Stilettos für Anfänger von L. Foster

Rezension: Stilettos für Anfänger von Lori Foster

Stilettos für Anfänger ist der zweite Teil der Sawyer-Geschwister-Reihe von Lori Foster. Ich mochte die Idee ganz gerne, dass eine junge Frau versucht Verführung aus Büchern zu lernen, und schließlich hat sie ja auch noch ihre beste Freundin Lacy, die ihr tatkräftig zur Seite steht, allerdings arbeitet Annie am Ende nicht wirklich aktiv mit den Büchern, sondern man liest nur, dass sie sie alle gelesen oder zumindest mal durchblättert hat. Guy Donovan wird mir irgendwie nicht richtig sympathisch, obwohl er mir ziemlich leid tat, aber man erfährt sehr wenig über ihn und irgendwie fehlten mir ein paar Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt, was vielleicht damit einhergeht, dass er der passivere Partner in dieser Liebesgeschichte ist. Und das ist auch das, was mir recht gut gefiel: Ein Mann, der verführt wird – obwohl das ähnlich auch schon im ersten Band und Spoiler: auch im letzten Band so sein wird. Guy wird zwar von Annie verführt, soll sie aber natürlich als großer, starker, erfahrener Mann in die Kunst der körperlichen Liebe einführen. Ich finde es wirklich anstrengend, dass sowohl Lacy als auch Annie noch jungfräulich in diese Beziehungen gehen. Dieses Frauenbild ist wirklich antiquiert inzwischen, wobei ich die Gründe dafür natürlich verstehe. Annie ist die unschuldige, kleine Schwester, die von ihren Brüdern beschützt werden muss und auch von Guy nicht begehrt werden darf, schließlich ist sie ja noch unschuldig und wohlbehütet. Aber irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass es einen anderen Weg gegeben hätte, Annie als Figur anzulegen. Und natürlich ist mir, und auch vielen Lesern, der beiden Rezensionen der ersten beiden Teile, wohl bewusst, dass die Geschichten eine gewisse Ähnlichkeit haben, aber ich finde, der Vorteil ist, wenn man diese beiden Kurzromane liest, dass man das Gefühl hat, die Figuren schon ein bisschen kennenzulernen. Normalerweise lernt man eine Figur in ihrem Roman, in welchem sie eben Protagonist ist, kennen und Lori Foster macht es bei ihren Reihen öfter so, dass man die Figuren vorher schon kennenlernt, oder erfährt wie die Beziehung läuft, deren Entstehen man mitverfolgen konnte. Das hat seinen eigenen Reiz, den ich hier keinesfalls vernachlässigen möchte, wenngleich natürlich diese Beobachtungen sehr oberflächlich bleiben, weil auf etwa 160 Seiten pro Roman nicht wirklich viel Platz bleibt, um auch noch die anderen Protagonisten der Geschichten besser kennenzulernen. Leider hatte ich bei Stilettos für Anfänger auch oftmals das Gefühl, dass es wirklich ausschließlich um den Geschlechtsverkehrt und die Verführung ging. Diese einseitige Dimension gefiel mir überhaupt nicht und ich musste mich vor allem am Ende ein wenig durch den Roman quälen.

Insgesamt mochte ich Stilettos für Anfänger von Lori Foster nicht so richtig gerne. Und noch ein Wort zum Schluss: Das Cover, vor allem mit dem Wort Sommer Edition in der rechten oberen Ecke suggeriert Summerfeeling, welches bei mir bei diesem Sammelband aber bisher nicht aufkam. Die erste Geschichte spielt im Dezember und Januar, die zweite im nasskalt-trüben Übergang von Winter in Frühling (schließlich hatten wir vereiste Straßen), sodass ich diese Romane eher im Winter lesen würde, denn vor allem beim ersten Roman kam bei mir sogar ein wenig Weihnachtsstimmung auf.

Zum Küssen schön von L. Foster

Inhaltsangabe: Zum Küssen schön von Lori Foster

In dem Kurzroman Zum Küssen schön von Lori Foster geht es um Lacy und Daniel. Dieser Roman ist der erste Teil der Sawyer-Geschwister-Reihe, die in dem Sammelband Sexy3 veröffentlicht wurde. In diesem ersten Band geht es um den ältesten Bruder Daniel Sawyer, der als Arzt im örtlichen Krankenhaus arbeitet. Er will eigentlich gerade Feierabend machen als eine Patientin hereinkommt, die er gut kennt: Lacy McGee ist Sexualtherapeutin und die beste Freundin seiner jüngeren Schwester Annie. Daniel und Lacy geraten immer wieder einander und so ist nicht nur sie überrascht, als er sie nach dem Krankenhausbesuch fürsorglich nachhause fährt und sich dort rührend um sie kümmert. Da Daniel am nächsten Tag frei hat, bleibt er sogar über Nacht und besorgt ihre Tabletten. Die beiden unterhalten sich viel miteinander und entwickeln so langsam mehr Verständnis zueinander. Daniel erfährt mehr über Lacys Job, die gar nicht so ein lockeres Leben führt, wie er immer dachte. Ihre Wohnung ist bunt eingerichtet, weil sie Farben liebt, da sie aber keinen Sinn für die Kombination von Farben hat, trägt sie meistens schwarz um sich in der Öffentlichkeit nicht zu blamieren. Er erfährt, dass Lacy nie eine richtige Familie hatte, weil ihre Mutter immer versuchte mit mehreren Ehen eine Lücke zu füllen, sodass Lacy in ihrer Mutter keine richtige Bezugsperson hatte. Daniel hingegen wurde immer in die Rolle als großer Beschützer gedrängt. Vor allem seit seine Mutter gestorben war, denn sein Vater kam mit dem Verlust nicht zurecht und machte sich so zu allen Festen, Geburtstage und Weihnachten, aus dem Staub, sodass Daniel für sich und seine jüngeren Geschwister ein schönes Fest organisieren musste. Nun fällt es ihm schwer, seine kleine Schwester loszulassen, was Lacy schmunzelnd zur Kenntnis nimmt. Schließlich kommen die beiden zusammen und Daniel erfährt, was er nie vermutet hätte: Lacy war noch unschuldig als sie mit ihm schlief.

Montagsfragen

Montagsfrage: 9. September 2019

Montagsfrage: Welche Fragen würdet ihr gern stellen?

Hallo ihr Lieben,

ich habe nicht aufgehört zu bloggen, sondern hatte in den vergangenen Wochen einfach nur Internetprobleme; leider auch recht unerwartet, sodass ich Schwierigkeiten hatte, irgendetwas vorzubereiten. Leider kommt sowas dann auch immer in solchen Phasen, in denen noch total vieles anderes ansteht, sodass man dann einfach damit leben muss. Nun bin ich aber – hoffentlich – erst einmal wieder mit der Welt verbunden, und werde natürlich auch vieles nachtragen.
Nun zur eigentlichen Montagsfrage: Die Frage finde ich total spannend, weil man natürlich einige Fragen hat, die man gerne mal anderen Stellen würde. Fängt bei so profanen Sachen wie „Was liest du eigentlich derzeit?“ an und geht bis hin zu Fragen wie „Was war das schlechtes Buch, das du jemals angefangen/gelesen hast?“ „Liest du lieber normale Bücher, HCs, TBs, E-Books oder eine ganz andere Realisationsform?“ „Was hältst du eigentlich von enhanced/enriched E-Books? Hast du damit Erfahrungen und wenn ja, welche?“ „Was meinst du, wie könnte man E-Books bekannter/beliebter machen?“ „Liest du gerne kleinere/unbekanntere Autoren/Verlage?“ „Was hältst du von den ganz normalen Klassikern (die man auch aus dem Schulunterricht kennt)?“

Und so fort.

Liebe Grüße
Vanessa

Agatha Christie-Kurzgeschichten

Das Geheimnis des blauen Kruges von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Das Geheimnis des blauen Kruges von Agatha Christie spielt Jack Hartington jeden Morgen vor der Arbeit Golf. Eines Morgens hört er genau um 7:25 Uhr einen Schrei. Eine Frau schreit, dass jemand ermordet wurde. Jack findet niemanden, der das geschrien haben könnte. Nur eine junge Frau steht im Garten des einzigen Häuschens, doch sie will nichts gehört haben. Er hört den gleichen Schrei nach an anderen Morgen und zwar zur gleichen Zeit am gleichen Ort, doch die junge Frau, die er dabei immer antrifft, behauptet weiter, dass sie nichts gehört hat. Als er eines Tages einen Mann aus seinem Hotel trifft, der ihn interessiert mustert, ahnt er, dass man ihm seine Hirngespinste langsam an sieht und so spricht er Doktor Lavingston an. Dieser geht mit Jack gemeinsam golfen, doch auch er hört keinen Schrei. Gemeinsam finden sie heraus, dass Jack den Schrei aber wohl wirklich gehört haben muss und dass dieser wohl an die Umgebung um das Landhaus gebunden ist und an die Uhrzeit 7:25 Uhr. Als nun auch noch das junge Mädchen den Schrei hört, wollen der Doktor und sie gemeinsam mit Jack diesen Schreien auf den Grund gehen. Sie finden heraus, dass ein blauer Krug, der einmal in dem Landhaus gestanden haben muss, der Grund für viele seltsame Vorkommnisse gewesen sein könnte, denn in dem Landhaus haben immer wieder Menschen gewohnt doch nach mehr oder weniger kurzer Zeit sind alle wieder sehr plötzlich und teilweise ohne Abschied oder ihre Sachen wieder ausgezogen. Jack erkennt den blauen Krug wieder, er gehört einem Onkel und so leiht er sich den Krug von diesem. Doch können sie mit dem Krug dem Geheimnis auf den Grund kommen?

Das fiese an Rezensionen vor allem von Krimis ist ja, dass man das Ende nicht verraten darf oder soll, und das ist besonders dann fies, wenn die Enden so super gemacht sind wie bei Christie. Auch hier würde ich gerne wieder so viel über das Ende erzählen, weil ich es wirklich beeindruckend finde wie hier der gesamte Spuk aufgelöst wird, doch natürlich darf ich das nicht. Nur so viel sei gesagt: Es gibt für alles eine Erklärung, mag sie auch noch so unwahrscheinlich sein.

Besonders interessant ist auch an dieser Geschichte wieder, dass es keinen Ermittler gibt und es gibt auch keinen Mord im eigentlichen Sinne, sondern wie man es schon aus dem Spiegelbild oder Die Puppe der Schneiderin kennt eine seltsame, mysteriöse vielleicht sogar gruselige Begebenheit, die dann von den Protagonisten aufgeklärt werden soll und meistens relativ offen gelassen wird. Dem ist hier zumindest nicht so. Natürlich gibt es diese seltsame, gruselige Begebenheit mit den Schreien, die am Anfang nur Jack hört, doch hier wird die Begebenheit aufgelöst.

Die Figuren haben mir recht gut gefallen, wenngleich sie alle nicht so präzise ausgestaltet sind wie man sich das bei einem ausgewachsenen Krimi vielleicht wünschen würde, aber zumindest Jack wird so beschrieben, dass man sich in ihn und seine Angst hineinfühlen kann, obwohl er gar nicht so ausführlich beschrieben wird. Auch das Mädchen und der Doktor werden so beschrieben, dass man sich ein bisschen in sie reindenken kann, aber hier ist es nicht so nötig, denn sie stehen dem Protagonisten ja nur zur Seite und sind nicht direkte Hauptfiguren, da es ja eigentlich nur um Jack Hartington geht.

Insgesamt ist Das Geheimnis des blauen Kruges von Agatha Christie eine nette kleine Geschichte, nichts besonders, aber wer auf Krimi-Geschichten ohne Mord und Totschlag und ohne Ermittler steht, sondern sich eher für die Richtung Phantastik oder eine Mischung aus Phantastik und Krimi interessiert, der kann mit dieser Geschichte durchaus seine Freude haben.

Zum Küssen schön von L. Foster

Rezension: Zum Küssen schön von Lori Foster

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir den Band kaufte und nicht wusste, dass es die drei Teile einer Reihe sind, aber der Vorteil ist, dass man die Trilogie nach dem Lesen des Buches beendet hat. Und da die Geschichten immer recht kurz sind, bietet es sich auch an, diese in relativer kurzer Zeit zu lesen, da die Figuren die gleichen sind und somit die Geschichten immer ein bisschen weiter gesponnen werden können, sodass man das Gefühl hat knappe 500 Seiten bei einer Familie dabei zu sein. Ich war am Anfang von den Streitereien zwischen Daniel und Lacy genervt, aber vielleicht war das Sinn der Sache, damit klar wird, dass die beiden wirklich verschieden sind, aber sogar noch als die beiden sich annäherten stritten sie. Und das ist das, was mir wirklich nicht gefallen hat. Ich kann nachvollziehen, dass es notwendig war, dass die beiden sich regelmäßig streiten, denn schließlich will man ja darstellen, dass die beiden sich gerade nicht ähnlich sind und dass sie verschiedene Ansichten auf das Leben haben, aber für mich kamen die Streitereien aus dem Nichts. Sie unterhalten sich gerade noch und in der nächsten Minute wird ein riesiger Streit vom Zaum gebrochen und man versteht als Leser nicht, weshalb sich die beiden Protagonisten streiten. Vielleicht wollte die Autorin darauf hinaus, dass es um Kommunikation geht? Lacy und Daniel streiten wegen Kleinigkeiten und wenn sie ehrlich zueinander wären und sich offen über ihre Gedanken und Gefühle austauschen würden, würden sie nicht so sehr miteinander streiten? Aber das kam für mich irgendwie nicht richtig raus. Und mir fehlte auch der Grund, warum sich die beiden ineinander verliebt haben. Klar, sie kennen sich schon bevor der Leser Lacy und Daniel kennenlernt, aber mir fehlte irgendwie ein Funke, damit es für mich nicht so überraschend kommt.

Alles in allem ist Zum Küssen schön von Lori Foster ein ganz netter Roman, dem aber einiges fehlt um wirklich toll zu sein. Die Idee von drei kurzen Romanen, die im Kontext miteinander auch einen Einblick in das Leben nach dem Zusammenkommen, das normalerweise seltener gezeigt wird, ermöglichen, hat mir gut gefallen.

The Content Machine von M. Bhaskar

Inhaltsangabe: The Content Machine von Michael Bhaskar

Das Buch von Michael Bhaskar aus dem Jahr 2013 heißt The Content Machine und trägt den Untertitel Towards a Theory of Publishing. Bhaskar teilt sein Buch in sechs Kapitel ein und ergänzt es neben Einleitung und Fazit noch mit einer Bibliographie und einem Index.

In der Einleitung versucht Bhaskar zu klären was genau eigentlich das Publizieren ausmacht und bringt verschiedene Erklärungsversuche und Definitionen zusammen. Er merkt, dass sich die Publikationslandschaft in den letzten Jahrhunderten verändert hat und dass sie immer weiter im Umbruch begriffen ist, weshalb er es für nötig erachtet – vor allen in Zeiten von Self-Publishing und Internet – Verlegern etwas an die Hand zu geben, dass ihre Tätigkeit ausmacht, damit sie sich selbst verteidigen und die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit herausstellen können.

Kapitel 1 ist überschrieben mit The Problem of Publishing und behandelt dabei neben der Wortherkunft von Publishing auch die Schwierigkeit der Fassbarkeit von den zu publizierenden Medien, da man ja nicht nur Bücher, sondern auch Spiele und Musik publizieren kann.

Im zweiten Kapitel, The Digital Context and Challenge, geht er auf das digitale Publizieren ein und er bespricht die Unterschiede, die es zum normalen Publizieren gibt. Auch geht er auf die Konsequenzen, die das digitale Publizieren haben kann, näher ein.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit „How Content Works“ und geht dabei näher auf Frames ein, die von Verlegern genutzt werden, um ihre Bücher an den Mann oder die Frau zu bringen. Allgemein geht es in den Kapiteln 3, 4 und 5 um vier verschiedene Kategorien, die er sich für seine Theorie ausgedacht hat und auf die er näher eingeht.

Kapitel 4 (The System of Publishing) behandelt deshalb Filtering und Amplification, die wie die Frames und die in Kapitel 5 behandelten Models zu den Kernkompetenzen eines Verlegers gehören. Beim Filtering geht es eben darum, dass ein Verleger nicht alles veröffentlichen kann und will und bei der Amplification geht es grob gesagt um alle möglichen Möglichkeiten des Marketings.

Kapitel 5 behandelt die Models, die Bhaskar grob gesagt in zwei verschiedene Models einteilt. Für ihn gibt es die „For-Profit“- und die „not-for-Profit“-Models. Natürlich wollen viele Verlage Geld mit ihren Veröffentlichungen verdienen, aber manche legen auch Wert darauf besonders schöne Ausgaben zu machen oder wichtige Texte, weil sie religiös, politisch oder ästhetisch wertvoll sind, zu veröffentlichen. Hier können sich Models sogar vermischen, was eigentlich sogar der Regelfall ist.

Kapitel 6 Adressing Problems, Meeting Challenges beschäftigt sich mit dem den zuvor vorgestellten Kategorien eingeordnet in ein System, außerdem geht es darum welche Möglichkeiten Verleger in Zukunft haben, um nicht überflüssig zu werden und es geht beispielsweise um andere Modelle wie Open Access.

Im Fazit versucht Bhaskar optimistisch in die Zukunft zu blicken und positiv auf die neuen Technologien, die den Verlegern ja auch Vorteile bringen können, zu reagieren.

Montagsfragen

Montagsfrage: 2. September 2019

Montagsfrage: Welches Buch hat dich das letzte Mal so richtig inspiriert?

Hallo ihr Lieben,

Antonia will heute von uns wissen welches Buch uns das letzte Mal so richtig inspiriert hat. Ich glaube nicht, dass mich ein Buch in letzter Zeit so richtig inspiriert hat, aber ich fand Buchstäblich Liebe von Ali Berg und Michelle Kalus ziemlich gut und gegebenenfalls auch inspirierend.
Wie ist das bei euch? Welches Buch hat euch als letztes inspiriert?

Liebe Grüße
Vanessa

Kurze Geschichten

Rund um’s Lesen: Kurze Geschichten

Heute soll es im Rund um’s Lesen-Beitrag um kurze Geschichten gehen. Und ich meine damit gar nicht Kurzgeschichten wie man sie aus der Schule kennt oder in Geschichtsanthologien findet, sondern kurze Geschichten. Also wirklich kurze Geschichten. Also wirklich richtig kurze Geschichten. Hemingway schrieb einst eine Geschichte über Babyschuhe. Und er hat dafür nur sechs Wörter gebraucht.

Wahrscheinlich denkt ihr euch jetzt: Ja, gut. Das kann ja gar keine richtige Geschichte sein, denn wie soll man eine ganze Geschichte mit nur sechs Wörtern schreiben? Ich bin nicht sicher, ob ich die Geschichte hier schreiben darf, da müsste man sich wahrscheinlich mal über Textdefinitionen streiten und darüber diskutieren, ob sechs Wörter schon das geistige Eigentum von jemandem sein können. Die Geschichte lautet: „For sale: Baby shoes. Never worn.“ Auf Deutsch wäre das dann sogar nochmal kürzer: Vier Wörter: Zu verkaufen: Babyschuhe, ungetragen.

Ist das eine Geschichte, oder was? Diese paar Wörter reichen, damit sich im Kopf ganze Welten entwickeln. Als ich diese Geschichte (übrigens bei Maryanne Wolf) das erste Mal las, dachte ich erst, dass da jemand Kinderschuhe verkauft, weil die Eltern diese nicht schön fanden oder weil es andere Gründe gab, die Schuhe nicht zu tragen. Im ersten Moment habe ich gar nicht an die anderen möglichen Gründe gedacht: Die Babyschuhe sind ungetragen und werden verkauft, weil es niemals jemanden geben wird, der sie tragen könnte.

Ich fand meine erste Reaktion irgendwie positiver, obwohl Hemingway vermutlich die letzter intendiert hat (ohne mich jetzt um die Autorenintention streiten zu wollen). Er wollte mit ein paar Wörtern eine ganze Geschichte erzählen und das gelingt ihm, denn man denkt unweigerlich darüber nach, wer diese Schuhe gekauft hat, in welcher Situation, und was genau konnte passieren, dass diese dann nicht mehr gebraucht werden und warum werden die Schuhe dann verkauft und nicht behalten oder gar weggeworfen? Hinter diesen paar Wörtern könnte sich jede Lebensgeschichte verbergen und auf die aufgeworfenen Fragen bekommt man wohl so schnell keine Antworten. Man kann sich wahrscheinlich ein ganzes Familienepos dazu ausdenken, oder einen Krimi oder ein Kriegsmelodram. Die Geschichte lässt sich also in so ziemlich jedes bekannte negative Genre einordnen und entsprechend interpretieren.

Es gibt noch ähnliche Versuche von anderen Schriftstellern, aber wenn ihr mich fragt, ist niemandem eine so beeindruckende sechs-Wörter-Geschichte gelungen wie Ernest Hemingway. Das merkt man auch daran, dass mir diese Geschichte schon seit Monaten nicht mehr aus dem Kopf geht. Ich stelle mir die oben aufgeworfenen Fragen tatsächlich und es quält mich, nicht zu wissen, was genau passiert ist.

Was haltet ihr von solchen kurzen Geschichten? Ist das schon ein Text? Ist das eine Geschichte? Oder einfach nur ein Satz, der nichts zu sagen hat und der nichts in euch auslöst? Ist vielleicht das Auslösen von Emotionen ein Kriterium für einen Text? Kennt ihr ähnliche kurze Geschichten?

The Content Machine von M. Bhaskar

Rezension: The Content Machine von Michael Bhaskar

Michael Bhaskar versucht in der Einleitung erst einmal seinen Standpunkt klarzumachen, was sehr hilfreich ist, wenn man sich vorher noch nie mit den Problemen von Verlegern auseinandergesetzt hat. Darüber hinaus ist es auch hilfreich, weil man erst durch die Zusammenstellung von verschiedenen Meinungen das breite Spektrum was a) ein Verleger alles tut und b) was ihre Selbstwahrnehmung ist besser versteht.

Der Aufbau danach wirkt, wie ihr vielleicht an meiner Inhaltsangabe gemerkt habt, auf den ersten Blick erst einmal sehr übersichtlich und logisch geordnet, aber auf den zweiten Blick hatte ich beim Lesen immer wieder den Eindruck, dass Bhaskar selbst abschweift. Manchmal fragte ich mich, was das denn jetzt eigentlich mit der Sache zu tun hatte und habe einfach den Punkt nicht verstanden. Daran kann natürlich auch die englische Sprache Schuld gewesen sein, weil ich den Text ehrlich gesagt nicht besonders verständlich fand. Okay, es war ein englisches Fachbuch und eine Materie, mit der ich mich vorher kaum auseinandergesetzt hatte und viele der Ideen und Ansätze gar nicht kannte, aber auch, dass Bhaskar mit mindestens 2 Dutzend verschiedenen Theoretikern von Genette bis hin zu Latour, Goffman oder Bourdieu um sich schmiss erleichterte das Verständnis nicht gerade.

Was mir aber im Gegensatz dazu eigentlich recht gut gefallen hat, war, dass ich so viele Namen kannte; wenn ich sie auch nur schon mal irgendwo gehört hatte. Das ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, dass ich mich nicht gut genug in sämtlichen Theorien auskenne um direkt zu verstehen, was Bhaskar meinte. Die Idee viele Philosophen, Soziologen, etc. heranzuziehen, um eine Idee/Theorie für ein praktisches Betätigungsfeld aufzubauen, fand ich toll.

Im Grund macht Bhaskar aber nichts grundlegend Neues. Viele seiner Ideen sind schon mal irgendwo erwähnt worden, er ordnet sie nur neu, interpretiert sie anders, überträgt sie auf das Verlegen von Büchern und macht daraus ein großes Netzwerk an Kausalbeziehungen.

Insgesamt kann man The Content Machine von Michael Bhaskar auf jeden Fall mal lesen, wenn man sich für die Prozesse hinter dem Verlegen von Büchern interessiert, und dafür eine theoretische Grundlage sucht.

Für Emma & ewig von L. Foster

Inhaltsangabe: Für Emma & ewig von Lori Foster

In dem Roman Für Emma & ewig von Lori Foster aus der Reihe der Buckhornbrüder geht es um die junge Emma, die hinter Casey Hudson, den jugendlichen Sohn von Sawyer, dem ältesten der Buckhorn-Brüder, her ist. Emma behauptet vor ihren Eltern, dass sie von Casey schwanger ist und wird deshalb von ihrem Vater zu Casey und seiner Familie gebracht. Emma türmt in der Nacht aus Caseys Zimmer und verschwindet für acht Jahre. Mitten in der Nacht trifft Emma zusammen mit Damon, ihrem Ziehbruder, auf Casey, der sie mit in die Stadt nimmt. Er erkennt Emma nicht wieder, denn ihre Haare sind nicht mehr gefärbt, sie ist nicht mehr so stark geschminkt und hat sich auch sonst verändert. B.B., Emmas Hund, versteht sich gut mit Casey und so kann sich auch Emma nicht lange gegen Caseys Charme wehren. Casey will nicht noch einmal zulassen, dass sich Emma einfach wieder aus dem Staub, deshalb bietet er ihr an, dass er sie herumfährt so lange ihr Auto nicht repariert ist. Emma ist in Buckhorn um ihren Vater zu besuchen, der einen Schlaganfall hatte. Sie ist erfolgreich in ihrem Job als Masseurin und stolz darauf. Damon ist Sohn der Familie, die Emma aufnahm, nachdem sie von zuhause weglief. Obwohl er Emma mag und attraktiv findet, mag er sie nur als Schwester und nicht als Frau. Casey begleitet Emma ins Krankenhaus und findet so heraus, dass sie damals nicht wegen ihres Vaters die Stadt verließ, sondern wegen ihrer Mutter. Casey findet nach einigen Tagen heraus, dass Emmas Mutter Alkoholikerin ist und Emma es irgendwann nicht mehr mit ihren Eltern aushielt. Emma besucht ihren Vater regelmäßig, aber mit ihrer Mutter will sie nichts zu tun haben und so besucht sie ihre Mutter nicht einmal. Mit Casey und dessen Familie verbringt sie aber viel Zeit bis sie einen Anruf bekommt. Auf dem Parkplatz des Motels, in welchem Emma lebt, pöbelt ihre Mutter herum. Emma weiß, dass sie betrunken ist und versucht sie überhaupt nicht zu verstehen, sondern nur, sie zu beruhigen. Als Emmas Mutter zusammenbricht, merkt sie, dass sie nur eine Möglichkeit hat, wenn sie nicht will, dass Emma ihr ihren Mann vorenthält, denn Emmas Vater wird in den nächsten Wochen und Monaten viel Hilfe brauchen und sie möchte ihn mit sich nehmen. Emmas Mutter hat nur die Chance: Sie geht in Therapie und kann so regelmäßig ihren Mann sehen. Casey verliebt sich wieder in Emma und möchte sie in seiner Nähe wissen. Emma ihrerseits liebt auch Casey, sodass sie beide gucken müssen wie sie ihre Leben umstrukturieren können.