Adventskalender 2021 ·Hercule Poirot und der Plumpudding von A. Christie ·Weihnachtsbücher

Aufregung an Weihnachten (Hercule Poirot und der Plumpudding Variation 2) von Agatha Christie

Aufregung an Weihnachten von Agatha Christie ist eine Weihnachtsgeschichte mit Hercule Poirot. Dabei handelt es sich um eine stark gekürzte und umgeschriebene Geschichte, über deren Original ich als Hercule Poirot und der Plumpudding Variation 1 geschrieben habe.

Hercule Poirot verbringt das Weihnachtsfest bei der Familie Endicott in einem Herrenhaus. Miss Emily Endicott und deren Bruder, der Hausherr, haben ihre Familie zu Weihnachten dort versammelt: Jean, Nancy Cardell, die Jungs Johnnie und Eric, deren Freund Charlie Pease und Evelyn Haworth, außerdem Miss Endicotts Neffe Roger. Weiterhin befinden sich Oscar Levering und dessen Schwester zu Weihnachten im Haus der Familie.

Poirot erfährt von Miss Haworth, dass sie zwar in Roger verliebt und er in sie verliebt ist, sie aber mit einem anderen Mann verlobt sei, da dieser ihrer Mutter eine lebenswichtige Operation bezahlte. So muss sie sich in ihr Schicksal fügen und einen Mann heiraten, den sie nicht liebt.

Während die jüngeren Mitglieder der Gesellschaft draußen einen Schneemann, in Form von Hercule Poirot, bauen, machen Evelyn und Mr. Levering einen Schneespaziergang. Außerdem planen die jungen Leute noch eine kleine Überraschung für Poirot. Kurz darauf ertönt der Gong zum Essen und alle genießen nicht nur das leckere Festessen, sondern auch den danach aufgetragenen Plumpudding. In einer der Portionen taucht ein roter Stein auf, den Poirot an sich nimmt.

Am nächsten Morgen wird Poirot von Johnnie geweckt, der ihm meldet, dass Nancy Cardell tot im Schnee liegt. Auch Jean und Eric sind ganz aufgeregt als sie Poirot zum Ort des Verbrechens rufen. In Nancys steifer Hand befindet sich der rote Stein, den sie am Tag zuvor im Plumpudding fanden. Mr. Levering bietet sich an, die Polizei zu verständigen, während die anderen sich in der Bibliothek versammeln, um von Poirot eine Geschichte über einen gestohlenen Rubin zu hören…

Die Geschichte selbst erinnert sehr an den Mittelteil der ersten Variation. Weggelassen wurden einige Details wie beispielsweise die Beschreibung der Suche nach dem Rubin durch den Bösewicht und die Vorgeschichte, auch einiges des weihnachtlichen Ambientes geht durch die starke Kürzung verloren (von ca. 55 Seiten auf etwa 22 Seiten in meiner Ausgabe). Ich finde es sehr schade, dass hier wichtige Aspekte einfach weggelassen wurden. Ich vermute, dass Christie für eine Zeitschrift oder ähnliches noch eine Weihnachtsgeschichte liefern sollte und diese einen gewissen Umfang nicht überschreiten durfte. So musste sie die bereits geschriebene (und eventuell auch schon veröffentlichte Geschichte eben stark umarbeiten). Das ist – wie beschrieben – nur ein Verdachte, würde aber insofern passen als dass ich auch noch weitere etwa gleich lange Geschichten von Christie hier habe.

Schade finde ich es auch, dass man den Namen der Geschichte geändert hat „Aufregung an Weihnachten“ erinnert so gar nicht an „Hercule Poirot und der Plumpudding“, sodass man auf den ersten Blick gar nicht sieht, dass die Geschichten zusammenhängen (zumindest in der deutschen Übersetzung). Natürlich gibt es inzwischen den Nebentitel, aus dem ersichtlich wird, dass es sich um zwei Variationen einer Geschichte handelt. Ich habe aber auch schon andere Titel für die erste Geschichte („Das Geheimnis des Weihnachtspuddings“) gelesen, bei denen man erst einmal darauf kommen muss, dass es sich hier um die gleiche Geschichte handeln könnte. Merkwürdig finde ich auch, dass sie die Figuren so ganz anders benannt hat und dass so das Beziehungsgeflecht verändert wurde. Das Grundmotiv ist in beiden Geschichten aber gleich geblieben.

Wie auch die erste Geschichte gefällt mir auch Aufregung an Weihnachten oder Hercule Poirot und der Plumpudding Variation 2 von Agatha Christie ganz gut, aber die beste hat mir nochmal ein bisschen besser gefallen. Dennoch finde ich es spannend mal beide nebeneinander zu legen und im Vergleich zu lesen. Weihnachtliches Ambiente bringt auch Aufregung an Weihnachten mit und es gibt sogar einen fast echten Mord…

Adventskalender 2021 ·Tod eines Geistes von R. Reef

Inhaltsangabe: Tod eines Geistes von Rob Reef

In Tod eines Geistes (dem 5. Stableford-Abenteuer) geschrieben von Rob Reef verbringen die Stablefords gemeinsam mit ihren Freunden Penelope Hatton und Sir Perceval Holmes ein paar Tage auf Slane House, dem Herrenhaus der Familie Holmes, um dort gemeinsam die Hochzeit ihrer Freunde zu feiern. Penelope und Perceval wollen sich nämlich endlich das Ja-Wort geben.

Harriet und Penelope sind schon einmal vorgefahren und verbringen bereits ein paar Tage bei Penelopes zukünftiger Familie. Schon am Abend ihrer Ankunft kommt es aber zum ersten Zwischenfall, von dem Harriet ihrem Mann nichts schreiben darf, da Penelope sie darum gebeten hat: Penelopes Brosche verschwindet. In den nächsten Tagen geschehen weitere unheimliche Dinge. Jemand hat Penelope aus dem Who’s who gestrichen und ihr Gemälde wurde genau wie ihr Hochzeitskleid zerschnitten, außerdem wurde ihr eine Warnung auf den Spiegel geschmiert. Mit jedem Vorfall bekommt Penelope mehr Angst bevor sie sich am Ende in ihrem Zimmer verkriecht.

Als John und Perceval im Herrenhaus ankommen, erfahren sie von den Vorkommnissen und beide sind wütend, weil die Frauen ihnen nicht schon vorher Bescheid gegeben haben. Nun wollen sie aber möglichst schnell herausfinden, wer für diese Dinge verantwortlich ist. Im Haus befinden sich neben Henry, Percys Bruder, dessen Frau Françoise und den gemeinsamen bereits erwachsenen Kinder Francis und Francine auch die Mutter von Percy und Henry, Lady Holmes. Als erste Gäste sind Penelope, die Braut, und ihre Freundin, Harriet Stableford angekommen. Mit Percy und Stableford ist Dr. Saunders, ein Freund der beiden und Gerichtsmediziner, angereist. Wenig später reist Penelopes Bruder, Lord Sampford mit Mr. Latimer und zwei Damen, Miss Field und Miss Garden, an. Außerdem verbringen zwei Freunde der Familie, Mr. Charles Wainwright und Sir Richard „Dicky“ Banbury-Blake einige Tage vor der Hochzeit Zeit im Herrenhaus. Vor allem über das Erscheinen der Schwester von Françoise, Laura Beaumont, wundert man sich. Percy weiß definitiv, dass weder er noch Penelope sie eingeladen hat, umso mehr, weil er mal eine kurze Beziehung mit ihr hatte und sie wohl immer noch versucht, ihn zurückzuerobern und damit die Hochzeit stören könnte.

Percy schmeißt Laura aus seinem Haus und sie verschwindet zornig nicht ohne noch jede Menge Verwünschungen von sich zu geben. Als sie am Abend nicht zum Abendessen auftaucht, ist also niemand überrascht. Erst als der Butler einen Geist, Ethel, in eine alte Kammer schlüpfen sieht, wird die ehemalige Brautkammer aufgebrochen. In dieser starb vor vielen Jahrzehnten die erste Verlobte von Percys Vater in der Nacht vor ihrer Hochzeit. Seitdem soll ein Geist durch die Gänge von Slane House wandeln, der in den letzten Wochen häufiger von Hausbewohnern und Bediensteten gesehen worden war. Auf dem Boden der Kammer, liegt Laura, ermordet und sie trägt das alte Brautkleid von Lady Holmes. In ihrer Faust hält die junge Frau den Schlüssel zur Kammer und es keine anderen Zugänge und nur einen Schlüssel gibt, handelt es sich um einen Mord in einem verschlossenen Zimmer (Locked Room Mystery).

Stableford und seine Freunde beginnen zu ermitteln, wobei sie sich nicht sicher sind, ob jemand eigentlich Penelope töten wollte und sie nur mit der ihr ähnlich sehenden Laura verwechselt hat, oder ob es jemand auf Laura, die in der ganzen Familie für Unruhe sorgte, abgesehen hatte. So scheinen alle Anwesenden verdächtig, zumal Miss Garden und Miss Field, Mr. Latimer und Lord Sampford Laura aus London gekannt haben und somit ebenfalls ein Motiv haben könnten.

Holmes ist felsenfest davon überzeugt, dass sie den Mord aufklären sobald sie das Rätsel um den verschlossenen Raum gelöst haben, doch Stableford ist sich da nicht so sicher und so versucht er das Rätsel von der anderen Seite her aufzurollen. Als der sterbende Butler im dunklen, leeren Flur zusammenbricht und sein letztes Wort Fran lautet, rückt Henrys Familie wieder in den Mittelpunkt der Verdächtigen…

Adventskalender 2021 ·Tod eines Geistes von R. Reef

Rezension: Tod eines Geistes von Rob Reef

Bei Tod eines Geistes handelt es sich um den 5. Stableford-Krimi von Rob Reef. Neben John Stableford, seiner Frau Harriet und den beiden besten Freunden Percy Holmes und Penelope Hatton, tauchen einige Verwandte von Penelope und Percy das erste Mal auf.

Wie in vielen Krimis der Stableford-Reihe sind die vier Freunde um den Literaturprofessor John Stableford mal wieder gemeinsam unterwegs. Dieses Mal wollen sie die Hochzeit von Penelope und Percy auf dem Anwesenden von Percys Familie feiern. Noch bevor Percy und John auf Slane House eintreffen, geschehen einige seltsame Dinge, die – ebenfalls ein häufiges Motiv in den Krimis von Reef – einen etwas mystischen Anklang haben. Diese unerklärlichen Phänomene ziehen sich auch weiterhin durch den Krimi (beispielsweise wenn es um den verschlossenen Raum und das Auftauchen des Geistes auf den Gängen geht). Solche auf den ersten Blick unerklärlichen Phänomene sind ja ganz typisch für englische Kriminalromane und vor allem für Reef, weshalb ich mich sehr darüber gefreut habe. Sie habe für mich maßgeblich zur etwas gruseligen Stimmung beigetragen.

Dass das Verbrechen in einem verschlossenen Zimmer geschehen ist, ist auf der einen Seite natürlich gruselig und befeuert bei einigen Anwesenden die Angst, dass sich der Geist der verstorbenen Braut an Laura gerächt haben könnte. Auf der anderen Seite wird damit die Form eines Whodunit-Krimis noch einmal verschärft. Ich finde Whodunits immer total spannend, vor allem wenn es die Autor:in schafft, eine bestimmte Atmosphäre herzustellen und das gelingt Reef hier definitiv.

Mir hat es darüber hinaus wirklich gut gefallen, dass Holmes und Stableford so analytisch an den Fall herangegangen sind. An einer Stelle arbeiten sie die Möglichkeiten eines verschlossenen Zimmers und welche Intention der/die Täter:in damit verfolgt haben könnte anhand eines Schemas durch. Dabei kommen sie zwar nicht wirklich zu einem Ergebnis, was dann wohl auch ein Ergebnis ist, nämlich, dass ihr Fall nicht in eines der möglichen Schemata passt.

Was mir an diesem Stableford-Krimi ebenfalls gut gefallen hat, war, dass es hier ein:e eindeutige:n Täter:in gibt. Stableford weiß nicht nur wer es getan hat, weil alle Hinweise auf diese:n Verdächtige:n hindeuten, sondern er kann es darüber hinaus auch beweisen. Das war in vergangenen Bänden der Reihe schon anders. Dort wurde dann zwar auch ein:e Täter:in überführt, aber manchmal gab es für die Schlussfolgerungen von Stableford dann keine Beweise und er musste sich einzig auf die inhärente Logik seiner Schlussfolgerungen verlassen (was auch etwas hat).

Die Zeichnungen im hinteren Teil des Buches haben mir gut gefallen. Neben dem ersten Stockwerk hätte ich mir auch eine Zeichnung mit der Zimmerbelegung des zweiten Stockwerks gewünscht, damit man einen besseren Überblick hat. Außerdem wäre eine Liste mit allen Figuren hilfreich gewesen, denn dieses Mal gab es tatsächlich viele neue „Gesichter“, Namen und Beziehungen der Figuren untereinander. Hier hätte eine Liste Abhilfe schaffen können; vor allem bei Henrys Familie, bei der mich die Namen am Anfang verwirrt haben.

Alles in allem war Tod eines Geistes von Rob Reef für mich ein tolles Leseerlebnis. Mir hat die Atmosphäre, die Einführung der neuen Figuren (von denen ich hoffe, einige im nächsten Roman wieder zu sehen) und der Fall (und deren gruselig-mythische Anklänge) verdammt gut gefallen und für mich war das bisher der beste Band der Reihe. Ich hoffe noch auf viele weitere Bände und empfehle den Tod eines Geistes auf jeden Fall gerne weiter.

Adventskalender 2021 ·Hercule Poirot und der Plumpudding von A. Christie ·Weihnachtsbücher

Hercule Poirot und der Plumpudding Variation 1 von Agatha Christie

Bei der Geschichte Hercule Poirot und der Plumpudding Variation 1 von Agatha Christie handelt es sich um eine Weihnachtsgeschichte mit Hercule Poirot.

Poirot wird von zwei Männern beauftragt, die ihn bitten wollen, einen Rubin wieder zu beschaffen. Ein junger Print kam nach England um einige Familienjuwelen neu fassen zu lassen und wurde dabei von einer jungen Frau beraubt. Sie stahl ihm den Rubin und verschwand damit. Nun soll Poirot in ein altes englisches Herrenhaus auf dem Land fahren, um dort die Diebin und vor allem den Stein aufzutreiben.

Man fädelt die Geschichte so ein, dass eine Bekannte der Familie Lacey (auf Kings Lacey), bei der Poirot das Fest verbringt, sie bittet, ihn bei sich aufzunehmen, da er als Ausländer einmal ein traditionelles englisches Weihnachtsfest miterleben wolle. Während der Mann über den Ausländer im Haus erbost ist, freut sich die Frau ein bisschen und hofft sogar, dass Poirot ihr, bei ihrem eigenen Problem helfen kann: Ihre Enkelin, Sarah, die sie gemeinsam mit ihrem Mann aufzog, nachdem das Mädchen zur Waisen wurde, hat sich in einen unangenehmen Kerl namens Desmond Lee-Wortley verliebt.

Die Familie (bestehend aus dem Ehepaar Lacey, deren Enkeltochter Sarah, ihrem Freund Desmond und dessen Schwester, außerdem David, Diana, Colin (zweiter Enkel der Familie und damit wohl Cousin von Sarah), Michael (einem Schulfreund von Colin) und Cousine Bridget) feiert Weihnachten mit allem was dazu gehört: die jungen Leute wollen Schlittschuhfahren, einen Schneemann bauen, im Kamin prasseln die Scheite, die Socken hängen übe dem Kamin und wollen gefüllt werden und natürlich gibt es einen Weihnachtsbaum mit Kerzen und ein leckeres Festmahl. Besonderer Höhepunkt ist der traditionelle (und der Geschichte den Namen gebende) Plumpudding. Dieser muss nicht nur von allen Anwesenden im Haus gerührt werden, sondern es werden auch verschiedene Gegenstände darin versteckt, die die Zukunft voraussagen sollen (wie bspw. einen Junggesellenknopf, einen Altjungfernfingerhut, einen Ring oder ein Geldstück).

Poirot erhält am Abend des 24. Dezember (einem Abend bevor der Plumpudding gegessen werden soll) einen anonymen Brief, in dem steht, dass er nichts von dem Plumpudding essen soll. Außerdem erfährt er durch Zufall, dass die Jugendlichen im Haus für ihn ein Theaterstück aufführen wollen: die tote Bridget im Schnee, mit Fußspuren, die zur Leiche hin- und wieder wegführen und rotem Blut, das sich gegen den Schnee wunderbar abhebt.

Alle genießen Weihnachten außer Desmond, der Sarah immer wieder die Freude am Weihnachtsfest verdirbt. Während alle vom Plumpudding essen, ist Poirot skeptisch, isst aber dennoch davon und kann nichts merkwürdiges feststellen bis auf einmal ein großer, roter Stein aus einer Portion auftaucht.

Am nächsten Morgen wird die tote Bridget im Schnee gefunden, alles ist perfekt inszeniert bis man einen roten, großen Stein in ihrer erstarrten Faust findet…

Man merkt wahrscheinlich schon an meiner Beschreibung, dass mir die Weihnachtsgeschichte sehr gut gefallen hat.

Es handelt sich hier auf keinen Fall um eine typische Geschichte von Christie. Ich finde, man hätte aus dieser Geschichte auf jeden Fall auch einen ganzen Roman machen können und bestimmt hätte mir der noch besser gefallen, aber die Geschichte alleine war schon ziemlich toll.

Ich mochte die Weihnachtsstimmung, die in der Geschichte aufkommt. Es gibt natürlich weiße Weihnachten, die ganze Geschichte spielt in einem alten englischen Herrenhaus mit prasselnden Kaminen. Dass es außerdem einen geschmückten Weihnachtsbaum mit Kerzen, Geschenke für die Jüngeren und Weihnachtsgottesdienste gibt, passt genauso gut wie die Beschreibung des leckeren Essens und dass die ganze Familie an diesen Tagen versammelt ist. Außerdem hat es mir gut gefallen, dass die Tradition des Plumpuddings so ausführlich beschrieben wurde und dieser für den Fall sogar von großer Relevanz ist.

Es gibt in diesem Band sehr viele recht junge Figuren und ich habe mich gefragt, wo beispielsweise die Elterngeneration (ja, manche von ihnen sind bereits verstorben, aber doch nicht alle) abgeblieben ist. Davon abgesehen erhalten die Figuren aber für eine Geschichte von Christie relativ viel Tiefe, was mir ebenfalls gut gefallen hat.

Die beiden ineinander verschachtelten Fälle: der verschwundene Rubin und der Mord im Schnee. Natürlich hängen sie zusammen, aber mehr möchte ich hier noch nicht verraten. Poirot zieht natürlich seine eigenen Schlüsse, ist aber von dem ein oder anderen Verhalten und Hinweis, der ihm geliefert wird, etwas verwirrt, sodass er am Anfang Schwierigkeiten hat, das Puzzle richtig zusammenzusetzen. Auch diese Unwegsamkeiten haben gut gefallen, weil sie in bisschen Spannung in die Geschichte bringen und zeigen, wie gut ein Detektiv selektieren muss welches Teilchen wo hingehört und welches vielleicht zu einem ganz anderen Puzzle gehört…

Alles in allem hat mir Hercule Poirot und der Plumpudding Variation 1 von Agatha Christie sehr gut gefallen und ich empfehle diese weihnachtliche Geschichte sehr gerne weiter, weil sie alles enthält, was man für einen perfekten englischen Weihnachtskrimi braucht.

Adventskalender 2021 ·Leseaktionen ·Mein SuB kommt zu Wort

Mein SuB kommt zu Wort Dezember 2021

Hallo und Herzlich Willkommen zur Gemeinschaftsaktion „Mein SuB kommt zu Wort“. 🙂

Anna von Annas Bücherstapel hat diese Aktion 2016 ins Leben gerufen. Melli von Mellis Buchleben und ich übernehmen sie im August 2021. Alle Informationen zur Aktion findet Ihr HIER.

Wir freuen uns über jede:n Teilnehmer:in und versuchen, Eure Teilnahme in diesem Beitrag übersichtlich aufzulisten, so dass nicht immer in den Kommentaren geschaut werden muss. 🙂

Und nun viel Spaß 🙂 Den Beitrag werdet ihr immer pünktlich am 20. bei Melli und mir auf den Blogs finden, auch wenn wir mal nicht selbst teilnehmen können.

Und nun: Manege frei für unsere Stapel ungelesener Bücher:

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
  2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig uns deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
  3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es ein SuB-Senior, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem(r) Besitzer:in gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
  4. Liebe:r SuB, passend zur kalten Jahreszeit wollen wir diesen Monat Bücher, die ein winterliches Cover haben oder zur Winter-/Weihnachtszeit spielen, lesen.

 

SuBy:

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

In den letzten Wochen bin ich nochmal ordentlich angewachsen, obwohl Vanessa viel gelesen hat und eigentlich ja einen SuB-Abbau angestrebt hat. Inzwischen bin ich bei 64 Büchern. Auch hier sind wieder alle Buchformate dabei, aber dennoch… 64?! Dabei war doch noch nicht einmal Weihnachten…

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig uns deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Dementsprechend schwierig ist das auch mit den drei neusten Büchern, weil ich überhaupt keine Reihenfolge habe, deshalb wähle ich einfach drei Stück aus: neu hinzugekommen ist, das Tagebuch eines Buchhändlers von Shaun Bythell, das Vanessa direkt angefangen hat, außerdem von Matt Cain Das geheime Leben des Albert Entwistle, bei dem es sich um ein Hörbuch über Netgalley handelt und Das Mädchen, das in den Metro las von Christine Féret-Fleury.

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es ein SuB-Senior, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem(r) Besitzer:in gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes beendet hat Vanessa die Kurzgeschichte Hercule Poirot und der Plumpudding Variation 1 von Agatha Christie (die abgewandelte zweite Variation wartet auch noch auf mir). Die Kurzgeschichte ist weihnachtlich und passte damit super in die Jahreszeit und hat Vanessa gut gefallen. Die Rezension kommt in den nächsten Tagen.

  1. Liebe:r SuB, passend zur kalten Jahreszeit wollen wir diesen Monat Bücher, die ein winterliches Cover haben oder zur Winter-/Weihnachtszeit spielen, lesen.

Rückblick Mai: Obwohl Vanessa sich den letzten Percy Jackson-Band auch im letzten Monat nochmal vorgenommen hat, weil sie diesen unbedingt dieses Jahr noch lesen wollte, hat sie ihn immer noch nicht aus dem Regal gezogen.

Rückblick November: Zumindest hat sie aber Jane Austens Northanger Abbey gehört und Der Tod zu Gast in Kurland Hall von Catherine Lloyd gelesen. Da beides Rezensionsexemplare waren, ist das auch gut so. Beide Bücher haben ihr ganz gut gefallen.

Dezember: Wenn ihr Ideen für die vierte Frage habt, dürft ihr sie gerne bei Melli und Horst oder uns vorschlagen.

Aber kommen wir nun zu meinen Dezember-Vorschlägen: Liebe gut, alles gut von Susan Mallery (Liebesroman), auf dessen Cover eine schneebedeckte Landschaft, Weihnachtsbäume und eine Frau mit einer Weihnachtsmütze zu sehen sind, Mission Mistelzweig von Kathryn Taylor (Liebesroman), auf dessen Cover Mistelzweige, eine pinke und viele kleinere Weihnachtskugeln, Schaukelpferdchen, Schleifen, Schneeflocken und Zuckerstangen abgebildet sind, und Die Morde von Mapleton von Brian Flynn (Weihnachtskrimi), auf dessen Cover eine schneebedeckte Landschaft zu sehen ist und Schneeflocken vom Himmel fallen, in der Landschaft steht ein hell erleuchtetes Herrenhaus.

Kennt ihr eines der Bücher und könnt es Vanessa empfehlen (oder davon abraten)?

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„Mein SuB kommt zu Wort“ ist eine Aktion, die ursprünglich von Anna von AnnasBucherstapel.de stammt und von Mellis Buchleben und Vanessas Literaturblog im August 2021 übernommen wurde. Die Aktion findet immer am 20. des Monats statt, unabhängig vom Wochentag. Teilnehmen darf jede:r, wann immer er/sie Lust und Zeit dazu hat. Die vierte Frage ist HIER bereits im Voraus einsehbar. Die Fragen dürfen auch nach dem 20. noch beantwortet werden. Bitte benutzt bei einer Teilnahme das „Mein SuB kommt zu Wort“-Banner und verweist auf unsere Blogs!

EDIT: Euer SuB kann sowohl männlich als auch weiblich oder einfach buchisch sein. 😉

EDIT-EDIT: Unsere SuBs möchten sich austauschen – deswegen bitten wir alle Teilnehmer:innen, auch bei den anderen vorbeizuschauen und einen lieben Kommentar dazulassen (vor allem auch bei verspäteten Teilnehmer:innen). Nur so werden unsere SuBs wirklich gehört! 🙂 :-*

 

Liebe Grüße, eine schöne restliche Adventszeit und besinnliche Feiertage
SuBy (& Vanessa)

TEILNEHMER:INNEN:

Andrea & Subs

Alica & Helmut

Kira & Katharina

Sarah & Gustav

Marina & Leo

Rina & Cully

Corly & Fungie

Anja

Mellis Buchleben

Vanessas Literaturblog
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Adventskalender 2021 ·Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Das leere Haus von Sir Arthur Conan Doyle

Das leere Haus ist die erste Geschichte aus dem Sammelband Die Rückkehr des Sherlock Holmes. In der letzten Geschichte des vorherigen Bandes stirbt Holmes scheinbar an den Reichenbachwasserfällen, wird aber von seinem Schöpfer wieder zum Leben erweckt und sein Ausbleiben wird in der folgenden Geschichte thematisiert. Dr. Watson widmet sich nun ohne seinen Freund einem Verbrechen: Ein junger Mann namens Ronald Adair wird in seinem Zimmer erschossen. Auf einem Tisch findet man kleinere Stapel mit Geld und so fragt sich die Polizei natürlich, was diese seltsamen Umstände zu bedeuten haben. Holmes versteckte sich auf dem Festland und kam nachdem er von dem Mord gelesen hatte zurück nach London, denn er hielt Sebastian Moran für den Mörder. Dieser hatte damals an den Reichenbachfällen mit Steinbrocken nach ihm geworfen und versucht ihn zu töten. Holmes wollte erst nach London zurückkehren, wenn er Moran für ein Verbrechen verantwortlich machen kann. Er plant also eine Falle in seinem alten Zimmer. Dort wird eine Figur aufgestellt, die ihm ähnlich sieht und die von Mrs. Hudson alle viertel Stunde bewegt wird. Moran wird vermutlich kommen und mit dem Gewehr auf ihn schießen. Gemeinsam mit der Polizei und Dr. Watson lauert Holmes also dem Scharfschützen auf. Nicht ahnend, dass dieser sich ein ganz anderes Versteck für seine Tat auserkoren hat…

Das leere Haus ist insofern eine besonders Geschichte als das Holmes in dieser ‚wieder zum Leben erweckt wird‘. Holmes war eigentlich gar nicht tot, tauchte aber unter um sich selbst und seine Freunde in Sicherheit zu bringen. Auch Dr. Watson dachte Jahre lang, dass sein Freund tot wäre und so ist er natürlich sehr überrascht, als er plötzlich wieder vor ihm steht. So haben wir also neben der Tatsache, dass Holmes zurückkehrt, natürlich noch die zwei wichtige Handlungsstränge. Auf der einen Seite soll Holmes natürlich erzählen, was er in den vergangenen Jahren gemacht hat und wo er sich aufhielt, auf der anderen Seite wollen sie auch Moran festnehmen und dafür sorgen, dass sich Holmes wieder ohne große Sorge in der Stadt zeigen kann.

Ich kann ja Holmes wirklich verstehen, dass er sich zurückgehalten hat und sich verstecken musste, auf der anderen Seite tat mir Watson wirklich leid, als er endlich erfährt, dass sein Freund doch noch lebt. Watson wird sogar kurz ohnmächtig und Holmes wundert sich auch noch darüber und fragt nach seinem Gesundheitszustand, weil er ja früher nicht so angegriffene Nerven hätte. Interessant ist aber alle diejenigen, die den letzten Band gelesen haben, dass hier noch einige Lücken aus der vorherigen Geschichte gefüllt werden. Eben dadurch, dass Holmes nun Gelegenheit hat über seine Abwesenheit zu sprechen. Er erläutert, dass er geahnt hat, dass der Junge mit Moriarty in Zusammenhang stand, und wie er flüchten konnte, wie Moriarty ums Leben kam und dass er selbst dann in der Weltgeschichte umhergereist ist und diese Zeit gut genutzt hat. Das hat mir persönlich total gut gefallen, hat aber auch einen Nachteil.

Durch die Verknüpfung der letzten Geschichte des vorherigen Bandes und der ersten Geschichte des Bandes Die Rückkehr des Sherlock Holmes scheint es zumindest notwendig beide Bände zu kaufen (falls die Geschichten nicht einzeln irgendwo als eBooks oder freiverfügbar im Internet gibt). Natürlich sind zumindest die bereits von mir gelesenen Geschichten durchaus interessant, und es bietet sich auch an den vorherigen Band komplett zu lesen, denn im Nachhinein deutete doch alles auf ein Ende von Holmes hin, sodass der Tod am Reichenbachwasserfall nicht mehr überrascht, aber dennoch ist es ein bisschen schade, dass man diese Geschichte für sich genommen eigentlich nicht richtig verstehen kann; es werden einfach zu viele Verweise auf die vorherige Geschichte gemacht.

Von diesem kleinen Manko abgesehen fand ich auch schade, dass der eigentliche Mordfall ein bisschen kurz kommt, was einfach an der Sache liegt: Wenn ich etwa 20 Seiten habe für eine Geschichte und ich muss in eine Geschichte eigentlich zwei Geschichten pressen, dann muss mindestens eine davon zu kurz kommen. Das war natürlich in diesem Fall der Mord um Ronald Adair.

Insgesamt hat mir Das leere Haus aber gut gefallen und ich kann diese Sherlock Holmes Geschichte wirklich weiterempfehlen. Im Englischen heißt die Geschichte übrigens wenig überraschend The Adventure of the Empty House. Wer also diese Geschichte mal in die Hände bekommt, wird sicher seinen Spaß damit haben und wer irgendwo den Sammelband herbekommen kann, der wird – ich stelle mal eine Prognose an – auch damit bestimmt Spaß haben. Deshalb freue ich mich schon auf die nächsten 12 Geschichten dieses Bandes.

Adventskalender 2021 ·Geld oder Lebkuchen von D. Heldt ·Hörbücher ·Weihnachtsbücher

Inhaltsangabe: Geld oder Lebkuchen von Dora Heldt

In dem Roman Geld oder Lebkuchen – Fast ein Krimi von Dora Heldt geht es um Festkomitee aus Sylt, das für die Kinder die alljährliche Weihnachtsfeier organisiert.

Ernst Mannsen ist Rentner und langweilt sich kurz vor Weihnachten, weil keine Touristen auf Sylt sind und seine Frau Gudrun ihm die Mitarbeit im Festkomitee verbietet. Sie haben schon einen Weihnachtsmann und brauchen ihn auch für sonst keine Aufgaben. Hella Fröhlich und Minna Paulsen arbeiten gemeinsam mit Gudrun im Festkomitee und organisieren den Weihnachtsmarkt, kümmern sich um den Chor und vor allem um den Kinderclub. Die Kinder kriegen jedes Jahr zu Weihnachten einen Weihnachtswunsch erfüllt, den sie vorher an den großen Weihnachtsbaum hängen dürfen. Normalerweise werden die drei Frauen dabei von Dietrich unterstützt, der sich um die Spenden für den Kinderclub kümmert und den Weihnachtsmann spielt. Doch dieses Jahr erscheint Dietrich nicht zum ersten Treffen des Komitees und so versuchen die Frauen ihn immer wieder zu erreichen. Auch in den folgenden Tagen ist er unerreichbar und als sich dann auch noch herausstellt, dass Dietrich in der Bank beurlaubt wurde, schwant ihnen übles.

Ernst wurde hingegen von den Frauen als Weihnachtsmann engagiert, denn er soll diesen Part nun übernehmen. Um für die Weihnachtsgeschenke aufzukommen, wollen die Frauen Spenden sammeln, allerdings endet dieser Versuch recht fruchtlos, denn alle ortsansässigen Unternehmen sagen, dass sie schon im Sommer gespendet hätten und sogar Quittungen dafür haben. Von dem Geld fehlt aber nach wie vor jede Spur; genau wie von Dietrich. Hinzu kommt, dass jemand aus der Stadtverwaltung hat durchsickern lassen, dass der Kinderclub in Zukunft nicht mehr unterstützt werden soll, sodass das kostenlose Mittagessen für die etwas ärmeren Kinder wegfallen würde (das von Freiwilligen gekocht wird und somit nur die Zutaten bezuschusst werden). Minna ist außer sich, denn der Kinderclub liegt ihr, als ehemaliger Grundschullehrerin, besonders am Herzen. Von der prekären Lage beim Spenden sammeln ahnt sie nichts.

Und so kommen Ernst und Hella auf eine Schnapsidee: Sie rauben im Weihnachtsmannkostüm die örtliche Bank aus. Im Kostüm wird sie die langjährige Mitarbeiterin Martina Wolf schon nicht erkennen. Ihr erster Versuch scheitert, weil die Bank geschlossen ist, doch beim zweiten Mal klappt alles wie am Schnürchen: Ernst stürmt mit der Beute und einer falschen Waffe aus der Bank und wird dabei von Hella gefilmt, die findet, dass er eine gute Figur abgibt. Doch Gudrun und Minna dürfen sie von ihren Geldbeschaffungsmethoden nichts erzählen und so behaupten sie, noch ein paar spendablere Leute aufgetrieben zu haben.

Als Ernst entdeckt, dass Martina ihn doch erkannt haben muss, weil von seinem Konto plötzlich 2100€ abgebucht wurden, entdeckt auch Gudrun, was ihr Mann vor ihr verbergen wollte. Sie denkt allerdings, dass er ihr die lange ersehnte Kreuzfahrt zu Weihnachten schenken wollte. Hella und Ernst planen einen zweiten Überfall. Dieses Mal wollen sie das Schwarzgeld der Reichen und Mächtigen Insulaner und Großstädter aus den Schließfächern sprengen. Um sicher zu gehen, dass die von Ernst konfiszierten Silvesterböller von vor einigen Jahren ihren Job auch machen, starten sie einen Probelauf. Nachdem Gudrun entdeckt, was ihr Mann und ihre Freundin in ihrem Garten angerichtet haben, will sie die ganze Wahrheit wissen und erfährt auch von dem schiefgelaufenen Überfall.

Was sie nicht ahnt ist, dass ihr Mann ihrem Enkel aus Versehen Hellas Video geschickt hat und dass auch Martina ihre ganz eigenen Pläne hat…

Adventskalender 2021 ·Geld oder Lebkuchen von D. Heldt ·Hörbücher ·Weihnachtsbücher

Rezension: Geld oder Lebkuchen von Dora Heldt

Geld oder Lebkuchen – Fast ein Krimi von Dora Heldt ist fast ein vorweihnachtlicher Krimi; also vorweihnachtlich ist der Roman, aber eben nur fast ein Krimi.

Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie etwas von Dora Heldt gelesen habe, also vollkommen ohne Erwartungen an diesen Roman der Autorin rangegangen bin. Der Titel klang einfach lustig und ich hatte Lust auf ein Weihnachtsbuch, in dem die Protagonisten nicht einfach nur zufällig zu Weihnachten zusammenkommen, also noch eine weihnachtliche Botschaft im Roman steckt.

Die Charaktere sind allesamt skurril. Ernst Mannsen ist Rentner und lebt mit seiner Frau Gudrun ein ruhiges Leben auf Sylt. Aber das Schicksal der Kinder geht ihm so nah und die Entscheidungen der Gemeinde und dass Dietrich einfach verschwunden ist, bewegen ihn dazu, einen Bankraub zu planen und durchzuführen. Auch sonst darf man Ernst nicht zu ernst nehmen. Gudrun ist ebenso ruhig und im Grund ihres Herzens langweilig, aber irgendwie findet sie auch süß und witzig was ihr Mann für die Kinder da getan hat. Hella Fröhlich ist ohnehin ein bisschen verrückt und so passt dieser Plan eigentlich perfekt zu ihr. Obwohl sie nicht mit Ernst in die Bank stürmt, plant sie einen großen Teil des Bankraubs alleine und kümmert sich beispielsweise um das Fluchtfahrzeug. Wie realistisch das alles ist und bis zu welchem Punkt der Raub durchdacht ist, sei mal dahingestellt. Martina Wolf, die Bankangestellte, ist immer eher ruhig und für sich, kann aber auch aus sich herauskommen. Gerade weil sie so ruhig ist, rechnet niemand damit, dass sie vieles um sich herum ziemlich genau mitbekommt und so von außen beobachtet.

Und so komme ich auch noch zu einem für mich wichtigen Punkt: Ich tendiere dazu meine Figuren zu ernst zu nehmen und mir ist es wichtig, wenn ich deren Verhalten nachvollziehen kann. Das darf man hier nicht. Die Figuren benehmen sich alle an dem ein oder anderen Punkt seltsam und sind allesamt nicht 100%ig ernst zu nehmen.

Die Handlung selbst hat mir gut gefallen. Eine Gruppe von älteren Insulanern organisieren für die Kinder eine Bescherung und für alle Bewohner einen Weihnachtsmarkt an jedem Adventswochenende. Dass dann ausgerechnet der Schatzwart des Teams verschwindet, sich nicht meldet und auch keine Nachricht hinterlassen hat, sorgt natürlich nicht nur für Unruhe, sondern auch für diverse Spekulationen. Da dann irgendwann die Zeit drängt und die Geschenke gekauft werden müssen, müssen sie irgendwie an Geld kommen. Da hier Spenden sammeln keinen rechten Erfolg zeigt, muss eine andere Idee her. Die Geldbeschaffungsmaßnahmen sind zwar kriminell, aber durchaus kreativ. Ich fand den Roman recht witzig geschrieben und die Handlung sehr kurzweilig.

Die weihnachtliche Botschaft kam für mich auch durch: die Kinder freuen sich auf die Geschenke und alle genießen den Weihnachtsmarkt. Vor allem der kleine Anton, ein Junge aus dem Kinderchor und dem Kinderclub, erregt das Mitleid der Mitglieder des Festkomitees. Bevor er erfährt was ein Smartphone kostet, wünscht er es sich vom Kinderclub. Er will das Smartphone aber nicht für sich selbst, sondern auch für seine Mutter, damit sie beim Telefonieren seine Oma und seinen Onkel sehen können. Diese können sie nämlich nicht allzu häufig besuchen. Ein Smartphone kann sich der Kinderclub aber nicht leisten.

Hinzu zu dieser weihnachtlichen Botschaft, dass man versucht, Kindern ihre Wünsche zu erfüllen, kamen die weihnachtliche Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt, der Weihnachtsmann, der den Kindern Geschenke bringt und ein Kinderchor, der Weihnachtslieder in Dialekt singt. Diese Aspekte haben für mich die weihnachtliche Stimmung perfekt gemacht.

Die Stimme der Sprecherin Katja Danowski war für mich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Aber nachdem ich mich mal daran gewöhnt hatte, fand ich die Stimme toll und super zu den Charakteren passend. Die Sprecherin hat es geschafft jeder Figur eine eigene Tonalität zu geben, sodass man immer schon alleine durch diese wusste welche Figur gerade spricht. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Das Hörbuch ist ungekürzt, was ich ja meistens lieber höre.

Insgesamt hat mir Geld oder Lebkuchen –  Fast ein Krimi von Dora Heldt sehr gut gefallen. Ich wollte das Hörbuch einfach immer weiter hören. Normalerweise handelt es sich bei diesem abgedrehten, witzigen Weihnachts(fast)krimi nicht um mein bevorzugtes Genre, und dennoch fand ich es wirklich toll und empfehle es sehr gerne weiter.

 

 

 

 

Danke an Netgalley für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Adventskalender 2021 ·Das Geheimnis der Grays von A. Meredith ·Weihnachtsbücher

Inhaltsangabe: Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith

Das Geheimnis der Grays ist ein Kriminalroman geschrieben von Anne Meredith.

Adrian Gray hat alle seine Kinder zu sich nach King’s Poplars eingeladen. Sein ältester Sohn Richard, ein Politiker, der große Pläne und einen gekauften Adelstitel hat, dafür aber pleite ist, reist mit seiner Frau Laura an. Amy lebt ohnehin gemeinsam mit einer Schwester, ihrem Vater, dessen Mutter und den Dienstboten im Herrenhaus. Das dritte Kind, Olivia, kommt mit ihrem Ehemann Eustace Moore, der sich um die Finanzen seines Schwiegervaters kümmerte, dabei aber viel Geld verlor und selbst, aufgrund seiner illegalen, aber einträglichen Geschäfte, mit einem Bein im Gefängnis steht. Philip starb schon vor vielen Jahren als er noch sehr jung war. Isobel, eigentlich auch verheiratet, aber in einer unglücklichen Ehe gefangen. Aufgrund ihres verstorbenen Kindes, kommt sie totunglücklich zurück in ihr Elternhaus, wobei ihr Mann für sie aufkommt, solange er sich nicht um sie kümmern muss. Ihr Charakter hat sich nach ihrer Heirat massiv zum schlechteren verändert. Hildebrand, genannt Brand, kommt ohne Ehefrau und Kinder, denn sein Vater kann die schlampige Sophy nicht ausstehen. Die jüngste Tochter Ruth ist mit Miley Amery verheiratet, der als Anwalt arbeitet. Miles ist ein ruhiger, glücklicher Mann, der sehr ausgeglichen wirkt, und dennoch hinter seiner Familie steht, obwohl er sich auf der Gerechtigkeit verpflichtet fühlt.

In der Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag wird Adrian Gray in seiner Bibliothek erschlagen. Am nächsten Morgen wird er gefunden und sofort verdächtigen alle Geschwister einen der ihren. Bald nachdem die Polizei eingetroffen ist, kristallisieren sich auch Verdachtsmomente gegen andere Familienmitglieder heraus und vor allem Eustace, Adrians Schwiegersohn, scheint zu einem der Hauptverdächtigen zu avancieren.

Neben einem Check den Adrian für Brand ausgeschrieben hat und dem Kontrollabschnitt für besagten Check und einem Kontrollabschnitt für einen Check an Eustace, den dieser nie gesehen haben will, und einem unterschriebenen Dokument, in dem Brand jegliche weiteren Forderungen ausschließt, findet die Polizei ein offenes Fenster vor, Asche im Kamin, Fingerabdrücke am Safe und ein halbverbranntes Taschentuch. Auch die Mordwaffe wird am Tatort gefunden, gibt aber keine näheren Hinweise auf den Täter.

Eines der im Haus anwesenden Kinder bzw. Schwiegerkinder wird nach dem Mord verhaftet, aber es musst erst noch geklärt werden, ob der/die Verdächtige es auch wirklich war. Amery hat daran so seine Zweifel und beginnt, nachdem ihm einige Hinweise von verschiedenen Stellen, absichtlich und versehentlich, zugetragen wurden, mit seinen eigenen Ermittlungen.

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Rezension: Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith

Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith ist eigentlich wie ein Whodunit angelegt. Es gibt keinen Ermittler im herkömmlichen Sinne, aber im Fokus steht die gesamte Familie Gray.

Alle Kinder und Schwiegerkinder – interessanterweise aber keines der Enkelkinder – kommen über Weihnachten zu ihrem Vater und wollen dort gemeinsam Weihnachten feiern, wobei die meisten eigentlich aus anderen Motiven anreisen. Der Erzähler erwähnt schon zu Anfang etwas, womit man die/den Täter:in einengen kann und nach nicht einmal 60 Seiten erfährt der/die Leser:in wer der/die Mörder:in angeblich war. Somit ist es danach kaum noch ein Whodunit, denn man erfährt nicht nur den Ablauf der Tat, sondern auch die Gedanken und Motive. Ich erwähne das am Anfang, weil es sich hier um eine sehr spezielle Art des Krimis handelt und man das vor der Lektüre auf jeden Fall wissen sollte; vor allem wenn man, wie ich, gerne miträt.

Die Charaktere der Kinder waren mir allesamt relativ unsympathisch. Die meisten Kinder und Schwiegerkinder sind nur zum Weihnachtfest nachhause gekommen um ihren Vater oder Schwiegervater um Geld zu bitten. Neben dem Vater und dessen Mutter leben die beiden Töchter Amy und Isobel im Herrenhaus. Brand kommt ohne seine Frau, da die Familie sie nicht leiden kann. Richard reist mit seiner Frau Laura an. Ruth kommt mit ihrem Mann Miles und Olivia mit Eustace. Abgesehen von Ruth und Miles scheinen alle Hauptcharaktere einen furchtbaren Charakter zu haben, was es nicht leicht macht mit ihnen mitzufühlen.

Vor allem der/die Mörder:in, in deren/dessen Gefühlswelt man ja einen sehr intensiven Einblick erhält, war mir äußerst unsympathisch, sodass ich die Begründungen für den Mord auch allesamt schrecklich fand und ich mit ihr/ihm einfach nicht mitfühlen konnte. Hier wäre es deutlich angenehmer gewesen, wenn man schon einen Krimi schreibt, bei dem man weiß, wer die/der Täter:in wenn die Begründung wenigstens so gewesen wäre, dass man Sympathie mit dem/der Mörder:in fühlt. Nur so ergibt es ja Sinn, dass man Einblick in die Hintergründe des Mordes gewährt.

Mir sind außerdem noch einige Unstimmigkeiten aufgefallen, bei denen ich nicht sicher sind, ob sie so im Original stehen oder durch die Übersetzung zustande kommen: Im Zug auf dem Weg zur Weihnachtsfeier spricht Richard mit seiner Frau Laura und plötzlich spricht er seine Schwester Olivia an, die aber gar nicht bei ihnen ist. Als die Polizist Ross das erste Mal erwähnt und seine Herkunft beschrieben wird, ist plötzlich von Richard die Rede, der zwar der älteste Sohn des Hauses ist, aber an dieser Stelle gar nicht vorkommt. Als die Familienmitglieder in einem der Zimmer versammelt sind und auf ihre Befragung warten, wird eine Christina erwähnt, deren Name danach aber nie wieder fällt und der auch nicht weiter kontextualisiert wird. Mir sind noch ein paar weitere Dinge aufgefallen, aber diese brauche ich, denke ich, nicht weiter auszuführen.

Am Anfang, bei der Vorstellung der Charaktere, werden einige Familienmitglieder sehr ausführlich vorgestellt und es wird sehr präzise darauf eingegangen wer aus welchen Gründen ein Motiv für den Mord haben könnte. Dabei werden unter anderem die finanziellen Situationen, Beziehungen zu Geschwistern und Ehepartnern näher erläutert. Hier habe ich noch einen spannenden Whodunit erwartet und man hat fast den Eindruck, dass der Krimi so auch mal konzipiert war. Man hätte auf verschiedene Teile der Motive im Laufe der Ermittlungen immer weitereingehen können, hätte so immer weiter den Täter oder die Täterin einengen können und den/die Ermittler:in am Ende auf diese/n schließen lassen können. Es war sehr schade, dass man diese Chance vertut, indem man den/die Täter:in am Anfang mitteilt und wenn man schon einen psychologischen Krimi schreibt und man als Leser:in in der Haut der/des Täters bzw. Täterin steckt, dann hätte man die Motive nachvollziehbarer gestalten können. Ich hatte einfach den Eindruck, dass die Autorin beide Krimis in einen packen wollte und für mich ist das schief gegangen.

Weihnachten ist auch nur am Rande ein Thema, weil das der Hauptgrund war, warum alle zusammengekommen sind. Es werden aber keine Aktivitäten, die man zu Weihnachten gemeinhin gemeinsam tut, näher erwähnt. Weder wird Weihnachtsgebäck gemeinsam gebacken noch gegessen. Auch wird nicht gesungen, unter dem Weihnachtsbaum oder gemütlich am Kamin gesessen oder ein Weihnachtsgottesdienst besucht. Hier haben mir einfach ein paar typische Weihnachtselemente gefehlt, die den Krimi festlicher gemacht hätten.

Alles in allem fand ich Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith in Ordnung. Mir haben einige weihnachtliche Elemente gefehlt, damit der Krimi für mich zum Weihnachtskrimi geworden wäre. Auch, dass man den/die Täter:in mehr oder weniger von Anfang an kennt, hat mir nicht so gut gefallen, weil ich nach dem Anfang etwas anderes erwartet hatte.