Detektiv Conan Band 96 von G. Aoyama

Rezension: Detektiv Conan Band 96 von Gosho Aoyama

Der 96. Band von Detektiv Conan war unglaublich spannend. Es wirkt beinahe so als wollte Gosho Aoyama im Galopp zum Ende der Serie rennen.

Wie ihr oben seht, gibt es in diesem Band gar nicht so viele Fälle. Es wird zum einen der Fall mit der Mordserie der Polizisten fertig erzählt, weiterhin gibt es in den Fall mit Kaito Kid, der alleine fünf Fälle einnimmt und dann gibt es noch den letzten Fall, der eröffnet wird und selbst auch noch mal vier Fälle einnimmt, obwohl er gar nicht so komplex ist. Aber auch dieser Fall wird erst im nächsten Band abgeschlossen.

Der Band hat mal wieder alles was man braucht: Kaito Kid kommt vor, außerdem auch Kazuha und Heiji, leider kommen dafür die Detective Boys nicht vor, weil es eben nicht so viele Fälle gibt. Dafür hat Makoto mal wieder einen Auftritt. Seltsamerweise geht es aber lieber mit Sonoko und deren Freundinnen ins Kino als alleine etwas mit seiner Freundin zu unternehmen. Auch Masumi spielt dadurch mal wieder eine Rolle (obwohl das ja in den letzten Bänden gar nicht so selten ist, weil sie eben mit Sonoko und Ran befreundet ist).

Interessant ist an dem Fall am Filmset eigentlich nur, dass zum einen Makoto ein Verdächtiger ist und zum anderen, dass nach dem ersten Mord nochmal jemand ermordet wird und somit ein Doppelmord stattfindet. Abgesehen davon gibt es eigentlich nur noch die Szene, in der Masumi Ran danach fragt, ob es nicht sein könnte, dass Conan und Shinichi die gleiche Person sind. Aber Ran zieht ihr ziemlich schnell den Zahn, indem sie erklärt, dass sie das auch schon mal dachte, dass aber Conan und Shinichi beispielsweise zusammen auf dem Schulfest, auf der Theateraufführung, waren und somit nicht die gleiche Person sein können. Aber hieran sieht man schon, dass Masumi versucht Hinweise zu finden. Worauf genau? Wahrscheinlich versucht sie sich ein Bild von allem zu machen, schließlich hat sie ja auch selbst mit dem FBI und den Männern in Schwarz, zumindest indirekt, auch zu tun.

Auch spannend sind natürlich die Liebesszenen. Auf der einen Seite klärt sich die Liebe zwischen Miike und Chiba endlich auf, denn nun wissen beide, dass sie früher zusammen in der Schule waren und wir, als Leser, wissen nun auch, dass Chiba für Miike genauso Gefühle hat wie sie für ihn. Man muss ja schon fast sagen: Leider ist es wieder so eine „wir-waren-in-unserer-Kindheit-befreundet-und-sind-seitdem-in-einander-verliebt-Geschichte“. Wir haben das Motiv ja an vielen Stellen: Shinichi und Ran, Heiji und Kazuha, Shiratori und Kobayashi und das sind nur die, die mir ad hoc einfallen. Dass sich die beiden Partner eines Paares nicht in ihrer Kindheit oder Jugend ineinander verliebt haben, ist ja schon fast die Ausnahme bei Detektiv Conan. Ich weiß nicht, ob ich das Motiv als Running Gag lustig oder einfach inzwischen nur noch geschmacklos und langweilig finden soll. Aber dass die beiden nun einen Schritt weiter sind, finde ich auf jeden Fall sehr gut.

Dass Heiji nicht checkt, dass Kazuha eigentlich Kaito Kid ist, was für jeden anderen sonnenklar ist, fand ich ziemlich witzig, weil er ihr ja eigentlich seine Liebe gestehen möchte und man davon ausgehen kann, dass er das ja irgendwie spüren müsste, wenn schon die anderen, objektiven Hinweise nicht ausreichen. Aber er merkt es eben nicht, weil er total darauf fixiert ist, ihr endlich zu sagen, dass er sie liebt. Schade, dass es dann wieder nicht klappt.

Ich glaube auch, dass Heiji und Kaito Kid bisher noch nicht allzu häufig, wenn überhaupt, aufeinandergetroffen sind. Ich kann mich gerade nicht daran erinnern, dass die beiden jemals Kontrahenten waren, aber ich würde es auch nicht ausschließen. Auf jeden Fall ist das keine regelmäßige Konfrontation, was ich ziemlich erfrischend fand.

Und natürlich sind da noch diese kleinen Hinweise auf die Schwarze Organisation: Wir haben Bourbon, der entweder mit einem Kontaktmann oder sogar dem Boss spricht (was bedeuten würde, dass wir hiermit wissen, wer der Boss ist!) und wir haben Morofushi, der einen Umschlag von seinem Bruder bekommt. Außerdem erfahren wir, dass sein Bruder einen Freund hatte, der „Zero“ hieß und dem jungen Bourbon, den wir ja vor wenigen Bänden kennengelernt haben, erschreckend ähnlich sieht. Hier scheint also wieder ein Hinweis auf die Organisation fallen lassen geworden sein. Leider erfährt Conan davon erst einmal nichts und so muss wohl jemand anders alle Hinweise zusammentragen.

Insgesamt hat mit der 96. Detektiv Conan Band von Gosho Aoyama super gefallen. Ich freue mich schon auf den nächsten Band und möchte unbedingt wissen wie es weitergeht.

Der Fluch der Grabwächterin von A. Schacht

Inhaltsangabe: Der Fluch der Grabwächterin von Andrea Schacht

In dem Kriminalroman aus dem alten Rom Der Fluch der Grabwächterin von Andrea Schacht werden Didia, Ingwar, Caecilia, Titus und Khep in zwei Mordversuche hereingezogen. Bei einem Opferfest für die Ahnen stehlen die fünf die Opfergaben von den Gräbern und werden dabei von einer Grabwächterin erwischt. Sie bürdet ihnen auf, den Grabstein, von dem sie die Leckereien gestohlen haben, zu beschriften. Dafür müssen sie nicht nur rausfinden, wessen Grab es ist, sondern auch wer den Stein hat setzen lassen und aus welchen Gründen, aus welchen Hintergründen, dieser gesetzt wurde. Die fünf Kindern fangen an zu ermitteln und finden so heraus, dass das Grab Laevius gehört. Laevius ist vor einem Jahr verschwunden und es gab vorher das Gerücht, dass er versucht hat, seinen Vater umzubringen, denn sein Vater ist bei der Mannbarkeitsfeier seines Sohnes vergiftet zusammengebrochen.

Die Kinder geraten immer wieder in Gefahren, denn natürlich wollen die bösen Mächte, die für die Vergiftung des Vaters und die Verdächtigungen des Sohnes verantwortlich sind nicht, dass die Kinder ermitteln. Schließlich könnten sie aufdecken, was dahintersteckt. Immer wieder müssen die fünf Freunde ihre Komfortzone verlassen. Sie müssen sich nachts auf einen Friedhof schleichen, einer Bande junger Männer folgen und diese belauschen, in unsicheren Vierteln Erkundigungen einholen und zwielichtige Gestalten befragen. Mit jedem Tag kommen sie den Bösewichtern näher und haben am Ende das Glück, dass die Erwachsenen ihnen glauben und sich darum kümmern, dass die Verbrecher zur Verantwortung gezogen werden. Gefährlich ist es dennoch, schließlich soll ein böser Geist hinter der Bande junger Männer stecken.

SuB-Experiment Buch auf Bewährung

Kurz reingelesen: Bis ihr sie findet von Gytha Lodge

Bei Bis ihr sie findet von Gytha Lodge handelt es sich um einen Kriminalroman, in dem ein junges Mädchen namens Aurora verschwindet. Das vierzehnjährige Mädchen ist mit ihrer älteren Schwester und deren Freunden beim Campen im Wald. Die Jugendlichen feiern, trinken und nehmen Drogen und so merken sie gar nicht wie abends oder mitten in der Nacht Aurora verschwindet. Am nächsten Morgen schlagen die Jugendlichen Alarm als sie merken, dass das Mädchen verschwunden und ihr Schlafsack leer und klamm ist. Eine Suchmannschaft durchkämmt das Waldstück, doch finden sie das Mädchen nicht. Erst dreißig Jahre später findet eine junge Familie beim Campen die Knochen des Mädchens. Der Polizist Jonah Sheens, der damals gerade frisch im Dienst war, wird mit den Ermittlungen betraut und so macht er sich erst einmal daran, den sechs Freunden auf den Zahn zu fühlen…

Ich muss sagen, dass ich auch bei diesem Kriminalroman mehr als die eigentlich vereinbarten 20 Seiten gelesen habe, weil ich ihn irgendwann nicht mehr aus der Hand legen wollte. Jetzt lese ich erst einmal ein anderes Buch und würde durchaus gerne zu Bis ihr sie findet zurückkehren. Ich denke das ist ein gutes Zeichen dafür, dass ich den Krimi gerne lesen würde und so wandert das Buch mal wieder ziemlich gradlinig auf meinen SuB. Wenn das so weitergeht, muss ich ja alle sechs Bücher lesen und mein Experiment wäre dann wohl gescheitert, hm? Wir werden sehen…

Lieblingsworte

Emuna

Auch das Substantiv Emuna habe ich nicht aus meinem privaten Alltag, sondern aus der Universität. Mit Emuna ist in der jüdischen Religion der Glaube gemeint, wobei dieser laut Wikipedia kein religiöses Konzept des Judentums ist. Emuna kann auch mit h also Emunah geschrieben werden. Der passende Gegenbegriff dazu scheint der Apikorus zu sein, womit ein Mensch gemeint ist, der nicht an Gott glaubt. Emuna heißt Glaube, Zuversicht oder Vertrauen in Gott.

Der Fluch der Grabwächterin von A. Schacht

Rezension: Der Fluch der Grabwächterin von Andrea Schacht

Der Kriminalroman aus dem alten Rom Der Fluch der Grabwächterin von Andrea Schacht ist ein Krimi für Kinder. Für mich ist es immer wichtig, dass Kinder aus Büchern etwas lernen können und hier wird darauf geachtet beispielsweise die Kinder mit der römischen Gesellschaft vertraut zu machen. Beispielsweise schreibt die Autorin von Sklaven, von Gladiatoren und vom Haushalt in Rom, aber es geht auch darum wie man damals Jungs zu Männern gemacht hat, wie man überhaupt römischer Bürger wurde und wie die Stadt Rom funktionierte. Dabei streut Schacht immer wieder lateinische Begriffe ein, die dann am Rand erklärt werden. Das hat den Vorteil, dass man ziemlich gut nachgucken kann, was diese Begriffe bedeuten, aber wenn man es bereits weiß, muss man nicht irgendwelche dann überflüssigen Erklärungen im Text lesen. Ob die geschichtlichen Details so stimmen, weiß ich natürlich nicht, aber ich verlasse (muss mich verlassen) jetzt einfach mal darauf.

Der Spannungsfaktor des Buches ist nicht so wirklich hoch. Vielleicht lag es daran, dass ich einfach kein Kind mehr bin, aber ich glaube, auch den Kindern wären viele Zusammenhänge, die schon am Anfang sehr offensichtlich beschrieben werden, sehr schnell klar. So wird eben bald klar, wer für die Verbrechen verantwortlich ist; nur was genau geschehen ist und was mit Laevius genau passiert ist, bleibt über weite Teile hinweg eher unklar. Dennoch sorgt das leider nicht dafür, dass die Spannung besser Aufrechterhalten wird.

Mich hat auch gestört, dass sich die Kinder immer wieder gegenseitig ärgern. Khep beispielsweise ist der Sohn einer ägyptischen Sklavin und seine Freunde bringen dann so Kommentare in die Richtung „Khep kann das auf dem Sklavenmarkt ausspionieren. Es macht ja nichts, wenn sie den Sklaven dann weiterverkaufen.“ Ich finde solche Sprüche ziemlich verletzend und so etwas hat weder unter Freunden, noch in Kinderbüchern etwas zu suchen. Klar, Kinder rangeln miteinander, sie verletzen sich auch mal, aber bei Schacht wurde es mir irgendwann zu viel.

Insgesamt finde ich die Idee eines historischen Kinderkriminalromans total super. Auch wenn man online wenig über die beiden Kriminalromane für Kinder von Schacht findet, ist die Idee dahinter toll und ich kann diesen Roman alleine deshalb schon weiterempfehlen; die Erwartungen sollten allerdings nicht zu hoch sein.

Strandkorbträume von G. Engelmann

Abgebrochen: Strandkorbträume von Gabriela Engelmann

Vor einigen Monaten hatte ich den Roman Strandkorbträume von Gabriela Engelmann angefangen und nach etwa 100 Seiten abgebrochen. Ich versuche heute dennoch mal eine Rezension dazu zu schreiben, denn ich finde es auch wichtig, darüber zu schreiben, wenn Bücher einem mal nicht gefallen.

Bei dem Roman handelt es sich um den 4. Band der Büchernest-Reihe und es geht um die Freundinnen, die das Büchernest führen. Als Larissa Schwierigkeiten mit ihrer Schwangerschaft hat, bittet Nele eine Bekannte, ihnen tatkräftig auszuhelfen. Sophie ist gerade dabei, sich von ihrem langjährigen Freund zu trennen, und kann deshalb die Ablenkung auf Sylt in einer kleinen Buchhandlung mitzuarbeiten gut gebrauchen. Larissa ist gezwungen die nächsten Monate ihrer Schwangerschaft im Bett zu verbringen. Bea, ihre Tante und Mitbesitzerin des Büchernests heiratet und möchte so langsam mit den Schwierigkeiten der Buchhandlung nichts mehr zu tun haben und Nele plant mit ihrem Freund zusammen Literaturevents, die in dessen Hotel stattfinden sollen, allerdings bringt seine Ex-Freund diese Pläne in Gefahr.

Soweit also der Inhalt. Man merkt es vielleicht schon an den kurzen ziemlich unzusammenhängenden Sätzen: Ich hatte während es gesamten Lesens immer wieder das Gefühl, dass die Ereignisse eigentlich einzig und allein über das Büchernest zusammenhängen, dass aber die Probleme, die die Freundinnen beschäftigen untereinander eigentlich kaum in Zusammenhang stehen.

Auch der Stil hat mir nicht wirklich gefallen, weil die Spannungsbögen viel zu kurz waren. Es kam mir immer so vor, als ob etwas passiert, daraus folgen dann Konsequenzen für die Freundinnen. Dann ist das Problem behoben und es geschieht das nächste und das macht man dann so lange bis das Buch fertig ist. Selbst nach über 100 gelesenen Seiten war mir nicht klar, worauf der Erzähler hinaus will. Wann ist das Buch fertig? Was soll am Ende geschehen? Wenn man einen Krimi liest, dann lösen die Ermittler (seien es nun Polizisten oder Detektive) am Ende das Verbrechen und schnappen den Bösewicht oder auch nicht, aber normalerweise ist am Ende klar, wer der Mörder war und bei Liebesromanen folgt am Ende die Hochzeit (oder zumindest das Versprechen der Figuren, dass sie sich lieben und zusammen sein wollen), aber hier hatte ich überhaupt keine Idee, worauf der Roman denn zuarbeitet.

Darüber hinaus habe ich auch zu den Figuren keinen richtigen Zugang gefunden. Mehr als einmal war ich nicht nur genervt von dem teilweise pubertären Verhalten der Frauen, obwohl diese eigentlich alle über 30 sind. Dass ich mit Band 4 angefangen habe, kann natürlich dazu führen, dass ich keinen Zugang zu den Figuren finde, denn schließlich sind die meisten davon wahrscheinlich schon seit ein paar Bänden bekannt, und dennoch hatte ich das Gefühl, dass das nicht nur damit zusammenhängt.

Ja, das mag alles sehr gemein klingen und einer dieser Punkte hätte mich sicherlich auch nicht zum Abbrechen des Romans geführt, aber es waren so viele Sachen, die mich gestört haben (oder andersherum: mir fällt eigentlich nichts ein, was mich nicht gestört hat), dass ich einfach abbrechen musste. Aber gerade weil Engelmann sehr bekannt ist und ihre Bücher in jeder Buchhandlung liegen, wollte ich gerne meine Erfahrungen hier festhalten. Ich hatte den Roman tatsächlich auch in der Buchhandlung gesehen, habe mich aber gescheut für eine mir unbekannte Autorin das Geld auszugeben, zumal ich ja gar nicht wusste, ob mir diese Art von Romanen überhaupt gefallen. Gut, dass ich es nicht getan habe, dann hätte ich mich bestimmt noch mehr geärgert. Ich würde jetzt pauschal nicht alle Ost- und Nordseeromane ablehnen, aber ich bin mir relativ sicher, dass ich zu Engelmann so schnell nicht wieder greifen werde.

Wir sind eure Erfahrungen mit solchen Romanen oder konkret mit dieser Autorin? Habe ich vielleicht einfach mit viel Pech ihren schlechtesten Roman erwischt und der Rest ihrer Romane ist super?

Montagsfragen

Montagsfrage: 10. Februar 2020

Montagsfrage: Welche Autoren-Kollaboration wäre euer Traum?

Hallo ihr Lieben,

diese Woche will Antonia wissen, welche Autorenkolaboration unser Traum wäre. Dazu muss ich sagen, dass ich mir noch nie größere Gedanken gemacht haben, obwohl ich letztes Jahr zwei Bücher gelesen habe, die von zwei Autorinnen zusammen geschrieben wurden. Auch in der Vergangenheit habe ich schon ein paar Bücher gelesen, die von zwei Autoren gemeinsam geschrieben wurden. Großartig aufgefallen, indem beispielsweise der Stil von Kapitel zu Kapitel wechselt, ist mir das bisher eigentlich nicht.
Gerne würde ich mal ein Buch von Sir Arthur Conan Doyle und Agatha Christie lesen. Das fände ich mal richtig spannend und hätte bestimmt etwas für sich. Aber mir ist natürlich schon klar, dass es dazu nicht mehr kommen wird, wenn ich nicht vor habe, in der Zeit zurück zu reisen.
Was ich interessant finde, sind solche kolaborativen Autorenprojekte, bei denen eine Grupe von (Laien-)Autoren gemeinsam ein Buch schreibt oder bei denen die Leser selbst zu Autoren werden können und die Geschichte weiterspinnen können und nicht etwa wie bei Fan Fictions eigene Geschichten neben den eigentlichen Autorengeschichten schreiben, sondern wirklich mitschreiben können an einem Buch oder einer Reihe.
Was haltet ihr von Autoren-Kollaborationen? Gibt es vielleicht welche, auf die ihr insgeheim schon länger hofft?

Liebe Grüße
Vanessa

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Ein Fall geschickter Täuschung von Sir Arthur Conan Doyle

In der dritten Kurzgeschichte „Ein Fall geschickter Täuschung“ von Sir Arthur Conan Doyle geht es um eine junge Frau, Mary Sutherland, die zögernd Sherlock Holmes aufsucht. Sie vermisst ihren Bräutigam. Die beiden Männer, Dr. Watson und Sherlock Holmes, haben zuerst einen Eheschleicher im Verdacht, doch Mary erzählt, dass sie ihren Verlobten gar nicht geheiratet hat. Sie schildert wie sie den jungen Mann kennen gelernt hat. Sie war öfter mit ihm spazieren, allerdings immer während ihr Stiefvater auf Reisen war. Ihre Mutter hatte ihre Treffen mit dem zuvor unbekannten Mann unterstützt und obwohl die beiden Frauen den Mann kaum kennen, darf Mary sich weiter mit ihm treffen und die Mutter setzt sich sogar für eine baldige Hochzeit ein, da sie nicht will, dass ihr zweiter Ehemann etwas von der Heirat mitbekommt. Wenn seine Stieftochter verheiratet ist, kann der Mann nichts mehr gegen die Hochzeit einwenden.

Als am Hochzeitstagmorgen die Kutscher vor der Kirche hält, ist diese leer. Der Kutscher ist verdattert und kann sich nicht erklären wo sein Fahrgast verschwunden ist und auch Mary und ihre Mutter sind verwirrt. Mary meint, dass ihr Verlobter, wenn er nur an ihr Geld gewollt hätte, es ja leicht gehabt hätte, sie einfach zu heiraten aber so hatte sie ihm gelobt, denn er war am Morgen vor der Kutschfahrt seltsam gewesen und hatte sie gebeten, egal was da kommen möge auf ihn zu warten, dass sie auf ihn warten möge. Sherlock Holmes hat einen Verdacht, denn ihm ist relativ bald klar, wer der Einzige ist, der etwas von diesem seltsamen Verlobten gehabt hätte. Solange Mary unverheiratet ist, hat ihr Vater die Gewalt über ihr Vermögen. Sie lebt derzeit von ihrem Gehalt als Schreibmaschinenschreiberin. So kann ihr Stiefvater über ihr Vermögen schalten und walten und so hatte er mit Marys Mutter gemeinsam den Plan gefasst, Mary einen Verlobten vorzusetzen in den sie sich verliebt und der sie kurz vor der Hochzeit aber mit dem Versprechen, dass sie auf ihn warten würde, sitzen lässt. Jetzt kann Mary lange warten, denn ihr Verlobten wird nicht zurückkehren und somit hat ihr Stiefvater weiterhin die Gewalt über das Geld. Dieser Stiefvater, James Windibank, hatte sich als der Mann, Hosmer, in den sich Mary verliebt hat, ausgegeben.

Holmes beschließt aber, obwohl er das Verschwinden von Hosmer aufklären konnte, dass Mary über diesen Verlust auch ohne sein Zutun hinwegkommt, denn er weiß, dass diese Geschichte einfach viel zu unglaublich ist, als dass sie ihm glauben würde.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich am Anfang ein bisschen enttäuscht war, denn auch die dritte Geschichte des Sammelbandes enthält keinen Mord. Dafür sucht eine junge Frau nach ihrem Verlobten. Irgendwann ist natürlich klar, wie sich alles zugetragen haben muss, schließlich gibt es eigentlich nur eine Erklärung, denn es spielen nur wenige Charaktere eine Rolle in dieser Geschichte. Aber irgendwie war die Erklärung dennoch nicht so wirklich befriedigend, weil sie einfach total unwahrscheinlich ist. Nicht nur die Tatsache, dass Marys Stiefvater, James, ihr so etwas antun kann und davon einmal abgesehen, wie kann die eigene Mutter der Tochter so etwas antun? Das ist doch einfach nur falsch. Ich meine, klar, dass man den Ehemann unterstützten will, aber wenn der so etwas macht, dann darf man ihn als Ehefrau einfach mal nicht unterstützten.

Wie dem auch sei, das Ende dieser Geschichte hat mir überhaupt nicht gefallen, denn es stellte Mary Sutherland als kleines, naives Frauchen da, das sich nicht nur von einem Mann, dem sie eigentlich vertrauen können sollte, hat täuschen lassen, sondern auch als eine zerbrechliche Puppe, der man die Wahrheit über ihren Stiefvater und ihre Mutter nicht sagen kann, weil sie sonst zusammenbrechen würde.

Insgesamt mochte ich diese Kurzgeschichte Ein Fall geschickter Täuschung von Sir Arthur Conan Doyle weniger gerne, sodass ich sie leider nicht weiterempfehlen kann.

Das Eulenhaus von A. Christie

Inhaltsangabe: Das Eulenhaus von Agatha Christie

In dem Kriminalroman Das Eulenhaus von Agatha Christie geht es um den Arzt John Christow, der mit seiner Frau Gerda und anderen Bekannten Lucy und Henry Angkatell besuchen fährt. Gemeinsam wollen sie ein schönes Wochenende verbringen.

Der Kriminalroman beginnt damit, dass erst einmal alle beteiligten Figuren vorgestellt werden: John und Gerda Christow, deren Gastgeber Lucy und Henry Angkatell und deren Verwandte Midge, Edward, David und Henrietta. Man lernt die Figuren kennen und versteht wie sie in Alltagssituationen handeln. Darüber hinaus unterhalten sich beispielsweise Midge und Lucy über eine vergangene Feier und wie sich die Figuren damals verhielten, sodass man einen Eindruck von ihnen bekommt und versteht wie ihre Charaktere funktionieren.

Nachdem das Setting geklärt ist, fahren die Figuren für das gemeinsame Wochenende aufs Land. Gerda sieht dieser Reise mit gemischten Gefühlen entgegen, denn sie weiß, dass alle sie dort für dumm halten. Auch die anderen sind sich nicht so sicher, was sie genau von dieser Reise zu erwarten haben. Als am Abend dann plötzlich eine schöne Fremde die Feier sprengt, spitzt sich die Situation weiter zu, denn die Fremde, ist gar nicht für jeden unbekannt: Es handelt sich um Veronica eine Ex-Freundin von John.

Am nächsten Tag wird John am Pool erschossen aufgefunden. Die übrigen Hausbewohner kommen zu der Szene hinzu und finden Gerda, die mit einer Pistole über ihrem Mann stirbt. Dieser röchelt mit letzter Kraft einen Namen „Henrietta“. Mit Henrietta hatte John eine Affäre und so denkt die Polizei natürlich, dass Henrietta die Mörderin sein könnte. Doch auch Lucy, die immer ein bisschen seltsam handelt und mit ihren Gedankensprüngen jeden zu verwirren vermag, trägt eine Waffe mit sich herum. Edward hat ein Motiv, weil er Henrietta liebt und sie vielleicht durch den Mord an seinem Rivalen für sich gewinnen wollte und Gerda hat als betrogene Ehefrau natürlich erst recht ein Motiv.

Doch die einzelnen Puzzlestücke wollen nicht recht zusammenpassen: Die Waffe, die Gerda in der Hand hielt, war nicht die Mordwaffe, dafür taucht die Mordwaffe Tage später bei Hercule Poirot im Garten auf. Im Poolhaus befinden sich die von Veronica ausgeliehenen Streichholzpäckchen, die sie angeblich so dringend brauchte und Henrietta kann um ihren Geliebten nicht wirklich trauern.

Das Eulenhaus von A. Christie

Rezension: Das Eulenhaus von Agatha Christie

Das Eulenhaus von Agatha Christie ist wieder einmal ein Krimi mit Hercule Poirot, der dieses Mal erst später zur Gesellschaft hinzukommt. Allgemein ist das Setting kein gänzliches Neues, wirkt aber vielleicht auch gerade deshalb wie ein typischer Christie. Eine kleine Gruppe an Menschen zieht sich in ein schickes, ruhiges Landhaus zurück, um dort ein ruhiges Wochenende verbringen zu können und wird aus dieser Idylle jäh herausgerissen als einer von ihnen stirbt. Nun ist Poirot nicht einer der Freunde, sondern ein Gast, der noch gar nicht wirklich da war als der Mord geschieht. Stattdessen kommt er gerade hinzu als der Mord entdeckt wird und glaubt erst einmal, dass man ihm ein Theaterstück vorspielt, weil er an solche Zufälle nicht glauben kann.

Abgesehen von diesem sehr typischen Setting mochte ich an diesem Krimi auch, dass die Figuren zuvor so lebendig dargestellt werden. Die Autorin nimmt sich am Anfang unglaublich viel Zeit bis der eigentliche Mord geschieht und der Detektiv auf den Plan tritt. So hat der Leser viel Zeit sich mit den Figuren auseinanderzusetzen und kann so dann nach dem Mord auch abschätzen, ob eine Figur der Mörder sein könnte, ob er bei seinen Aussagen lügt und dergleichen. Das geht bei Christie sonst häufig verloren und so ist es mir besonders positiv aufgefallen, dass der Krimi hier einen solch großen Fokus darauf legt.

Die Figuren haben mir unter dem Strich nicht so wahnsinnig gut gefallen, weil für mich keine dabei war, mit der ich mich wirklich gut identifizieren konnte und die Figuren auch manchmal Sachen gemacht haben, die ich überhaupt nicht gut fand. Beispielsweise weiß Henrietta, dass John mit Gerda verheiratet ist und dennoch hält sie es für nötig sich heimlich mit dem Mann zu treffen. Und auch sonst hatte man an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass die Figuren Geheimnisse für sich behalten, die nicht einmal der Erzähler kennt und somit auch nicht der Leser. Das macht es schwieriger einen Zugang zu den Figuren zu finden.

Aber abgesehen davon hat mir Das Eulenhaus von Agatha Christie wirklich gut gefallen und wer einmal einen relativ typischen Krimi der Autorin lesen möchte, der macht trotz des langen Intros nichts falsch mit diesem Roman.