Funkelnd wie ein Diamant von L. Howard

Rezension: Funkelnd wie ein Diamant von Linda Howard

Man merkt es meiner Inhaltsangabe sicherlich an: Dieses – Buch – war – schrecklich! Ich habe noch niemals, wirklich NIEMALS, so einen Mist gelesen! Es war nicht mal inkonsistent oder sowas, aber…fangen wir von vorne an: Auch dieser Roman wurde in der deutschen Übersetzung stark gekürzt, von etwa 250 englischen Seiten auf ungefähr 150 deutsche Seiten. In diesem Fall: Hallelujah! Obwohl ich es sonst nicht mag, war es hier wirklich ein Segen, dass sich jemand erbarmt hat, dieses Ding zu kürzen. Obwohl man natürlich einige Kürzungen merkt, aber das war hier für mich nicht schlimm, weil ich den Roman nur noch fertiglesen wollte. Ich sträube mich übrigens das Ding als Roman zu bezeichnen.

Funkelnd wie ein Diamant stammt auch aus der Anfangszeit von Howard und man merkt das ganz gewaltig an den archaischen Rollenbildern. Der stinkreiche, arrogante Futzi, sucht sich das kleine, verschüchterte aber verruchte und schlampige Mädchen, das sich nicht traut, irgendetwas gegen ihn zu sagen oder zu tun, obwohl genau damit der Roman ja begonnen hat, aber Nikolas klärt ja auf: Er mag es nicht, wenn man ihm widerspricht, das dürfen weder Geschäftspartner oder Kollegen noch oder gerade erst recht nicht die Frauen, mit denen er etwas hat. Und dann hält er sich noch für großzügig, wenn er sich Jessicas Körper kaufen möchte. Sein Verhalten war im ganzen Roman (?) schon sehr, sehr fragwürdig, er wird einfach nicht sympathisch. Ich hatte schon Antagonisten, die sympathischer rüberkamen als dieser Protagonist! Und dann noch die Vergewaltigung! Ich habe das gelesen und bin aus allen Wolken gefallen, immer wenn ich dachte, es könne nicht mehr schlimmer kommen, hat sich Nikolas gedacht: Hey, schlimmer geht immer! Und hat wieder irgendetwas total schreckliches getan und dann kommt der Abend der Hochzeit: Und er vergewaltigt sie, weil er zu betrunken ist um irgendetwas zu begreifen?! Was ist das denn bitte schön?! Ich habe mich dann mal dazu erkundigt, weil ich dachte, dass ich das nur missverstanden haben kann. So etwas kann man doch nicht wirklich gerade gelesen haben, oder? Anscheinend doch, denn meine Recherche belehrte mich eines Besseren. Auch andere Leser haben sich darüber aufgeregt, auch Leserinnen, die sich bisher als Linda-Howard-Fans bezeichnet haben. Von Vergewaltigung in der Ehe scheint damals wohl noch nichts bekannt gewesen zu sein, vielleicht war es deshalb nicht „so schlimm“? Wenn es keine Vergewaltigung in der Ehe gibt, dann war es auch keine Vergewaltigung, sondern eben…wie auch immer man es stattdessen bezeichnen möchte. Aber heute gibt es soetwas, da muss man doch solche Sachen nicht mehr als Liebesromane verlegen, oder? Ich meine, ich wollte einen Liebesroman lesen und bin stattdessen in eine Folge Law & Order: Special Victims Unit geraten. Entschuldigt bitte, die harten Worte, aber solche Sachen als Liebesromane zu vertreiben regt mich gerade einfach auf, ich mag diese Rollenbilder nicht und sträube mich dagegen so etwas lesen zu müssen – wobei müssen hier heißt, dass sich irgendwie gehofft habe, dass das Ganze doch noch gut ausgeht. Ein klares Nein also gegen Funkelnd wie ein Diamant von Linda Howard. Wenn es auf meinem Blog Bewertungen geben würde, würde dieser Roman Minus-Sterne erhalten. Vielleicht sollte ich zu diesem Zweck Bewertungen einführen?

Mord in Blasbach von W. Borchers

Inhaltsangabe: Mord in Blasbach von Wolfgang Borchers

Der Kriminalroman Mord in Blasbach von Wolfgang Borchers ist der erste Fall von Leo Trinkaus. Leo Trinkaus ist geschieden und hat einen Sohn, Stephan, der gerade Abitur macht. Leo wurde nach einer Krankheit nach Wetzlar versetzt und lernt dort seine neuen Kollegen kennen. Einer seiner Kollegen ist Dirk Roß, mit dem er gleich am ersten Tag zu einem seltsamen Mordfall gerufen wird. Das Opfer ist Gerhard Wühler. Er war Politiker und Unternehmer, denn er hat einem Altenheim vorgestanden. Er gehört „der Partei“ an und war verheiratet. Seine Witwe hat ein Alibi und auch in der Firma scheint er keine wirklichen Feinde zu haben, doch hatte er eine Affäre, mit einer Mitarbeiterin. Diese kann es zwar nicht gewesen sein, doch ihr Ehemann stellt sich als Verdächtiger heraus. Nach einigen Ermittlungen finden Dirk und Leo heraus, dass der Ehemann es nicht gewesen sein konnte, allerdings müssen sie ihn dafür in die Affäre seiner Frau einweihen, obwohl sie ihr versprochen hatten, so lange wie möglich damit hinterm Berg zu halten.

Als diese Hinweise zu keinem Ermittlungsansatz führen, beschließen die Kommissare zusammen mit Hanne Ziegler, die bisher im Urlaub war, an der Beerdigung von Gerhard Wühler teilzunehmen. Dort lernen sie einige andere Kommunalpolitiker kennen. Unter anderem auch Albert Prock, der am nächsten Tag ermordet aufgefunden wird. Bei Herrn Prock sieht der Mord aus wie ein Unfall. Nach der Beerdigung war er ziemlich betrunken und scheint dann auf einem Rastplatz eine Pipipause machen zu wollen. Dabei scheint er durch ein morsches Geländer zu stürzen und auf einen Stein im Bachlauf sein Leben auszuhauchen. An beiden Tatorten wird eine Zigarettenkippe gefunden. Diese kann einem Parteifreund der beiden zugeordnet werden, doch Leo Trinkaus und seine Kollegen glauben nicht an ihn als Mörder, vielmehr glauben sie, dass Stolze das nächste Opfer werden soll. Stolze hält aber mit allen Informationen hinter dem Berg. Erst Leos Ermittlungsarbeit bringt ihn auf eine heiße Spur welches Motiv der Mörder haben könnte und damit stößt er auch auf einen neuen Hauptverdächtigen.

Nebenbei erfahren wir immer mehr von Dirks beinahe Freundin, die er zu Anfang schon kennt, aber mit der er während des Krimis immer wieder Verabredungen hat. Auch Leo lernt zufällig eine Frau kennen, mit der er sich gut versteht und die er sogar zum gemeinsamen Kochen in seine Wohnung einlädt, leider scheint der Mörder gerade an diesem Abend einen Vorstoß wagen zu wollen, doch eigentlich möchte er sein Date nicht beim ersten Date sitzen lassen.

Montagsfragen

Montagsfrage: 30. Dezember 2019

Montagsfrage: Was war dein Lesehighlight 2019?

Hallo ihr Lieben,

tja…als Antonia vor zwei Wochen nach den literarischen Neuentdeckungen des Jahres fragte, habe ich diese Frage als eine Art Jahresrückblick genutzt. Leider bleibt mir jetzt nicht mehr so wahnsinnig viel übrig was ich noch als Highlight 2019 bezeichnen könnte. Aber ich habe von einigen mir bekannten Autoren ein paar Bücher gelesen, die ich natürlich bei den Neuentdeckungen nicht nennen konnte. Also werde ich diese hier in den Fokus stellen.
Zum einen wäre da Linda Howards Das Flüstern der Gefahr, das ich im Januar gelesen habe und das ich damals schon beinahe als Jahreshighlight angesehen habe. Von Agatha Christie habe ich ganze zehn Krimis gelesen, aber ein besonderes Highlight war da Ein Mord wird angekündigt. Von Rachel Gibson habe ich immerhin vier Romane gelesen und davon ist mir Küss weiter, Liebling! besonders im Gedächtnis geblieben. Und von Susan Andersen war für mich Himmel, Herz und Kuss ein besonderes Highlight.
Habt ihr auch besonderes Jahreshighlights? Sind es bei euch eher (für euch) bekannte oder unbekannte Autoren, die euch dieses Jahr begeistert haben?

Liebe Grüße
Vanessa

The Tribe

Inhaltsangabe: Das Zeitalter der Auserwählten von Linda Jensen

In dem dritten Band der The Tribe-Reihe Das Zeitalter der Auserwählten von Lind Jensen haben die Chosen, die Auserwählten, die Macht an sich gerissen. Sie versuchen den Willen der Mall Rats zu brechen indem sie sie hungern lassen. Auch Trudy gehört zu ihnen und hilft sie zu quälen. Die Mall Rats leiden unter dem Essens- und Wasserentzug, versuchen aber standhaft zu sein. May leider besonders darunter und wird so immer streitsüchtiger. Tai-San, der Mays Ausbrüche meistens gelten, bleibt ruhig und versucht zu meditieren und meint, dass es nicht so schlimm ist mal ein paar Tage auf das Essen zu verzichten, gleichzeitig vermisst sie ihren frischangetrauten Ehemann Lex, der mit Bray bei einem Unfall verunglückt zu sein scheint. Am Strand werden sie von den Chosen entdeckt und die meinen, Bray und Lex sind tot. Sie gehen zurück zur Mall und Trudy meint, dass sie sich mit ihren eigenen Augen davon überzeugen will, dass Bray tot ist. Als die Chosen an die Unfallstelle zurückkommen merken sie, dass Bray und Lex verschwunden sind, denn sie wurden von Ebony gefunden. Bray, der schwerer verletzt ist als Lex, wird von den Chosen aufgegriffen und soll sich den Chosen anschließen. Nur so, meint Trudy, kann sie verhindern, dass Bray von den Chosen getötet wird. Danni hingegen scheint von den Chosen bereits getötet zu sein und die anderen Mall Rats werden als Sklaven behandelt. Lex und Ebony treffen im Wald auf einen Späher namens Pride. Er erzählt von der Anführerin seines Stammes, ihr Name ist Eagle, aber sie erinnert die beiden verdammt an jemanden, den sie früher einmal kannten: Amber. Pride offenbart Lex und Ebony, dass es möglich ist mit der Natur in Einklang zu leben, deshalb will er ihnen auch nicht helfen gegen die Chosen zu kämpfen und verschwindet. Lex, Bray, Dal und Ebony finden heraus, dass Amber noch lebt, allerdings will sie mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Gleichzeitig versuchen die Mall Rats mithilfe von Handzetteln die anderen Stämme dazu bringen nicht aufzugeben, denn sie sind nur gemeinsam stark. Der Guardian plant, die Verehrte Mutter zu opfern, außerdem sollen von nun an alle Babys unter der Obhut der Chosen aufgezogen werden. Salene, die gerade schwanger ist, offenbart sich dem Guardian, denn sie versteht nicht, warum ihr Freund, Ryan, dagegen ist. Ryan glaubt, dass der Guardian nicht bereit ist sich nur selbstlos um die Kinder zu kümmern, er ist überzeugt, dass sie die Kinder nur unter ihre Gewalt bringen wollen um sie zu kontrollieren.

Adventskalender 2019 ·Rosengrab von M. Kibler

Inhaltsangabe: Rosengrab von Michael Kibler

In dem Darmstadt-Krimi Rosengrab (Band 3) von Michael Kibler beginnen die Kommissare Hesgart und Horndeich aus eigennützigen Motiven bei einer Massenkarambolage zu ermitteln. Steffen Horndeich telefoniert gerade mit Kollegin Sandra Hillreich, die sich seinen Wagen ausgeliehen hat und die anruft, um ihm mitzuteilen, dass sie den Wagen noch etwas länger braucht. Während des Telefonats gibt es plötzlich einen lauten Schlag und die Verbindung reißt ab. Steffen versucht noch ein paar Mal Sandra zu erreichen, kommt aber nicht durch und so macht er sich auf und möchte nach Sandra sehen. An der Raststätte, wo eine Massenkarambolage geschehen ist, angekommen, findet er Sandra schwerverletzt vor. Steffens Bauchgefühl sagt ihm, dass hier etwas anderes geschehen ist, zumal der Unfall sich auf beide Fahrspuren erstreckt. Wie sich herausstellt, hat einer der Autofahrer einen Schuss gehört und ist diesem Schuss ausgewichen, auf der anderen Seite der Fahrbahn ist eine junge Frau auf die Straße gerannt und wurde dabei getötet. Bald finden sie heraus, dass Horndeich die Frau kannte: Es war Joana Werder, eine Sängerin einer lokalen Band, die an diesem Abend auch einen Auftritt auf der Rosenhöhe war, bei dem sich Horndeich befand bevor der Unfall geschah. Bald kommt Horndeich darauf, dass der Auftritt und der Unfall sehr nah aufeinanderfolgten, also vermutet er einen Zwillingstausch von Joana und Eliza Werder, doch er kann diesen nicht beweisen. Als ein zweiter Toter aufgefunden wird, vermuten alle Selbstmord, schließlich war die Wohnung verriegelt und der Mann hat sich mit einer Pistole in den Kopf geschossen. In der gesamten Wohnung werden keine Hinweise auf einen Mord gefunden; doch Margot glaubt nicht an Selbstmord und beschließt die Sache eingehender zu untersuchen. Seltsamerweise stellt sich heraus, dass sich Joana Werder und Andreas Derndorf kannten. Joana hatte vor wenigen Tagen erst mit Derndorf gesprochen, weil dieser ihren eigentlichen Vater kannte, der als sie zwei Jahre alt war, plötzlich verschwand. Joana forscht weiter nach und findet heraus, dass ihr Vater in den 80er Jahren an einem Überfall auf einen Geldtransporter beteiligt gewesen sein könnte. Und auch die Kommissare kommen auf diese Spur. Sie finden Hinweise auf einen weiteren Komplizen, der nun sein eigenes Autohaus hat, und darauf dass Thorsten Nollbröck der beste Freund ihres Vaters Jaromir Kadic auch an dem Überfall beteiligt war. Joana will sich mit jemandem treffen, der ihr Hinweise auf den Mörder ihres Vaters verspricht, denn dieser verschwand damals, einige Tage nach dem Überfall nicht einfach, sondern wurde ermordet. Eigentlich will Joana nicht gehen, doch sie möchte unbedingt Hinweise auf den Mörder erhalten und hofft, auch noch ein Stück von dem Diamantenraubkuchen abzubekommen. Währenddessen verschwindet Anna, Steffens Freundin, nach Moskau, wo ihre Familie auch heute noch lebt und wo sie hingefahren ist, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Wie sich herausstellt, bleibt Anna aber in Moskau bei ihrer Mutter und kommt nicht zurück. Leider hat sie versäumt, das ihrem Freund mitzuteilen, der von einer Nachbarin von Anna angerufen wird, weil zwei seltsame Männer Annas Wohnung ausräumen. Margot hat ganz andere Probleme: Ihr Sohn verhält sich ziemlich seltsam, will plötzlich mehr Geld und hat keinerlei Mitleid mit dem schwangeren Opfer, das von zwei Verbrechern auf die Autobahn getrieben wurde indem man auf sie schoss, außerdem taucht plötzlich die Freundin ihres Sohnes bei ihr im Polizeirevier auf mit einer interessanten Nachricht: Sie ist schwanger, aber ihr Freund ist seit Tagen verschwunden und geht einem Gespräch aus dem Weg. Sandra hingegen liegt schwerverletzt im Krankenhaus und so freut sie sich umso mehr, dass Horndeich sie von Zeit zu Zeit mal besuchen kommt.

Adventskalender 2019 ·Rosengrab von M. Kibler

Rezension: Rosengrab von Michael Kibler

Rosengrab von Michael Kibler ist der dritte Teil der Hesgart-Horndeich-Reihe, sodass man die Figuren schon ein bisschen kennt. Im Grunde ist die Nummer des Bandes der Reihe nur wichtig, weil die privaten Vorkommnisse, die Verhältnisse, in welchen die Kommissare leben, sich verändern. Die Fälle sind jedes Mal ziemlich von einander losgelöst und haben somit keinen Bezug aufeinander. Die richtige Reihenfolge ist also nicht so wichtig, sodass ich diese auch beim Lesen nicht einhalte. Das schöne an diesen Krimis ist ja, dass man sie in jeder Reihenfolge lesen kann und dass man vom Autor bzw. vom Erzähler insoweit in die Geschichte eingeführt wird, dass man auch ohne die vorherigen Bände zu kennen relativ schnell weiß, an welchem Punkt der Beziehungen man jeweils steht. Das ist vor allem relevant, wenn man schon spätere Bände kennt und damit eigentlich schon weiß, wer zusammenkommen und wer sich trennt und wie sich die Beziehungen weiterentwickeln.

Wie immer weißt auch diese Kibler ein paar Längen auf, welche ich aber als nicht so schlimm empfunden habe. Was mich aber inhaltlich gestört hat, war, dass dieses große Zeitproblem nicht so wirklich eine Rolle spielte am Anfang der Ermittlungen: Horndeich hört das Konzert auf der Rosenhöhe mit Joana Werder bis um viertel vor und um zwei Minuten nach geschieht der Unfall. Das heißt, dass Joana innerhalb von knapp 20 Minuten zu sich nachhause gespurtet sein muss, sich dort umgezogen haben muss, dann in ihren Wagen gestiegen ist und an die Raststätte der Autobahn gefahren ist. Alles in allem ist das relativ schwierig in 20 Minuten, selbst wenn man davon ausgeht, dass sie gerast ist und sich in Null Komma nichts umgezogen hat. Aber dieses Zeitproblem wird Horndeich erst nach und nach klar und ich dachte mir schon beim Lesen: Wie zur Hölle hat die das denn geschafft?

Außerdem gibt es in paar kleine Fehler bei den Namen: Weber statt Werder, und solche Sachen, die mich irgendwann ziemlich genervt haben, weil ich dachte, dass in einem so großen Verlag wie Piper eigentlich jemand sein müsste, der so etwas bemerkt. Ich kann verstehen, wenn solche Sachen bei kleinen unabhängigen Autoren vorkommen, weil sie einfach weder auf Lektorat noch auf Korrektorat so einfach Zugriff haben. Dazu muss ich aber sagen, dass ich hier eine sehr frühe Auflage aus dem Jahr 2008 hatte. Vielleicht sind diese Fehler ja in späteren Auflagen behoben?

Ansonsten ist Rosengrab von Michael Kibler aber gewohnt spannend. Ich brauchte, wie immer ein bisschen länger für diesen Krimi, aber er war dennoch sehr spannend und an vielen Stellen wollte ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Horndeich und Hesgart und werde bestimmt noch weitere Bände der Reihe lesen und kann damit nur eine Empfehlung für diesen Band aussprechen, vor allem wenn man aus Südhessen kommt oder hier lebt.

Adventskalender 2019 ·Der Notar in der Fall von J. Gotthelf

Inhaltsangabe: Der Notar in der Falle von Jeremias Gotthelf

Der Notar in der Falle von Jeremias Gotthelf ist eine Erzählung aus dem Jahr 1848. In dieser Erzählung geht es um Luise, die bei ihrer Tante der Frau Spendvögtin lebt. Luise, inzwischen 27 Jahre alt, bekommt mit wie in den vergangenen Jahren immer mehr ihrer Freundinnen heiraten. Eine nach der anderen findet einen Mann, schwärmt von ihm, erzählt Luise davon und heiratet letztendlich, was immer dazu führt, dass diese Freundin natürlich keine Zeit mehr für Luise hat, denn sie muss sich ja nun um ihren Mann, den Haushalt und gegebenenfalls auch zeitnah um Kinder kümmern. Luise vereinsamt immer mehr und es liegt nicht einmal daran, dass sie unansehnlich wäre. Luise ist weder zu dick, noch zu dünn, sie ist nicht hässlich. Ihr Gesicht ist einfach durchschnittlich. Alles ist an seinem Platz, doch sie ist eben so normal, so durchschnittlich, dass sie niemandem über ihre bloße Anwesenheit hinaus im Gedächtnis bleibt. Sobald Luise verschwunden ist, obwohl sie sehr höflich ist, wird sie vergessen, was natürlich dazu führt, dass sie keinen Verehrer findet. Auf der Hochzeit der letzten unverheirateten Freundin Julie, lernt sie den Notar Stößli kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Sie unterhalten sich gut miteinander und tanzen auch sehr häufig, doch Stößli denkt gar nicht daran, sich noch einmal bei Luise zu melden. Irgendwann ist Luise so verzweifelt und krank vor Liebe zu ihrem Notar, dass sie die Magd nach dem Notar schicken lässt. Sie will bei ihm ihr Testament machen, denn sie befürchtet zu sterben vor unerwiderter Liebe zu ihm. Der Notar ahnt gar nicht, dass sie so viel zu vererben hat und freut sich so umso mehr als sich Luise empfänglich für seine Annäherungsversuche zeigt. Stößli bittet Luise, ihn zu heiraten, die Spendvögtin kann gar nicht nachvollziehen, warum sich plötzlich ein Mann in ihre Nichte verliebt und warum es dieser so eilig mit der Hochzeit hat. Luise rückversichert sich immer wieder, dass Stößli ja nicht wegen des Erbes heiratet, sondern ihretwegen; und tatsächlich stellt sich Luise als durchaus interessante, kluge, junge Frau heraus. Erst nachdem sie verheiratet sind, gesteht Luise ihm, dass sie nicht reich ist. Stößli tobt und verlangt die Scheidung. Als Luise ihrer Tante die Situation erklärt, versteht diese alles. Sie versteht, warum Stößli so eilig auf die Hochzeit bestand, dass er sie um ihr angebliches Erbe hatte bringen wollen und sie ahnt auch, dass sein Ruf darunter leiden würde, wenn er erzählt, dass Luise ihn mit ihrem angeblichen Erbe geködert hat um ihn zur Hochzeit zu überreden. Stößli willigt ein, es mit Luise zu versuchen und am Ende werden die beiden sogar halbwegs glücklich miteinander. Luise kümmert sich gut um ihn, ist ihm eine kluge Ehefrau und so wird er von Kollegen und Bekannten sogar um diese tolle Ehefrau beneidet. Am Ende sagt er ihr auch, dass sie ihm fast so lieb sei wie das Vaterland.

Mord in Blasbach von W. Borchers

Rezension: Mord in Blasbach von Wolfgang Borchers

Der Kriminalroman Mord in Blasbach von Wolfgang Borchers spielt in Wetzlar. Dieser Kriminalroman arbeitet mit vielen bekannten Mitteln. Zum einen haben wir einige ermittelnde Beamte, wobei es sich hierbei um recht viele Beamte handelt, denn wir haben zum einen Leo und Dirk, die von Anfang an ermitteln, aber darüber hinaus auch noch Hanne. Auch haben wir einen Staatsanwalt Hubert Zimmermann, der von allen nur Hubsi genannt wird und Jobst Assmann, den Chef der Abteilung. Zwischen den Kommissaren entwickelt sich in relativ kurzer Zeit eine Freundschaft, was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass Leo noch nicht allzu viele Leute in Wetzlar kennt. Dabei gefällt mir dann besonders gut, dass die beiden recht häufig Essen gehen und dann auch immer wieder von diversen Orten in Wetzlar die Rede ist. Der Autor schafft es also über die Freundschaft der beiden Polizisten Wetzlar ein bisschen vorzustellen.

Auch haben wir zwei Morde, die den Krimi ein bisschen auflockern. Häufig ist es so, dass in einem Krimi erst ein Mord geschieht und dann ganz viel ermittelt wird, aber leider führen diese Ermittlungen häufig zu nichts mehr, sodass dann ein zweiter Mord geschehen muss, damit die Polizei wieder neue Ansätze hat. Dieses Mittel wird auch hier verwendet, aber darüber hinaus, gibt der Autor seinen beiden Protagonisten recht viele Ermittlungsansätze, die diese abzuklappern haben. Das gefiel mir sehr gut.

Nach so viel Lob muss ich aber auch noch ein bisschen Kritik loswerden: Der Autor hat einen sehr eigenen Stil und ich musste mich teilweise wirklich zusammenreißen, dass mich das nicht immens gestört hat. Da sind zum einen die Satzanfänge mit sodann, die relativ häufig verwendet werden. Und auch einige Aussagen und Gedanken der Figuren scheinen mehr über den Autor auszusagen als über den Roman, die Figuren und die Geschichte. Aber das möchte ich hier nicht vertiefen.

Auf der einen Seite hat mich gestört, dass Hanne immer wieder weg musste um sich um ihren Sohn zu kümmern, denn Leo nimmt ziemlich viel Rücksicht auf die junge Mutter, weil er genau weiß, was er bei seinem eigenen Sohn alles verpasst hat. Aber auf der anderen Seite ist es natürlich sehr freundlich, dass er ihr die Möglichkeit gibt, bei ihrer Familie zu sein, weil gerade der Polizeiberuf ja mit recht unangenehmen Arbeitszeiten aufwartet. Dennoch: Warum musste es ausgerechnet eine Frau sein? Na gut, das ist vielleicht auch einfach der Zeit geschuldet, denn der Krimi ist schließlich schon 15 Jahre alt.

Insgesamt hat mir Mord in Blasbach von Wolfgang Borchers aber ziemlich gut gefallen. Die Figuren sind lebendig beschrieben und man hat das Gefühl mit den Kriminalisten mitfiebern zu können und auch der Fall ist sehr komplex geschildert, sodass hier ein toller Kriminalroman, der im Herzen von Wetzlar spielt, vorliegt.

Adventskalender 2019 ·The Tribe

Rezension: Das Zeitalter der Auserwählten von Linda Jensen

Die Inhaltsangabe des dritten Bandes von The Tribe Das Zeitalter der Auserwählten von Linda Jensen findet ihr oben.

Insgesamt muss ich sagen, fand ich diesen Band recht schwach. Zum einen geht es immer nur hin und her in der Mall und es ist eigentlich nur Thema, dass der Guardian sich immer neue Dinge ausdenkt um die Mall Rats zu quälen, auch überlegt er wie er die Verehrte Mutter dazu bringen kann ihm bedingungslos hörig zu sein, da diese ja zuvor eine Mall Rat war, hat er Zweifel an ihrem Glauben. Das wird irgendwie auf die Dauer langweilig.

Die Sätze sind außerdem recht kurz, irgendwie sind es immer nur Hauptsätze, die nebeneinaner stehen. Ich weiß nicht, ob das einfach daran liegt, dass die Autorin noch nicht so viel Erfahrung hat (über Linda Jensen weiß ich halt nichts) oder ob es daran liegt, dass sie versucht es dem Publikum anzupassen, wobei ich dies ziemlich doof fände, da ein bisschen komplexere Sätze die Leser eher fordern würden, was natürlich für ihr eigenes Schreiben praktisch wäre.

Was mir hingegen gut gefiel, war, dass Amber wieder aufgetaucht ist. Ich mochte sie ziemlich gerne und auch wenn ich wusste, dass sie nicht tot ist, fand ich es doch toll, dass sie wieder kam und dass sie Bray nicht sofort in die Arme stürzt, schließlich hat er sich ja auch Zerstreuung gesucht. Aber ich fand sie doch recht hart, dass sie Pride nicht nur schimpft, weil er ihre ehemaligen Freunde zu ihrem Stamm geführt hat, sondern auch weil sie sie nicht wiedersehen will und ihren Stamm nicht in Gefahr bringen will, vor allem für Dal tat es mir ziemlich leid.

Schade fand ich auch, dass Trudy sich so einfach den Chosen anschloss und dann so zwischen den Stühlen steht, auch das Verhältnis zu ihrer Tochter finde ich komisch, denn am Anfang schien sie mit der Kleinen nicht so viel anfangen zu können und jetzt ist sie am Boden zerstört als man sie ihr wegnimmt, wobei das auch an ihrer jetzigen Einsamkeit liegen kann. Auch Ebonys Verhalten finde ich seltsam, denn früher war sie gemein und kaltherzig und auf einmal schließt sie sich nicht nur den Mall Rats an, sondern versucht diesen, die in Gefangenschaft sind, auch noch zu helfen.

Alles in allem fand ich den dritten Band der The Tribe-Reihe von Linda Jensen nicht besonders gut, allerdings, da er in die Reihe gehört, ist es wohl nicht ratsam ihn einfach nicht zu lesen, außerdem hat er auch ein paar gute Seiten, die mir durchaus gefielen.

Adventskalender 2019 ·Der Notar in der Fall von J. Gotthelf

Rezension: Der Notar in der Falle von Jeremias Gotthelf

In der Erzählung Der Notar in der Falle von Jeremias Gotthelf sucht Luise nach einem Ehemann und ihre Wahl fällt auf Notar Stößli. Der Autor verwendet weite Teile der Geschichte dazu von Luises Hintergrund zu erzählen. Er beschreibt, welchen Charakter Luise hat, beschreibt ihr Aussehen, ihre Beziehung zu den Menschen in ihrem Dorf und zu ihren Freundinnen. Außerdem wird beschrieben wie sich Luises Gedanken entwickeln. Wie sie sich Gedanken darüber macht, dass alle ihre Freundinnen nach und nach heiraten, dass sie dann keine Zeit mehr für sie haben und dass Luise immer mehr vereinsamt. Luise ist eigentlich kein schlechter Mensch, sie ist ziemlicher Durchschnitt und mit ihrer Tat, damit, dass sie ihren zukünftigen Ehemann belügt, macht sie sich im Grund erst interessant. Dies ist das erste, was Luise macht, was man nicht sofort wieder vergessen würde. Und doch ist es etwas, das ihr Notar eigentlich nicht erträgt. Als er erfährt, dass eine Frau und sogar seine Frau ihn so belogen hat, dass sie ihn so manipulieren konnte, wird er wütend. Er fühlt sich gehörnt und möchte eigentlich am Liebsten sofort die Scheidung. Erst die kluge Reaktion der Tante Spendvögtin sorgt für Beruhigung in der Beziehung, wobei diese nicht plötzlich super wird, sondern sich nach und nach verbessert. Der Autor geht hier sehr behutsam vor, baut die Geschichte langsam auf und zeigt so auf, wieso sich Luises Verhalten so entladen konnte und es zu dieser Eskalation kommen konnte.

Der Erzähler verwendet einen zarten Humor, und macht immer wieder augenzwinkernde Vorausdeutungen und Rückverweise, sodass man nicht nur das Gefühl hat, der Erzähler weiß schon wie die Geschichte endet und betrachtet dieses Ende mit einer gehörigen Portion Humor, sondern er findet auch Luises Schicksal recht traurig, weshalb er ihre Tat irgendwie gutheißt. Ich will gar nicht bestreiten, dass sie nicht richtig gehandelt hat, aber ich finde es unglaublich schön beschrieben, wie positiv Luise dargestellt wird, und dass sie dennoch keinen Mann zu finden scheint.

Jeremias Gotthelf hat ein ziemliches Händchen dafür, seine Charaktere bis zum Ende liebevoll zu gestalten, sie passen in die Geschichte, geben ihr, die notwendigen Wendungen und sein Erzähler sorgt mit einem Spritzer Humor dafür, dass diese Erzählung Der Notar in der Falle (auch Titel ist ja schon humorvoll) mir wirklich Spaß gemacht hat.