederick Monate später in Südfrankreich Sophia sehen möchte, ist sein brutaler Zwillingsbruder ihm gefolgt. Constance erschießt Falk, damit dieser nicht Sophia und Frederick töten kann. Nachdem Frederick erneut geflüchtet ist, bekommt Sophia Wehen und stirbt in Folge der Geburt ihrer Tochter Victoria. Édouard ist so erschüttert vom Tod seiner Schwester, dass er seine kleine Nicht in ein Waisenhaus geben lässt.

Emelie erfährt in der Gegenwart, dass Alex eigentlich kein schlimmer Mann ist, auch wenn er in der Vergangenheit Fehler gemacht hat. Sie sieht ihren Mann nur noch über das Wochenende, weil er unter der Woche in London ist und sie auch telefonisch nur selten meldet. So wird ihre Beziehung zu ihrem Schwager immer enger und sie werden zu guten Freunden, da er sich auch sehr einsam fühlt in dem abgeschiedenen Haus. Außerdem erfährt Emelie von den Dorfbewohnern, vor allem von einer ehemaligen Haushälterin, was für einen Charakter ihr Mann hat. Und nachdem sie durch einen Zufall von der langjährigen Geliebten ihres Mannes erfährt und erfährt, dass sie sich eine Wohnung teilen wenn er in London ist, und dass er von dem verkauften Gemälde, das er am Anfang ihrer Beziehung für sie verkauft hat, eine horrende Provision erhalten hat, von dessen Geld sie aber nie erfahren hat, wird sich sauer und will sich scheiden lassen. Zurück in Blackmoor Hall bittet sie Alex ihr die ganze Geschichte zu erzählen und erfährt so noch mehr über die Beziehung von Alex und Sebastian und dass Sebastian von wertvollen Büchern aus dem Besitz der de la Martinières erfahren hat.

Emelie fragt sich nun, ob sie nicht den falschen Bruder geheiratet hat und während sie in Südfrankreich ihre Seele heilen lässt, erfährt sie wer Sophias Tochter war und baut eine Verbindung zu den letzten Familienangehörigen ihrer Familie auf…

Der Lavendelgarten von L. Riley ·Hörbücher

Rezension: Der Lavendelgarten von Lucinda Riley

Von Der Lavendelgarten von Lucinda Riley habe ich wieder das Hörbuch gehört, und so werde ich auch hier au Inhalt und Medium eingehen.

Von Lucinda Riley habe ich bisher noch nicht gelesen oder gehört, aber da ihre Romane sehr bekannt sind, sich gut verkaufen du in Buchhandlungen häufig präsent auf den vorderen Tischen liegen, kenne ich die Cover natürlich. Ich fand die Titel der Autorin klingen alle sehr poetisch und so hatte ich mich für Der Lavendelgarten entschieden, weil der Name so wunderschön klang und sich nach einer tollen, ruhigen Provence-Lektüre anhörte. Leider war dem nicht so, denn es geht in weiten Teilen des Romans auch um eine Weltkriegsgeschichte, von der auf dem Backcover nichts zu lesen war. In diesem Kontext geht es natürlich auch um die Grausamkeiten des Weltkriegs und der Deutschen. Unter anderem wir die Protagonistin Constance auf die brutalste Weise vergewaltigt. Solch ein Thema in einem provenzalischen Roman, der einen solch poetischen Titel hat, fand ich einfach nur grausam, weil ich damit nicht rechnen konnte und das Buch unter diesen Umständen nicht ausgewählt hätte. Entsprechend fand ich also auch den Titel nicht zum Roman passend.

Zu den einzelnen Charakteren möchte ich hier nicht allzu viel sagen, denn das würde wohl ziemlich ausufern. Aber ich möchte doch ein paar Worte zu den wichtigsten sagen: Constance hat mich sehr beeindruckt. Sie ist in einer unglaublich schwierigen Situation und schafft es irgendwie zu überleben, obwohl sie als Gefangene in ihrer Passivität gefangen bleibt. Emelie ist genauso gefangen in ihrem Bemühen endlich jemanden zu finden, der sie liebt, obwohl sie inzwischen erwachsen ist. Gegen Ende schafft sie es endlich ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Sebastian offenbart sich im Laufe des Romans als der Charakter, für den ihn Emelie direkt am Anfang gehalten hat, denn sie hatte am Anfang ein bisschen Angst vor ihm und fand ihn unsympathisch. Trotzdem heiratet sie ihn später; da habe ich mich wirklich gefragt, wie sie darauf gekommen ist.

Bezüglich der Vergewaltigung: Mir ist auch noch die Erzählsituation aufgefallen. Emelie erfährt zusammen mit dem Hörer bzw. der Hörerin von der Vergewaltigung, da der Winzer der de la Martinières von den Ereignissen in Paris und an der Provence um das Jahr 1943 erzählt. Das meiste davon hat er selbst gar nicht mitbekommen, sondern von Constance erzählt bekommen. Dazu muss dann auch die Vergewaltigung selbst gehören. Constance und der Winter hatten zwar ein relativ enges Verhältnis, aber ich weiß nicht, ob das so vertrauensvoll war, dass diese Erzählsituation realistisch ist. Zum einen müsste Constance den Mut gehabt haben mit jemandem überhaupt darüber zu sprechen, zum anderen mit einem Wildfremden, der noch dazu ein Mann ist und müsste dann noch die Kraft haben diese Geschehnisse in allen Details weiterzugeben. Außerdem müsste er die Details so gut im Gedächtnis haben, das er diese 50 Jahre später noch wiedergeben kann. Das scheint mir doch relativ unwahrscheinlich.

Hinzu kamen noch einige Kleinigkeiten, die das Medium selbst betreffen. Auf CD 3 fehlt bei einem Track das Ende, sodass dieser mitten im Satz endet. Ob nur der Rest des Satzes fehlt, oder noch mehr, kann ich nicht genau sagen, aber im Buch selbst ist zwischen diesem Track und dem nächsten noch eine Seite mit einem Gespräch zwischen Sebastian und Emelie. Es könnte natürlich sein, dass dieses in der Hörbuchfassung ohnehin weggekürzt war, aber mitten im Satz sollte der Track wohl sicherlich nicht enden.

Außerdem gab es noch weitere Ungereimtheiten, bei denen ich aber nicht weiß, ob sie auf die Hörbuchfassung zurückgehen oder ob sie auch im eigentlichen Buch so waren, aber sie können auf jeden Fall mit der Kürzung der Hörbuchfassung zusammenhängen. Hierzu gehört eine Situation in Paris. Édouard verspricht Constance, dass er ihren Freunden eine Warnung zukommen lässt. Sollte er niemanden finden, der die Nachricht überbringen kann, wird er selbst gehen. Kurze Zeit später wartet Constance sehnsüchtig auf seine Rückkehr. Dass er weggegangen ist, kann man eben nur daraus schließen, dass er wieder nachhause kommt. In einer anderen Situation unterhalten sich Édouard, die Haushälterin, Sophia, Constance und Frederick über die Flucht aus Paris. Im nächsten Augenblick sitzen sie im Auto und Frederick schaut die Frauen auf dem Rücksitz über den Rückspiegel an. Wie sie aber aus dem Haus raus und ins Auto gelangt sind, mal von dem Abschied von Édouard zu schweigen, erfährt man nicht und so wirkte das Übergleiten von einem Gespräch ins nächste sehr seltsam.

Das Booklet, das beim Hörbuch dabei ist, ist an sich eine super Idee, denn so erfährt man nicht nur wann das Hörbuch wo spielt, aber man hätte darüber auch die Figuren noch etwas besser aufschlüsseln können. Durch die zwei Zeitebenen und die teilweise doch sehr ähnlichen Namen wäre es dann deutlich leichter gewesen, den Überblick zu behalten. Leider haben sich auch hier ein paar Fehler eingeschlichen. Die Beschreibungen suggerieren, dass nach CD 4 Track 1 nichts mehr in England spielt, was nicht stimmt. Ja, danach spielt vieles in Südfrankreich, aber Emelie ist danach auf jeden Fall noch mal in England, da sie dort von der Affäre ihres Mannes und dessen Charakter erfährt.

Simone Kabst, die dieses Hörbuch eingesprochen hat, hat auch dieses Hörbuch sehr schön gesprochen. Ich kannte die Sprecherin schon von Was der Fluss erzählt und ich habe mir das Hörbuch unter anderem deshalb ausgesucht, weil ich die Sprecherin so gerne mochte. Sie hat ihren Job wirklich gut gemacht und ich mochte es gerne ihr zuzuhören.

Insgesamt war meine erste Riley, Der Lavendelgarten, eher enttäuschend. Ich will zwar nicht sagen, dass ich die Autorin schon für immer aufgegeben habe, aber so ein paar Sachen haben mir den Spaß an ihr erst einmal verdorben und ob ich jemals wieder Lust auf einen anderen Roman von Lucinda Riley haben werde, werde ich mal gucken.

 

 

 

Vielen Dank an Der Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!