Lieblingsworte

Rapportieren

Das Verb rapportieren heißt, dass jemand einen Rapport abstattet oder Meldung macht, allerdings ist dies eine veraltete Bedeutung, heutzutage kann es auch im Architektenwesen verwendet werden, wo es bedeutet, dass sich ein Muster immer wieder wiederholt. Synonyme sind unter anderem: berichten, kommunizieren, referieren. Das Wort kommt wohl aus dem Französischen rapporter und bedeutet eigentlich wiederbringen, kommt ursprünglich aus dem Lateinischen, denn mit re ist zurück oder wieder gemeint und mit apporter ist apportieren gemeint. Aus diesen Teilen kann man sich die Bedeutung des zusammengesetzten Wortes eigentlich schon herleiten.

Die Weinbergfrauen von B. Guggisberg

Rezension: Die Weinbergfrauen von Brigitte Guggisberg

Ich habe Die Weinbergfrauen von Brigitte Guggisberg als Rezensionsexemplar beantragt, weil mich der Roman an Émilie und das kleine Restaurant von Annie L’Italien erinnert hat. Leider gab es überhaupt keine Ähnlichkeit mit dem Roman.

Ich habe erwartet, dass die drei Frauen einander nicht kennen, weil die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken es suggeriert, aber die drei kannten sich zumindest über Ecken und kommen auch alle nicht zufällig dort hin und packen dann mit an um den Weinberg zu retten, stattdessen sind sie alle aus anderen Gründen dort. Deshalb möchte ich kurz auf die drei weiblichen Hauptfiguren eingehen:

Valentina ist beinahe 30, benimmt sich aber wie eine 16-Jährige. Ich habe mich immer wieder gefragt wie eine erwachsene Frau so naiv sein kann. Sie fragt ihre verheiratete Affäre (und sie weiß, dass er verheiratet ist), immer wieder warum sie nie etwas unternehmen können und dass er doch sicherlich versucht sie zu verstecken. Er ist daraufhin ziemlich genervt und sagt ihr, dass er sie natürlich versteckt, weil er ja verheiratet ist. Dennoch denkt sie, dass er sie liebt. Auch als sich immer mehr herauskristallisiert, dass er sie die ganze Zeit belogen hat und inzwischen wohl schon eine neue Affäre hat, denkt sie immer noch, dass er bald auf das Weingut kommt und sich sicherlich freut, sie zu sehen.

Sandrine benimmt sich richtig gemein. Sie ist eine kluge Karrierefrau und man denkt sich, dass sie doch sicherlich sympathisch sein wird. Nein. Einfach nein. Sie ist knallhart und tut teilweise Sachen, die für mich am Rande der Legalität waren. Sie kommt auf den Hof und schnüffelt in Herrmanns Unterlagen rum. Als sie entdeckt wird, behauptet sie, sie dürfe dort sein, weil Roland sie ja beauftragt hat. Und soweit ich weiß, darf niemand einfach in das Haus eines anderen eindringen auch nicht, wenn es ihm mitgehört. Der andere wohnt dort schließlich seit etlichen Jahren alleine. Dann geht sie in den Weinkeller und veranstaltet einfach eine Weinprobe, um zu beweisen wie schlecht der Wein ist. Ohne zu fragen und sie verköstigt dort einen Wein, der ihr nicht gehört. Danach attackiert sie noch eine Ziege mit Pfefferspray und überlegt, ob sie ihr Baby abtreiben soll, einfach weil sie bezüglich ihrer Beziehung so unsicher ist.

Marlene versucht die ganze Zeit Herrmann zu überzeugen, das Weingut aufzugeben, damit sie ihren reichen Hamburger-Damen das Geld zurückzahlen kann, dass sie an den Betrüger verloren haben. Sie ist trotzig (und wird auch immer wieder so beschrieben in ihren Reaktionen) und egoistisch. Als sie erfährt, dass Valentina eine Affäre mit Roland hatte, wird Valentina von Herrmann auf dem Weingut gelassen und man kümmert sich um Marlena indem ihr die drei regelmäßig etwas zu Essen hinstellen und sie ansonsten in Ruhe lassen. Daraufhin meint sie, dass Herrmann es verdient habe, dass sie nun ihren Weinberg verkauft ohne es ihm zu erzählen, weil er sich ja nicht gut genug um sie gekümmert hat. So eine Reaktion erwartet man von einem Kind, aber doch nicht von einer erwachsenen Frau. Letztendlich setzt aber vor allem bei Marlene der Sinneswandel ein, sie schießt ihren Mann auf den Mond als dieser ihr durch die Blume verstehen gibt, dass er seinen Bruder fertig machen möchte und sie hilft das Weingut zu retten.

Man würde jetzt vielleicht denken, dass die drei Frauen am Anfang so negativ dargestellt werden müssen, damit sie dann am Ende einen guten Wandel vollziehen können, aber der kommt viel zu kurz so er denn überhaupt stattfindet. Teil 2 beginnt erst auf Seite 200 und dann dauert es auch noch etliche Seiten bis alle drei Frauen wirklich zusammen anpacken, um das Weingut zu retten. Gefühlt geschieht das nur auf den letzten etwa 50 Seiten. Hinzu kam, dass das Ende dann auch ziemlich abrupt kommt und für mich so viel offen gelassen wurde: Wie geht Roland mit dem Verlust seiner Frau um? Wer war denn nun eigentlich der Saboteur? Kommen Herrmann und Marlene zusammen? Wieso haben die Erntehelfer Herrmann damals wirklich im Stich gelassen? Das sind alles Fragen, die angeschnitten werden, dann aber doch offen bleiben, weil das Ende wirklich plötzlich kommt.

Von mir aus hätte man die drei Frauen gerne am Anfang etwas weniger ausführlich und weniger negativ darstellen dürfen und dann nochmal ausführlicher auf die Rettung des Weinguts eingehen dürfen, weil man das nur aus einer sehr distanzierten Perspektive geschildert bekommen. Also weniger Showing und mehr Telling und so konnte man sich nicht mal hier in die Situation hineinfühlen, obwohl das ja eigentlich der Schwerpunkt des Romans sein sollte; zumindest nach dem wie ich den Klappentext interpretiert hatte.

Auch hier ist das wieder ein wichtiger Punkt für mich: Ich weiß nicht wie negativ ich den Roman wahrgenommen hätte, wenn der Klappentext etwas näher an der wirklichen Handlung des Romans gewesen wäre. Dieser schürt schließlich Erwartungen beim Leser und wenn der die Erwartungen nicht erfüllen kann, dann ist man enttäuscht und das zusammen mit den negativen Charakteren und der seltsam Handlungsaufteilung dem abrupten Ende hat mir einfach das Lesevergnügen genommen.

Ein positiver Punkt ist aber doch noch zu nennen: Das Cover ist wirklich hübsch und hat mir gut gefallen und ich mochte auch, dass sich der Stil ziemlich flüssig lesen lässt.

Insgesamt war ich also nicht sonderlich begeistert von Die Weinbergfrauen von Brigitte Guggisberg und finde, dass man aus der Geschichte noch viel mehr hätte rausholen können.

 

 

 

Danke an den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!

Leseaktionen ·Leserunde: „Drõmar Ehre und Wut“ von Calin Noell

Leserunde: „Drõmar Ehre und Wut“ von Calin Noell Teil III

Hallo ihr Lieben,

ich bin immer noch an „Drõmar Ehre und Wut“ von Calin Noell dran. Die Leserunde ist in vollem Gange und ich bin nicht so richtig glücklich. Der Grund dafür ist folgender: Ich komme nicht vorwärts. Ich gebe zu, dass ich aufgrund von verschiedenen äußeren Umständen nicht unermesslich viel lese derzeit, aber ich nehme mir doch an den meisten Tagen so anderthalb Stunden um mit dem Buch weiterzukommen, dennoch habe ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten.

Während einige aus meiner Leserunde schon fertig sind und sogar schon die Rezension abgeliefert haben, bin ich vorgestern erst mit dem zweiten Teil fertig geworden (also Halbzeit). Das hat für mich mehrere Gründe: Zum Einen komme ich, wie erwähnt, nicht dazu so viel zu lesen wie ich gerne würde, zum Anderen habe ich das Gefühl, dass mein E-Reader mich betrügt. Ich habe das auf den ersten ca. 90 „Seiten“ nicht gemerkt, aber jetzt ist es immer häufiger so, dass ich einen Bildschirm lese, auf den nächsten wechsele und er die gleiche Seitenzahl anzeigt. Und das teilweise sogar mehrere Mal hintereinander. Natürlich komme ich dann auch faktisch nur recht mühsam von „einer Seite zur nächsten“, einfach weil immer die gleiche Seitenzahl dort steht. Das ist natürlich sehr deprimiert, wenn man Seite 103 3-Mal hintereinander liest, Seite 108 auch 2-Mal liest und Seite 115 wieder 3-Mal gelesen werden muss.

Außerdem empfinde ich es als unglaublich deprimierend, dass einige schon fertig sind mit dem Buch und es sogar schon rezensiert haben. Für mich gibt es dabei drei mögliche Wege: Ich ignoriere, dass alle gefühlt fertig sind und lese in meinem eigenen Tempo weiter, ich lese die Diskussion mit und mische mich unqualifiziert ein oder ich lege einen Zahn zu und lese noch mehr, auch wenn ich nicht weiß, wo ich die Zeit hernehmen soll. Daraus resultiert ja eigentlich schon die einzig sinnvolle Lösung: Ich ignoriere, dass alle gefühlt fertig sind und lese in meinem eigenen Tempo weiter. Das führt natürlich dazu, dass meine Diskussionsbeiträge nicht so fruchtbar sind, wie man sich das vielleicht wünscht, aber das kann ich dann leider nicht ändern.

Ich glaube ein Problem an diesem zeitlichen Ablauf hängt auch mit der E-Book-Form zusammen. Ich hatte das ja im letzten Beitrag schon angesprochen: Ich habe noch ein Buch vorher fertig lesen wollen. Ich habe heute erfahren, dass ich an der Leserunde teilnehme, hatte abends bereits das E-Book und die ersten Beiträge wurden am Tag darauf gepostet. Da hatte ich gar keine Zeit mich darauf vorzubereiten (sprich mein vorheriges Buch fertigzulesen). Ich habe interessehalber mal in eine andere Leserunde reingeschaut: Die Verlosung war etwa 5 oder 6 Tage her, kein einziger Beitrag war bisher erschienen. Warum? Weil es eine Print-Leserunde war. Die Leute haben Zeit zwischen Verlosung und Zustellung des Buches ihre angefangenen Bücher zu beenden und können sich dann (hoffentlich) voll und ganz auf das Leserundenbuch konzentrieren.

Vielleicht wäre das für E-Book-Leserunden auch eine Idee? Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr das schon erlebt, dass man auch bei E-Books mal ein paar Tage bekommt bevor die Leserunde richtig losgeht?

Liebe Grüße

Vanessa

Engelsblut von M. Kibler

Inhaltsangabe: Engelsblut von Michael Kibler

In dem Kriminalroman Engelsblut von Michael Kibler müssen Steffen Horndeich und Margot Hesgart gleichzeitig drei Morde lösen. Sonntagabend wird eine junge Frau von einem Zug erfasst. Sie scheint sich auf die Gleise gesetzt zu haben, um dort Suizid zu begehen. Am nächsten Tag wird ein Ehepaar ermordet in ihrem Haus gefunden. Dem Zustand der Leichen nach zu urteilen, lagen sie schon länger in ihrem Haus.

Bei dem ersten Tod handelt es sich offenbar um einen Suizid, und somit fällt der Tod von Susanne Warka aus ihrer Zuständigkeit. Bis ihre beste Freundin Sonja Leibnitz die Beamten eindringlich bittet sich noch einmal mit dem Tod ihrer besten Freundin zu befassen. Sie ist überzeugt, dass ihr Freund Reinhard Zumbill seine Freundin ermordet hat. Wie es ein unglaublicher Zufall will, hat sich Susanne angeblich vor genau seinen Zug geworden, denn Zumbill ist Lokführer. Hesgart bittet den Gerichtsmediziner noch einmal sich Susanne Warka anzusehen und tatsächlich findet seine Kollegin etwas: Ein Einstich mit einem Messer. Daraufhin ermitteln die beiden Ermittler auch in diesem Fall als Mordfall.

Gleichzeitig wurde auch das Ehepaar offenbar mit einem Messer niedergestochen. Wie es aussieht wurden die beiden am ersten Ferienwochenende ermordet und wurden von Regines Kollegin gefunden. Sie war misstrauisch, weil Regine nach den Ferien nicht zurück an die Schule kam, denn Regine war Lehrerin. Ihr Mann, Paul Aaner war Autohändler und hat mit Oldtimern und Klassikern gehandelt. Er ist durch dieses Geschäft ziemlich reich geworden und das sieht man auch an der Einrichtung. Dennoch hat der Räuber nur den Safe, der noch offen steht, gelehrt, aber sonst nichts mitgenommen. Paul wurde ziemlich brutal mit etlichen Messerstichen getötet während seine Frau nur einen einzigen Stich abbekommen hat.

Wie sich im Laufe der weiteren Ermittlungen herausstellt, war Regine Aaner nicht schwanger, obwohl sie das ihrer Freundin und Kollegin erzählt hatte. Sie hatte es auch schon der Schule weitergeleitet, dass sie schwanger war. Das kann der Gerichtsmediziner allerdings nicht bestätigen. Aber er bestätigt, dass Susanne Warka schwanger war, was die Ermittler überrascht, denn sie hatte zwar einen Freund, der hat aber bei seinen Vernehmungen nichts von der Schwangerschaft erzählt und auch sonst weiß niemand davon, dass Susanne ein Kind erwartet hat.

Irgendwie kommen ihnen diese Ungereimtheiten wirklich seltsam vor und so versuchen die Ermittler eine Verbindung zwischen den Frauen zu finden, von denen eine behauptet hat, schwanger zu sein und eine andere nicht schwanger war ohne es jemandem zu erzählen. Irgendwann finden die Ermittler heraus, dass Warkas Gynäkologe vor etlichen Jahren mit Paul Aaner in dessen Autowerkstatt zusammengearbeitet hat. Dr. Schaller hat also eine Verbindung zu allen drei Opfern und so ergibt sich das Motiv der Morde: Sie müssen irgendetwas mit der Leihmutterschaft von Susanne Warka und den leiblichen Eltern des Babys zu tun haben…

Und natürlich geht es auch im Privatleben der Ermittler mal wieder rund: Sandra, Steffens Ehefrau, ist mit der gemeinsamen kleinen Tochter von Steffen Horndeich noch zuhause. Sie hat eine gute Verbindung zu Doro, die Sandra bittet, sie zum Flughafen zu fahren, weil sie mit ihrem Freund nach England fliegen wolle. In der Zwischenzeit will sie gerne ihren Hund bei dem Ehepaar lassen. Margot erfährt durch Horndeich von Doros Urlaub und erfährt auch von dem Ehepaar, dass es sich gar nicht um einen mehrwöchigen Englandurlaub, sondern um ein karitatives Projekt in Afrika handelt. Doro muss die Unterschrift für die Erlaubnis gefälscht haben und ihr Ehemann, dessen leibliche Tochter Doro ist, ist gerade in den USA und interessiert sich mehr für seine Arbeit als für seine Tochter oder seine Ehefrau. Er sagt sogar den Heimaturlaub kurzfristig ab, was Margot nun endgültig zeigt: Ihre Ehe ist am Ende.

Engelsblut von M. Kibler

Rezension: Engelsblut von Michael Kibler

In dem 6. Kriminalroman der Horndeich-und-Hesgart-Reihe müssen die beiden sich sogar mit drei Morden herumschlagen. Auch Dienstreisen spielen mal wieder eine Rolle. Während Margot im Norden ermittelt, weil dort das Auto der Opfer gefunden wurde, muss Horndeich in die Ukraine, weil die Opfer eine Verbindung zu einer ukrainischen Fruchtbarkeitsklinik hatten. Hier kommen die Ermittler auch auf das Mordmotiv.

Der Darmstadtaspekt war auch in diesem Roman mal wieder von besonderer Relevanz: Margot spaziert über die Rosenhöhe und sucht sich einen ruhigen Platz in der Nähe der Mausoleen und auch ein Restaurant in der Stadt spielt eine Rolle, weil Margot dort eine Zeugin vernimmt und mit dieser zusammen zu Mittag ist. Da beide Mordopfer aber an keiner besonders bekannten Stelle in Darmstadt gefunden wurden, sind das neben einigen anderen Nennungen von Darmstadtorten dieses Mal die Hauptbezüge zur Stadt.

Besonders interessant fand ich dieses Mal die Verbindung zum Cover: Zum einen wird der Engel, der auf dem Cover abgebildet wird, in der Handlung erwähnt und ist der Treffpunkt von Margot mit einer anderen Zeugin, darüber hinaus ist aber auch der Titel neben dem Cover für mich noch etwas metaphorischer: Susanne Warka sollte den Aaners ein Kind durch eine Leihmutterschaft gebären. Hier könnte man also sowohl in Susanne (die auch einen Engelschlüsselanhänger geschenkt bekommt), als auch in das ungeborene Kind einen Engel hineininterpretieren. Für mich passten also Cover und Titel dieses Mal a) gut zusammen und b) auch noch super zum Inhalt.

Man darf aber nicht außer acht lassen, dass der Kriminalroman dieses Mal wieder ziemlich brutal war. Eine Frau wird von einem Zug komplett zerfetzt, was zwar nicht in allen Einzelheiten, aber dennoch mit ein paar Einzelheiten beschrieben wird. Das Ehepaar wird zwar auch blutig ermordet, aber noch schlimmer fand ich die Beschreibungen der halbverwesten Körper, die einem den Verwesungsgeruch beinahe in die Nase getrieben hat. Der Roman war nicht so schlimm wie andere von Kibler, aber für empfindsame Seelen ist der Krimi dennoch nicht geeignet.

Darüber hinaus gibt der Erzähler am Anfang einige Details über die Verdächtigen bzw. Zeugen Preis. So war für mich ziemlich von Anfang an klar, wer der Täter sein könnte. Einzig die Tatsache, dass alle drei Opfer erstochen wurde, hat mich ein bisschen verunsichert und dafür gesorgt, dass ich mir zwischenzeitlich nicht mehr ganz sicher war. Dennoch habe ich mich nur zeitweilig von der Spur abbringen lassen und so kam das Ende und die Aufdeckung der Mörder (ja, wieso nicht, wir haben schließlich vier Opfer) für mich nicht so wahnsinnig überraschend. Man hat rückblickend so das Gefühl gehabt, dass der Erzähler wusste, dass er vielleicht ein bisschen viel verraten hat und dass er jetzt den Leser von der Spur wieder abbringen muss. Aber gut, ich verrate nicht mehr.

Insgesamt hat mir Engelsblut von Michael Kibler ganz gut gefallen und ich kann den Darmstadtkrimi durchaus empfehlen, wenngleich die Brutalität den ein oder anderen Leser verschrecken könnte.

Leseaktionen ·Leserunde: „Drõmar Ehre und Wut“ von Calin Noell

Leserunde: „Drõmar Ehre und Wut“ von Calin Noell Teil II

Hallo ihr Lieben,

ich hatte euch ja ein Update versprochen, kam aber bislang noch nicht dazu, etwas zu schreiben. Die Leserunde hat begonnen. Wir sollen das Buch in vier Abschnitten lesen: Kapitel 1-7, Kapitel 8-14, Kapitel 15-22 und Kapitel 23-Epilog. Ich dachte irgendwie, dass das etwas geordneter abläuft als diese Vorgabe. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass die Autorin uns sagt bis wann wir welchen Abschnitt gelesen haben sollten, damit wir uns gut an den jeweiligen Diskussionen beteiligen können. Irgendwie hat sie dazu aber gar nichts gesagt. Die erste Teilnehmende hat sich direkt am nächsten Tag nach der Auslosung gemeldet, dass sie die ersten Kapitel gelesen hat und hat ihre Meinung dazu ins Forum geschrieben. Inzwischen gibt es sogar schon Leute, die nicht nur zum letzten Teil bereits diskutieren, sondern schon ihre Rezension geschrieben und veröffentlicht haben.

Okay, ich gebe es zu: Ich war wirklich verwirrt, dass es da keine Vorgaben gab, aber ich hatte auch noch ein anderes Buch, das ich gerne fertiglesen wollte bevor ich das nächste Buch anfange. Das hat dann eben noch mal drei Tage oder so gedauert bis ich mit Drõmar anfangen konnte. Ich mag das Buch bisher wirklich, und lese auch relativ schnell darin. Und genau deshalb hatte ich damit gerechnet, die anderen noch „einholen“ zu können. Schaffe ich aber wohl nicht mehr. Und das ist wirklich schade, weil ich so immer erst hinterher auf deren Diskussionsfragen eingehe, auch damit ich mich selbst nicht spoilere und wirklich meinen ersten Leseeindruck wiedergeben kann.

Ich weiß nur leider auch nicht wie ich das anders hätte machen können, schließlich konnte ich nun wirklich nicht damit rechnen, dass ich für die Leserunde ausgewählt werde und das andere Buch erst einmal weglegen wollte ich auch nicht, weil ich daran schon relativ lange gelesen habe und schon relativ kurz vor dem Schluss war.

Wie sehen eure Erfahrungen mit Leserunden aus? Wurde bei euch auch immer so ein Tempo vorgelegt? Ist das also normal? Oder sind die Leute bei mir einfach ganz besonders flott?

Liebe Grüße

Vanessa

Feuer und Gold von S. B. Durst

Inhaltsangabe: Feuer und Gold von Sarah Beth Durst

Der Roman Feuer und Gold von Sarah Beth Durst ist ein Jugendroman aus dem Genre Drachenfantasy.

Die 16-jährige Sky lebt mit ihren drei Brüdern Charles, Liam und Tuck und ihrem Vater zusammen in einer großen Villa. Sie gehören zu den Wyern, Drachen, die aber vor langer Zeit aus Heimat auf die Erde verbannt wurden und dort ihre Fähigkeit, sich in Drachen zu verwandeln, eingebüßt haben. Nur Feuer können diese Drachen noch speien, wobei Sky nicht besonders gut darin ist und sie haben eine große Vorliebe für Gold.

In dieser Gesellschaft gehört es dazu, dass sich die Wyern bei großen Raubzügen gegenseitig bestehlen. Mit dem ersten Raubzug wird man in die Reihen der Erwachsenen aufgenommen. Sky hat schon als Kind geturnt und geklettert und hat von ihren Eltern einen Enterhaken und Dietriche geschenkt bekommen. Als ihre Mutter nach einem Raubzug plötzlich verschwindet und ihre Familie dafür hat bestraft wird, versteht die junge Wyvern die Welt nicht mehr. Seit wann werden schiefgelaufene Einbrüche so hart bestraft? In der Folge wird ihnen ihre gesellschaftliche Stellung, ein beträchtlicher Teil ihres Vermögens genommen, aber sie werden auch aus der Gemeinschaft ausgeschossen. Ihr Vater verliert seinen Posten im Rat und Skys Freunde sprechen nicht mehr mit ihr, ihr Freund Ryan macht Schluss.

Sky lernt in der Folge Maximus kennen, der als Zauberer einen Zauber an ihre Familie verkauft. Als sie vor dem Juwelierladen ihren Ex-Freund Ryan trifft, spricht sie mit ihm. Er weiß, dass Skys Mutter in die Schatzkammer seiner Familie eingedrungen ist und dort irgendwo verschwunden sein muss. Sie wollte dort offenbar ein großes Juwel stehlen, das Ryans Vater unter Verschluss hält. Also plant Sky ihren ersten Raubzug: Sie will das Juwel stehlen und als Druckmitteln gegen Ryans Vater nutzen, damit er ihr sagt, wohin ihre Mutter verschwunden ist. Unterstützung erhält sie dabei von Ryan, aber auch Gabriela, eine menschliche Freundin von Sky, hilft ihr. Außerdem brauchen sie noch einen Zauber, sodass auch Maximus in ihr Team kommt.

Zu viert trainieren sie wochenlang für den Raubzug. Als Ryans Eltern ihren Hochzeitstag in einem Restaurant feiern, ist der Tag des Einbruchs gekommen. Es funktioniert alles gut und die drei können problemlos in die Schatzkammer der Familie eindringen bis Ryan, der die Kamerabilder überwacht, merkt, dass sein Vater viel zu früh wieder auftaucht. In der Schatzkammer finden sie das Juwel, das allerdings auch noch einmal verdrahtet ist. Es scheint auf einem Kissen mit einer Bombe zu stehen. Maximus verrät seine Freunde und berührt das Ei, wodurch er den Alarm auslöst. Gabriela und Sky müssen ohne das Ei fliehen und Sky schafft es zumindest, dass Gabriela weglaufen kann. Sie selbst wird von Ryans Vater zurück in die Schatzkammer gedrängt und wird dort verbannt.

Das Ei ist nämlich, wie sich herausstellt, ein Portal nach Heimat. Wenn Ryan mit politischen Gegnern, unliebsam gewordenen Familienmitgliedern oder anderen Wyern, die nach dem Portal gesucht haben, zu tun hatte, hat er sie durch das Portal nach Heimat verbannt. Theoretisch kann man von Heimat auch zurück in die Menschenwelt kommen, doch in der Schatzkammer sitzt eine Feuerbestie, deren Hitze nicht mal ein Drache aushält und stirbt jeder, der versucht, zurück in die Menschenwelt zu gelangen.

In Heimat trifft Sky ihre Mutter und das Geschwisterpaar Novi und Benden. Novi und Benden leben dort in verschiedenen Gesellschaftsschichten, denn man muss sich seinen Rang mit einer Prüfung verdienen. Auch Sky soll an dieser Prüfung teilnehmen, die aus zwei Teilen besteht. Zum einen muss man sich in einen Drachen verwandeln und fliegen können und man muss Feuer speien können. Sky meint, dass sie nicht Feuer speien kann und dass sie sich auch nicht in einen Drachen verwandeln könne, aber da die nächste Prüfung schon in wenigen Tagen ist, drängt die Zeit und so fängt Sky gleich an mit ihrer Mutter und Novi zu üben. Bei ihrem ersten Rundgang lernt sie Benden kennen, den Novi ihr als abschreckendes Beispiel zeigt. Benden kann nur Feuer speien deshalb ist er durch die Prüfung gefallen. Umso mehr Sky lernt, desto unfairer kommt ihr dieses Gesellschaftssystem vor.

So entwickelt sie einen Plan wie sie zurück in die Menschenwelt kommen könnten, doch sie weiß nicht ob es funktioniert und sie braucht Bendens Hilfe dafür. Wird er ihr helfen? Wird Novi das zulassen? Und schaffen sie es überhaupt an der Feuerbestie vorbei und raus aus der Schatzkammer?

Feuer und Gold von S. B. Durst

Rezension: Feuer und Gold von Sarah Beth Durst

Ich hatte den Jugendroman Feuer und Gold von Sarah Beth Durst im Bloggerportal gesehen und wollte ihn haben, habe ihn aber nicht bekommen. Also habe ich ihn mir nach langem hin- und herüberlegen selbst gekauft. Ich habe es mir echt überlegt, weil ich mit dem Genre vorher noch nichts zu tun hatte und deshalb überhaupt nicht einschätzen konnte, ob er mir gefällt. Die Leseprobe hat mir vor Wochen gut gefallen und irgendwie konnte ich nicht anders: Ich muss den Roman einfach lesen.

Das hat dann nur ein Problem: Man hat unglaublich hohe Erwartungen und damit habe ich schon ziemlich häufig echt schlechte Erfahrungen gemacht. Gefühlt war es immer so, dass ich immer enttäuscht wurde, wenn ich zu hohe Erwartungen von einem Buch hatte. Doch dieses Mal war es anders.

Die Geschichte selbst, hat ziemliche viele Wendungen und ging relativ schnell immer wieder. Da habe ich mir dann hin und wieder gedacht, dass man daraus mit ein bisschen Ausbau auch gut eine Trilogie hätte machen können. Das hätte der Geschichte an der ein oder anderen Stelle sicherlich ganz gut getan, wenn es ein bisschen mehr Handlung gegeben hätte.

Sky hat mich an der ein oder anderen Stelle an Kitty aus der Blackcoat Rebellion-Trilogie erinnert. Beide kriegen immer wieder gesagt, dass sie die Füße still halten sollen, aber sie erfahren nicht, warum. Das sorgt in der Konsequenz dafür, dass sie sich einmischen und damit erst einmal alles schlimmer machen. Aber wenn man ihnen von Anfang an die Wahrheit gesagt hätte, dann hätten sich alle Beteiligten viel Ärger ersparen können.

Die Charaktere haben mir eigentlich alle ganz gut gefallen. Vor allem Sky war mir – ich weiß selbst nicht genau weshalb – unglaublich sympathisch. Vielleicht weil sie eine Kämpfernatur ist und ich diesen Teil ihres Charakters sehr spannend fand. Auch abgesehen davon hat mir ihr Charakter gut gefallen.

Auch die Charaktere der anderen Figuren haben mir gefallen. Ihre Brüder behandeln sie von oben herab, eben weil sie die Jüngste und das einzige Mädchen ist. Ihr Freund Ryan entschuldigt sich bei ihr und macht es wieder gut, indem er ihr hilft, bei seinen Eltern in die Schatzkammer einzubrechen. Sky lernt wie wichtig richtige Freundschaften sind und ist ziemlich enttäuscht von ihren Freundinnen, die sich alle von ihr abgewandt haben, nachdem ihre Mutter bei dem Raubzug geschnappt wurde. Einzig Gabriela steht hinter ihr und hat auch mich mit ihrer naiven Menschenart begeistert. Sie steht total auf Einhörner, recherchiert unglaublich gerne über alles und jeden und ist auch sonst immer für Sky da. Obwohl Maximus sie verrät, erfährt sie später, warum er es getan hat und verzeiht ihm, denn er hilft ihr noch bei ihren späteren Plänen.

Die Idee von Wyvern, die in der Menschenwelt leben und offenbar ihre Drachenfertigkeiten größtenteils verloren haben, hat mir gut gefallen. Ich habe dann in der Folge mal recherchiert, ob es noch ähnliche Bücher gibt, weil mir die Idee, dass sich ein Mädchen in einen fliegenden Drachen verwandeln kann, gut gefallen hat. Leider habe ich sehr wenig in dieser Richtung gefunden (einzig die Reihe Talon von Julie Kagawa scheint in diese Richtung zu gehen). Wenn man nach Drachenfantasy sucht, findet man häufig Reihen, bei denen Menschen die Protagonisten sind und mit den Drachen zusammenarbeiten müssen um etwas zu erreichen oder die Menschen müssen die Drachen bekämpfen, weil sie böse sind. Aber Gestaltwandler Jugendromane mit Drachen sind offenbar relativ selten. Alleine deshalb ist für mich dieser Jugendroman auch so spannend gewesen.

Ich mochte auch den leichten Ton, der in dem Buch mitschwang. Für mich war das eine perfekte, leichte Sommerlektüre für Jugendliche. Und obwohl ich so hohe Erwartungen in Feuer und Gold von Sarah Beth Durst hatte, wurde ich nicht enttäuscht. Ich mochte den Roman sehr gerne und empfehle ihm jedem weiter, der auf Drachenfantasy oder auf Raubzugliteratur steht (Die Autorin schreibt selbst, dass sie Ocean Eleven mit Drachen machen wollte und das hat sie gut hingekriegt; finde ich).

Die Tote in der Sommerfrische von E. Dix

Inhaltsangabe: Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix

Die Tote in der Sommerfrische ist ein Seebad-Krimi von Elsa Dix. Er spielt im Jahr 1912 in Norderney. Christian Hinrichs arbeitet für eine Frauenzeitschrift und soll einen Bericht über die Sommerfrische auf Norderney schreiben. Damit beginnt er auch. Gleichzeitig macht er mit einer kleinen Kamera Fotos, die er seinem Verleger zusätzlich verkaufen will, um den Bericht aufzulockern.

Christian Hinrichs ist der Sohn eines Arbeiters und sollte nach der Meinung seines Vaters ebenfalls Arbeiter werden. Christian bekam während der Schulzeit aber ein Stipendium und durfte so auf eine gute Schule und erhielt eine gute Ausbildung. Nun arbeitet er bei der Frau von Welt und soll über Dinge berichten, die ihn eigentlich nicht interessieren. Zuvor war er Kriminalreporter, was seinen Geschmack eigentlich mehr trifft.

Auf Norderney lernt er Viktoria Berg kennen. Sie kommt eigentlich aus gutem Hause, doch ihr Vater gestattet ihr einige Freiheiten, sodass sie sich alleine auf Norderney aufhält. Im Herbst möchte sie sogar Lehrerin werden. Da Lehrerin nicht verheiratet sein dürfen, sucht sie keinen Mann, sondern möchte lieber auf eigenen Beinen stehen. Wie es für eine Frau das höchste sein kann, endlich verheiratet zu werden, ist ihr unbegreiflich, schließlich gibt eine Frau damit sämtliche Freiheiten auf und dazu ist Viktoria nicht bereit.

Henny Petersen wird ermordet im Meer treibend gefunden. Christian sieht das Zimmermädchen und zieht sie aus dem Wasser. Viktoria kommt zufällig vorbei und erklärt sich bereit, bei der Toten zu warten bis Christian jemanden geholt hat, der ihnen hilft, die Tote wegzubringen. Für Viktoria ist Henny keine Unbekannte. Sie haben sich zwar gerade erst in der Sommerfrische wieder getroffen, aber sie kennen sich noch von früher. Hennys Eltern haben früher für Viktorias Vater gearbeitet und Viktoria hat Henny Lesen beigebracht. Beide haben sich damals angefreundet.

Viktoria kann nicht verstehen, weshalb ihre Freundin nun tot ist und Christian möchte im Mord an Henny Petersen ermitteln. Erst ermittelt jeder der beiden für sich, doch bald schon merken sie, dass sie sich gegenseitig unterstützen können. Sie durchsuchen Hennys Zimmer, das sie sich mit Marie geteilt hat. Deshalb befragen sie auch das junge Zimmermädchen. Sie finden heraus, dass Henny mit dem Concierge zusammen war und befragen auch ihn. Nach und nach erhalten sie immer mehr Hinweise.

Viktoria hat sich mit der jungen Clara von Balow angefreundet. Das junge Mädchen ist mit ihrer Mutter, Baroness von Balow, und deren Schwester Elsie von Czarnecki auf Norderney. Sie verstehen nicht warum Viktoria traurig ist über den Tod des Zimmermädchens. Neben den Balows leben derzeit auch Dr. Moritz Feuser, Severin von Seyfarth und einige andere in dem Hotel, in dem auch Christian und Viktoria leben und Henny arbeitete.

Christian und Viktoria finden heraus, dass Henny etwas über den Tod an ihrer früheren Arbeitgeberin ermittelt hat, außerdem wurde sie kürzlich entlassen, was sie aber nicht sehr in Sorge versetzt zu haben schien. Ihr Freund wollte sie eigentlich heiraten, aber auch das wollte Henny nicht. Und gegenüber Viktoria sagt sie kurz vor ihrem Tod noch, dass sie etwas Großes geplant hätte, das ihr Leben verändern soll. Viktoria und Christian finden einen Geist im Hotel und erfahren, dass Henny weiter an ihrer Ausbildung gearbeitet hat, dass sie sich selbst Maschine schreiben und solche Dinge beigebracht hat und dass sie sogar eine Anstellung in einer Schreibstube bekommen hat.

Nach diesen Hinweisen ist es noch unverständlicher was sie denn für eine Beziehung zu Severin von Seyfarth hatte. Als er aber erschlagen im Herrenzimmer aufgefunden wird und er Concierge über ihn gebeugt dasteht und Clara von Balow ihn dort ertappt, zieht sich die Schlinge um den Hals des Mannes enger. Nun denkt die Polizei, dass er seine Freundin und Seyfarth offenbar aus Eifersucht ermordet hat.

Viktoria und Christian finden unterdessen immer mehr Hinweise auf den Täter und als Viktoria diesen in Christians letzter Nacht auf der Insel mit der Wahrheit konfrontiert, kommt es zum Kampf zwischen Viktoria und dem Mörder. Hinzu kommen tosende Wellen, die den Seesteg überspülen und drohen beide ins Meer zu ziehen…

Die Tote in der Sommerfrische von E. Dix

Rezension: Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix

Den Kriminalroman Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix habe ich auch wieder als Hörbuch gehört, sodass ich hier auf beides, Inhalt und Format, eingehen werde.

Der Roman erinnerte mich ein bisschen an den ersten Teil, Ein gefährlicher Gegner, der Tommy und Tuppence-Beresford-Reihe von Agatha Christie. Ein junges Pärchen ermittelt das erste Mal zusammen. Die Charaktere der beiden Ermittler sind auch recht ähnlich. Außerdem spielen die beiden Romane zu einer ähnlichen Zeit. Der Unterschied ist nur, dass Elsa Dix heute über einen Fall vor 100 Jahren schreibt und Christie ihren Roman damals geschrieben hat. Normalerweise mag ich historische Romane nicht sonderlich, aber durch diese Ähnlichkeit hatte ich gar nicht so das Gefühl, dass es sich um einen historischen Roman handelte und wahrscheinlich mochte ich ihn auch deshalb so gerne.

Kommen wir also zu den Charakteren: Ich habe es ja in der Inhaltsangabe recht detailliert beschrieben. Viktoria Berg wurde von ihrem Vater recht frei erzogen. Für eine Frau darf sie sich sehr frei bewegen, er ließ sie sogar alleine in den Urlaub fahren. Außerdem darf sie ihre eigene Meinung haben, er zwingt sie nicht zu heiraten (auch wenn er es gerne sehen würde) und er lässt sie arbeiten. Viktoria möchte nicht heiraten, auch wenn sie sich – vor allem zu Christian – sehr stark hingezogen fühlt und mit ihm das erste Mal merkt, worauf sie da eigentlich verzichten möchte: Küsse, Liebe, Leidenschaft, Kinder und eine eigene Familie. Doch ihre Freiheit scheint ihr wichtiger zu sein.

Christian ist eigentlich ein netter Kerl, hatte aber dennoch einige Fehler. Man erfährt später, dass er zuhause für den Tod an einem Polizisten verantwortlich war. Er ist eigentlich ein Arbeiterjunge, hat sich aber durch seine Intelligenz und durch Fleiß hochgearbeitet. Das führt zu Spannungen innerhalb seiner Familie. Er spricht kaum noch mit seinen Eltern und vor allem sein Vater ist überhaupt nicht damit einverstanden, dass Christian nur ein Journalist ist, weil er das nicht also richtige Arbeit anerkennt. Christian scheint auch schon Erfahrungen mit Frauen zu haben, denn die Mädchen aus der Arbeiterschicht sind Männern gegenüber etwas offener. Dennoch ist er beeindruckt von Viktoria, denn sie ist selbstsicher und auch wenn er beleidigt ist, weil sie nicht bereit ist ihre Freiheit für ihn aufzugeben, hat er sich offenbar in die willensstarke Frau verliebt.

Die Geschichte an sich ist auch ziemlich spannend erzählt: Die Kulisse ist ein historisches Seebad auf Norderney. Damit passte der Roman für mich perfekt in den Sommer. Die Figuren werden teilweise etwas ausführlicher ausgestaltet, manchmal auch weniger genau. Klar ist aber, dass einer von ihnen der Täter sein muss, was den Krimi zu einem Whodunit macht. Ungewiss bleibt lange wer denn der Täter ist. Nicht mal nach dem Mord an Seyfarth konnte man sich sicher sein, dass er Henny nicht ermordet hat, da er ganz offensichtlich ein Motiv hatte und sich auch allen gegenüber als sehr negative Person offenbart, sodass es viele Menschen auf Norderney gibt, die ein Motiv gehabt hätten, ihn zu ermorden. So wäre es möglich gewesen, dass er Henny ermordet hat und er dann von einem anderen Mörder ermordet wurde. Ich muss sagen, dass mir aber nach etwa zwei Dritteln des Romans klar war, wer der Mörder ist (aber dazu werde ich hier nicht mehr verraten), dennoch war es spannend, weil ich mir natürlich nicht sich sein konnte.

Kommen wir nun zum Hörbuch selbst: Wir haben zwei ermittelnde Figuren, aber nur einen Hörbuchsprecher. Das fand ich am Anfang sehr befremdlich, weil ich erst vor wenigen Wochen Time to Love gehört habe. Dort gibt es zwei Hauptfiguren, die von zwei verschiedenen Sprecherinnen gesprochen wurden. Mit so etwas hatte ich hier dann auch gerechnet, weil man bei der männlichen Stimme den Erzähler natürlich mit Christian assoziiert und dann verwirrt ist, dass dieser Sprecher auch von Viktorias Innenwelt weiß. Gleichzeitig ist der Krimi der Debütroman von Elsa Dix, sodass es schon etwas verwunderlich ist, dass es überhaupt ein Hörbuch dazu gibt (wenngleich dieses nur als Download verfügbar ist). Ich denke, dass das auch der Grund sein könnte, warum man nicht noch einen zweiten Sprecher engagiert hat.

Dennoch hat mir die Lesung von Steffen Groth gut gefallen. Ich mochte seine Art des Erzählens und ich habe dem Hörbuch sehr gerne zugehört.

Sprecher und Geschichte haben für mich das Hörbuch Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix zu einem tollen Hörbuch gemacht, sodass ich jetzt schon sehr gespannt bin, ob es wirklich noch einen zweiten Teil in dieser Reihe geben wird und ich hoffe inständig darauf. Von mir gibt es also eine ganz klare Empfehlung.

 

 

 

Danke an den Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!