Das Geheimnis von Sittaford A. Christie

Rezension: Das Geheimnis von Sittaford von Agatha Christie

Am Anfang hat mich an diesem Roman etwas gestört, dass es so wenige Figuren waren, aber man merkt im Laufe des Kriminalromans, während immer mehr Verdächtige und Zeugen hinzukommen, dass es eigentlich ausreichend viele sind. In diesem Zusammenhang fand ich es auch schade, dass der Mord nicht in dieser stürmischen Nacht in der Villa passiert ist. Ich mag ja whodunit-Krimis total gerne und dieser hätte sich leicht so ergeben können und es hätte durchaus Sinn ergeben. Es war schade, dass dem nicht so war, aber die spätere Entwicklung hat mir dann durchaus gefallen.

Ich mochte den Charakter von Emily Trefusis sehr gerne. Am Anfang hatte ich, weil ich das bei Christie schon einmal erlebt hatte, ein bisschen Angst, dass sie die Mörderin sein könnte. Emily ist eine starke Persönlichkeit und sie verstehe es die Männer um den Finger zu wickeln, der ein oder andere tat mit schon leid, weil sie erst Hoffnungen weckt und flirtet, dies aber immer so subtil macht, dass sie sich darauf zurückziehen kann, es nicht so gemeint oder intendiert zu haben. Auf die Männer des Kriminalromans hat sie immer einen sehr guten Eindruck gemacht und die meisten scheinen sie zu bewundern. Der ein oder andere scheint durchschaut zu haben, wieso sie sich so verhält und scheint auch zu merken, dass sie – ich will nicht sagen manipulativ, weil das sehr abwertend klingt – aber doch sehr bestimmt vorgeht und ihren männlichen Kollegen und den Zeugen und Verdächtigen nicht immer die ganze Wahrheit auftischt.

Emily hat das Ziel ihren Verlobten aus dem Gefängnis zu befreien und davon lässt sie sich auch nicht so leicht abbringen. Dabei steckt sie auch selbst zurück und vernachlässigt sich ein bisschen (einmal vergisst sie beispielsweise zwischendurch mal etwas zu essen). Der Charakter der Emily hat dafür gesorgt, dass dieser Kriminalroman für mich zu den besten von Agatha Christie gehört.

Die Geschichte ist spannend und stringent erzählt, man kann gut nachvollziehen, warum welcher Ermittler welchen Zeugen gerade aufsucht und sowohl Emily als auch Charles und Inspektor Narracott ziehen immer wieder kurze Schlussfolgerungen, sodass man als Leser gut folgen kann.

Das Geheimnis von Sittaford, der 11. Krimi von Agatha Christie, ist für mich ein richtiges Meisterwerk und ich empfehle jedem, diese unbekanntere Perle aus dem Werk der Autorin zu lesen.

Gut gegen Nordwind von D. Glattauer

Inhaltsangabe: Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer

Der Liebesroman Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer ist ein E-Mail-Roman. Emma „Emmi“ Rothner schreibt an Leo Leike eine E-Mail, denn eigentlich möchte sie ihr Zeitschriftenabo der Zeitschrift Like kündigen. Aus Versehen schreibt sie an Herrn Leike, der ihr nach mehreren Fehlversuchen mitteilt, dass er nichts mit der Zeitschrift zu tun hat. Daraus entsteht eine E-Mail-Beziehung. Emmi und Leo erzählen sich relativ viel, doch möglichst wenig aus ihrem jeweiligen Privatleben. Emmi beispielsweise ist verheiratet mit Bernhard und hat dessen Kinder als ihre angenommen. Fiona ist 16 Jahre und Jonas ist 11 Jahre alt. Wenn sich eines der Kinder verletzt, springt sie ein und kümmert sich. Gemeinsam mit den Kindern und ihrem Ehemann fährt sie mehrfach in Urlaub und kann in dieser Zeit keine E-Mails schreiben.

Leo im Gegensatz ist in irgendeiner Form Wissenschaftler und Single. Er hatte eine Beziehung mit Marlene kurz bevor Emmi ihm das erste Mal schrieb. Wieder einmal hatten sich die beiden getrennt und so war er nur allzu empfänglich für die Ablenkung durch Emmi. Leo hat eine Schwester und ist öfter auf Reisen, später auch wieder mit Marlene, allerdings will es zwischen den beiden einfach nicht mehr so richtig funken.

Emmi und Leo wollen sich treffen, aber Leo ist klar, dass ihre E-Mail-Beziehung vorbei wäre, wenn sie sich wirklich treffen würden. Deshalb schlägt er ein blindes Treffen vor, bei dem sie sich für eine bestimmte Zeit in einem Café verabreden, allerdings sich nicht gegenseitig zu erkennen geben. Sie werden dort sitzen und die anderen Gäste beobachten und hoffen, denjenigen zu finden, der ihnen die Mails schreibt. Emmi ist enttäuscht nach dem Tag, denn von den ganzen anwesenden Männern konnte nur ein Mann, der mit einer Frau dort war, sie annähernd begeistern. Leo hat für Emmi drei verschiedene Alternativen, von denen er allerdings nicht weiß welche sie ist. So hat er aber das Glück, dass sie in seiner Phantasie jede der drei sein könnte.

Später versucht Emmi Leo mit ihrer besten Freundin zu verkuppeln, doch sie merkt bald was für ein Desaster das ist, denn nun ist ihr bester E-Mail-Freund mit ihrer Freundin Mia abgelenkt, sodass beide nicht mehr so viel Zeit für sie haben. Sie fühlt sich aus beiden Leben ausgeschlossen und vor allem ist sie eifersüchtig, weil Leo sich a) überhaupt mit Mia trifft und b) ihr nichts über die Beziehung erzählen möchte. Sie muss nun Leo mit Mia teilen und das passt ihr gar nicht, wenngleich sie ihn ja eigentlich nicht haben kann, weil sie ja, wie sie selbst sagt, glücklich verheiratet ist.

Am Ende des Romans merkt Leo, dass die Beziehung so nicht mehr weitergehen kann, deshalb beschließt er nach Boston zu gehen, weil er von dort ein Jobangebot hat. Er möchte sich aber vorher noch einmal mit Emmi treffen, um so die Beziehung gut abschließen zu können.

Leseaktionen

Mein SuB kommt zu Wort Mai 2019

Hallo ihr lieben Mit-SuBs,

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Derzeit vereinnahme ich 29 Bücher unter mir; dazu gehören sowohl eBooks als auch normale Print-Bücher. Bei der letzten Zählung im April waren es 30 Titel, deshalb ist es nur ein kleiner SuB-Abbau diesen Monat.

 

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Tatsächlich gibt es hier diesen Monat gar nicht so viel vorzustellen, denn Vanessa hatte weder Zeit zum Lesen noch groß Zeit zum Bücher kaufen. Ende Mai kam The Content Machine von Michael Bhaskar hinzu. In diesem Buch geht es um den Prozess des Publizierens und Vanessa ist schon ziemlich gespannt darauf. Außerdem hat sie Susan Andersens Rosarot in Seattle geschenkt bekommen. Bei Rosarot in Seattle handelt es sich um einen Liebesroman und den zweiten Band einer Trilogie (der Schwesternschafts-/Tagebuch-Trilogie), von der Vanessa schon den ersten Band gelesen hat. Das letzte Buch ist wieder ein Sachbuch mit dem Titel Schnelles Lesen, langsames Lesen von Maryanne Wolf. In diesem Buch geht es um die Veränderungen des Gehirns, die mit dem digitalen Lesen einhergehen und weil Vanessa das Buch als Rezensionsexemplar bekommen hat, steht es nun ganz oben auf ihrer Leseliste.

 

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Gut gegen Nordwind ist der erste Teil eines Zweiteilers, von dem Vanessa bisher allerdings auch nur den ersten Teil gelesen hat. Eines der letzten Bücher, das mich verlassen hat, ist tatsächlich der E-Mail-Liebesroman Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer. Außerdem hat Vanessa kürzlich Stableford von Rob Reef gelesen, dieser wird aber erst noch online kommen.

 

  1. Lieber SuB, diesen Monat möchten wir die richtigen Wälzer herauskramen und jene Bücher zeigen, die mehr als 500 Seiten haben!

Rückblick: Ich hatte oben schon erwähnt, dass Vanessa in den letzten Wochen leider nicht so wirklich viel Zeit zum Lesen hatte, deshalb hat sie es auch dieses Mal leider nicht geschafft, das vorgegebene Buch Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie zu lesen. Das ist auf der einen Seite natürlich traurig, aber bestimmt bekommt der Krimi bald eine Chance, gelesen zu werden.

Deshalb bin ich auch nicht sicher, ob ich Vanessa wirklich eine neue Aufgabe für den nächsten Monat stellen soll, denn ich möchte sie nicht unter Druck setzen. Außerdem sind wir alle so gertenschlank, das niemand 500 Seiten umfasst. Aber es gibt da den Roman Liebe, fertig, los! Von Rachel Gibson. Vanessa hat das Buch vor kurzem angefangen und würde sich schon zutrauen es bis nächsten Monat gelesen zu haben. Aber so richtig passt das nicht in die vorgegebene Aufgabe, denn auch dieses Buch hat nur 442 Seiten. Vorschlagen kann ich es ihr aber dennoch.

Ich hoffe, bei euch ist die Aufgabe diesen Monat besser gelaufen?

 

Liebe Grüße

SuBy (& Vanessa)

Lieblingsworte

Kasch

Ist ein Wort, das ich mal irgendwo gehört habe, allerdings inzwischen nicht mehr weiß, wo und wann ich es gehört habe. Dazu kommt, dass ich keine Bedeutung finde, die mir sinnvoll erscheint. Kaschierung im cinematischen Sinne kann auch der Kasch sein und meint laut Wikipedia den schwarzen Rand der Leinwand.

Gut gegen Nordwind von D. Glattauer

Rezension: Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer

Interessant ist das Konzept dieses Romans. Der Roman Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer besteht ausschließlich aus E-Mails. Die meisten Mails werden zwischen Leo und Emmi ausgetauscht und nur einige wenige kommen von anderen Menschen. So erfährt man im Verhältnis recht wenig vom Innenleben der Figuren, denn natürlich schreiben die Figuren nicht alles unverblümt ihrem Gegenüber. Das ist ein bisschen schade, wenngleich es auch den Reiz des Romans ausmacht, denn man erfährt auch über die äußeren Lebensumstände der Protagonisten relativ wenig. Wir kennen die Jobs von Emmi und Leo und wir erfahren (relativ am Ende) wie alt die beiden sind, außerdem erfahren wir ein bisschen was über ihre Charaktere anhand dessen wie sich die beiden verhalten. Über Emmis Ehe und über ihre Beziehung zu Mia erfährt der Leser genauso etwas wie über Leos Beziehung zu Marlene und seine Beziehung zu seiner Schwester. Aber wir wissen bis zum Schluss nicht wie die beiden aussehen. Mich hat an Emmis Charakter gestört, dass sie ständig so eifersüchtig war. Sie kann und will eigentlich nicht mit Leo zusammen sein, aber er darf bitte auch nicht mit jemand anderem zusammen sein. Das ist ihm gegenüber ziemlich unfair und ich fand dieses ständige Rumgezicke und diese Eifersuchtsanfälle nach einer Weile einfach nervig und für mich wurde Emmi dadurch unsympathischer. Gleichzeitig mochte ich auch Leos Verhalten nicht, denn er flirtet mit ihr, ist aber nicht bereit, sie zu treffen. So drehte sich der Roman in weiten Teilen darum, ob man sich nun treffen wolle oder nicht und wenn ja wie, unter welchen Umständen. Die beiden vereinbaren mehr als ein Treffen, das dann nicht zustande kommt. Wenn man diese Diskussion über ein potenzielles Treffen einfach mal weggelassen hätte, hätte sich auch ein wirklicher Dialog entwickeln können.

Im Klappentext steht, dass es unter anderem um Intimität geht. Diese kann aber meiner Ansicht nach gar nicht richtig aufkommen. Nicht weil sich die beiden immer nur mailen, sondern deshalb, weil sie immer nur über ein potenzielles Treffen sprechen, statt sich erst einmal näher kennen zu lernen und zuzulassen, dass der andere etwas von ihnen erfährt. Emmi und Leo stellen sich immer gegenseitig Fragen, doch beantworten tun sie sie kaum. Wie soll denn da Nähe, Intimität und Vertrauen aufkommen?

Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber so ist das gar nicht gemeint. Der Roman ist wirklich gut und sehr spannend geschrieben. Ich mag, wie sich die Geschichte zwischen Leo und Emmi entwickelt, doch es wird mit der Zeit immer klarer, seitdem der Leser erfährt, dass Emmi verheiratet ist, dass der Liebesroman nicht einfach positiv enden kann. Entweder sie muss ihren Mann (und die Kinder) verlassen oder sie muss sich von Leo trennen. Es ist klar, dass es so wie es ist nicht ewig weitergehen kann. Das sorgt natürlich für Spannung. Als Leser möchte man wissen wie es weitergeht und man hofft, dass es gut endet. Wie immer das gute Ende dann aussehen würde. An vielen Stellen wird vorausgedeutet, wie der Roman ausgehen könnte. Stilistisch ist der Roman einfach super und auch die Sprache von Glattauer hat mir an vielen Stellen überaus gut gefallen.

Ich empfehle Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer sehr gerne weiter, weil mir die Idee und das Konzept unglaublich gut gefallen haben und das für mich einige Schwächen aufwiegt.

Sterbenszeit von M. Kibler

Inhaltsangabe: Sterbenszeit von Michael Kibler

In dem Kriminalroman Sterbenszeit von Michael Kibler geht es Ricarda Zöller, die im Fall eines Neugeborenen ermittelt. Auch nach Wochen erkennt sie kein Motiv und obwohl sie die Eltern verdächtigt, scheinen auch diese unschuldig zu sein. Erst nachdem sich herausstellt, dass das Baby mit der gleichen Waffe erschossen wurde wie ein Mann im Jahr zuvor in Heidelberg und auch die Mutter des Kindes erschossen wird, kommt Bewegung in den Fall, denn Ricarda stellt den Kontakt zu einem BKA-Bekannten her. Lorenz Rasper hat eine schnelle Eingreiftruppe unter sich. Diese soll möglichst über Bundeslandgrenzen hinweg operieren können. Nach und nach finden Rasper, Zöller und ihr Team eine Verbindung zwischen den drei Opfern, die über die Mordwaffe hinaus geht. Auch finden sie immer weitere Opfer, allerdings sind diese Opfer keine aktuellen Morde, sondern Morde, die in der jüngeren Vergangenheit stattgefunden haben. Manche der Morde wurden mit einer Pistole begangen, bei manchen hat der Mörder seine Pistole eingesetzt. Aber neben der neuen Verbindung zwischen den Morden, finden sie Ermittler eine weitere Verbindung: Der Mörder hinterlässt an allen Tatorten Symbole im Zusammenhang mit der Schifffahrt und noch genauer mit der Cap Arcona. Auf diesem Schiff sind 1945 etwa 4600 KZ-Häftlinge ums Leben gekommen. Die Briten bombardierten die Cap Arcona, sodass diese zum nassen Grab der auf dem Schiff gefangenen Häftlinge wurde. So werden auch die ständigen Rückblenden erklärt. Diese beschäftigen sich mit dem Leben zweier der KZ-Häftlinge und mit dem Tod von einem von beiden. Natürlich ist klar, dass diese Rückblenden irgendeine Relevanz haben müssen. Und so stellt sich heraus, dass der KZ-Häftling, der überlebte eine Botschaft an den Sohn seines Freundes überbrachte, die eine verheerende Kettenreaktion in Gang setzen sollte…

Sterbenszeit von M. Kibler

Rezension: Sterbenszeit von Michael Kibler

Der Kriminalroman Sterbenszeit von Michael Kibler gehört nicht in die normale Reihe von ihm, sodass Horndeich und Hesgart nur Randfiguren sind und nur im Zusammenhang mit dem Mordfall an einem der Opfer auftauchen. Das ist auf der einen Seite zwar schade, aber auf der anderen ist das auch ziemlich gut, denn man bekommt mal eine neue Kulisse, die da ist dieses Mal Mainz. Auch spielen einige Teile des Krimis an der Ostsee, allerdings dort nur eher oberflächlich.

Ich fand es sehr schade, dass Horndeich und Hesgart hier nur Randfiguren sind, aber gleichzeitig hat es mir gut gefallen, Rasper und Zöller näher kennen zu lernen, vor allem weil Rasper auch in dem ein oder anderen Band der Hauptreihe mal erwähnt wurde und man so ein paar Hintergrund Infos zu ihm erhalten hat. Grundsätzlich habe ich zu ihm und auch zu Zöller aber nicht so richtig Zugang gefunden, was auch daran liegen kann, dass die Figur Rasper erst einmal mit einem One Night Stand mit einer Frau eingeführt wird, an deren Namen er sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann und er aber eine Tochter und eine Ehefrau hat. Mir hat es aber sehr gut gefallen, dass man als Leser Leah Gabriely kennen gelernt hat. Ich weiß zwar nicht, wie man diesen Namen ausspricht, aber mir hat es gut gefallen die Kommissarin kennen zu lernen, denn sie wird spätere Kollegin von Horndeich. In den neueren Bänden verabschiedet sich Margot Hesgart nämlich (ich weiß auch noch nicht wohin, aber ich werde es herausfinden) und so tritt Leah an ihre Stelle. Mit diesem Band bekommt man also schon mal ein Gefühl für die junge Frau, die auch ihr Päckchen zu tragen hat.

Die Geschichte beginnt mit dem Mord an einem vier Tage alten Säugling und ich muss sagen, dass die Brutalität mit der dieser Mord geschildert wird, fast dazu geführt hat, dass ich den Krimi wieder zur Seite gelegt hätte. Eigentlich ist es nicht nötig so blutrünstig zu sein, denn schließlich ist jedem klar, dass der Mord an einem so kleinen Kind schrecklich ist. Da braucht man keine Details. Wer vielleicht gerade die ersten paar Seiten liest und sich denkt, dass ihm dieser Krimi zu brutal ist, dem sei gesagt: a) Es wird besser. Der Krimi hat seine schlimmen Stellen, aber die sind nicht ganz so sensibel. Es werden keine Morde mehr so detailliert geschildert, sondern es geht um den Tod von 4600 Seelen. Aber hier erzählt der Erzähler aus einer größeren Distanz und somit wird es nicht ganz so plastisch; für mich war es deshalb etwas weniger schlimm. b) Kibler schreibt nicht immer so brutal. Ja, tot ist schlimm, aber normalerweise verwendet er nicht solche Details und normalerweise werden nicht solch kleine Menschen getötet (ich finde den Mord an Kindern als besonders schrecklich).

Ich will hier nicht zu viel über die Motive des Mörders (der Mörderin) verraten, aber es waren mir zu viele Zufälle. Zwei Vorfälle hängen kausal nicht miteinander zusammen, aber sie hängen eben doch zusammen und führen dann zu den vielen Morden. Und dann auch noch diese seltsame Beziehung des Mörders (der Mörderin) zu seiner/ihrer Familie. Da das Motiv an so viele Zufälle geknüpft war, wirkte es unrealistisch, aber auf der anderen Seite ist es einer dieser Zufälle, bei dem man sich denkt, dass das so unwahrscheinlich ist, dass es schon wieder sein kann. Ich kann hierzu nicht so richtig Stellung beziehen, aber erwähnen wollte ich es doch.

Insgesamt gehörte Sterbenszeit von Michael Kibler für mich nicht zu seinen stärksten Werken, an einigen Stellen gegen Ende haben sich auch ein paar kleinere Fehler eingeschlichen (bspw. Falsche Namen), die mir aufgefallen sind und ein bisschen störend waren. Dennoch hat mir Sterbenszeit gefallen und ich würde es unter Einschränkungen durchaus weiterempfehlen.

Montagsfragen

Montagsfrage: 13. Mai 2019

Montagsfrage: Tolle Bücher, starke Mütter: Welche Mutter in einem Buch ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Hallo ihr Lieben,

die heutige Montagsfrage beschäftigt sich, thematisch passend zum Muttertag, mit starken Müttern in unseren Büchern. Tatsächlich habe ich gerade einen Aischylos gelesen. In Die Spenderinnen am Grabe tötet Orestes seine Mutter, weil diese zusammen mit ihrem Liebhaber ihren Ehemann und somit Orestes Vater geötet hat. Eine Mutter, die ihren Ehemann umbringt und deshalb von ihrem Sohn umgebracht wird.
Natürlich kann man auch Betty Mahmoodys Nicht ohne meine Tochter nennen. In diesem Erfahrungsbericht beschreibt Betty Mahmoody wie sie von ihrem Mann zusammen mit der gemeinsamen Tochter im Iran festgehalten wird, nachdem sie dort eigentlich nur ein paar Wochen Urlaub machen wollten. Sie bekommt das Angebot aus dem Iran zu flüchtern, allerdings soll sie ihre Tochter zurücklassen. Da Mahtob aber mittlerweile Angst vor ihrem Vater hat und sich in dem fremden Land mit der fremden Kultur noch immer nicht zurechtfindet, kann Betty ihre Tochter nicht im Iran lassen; zumal sie sich ja auch nicht von ihrer Tochter trennen möchte.
Auch habe ich gerade ein Buch von Rachel Gibson angefangen: Liebe, fertig los! In diesem Liebesroman gibt es eine junge Mutter, die alleine ihre Tochter aufzieht. Als sie erfährt, dass der leibliche Vater einen Teil des Sorgerechts haben möchte, hat sie plötzlich panische Angst, ihre Tochter zu verlieren, weil ihre Tochter ihre einzige Familie ist. Sie liebt ihre Tochter sehr und kümmert sich unglaublich liebevoll um sie, weil sie selbst nicht von ihrer Mutter gewollt wurde. Sie wurde von ihrer Großmutter aufgezogen, nachdem ihre Mutter sie bei dieser abgeladen hatte. Eigentlich hatte sie also eine Mutter; nur eben nicht ihre eigentliche Mutter.
Welche Mütter sind euch besonders im Gedächtnis geblieben? Rabenmütter oder sehr liebevolle, aufopferungsvolle Mütter? Oder irgendetwas dazwischen?

Liebe Grüße
Vanessa

Agatha Christie-Kurzgeschichten

Der Unfall von Agatha Christie

Kapitän Haydock und der ehemalige Beamte Evans unterhalten sich darüber, dass die Nachbarn von ihnen, die Merrowdenes ihm sehr bekannt vorkommen. Eigentlich ist es nur Mrs. Merrowdene, die Mr. Evans sehr bekannt vorkommt. Er glaubt, dass diese Frau damals ihren Mann umgebracht hat, aber natürlich kann er nichts beweisen. Damals wurde sogar die Frau des Verstorbenen verhaftet und angeklagt, aber man konnte ihr nichts beweisen. Er sucht also diese Verdächtige auf um ihr mitzuteilen, dass er ihr auf der Spur ist. Sie erzählt ihm, dass das Hausmädchen manchmal Tassen aus dem Labor nimmt und diese ohne sie zu spülen wieder in den Schrank stellt. Leider hantiert ihr Mann im Labor mit sehr giftigen Substanzen und diese befinden sich manchmal eben auch in den Tassen. Wenn also in dem Tee ihres Mannes ein Gift gefunden würde, dann wäre das nur ein bedauerlicher Unfall. Mr. Evans wird von Mrs. Merrowdene auf eine Tasse Tee eingeladen. Sie trinkt sogar aus der Tasse ihres Mannes und kann so den Verdacht des ehemaligen Beamten zerstreuen, doch dieser kann sich nicht lange über seinen Teilerfolg freuen…

Der Unfall von Agatha Christie ist eine Geschichte, die sich in dem Sammelband Der Unfall und andere Fälle befindet. Dort ist sie die erste Geschichte und steht anderen Geschichten ihrer Art aber auch Geschichten mit Ermittlern wie Miss Marple und Hercules Poirot gegenüber. Dieser Band enthält nämlich die letzte Miss Marple-Geschichte. Aber gut, nun zu der ersten Geschichte des Bandes.

Dieses enthält auch einen Ermittler, allerdings nicht im eigentlichen Sinne. Ich kenne beispielsweise Geschichten wie Das Spiegelbild und Die Puppe der Schneiderin, die ähnlich funktionieren. In beiden geschieht eine seltsame Begebenheit, aber sie kommen beide gänzlich ohne Ermittler aus. Der Unfall enthält einen Ermittler, doch dieser ermittelt nicht im eigentlichen Sinne, sondern konfrontiert mehr oder weniger direkt die angebliche Mörderin mit seinem Verdacht. Diese scheint mit diesem Verdacht sehr ruhig umzugehen.

Es fiel und fällt mir schwer Mr. Evans vernünftig einzuschätzen. Irgendwie wirkte er nicht wie ein normaler Ermittler. Er scheint die Mörderin als solche entlarvt zu haben, allerdings ohne sie wirklich als Mörderin ernst zu nehmen, denn er konfrontiert sie ja direkt mit seinem Verdacht und das ist nun schon ziemlich ungewöhnlich für einen normalen Ermittler. Auch was darüber hinaus seinen Charakter angeht, kann ich mich weder an andere Geschichten mit ihm erinnern noch fällt mir irgendwas zu seinem Charakter ein.

Insgesamt endete die Geschichte Der Unfall ziemlich abrupt und mit einigen Überraschungen, und war aufgrund der fast kompletten Ermittlerlosigkeit nicht ganz so mein Fall, wer aber mal auf etwas andere Kriminalgeschichten steht, der könnte mit dieser Geschichte durchaus auf seine Kosten kommen.

Der Buchtrinker von K. Huizing

Inhaltsangabe: Der Buchtrinker von Klaas Huizing

In dem Roman Der Buchtrinker von Klaas Huizing werden die zwei Geschichten von Johann Georg Tinius und Falk Reinhold erzählt. Die beiden leben nicht zur gleichen Zeit und der Leser erfährt erst nach und nach was eigentlich die Verbindung der beiden ist. Johann Georg Tinius lebte zwischen 1746 und 1846. Johann Georg Tinius wird, weil er ein gutes Gedächtnis hat von einem Pfarrer ausgebildet und so kommt er immer mehr mit Büchern und dem Lesen in Kontakt. Die Eltern sind nicht besonders begeistert davon, dass ihr Sohn nun eine geistliche Ausbildung bekommt, denn eigentlich wollten sie später, wenn er erwachsen ist, seine Hilfe. Tinius heiratet und verwendet das Geld der Frau für Bücher. Immer wieder kauft er sich neue Schätze und zieht sich von den Menschen um sicher herum zurück. Er weiß allerdings, dass er die Kontakte zu den Menschen pflegen muss, da diese die sind, die ihm Geld für neue Bücher leihen könnten. Deshalb heiratet er auch kurz nach dem Tod seiner Frau (nach Ablauf des Trauerjahres) eine andere Frau. Angeblich da seine Tochter ja eine Mutter brauche, aber er zieht sich immer weiter zurück. Nur seine Ziehsöhne dürften kurz in seine Etage, wenn sie ihm seine Bucheinkäufe nachhause schleppen. Als er irgendwann kein Geld mehr hat um sich neue Bücher zu kaufen, überfällt und ermordet er mehrere Personen und verwendet dieses Geld auf den Kauf neuer Bücher. Er wird für diese Verbrechen sogar verurteilt und schreibt im Gefängnis eigene Bücher.

Falk Reinhold studiert. Er hat eine Freundin, von der er sich allerdings trennt und er hat losen Kontakt mit seiner Mutter, der allerdings auch immer weniger wird. Falk versucht in seinem Zimmer so viele Bücher wie möglich unterzubringen und verspricht seiner Mutter am Telefon sogar, dass er versucht zumindest eines der Fenster nicht mit Regalen zu verstellen. Falk flüchtet sich immer mehr in seine Phantasiewelt und möchte deshalb auch die Werke von Tinius analysieren. Dafür muss er diese aber erst einmal besitzen. Eines der Bücher hat er zufällig in einem Antiquariat entdeckt, aber an die anderen muss er irgendwie anders dran kommen und so begibt auch er sich auf Raubzug, allerdings stiehlt er die Bücher direkt. Eines nimmt er nach einer Auktion dem Höchstbietenden ab, indem er ihn überfällt. Ein anderes stiehlt er aus dem Haus des Mannes, indem er der Frau erzählt, dass man die Herausgabe der Forschung des Mannes plane und dafür noch einige Dinge aus dem Arbeitszimmer des Mannes benötige.