Adventskalender 2017 ·Der Untertan von H. Mann

Rezension: Der Untertan von Heinrich Mann

Die Inhaltsangabe zum Roman Der Untertan von Heinrich Mann findet ihr oben.

Ich muss sagen, dass mich dieser Roman an zwei andere Werke erinnerte, zum einen an das Werk Thomas Mann Die Buddenbrooks, zum anderen erinnerte es mich an Theodor Fontanes Roman Effi Briest und auch ein bisschen an Frau Jenny Treibel. In den Buddenbrooks geht es ebenfalls um eine Familie, die reich ist und die nach und nach ihr Vermögen verliert. Diederich ist natürlich politisch und gesellschaftlich, wie auch finanziell erfolgreich, allerdings scheint das Gewitter und das Verstecken unter dem Rednerpult um irgendeine Art Niedergang zu handeln, auch, dass die Brüder für ihre Schwestern sorgen findet sich sowohl in den Buddenbrooks als auch im Untertan. In Frau Jenny Treibel möchte Corinna am Liebsten den gut gestellten Leopold Treibel heiraten, was die Eltern allerdings nicht wollen, sodass Corinna sich in ihr Schicksal fügen muss, hier wird für mich eine Parallele zu Agnes Göbbel deutlich. Auch Effi Briest ist Agnes sehr ähnlich, denn beide machen einen Fehler, geben sich einem Mann hin und werden deshalb von ihrem Mann beziehungsweise von einem Mann (im Untertan Diederich) verstoßen. Solche Parallelen finde ich immer sehr interessant, da ich dann immer das Gefühl habe, dass diese Bücher durch ähnliche Motive oder Geschichten miteinander verbunden sind.

Natürlich gefiel mir Diederich nicht so besonders gut, da er sich sehr zwiegespalten verhält. Auf der einen Seite rennt er dem Kaiser hinterher und versucht sich – wenn auch nur im Geheimen – anzubiedern, auf der anderen Seite ist er sich zu gut im Militär zu dienen. Das passt für mich einfach nicht in einen guten Charakter, außerdem verhält er sich gegen seine Familie nicht besonders freundlich, verhält er sich im Gegenteil eher wie ein Tyrann. Und da seine Schwestern und die anderen Frauen in seinem Leben keine Möglichkeit haben, seinen Neigungen zu entgehen, sind sie ihm schlichtweg ausgeliefert. Und auch sein Verhalten anderen gegenüber, so strickt er beispielsweise eine politische Intrige, sodass einer seiner Bekannten verhaftet und sogar zu Gefängnis verurteilt wird.

Der Roman Der Untertan ist sicherlich wertvoll, denn wir lernen, dass es Menschen gibt, die sich je nach dem was von ihrer sozialen Rolle erwartet wird, verhält, im Geheimen aber seine schlechtesten Charaktereigenschaften auslebt.

Alles in allem mochte ich Diederich Heßling nicht, wenngleich ich den Roman Der Untertan von Heinrich Mann gar nicht schlecht fand. Er gehört sicherlich nicht zu meinen Lieblingswerken, wobei ich ihn dennoch gerne weiterempfehle.

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