Ein gewisses Lächeln von F. Sagan

Inhaltsangabe: Ein gewisses Lächeln von Francoise Sagan

In dem Roman Ein gewisses Lächeln von Francoise Sagan geht es um die junge Dominique, die gerade studiert und auf ihr Examen zuarbeitet und gleichzeitig mit Bertrand zusammen ist. Gemeinsam gehen Bertrand und sie zu dessen Onkel und dessen Frau zum Essen. Dabei lernt Dominique Bertrands Onkel Luc und seine Frau Francoise kennen. Für das Paar beginnt eine Faszination bei Dominique.

Sie mag Francoise, doch sie spürt eine seltsame Verbundenheit zu Luc. Da sie aber glaubt Bertrand zu lieben und sie auch Francoise nicht verletzten möchte, versucht sie sich von Luc fernzuhalten. Doch es wirkt eine unglaubliche Faszination auf sie ein, die auch Luc spürt. Beide treffen sich zum Essen, ohne dass Bertrand und Francoise davon wüssten. Nach einigen Wochen beschließen sie ihren Gefühlen nachzugeben. Francoise ist für einige Wochen weggefahren und Luc beschließt mit Dominique wegzufahren. Gemeinsam fahren sie in den Urlaub und rechnen schon damit, dass sie erwischt werden könnten. Obwohl Dominique einige Zeit braucht, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, ist sie dennoch voller Vorfreude. Beide beginnen eine Affäre an der Riviera miteinander und nachdem die Woche, die sie sich miteinander nehmen wollten vorbei ist, beschließen sie kurzentschlossen noch eine weitere Woche zu bleiben. Für Dominique ist klar, dass ihre Affäre danach abgebrochen werden muss, doch sie spürt auch wie sie sich in den Mann verliebt, der sie als einziger zu verstehen scheint.

Nachdem sie zurück in Paris sind, sehen sich beide nicht mehr allzu häufig und Dominique trennt sich von Bertrand, der alles über ihre Affäre zu wissen scheint. Natürlich erfährt auch Francoise von der Liebschaft ihres Mannes und sie ist ungemein verletzt, denn es musste ausgerechnet Dominique sein, die Frau die sie als eine Art Tochter angefangen hatte zu lieben. Sie liebt sie, weil sie sie an ihren Mann erinnert und das ist auch der Grund, warum sich Luc und Dominique gefunden hatten.

In den folgenden Wochen fällt Dominique immer mehr in eine seltsame Melancholie. Sie studiert, aber ohne großen Enthusiasmus, sie besteht ihr Examen, sie findet auch keinen Frieden bei ihren Eltern. Nur ein neuer Freund schafft es von Zeit zu Zeit sie abzulenken. Erst als sie einen Anruf von Francoise erhält, beginnt sie einen Weg ins Leben zurückzufinden. Und sie merkt, dass man mit Abstand mit einem gewissen Lächeln auf seine Vergangenheit sehen kann.

Ein gewisses Lächeln von F. Sagan

Rezension: Ein gewisses Lächeln von Francoise Sagan

In dem Roman Ein gewisses Lächeln von Francoise Sagan gibt es nur einige wenige Figuren, die eine größere Rolle spielen, neben Luc und Francoise, spielen Dominique und Bertrand die größten Rollen, aber auch Dominiques und Bertrands Freunde spielen eine etwas größere Rolle, alle anderen Figuren bleiben komplett farb-, namen- und gesichtslos. Das hat den Vorteil, dass man sich die Namen relativ schnell und einfach merken kann. Und es trägt mit zur Melancholie des Werkes bei, wenn alle Figuren absolut keine größere Rolle spielen. Einzig die Figuren, für die man Namen braucht, haben einen solchen auch.

Obwohl der Roman einen durchaus traurig macht und ich auch an der einen oder anderen Stelle ziemlich traurig wurde, fand ich die Melancholie unglaublich schön. Der Roman trägt eine Sanftheit und Ruhe in sich, die man in sehr wenigen Büchern findet. Gerade das macht Sagan so besonders, weil sie eine schöne Melancholie in ihren Werken zelebriert. Ich weiß einfach nicht wie ich es in Worte fassen soll, aber dieser Roman bedient sich einer so schönen Sprache, das Gefühl, das er von Einsamkeit, vom Loslassen, von dem, was uns wirklich wichtig ist und von Traurigkeit vermittelt, ist mir außer bei Sagan noch bei keinem Autor untergekommen.

Darüber hinaus ist auch die Geschichte wirklich spannend, wenngleich natürlich auf den (bei mir knapp) 200 Seiten kaum etwas passiert. Der Ist-Zustand wird erläutert, Dominique, ihr Schwermut und ihre Beziehung zu den anderen Figuren wird dargestellt und dann lernen sich Luc und Dominique kennen, sie fühlen sich zueinander hingezogen, beginnen eine Affäre und beenden sie, weil Lucs Ehefrau Francoise von der Affäre erfährt. Dominiques Beziehung zu allen anderen namentlich genannten Figuren ändert sich (vielleicht abgesehen von der zu ihrer besten Freundin, die sie selbst aber mehr und mehr zu verabscheuen scheint). Und Dominique findet eine Möglichkeit mit ihren Gefühlen in der Zukunft umzugehen. Sie betrachtet ihr Leben eben mit einem gewissen Lächeln und schafft es so eine innere Ruhe auszustrahlen, die sie von ihren Depressionen und ihrer inneren Zerrissenheit wegführt.

Wer von Francoise Sagan noch nicht gelesen hat, der kann mit Ein gewisses Lächeln wirklich großen Spaß haben, und auch wenn man auf prosaische Gedichte steht, ist Sagan auf jeden Fall mal einen Blick wert. Mir hat vor allem hier auch die Geschichte gefallen, aber bei Sagan kommt es auch sehr viel auf die Worte an und somit natürlich auch darauf, eine gute Übersetzung zu lesen. Ich empfehle den Roman auf jeden Fall sehr, sehr gerne weiter.

Verküsst und zugenäht von S. Andersen

Inhaltsangabe: Verküsst und zugenäht von Susan Andersen

Der Roman Verküsst und zugenäht von Susan Andersen ist der erste Teil der Razor Bay-Trilogie. Dieser Teil bildet somit den Auftakt und weist uns in die Stadt ein, außerdem lernen wir einige Figuren kennen, von denen ich ausgehe, dass sie uns auch in den kommenden zwei Teilen begleiten werden. Im ersten Teil der Reihe lernt Jenny Salazar Jake Bradshaw kennen. Jenny ist mit 16 Jahren nach Razor Bay gekommen, nachdem ihr Vater verhaftet wurde. Nun muss sie für sich und ihre Mutter sorgen, denn diese kommt mit der Schande und dem sozialen Abstieg nicht klar. Jake schwängert aus Versehen seine Freundin und heiratet sie. Als diese kurz nach der Geburt stirbt, bieten seine Schwiegereltern ihm an, er könne sein Stipendium noch annehmen, sie würden sich um seinen Sohn Austin kümmern. Jake schafft es einfach nicht zurück in seine Heimatstadt zu kommen und so sieht er seinen Sohn 11 Jahre lang nicht wieder bis er die Nachricht erhält, dass seine Schwiegereltern beide verstorben sind. Jenny hatte ein sehr familiäres Verhältnis zur Familie und so kümmert sie sich um Austin. Jake steht plötzlich vor der Tür und möchte ein Verhältnis zu seinem Sohn aufbauen um diesen mit nach New York zu nehmen und Austin, obwohl er sich am Anfang sehr gegen die Liebe und Nähe zu seinem Vater gesträubt hat, fängt an ein Verhältnis zu Jake aufzubauen. Und auch Jenny kann Jake auf die Dauer nicht hassen, schließlich erfährt sie immer mehr von den Hintergründen seines Weggangs und kann ihn zumindest etwas besser verstehen, zumal er selbst weiß, dass er nicht gerade der beste Vater war. Jake und Jenny spüren ein Knistern zwischen sich und so beginnen sie eine kurze Affäre. Jenny ist sich durchaus darüber bewusst, dass diese nicht allzu lange anhalten wird, schließlich will Jake seinen Sohn im Sommer mit nach New York nehmen. Diesem wird aber irgendwann klar, dass er Austin viele Wochen und Monate im Jahr alleine lassen würde, denn seinen Job als Fotograf will er nicht aufgeben und dafür muss er nun einmal in der Weltgeschichte herumreisen. Es kommt zum großen Krach zwischen Jenny und Jake, denn er offenbart ihr, dass er Austin nun doch nicht mitnehmen will. Jenny ist empört! Wie kann dieser Mann einfach seinen Sohn im Stich lassen? Erneut! In ihrer Traurigkeit flüchtet sie mit einem Boot an ihren Lieblingsstrand, doch auf dem Rückweg geht ihr leider ziemlich schnell der Treibstoff aus und natürlich hat sie in ihrer blinden Wut auch kein Handy eingesteckt und so liegt sie traurig, hungrig und frierend am Strand bis Jake kommt…

Verküsst und zugenäht von S. Andersen

Rezension: Verküsst und zugenäht von Susan Andersen

Der Roman Verküsst und zugenäht von Susan Andersen ist der erste Teil der Razor Bay-Trilogie. Und deshalb habe ich mir überlegt, dass ich dieses Mal die Bände in der richtigen Reihenfolge lesen möchte. Also habe ich mit dem ersten Band angefangen. Dazu werden erst einmal die Figuren vorgestellt und der Leser wird auch ein wenig in die Stadt eingeführt. Man lernt entsprechend nicht nur Austin, Jake und Jenny näher kennen, um die es ja in diesem ersten Teil geht, sondern auch noch andere Figuren. Da wäre beispielsweise Max Bradshaw, Jakes Halbbruder. Die beiden hatten in ihrer Kindheit keine schöne Zeit miteinander, denn Max‘ Vater verließt dessen Familie, weil er mit Jakes Mutter eine Beziehung begann. Jakes Mutter wurde aber auch von diesem Mann verlassen als dieser sich eine neue Familie suchte. In der Zeit, in der er sich um sein Kind kümmert, ist er ein guter Vater. Aber eben nur solange er seine Aufmerksamkeit nicht auf die nächste Frau und damit auch zeitnah auf das nächste Kind richtet. Im ersten Teil dieser Trilogie nähern sich also die beiden Brüder langsam an und ich vermute deshalb, dass es in einem der anderen beiden Bände (vermutlich im zweiten) um Max Bradshaw geht. Außerdem lernen wir auch Harper kenne, für die sich Max interessiert. Es wäre also durchaus möglich, dass Max und Harper im zweiten Band zusammenkommen.

Auch gefiel mir die Stadt recht gut, denn diese wird sehr idyllisch beschrieben. Amerikanische Kleinstädte haben in solchen Romanen tatsächlich ihren eigenen Reiz und wenn diese auch eher positiv beschrieben werden, ist doch auch oft Thema, dass in einer solchen Kleinstadt jeder jeden kennt und dass man dort nicht allzu viele Freiheiten hat, denn weil jeder jeden kennt, wird sehr schnell getratscht. Dennoch wird Razor Bay sehr schön beschrieben und wer auf solche Kleinstädte in Romanen steht, wird auch mit Verküsst und zugenäht seinen Spaß haben.

Noch ein Wort zu den Charakteren: Jenny und Jake haben beide eine nicht allzu leichte Vergangenheit und vor allem Jugendzeit hinter sich und haben sich entsprechen vollkommen unterschiedlich entwickelt. Wenn man den Klappentext des Romans liest, denkt man sich – zumindest ging es mir so – dass dieser Roman ja nicht lesenswert sei, da der männliche Protagonist ohnehin ein Arsch sei. Tatsächlich war das der Grund für mich, dass ich jahrelang auf diesen Roman verzichtet habe, obwohl ich Susan Andersen an sich ganz gerne lese. Doch dann versuchte ich es und merkte wieder einmal, wie toll die Autorin mit solchen Charakterentwicklungen umzugehen vermag. Jake ist am Anfang zwar recht unsympathisch, wird aber im Laufe des Romans immer sympathischer. Da hilft auch sein eigenes Reflexionsvermögen weiter, denn dieses sorgt dafür, dass Jake immer sympathischer wird.

Insgesamt mochte ich Verküsst und zugenäht von Susan Andersen sehr gerne und ich freue mich schon auf den zweiten Band der Trilogie.

Lieblingsworte

Konglomerat

Konglomerat ist ein Substantiv, welches sowohl eine bildungssprachliche Bedeutung als auch eine geologische Bedeutung hat. Die geologische Bedeutung meinte ich zwar nicht, allerdings ist die Bedeutung wohl recht ähnlich, meint die geologische Bedeutung doch, dass mehrere verschiedene Gesteinsarten miteinander vermengt sind. Die bildungssprachliche Bedeutung bedeutet Verballung oder Gemisch und so in der Art habe ich das Fremdwort auch kennengelernt, denn dort war das Konglomerat der verschiedenen Textsorten in der Bibel gemeint. Das Wort kommt wohl aus dem Französischen beziehungsweise aus dem Lateinischen conglomerare, welches zusammengesetzt ist aus con, das zusammen oder mit bedeutet und glomus, was Knäuel oder Kloß meint.

Leseaktionen

Mein SuB kommt zu Wort Juli 2019

Hallo ihr Lieben,

endlich ist der 20. Und ich darf mal wieder meine Gedanken über Vanessas Leseverhalten niederschreiben. Ich warte ja immer sehnsüchtig auf diesen Tag und freue mich, dass er heute so schön ist. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und ich finde, Vanessa könnte sich direkt Mal ein Buch schnappen und loslesen, aber erst möchte ich noch meinen Beitrag fertig schreiben. Anna stellt ja immer die gleichen drei Fragen und die vierte ist dann neu, deshalb beginnen wir erst einmal mit den drei bekannten Fragen:

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Im Moment bestehe ich aus 25 Büchern. Vanessa hat in den letzten Wochen wirklich viel gelesen und stand schon in Gefahr, dass ich verschwinde (nein, so schlimm war es nicht, aber weit entfernt auch nicht *hüstel*), aber sie hat dann einen neuen Bücherschrank in der Nähe entdeckt und dort gleich Mal zwei Bücher mitgenommen, dann hat sie noch zwei Bücher als Remittenden gesehen, die sie zwar nicht kannte, die aber ganz gut klangen, sodass sie sie auch direkt mitgenommen hat und dann war sie noch an einem anderen, großen Bücherschrank… Naja, so hat sie wenigstens wieder Nachschub und muss sich nicht sorgen, was sie als nächstes lesen soll.

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Wenn ihr gelesen habt, dass Vanessa in letzter Zeit kurz hintereinander viele neue Bücher bekommen hat, dann wisst ihr, dass ich mich ein bisschen entscheiden muss, was ich euch zeige. Hier sind also: Agatha Christies Ein Mord wird angekündigt, Siegfried Lenz‘ Schweigeminute und von Eileen Auras Diese Magie der Liebe. Ich bin mal gespannt, was Vanessa von den Büchern hält und wann sie sie liest.

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Vanessa hat in der letzten Woche gleich zwei Bücher beendet, aber noch keins rezensiert. Hoffentlich macht sie das bald. Hier also die Bücher: von Abbi Wayman hat sie Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen gelesen und von Agatha Christie hat sie Das unvollendete Bildnis endlich fertig gelesen. Die Bücher haben ihr beide recht gut gefallen, sagt sie. Die Rezensionen verlinkt sie dann später selbst, sobald sie sie geschrieben hat.

  1. Lieber SuB, du weißt vermutlich, welche Frage jetzt kommt. 😉 Vor einem Jahr fragte ich nach deinen 3 ältesten SuB-Leichen: Sind sie immer noch ungelesen oder haben sie es mittlerweile in die Reihe der Gelesenen geschafft? Und an alle, die damals noch nicht dabei waren: Welche sind eure 3 ältesten SuB-Bücher? Und ja, eines davon sollte zum nächsten Monat gelesen werden. 😛

Erst einmal der Rückblick: Letztes Mal wollte Antonia wissen welche Sommerbücher auf mir sind. Ich hatte ja Vanessa sogar fünf Bücher vorgeschlagen. Aischylos‘ Die Wohlwollenden, was sie nicht nur bereits gelesen, sondern auch schon rezensiert und veröffentlicht hat, außerdem hat sie von Francoise Sagan Ein gewisses Lächeln gelesen. Das muss sie die Tage noch rezensieren, aber das will Vanessa auch in den nächsten Wochen noch posten. Gabriella Engelmanns Strandkorbträume hat Vanessa sogar auch angefangen zu lesen und sie ist jetzt auf Seite 80. Aber ob sie den Roman noch beenden will, weiß sie nicht so genau, denn der Stil und die Figuren gefallen ihr nicht so richtig gut. Aber die anderen beiden Bücher hat Vanessa noch nicht gelesen. Aber immerhin 2,5 von 5. Das ist ja schon mal etwas.

Tja, das ist eine wirklich schwierige Frage. Weil ich so klein bin, bin ich relativ jung so insgesamt und muss deshalb gucken, was überhaupt noch aus dem letzten Jahr stammt. Aus dem Juli 2018 stammt Georg W. Betrams Philosophische Gedankenexperimente, aus dem August 2018 stammt der Krimi Mordssommer von Ulrike A. Kucera aber die anderen Bücher stammen aus dem Dezember. Das sind aber mehrere, sodass ich mir da etwas raussuchen kann. Ich würde Vanessa unter anderem Gosho Aoyamas Detektiv Conan vorschlagen. Aber ich könnte mir auch Lori Fosters Garrett (das einzige eBook auf mir) oder Vikas Swarups Die wundersame Beförderung vorstellen. Mal gucken, was sie davon liest.

Liebe Grüße

SuBy (& Vanessa)

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Medeia von Euripides

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Blogprojektes Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland.

Der Medeia Stoff von Euripides ist meistens schon ziemlich bekannt, dennoch werde ich versuchen ihn hier kurz zusammenzufassen. In der Tragödie Medeia lernt eben diese, die Protagonistin, Iason aus Griechenland kennen. Er soll das goldene Vlies stehlen, braucht dabei aber die Unterstützung der klugen und zauberkundigen jungen Frau Medeia. Sie hilft beim Diebstahl und tötet ihren eigenen Bruder um Iason zu helfen. Gemeinsam fliehen sie auf der Argo. Dort sind sie verheiratet und haben zwei Söhne. Jahre später setzt die eigentliche Handlung der Tragödie ein. Medeia erfährt, dass Iason sich von ihr trennt, weil er die Königstochter von Korinth heiraten möchte. Er meint, dass das ja nur Vorteile hat, denn die Söhne von Medeia könnten dann ebenfalls von dem neuen Status ihres Vaters profitieren. Medeia wird wütend und ersinnt einen Plan. Sie möchte sich an dem König, der sie verbannt hat aus Korinth, an seiner Tochter und an seinem Ex-Mann rächen. Dafür nimmt sie ein Gewand von sich und versetzt es mit einem Gift oder einem Zauber, dazu eine Krone, die sie der Königstochter von ihren Söhnen überbringen lässt zusammen mit der Bitte, dass ihre Söhne von der Verbannung verschont bleiben mögen. Die Königstochter stirbt infolge der Vergiftung genau wie ihr Vater. Medeia tötet ihre eigenen Kinder um Iason unter die Nase zu reiben, was er mit seinem Verhalten angerichtet hat.

Der Medeia-Stoff gehört zu den bekanntesten Stoffen der antiken, griechischen Mythologie. Alleine deshalb ist er es wert, dass man ihn mal liest. Und die Geschichte ist ja nun auch wirklich nicht uninteressant. Ich mochte Medeia eigentlich immer, aber diese Gefühle sind nach dem Lesen der Tragödie dann doch eher durchwachsen. Ich kann verstehen, dass sie wütend ist und verletzt, nachdem Iason sich von ihr trennt und das auf so schmähliche Weise und auch noch mit dieser haarsträubenden Begründung. Sein Verhalten ist nun wirklich ziemlich gemein und man versteht, dass sie sich an ihm rächen möchte. Gleichzeitig ist es schade, dass sie seine Fähigkeiten benutzt um sich gegen die Königstochter durchzusetzen. Klar, Iason liebt die Königstochter gerade deshalb, weil sie die Tochter des Königs ist. Und da ist es ja eigentlich nur fair, dass sie ebenfalls ihre besonderen Fähigkeiten nutzt. Und dieses sind nun mal ihre Zauberkräfte beziehungsweise ihr besonderes Wissen bezüglich der Gifte.

Medeia ist eine sehr starke, selbstbestimmte Frau, die sich von einem Mann, offensichtlich nichts gefallen lässt. Damit wirkt sie wie eine emanzipierte Frau, doch die Botschaft, die diese Tragödie vermittelt, deutet leider auf etwas anderes hin. Im Prinzip werden Männer ermahnt sich eine emanzipierte Frau zu suchen, denn sobald sie ihre Frau verlassen, rastet diese aus, tötet die neue Frau und deren Familie und erschlägt hinterher die gemeinsamen Kinder. Natürlich kann man diese Tragödie auch als Kritik an Iasons Verhalten werten, schließlich ist Medeia hinterher diejenige, die keine offensichtlichen Konsequenzen tragen muss. Dennoch wirkt es auf mich eher so, als wäre die Tragödie Kritik an einem emanzipierten Frauenbild, weil eben diese emanzipierte Frau eine so bösartige Löwin ist, dass sie ihr eigentlich nicht per se böses Wissen für schlechte Zwecke nutzt.

Insgesamt ist die Medeia von Euripides auf jeden Fall mal lesenswert, dennoch habe ich ein bisschen was an ihr auszusetzen, sodass ich sie nicht vollumfänglich empfehlen kann.

Das Böse unter der Sonne von A. Christie

Inhaltsangabe: Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie

In dem Kriminalroman Das Böse unter der Sonne oder Rätsel um Arlena von Agatha Christie ermittelt wieder einmal Hercules Poirot um den Mord an Arlena Marshall aufzuklären. Auf einer kleinen Insel gibt es ein kleines Hotel, in welchem einige Menschen ihren Urlaub verbringen. Darunter Captain Marshall mit seiner Frau Arlena und seiner Tochter Linda. Außerdem zwei Amerikaner Mrs. und Mr. Gardener, das junge Paar Mr. und Mrs. Redfern, zwei Familien, die mit ihren Kindern in dem Hotel sind, Major Barry, Mr. Horace Blatt, Miss Rosamund Darnley, Miss Emily Brewster und Pfarrer Stephen Lane. Arlena ist Schauspielerin und fühlt sich von allen möglichen Männern angezogen. Sie flirtet mit den anderen Männern und ihr Mann schaut ihr dabei zu. Hercules Poirot ahnt, dass Arlena Marshall nicht die Frau ist, für die man sie hält. Vor den Hotelgästen flirtet Mr. Redfern mit Arlena. Eines Morgens trifft Poirot Arlena am Strand. Sie paddelt mit einem Floß zur Feenbucht auf der Insel und bittet Poirot dies geheim zu halten. Redfern kommt mit Captain Marshall zum Strand. Dort warten beide auf Arlena, doch Captain Marshall geht schnell seinen eigenen Tätigkeiten nach. Er geht schwimmen und so verbringt die Gruppe einen schönen Vormittag. Mittags wollen einige Tennis spielen, Linda geht zusammen mit Mrs. Redfern auf den Sonnenfelsen. Captain Marshall muss arbeiten, Mr. Und Mrs. Gardener liegen am Strand und reden. Mr. Redfern sitzt die ganze Zeit mit den anderen am Strand bis er schließlich vorschlägt mit einem Boot um die Insel zu fahren. Miss Brewster begleitet ihn. Gemeinsam stoßen sie auf einen leblosen Körper in der Feenbucht. Miss Brewster fährt zurück zum Strand um von dort ins Hotel zurückzukehren und die Polizei zu rufen. Patrick Redfern bewacht so lange die Leiche. Die ermittelnden Polizisten wollen natürlich herausfinden wer es war und stoßen so auf einige Ungereimtheiten: Im Kamin in Lindas Zimmer finden sie beispielsweise Asche, jemand scheint heimlich ein Bad genommen zu haben, was aber niemand zugeben möchte, jemand schmeißt eine Flasche aus dem Fenster, am Strand wird ein Stück von einer Pfeife und eine kleine Schere gefunden. Und irgendwie scheint jeder ein Alibi zu haben, und die Hotelgäste, die kein Alibi haben, haben kein Motiv. Doch Hercules Poirot kommt ein Verdacht: Ist Arlena Marshall vielleicht gar nicht das erste Opfer, sondern das Zweite? Und wie konnte der Mörder den Mord bewerkstelligen? Nachdem er alle seltsamen Dinge, die an diesem Morgen geschehen sind, zusammensetzt, ergibt sich ein stimmiges Bild. Der Mörder ist…

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Alkestis von Euripides

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Blogprojektes Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland.

In der Tragödie Alkestis von Euripides geht es um den Tod der Hauptperson: Alkestis, weiterhin spielen mit ihr Ehemann Admetos, Apollon, Thanatos, Chor der pheraiischen Greise, eine Dienerin, Eumelos, Herakles, Pheres, ein Diener, Tochter des Admetos, Diener und Dienerinnen, Trauergefolge. Die Handlung spielt in Pherai in Thessalien. Admetos sucht jemanden, der an seiner statt sterben würde, doch seine alten Eltern wollen lieber leben. Seine Frau kann und will nicht ohne ihn nicht leben, also entscheidet sie sich für ihn zu sterben. Alkestis wird also sterben und ihr Mann versucht sie zu überzeugen nicht zu sterben, doch es liegt nicht mehr in ihrer Macht. Sie nimmt ihm noch das Versprechen ab, sich keine neue Frau und Mutter für die gemeinsamen Kinder zu suchen, was er ihr bereitwillig verspricht. Als Alkestis gestorben ist, taucht Herakles in seinem Haus auf und bittet um Gastfreundschaft. Admetos will seinen Freund trotz seiner Trauer nicht wegschicken und behauptet so, dass nur eine entfernte Bekannte zufällig bei ihnen im Haus gestorben ist. Herakles findet letztendlich doch heraus, dass Alkestis gestorben ist und so schmiedet er einen Plan: Am Grab will er den Dämon, der Alkestis ins Totenreich führt abpassen, überfallen und sie ihm entreißen. Herakles bringt Admetos eine verschleierte Frau und bittet seinen Freund diese bei sich aufzunehmen, denn er habe sie bei einem Faustkampf gewonnen. Admetos fühlt sich an seine Frau erinnert und möchte sie deshalb eigentlich nicht aufnehmen, lässt sich aber schließlich doch von dem Freund überzeugen, der ihm sogleich offenbart: Diese Frau erinnert dich nicht nur an Alkestis, sie sieht nicht nur auf wie Alkestis, es ist Alkestis. Admetos ist glücklich seine Frau doch wieder an seiner Seite zu haben.

Ihr habt es vielleicht schon an der Beschreibung von mir gemerkt, aber ich persönlich mochte die Alkestis von Euripides wirklich gerne. Das Motiv ist wohl nicht allzu unbekannt, und wird öfter in Werken verarbeitet. Mir persönlich hat es ziemlich imponiert, dass eine Frau ist für ihren Mann zu sterben, sodass dieser weiter leben kann und vielleicht auch weiterhin sein Amt ausüben kann. Die Konsequenzen, die damit verbunden sind, lasse ich hier also mal komplett außeracht. Aber natürlich kann man hier auch bemängeln, dass Alkestis für ihren Mann sterben muss. Die einzige Frau des Stücks wird geopfert oder opfert sich, weil ihr Mann nicht sterben möchte. Das finde ich persönlich sehr bedenklich und mir gefiel die Implikation dessen nicht wirklich. Lässt man eine feministische Interpretation aber bleiben, fand ich es durchaus interessant, zumal die Eltern von Admetos nicht bereit waren für ihren einzigen Sohn zu sterben. Man sollte doch davon ausgehen, dass seine Eltern bereit sind sich zu opfern, damit ihr Sohn weiterleben kann und weiterhin sollte man doch davon ausgehen, dass sie wissen, dass sie Enkelkinder haben, dass diese ihre Eltern brauchen und somit rein logisch betrachtet das eigene Opfer vorzuziehen wäre. Admetos macht genau dies seinem Vater zum Vorwurf. Dieser lässt sich diesen Vorwurf zwar nicht so einfach gefallen, schließlich hätte sein Sohn den Tod ja auch einfach auf sich nehmen können, dennoch ist dieser Punkt auf jeden Fall erwähnenswert.

Ich persönlich verstehe Alkestis Motive nicht so genau, aber abgesehen davon dass mir die Innensicht der Figuren ein bisschen gefehlt hat, mochte ich die Darstellung von Alkestis sehr gerne. Sie als liebende Mutter und Ehefrau ist bereit sich selbst zu opfern, damit ihr Mann weiterleben kann, um ihren Kindern den Vater zu erhalten. Ich mochte auch, dass Herakles Alkestis zurückholt aus dem Reich der Toten, was eigentlich niemand für möglich hielt und mir fehlte auch, aber das liegt vielleicht an meinem mangelnden Hintergrund wissen, eine Begründung für einige Dinge. Ich habe beispielsweise nicht so ganz verstanden, warum Alkestis überhaupt für Admetos sterben konnte, ich habe auch nicht verstanden, weshalb sie zurückgeholt werden konnte und woher Herakles wusste, dass so etwas im Hause von Admetos ablief. Lag es wirklich nur daran, dass er zufällig als Gast vorbeikam und von einem Diener über den Tod der Hausherrin aufgeklärt wurde, oder wusste er vorher schon davon und hat nur darauf gewartet, dass man ihn aufklärt, damit er einen Grund hat ans Grab zu gehen um Alkestis zu befreien.

Alles in allem hat mir die Tragödie Alkestis von Euripides wirklich gut gefallen und für mich zumindest war auch die Übersetzung wirklich ein Genuss, sodass ich dieses Tragödie auf jeden Fall auch inhaltlich und stilistisch weiterempfehlen möchte.

Das Böse unter der Sonne von A. Christie

Rezension: Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie

Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie ist einer der vielen Poirot-Krimis. Was ich hier ganz gerne mochte war, dass Poirot von Anfang an am Tatort ist und die Verdächtigen schon kennt bevor sie überhaupt Verdächtige sind, denn er verbringt mit ihnen zusammen seinen Urlaub. Er und einige andere Hotelgäste ahnen schon, dass es zu einer Tragödie kommen könnte und merken bald wie recht sie haben. Jemand wird ermordet am Strand aufgefunden und natürlich muss einer der Hotelgäste der Mörder sein. Natürlich könnte es rein hypothetisch auch möglich sein, dass keiner der Anwesenden der Mörder ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch recht gering, dass jemand fremdes dazu in der Lage gewesen wäre, heimlich auf die Insel zu kommen oder mit einem Boot an der Insel vorbeizurudern um an einem der Strände zufällig eine Frau umzubringen. Wie hätte er also auf die Insel kommen sollen und woher hätte er gewusst, dass Arlena dort sein würde?

Der Mörder hat sich also mit Arlena verabreden müssen, doch wer war dazu in der Lage? Wer wäre allgemein dazu in der Lage gewesen den Mord zu begehen? Die meisten Hotelgäste haben, wie oben beschrieben, ein Alibi. Poirot muss also ermitteln wer alles dazu in der Lage gewesen wäre den Mord zu begehen und wie einige seltsame Begebenheiten zusammengehören, sodass sich ein stimmiges Bild ergibt.

Besonders eindrucksvoll fand ich hier wie der Fall aufgerollt wurde. Wir haben auf der einen Seite eine Reihe von Verdächtigen, die verhört werden, daraus zieht Poirot schon viele Informationen, dazu kommen immer wieder neue Informationen, die die Zeugen ihm nach und nach geben. Sobald ein Zeuge seine Aussage gemacht hat und einen Hinweis gegeben hat, kommt der Nächste. Das wirkt zwar auf die Dauer etwas tröge, hat aber in diesem Krimi gut funktioniert. Und natürlich hat Poirot der Verdacht gerettet, dass der Mörder diesen Mord nicht als ersten Mord begangen hat, dass er also eine mörderische Vergangenheit hat. Mit all diesen Hinweis kann er den Mörder schnappen.

Das Ende, zu dem ich natürlich nicht zu viel sagen möchte, mochte ich aber nicht so sehr. Mir gefielen einfach die persönlichen Verwicklungen und die Beziehungsgeflechte nicht so gut und ich fand es schade, dass das alles so enden musste. Vielleicht wäre ein leicht verschobenes Ende schöner gewesen. Aber das Ende des Krimis hat dieses Mal tatsächlich nichts mit dem Mord zu tun, sondern damit, wie es nach dem Mord an Arlena Marshall mit ihrer Familie weitergeht.

Alles in allem ist Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie auf jeden Fall das Lesen wert. Er hat viele spannende Elemente, wobei die spannende Verfolgungsjagd am Ende fehlt, aber die fehlt bei Christie, glaube ich, so gut wie immer. Von mir bekommt der Krimi also eine klare Leseempfehlung.