Adventskalender 2019 ·Der Notar in der Fall von J. Gotthelf

Rezension: Der Notar in der Falle von Jeremias Gotthelf

In der Erzählung Der Notar in der Falle von Jeremias Gotthelf sucht Luise nach einem Ehemann und ihre Wahl fällt auf Notar Stößli. Der Autor verwendet weite Teile der Geschichte dazu von Luises Hintergrund zu erzählen. Er beschreibt, welchen Charakter Luise hat, beschreibt ihr Aussehen, ihre Beziehung zu den Menschen in ihrem Dorf und zu ihren Freundinnen. Außerdem wird beschrieben wie sich Luises Gedanken entwickeln. Wie sie sich Gedanken darüber macht, dass alle ihre Freundinnen nach und nach heiraten, dass sie dann keine Zeit mehr für sie haben und dass Luise immer mehr vereinsamt. Luise ist eigentlich kein schlechter Mensch, sie ist ziemlicher Durchschnitt und mit ihrer Tat, damit, dass sie ihren zukünftigen Ehemann belügt, macht sie sich im Grund erst interessant. Dies ist das erste, was Luise macht, was man nicht sofort wieder vergessen würde. Und doch ist es etwas, das ihr Notar eigentlich nicht erträgt. Als er erfährt, dass eine Frau und sogar seine Frau ihn so belogen hat, dass sie ihn so manipulieren konnte, wird er wütend. Er fühlt sich gehörnt und möchte eigentlich am Liebsten sofort die Scheidung. Erst die kluge Reaktion der Tante Spendvögtin sorgt für Beruhigung in der Beziehung, wobei diese nicht plötzlich super wird, sondern sich nach und nach verbessert. Der Autor geht hier sehr behutsam vor, baut die Geschichte langsam auf und zeigt so auf, wieso sich Luises Verhalten so entladen konnte und es zu dieser Eskalation kommen konnte.

Der Erzähler verwendet einen zarten Humor, und macht immer wieder augenzwinkernde Vorausdeutungen und Rückverweise, sodass man nicht nur das Gefühl hat, der Erzähler weiß schon wie die Geschichte endet und betrachtet dieses Ende mit einer gehörigen Portion Humor, sondern er findet auch Luises Schicksal recht traurig, weshalb er ihre Tat irgendwie gutheißt. Ich will gar nicht bestreiten, dass sie nicht richtig gehandelt hat, aber ich finde es unglaublich schön beschrieben, wie positiv Luise dargestellt wird, und dass sie dennoch keinen Mann zu finden scheint.

Jeremias Gotthelf hat ein ziemliches Händchen dafür, seine Charaktere bis zum Ende liebevoll zu gestalten, sie passen in die Geschichte, geben ihr, die notwendigen Wendungen und sein Erzähler sorgt mit einem Spritzer Humor dafür, dass diese Erzählung Der Notar in der Falle (auch Titel ist ja schon humorvoll) mir wirklich Spaß gemacht hat.

Adventskalender 2019 ·Leseaktionen

Mein Sub kommt zu Wort Dezember 2019

Hallo ihr Lieben,

ich habe entdeckt, dass die ersten Fragen für nächstes Jahr auch schon fertig sind *hibbel* *aufgeregt mit den Seiten raschel*. Ja ich freue mich drauf. =) Aber kommen wir doch erst einmal zur heutigen Frage und damit auch zur letzten Frage für dieses Jahr! Was für ein aufregendes Jahr das doch war. Gestartet bin ich in den Januar mit 32 Büchern und dann gab es ein stetiges auf und ab, aber im Grunde gab es gar keine so großen Schwankungen und inzwischen bin ich bei knapp 23 Büchern (mal gucken wie sich das in den letzten Tagen noch entwickeln wird). Aber ihr seid ja hier, um meine Antworten auf die folgenden Fragen zu bekommen:

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Derzeit bin ich insgesamt bei 23 Büchern, aber das kann sich in den nächsten Tagen ja wieder verändern, mal gucken wie Vanessa zum Lesen kommt.

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Tatsächlich gibt es so viel heute gar nicht zu zeigen, denn es ist nur ein neues Buch dazugekommen: Carsten Sebastian Henn: Eine Prise Sterne. Klingt total schön und soll eine Liebesgeschichte sein. Marc trifft seine frühere Nachbarin aus Kindertagen wieder. Sie kommt gerade aus einer schlimmen Trennung. Es muss ein neuer Mann für Anne her und am besten macht man sowas doch, indem man alle möglichen Informationen sammelt und die Kompatibilität von zwei Menschen berechnet, oder nicht? Anne ist – als sie davon erfährt – alles andere als begeistert von Marcs Methode. Leider hat sich inzwischen nicht nur Marc in Anne verliebt, sondern auch ihr Nachbar, offenbart Anne seine Gefühle… Vanessa hat das Buch bereits angefangen, weil es so schön klang, aber so richtig begeistert ist sie nicht.

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Tatsächlich hat mich als letztes Stella Ein Weihnachtsmärchen von Sergio Bambaren verlassen. Ein wirklich wunderschönes Buch über Weihnachten und sie mag es am Liebsten jedem empfehlen, sagt Vanessa.

  1. Lieber SuB, der Dezember steht mit der Weihnachtszeit im Zeichen der Gemütlichkeit und der Familie, also zeig uns doch mal Bücher, die die Familie in den Mittelpunkt rücken, egal ob der Protagonist Geschwister hat, alte Familiengeschichten ausgegraben werden oder er seine Wurzeln sucht.

Rückblick: Ich hatte Vanessa ja an Reihenabschlüssen eigentlich nur einen empfohlen, weil sie die andere Reihe noch nicht beenden wollte. Den Frankfurt-Krimi hat sie aber auch noch nicht gelesen, weil sie derzeit irgendwie gar keine Lust auf Regionalkrimis hat. Hoffentlich liest sie ihn trotzdem langsam mal, denn die Kucera entwickelt sich langsam aber sicher zur Sub-Leiche.

Zukunft: Tja, eine gute Frage. Aber es gibt tatsächlich noch ein paar Bücher, in denen es um Familie geht. Zum einen wäre da der Liebesroman Garrett von Lori Foster. Garrett ist Teil einer Reihe, in der die Familienmitglieder nach und nach ihren Partner finden. In Vanessa da Matas Blumentochter ist die Familie im Titel ja schon Programm, schließlich kann es ja nur eine Tochter geben, wenn es auch Eltern gibt. Auch dieser Roman würde also in die nächste Aufgabe passen. Ich bin gespannt!

Ich wünsche euch jetzt noch eine schöne Weihnachtszeit und ein paar schöne, gemütliche Lesestunden!

Liebe Grüße

SuBy (& Vanessa)

Adventskalender 2019 ·Was in zwei Koffer passt von V. Peters

Inhaltsangabe: Was in zwei Koffer passt – Klosterjahre von Veronika Peters

Was in zwei Koffer passt von Veronika Peters ist ein Erfahrungsbericht aus dem Jahr 2007. Sie beschreibt in dem Buch wie sie damals beschloss ins Kloster zu gehen und von ihrem bisherigen Leben Abschied nimmt. Peters beschreibt wie sie ihr Hab und Gut verschenkt und verkauft, wie sie sich von ihren Freunden und Kollegen verabschiedet, wie sie sich sogar von ihrem damaligen Freund Max trennt um ins Kloster zu gehen. Max nimmt diese Entscheidung nicht besonders gut auf und kann sie ihr scheinbar bis zum Schluss – 12 Jahre später – immer noch nicht verzeihen, obwohl er zu dem Zeitpunkt eine neue Freundin – Veronikas beste Freundin Lina – hat und mit ihr sogar ein Kind hat und das nächste erwartet.

Veronika geht ins Kloster, weil sie einen Sinn sucht, so richtig benennen wonach sie sucht kann sie aber auch nicht, aber sie versucht Gott zu finden, versucht einen Sinn zu finden, der sich in der katholischen Theologie und in der Gemeinschaft mit den anderen Nonnen hoffentlich offenbart. Außerdem beschreibt sie wie sie versucht ihren Platz im Kloster zu finden, sie versucht herauszufinden, wie sie sich in das Kloster und in die Gemeinschaft sinnvoll einbringen kann, gleichzeitig aber nicht dazu gedrängt wird sich selbst zu verleugnen oder sich wie auch immer zu verändern. Veronika braucht recht lange um ihren Platz zu suchen, sie braucht lange, sich in den Klosteralltag einzufinden, nicht mehr gegen die dort herrschenden Regeln zu rebellieren und sich soweit zu öffnen, dass sie spirituelle Erfahrungen machen kann.

Sie hat weiterhin Kontakt zur Außenwelt, behält den Kontakt zu Lina und ihrem besten Freund Stefan, außerdem hat sie weiterhin Kontakt zu einer Kollegin, aber dieser wird teilweise weniger und sie scheint sich zwischenzeitlich immer mehr dem Klosterleben zuzuwenden. Dabei stößt sie aber immer an Grenzen, als es darum geht, ob sie im Kloster bleiben darf oder ob sie gehen muss, also ihre erste Profess macht, da sprechen sich einige Nonnen gegen sie aus, weil sie nicht sicher sind, ob das Klosterleben etwas für Veronika ist, und weil sie sich nicht sicher sind, ob sie sich einfügen kann. Dennoch schafft sie es und wird sogar am Ende für ein komplettes Leben im Kloster zugelassen, kann also ihre ewigen Gelübde abgeben, was sie auch tut. Daraufhin wird sie gebeten ein Fernstudium zu machen, was sie relativ erfolgreich abschließt. Nach ihrem Studium soll sie den an das Kloster angeschlossenen Buchladen übernehmen, der von einer älteren Nonne geleitet und geführt wird, welcher allerdings nicht so einträglich ist, wie man sich das in der Klosterleitung wünschen würde, weshalb ein neues, jüngeres Gesicht den Laden aufmischen soll, damit dieser mehr Umsatz abwirft. Als eine alte Nonne stirbt, mit der Veronika viel verbindet und sie dann auch noch wieder Anschluss an die Welt außerhalb des Klosters findet, trifft Veronika eine Entscheidung…

Adventskalender 2019 ·Was in zwei Koffer passt von V. Peters

Rezension: Was in zwei Koffer passt von Veronika Peters

Dieser Erfahrungsbericht Was in zwei Koffer passt von Veronika Peters lief mir sozusagen zu – ich fand ihn in einem Bücherschrank. Kurzentschlossen nahm ich ihn mit und wusste gar nicht genau, worauf ich mich da einlasse. Das Buch lässt sich ziemlich gut runterlesen, es ist kurzweilig geschrieben und man kann sich meistens recht gut in die Erzählerin hineinversetzen.

Was mir aber an diesem Buch nicht so gut gefiel, war, dass der Autorin manchmal einige Jahre in die Zukunft springt und man als Leser, weil man oftmals gar nicht genau weiß, wie weit man gesprungen ist, überhaupt keinen Überblick über die Chronologie mehr hat. Ich habe mich oft gefragt, zu welchem Zeitpunkt ihres „Experiments“, wie die Autorin ihren Klosteraufenthalt selbst nennt, sich diese Gedanken und Vorgänge im Kloster zugetragen haben. Für all diejenigen, die sich mit dem Klosterleben nicht so gut auskennen, wie mich zum Beispiel, führt das unweigerlich zu Verwirrungen. Gleichzeitig ist dies natürlich verständlich, bedenkt man, dass sie vermutlich nicht von Anfang an geplant hat ihren Klosteraufenthalt in einem Buch zu beschreiben, sodass sie vieles aus ihren Erinnerungen rekonstruieren musste.

Außerdem hat mir gefehlt, dass die Autorin kaum reflektiert. Sie verweigert sich zum Beispiel ziemlich am Anfang des Buches der Beichte und spricht daraufhin nie wieder davon. Auch dem Zusammengehörigkeitsgefühlt scheint sie sich an vielen Stellen zu verweigern schließlich sind die Nonnen sich nicht sicher, ob sie sich in die Klostergemeinschaft vollständig einfügt und diskutieren auch deshalb über ihre Aufnahme ins Kloster. Dass sich Veronika auch mit ihrer Magistra, also ihrer Mentorin und Lehrerin in der Anfangszeit im Kloster, nicht gut stellt und mit ihr immer wieder aneinandergerät, fand ich ebenfalls komisch. Mir fehlte einfach an vielen Stellen die innere Einkehr, die Reflexion über ihre Verhalten und ihren Umgang mit den anderen und ihren Wunsch sich auf das Experiment komplett einzulassen. Ja, sie kommt nur mit sehr wenigen Habseligkeiten ins Kloster und ja, sie verschenkt irgendwann ihre Koffer, sie bricht viele Brücken nach außen ab, aber man hat immer das Gefühlt, dass so eine Art klösterliches Gefühl bei ihr ausbleibt. Sie erwartet, dass sie im Kloster unbehelligt ihren Traum von einem Leben ohne Geld und Wirtschaft leben kann, realisiert aber nicht, dass auch ein Kloster von irgendetwas leben muss. Und so sträubt sie sich auch gegen ihre neue Aufgabe als Leiterin des Buchladens. Sie soll dafür sorgen, dass dieser mehr abwirft und nicht nur hübsch aussieht, aber das will sie nicht, weil sie mit diesem wirtschaftlichen Kram (sie drückt das anders aus, aber im Grund scheint sie das zu meinen) nichts zu tun haben möchte. Sie will nicht auf’s Geld achten müssen, bedenkt aber nicht, dass Nonnen, die alt sind und nicht mehr arbeiten können auch von irgendetwas leben müssen. Ein Kloster ist eben ein Mikrokosmos, bei dem auch jeder seine Aufgabe hat und das Uhrwerk am Laufen halten muss, wenngleich mehr Pausen zum Beten, zur Einkehr und zum Gesang gemacht werden.

Ich hoffe, hier nicht zu sehr vorzugreifen, aber: Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen. Veronika Peters scheint alles vergessen zu haben, was sie während ihrer Zeit im Kloster gelernt hat und benimmt sich wie ein bockiges Kind. Mir fehlte bis zu einem gewissen Grad auch Ehrlichkeit in dem Buch, denn dass sie nicht über ihre Reflexion spricht kann ja auch bedeuten, dass sie zwar reflektiert hat, aber einfach nichts dazu schreibt und sie schreibt nicht, aus welchen Verhältnissen sie kommt. Ja, man weiß im Kloster – zumindest teilweise – aus welchen Verhältnissen sie kommt, aber sobald sie jemand, der es nicht weiß, darauf anspricht, blockt sie ab und offenbart auch dem Leser nichts, was diesem helfen könnte, ihr Buch besser zu verstehen.

Insgesamt ist Was in zwei Koffer passt – Klosterjahre von Veronika Peters zwar ein netter Erfahrungsbericht, von dem es in dieser Art wohl auch nicht so viele gibt, aber um wirklich gut zu sein, lässt sie den Leser einfach zu ratlos und mit zu vielen offenen Fragen zurück.

Adventskalender 2019 ·Das Bücherhaus von J. Kaag

Inhaltsangabe: Das Bücherhaus von John Kaag

In dem autobiographischen Roman Das Bücherhaus Eine philosophische Liebesgeschichte von John Kaag geht es um John Kaag selbst und um eine Kollegin, mit der er zusammenkommt.

Das Bücherhaus erzählt die Geschichte des Philosophieprofessors John Kaag, der durch einen großen Zufall auf eben jenes Bücherhaus trifft. Er beginnt die Bücher zu katalogisieren und durchzusehen und erzählt nebenbei immer mehr von sich, seinem Leben und seiner Vergangenheit.

So erfährt der Leser nach und nach, dass Johns Vater ihn im Alter von vier Jahren verlassen hat und vor einigen Jahren starb. John hatte aber dennoch Angst, genau so zu werden wie er. Außerdem ist er noch verheiratet, aber nicht so wahnsinnig glücklich in seiner Ehe. Kaum haben sie die Scheidung eingereicht, ist seine Ex-Frau bereits neu verheiratet und John krebst alleine herum und katalogisiert immer weiter die Bibliothek von Ernst Hocking. Immer wieder macht er auch größere Pausen, weil er ja auch arbeiten muss, dennoch scheint sein Lebensmittelpunkt sich in dieser kleinen Bibliothek zu befinden.

Er erzählt seiner Kollegin Carol von der Bibliothek und so kommt sie hin und wieder mit. Carol ist selbst verheiratet, aber nachdem sich John von seiner Frau getrennt hat, lässt sie sich nach einiger Zeit selbst scheiden und von John vom Flughafen abholen. Danach verbringen die beiden sehr viel Zeit miteinander und Carol kommt auch immer öfter mit in das Bücherhaus.

Gemeinsam versuchen sie die Sammlung von Hocking zu retten und bringen viele Bücher in einen trockenen, temperierten Lagerraum, weil das Bücherhaus nicht die besten Witterungsverhältnisse für die Bücher bietet. Dort kann Wasser eindringen und die Temperatur schwankt über das Jahr sehr stark. Nach einigen Jahren Arbeit kommt ein Gutachter in die Bibliothek und die Bücher sollen endlich – zumindest in Teilen – gestiftet werden, damit auch nachfolgende Philosophengenerationen damit arbeiten können.

Adventskalender 2019 ·Montagsfragen

Montagsfrage: 16. Dezember 2019

Montagsfrage: Welcher Autor war deine literarische Neuentdeckung des Jahres?

Hallo ihr Lieben,

heute fragt Antonia danach welcher Autor unsere Neuentdeckung des Jahres war. Die Frage lässt sich, zumindest für mich, nicht einfach mit einem Namen beantworten:
Im Januar habe ich Salman Rushdies Harun und das Meer der Geschichten gelesen, was eine unglaublich tolle Geschichte über Bücher und die Geschichten, die in ihnen schlummern, war. Im Februar habe ich von Lucy Clarke Die Landkarte der Liebe gelesen und würde seitdem gerne ein zweites Buch der Autorin lesen, allerdings befürchte ich, dass es nicht so wunderschön ist. Vielleicht traue ich mich ja im nächsten Jahr? Von Rob Reef habe ich im Mai die Reihe Stableford angefangen, seitdem zwar nicht fortgsetzt, aber die anderen Teile der Reihe stehen ganz klar auf meiner Wunschliste. Francoise Sagan habe ich zwar vorher schonmal gelesen, aber im Juli habe ich meinen zweiten Roman der französischen Autorin gelesen und nun möchte ich von ihr unbedingt noch mehr lesen. Ali Berg und Michelle Kalus haben im August Buchstäblich Liebe als ihren Debütroman herausgebracht. Ich bin auf weitere Romane gespannt! Im Oktober habe ich von Christina Lauren (ebenfalls ein Autorinnenduo) Weil es Liebe ist gelesen und freue mich nun schon auf weitere Romane von Christina Lauren. Im November gab es den Debütroman Das Zimmer der Wunder von Julien Sandrel, der mir so gut gefallen hat (also der Roman nicht der Autor), dass ich gerne weitere Bücher von ihm lesen würde. Und im Dezember habe ich gerade erst Sergio Bambarens Stella Ein Weihnachtsmärchen beendet, das ich jedem nur wärmstens empfehlen kann (Rezension folgt hoffentlich in Kürze; im Moment hält mich der Vorweihnachtsstress ziemlich auf Trab). Von Bambaren hatte ich vor Jahren schon mal ein ziemlich tolles Buch gelesen und werde mich deshalb nun auch nach weiteren Büchern umschauen.
So, nun habe ich die dieswöchige Montagsfrage zu einem Jahresrückblick einiger Highlights umfunktioniert; hier fehlen natürlich noch die Bücher von mir bereits besser bekannten Autoren wie Susan Andersen, Rachel Gibson, Gosho Aoyama und Agatha Christie, aber es gibt doch einen ganz guten Überblick über mein Lesejahr 2019. Wie waren eure Highlights? Gibt es bei euch die eine Neuentdeckung in diesem Jahr oder ist es – ähnlich wie bei mir – eher eine ganze Liste?

Liebe Grüße
Vanessa

Adventskalender 2019 ·Lieblingsworte

Extrapolieren

Das Verb extrapolieren kommt von dem Substantiv Extrapolation. Auf der einen Seite steht natürlich die mathematische Bedeutung, von der ich zwar gehört hatte, aber die mir gerade nicht im Kopf herumschwirrte. Bildungssprachlich meint das Verb extrapolieren, dass aus etwas Bekanntem unter gleichbleibenden Bedingungen etwas neues geschlossen wird. Dieses Fremdwort ist, denke ich, eines, dass man auch im richtigen Leben also im privaten Alltag verwenden kann, auch wenn es keines sein wird, dass man tagtäglich verwendet.

Adventskalender 2019 ·Das Bücherhaus von J. Kaag

Rezension: Das Bücherhaus von John Kaag

Das Bücherhaus von John Kaag ist mit dem Untertitel Eine philosophische Liebesgeschichte untertitelt. Man rechnet also mit einer – mehr oder weniger – autobiographischen Geschichte darüber wie ein Mann, der eine verfallende Bibliothek retten möchte, sich in eine Mitstreiterin verliebt und mit ihr zusammenkommt. Zumindest waren das meine Erwartungen an das Buch, die leider sehr hoch waren. Leider deshalb, weil dann die Wahrscheinlichkeit immer sehr groß ist, dass ich enttäuscht werde. Tatsächlich hatte ich wirklich etwas ganz anderes erwartet als das was das Buch wirklich ist.

Bei Das Bücherhaus handelt es sich eigentlich fast gar nicht um eine Liebesgeschichte. Ja, John Kaag und seine Kollegin Carol kommen am Ende zusammen und heiraten und ja, sie waren am Anfang eben nicht zusammen sogar im Gegenteil noch mit anderen Partnern verheiratet, aber das macht noch keine Liebesgeschichte aus. Für eine Liebesgeschichte hat mir der Einblick in die Figuren gefehlt. Man erfährt auf weiten Strecken des Buches nicht was Carol denkt und man erfährt bedauerlicherweise auch nicht was John denkt. Das mag daran liegen, dass die Geschichte autobiographisch ist, aber es fehlte halt wirklich. Darüber hinaus nimmt die Liebesgeschichte auch einen unglaublich kleinen Umfang ein. Hin und wieder erfährt man mal so in einem Halbsatz nach dem Motto Wir sind jetzt übrigens zusammen, was so im Hintergrund los war.

Hinzu kommt noch die unglaublich verworrene Erzählweise. Weil sich das Leben von John Kaag und Philosophie immer wieder abwechseln, gibt es praktisch keine durchgehende Erzählung. Das ist insofern in Ordnung als dass er die Philosophie immer wieder auf das wahre Leben anwendet, was eine komplett andere Perspektive auf die Philosophie wirft und mir persönlich gut gefallen hat. Aber leider sorgt das auch dafür, dass man ziemliche Schwierigkeiten hat, der Liebesgeschichte zu folgen, weil man ja im Gegensatz zum Autor nicht weiß wann sich was wie abgespielt hat und für mich diese Informationen nicht so klar waren.

Das klingt jetzt sehr negativ, ist so aber gar nicht gemeint. Bei mir lag es einfach daran, dass ich eben eine Liebesgeschichte erwartet habe und die nicht kam und kommen wollte. Ich glaube, ich habe bis Seite 200 gewartet und danach wurde es langsam besser, weil Carol dann eine immer größere Rolle spielte ergo ließ sich dann so langsam die Liebesgeschichte erkennen. Daraus geht für mich folgende Konsequenz hervor: Es handelt sich um ein Philosophiebuch.

In Das Bücherhaus fasst John Kaag gekonnt viele amerikanische Philosophen zusammen. Er beschreibt darüber hinaus, auch deren Ursprünge in der altgriechischen Philosophie und der europäischen Philosophie. Wer sich mal mit Philosophie beschäftigt hat, wird wohl kaum einen Namen vermissen, wer dieses Werk nutzen möchte sich unterhaltsam über die Philosophie der letzten etwa 2200 Jahre zu informieren wird hier eine gute Zusammenfassung finden. Zumal viele philosophische Richtungen anhand von praktischen Beispielen (aus dem Leben des Autors) untermauert werden und somit besonders verständlich sind. Wenngleich dieser Roman nicht gänzlich unanspruchsvoll ist, kann man ihn doch mit ein wenig Hintergrundwissen gut verstehen und auch als einführendes Werk in die Philosophie ist er gut zu gebrauchen; wenngleich der Schwerpunkt natürlich auf der amerikanischen Philosophie liegt.

Insgesamt ist Das Bücherhaus von John Kaag ein unterhaltsames Werk, das man einfach unter einem anderen Untertitel vermarkten müsste, weil dieser falsche Erwartungen weckt und der Leser enttäuscht zurückbleibt. Als Liebesgeschichte habe ich den Roman weniger verstanden, viel mehr als philosophisches Werk mit vielen anschaulichen Beispielen aus der Realität; wie der Autor die Philosophie auch verstanden sehen möchte, weniger als Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm als als praktisches Hilfsmittel in allen Lebenslangen.

 

 

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Adventskalender 2019 ·Shohn von L. Foster

Inhaltsangabe: Shohn von Lori Foster

Shohn wurde auch unter dem Titel Buckhorn ever after von Lori Foster herausgegeben und ist damit der 6. Teil der Buckhorn-Brüder-Reihe. Shohn ist Ambers Cousin und möchte ihren Hund von Nadines Tierpension abholen. Nadine und er kennen sich schon lange und sind seit ihrer Kindheit miteinander befreundet, obwohl niemals eine richtige Anziehung zwischen ihnen bestanden hat. Nadine fühlte sich nicht hübsch genug für den allseits beliebten, gutaussehenden Junggesellen und dieser konnte auch mit Nadine auf dieser Ebene nicht besonders viel anfangen. Umso überraschter ist er, als er eine Anziehungskraft zwischen sich und der taffen, jungen Frau spürt, denn Nadine verweigert es ihm, Ambers Hund mitzunehmen. Eigentlich weiß sie, dass Amber und Shohn verwandt sind, allerdings hat sie einmal schlechte Erfahrungen gemacht, sodass sie niemandem mehr ein Tier mitgibt, der nicht in der Kartei aufgeführt wird. Shohn nutzt das für sich und isst mit Nadine zu Abend, während diese auf einen Anruf von Amber wartet. Zwischen den beiden entwickelt sich dann ziemlich schnell eine immer heftigere Anziehung erst recht als Shohn am nächsten Morgen mit einer Katze bzw. eigentlich mit einem Kater anrückt, den Nadine für ihn den Tag über sitten soll. Nadine ist anfangs skeptisch aber als sie sieht, wie der Kater mit den Hunden klarkommt, entscheidet sie sich für den Kater. Shohn nutzt unterdessen den Kater um Nadine immer mehr für sich zu gewinnen und die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Shohn kommt jeden Abend zu Nadine und sie verbringen die Nächte miteinander. Allerdings möchte Nadine nicht, dass irgendjemand von ihrer Beziehung erfährt, sodass sie sich nur im Verborgenen treffen können. Als Garrett vorbeikommt um Shohns Kater abzuholen, versteht Nadine dies falsch, denn sie glaubt an ein Ende ihrer Beziehung mit Shohn, denn sonst hätte er den Kater ja auch einfach später bei ihr abholen können. Shohn ist nicht erreichbar, denn er verbringt mit ein paar hübschen Camperinnen die Nacht, denen er als Parkranger beistehen soll. Nadine kann ihn also nicht erreichen und verspricht Garrett, dass er den Kater am nächsten Morgen bei Shohns Eltern abgibt, denn sie kann ihm den Kater ja nicht einfach mitgeben. Nadine wollte eigentlich nur kurz den Kater dort abgeben, aber so schnell kommt sie aus dem Haus nicht wieder raus, und so fängt Shohn sie ab. Er bugsiert sie in eine Laube und macht ihr dort eine Ansage, warum sie denn gehen wollte ohne sich zu verabschieden. Sie erklärt ihm, dass sie das einfach finde, da sie doch nun nicht mehr zusammen wären. Shohn versteht nur Bahnhof, schließlich ist er in Nadine und kann sich ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen.

Adventskalender 2019 ·Shohn von L. Foster

Rezension: Shohn von Lori Foster

Shohn von Lori Foster ist, wie oben geschrieben auch unter dem Titel Buckhorn ever after herausgekommen und der 6. Teil der Buckhorn-Brüder-Reihe. Damit ist Shohn der erste Teil, der bislang nur auf Englisch herauskam. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, dass dieser Band nicht übersetzt wurde, aber man kriegt ihn für wenige Euro als eBook. Der Roman ist relativ kurz, denn er umfasst nur etwa 70 Seiten. Das macht es aber auch für ungeübtere Leser möglich diesen englischen Roman zu lesen. Außerdem ermöglicht es der eReader ja auch, dass man einige Vokabeln einfach mal nachschlägt.

Mir persönlich gefiel es aber nicht, dass Shohn so vulgär wirkte. Für mich wirkte es einfach so, als ob es einfach nur um die Beziehung und die Bettgeschichte zwischen den beiden geht. Mir fehlte so ein bisschen das Drumherum. Natürlich ist es schwierig auf 70 Seiten eine ausgefeilte Geschichte zu erzählen, aber ein bisschen mehr Liebesgeschichte wäre schon schön gewesen, oder Charakterentwicklung hätte auch zu einer schönen Geschichte beigetragen. Stattdessen haben wir einen jungen Mann, der sich plötzlich in eine alte Freundin verliebt (das kennen wir doch schon aus Für Emma & ewig) und eigentlich gar nicht glauben kann, dass er sich verliebt hat. Erst als ihn seine weiblichen Verwandten immer mehr darauf stoßen, er eifersüchtig auf seinen Cousin ist, der sich mit seiner Herzensdame unterhält und er Angst bekommt, als sie sich von ihm trennen möchte, versteht er, dass diese Gefühle tiefer gehen und er sich wohl offensichtlich in sie verliebt hat. Da wäre mehr schöner gewesen.

Ich habe diesen 6. Teil der Reihe gelesen, weil ich eben schon vier der fünf vorherigen Teile kannte und die Reihe bisher ganz schön fand. Ich mochte es in der Vergangenheit vor allem, dass man immer das Gefühl hat, man kam nachhause, weil man sich in dieser Familie irgendwie wohl fühlt. Aber auch diese Stimmung kam hier nicht so richtig auf, außer am Ende. Das lag einfach daran, dass die Familie praktisch keine Rolle spielt außer ein paar vereinzelten Familienmitgliedern, die hier und da mal vorkommen. Hier wäre ein bisschen mehr Familie auch noch ganz nett gewesen und hätte mich persönlich gefreut.

Insgesamt ist Shohn aus der Buckhorn-Brüder-Reihe keine Meisterleistung von Lori Foster, aber wer die vergangenen Bände gut fand, der kann mit dieser Novella sicherlich seinen Spaß haben.