Hörbücher ·Jedes Jahr im Juni von L. Louis

Inhaltsangabe: Jedes Jahr im Juni von Lia Louis

In Jedes Jahr im Juni von Lia Louis führen Emmie und Lucas eine Fernfreundschaft. Kennengelernt haben sich Emmie und Lucas vor 14 Jahren im Alter von 16 Jahren als Emmie einen Luftballon in Südengland in den Himmel steigen ließ und Lucas ihn an einem Strand im Norden Frankreichs gefunden hat. In der Folge verbindet Lucas und Emmie eine immer tiefergehende Freundschaft.

Emmie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter, denn diese glänzt immer wieder mit Abwesenheit, was bereits in Emmies früher Jugend beginnt. Ihren Vater hat Emmie nie kennengelernt und als sie jetzt Anstalten macht, ihn kennenlernen zu wollen, stellt ihre Mutter sie vor die Wahl: Er oder sie. Wenn sie auch nur weiterrecherchiert, wird sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter haben können. Kurz zuvor erfährt Emmie auch noch, dass Lucas heiratet und er bittet sie, seine Trauzeugin zu werden. Natürlich tut sie ihm den Gefallen, aber dennoch zieht ihr diese Tatsache den Boden unter den Füßen weg.

Lucas ist kurz bevor er Emmies Ballon findet gerade mit seinen Eltern und seinem Bruder Eliot nach Frankreich gezogen. Er vermisst England, seine alten Freunde, seine vertraute Umgebung und das englische Essen. Als er Emmies Luftballon findet, schreiben sich die beiden am Anfang E-Mails, sie telefonieren und schicken sich Päckchen hin und her bis sie sich irgendwann das erste Mal richtig treffen. Lucas manövriert sich immer wieder in schwierige Lebenslagen, ist aber auch ein recht kluger Mensch, wenngleich er häufig wechselnde Freundinnen hat und es mit der Treue nicht so richtig genau nimmt, dennoch ist er immer für Emmie da und ihr bester Freund.

Emmie hat ein großes Problem: Sie wurde von ihrem Lehrer und Vater ihrer besten Freundin auf der Highschool sexuell missbraucht. Diesen Vorfall meldet sie anonym dem Lehrerkollegium, allerdings glaubt ihr niemand. In der Folge wird sie von sämtlichen Lehrern und allen Mitschülern geschnitten und als Lügnerin bezeichnet; die Freundschaft zu ihrer besten Freundin ist natürlich ebenfalls vorbei. Nur Lucas und Eliot werden zu ihrer Ersatzfamilie. Die beiden glauben ihr, sie unternehmen gemeinsam Sachen. Und sie sind immer für sie da, da in der Folge des Missbrauchs ihre Mutter zwar nachhause kommt, aber nach kurzer Zeit ihre traumatisierte Tochter wieder alleine lässt. Einige Jahre später plaudert einer der Brüder bei einer Party aus, dass Emmie von ihrem Lehrer missbraucht wurde. Stacy, Eliots Freundin, verkündet allen Anwesenden, dass sie noch nie das Leben eines Lehrers durch falsche Anschuldigungen verpfuscht hätte. Emmie rutscht in der Folge wieder in ihre Depression zurück, zieht Hals über Kopf um und bricht ihre Ausbildung ab.

In der Gegenwart angekommen, plant Emmie nun mit den anderen Freunden des Brautpaares deren Hochzeit. Sie fährt häufiger nach Frankreich um bei den Vorfeierlichkeiten dabei zu sein und kommt unter anderem zur Maries Geburtstag; Marie ist Lucas‘ Braut. Emmie verbringt wieder mehr Zeit mit Eliot, der inzwischen nicht nur geschieden, sondern wieder in einer neuen Beziehung ist. Dessen Freundin, Anna, kann Emmie aber gar nicht leiden, was Emmie nicht nachvollziehen kann, da sie sich ja gar nicht kennen. Emmie merkt immer mehr, dass Lucas nun erwachsen wird, denn er kann sie nicht mehr so oft besuchen und kann sie manchmal auch nicht zur Fähre fahren und überlässt es ihr den Weg dorthin zu finden. Zumal er davon ausgeht, dass sie sich auch ein Taxi nehmen kann, das sich Emmie aber nicht leisten kann, da sie nur als Küchenhilfe in einem Hotel arbeitet.

Also bittet sie Eliot, sie zur Fähre zu bringen oder sie nach dem Geburtstag bei Marie abzuholen, da sie es dort nicht länger ausgehalten hat, weil alle anwesenden Frauen darüber gesprochen haben, wie toll die Männer, an ihrer jeweiligen Seite doch sind. So erwacht die Freundschaft zwischen Emmie und Eliot langsam wieder und erst recht als sie merkt, dass Eliot ganz in ihrer Nähe wohnt. In der Folge treffen sie sich häufiger und Eliot versteht sich auch super mit Emmies Vermieterin, die mit Emmie in einem Haus wohnt. Beide pflegen und kümmern sich um die ältere Dame, die inzwischen schwer krank ist und dann sogar stirbt.

Emmie muss in der Folge mit dem Tod ihrer guten Freundin klarkommen, sich damit auseinandersetzen, dass ihr bester Freund heiratet, dass sie sich in Eliot verliebt hat, sie aber immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommen, dass sie ihren Vater gefunden hat, dieser aber zögert mit ihr Kontakt haben zu können, ihre Mutter keinen Kontakt mehr mit ihr wünscht, ihre finanzielle Lage sehr kritisch ist und der sexuelle Missbrauch an ihr immer noch Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben hat.

Emmie lernt zu kämpfen. Nicht nur darum, ihr Leben zurückzuerhalten und endlich den Job zu bekommen, den sie haben möchte und keine Angst mehr vor dem Geschwätz der anderen zu haben und dass sie selbst genug ist. Sie lernt, dass sie niemanden braucht, der sie ausfüllt; keine Mutter, keinen Vater, keinen Mann und keine Kinder. Aber sie kämpft auch um ihre Liebe, denn sie spürt, dass sie und Eliot füreinander bestimmt waren und dann sind da auch noch so ein paar Wahrheiten, die endlich ans Licht kommen…

Montagsfragen

Montagsfrage: 8. Februar 2021

Montagsfrage: Liest du auch Bücher, die in einem anderen Kulturkreis spielen als deinem eigenen (Fantasy & SciFi nicht mitgezählt)? (Aequitas et Veritas)

Hallo ihr Lieben,

Montagsfrage 111 bei Antonia und diese Woche möchte sie wissen, ob wir auch Bücher aus anderen Kulturkreisen lesen. Dazu muss ich sagen: Leider zu selten.
Ich lese die Manga-Reihe Detektiv Conan von Gosho Aoyama, die in Japan spielt und auch typische Elemente der Kultur aufzeigt; zumindest soweit ich das beurteilen kann.
Im letzten Jahr habe ich Die Detektive vom Bhoot-Basar von Deepa Anappara gelesen. Der Roman spielt in Indien und offenbart gesellschaftliche Probleme.
Außerdem habe ich Mit Burka und Bikini von Qarnita Loxton gelesen, in dem Roman geht es um die zwei Identitäten einer jungen Frau aus Südafrika. Auf der einen Seite kommt sie aus einer muslimischen Familie, auf der anderen lebt sie in einer westlichen Welt, in der sie sich heimisch fühlt.
Insgesamt würde ich mir aber wünschen mehr als nur so wenige Beispiele aus einem ganzen Jahr hervorzaubern zu können. Kennt ihr noch einige Bücher? Könnt ihr mir etwas empfehlen?

Liebe Grüße
Vanessa

Hörbücher ·Jedes Jahr im Juni von L. Louis

Rezension: Jedes Jahr im Juni von Lia Louis

Ich habe Jedes Jahr im Juni von Lia Louis als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl etwas zum Inhalt als auch zum Medium schreiben.

Fangen wir mit dem Inhalt an: Ich brauchte am Anfang ein bisschen um in die Handlung reinzukommen, denn dort stehen erst einmal die Details zum Luftballon, den Emmie in den Himmel geschickt hat. Diese wirken natürlich am Anfang recht kryptisch und dann wird man mitten in die Handlung geschmissen. Emmie und Lucas sind zusammen in einem Restaurant und feiern ihren gemeinsamen Geburtstag. Dieses Schmeißen in die Situation, sorgte am Anfang bei mir für Verwirrung, wofür sicherlich auch das Medium verantwortlich war, denn wenn man es liest, wird es sicherlich klarer.

Ansonsten fand ich die Handlung sehr komplex, aber nicht überkomplex, sodass sie auf jeden Fall spannend blieb. Natürlich beschäftigt sich das Buch mit der Freundschaft von Lucas und Eliot und Emmie, aber auch mit den Folgen des Missbrauchs, weil Emmie ziemlich lange braucht um damit klarzukommen. Ich fand das Thema sehr berührend, aber nicht so, dass man während des gesamten Buchs weinend auf dem Bett liegt. Es ist ein unglaublich schwieriges Thema, bei dem ich auch nicht das Gefühl hatte, dass es hier trivialisiert wurde. Es findet ein durchaus respektvoller Umgang damit statt und die Auswirkungen, die so etwas auf ein junges Mädchen haben kann, werden ausführlich und gut dargestellt; etwas seltsam fand ich, dass sie sich einen Freund sucht und mit dem sogar einige Zeit zusammenlebt. Abgesehen davon war die Darstellung des Themas wirklich gelungen.

Emmie ist ein sehr sympathischer Mensch, auch wenn ihre Geschichte unglaublich traurig ist. Irgendwie hatte ich immer wieder den Wunsch, dieses arme Mädchen in den Arm zu schließen und dann habe ich mir wieder vergegenwärtigt, dass sie schon 30 Jahre alt ist und eigentlich kein kleines Kind mehr ist. Ihr ständiger Liebeskummer ging mir so langsam auf die Nerven, aber abgesehen davon mochte ich Emmie wirklich gerne.

Lucas war mir am Anfang sympathisch; schließlich kann er ja nichts dafür, dass seine beste Freundin in ihn verliebt ist und verhält sich ihr gegenüber ja immer nett und freundlich. Aber im Laufe der Handlung wurde er mir immer unsympathischer. Erst recht nachdem er Emmie in Frankreich ohne Geld alleine zur Fähre kommen lassen wollte und seine Arbeit über seine Freundschaft gestellt hat und dabei Emmie im Stich gelassen hat. Auch was man sonst noch so über ihn erfährt; dass er beispielsweise anderen Frauen flirtende Nachrichten schickt, obwohl er eine Freundin hat, hat ihn mir unsympathisch gemacht.

Eliot wirkte am Anfang sehr sympathisch und wurde mir im Laufe der Handlung, im Gegensatz zu seinem Bruder, immer sympathischer. Einzig, dass er mit seiner komischen Freundin zusammen ist und diese sich Emmie gegenüber wie ein Biest aufführt, hat ihn für mich ebenfalls unsympathisch gemacht. Als er sich aber immer weiter von dieser zurückgezogen hat und immer mehr für Emmie da war, mit ihr unternommen hat, sich mit ihr getroffen hat und sich sehr freundlich um ihre kranke Vermieterin gekümmert hat, wurde er mir richtig sympathisch. Eliot stellt sich als verlässlicher, hilfsbereiter und netter Kerl heraus.

Insgesamt hat mir die Zeichnung der Charaktere gut gefallen und diese wirkten auf keinen Fall zu platt oder eindimensional.

Kommen wir nun zum Medium: Das Hörbuch selbst hat mir gut gefallen, wenngleich es nur als Download vorliegt und man somit kein Cover oder ähnliches hat. Dass das Hörbuch ungekürzt ist, hat mir auch gut gefallen. Heike Warmuth, die Sprecherin, ist Schauspielerin und hat auch schon einiges an Hörbüchern eingesprochen. Ich kannte sie bisher nicht, mochte ihre Art zu sprechen aber sehr gerne. Für mich hat die Stimme gut zu Emmie gepasst und ich konnte mich richtig reinfühlen in das Hörbuch.

Ich hatte oben bereits erwähnt, dass mir Emmies ständiger Liebeskummer nicht so gut gefallen hat. Ich glaube, wenn ich das Buch gelesen hätte, wäre ich davon wirklich genervt gewesen, aber da ich es gehört habe, fand ich es gar nicht so schlimm. Da hat das Hörbuch wirklich einen großen Vorteil gehabt, weil man es beim Hören einfach mitgehört hat, es aber nicht so störend wirkte. Ich bin also nicht sicher, ob mir die gedruckte Version des Buches so gut gefallen hätte. Vom Hörbuch hingegen war ich wirklich begeistert. Ein großer Vorteil des Mediums.

Insgesamt hat mir Jedes Jahr im Juni von Lia Louis sehr gut gefallen. Das Thema ist gut beschrieben, die Charaktere sind sympathisch und vor allem hat mir die Sprecherin und die Eigenschaften des Mediums gut gefallen, sodass ich es gerne weiterempfehle.

 

 

 

Vielen Dank an den Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Ankündigungen ·Bücherdämmerung

Bücherdämmerung – Über die Zukunft der Buchkultur hrsg. Detlef Bluhm

Hallo ihr Lieben,

Die Bücherdämmerung – Über die Zukunft der Buchkultur herausgegeben von Detlef Bluhm ist ein Sammelband mit verschiedenen Beiträgen, die sich mit Bücher, Autor:innen, Lesen und Leser:innen beschäftigt und Prognose anstellt wie sich die Buchbranche in den nächsten Jahren verändern könnte. Da das Buch schon sieben Jahre als ist (aus dem Jahr 2014), und auch schon seit ein paar Jahren auf meinem Sub auf mich wartet, ist es nicht mehr so aktuell und bei der ein oder anderen Prognose muss man schmunzeln, weil man inzwischen weiß, dass die Buchbranche fünf Jahre nach 2014 nicht wie prognostiziert aussieht und dass es auch bei zehn Jahren schwierig wird, die Prognosen noch so einzuhalten.

Dennoch finde ich es – vielleicht auch gerade weil mein Blick eben sieben Jahre später stattfindet – total interessant mal auf diese Ideen, Prognosen und Thesen zu schauen und mich damit mal auseinanderzusetzen. Die Themen sind ziemlich breit gestreut und beschäftigen sich vor allem damit, wie Lesen in Zukunft aussieht, wie sich das Medium Buch entwickeln wird bzw. könnte und wie Leser:innen an ihre Bücher kommen werden.

In Future Lab entwickelt Detlef Bluhm eine Idee davon wie eine Buchhandlung der Zukunft aussehen könnte (ja er beschreibt das Weihnachtsgeschäft 2020, also ausgerechnet das Jahr, von dem wir inzwischen wissen, dass das Weihnachtsgeschäft dort ganz, ganz anders aussah), aber die Ideen, die er einbringt, fand ich total interessant und über den Tellerrand gedacht. Seine Buchhandlung hat ein breites Angebot: Nicht nur Bücher kann man dort kaufen, sondern auch Spiele und Musik. Sie ist ein Treffpunkt für Leute aus dem Viertel, bietet Lesungen und andere Events an und hat ein integriertes Café. Es gibt Möglichkeiten in digitalen Büchern zu stöbern und somit ein erweitertes Sortiment zu betrachten und natürlich gibt es viele digitale Angebote.

Bis der Beitrag dazu kommt, dauert es aber noch ein paar Monate, denn ich habe geplant einmal im Monat einen kurzen Beitrag zu den vielen Beiträgen aus dem Sammelband zu schreiben. Vielleicht und hoffentlich habt ihr Lust, euch mit diesen Themen auseinanderzusetzen und wir können gemeinsam über das ein oder andere diskutieren. Vielleicht habt ihr selbst ja auch Bücher oder Texte zu den Themen gelesen und könnte Empfehlungen aussprechen. Über einen regen Austausch würde ich mich sehr freuen, aber hier erst einmal noch die Aufzählung der Artikel:

  1. Vorwort: Von Stanislaw Lem und der Zukunft der Buchkultur von Detlef Bluhm
  2. Bücher im digitalen Zeitalter – von der Gutenberg- in die Turin-Galaxis von Thomas Macho
  3. Dichtung gegen Dumpinglohn – Von der Ökonomie des Schreibens von Dietmar Dath
  4. Autoren im Netz – Von der Schriftstellerei im digitalen Zeitalter von Detlef Bluhm
  5. Moderne Content-Produzenten – Von neuen Buchformaten und Geschäftsmodelle von Katja Splichal
  6. Der Buchhandel und seine Kunden – Von vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Beziehungen von Detlef Bluhm
  7. Anders lesen – Von einer neuen Kulturtechnik von Stephan Selle
  8. Was kommt nach Facebook? – Von der Zukunft sozialer Medien von Klaus Sielker
  9. E-Reader, Smartphones & Tablets – Von der Vielfalt und ihrer Bedrohung von Volker Oppmann
  10. Future Lab – Von erstaunlichen Perspektiven von Detlef Bluhm
  11. Urheberrecht – Von Eigentum und Diebstahl von Jan Hegemann
  12. Druckerschwärze versus Bytes? – Von der Koexistenz verschiedener Formate von Elisabeth Ruge

 

Da das Vorwort recht kurz ist, möchte ich die anderthalb Aussagen daraus hier direkt festhalten:

Vorwort: Von Stanislaw Lem und der Zukunft der Buchkultur von Detlef Bluhm

Wie sich die Buchkultur in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird ist ungewiss

Allerdings gibt es eine Gewissheit: Es wird das Buch immer geben; fraglich ist nur die Realisationsform

 

Und ich denke, das ist ein gutes Schlusswort, sodass mir nur noch bleibt, euch viel Spaß mit dem Projekt zu wünschen und ich hoffe auf einen regen Austausch.

Liebe Grüße
Vanessa

Der Mann im braunen Anzug von A. Christie

Inhaltsangabe: Der Mann im braunen Anzug von Agatha Christie

In dem Kriminalroma Der Mann im braunen Anzug von Agatha Christie ermittelt Anne Beddingfeld (bzw. Beddingfield).

Anne Beddingfeld ist die Tochter eines renommierten Professors. Als dieser überraschend stirbt, ist sie auf sich gestellt und zieht für die Übergangszeit mit dem Anwalt ihres Vaters zusammen nach London. Dort sucht sie nach einer Anstellung. Dabei ist sie zufällig bei einem grauenvollen Unfall zugegen, bei dem ein Mann auf die Schienen einer U-Bahn stürzt und stirbt. Sie hält diesen Vorfall aber nicht für einen zufälligen Unfall und auch nicht für einen Selbstmord, sodass sie auf eigene Faust ermittelt, denn die junge Frau möchte gerne ein Abenteuer erleben.

Als ein Mann sich als Arzt ausgibt, den Mann untersucht und danach verschwindet, verfolgt sie ihn und findet einen Zettel, den der Mann wohl dem Toten abgenommen hat. Auf dem Zettel steht „17. 122 Kilmorden Castle“. Kurze Zeit später erfährt Anne von einer Frau, die in einem leerstehenden Haus erdrosselt wurde. Offenbar haben beide Todesfälle miteinander zu tun.

Anne scheint ihr Abenteuer gefunden zu haben und so macht sie sich auf zu dem Haus, um den Tatort zu begutachten. Dort angekommen, befragt sie eine Zeugin, scheint aber davon und einem Film abgesehen, nicht wirklich weiterzukommen. Außerdem versucht sie den Ort beziehungsweise das Schloss namens Kilmorden oder Kilmorden Castle auf der Karte zu finden und sucht in allen Büchern, die sie im Haushalt des Anwalts findet. Nachdem diese Spur sie in eine Sackgasse geführt hat, findet sie durch einen großen Zufall heraus, dass es sich bei Kilmorden Castle weder um eine Ortschaft noch um eine Burg oder ein Schloss handelt, sondern um ein Schiff. Da die Überfahrt nach Südafrika auf der Kilmorden Castle zufällig genau das kostet, was sie von ihrem Vater geerbt hat, beschließt sie, eine Fahrkarte zu kaufen.

Auf dem Schiff kommt sie mit vielen seltsamen Menschen zusammen: Sie trifft Mr. Chichester, Mr. Pagett, Mrs. Blair, Colonel Race, Sir Eustace Pedler und einen mysteriösen Mann, der blutend in ihre Kabine stürzt. Neben diesem nächtlichen Besucher, passieren noch einige andere seltsame Dinge: Sie will aufgrund ihrer Seekrankheit ihre Kabine wechseln, doch die Kabine, die ihr zugewiesen wird, wollen auch noch Mr. Chichester und Mr. Pagett haben. Mrs. Blair bekommt in der Nacht plötzlich ein Filmdöschen durch die Lüftungsschlitze ihrer Kabine geworfen, da sie am Tag eines verloren hat, hält sie die Rückgabe dieses Filmdöschen nur für einen Streich.

Anne vertraut sich Mrs. Blair an und die beiden werfen bald gute Freunde und Vertraute. Beide Frauen versuchen nun gemeinsam den Fall aufzulösen, wobei Mrs. Blair sich bei den meisten Verdächtigen nicht vorstellen kann, dass diese die Verbrechen begangen haben könnten. Bald wird ihnen aber immer klarer, was in den Fall noch alles hereinspielt: Die Ereignisse eines Diamantendiebstahls vor etlichen Jahren, ein Verbrechergenie, das immer dafür sorgt, dass ein anderer verdächtigt wird und der überall nur als Colonel bekannt ist.

In Südafrika angekommen, wird Anne entführt, und kann sich nur knapp befreien. Beinahe wäre sie dem Colonel in die Hände gefallen, dem sie einige Fragen hätte beantworten sollen. Immer mehr Puzzleteile kommen für Anne hinzu und dennoch verdächtigt sie den Mann, der damals auf dem Schiff verletzt in ihre Kabine stürzte und in den sie sich verliebt hat, schließlich umranken diesen Mann viele Geheimnisse und niemand kennt auch nur seinen richtigen Namen.

Der Mann im braunen Anzug von A. Christie

Rezension: Der Mann im braunen Anzug von Agatha Christie

Bei Der Mann im braunen Anzug von Agatha Christie handelt es sich einen relativ frühen Krimi der Autorin, denn dieser stammt aus dem Jahr 1924. Anne Beddingfeld, die Ermittlerin dieses Krimis, kommt leider nur in diesem einen Krimi vor. Colonel Race, der ebenfalls als Ermittler auftritt, kommt später noch in weiteren Büchern vor.

Deshalb würde ich auch gerade mal mit dem Charakter der Hauptfigur anfangen: Anne Beddingfeld, als Tochter eines relativ armen Wissenschaftlers, hat nie ein behütetes Leben geführt, weil sie sich um einen Haushalt kümmern musste und ihr Vater sich mehr auf seine Arbeit und Ausgrabungen konzentriert hat als auf die Erziehung seiner Tochter. Sie ist also unglaublich stark und weiß genau was sie will. Außerdem weiß sie nicht nur wie sie bekommt, was sie sich wünscht, sondern auch wie sie mit Männern reden muss, damit diese sie respektieren. Mit ihrem Vater musste sie mehr als einmal schimpfen, weil er mitten im Winter ohne Mantel aus dem Haus geht. So weiß sie auch wie ihr Leben von nun an weitergehen soll. Sie schafft es, nach London zu kommen und sich nach Südafrika einzuschiffen. Außerdem flüchtet sie vor ihren Entführern, obwohl sie dennoch Angst hat. Hinzu kommt, dass sie auch noch klug ist. Nach so einer Detektivin suche ich schon länger. Ich war total begeistert von der jungen Frau und dachte, dass sie sicherlich meine neue Lieblingsdetektivin wird. Und dann fand ich leider heraus, dass es nur diesen einen Krimi mit ihr gibt.

Die anderen Charaktere werden, wie bei Christie üblich, nicht so sonderlich ausführlich gezeichnet, was aber auch gar nicht schlimm ist. Man bekommt dennoch einigen Informationen über sie und um ihre Beweggründe halbwegs zu verstehen und sie als Verdächtige zu haben, reichen die Charakterbeschreibungen durchaus.

An dem Roman gibt es eine Besonderheit: Die Erzählweise. Die Geschichte wird vornehmlich aus der Sicht von Anne erzählt, da sie gebeten wurde davon zu berichten. Gleichzeitig werden einige Passagen aber durch die Tagebucheinträge von Sir Eustace Pedler unterstützt. Er hat ihr sein Tagebuch als sein literarisches Erbe vermacht, damit sie damit machen kann, was sie möchte. Sie füllt die Lücken, die es unweigerlich in einer Erzählung, die aus der Sicht einer Person entstanden ist, gibt, damit ausgefüllt. Allerdings erfahren wir von Anfang an, dass Pedler sich selbst als unzuverlässigen Erzähler offenbart, denn er meint, dass er in seinem Tagebuch niemals etwas negatives über ihn selbst schreiben würde. Das macht diese Tagebucheinträge besonders spannend.

Die Geschichte an sich hat mir auch gut gefallen, vor allem weil es sich hier wirklich mal um eine Reise handelt. Die Geschichte beginnt in der Nähe von London, geht dann in London weiter und findet dann in weiten Teilen auf dem Meer und in Südafrika selbst statt. Auch dort reisen die Figuren noch einmal etwas. Ich mag es ja sehr gerne, wenn Romane auf Reisen erzählt werden.

Hinzu kommt noch, dass Christie auch (zumindest ein bisschen was) von den Örtlichkeiten in Südafrika beschreibt und man so einen groben Eindruck von dem fernen Land erhält, zumal man das ja bei einem solchen Roman mit einem so exotischen Ort irgendwie erwartet; vor allem wenn man die Entstehungszeit werden die Leser:innen von damals davon sicherlich fasziniert gewesen sein.

Alles in allem hat mir Der Mann im braunen Anzug von Agatha Christie wirklich gut gefallen und ich muss sagen, dass der Krimi bisher zu meinen Lieblingswerken der Autorin gehört. Das Frauenbild ist an einigen Stellen doch schon veraltet, aber davon abgesehen ist Anne ein starker Charakter, von dem ich gerne mehr gelesen hätte.

Gemeinsam Lesen ·Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #27

Hallo ihr Lieben,

wie jede Woche am Dienstag stellen die Schlunzenbücher vier Fragen zu unserem Leseverhalten. Die ersten drei Fragen sind jede Woche gleich, die vierte ist immer unterschiedlich. Die Fragen für diese Woche lauten:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Ein unmöglicher Mord von Rob Reef und bin auf Seite 125.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Ein Mord ohne Zeugen wäre für den Täter ein Leichtes gewesen.“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Bei dem Band handelt es sich um den dritten der Reihe, wobei man diese nicht unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen muss. Aber das heißt, dass ich schon etwa wusste, worauf ich mich mit diesem Buch einlasse und so gab es bisher wenig Überraschungen. Ich finde es bisher ganz spannend und freue mich schon darauf zu erfahren wie es weitergeht.

  1. Nimmst du an weiteren Mitmachaktionen teil? Welche wären das und könntest du sie an uns vorbehaltlos empfehlen?

Sehr coole Frage. Ich nehme derzeit an vier Mitmachaktionen teil:
1. Gemeinsam Lesen (natürlich!, ist ja keine „weitere Mitmachaktion“) bei den Schlunzenbüchern
2. Montagsfrage (In den letzten Wochen bin ich von den Fragen nicht so begeistert gewesen, weil ich sie selten beantworten konnte; die Fakten: Immer Montags, eine Frage bei Antonia)
3. Mein Sub kommt zu Wort (daran nehme ich immer gerne teil, weil dort mal unsere Subs zu Wort kommen, die Fragen sind eigentlich auch immer ganz spannend zu beantworten und man kann damit seine eigene Leseplanung verknüpfen; die Fakten: immer am 20. Eines Monats, vier Fragen (drei Mal die gleiche und eine wechselnde) bei Anna)
4. Lesetipps-Aktion (eine total schöne Aktion, bei der man ein oder mehrere Bücher, die zur Jahreszeit passen oder einem einfach so gut gefallen haben an andere Leser:innen und Blogger:innen empfiehlt, natürlich kann man auch bei den anderen Teilnehmerinnen stöbern, ob man dort neue Leseideen bekommt; die Fakten: einmal pro Jahreszeit bei Leni oder Tanja)

Welche Mitmachaktionen könnt ihr denn empfehlen?

Liebe Grüße
Vanessa

Montagsfragen

Montagsfrage: 1. Februar 2021

Montagsfrage: Hast du dich schon mal ehrenamtlich im Bereich Bücher/Lesen engagiert? Wie, bzw. würdest du gern? (wortmagieblog)

Hallo ihr Lieben,

diese Woche nehme ich endlich mal wieder an der Montagsfrage von Antonia teil. Ich habe bisher noch nicht ehrenamtlich im Bereich Bücher oder Lesen gearbeitet, fände es aber spannend mich im Bereich Leseförderung zu engagieren oder einen Lesekreis oder einen Bücherschrank zu initiieren.
Habt ihr schon im Bereich Bücher oder Lesen ehrenamtlich gearbeitet oder ist das auch bei euch noch ein Traum?

Liebe Grüße
Vanessa

Ankündigungen ·Hanni & Nanni

Erster Post Hanni & Nanni

Hallo ihr Lieben,

Kürzlich habe ich ein paar Bände der Hanni & Nanni-Reihe noch einmal gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich viele der Bände vor ein paar Jahren schon einmal gelesen habe und eigentlich ein Blogprojekt dazu machen wollte. Dann kamen aber noch so viele andere Ideen dazwischen, dass ich überhaupt keine Kapazitäten mehr hatte, und da jetzt einige Projekte fertig sind, habe ich mich entschlossen, die etwas eingestaubten Inhaltsangaben und Rezensionen doch noch zu veröffentlichen. Ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel. Hanni und Nanni gehört natürlich inzwischen zu den Kult-Jugendbuchreihen, die die ein oder andere sicherlich auch noch aus der eigenen Kindheit und Jugend kennt und vielleicht einen kleinen Nostalgieanfall bekommt und vielleicht kann ich ja auch die Lust auf einen Re-Read bei euch auslösen oder vielleicht habt ihr ja auch die ein oder andere Kinder- und Jugendbuchreihe, die ihr empfehlen könnt. Ich weiß noch nicht genau wie viele Bände ich hier wirklich vorstellen möchte, denn vielleicht mag ich ja im Laufe des Projekts noch weiterlesen, aber es werden auf jeden Fall deutlich mehr als 20 Bände sein, von denen nur ein kleiner Bruchteil wirklich von Enid Blyton geschrieben wurde.

Ich fange dieses Projekt erst einmal mit einem Text über Enid Blyton mit einer Auflistung der ersten 27 Hanni & Nanni-Bände an.

Ich wünsche euch viel Spaß und liebe Grüße
Vanessa

Heidis Lehr- und Wanderjahre von J. Spyri ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Heidis Lehr- und Wanderjahre von Johanna Spyri

In dem Kinderbuchklassiker Heidis Lehr- und Wanderjahre von Johanna Spyri geht es um die heranwachsende Schweizerin Adelheid, genannt Heidi.

Heidi wird mit etwa 5 Jahren von ihrer Tante Dete zu deren Großvater gebracht. Dete ist die Schwester von Heidis Mutter Adelheid und Tobias, dem Sohn des Almöhi. Adelheid und Tobias heiraten sehr junge und sind nur kurz verheiratet als beide sterben. Die 1-jährige Heidi kommt zu Dete und deren Mutter und lebt dort bis Dete nach dem Tod ihrer Mutter in Frankfurt eine Stellung angeboten bekommt. Da sie die kleine Heidi nicht mitnehmen kann, bringt sie sie zum Großvater auf die Alm.

Heidi lebt von nun an mit ihrem Großvater auf der Alm und genießt das offene und unbeschwerte Leben dort. Sie geht mit dem Geißenpeter und den Geißen mit und weidet diese, sie bewacht sie und achtet auf sie und genießt die Sonne, die Natur und die Tiere zu beobachten und Zeit mit ihnen zu verbringen. Außerdem liebt sie es, Zeit mit der Großmutter zu verbringen, wobei damit Peters Großmutter gemeint ist.

Heidi wird von ihrem Großvater, der von allen sehr kritisch beäugt wird, sehr gut behandelt. Er sorgt für das Kind, kümmert sich darum, dass es immer in sauberer Kleidung herumläuft und er gibt ihr zu essen. Der Almöhi liebt seine Enkeltochter sehr und überrascht so alle Bewohner im Dörfli. Allerdings weigert er sich, Heidi in die Schule zu schicken, denn sie könne ja schlecht den ganzen Weg von der Alm jeden Tag in die Schule laufen und er werde auch nicht im Winter zurück ins Dörfli ziehen, sodass sie von dort aus in die Schule gehen könnte.

Als einige Jahre später Dete wieder auf der Alm auftaucht und das Kind mitnehmen möchte, wehrt sich der Almöhi praktisch nicht dagegen. Sie möchte Heidi als Gesellschafterin für eine im Rollstuhl sitzende reiche Tochter in Frankfurt mitnehmen. Klara Sesemann lebt in einer großen Wohnung mit einigen Bediensteten darunter Fräulein Rottenmeier, die sich um die Wohnung, die Ordnung der Bediensteten und Klara kümmert. Klara ist etwa 12 Jahre alt und ein liebes, nettes Mädchen, aber sie langweilt sich, weil sie keine Freunde hat und ständig nur Zuhause ist.

Heidi soll also nun eine Freundin für Klara sein, allerdings ist sie deutlich jünger. Dete lässt das verwirrte Mädchen einfach in der Wohnung der Sesemanns stehen und verschwindet. Nun muss sich Fräulein Rottenmeier um Heidi kümmern, die sich mit den ganzen Konventionen der gehobenen Gesellschaft nicht auskennt und nicht einmal lesen kann. Vor allem fällt es Heidi schwer, ihre anderen Namen anzunehmen, denn sie wird von Fräulein Rottenmeier Adelheid gerufen, da dies ihr Taufname ist. Außerdem vermisst sie den Ausblick ins Tal und das Rauschen der Tannen, und die Menschen, die ihr in ihrer Heimat so wichtig sind und natürlich auch die Geißen.

Einmal macht sich Heidi heimlich auf den Weg um von irgendwo auf die Stadt herunterzugucken, dabei werden ihre einige Kätzchen vom Turmwärter geschenkt. Da Fräulein Rottenmeier panische Angst vor kleinen Katzen hat, müssen Heidi und Klara diese verstecken, allerdings nicht bevor die hysterische Frau diese nicht entdeckt hat. Als Heidi das Lesen einfach nicht lernen will, zweifelt Fräulein Rottenmeier schon am Verstand des Kindes, zumal dieses ständig irgendwelche abenteuerlichen Geschichten erzählt. Vollkommen verzweifelt wendet sie sich an Herrn Sesemann, der sofort nach Frankfurt kommt um sich das sonderbare Geschöpf näher anzusehen. Als Klara ihrem Vater versichert, dass Heidi ein ganz feines Mädchen ist, und er sich selbst davon auch überzeugt hat, ist er beruhigt.

Einige Tage später kommt Klaras Großmutter, die Heidi sehr ins Herz schließt und sich viel mit dem Mädchen beschäftigt. Zwar mag Heidi die Großmutter, Herrn Sesemann und vor allem Klara ganz gerne, aber sie kriegt immer größeres Heimweh. Allerdings traut sie sich nicht, dies zu äußern, da sie nicht undankbar wirken möchte. Ihr Unglück äußert sich irgendwann darin, dass sie anfängt, Schlafzuwandeln und dabei immer die Haustür öffnet und zurück ins Bett geht. Als herauskommt, dass Heidi der Geist ist, der nachts herumgeht, wird sie vom Arzt untersucht, der herausfindet, dass Heidi zurück nachhause möchte, was Herr Sesemann auch sofort veranlasst.

Zurück in den Bergen nimmt ihr Großvater sie überglücklich wieder auf. Sie verbringt wieder Zeit mit dem Geißenpeter, mit der Großmutter und vor allem mit ihrem Großvater. Sie liebt es, wieder ins Tal hinuntersehen zu können und den Sonnenuntergang von den Bergen aus beobachten zu können.