Frankfurter Buchmesse 2019

Rund um’s Lesen: Frankfurter Buchmesse 2019

Die Frankfurter Buchmesse 2019 hat gestartet und geht noch bis Sonntag 20. Oktober 2019. Im Wesentlich hat sich – zumindest gefühlt – weder an der Fläche noch an der Anzahl der Aussteller etwas groß verändert. Auch die Aufteilung der Hallen wurde im Großen und Ganzen im Vergleich zum letzten Jahr beibehalten.

Warum also dieses Jahr auf die Buchmesse fahren? Das fragt sich wohl so mancher nach einigen Jahren Buchmesse. Zum einen ist es natürlich immer wieder ein schönes Erlebnis und zum anderen ist es auch ganz nett wenn man bei den Verlagen mal wieder am Stand stöbern, vielleicht sogar mit jemandem ins Gespräch kommen kann. Andererseits ist es selbst an den Fachbesuchertagen an den Ständen der großen Verlage so voll und alle sind mit ihrem geschäftigen Treiben dermaßen beschäftigt, dass die es häufig wohl recht schwierig ist, an einem Stand wirklich in Ruhe zu gucken mal von etwaigen Gesprächen ganz zu schweigen. Am Wochenende hätten die Mitarbeiter vielleicht sogar die Ruhe dazu, weil sie keine Businessmeetings mehr haben, aber da streiten sich dann Hunderte private Messerbesucher um den einen Verlagsmitarbeit, mit dem man selbst auch gerne sprechen würde. Das zumindest war gestern mein Eindruck und so komme ich gleich mal mit einem Verbesserungsvorschlag daher: Gespräche besser möglich machen!

Mir ist natürlich klar, dass das so leicht nicht möglich ist, aber wenn man an einem Stand nicht mal mehr einen Menschen findet um zu fragen, ob man sich ein Programm mitnehmen darf, dann heißt das für mich, dass Gespräche gerade nicht wirklich möglich sind, aber bei der Buchmesse soll es ja gerade auch um Austausch gehen. Hier hat der Verlag die Möglichkeit, mal sehr niederschwellig auf seine Leser zuzugehen und mit diesen zu sprechen. Der Leser hat die Möglichkeit, über seine Lieblingsbücher zu reden und hätte dann gegebenenfalls das Gefühl, dass dieser eine Verlag einem wirklich zuhört und man kauft bzw. stöbert dann zumindest vielleicht eher bei diesem Verlag, weil man ein Verbundenheitsgefühl entwickelt.

Zum Gastland Norwegen: Der Pavillon besticht dieses Jahr durch seine Illusionshaftigkeit in der Klarheit. Der Pavillon besteht aus diversen Tischen, auf denen die Bücher ausgebreitet sind, darüber befinden sich verschlungene Metallrohre, die Wände links und rechts im Raum zumindest bestehen aus großen Spiegelflächen und wackelten leicht, weiterhin gab es noch zwei Bühnen. Über die Tische mit den Büchern kann man gut hinweggucken, sodass einem nicht als Menschen im Weg sind, einzig die verwirrenden Glaswände sorgen dafür, dass man eben nicht so leicht einen Überblick bekommt und zumindest ich brauchte ein paar Minuten, um mich in der Halle zurecht zu finden.

Die Frankfurter Buchmesse bietet alles in allem aber wie die letzten Jahre eine Mischung aus Menschen und Büchern, Gesprächen und Gelächter. Im Wesentlichen sind es viele Menschen und viele Bücher, allerdings sind es dieses Jahr andere Bücher als letztes Jahr.

Tannöd von A. M. Schenkel

Inhaltsangabe: Tannöd von Andrea Maria Schenkel

In dem Kriminalroman Tannöd von Andrea Maria Schenkel wird der sechsfach-Mord an einer Familie beschrieben. Der Roman basiert auf den Begebenheiten auf dem Hof Hinterkaifeck. Der Erzähler erzählt in kurzen Abschnitten vom Leben der fünf Familienmitglieder.

Davon wie die kleine Tochter Cäzilia mit ihren Freundinnen in die Schule ging, davon wie die Familie mit ihren Nachbarn umging, von dem Glauben der Familie und natürlich von den Beziehungen untereinander. Es geht um die angebliche Inzucht der Tochter Viktoria mit ihrem Vater Andreas und dass sie vielleicht eins, möglicherweise auch beide Kinder von ihm empfing und sie verschiedenen Männern anhängte. Ihre Tochter stammt offiziell aus einer relativ kurzen Ehe und ihr Sohn stammt aus dem Verhältnis mit einem verwitweten Nachbarn.

Weiterhin geht es natürlich um das Leben auf dem Hof, darum wie dieser bestellt wird und wer sich wie um die Tiere gekümmert hat. So werden die Ereignisse vor der Mordnacht dargestellt. Es werden seltsame Figuren, die sich in der Nähe des Hofes herumtreiben, beschrieben und sogar ein Techniker, der vorbei kam um eine der Maschinen zu reparieren und der mehrere Stunden auf dem Hof arbeitete und der hinterher beschreibt, wie seltsam ihm dies vorkam und umso mehr umso länger er dort saß und arbeitete. Als er fertig war, verschwand er, ohne noch einmal nach der Familie zu sehen, denn ihm kam der Hof merkwürdig still vor.

Auch der Pfarrer hat etwas beizutragen, genau wie einige andere Dorfbewohner, die die Familie gemeinschaftlich für seltsam halten. Der Vater sei grausam und würde seine Tochter zum Geschlechtsverkehr zwingen, die Mutter würde alles still mitansehen und die Tochter scheint sich dagegen auch nicht zu wehren. Außerdem sind es geizige Menschen und man will mit ihnen ohnehin nichts zu tun haben.

Von den Ermittlungen der Polizei bekommt der Leser nicht so wahnsinnig viel mit, weil der Kriminalroman mehr oder weniger mit dem Mord endet.

Montagsfragen

Montagsfrage: 14. Oktober 2019

Montagsfrage: Welches Buch, das man – nach allgemeiner Meinung – gelesen haben sollte, hast du noch nicht gelesen? Warum nicht? (von Aequitas et Veritas)

Hallo ihr Lieben,

ja, das ist eine gute Frage. Ich könnte ja natürlich diverse Gründe anführen, weshalb ich diesen oder jenen Klassiker noch nicht gelesen habe. Neben Zeitmangel (ihr kennt das ja: So viele Bücher, aber so wenig Zeit), spielt natürlich auch der Umfang mit hinein. Die meisten Klassiker sind eben etwas anspruchsvoller und wenn das Buch dann auch noch jenseits der 600 Seiten liegt, dann ist das schon eine Hürde. Gerade deshalb habe ich Krieg und Frieden, Anna Karenina und Die Brüder Karamasow noch nicht gelesen, obwohl ich sie eigentlich irgendwann gerne lesen würde.
Wie geht es euch? Gibt es auch bei euch Bücher, die man eigentlich gelesen haben sollte, die ihr aber vor euch herschiebt?

Liebe Grüße
Vanessa

Agatha Christie-Kurzgeschichten

Das Wespennest von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte das Wespennest von Agatha Christie muss wieder einmal Poirot den Fall lösen. Er ist zufällig in der Stadt unterwegs und liest bei einem Apotheker im Giftbuch davon, dass ein bekannter Name Arsen gekauft hat. Als er zu seinem Freund, John Harrison, kommt spricht er ihn nicht direkt darauf an, sondern sie unterhalten sich über das Wespennest in Johns Garten. Dieses soll von Claude Langton ausgehoben werden, doch es gibt auch noch die Möglichkeit die Wespen mit Arsen zu vergiften. Eigentlich soll Langton das nicht tun, doch scheinbar hat er sich dennoch das Gift besorgt. Poirot hat nun Angst, dass Langton seinen Freund Harrison vergiften möchte und so warnt er ihn, doch sein Freund will ihm nicht glauben. Obwohl Langton der Ex-Verlobte seiner Verlobten ist, sind sie eigentlich gute Bekannte und kommen gut miteinander aus. Deshalb kann sich Harrison nicht vorstellen, dass er von seinem Freund vergiftet werden soll. Hat Langton wirklich vor seinen Bekannten zu ermorden? Und wenn ja: Kann Poirot den Mord verhindern?

Das Wespennest ist eine der kürzesten Geschichten aus der Sammlung Der Unfall und andere Fälle, dennoch tritt Poirot hier auf. Auch diese Geschichte ist wieder anders gelagert als die üblichen Geschichten, denn Poirot wird nicht zum Schauplatz eines Mordes gerufen oder wird gar selbst Zeuge eines Mordes, sondern er kommt an den Schauplatz eines beinahe-Mordes und muss dort den Mord verhindern. Besonders spannend ist nicht nur diese Konstellation, sondern auch wie Poirot auf die Idee kommt, dass jemand ermordet werden könnte und diesen Mord zu verhindern versucht. Alleine die Tatsache, dass ein Detektiv mal in die glückliche Lage kommt nicht an den Ort des Geschehens zu kommen wenn alles bereits zu spät ist, sondern die Möglichkeit hat, mal aktiv etwas vorzubeugen.

So langsam aber sicher werde ich das Gefühl nicht los, dass es bei Christie immer besonders schwierig ist viel über die Handlung zu erzählen, vor allem wenn es sich um Kurzgeschichten handelt, denn diese haben natürlich unglaublich viel Inhalt auf sehr wenigen Seiten und dadurch ist sehr schnell viel Inhalt bekannt gegeben, sodass Inhaltsangaben immer etwas spärlicher ausfallen.

Aufgrund der Kürze der Geschichte wird man als Leser auch mit den Figuren nicht so warm, denn man hat dazu eigentlich keine Gelegenheit. Wer Poirot nicht kennt, wird seine Schwierigkeiten mit dieser Kurzgeschichte haben (wenngleich das eher unwahrscheinlich ist), denn er wird praktisch nicht charakterisiert außer vielleicht über seine etwas seltsam anmutenden Handlungen. Ich meine: Wer wird misstrauisch, weil er einen bekannten Namen in dem Giftbuch eines Apothekers liest? Vor allem wenn das besagte Gift für diverse Zwecke eingesetzt werden kann. Aber auch John Harrison wird nur sehr oberflächlich beschrieben und sein Rivale Langton wird nun auch nicht besonders ausführlich beschrieben, sodass das Mitfühlen der Figuren hier äußerst schwierig wird.

Insgesamt ist zu Das Wespennest von Agatha Christie gar nicht so viel zu sagen und so kann ich diese Geschichte auch nicht als verstecktes Juwel oder ähnlich abgehoben loben, sondern kann nur sagen, dass man diese Geschichte durchaus lesen kann, dass man aber auch nichts verpasst hat, wenn man sie nicht liest, denn für mich war sie nichts Besonderes.

Leseaktionen

Lesetipps für den Herbst 2019 – Blogger stellen dir ihr Lieblingsbuch vor

Diese Lesetipps für den Herbst-Aktion habe ich bei Anna entdeckt, die Aktion stammt aber eigentlich von Leni und Tanja. Es geht natürlich darum, dass man als Vielleser immer etwas zu lesen braucht und vor allem dann, wenn es wie in den letzten Wochen mehr oder weniger dauerhaft regnet. Gerade jetzt kann man neue Buchempfehlungen sicherlich gut gebrauchen und da ich die Aktion ziemlich cool finde – und wenn ich mich recht erinnere, auch schon mal irgendwann, irgendwo gesehen habe – dachte ich, nehme ich daran mal teil. Ich habe mir überlegt, da ich ja ganz verschiedene Genres lese, dass ich versuche, aus jedem von mir gelesenen Genre eine Empfehlung rauszusuchen. Eigentlich soll man ja nur ein Buch vorstellen, aber da ich noch nie teilgenommen habe, habe ich so viele Bücher, die ich gerne vorstellen möchte. Nächstes Mal versuche ich es mit nur einem:

Sachbuch: Sehen, was andere denken von Joe Navarro

Sehen, was andere denken von Joe Navarro ist ein Sachbuch, in dem der FBI-Agent und Gesichts- und Gestenexperte beschreibt, worauf man im Umgang mit Menschen achten muss und woran man verschiedene Emotionen erkennen kann.

Kinder- und Jugendbuch: Die Höhle der Weißen Wölfin von Gabriele Beyerlein

In Die Höhle der Weißen Wölfin von Gabriele Beyerlein geht es um ein junges Mädchen auf dem Weg zur Frau. Tamoa lebt mit ihrer Familie in der Eiszeit und muss lernen, wie man Feuer macht, welche Kräuter heilende Wirkungen haben, aber auch was für eine Art Mensch sie sein möchte.

Liebesroman: Das Flüstern der Gefahr von Linda Howard

Jina Modell wird bei Das Flüstern der Gefahr von Linda Howard zur Drohnenführerin ausgebildet und verliebt sich in ihren Kollegen und Teamchef Levi Butcher, der sich seinerseits in Jina verliebt. Als sie bei einem Einsatz vermisst wird, muss er sie wiederfinden, schließlich kann er die Frau, die er liebt, nicht zurücklassen.

Kriminalroman: Das Geheimnis von Sittaford von Agatha Christie

Ein verschneiter Winterabend: die perfekte Kulisse für einen tollen ‚Herbstkrimi‘. In Das Geheimnis von Sittaford von Agatha Christie stirbt ein Mann auf mysteriöse Weise und nun muss die Verlobte des Verdächtigen ermitteln und findet heraus wie der Täter, der eigentlich ein Alibi hat, den Mord begangen hat.

Kurzgeschichtensammlung: Die Memoiren des Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle

Natürlich passt eine Krimisammlung von Kurzgeschichten ganz ausgezeichnet in diese dunkle Jahreszeit. Gerade bin ich dabei Die Memoiren des Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle für ein Blogprojekt zu lesen, denn schließlich ist mein Christie-Projekt bald fertig. Nicht nur was das neue Projekt angeht, dürft ihr gespannt sein…

Schöne Literatur: Ein gewisses Lächeln von Francoise Sagan

Eine junge Frau liebt einen älteren Mann und er liebt sie. Gemeinsam machen sie Urlaub an der Rivierea. Diese Tage gehören nur ihnen beiden. Aber was sagen deren Partner dazu? Niemand schreibt so melancholisch und poetisch wie Francoise Sagen, weshalb ich Ein gewisses Lächeln wirklich gerne empfehle. Das nächste Buch der Autorin liegt schon auf meinem SuB.

Klassiker: Das weite Land von Arthur Schnitzler

Das weite Land ist eine Tragikomödie von Arthur Schnitzler. Der Protagonist Friedrich Hofreiter hat ständig Affären, seine Frau aber will ihn nicht betrügen. Das kostet den Mann, der sie liebt, das Leben und ihr Mann will nichts mehr von ihr wissen. Genia ist noch einsamer und entscheidet sich, den Schritt zu wagen. Sie betrügt ihren Mann, was den nächsten Mann das Leben kosten könnte…

Romane: Die Landkarte der Liebe von Lucy Clarke

Die Landkarte der Liebe von Lucy Clarke ist ein toller, trauriger, schöner, ästhetischer Roman. Damit ist eigentlich alles gesagt: Katies Schwester Mia stirbt auf ihrer Weltreise. Katie ist am Boden zerstört, denn angeblich soll Mia Selbstmord begangen haben. Das kann Katie aber nicht glaube und begibt sich deshalb auf die Spurensuche. Sie folgt ihrer Schwester mithilfe von deren Reisetagebuch und erfährt dabei nicht nur mehr über ihre Schwester, sondern auch über sich selbst und die Welt.

Buchstäblich Liebe von Ali Berg und Michelle Kalus

Frankie Rose hatte bisher nicht so wahnsinnig viel Glück mit Männern, doch gemeinsam mit ihrer besten Freund Cat denkt sich die Protagonistin von Buchstäblich Liebe von Ali Berg und Michelle Kalus einen Plan aus, wie sie endlich einen kultivierten, gutaussehenden und gebildeten Mann kennenlernt: Sie setzt ihre mit ihrer E-Mail-Adresse versehenen Bücher in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt aus.

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von Abbi Waxman

In Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von Abbi Waxman geht es um die alleinerziehende Mutter Lilian, die vor vier Jahren ihren Mann verlor. Für den Verlag, in dem sie arbeitet, soll sie ein Gemüsebuch illustrieren und dafür einen Gärtnerkurs mitmachen. Wer hätte gedacht, dass daran nicht nur ihre beiden Töchter und ihre Schwester, sondern auch Lilian selbst so viel Spaß haben wird?

Das sind die von mir vorgeschlagenen Bücher. Vielleicht findet ihr ja eine coole Neuentdeckung oder ihr kennt eines der Bücher und könnt meine Empfehlung teilen (oder ihr widersprechen). Ich finde die Aktion total super und werde mich gleich mal losmachen und ein bisschen stöbern.

Liebe Grüße

Vanessa

Tannöd von A. M. Schenkel

Rezension: Tannöd von Andrea Maria Schenkel

Bei einem Kriminalroman hat man normalerweise die bekannte Struktur: Mord -> Ermittlungen -> Auflösung. Bei Tannöd handelt es sich um eine andere Art von Kriminalroman, denn der Mörder ist und unbekannt. Es geht mit dem Mord los und danach folgen die Ermittlungsergebnisse. Was hat die Polizei über den Fall in Erfahrung gebracht? Was muss wie passiert sein und welche Gedanken, Gefühle könnte der Täter und könnten die Opfer gehabt habe? Was könnte passiert sein, welche Szenen haben sich abgespielt, damit die Leichen und die Umstände sich so darstellten wie sie sich darstellten?

Weiterhin ist das Buch in kurze Abschnitte gegliedert, sodass die Handlung sehr episodenhaft wirkt und immer wieder unterbrochen wird, was natürlich einerseits gut zu dem sehr tragischen Thema passt, was aber auf der anderen Seite ein Lesen unglaublich erschwert. Ich hatte irgendwann keine Lust mehr auf den Kriminalroman, weil man sich nicht in die Figuren hineinversetzen konnte. Was natürlich auch aus dem Grund schwierig ist, weil man gar nicht weiß was die realen Personen hinter den Figuren gedacht haben könnten.

Durch das Episodenhafte hat man also weder eine Chance in die Handlung gut reinzukommen und man kann auch mit den Figuren nichts anfangen. Diese wirken wie sterile Stereotype, denen man schlichtweg kein Leben eingehaucht hat.

Hinzu kommt, dass mich die Erzählweise unglücklich gemacht hat. Das klingt seltsam, ich weiß, aber ich hatte das Gefühl, dass mich das Buch einfach nur wütend und unglücklich macht. Manchmal gibt es so Bücher. Ich habe das Buch schon fast fertig gehabt als ich gemerkt habe, wie sehr mir das Buch schadet, sonst hätte ich es wohl abgebrochen. So habe ich es fertig gelesen und fand auch das Ende ziemlich schrecklich.

Ich will hier nicht zu viel verraten, aber Hinterkaifeck ist nun mal eine richtige Begebenheit. Auf einem Einödhof werden in einer Nacht sechs Menschen brutal ermordet, darunter zwei Kinder und eine Magd, die am gleichen Tag erst dort angefangen hat. Bis heute ist kein Mörder überführt, weil die Polizeiarbeit damals noch anders funktioniert hat. Gerade deshalb verstehe ich nicht, warum es in dem Buch überhaupt einen Mörder geben muss. Warum kann am Ende nicht einfach – genau wie im wahren Leben – offen bleiben wer es war?

Insgesamt hat mir Tannöd, obwohl ich den Fall Hinterkaifeck total faszinierend und sehr, sehr tragisch, wenngleich spannend, finde, überhaupt nicht gefallen und ich kann nur von dem Buch abraten. Ich war wirklich sehr enttäuscht.

Das weite Land von A. Schnitzler

Inhaltsangabe: Das weite Land von Arthur Schnitzler

Das weite Land ist ein Theaterstück, eine Tragikomödie, von Arthur Schnitzler, das er Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben hat und danach auch relativ schnell auf die Bühne kam. Das Stück ist in fünf Akte aufgeteilt und spiel hauptsächlich in Baden in der Nähe von Wien, einzig Akt drei bildet eine Ausnahme, da dort die Haupthandlung an den Völser Weiher verlegt wird.

Hauptsächlich geht es in dem Stück um das Fabrikantenehepaar Hofreiter. Genia Hofreiter weiß, dass ihr Ehemann Friedrich sie ständig betrügt. Seine letzte Affäre hatte er mit Adele Natter, die die Ehefrau eines Bankiers ist und zwei Kinder mit ihrem Mann hat. Genia spricht ihren Mann auf die Affäre an und er sagt, dass er die Affäre beendet hat. Eigentlich würde er gerne mal ein paar Wochen geschäftlich nach Amerika verreisen und seine Frau mitnehmen, doch sie fühlt sich in ihrer Ehe mehr und mehr unwohl. Statt mit ihrem Mann mitzufahren möchte sie lieber den gemeinsamen Sohn Percy in England besuchen, der dort für eine Ausbildung hingeschickt wurde und von seinen Eltern, aber vor allem von Genia, vermisst wird.

In ihrem Gästezimmer hatte kürzlich der Pianist Kosakow übernachtet. Dieser war in Genia verliebt, konnte ihre Zurückweisung aber nicht aushalten und tötete sich selbst. Als Friedrich Hofreiter erfährt, dass seine Frau durch einen Brief erfahren hat warum sich der gemeinsame Freund getötet hat, kann er ihr nicht so einfach verzeihen, denn schließlich hat sie ihn auch geliebt, wollte aber aus moralischen Gründen keine Affäre mit ihm beginnen. Mit dieser Konfrontation ist die Ehe von Genia und Friedrich eigentlich vorbei.

Friedrich fährt mit einigen Bekannten darunter Dr. Franz Mauer, Erna, Gustav und deren Mutter Frau Wahl und Paul Kreindl an den Völser Weiher. Neben den bereits bekannten Figuren taucht das Personal aus dem Hotel auf, aber auch der Hoteldirektor Dr. von Aigner. Dieser ist der Exmann von Frau Meinhold und der Vater von Otto. Friedrich beginnt die Affäre mit der nächsten Frau: Erna Wahl ist dieses Mal die Frau seiner Wahl, damit zerstört er nicht nur seine Ehe vollständig, sondern auch die Freundschaft zu Dr. Franz Mauer, der ebenfalls ein Auge auf Erna geworfen hatte.

Zurück in Baden erfährt Friedrich, dass seine Ehefrau eine Affäre mit Otto von Aigner hat. Bevor dieser als Marine-Fähnrich mit seinem Schiff auslaufen konnte, pocht Friedrich auf sein Recht zu einem Duell mit dem jungen Kontrahenten. Für Genia ergibt dieses Verhalten ihres Ehemannes keinen Sinn und so ist sie umso überraschter als sie vom Ausgang des Duells erfährt.

Montagsfragen

Montagsfrage: 7. Oktober 2019

Montagsfrage: Was haltet ihr von Buchcommunities wie Goodreads oder Lovelybooks? (von Elli, wortmagieblog)

Guten Morgen ihr Lieben,

eine gute Frage! Ich finde Buchcommunities an sich gar nicht schlecht. Die Idee dahinter entspricht wahrscheinlich dem Denken vieler Blogger: Jemanden zum Austausch über die gelesenen Bücher finden. Das ist für mich einer der Gründe zum Bloggen; und ich bin da mit Sicherheit nicht die Einzige. Diesen Sinn haben ja auch Buchcommunities.
Aber für mich sind diese ganzen Communities immer ein bisschen zu wenig niederschwellig. Ich hätte gerne die Möglichkeit mich über einzelne Passagen oder Werke oder Autoren auszutauschen ohne mich erst auf einer blöden Seite einloggen zu müssen. Das wird mit Sicherheit besser, wenn man die diversen Apps der Seiten nutzt und das Handy beim Lesen einfach immer daneben liegen hat. Aber so richtig niederschwellig habe ich diese Seiten noch nicht kennengelernt.
Ich weiß leider nicht, wie man das gut umsetzen kann, aber ich denke, dass solche Seiten mehr und vor allem interessanter genutzt werden würden, wenn es da mehr Möglichkeiten geben würde. Wie seht ihr das? Nutzt ihr Goodreads oder Lovelybooks wirklich viel und regelmäßig oder ist das eher so ein „von Zeit zu Zeit“? Und wenn ja, warum? Und wenn nein, warum nicht?

Liebe Grüße
Vanessa

Shortlist 2019

Rund um’s Lesen: Deutscher Buchpreis – Shortlist 2019

Eigentlich wollte ich ja schon über die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2019 schreiben, aber das habe ich leider nicht geschafft, deshalb also nur ein Post zur Shortlist. Auf der Shortlist stehen dieses Jahr wieder sechs Bücher, drei Frauen und drei Männer. Der Deutsche Buchpreis wird wieder im Oktober dieses Jahr am 14. Oktober verliehen und gilt als einer wenn nicht sogar der wichtigste deutsche Buchpreis. Aber nun genug der Vorrede, hier also die Finalisten:

  1. Raphaela Edelbauer – Das flüssige Land: Im flüssigen Land geht es um Ruth, die ihre Eltern in deren Heimatstadt beerdigen will, doch sie kann den Ort nur schwer finden und als sie ihn findet, ist dort alles sehr seltsam: Es gibt ein Loch, über das niemand sprechen will, eine Gräfin, die Macht über alle zu haben scheint und um Ruths eigene Familiengeschichte.
  2. Miku Sophie Kühmel – Kintsugi: In Kintsugi geht es offenbar um ein Liebespaar, das ihre Beziehung mit ihrem besten Freund und dessen Tochter feiern möchte. In dem Roman geht es also um die Liebe und darum, dass es weitergeht. Worum noch? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht…
  3. Tonio Schachinger – Nicht wie ihr: In Nicht wie ihr geht es um einen Fußballer, der versucht seine Karriere, seine Frau und seine Kinder unter einen Hut zu kriegen. Bis er seine Jugendliebe wieder trifft, und er eine Affäre mit ihr beginnt. Doch wie soll er die nur vor der Welt geheim halten und überhaupt Zeit dafür finden, wenn er doch eigentlich ständig eingebunden ist? Ich finde es total interessant, dass es hier um ein so populäres Thema wie Fußball geht, vielleicht ist der Roman gerade deshalb in die engere Auswahl gekommen?
  4. Norbert Scheuer – Winterbienen: Winterbienen ist ein Roman von Norbert Scheuer. In diesem Roman versucht ein ehemaliger Latein- und Geschichtslehrer, Menschen zu retten, indem er Juden in Bienenstöcken aus dem besetzten Belgien schmuggeln will. Da er an Epilepsie leidet, braucht er dringend Medikamente, die er nicht mehr bekommt, außerdem hat er eine Affäre, die ihm zum Verhängnis werden könnte und wird auch noch bei der Gestapo denunziert. Tatsächlich war das einer der wenigen Romane von der Longlist, die ich sogar kannte – zumindest mal davon gelesen hatte ich.
  5. Saša Stanišić – Herkunft: Liest man die Beschreibung von Saša Stanišić Roman Herkunft ist man sich nicht sicher, worum es hier eigentlich genau geht. Es scheint um Flucht und Flüchtlinge zu gehen und um Politik, mutmaßlich ist damit – wie könnte es anders sein – Gesellschaftskritik verwoben? Was ich mir so richtig darunter vorzustellen habe, weiß ich nicht, aber es könnte auch um Identität gehen; bei dem Titel könnte ich mir das vorstellen. Herkunft ist einer der wenigen Romane, die ich kannte bzw. von denen ich zumindest schon mal gehört hatte.
  6. Jackie Thomae – Brüder: In dem Roman Brüder von Jackie Thomae geht es offenbar um zwei Brüder, die sich nicht kennen: Mick und Gabriel, die beide nichts miteinander zu tun haben, außer, dass sie beide vom gleichen Vater abstammen. Sie leben zwei vollkommen verschiedene Leben und scheinen sich in nichts zu gleichen, außer, dass sie sich die gleichen Fragen stellen. Welche das genau sind? Ich weiß es nicht, klingt aber nicht unspannend.

Mit 430 Seiten ist Brüder das dickste Buch auf der Shortlist, während die anderen sich alle zwischen 300 und 400 Seiten bewegen und alle auch einen ähnlichen Preis kosten sollen. Kühmels Roman kostet „nur“ 21€ während Thomae Roman 23€ kostet. Das ist die Bandbreite. Die Romane sind also von den äußeren Begebenheiten sehr ähnlich; ich weiß, dass sich viele Leute das Gewinnerbuch kaufen, egal welches es ist. Da die Bücher etwa gleich viel kosten und auch die Seitenanzahl nicht so weit voneinander entfernt ist, sind das Größen mit denen man rechnen kann.

Was meint ihr zu den Büchern? Kennt ihr vielleicht sogar eines oder mehrere?

Liebe Grüße

Vanessa

Das weite Land von A. Schnitzler

Rezension: Das weite Land von Arthur Schnitzler

Das weite Land von Arthur Schnitzler ist eine Tragikomödie. Die fünfte Akte sind durchaus sinnvoll gewählt, weil sich die Situation zwischen den Eheleuten Hofreiter immer weiter hochschaukelt. Der dritte Akt stellt dabei den Hochpunkt dar, weil sich Friedrich wieder eine andere Frau sucht, die sogar so jung ist, dass sie eigentlich seine Tochter sein könnte (wobei ich nicht sicher bin wie alt Friedrich genau ist, aber ich schätze ca. Mitte 40). Die nächsten beiden Akte deuten schon darauf hin, dass das Ende nicht uneingeschränkt gut sein kann und dass es irgendwie zu einer Katastrophe kommen wird.

Die Charaktere haben mir teilweise recht gut, manchmal auch weniger gut gefallen, aber gut ausgestaltet waren sie mehr oder weniger alle. Genia ist die einsame Frau, die den ganzen Tag Zuhause sitzt. Ihr Mann arbeitet und wenn er nicht arbeitet, dann ist er auf Spaß aus, denn er sagt selbst, dass überhaupt das Wichtigste sei, dass einem das Leben, die Konversationen, einfach alles Spaß mache. Genia hingegen scheint abgesehen von den Gesellschaften, von den vergnüglichen Nachmittagen und Ausflügen mit ihren Bekannten keinen rechten Lebenssinn zu haben, zumal ihr Sohn Percy in England ist. Sie scheint sehr vereinsamt zu sein, was durch die dauerhafte Affäre ihres Mannes mit Adele Natter nur noch verstärkt wird. So wird sie von ihrem Mann immer weiter in ihre Untreue getrieben. Ja, ich weiß, dass man einem Individuum nicht seine freie Willensbildung absprechen kann, aber Friedrich scheint im ganzen Stück nichts zu tun was man auch nur annähernd als liebevoll bezeichnen kann.

Genia wehrt sich gegen die Avancen von Korsakow, obwohl sie ihm sehr zugetan ist. Daraufhin erhält sie Vorwürfe ihres Mannes. Für mich wirkte das so, als ob er sie für seine Affären bestrafen wollte. Er betrügt sie nicht nur, sondern wirft ihr auch vor, dass sie es ihm nicht gleichtut, weil er dann ja gar kein schlechtes Gewissen mehr haben müsste. Aber er kommt nicht auf die Idee, dass er einfach aufhören könnte seine Frau zu betrügen, um kein schlechtes Gewissen mehr haben zu müssen. Als sie ihn dann doch betrügt, weil sie merkt, dass ihr Ehemann sich immer weiter von ihr entfernt, macht er ihr auch wieder Vorwürfe, weil sie ihm untreu geworden ist. Er stellt sie auf eine Stufe mit sich selbst und bestraft sie nun auch noch, indem er ein Duell mit dem Betrüge fordert. Ich mochte Friedrich überhaupt nicht, und er wurde mir von Akt zu Akt immer unsympathischer.

Darüber hinaus ist es eine interessante Geschichte, denn es geht um Liebe, Betrug, Verrat und wie man zu seinen Mitmenschen steht und sich ihnen gegenüber verhält. Außerdem zeigt das Theaterstück was geschieht, wenn man nur hinter seinem eigenen Spaß her ist und welche Konsequenzen das für die eigenen Mitmenschen hat.

Insgesamt ist Das weite Land von Arthur Schnitzler sehr aktuell, obwohl es schon über 100 Jahre alt. Die Themen können auch das heutige Publikum noch ansprechen und haben von ihrer Aussagekraft nichts eingebüßt, natürlich gehört Schnitzler darüber hinaus zum deutschen Kanon und auch deshalb ist dieses Buch es wert, dass man es liest. Ich mochte auch die ganzen Verwicklungen, einziger Nachteil für mich war (abgesehen von Friedrich, der als Figur natürlich so angelegt sein muss, damit die Tragikomödie Sinn ergibt), dass es sehr viele Figuren gab. Mir hat aber auch die Raumgestaltung und die sehr ausführlichen Kulissenanweisungen unglaublich gut gefallen (hier musste ich an Tennessee Williams denken, wobei dieser ca. 50 Jahre nach Schnitzler geboren wurde). Aber die sehr ausführlichen Nebentexte könnten auch schlichtweg damals so üblich gewesen sein.