Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Orestie: Die Wohlwollenden von Aischylos

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Blogprojektes Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland.

In die Wohlwollenden von Aischylos geht es um die Gerichtsverhandlung von Orestes. Die Tragödie schließt sich direkt an den Mord von Orestes an seiner Mutter an und ist somit der dritte Teil der Trilogie. Orestes wird von den Rachegöttinnen angeklagt, da sie finden, dass Orestes kein Recht dazu hatte, seine Mutter zu ermorden. Er habe durch den Mord an seiner Mutter Schuld auf sich geladen, die er nun seinerseits sühnen müsse. Apollon verteidigt Orestes, denn schließlich habe es seinem Schützling den Mord aufgetragen. Die Rachegöttinnen Erinyen weichen aber nicht von ihren Gedanken ab und wollen Orestes bestrafen. Nun wird Athene gebeten ein faires Urteil zu fällen. Sie sagt aber, dass sie das alleine nicht kann und beruft so ein Gericht ein mit verschiedenen bürgerlichen Richtern. Diese sollen am Ende anonym abstimmen, ob sie Orestes für schuldig halten. Auch Athene gibt eine Stimme ab und sagt, dass bei einer Stimmengleichheit die Entscheidung für Orestes fallen wird. Natürlich kommt es zur Stimmengleichheit, Orestes ist freigesprochen, was die Rachegöttinnen schrecklich finden. Zur Versöhnung werden sie von Athene belohnt.

Die Wohlwollenden ist der letzte Teil der Trilogie um Orestes. Sie ist somit als Abschluss der beiden vorangegangen Tragödien zu sehen. Wenn man sich die Struktur der drei Tragödien ansieht, hat man auch hier so eine Art drei Akt-Schema. Der erste Teil stellt eine Art Einleitung dar und ist auch ein Stückchen länger als die beiden nachfolgenden Tragödien. In ihm werden die Figuren vorgestellt und somit auch die nachfolgenden Konflikte im Grunde schon vorausgedeutet. In der zweiten Tragödie geschieht dann die Rache am vorangegangenen Vatermord und so wird sie zum Einstieg von dem, was dann im dritten Teil folgen wird. In der letzten Tragödie ist im Prinzip alles geschehen und wir stehen vor dem Scheideweg: Wird die Trilogie gut oder schlecht enden? Wird Orestes ungeschoren aus der Sache herauskommen (was ja durchaus ein Glücksfall für ihn wäre) oder wird er für sein Handeln bestraft?

Im Grunde ist, denke ich, ziemlich klar, wie die Tragödie ausgehen wird, denn schließlich steht Apollo auf Orestes‘ Seite und somit ist ja klar, dass Orestes am Ende nicht irgendwie bestraft werden wird. Was ich ein bisschen schade fand, war, dass Orestes‘ Schwester Elektra überhaupt nicht mehr vorkommt. Sie kommt ja auch am Ende vom zweiten Teil nicht mehr vor und wird dann in der dritten Tragödie komplett ausgespart, dabei hätte sie ja durchaus für ihren Bruder bei der Verhandlung aussagen können oder etwas in der Art. So hätte man sie noch eingebaut, aber sie hätte keine allzu prominente Rolle gespielt.

Apollo und vor allem Athene wirken hier also Deus ex machina (wie ist die Mehrzahl? Deii?). Apollo ist deshalb derjenige, der das Geschehen beeinflusst, weil er Orestes schützt und unter seinen Schirm stellt und Athene wirkt, wie sonst häufig auch, eigentlich noch schützender. Sie lässt das Geschehen der Tragödie so weit voranschreiten, dass es so wirkt als hätte sie keinerlei Einfluss. Athene lässt sogar die Mehrheit bestimmen, ob Orestes schuldig ist oder nicht, sodass sie vordergründig erst einmal alles den Menschen überlässt. Doch dann greift sie ein, stimmt selbst mit ab und sagt, dass bei einer Stimmengleichheit Orestes freigesprochen würde. Sie wirkt also hier am Ende als entscheidende Instanz und löst so den Konflikt final.

Insgesamt erscheint mir Die Wohlwollenden von Aischylos als ein sehr interessanter Abschluss der Orestes-Trilogie. Es gibt einige Motive, die man kennen sollte wie beispielsweise Athena als Götting, aber gleichzeitig zeigt ihre Rolle auch das Konzept der eingreifenden göttlichen Instanz. Deshalb halte ich die Trilogie und vor allem deren letzten Teil als wertvoll und empfehlen ihn gerne weiter.

Montagsfragen

Montagsfrage: 8. Juli 2019

Montagsfrage: Behaltet ihr eigentlich eure ausgelesenen Bücher oder sortiert ihr regelmäßig aus?

Hallo ihr Lieben,

Antonia von lauter-und-leise.com fragt diese Woche danach, ob wir unsere Bücher behalten oder aussortieren. Tja, eine gute Frage! Eigentlich bin ich eher der Typ Leser, der seine Bücher behält und auch ganz ungerne Bücher leiht (sei es nun von Freunden, Familie, Bekannten oder aus der Bibliothek). Ich lese lieber eigene Bücher, weil ich sie mir dann ins Regal stellen kann. Aber aus Platzmangel (ja, ein trauriger Grund!) musste ich in den letzten Monaten leider doch ein bisschen aussortieren. Tatsächlich sind es bei mir aber häufig die Bücher, von denen ich denke, dass ich sie vermutlich nicht noch einmal lesen wollen würde und auch bei denen fällt es mir unglaublich schwer, denn vielleicht…vielleicht will ich sie ja doch noch…
Wie ist das bei euch? Gebt ihr eure Schätze gerne weiter oder behaltet ihr sie? Und wenn ihr sie weiter gebt: Wie macht ihr das denn? Verkaufen? Verschenken? Bücherschränke? Oder andere (digitale) Bücherweitergabemöglichkeiten?

Liebe Grüße
Vanessa

P.S.: Schaut doch auch noch in mein Sommerprojekt rein und macht mit mir literarischen Urlaub!

Bibliographie von Michael Kibler

Rund um’s Lesen: Bibliographie von Michael Kibler

Michael Kibler hat bisher 14 größere Werke veröffentlicht (ich habe die Stadtführer und die Geschichten hier mal rausgelassen, weil ich mir selbst vorgenommen habe mich erst einmal auf die Romane zu beschränken). Die Bücher, die Kibler veröffentlicht hat, sind meist Regionalkrimis und spielen in Darmstadt (mit bisher einer Ausnahme: Sterbenszeit spielt hauptsächlich in Mainz). Michael Kibler nutzt Darmstädter Sehenswürdigkeiten und baut diese geschickt in seine Kriminalromane ein; so spielen manche Romane auf der Rosenhöhe, auf der Mathildenhöhe oder im Lichtenberghaus. Wer sich also in Darmstadt gut auskennt, wird Freude daran haben, die Orte wiederzuerkennen und wen es einfach interessiert, sich mal mit fremden Städten zu beschäftigen, der kann an solchen Reginalkrimis generell und an Kibler in diesem speziellen Fall bestimmt viel Spaß haben. Nun aber ohne weitere Umschweife zu den von mir gelesenen Kibler-Krimis:

Titel Jahr Bemerkung Besitz/Gelesen
Madonnenkinder 2004 Horndeich-Hesgart-Reihe 1 X
Zarengold 2005 Horndeich-Hesgart-Reihe 2 X
Rosengrab 2007 Horndeich-Hesgart-Reihe 3 X
Schattenwasser 2009 Horndeich-Hesgart-Reihe 4 X
Todesfahrt 2010 Horndeich-Hesgart-Reihe 5
Engelsblut 2011 Horndeich-Hesgart-Reihe 6 X
Opfergrube 2012 Horndeich-Hesgart-Reihe 7 X
Totensee 2014 Horndeich-Hesgart-Reihe 8 X
Seelenraub 2016 Horndeich-Hesgart-Reihe 9
Treueschwur 2017 Horndeich-Hesgart-Reihe 10
Abendfrost 2018 (Nov.) Horndeich-Gabriely-Reihe 11
Zornesglut 2019 (Nov.) Horndeich-Gabriely-Reihe 12
Sterbenszeit 2014 Ricarda Zöller 1 X
Bölle-Hölle: Ein Lilien-Krimi (Kriminalroman ohne Tote) 2016
Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Orestie: Die Spenderinnen am Grabe von Aischylos

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Blogprojektes Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland.

Im zweiten Teil der Orestie-Trilogie treffen sich Elektra und Orestes, die Kinder von Agamemnon, am Grab ihres Vaters. Orestes erfährt, dass Klytaimestra und Aigisthos gemeinsam den Vater ermordet haben und so beschließt er gemeinsam mit seiner Schwester die verräterische Mutter zu ermorden. Sie denken sich einen Plan aus: Orestes soll als Fremder in das elterliche Haus kommen und dort dem Hausherren und seiner Frau erzählen, dass Orestes verstorben sei. Sobald Aigisthos zugegen ist, möchte er ihn selbst ermorden. Hinterher soll dann noch die Mutter über ihren Freund gebeugt ermordet werden, denn schließlich wollte sie mit Aigisthos für immer zusammen sein und hat deshalb den Ehemann ermordet.

Bei Die Spenderinnen am Grabe handelt es sich um den zweiten Teil der Orestie-Trilogie. Das Stück ist auch noch unter den Übersetzungen Die Totenspende, Die Grabesspenderinnen und die Weihgussträgerinnen bekannt, weil der Chor eben aus den Frauen besteht, die Elektra zum Grab ihres Vaters begleitet haben. Orestes und Elektra haben dort einen Moment des Wiedererkennens, allerdings spielt Elektra danach kaum noch eine Rolle. Sie überlässt die Rache mehr oder weniger komplett ihrem Bruder und dem Chor, der für die dunklen Machenschaften der Geschwister eingespannt wird, denn schließlich handelt es sich um eine Art „gerechte Rache“, schließlich hat ihre Mutter zusammen mit ihrem Freund/neuen Mann Aigisthos ihren Ehemann umgebracht, um mit dem neuen Mann zusammen sein zu können und weil er sich eine andere Frau, Kassandra, mitgebracht hatte.

Auch hier spielt die Handlung in einem sehr begrenzten Raum – auf dem Friedhof und im Königsschloss zu Argos – und in einer sehr kurzen Zeitspanne von einigen Stunden. Dieses Vorgehen war für antike Tragödien durchaus üblich und ist insofern vielleicht gerade deshalb bemerkenswert. Die handelnden Figuren gehören zum Königshof und sind somit von hoher Geburt, außerdem gibt es nur wenige Figuren, die namentlich benannt sind: Orestes, Pylades, Elektra, Klytaimestra und Aigisthos, außerdem gibt es den Chor der Sklavinnen, einen Diener, die Amme des Orestes und das Gefolge.

Ich fand die Familienkonstellationen etwas befremdend und hatte echt Schwierigkeiten mich dort hineinzudenken. Wie kann eine Mutter einfach so erst den eigenen Ehemann umbringen, auch wenn dieser sie betrogen hat, denn sie hat ja eigentlich genau das Gleiche getan? Und später ein Sohn seine Mutter, ohne die genauen Hintergründe zu kennen. Hätte er ihr eher verziehen, wenn er gewusst hätte, dass sein Vater eine Geliebte hatte? Oder wäre das kein Grund für ihn gewesen? Interessanterweise wird im ersten Teil ja vorausgedeutet, dass die Rache von Orestes folgen wird und so geschieht es dann auch ziemlich unmittelbar. Aber abgesehen davon passiert auch nicht viel anderes, sodass es praktisch keine Nebenhandlungen gibt. Dies hängt sicherlich mit der geringen Anzahl von Figuren zusammen. Wenn es kaum Figuren gibt, kann es auch praktisch keine Nebenhandlungen geben.

Insgesamt ist der zweite Teil der Orestie-Tragödien Die Spenderinnen am Grabe von Aischylos sehr blutig, aber deshalb nicht weniger spannend und ich mag auf jeden Fall wissen wie die Trilogie im dritten Teil ausgeht.

Die Schachspielerin von B. Henrichs

Inhaltsangabe: Die Schachspielerin von Bertina Henrichs

Eleni lebt mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann Panos auf Naxos, einer kleinen griechischen Insel, auf der sie als Zimmermädchen in einem kleinen Hotel namens Dionysos arbeitet. Mit der Besitzerin des Hotels versteht sie sich gut, weshalb sie regelmäßig morgens mit ihr einen Kaffee trinkt während sie darauf wartet, dass die Gäste ihre Zimmer verlassen, damit sie in Ruhe putzen kann. Eines Morgens stößt sie beim Putzen eine Schachfigur um, aber sie kann sich nicht herleiten wohin die Figur der angefangenen Partie gehört. Fortan ist sie von dem Spiel fasziniert, weiß sie aber doch, dass sie sich niemals ein Schachspiel wird kaufen können, denn das würde von den Mitbewohnern der Insel nicht gut aufgenommen. Hier ist es nicht gerne gesehen, wenn man sich anders verhält als seine Nachbarn. Eleni kommt aber eine geniale Idee, denn sie möchte gerne einmal Schach spielen. Sie lässt Panos ein Spiel zum Geburtstag kaufen und zwar von ihrem ehemaligen Lehrer. Dieser ist überrascht von dem Anliegen seiner ehemaligen Schülerin, kommt ihrer Bitte aber nach. Er entscheidet sich für einen Schachcomputer, mit dem Eleni notfalls auch alleine spielen kann. Panos ist nicht begeistert von dem Geschenk, doch Eleni möchte so gerne spielen, dass sie nach einigen Tagen heimlich eine Runde spielt. Anfangs ist das Spiel sehr verwirrend und sie lernt sehr viel mit dem Buch, das ihr Lehrer für sie gekauft hat, doch dann bekommt sie irgendwann den Dreh raus und spielt besser. Doch da sie nicht ewig nur gegen den Computer spielen möchte, fragt sie ihren Lehrer, ob dieser bereit ist, mal gegen sie zu spielen. Er hat vor vielen Jahren sehr gerne Schach gespielt, doch als er sich mit seinem damaligen Freund und Gegenspieler verkrachte, hat er aufgehört. Kouros ist überrascht von den Fähigkeiten der kleinen Eleni und so verbringen die beiden einige Nachmittage mit spielen. Als es Eleni endlich gelingt, ihn zu besiegen, ist sie so stolz, dass sie es jemandem erzählen muss. Sie entscheidet sich für ihre eigentlich beste Freundin Katerina, die nichts besseres zu tun hat, als es auf der ganzen Insel auszuplaudern, weshalb Eleni geschnitten wird und sie und Panos sich streiten. Fortan besucht sie Kouros überhaupt nicht mehr, doch nach einigen Wochen fängt sie mit vorsichtigen Besuchen an. Sie beginnt sämtliche Angriffs- und Verteidigungsstrategien zu lernen, doch irgendwann schafft sie kein natürliches, intuitives Spiel mehr gegen ihren Lehrer, weshalb dieser über seinen Schatten springt und Costa, seinen ehemaligen Schachfreund, anruft. Costa kann kaum glauben, dass die „Putze“ – wie er sie abfällig nennt – eine so gute Spielerin sein soll, ist aber bald von ihrem Können beeindruckt. Kouros findet ein Schachturnier für Eleni in Athen, an dem sie heimlich teilnimmt. Während sie weg ist, kommt Kouros schwerkrank ins Krankenhaus. Maria, Elenis Chefin im Hotel, ist beeindruckend von dem Mut ihrer Angestellten und als sie den Brief erhält, dass Eleni auf dem Festland ist, um dort ein Schachturnier zu bestreiten, macht sie sich daran die frohe Kunde zu verbreiten: Eleni von Naxos ist auf dem Festland um bei einem wichtigen Turnier ihre Insel zu vertreten. Die Inselbewohner sind begeistert, schließlich hätte niemand damit gerechnet, dass sie einmal bei einem richtigen Schachturnier von einer der ihren vertreten werden. Und auch Panos kann sich mit dem Gedanken, dass seine Frau Schach spielt langsam anfreunden.

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Orestie: Agamemnon von Aischylos

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Blogprojektes Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland erschienen.

Im ersten Teil der Orestie-Trilogie Agamemnon von Aischylos spielen folgende Figuren eine Rolle: Ein Wächter, Chor vornehmer Greise von Argos, Klytaimestra, Ein Herold, Agamemnon, Kassandra, Aigisthos und da Gefolge. Die Handlung spielt in Argos. Klytaismestra wartet auf ihren Mann Agamemnon, welcher aus dem Krieg heimkehren soll. Am Anfang des Theaterstücks wird der Sieg über Troja durch die Griechen bekannt gegeben und so wartet sie auf ihren Ehemann. Allerdings nicht, weil sie ihn so sehr vermisst hat, sondern weil sie nun einen neuen Gefährten, Aigisthos, hat. Als Agamemnon heimkehrt bringt er eine Geliebte mit: Kassandra, die gleichzeitig Seherin ist. Sie wurde verflucht. Sie sieht zwar, was in der Zukunft geschehen wird, allerdings glaubt ihr niemand, dass sie damit recht haben könnte, sodass sie die Zukunft unausweichlich wird. Kassandra weiß also, dass sie sterben wird, wenn sie den Palast betritt und so bespricht sie mit dem Chor, ob sie es wagen soll oder nicht. Klytaimestra tötet nicht nur ihren Ehemann, sondern auch dessen Sklavin und Geliebte Kassandra und ergötzt sich an der Bestürzung, die sie damit hervorruft. Nun da sie und Aigisthos in den Palast einziehen können, soll es ruhiger und friedlicher werden. Doch der erste Teil der Trilogie ist natürlich nur der Auftakt der folgenden Ereignisse…

Ich muss sagen, dass ich in den ersten Teil der wohl einzigen antiken Tragödie nicht wirklich gut hineinkam. Das hatte wohl zwei Gründe: Zum einen habe ich den Agamemnon über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinweg gelesen und da es keine Szenen oder Akte gibt, muss man mehr oder weniger mitten in der Handlung stoppen, wodurch ich sehr schwer wieder in das Geschehen zurückgefunden habe. Zum anderen habe ich diese Tragödie auf dem eReader gelesen und ich habe schon ein paar Mal den Eindruck gehabt, dass ich mir Sachen, wenn ich sie auf einem Bildschirm lese, nicht so gut merken kann. Eigentlich sollte das auf einem eReader anders sein, aber so richtig funktioniert das für mich noch nicht. Vielleicht brauche ich einfach noch mehr Übung? Ich werde es in den nächsten Wochen lesen, denn die beiden anderen Teile der Orestie-Trilogie habe ich auch als eBook auf meinem eReader.

In den griechischen Tragödien scheinen diese Themen wie in 100.000 anderen Werken danach eine besondere Rolle zu spielen: Liebe, Rache, Hass, Mord und Totschlag. Eine Frau wartet auf ihren aus dem Krieg heimgekehrten Mann, eigentlich liebt sie ihn nicht mehr, aber er kommt nun mal nachhause. Er bringt seine Geliebte mit und erzürnt damit seine Frau noch mehr. Sie tötet ihn und seine Geliebte, obwohl sie eigentlich selbst unglücklich in der Ehe ist und bereits einen neuen Mann an ihrer Seite hat. Eigentlich kann der Grund für ihre Mordgelüste doch nicht in Eifersucht oder in Begehren ihrem Mann gegenüber liegen, oder? Vielleicht ist es der Wunsch die nachfolgende Herrscherin zu sein und nicht ihrem Mann und dessen neuer Frau Platz zu machen. Oder war eine Scheidung damals gänzlich undenkbar? Erst recht in einem Königshaus? Leider kenne ich mich mit den damaligen Gepflogenheiten nicht besonders gut aus.

Ich stelle mir natürlich auch die Frage, ob der Autor hier Kritik an einem bestimmten Königshaus geübt hat oder ob es eine generelle Kritik am Krieg war, indem man zwar nicht die Folgen für die normale Zivilgesellschaft darlegt, sondern einfach zeigt, dass das Leben zuhause weitergeht, dass Frauen sich neue Männer suchen, dass Männer sich Sklavinnen halten und diese aus den ausgeplünderten und besiegten Städten mitbringen. Ich könnte mir hier eine generelle Kritik am Krieg und an den damit in Zusammenhang stehenden, vielleicht auf den ersten Blick gar nicht offensichtlichen, Konsequenzen vorstellen.

Die Orestie von Aischylos scheint mir auf jeden Fall einmal lesenswert zu sein und ich bin schon sehr gespannt auf die beiden auf Agamemnon folgenden Teile der Trilogie.

Die Schachspielerin von B. Henrichs

Rezension: Die Schachspielerin von Bertina Henrichs

Die Schachspielerin von Bertina Henrichs ist als Roman ausgezeichnet, aber meiner Ansicht nach handelt es sich dabei eher um eine Novelle. Es handelt sich hier um eine sehr gradlinige, relativ kurze Geschichte, die auch keinen Nebenschauplatz hat. Es geht eigentlich immer nur um Eleni, und der Erzähler erzählt ihre Geschichte, begleitet sie auf ihrer Reise und folgt ihr nach Athen. Da es also keine Nebenschauplätze gibt, handelt es sich meiner Ansicht nach bei Die Schachspielerin von Bertina Henrichs eher um eine Novelle.

Damit ist auch schon ein zweiter Gesichtspunkt zumindest angedeutet: Über das Innenleben vieler anderer Figuren wird kaum etwas deutlich. Man erfährt, dass Panos, Elenis Ehemann, mit ihrem Schachspielen nicht besonders glücklich ist, aber man erfährt nicht genau warum, darüber hinaus erfährt man wenig über die Gedanken und Gefühle der Kinder von Eleni und Panos, man erfährt nicht über die Gedanken von Katerina oder Maria, nur weniges erfährt man von Kouros und Costa, die an sich auch eher in sich verschlossene Figuren sind. Kouros reflektiert sein Verhältnis zur Gesellschaft, zu Eleni und seine Aufgabe in der Welt, aber darüber hinaus erfährt man auch kaum etwas von ihm. Eleni reflektiert ihr Verhalten selbst noch relativ wenig; sie macht sich eigentlich kaum Gedanken darüber, dass sie plötzlich aus ihrer kleinen Welt ausbrechen möchte. Sie bemerkt zwar, dass diese Schutzschicht, in der sie immer gelebt hat, nun relativ beklemmend für sie ist, dass ihr das früher aber nicht so viel ausgemacht hat, aber sie scheint nicht zu merken, woran das liegt. Sie denkt einfach nicht weiter darüber nach. Wenngleich man diesem Konzept einer Hauptfigur einiges entgegenbringen könnte, finde ich, dass es gut zu Eleni passt, dass sie nicht allzu viel über alles nachdenkt. Sie bemerkt nur selbst mit einer gewissen Selbstironie, dass ein kleines Zimmermädchen Schach spielen will und dass das eigentlich seltsam ist.

Ich habe als Kritikpunkt gelesen, dass in diesem Buch das Schachspiel nicht besonders detailgetreu rüberkam. Es gibt keine Uhren wie man sie von Schachturnieren kennt, und auch abgesehen davon wäre das Buch ziemlich wenig beschreibend, was das Schachspiel angeht. Es mag sein, dass dem so ist und es mag sein, dass man das als Schachspieler merkt, aber mir als absolutem Schachlaien ist das nicht aufgefallen. Zugegebenermaßen habe ich überhaupt keine Ahnung vom Schach, aber mir persönlich ist das nicht aufgefallen. Ich hätte es wohl eher noch als störend empfunden, wenn die Passagen des Schachspielens noch detailgetreuer umschrieben werden, weil ich davon nichts verstanden hätte und es für die Geschichte auch nicht notwendig oder hilfreich gewesen wäre.

Die Schachspielerin von Bertina Henrichs ist eine nette kleine Geschichte, die ich persönlich sehr ästhetisch fand und die ich durchaus empfehlen würde.

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Die Perser von Aischylos

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Blogprojektes Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland.

In der Tragödie Die Perser von Aischylos geht es um die Niederlage der Perser gegen die Griechen. Xerxes hat seinerzeit die Perser in den Krieg gegen die Griechen geführt und ist somit für diese Niederlage verantwortlich. In der Tragödie von Aischylos geht es um den Chor betagter persischer Fürsten, Atossa, einen Boten, den Schatten des Dareios, Xerxes und das Gefolge. Die Handlung spielt in Susa und findet innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne statt. Die Handlung setzt ein, als die Perser bereits gegen die Griechen verloren haben und diese Nachricht zu den daheimgebliebenen durchsickert. Atossa hatte einen Traum, den sie sich deuten lässt. Wie sich kurze Zeit später herausstellt, war es das Omen, das besagt, dass der Kampf verloren wurde. Viele Perser mussten ihr Leben im Krieg lassen und so beschließt Atossa mit ihrem verstorbenen Mann darüber zu sprechen. Er versteht nicht, weshalb sein Sohn in den Krieg gezogen ist und wie es passieren konnte, dass die Perser verloren haben. Seine Frau berichtet ihm von dem, was der Bote ihr erzählt hat. Sie beschließt ihrem Sohn entgegenzugehen und versucht ihn zu trösten. Xerxes ist traurig, er unterhält sich mit dem Chor darüber wie es zu diesem Unglück kommen sollte und der Chor klagt schrecklich darüber, dass Xerxes sein Volk so sehr in diese Niederlage geführt hat.

Laut Wikipedia ist Die Perser von Aischylos das älteste erhaltene Drama der Welt. Interessanterweise liest es sich aber gar nicht so schwierig. Natürlich liegt das mit daran, dass die Übersetzung – je nach dem welche man sich aussucht – recht modern ist. Ich habe die Übersetzung von Dietrich Ebener gelesen. Und natürlich hängt es auch damit zusammen, dass Die Perser eben auch zum mündlichen Vortrag konzipiert wurden. Ich mochte an dem Stück besonders gerne, dass man die Niederlage aus der Sicht der Perser beschrieben hat.

Interessant finde ich dabei die Umsetzung. Mir gefiel es besonders gut, dass Aischylos von „den Barbaren“ spricht. Die Perser, die sich selbst als Barbaren bezeichnen und damit offen zeigen, dass das Stück eigentlich von einem Griechen geschrieben wurde, der die Niederlage der Perser eigentlich aus der Sicht der Griechen geschrieben hat ohne dabei aber auf den Sieg der Griechen näher einzugehen.

Ich habe schon öfter gedacht, dass man die antiken Tragödien von Aischylos, Euripides und Sophokles mal lesen sollte und nun fielen mir kürzlich einige Tragödien in die Hände. Diese Tragödie ist insofern typisch als das sie innerhalb von wenigen Stunden spielt, sie innerhalb eines sehr kleinen Raumes spielt und nur wenige Personen in dieser vorkommen, außerdem sind die vorkommenden Figuren allesamt recht hoch in ihrem Ansehen, schließlich sind es Könige und zur Königsfamilie gehörende Personen. Der Bote stellt eine Ausnahme dar.

Ich finde es ziemlich schön, dass Aischylos eine solche Tragödie schreibt, denn er war wohl selbst bei der Schlacht dabei, wenngleich er nicht wissen kann wie die Nachricht der Niederlage bei den Persern aufgenommen wurde. Entsprechend merkt man meines Erachtens Änderungen zwischen der erzählten Tragödie und dem, was vermutlich wirklich geschehen ist.

Ihr merkt es schon, ich weiß nicht so genau, was ich dazu noch großartig schreiben soll. Deshalb hier meine kleine Bewertung: Ich finde, dass man die Tragödie Die Perser von Aischylos auf jeden Fall mal lesen sollte, denn aufgrund ihres Alters ist sie das auf jeden Fall wert. Ich denke nicht, dass ich alles verstanden habe, aber dennoch kann man vieles vom Inhalt verstehen, sodass sich das Lesen auf jeden Fall lohnt.

Montagsfragen

Montagsfrage: 1. Juli 2019

Montagsfrage: Buch mit Notiz?

Hallo ihr Lieben,

dieses Mal beginnt mit der Montagsfrage nicht nur eine neue Woche, sondern sogar ein neuer Monat. Diese Woche fragt Antonia danach, ob man Notizen in Bücher macht oder nicht. Für mich ist die Frage relativ einfach: Wenn ich mit einem Buch arbeite, dann mache ich Notizen rein. Sei es nun zum Studium oder zur intensiveren Lektüre. Aber wenn ich einfach nur ein Buch lese, dann mache ich in der Regel keine Notizen, einfach weil es ein Hobby ist. Macht ihr Notizen in eure Bücher? Wenn ja, bei welchem Lesemodus?

Liebe Grüße
Vanessa

The Tribe

Inhaltsangabe: Die Vorgeschichte: Lex und Ryan von Linda Jensen

Lex und Ryan kennen sich am Anfang des zweiten Teils der Vorgeschichte: Lex und Ryan von Linda Jensen nochnicht. Lex ist mit Jenny zusammen, wohnt mit seiner Mutter und deren Freund zusammen. Ihre Mutter Serena verhält sich aber nicht sehr mütterlich. Für Serena zählt nur die nächste Flasche Alkohol oder die nächste platzierte Wette. Beim Umzug der Drei schafft es Serena nicht sich lange genug auf diesen zu konzentrieren, sodass  Lex zusammen mit Mitch die schweren Sachen hochtragen muss und Jenny, die später dazu kommt, anfängt die Sachen in die Schränke zu räumen und die leichteren Sachen hochträgt. Lex ist enttäuscht von seiner Mutter entweder sie schläft, sie säuft oder sie weint über ihr verpfuschtes Leben. Er erträgt diese Verhalten einfach nicht mehr. Frauen sind lächerlich und können absolut nichts, vor allem nicht eigenständig denken.

Ryan ist der Sohn einer Lehrerin und wird deshalb öfter als Außenstehender in seiner Klasse behandelt. Als sie eine Klassenfahrt in ein Skigebiet machen, kann er sich endlich profilieren. Er läuft schon seit Jahren Ski und Snowboard und war sogar auf dem Weg Profi zu werden bis ihn ein schlimmer Unfall daran hinderte, denn den Trainingsrückstand konnte er nie mehr aufholen. Aber besser als seine Klassenkameraden fährt er dennoch. Vor allem Marnie ist von seinen Fahrkünsten beeindruckt und so kommen sich die beiden das erste Mal näher, wenn es auch am Anfang nach einem einmaligen Erlebnis aussieht. Seine Mutter warnt ihn vor dem hochnäsigen Mädchen, aber er will nicht hören. Doch bevor er sich ihr offenbaren kann, kommt die schreckliche Nachricht schon in den Nachrichten: Ein tödliches Virus ist ausgebrochen. Ryan sucht nach Marnie, kann sie aber in ihrer Wohnung nicht mehr finden. Draußen auf der Straße ist die Hölle los, Gruppen ziehen durch die Straßen und plündern. Als Ryan wieder nach hause kommt, erfährt er von seinen Eltern, dass die Kinder und Jugendlichen in Lager gebracht werden, wo sie diszipliniert werden sollen.

In diesem Lager lernen sich Ryan und Lex kennen. Ryan ist von Lex beeindruckt, denn dieser lässt sich nichts gefallen und legt sich mit den Aufseherinnen an. Als Strafe werden beide auf eine schreckliche Farm gebracht, die auf einer Insel liegt und wo es ziemlich schlimm vor sich geht. Dort lernen sie Xandra kennen, mit welcher Lex sich bald anfreundet. Gemeinsam versuchen sie mit ihren Leidensgenossen von der Insel flüchten.