Allgemein

Inhaltsangabe: The Content Machine von Michael Bhaskar

Das Buch von Michael Bhaskar aus dem Jahr 2013 heißt The Content Machine und trägt den Untertitel Towards a Theory of Publishing. Bhaskar teilt sein Buch in sechs Kapitel ein und ergänzt es neben Einleitung und Fazit noch mit einer Bibliographie und einem Index.

In der Einleitung versucht Bhaskar zu klären was genau eigentlich das Publizieren ausmacht und bringt verschiedene Erklärungsversuche und Definitionen zusammen. Er merkt, dass sich die Publikationslandschaft in den letzten Jahrhunderten verändert hat und dass sie immer weiter im Umbruch begriffen ist, weshalb er es für nötig erachtet – vor allen in Zeiten von Self-Publishing und Internet – Verlegern etwas an die Hand zu geben, dass ihre Tätigkeit ausmacht, damit sie sich selbst verteidigen und die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit herausstellen können.

Kapitel 1 ist überschrieben mit The Problem of Publishing und behandelt dabei neben der Wortherkunft von Publishing auch die Schwierigkeit der Fassbarkeit von den zu publizierenden Medien, da man ja nicht nur Bücher, sondern auch Spiele und Musik publizieren kann.

Im zweiten Kapitel, The Digital Context and Challenge, geht er auf das digitale Publizieren ein und er bespricht die Unterschiede, die es zum normalen Publizieren gibt. Auch geht er auf die Konsequenzen, die das digitale Publizieren haben kann, näher ein.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit „How Content Works“ und geht dabei näher auf Frames ein, die von Verlegern genutzt werden, um ihre Bücher an den Mann oder die Frau zu bringen. Allgemein geht es in den Kapiteln 3, 4 und 5 um vier verschiedene Kategorien, die er sich für seine Theorie ausgedacht hat und auf die er näher eingeht.

Kapitel 4 (The System of Publishing) behandelt deshalb Filtering und Amplification, die wie die Frames und die in Kapitel 5 behandelten Models zu den Kernkompetenzen eines Verlegers gehören. Beim Filtering geht es eben darum, dass ein Verleger nicht alles veröffentlichen kann und will und bei der Amplification geht es grob gesagt um alle möglichen Möglichkeiten des Marketings.

Kapitel 5 behandelt die Models, die Bhaskar grob gesagt in zwei verschiedene Models einteilt. Für ihn gibt es die „For-Profit“- und die „not-for-Profit“-Models. Natürlich wollen viele Verlage Geld mit ihren Veröffentlichungen verdienen, aber manche legen auch Wert darauf besonders schöne Ausgaben zu machen oder wichtige Texte, weil sie religiös, politisch oder ästhetisch wertvoll sind, zu veröffentlichen. Hier können sich Models sogar vermischen, was eigentlich sogar der Regelfall ist.

Kapitel 6 Adressing Problems, Meeting Challenges beschäftigt sich mit dem den zuvor vorgestellten Kategorien eingeordnet in ein System, außerdem geht es darum welche Möglichkeiten Verleger in Zukunft haben, um nicht überflüssig zu werden und es geht beispielsweise um andere Modelle wie Open Access.

Im Fazit versucht Bhaskar optimistisch in die Zukunft zu blicken und positiv auf die neuen Technologien, die den Verlegern ja auch Vorteile bringen können, zu reagieren.

Montagsfragen

Montagsfrage: 2. September 2019

Montagsfrage: Welches Buch hat dich das letzte Mal so richtig inspiriert?

Hallo ihr Lieben,

Antonia will heute von uns wissen welches Buch uns das letzte Mal so richtig inspiriert hat. Ich glaube nicht, dass mich ein Buch in letzter Zeit so richtig inspiriert hat, aber ich fand Buchstäblich Liebe von Ali Berg und Michelle Kalus ziemlich gut und gegebenenfalls auch inspirierend.
Wie ist das bei euch? Welches Buch hat euch als letztes inspiriert?

Liebe Grüße
Vanessa

Kurze Geschichten

Rund um’s Lesen: Kurze Geschichten

Heute soll es im Rund um’s Lesen-Beitrag um kurze Geschichten gehen. Und ich meine damit gar nicht Kurzgeschichten wie man sie aus der Schule kennt oder in Geschichtsanthologien findet, sondern kurze Geschichten. Also wirklich kurze Geschichten. Also wirklich richtig kurze Geschichten. Hemingway schrieb einst eine Geschichte über Babyschuhe. Und er hat dafür nur sechs Wörter gebraucht.

Wahrscheinlich denkt ihr euch jetzt: Ja, gut. Das kann ja gar keine richtige Geschichte sein, denn wie soll man eine ganze Geschichte mit nur sechs Wörtern schreiben? Ich bin nicht sicher, ob ich die Geschichte hier schreiben darf, da müsste man sich wahrscheinlich mal über Textdefinitionen streiten und darüber diskutieren, ob sechs Wörter schon das geistige Eigentum von jemandem sein können. Die Geschichte lautet: „For sale: Baby shoes. Never worn.“ Auf Deutsch wäre das dann sogar nochmal kürzer: Vier Wörter: Zu verkaufen: Babyschuhe, ungetragen.

Ist das eine Geschichte, oder was? Diese paar Wörter reichen, damit sich im Kopf ganze Welten entwickeln. Als ich diese Geschichte (übrigens bei Maryanne Wolf) das erste Mal las, dachte ich erst, dass da jemand Kinderschuhe verkauft, weil die Eltern diese nicht schön fanden oder weil es andere Gründe gab, die Schuhe nicht zu tragen. Im ersten Moment habe ich gar nicht an die anderen möglichen Gründe gedacht: Die Babyschuhe sind ungetragen und werden verkauft, weil es niemals jemanden geben wird, der sie tragen könnte.

Ich fand meine erste Reaktion irgendwie positiver, obwohl Hemingway vermutlich die letzter intendiert hat (ohne mich jetzt um die Autorenintention streiten zu wollen). Er wollte mit ein paar Wörtern eine ganze Geschichte erzählen und das gelingt ihm, denn man denkt unweigerlich darüber nach, wer diese Schuhe gekauft hat, in welcher Situation, und was genau konnte passieren, dass diese dann nicht mehr gebraucht werden und warum werden die Schuhe dann verkauft und nicht behalten oder gar weggeworfen? Hinter diesen paar Wörtern könnte sich jede Lebensgeschichte verbergen und auf die aufgeworfenen Fragen bekommt man wohl so schnell keine Antworten. Man kann sich wahrscheinlich ein ganzes Familienepos dazu ausdenken, oder einen Krimi oder ein Kriegsmelodram. Die Geschichte lässt sich also in so ziemlich jedes bekannte negative Genre einordnen und entsprechend interpretieren.

Es gibt noch ähnliche Versuche von anderen Schriftstellern, aber wenn ihr mich fragt, ist niemandem eine so beeindruckende sechs-Wörter-Geschichte gelungen wie Ernest Hemingway. Das merkt man auch daran, dass mir diese Geschichte schon seit Monaten nicht mehr aus dem Kopf geht. Ich stelle mir die oben aufgeworfenen Fragen tatsächlich und es quält mich, nicht zu wissen, was genau passiert ist.

Was haltet ihr von solchen kurzen Geschichten? Ist das schon ein Text? Ist das eine Geschichte? Oder einfach nur ein Satz, der nichts zu sagen hat und der nichts in euch auslöst? Ist vielleicht das Auslösen von Emotionen ein Kriterium für einen Text? Kennt ihr ähnliche kurze Geschichten?

Allgemein

Rezension: The Content Machine von Michael Bhaskar

Michael Bhaskar versucht in der Einleitung erst einmal seinen Standpunkt klarzumachen, was sehr hilfreich ist, wenn man sich vorher noch nie mit den Problemen von Verlegern auseinandergesetzt hat. Darüber hinaus ist es auch hilfreich, weil man erst durch die Zusammenstellung von verschiedenen Meinungen das breite Spektrum was a) ein Verleger alles tut und b) was ihre Selbstwahrnehmung ist besser versteht.

Der Aufbau danach wirkt, wie ihr vielleicht an meiner Inhaltsangabe gemerkt habt, auf den ersten Blick erst einmal sehr übersichtlich und logisch geordnet, aber auf den zweiten Blick hatte ich beim Lesen immer wieder den Eindruck, dass Bhaskar selbst abschweift. Manchmal fragte ich mich, was das denn jetzt eigentlich mit der Sache zu tun hatte und habe einfach den Punkt nicht verstanden. Daran kann natürlich auch die englische Sprache Schuld gewesen sein, weil ich den Text ehrlich gesagt nicht besonders verständlich fand. Okay, es war ein englisches Fachbuch und eine Materie, mit der ich mich vorher kaum auseinandergesetzt hatte und viele der Ideen und Ansätze gar nicht kannte, aber auch, dass Bhaskar mit mindestens 2 Dutzend verschiedenen Theoretikern von Genette bis hin zu Latour, Goffman oder Bourdieu um sich schmiss erleichterte das Verständnis nicht gerade.

Was mir aber im Gegensatz dazu eigentlich recht gut gefallen hat, war, dass ich so viele Namen kannte; wenn ich sie auch nur schon mal irgendwo gehört hatte. Das ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, dass ich mich nicht gut genug in sämtlichen Theorien auskenne um direkt zu verstehen, was Bhaskar meinte. Die Idee viele Philosophen, Soziologen, etc. heranzuziehen, um eine Idee/Theorie für ein praktisches Betätigungsfeld aufzubauen, fand ich toll.

Im Grund macht Bhaskar aber nichts grundlegend Neues. Viele seiner Ideen sind schon mal irgendwo erwähnt worden, er ordnet sie nur neu, interpretiert sie anders, überträgt sie auf das Verlegen von Büchern und macht daraus ein großes Netzwerk an Kausalbeziehungen.

Insgesamt kann man The Content Machine von Michael Bhaskar auf jeden Fall mal lesen, wenn man sich für die Prozesse hinter dem Verlegen von Büchern interessiert, und dafür eine theoretische Grundlage sucht.

Allgemein

Inhaltsangabe: Für Emma & ewig von Lori Foster

In dem Roman Für Emma & ewig von Lori Foster aus der Reihe der Buckhornbrüder geht es um die junge Emma, die hinter Casey Hudson, den jugendlichen Sohn von Sawyer, dem ältesten der Buckhorn-Brüder, her ist. Emma behauptet vor ihren Eltern, dass sie von Casey schwanger ist und wird deshalb von ihrem Vater zu Casey und seiner Familie gebracht. Emma türmt in der Nacht aus Caseys Zimmer und verschwindet für acht Jahre. Mitten in der Nacht trifft Emma zusammen mit Damon, ihrem Ziehbruder, auf Casey, der sie mit in die Stadt nimmt. Er erkennt Emma nicht wieder, denn ihre Haare sind nicht mehr gefärbt, sie ist nicht mehr so stark geschminkt und hat sich auch sonst verändert. B.B., Emmas Hund, versteht sich gut mit Casey und so kann sich auch Emma nicht lange gegen Caseys Charme wehren. Casey will nicht noch einmal zulassen, dass sich Emma einfach wieder aus dem Staub, deshalb bietet er ihr an, dass er sie herumfährt so lange ihr Auto nicht repariert ist. Emma ist in Buckhorn um ihren Vater zu besuchen, der einen Schlaganfall hatte. Sie ist erfolgreich in ihrem Job als Masseurin und stolz darauf. Damon ist Sohn der Familie, die Emma aufnahm, nachdem sie von zuhause weglief. Obwohl er Emma mag und attraktiv findet, mag er sie nur als Schwester und nicht als Frau. Casey begleitet Emma ins Krankenhaus und findet so heraus, dass sie damals nicht wegen ihres Vaters die Stadt verließ, sondern wegen ihrer Mutter. Casey findet nach einigen Tagen heraus, dass Emmas Mutter Alkoholikerin ist und Emma es irgendwann nicht mehr mit ihren Eltern aushielt. Emma besucht ihren Vater regelmäßig, aber mit ihrer Mutter will sie nichts zu tun haben und so besucht sie ihre Mutter nicht einmal. Mit Casey und dessen Familie verbringt sie aber viel Zeit bis sie einen Anruf bekommt. Auf dem Parkplatz des Motels, in welchem Emma lebt, pöbelt ihre Mutter herum. Emma weiß, dass sie betrunken ist und versucht sie überhaupt nicht zu verstehen, sondern nur, sie zu beruhigen. Als Emmas Mutter zusammenbricht, merkt sie, dass sie nur eine Möglichkeit hat, wenn sie nicht will, dass Emma ihr ihren Mann vorenthält, denn Emmas Vater wird in den nächsten Wochen und Monaten viel Hilfe brauchen und sie möchte ihn mit sich nehmen. Emmas Mutter hat nur die Chance: Sie geht in Therapie und kann so regelmäßig ihren Mann sehen. Casey verliebt sich wieder in Emma und möchte sie in seiner Nähe wissen. Emma ihrerseits liebt auch Casey, sodass sie beide gucken müssen wie sie ihre Leben umstrukturieren können.

Allgemein

Rezension: Für Emma & ewig von Lori Foster

Dieser Roman gehört in die Buckhorn-Brüder-Reihe und beschäftigt sich mit dem Sohn des ältesten Bruders. Um den Jungen haben sich die Brüder alle gemeinsam gekümmert, denn die Brüder halten alle eng zusammen. Deshalb werden diese auch wieder erwähnt und spielen auch hier wieder eine Rolle. Man hat so das Gefühl, dass man die Familie schon kennt, denn nicht nur die Brüder, sondern natürlich auch deren Frauen und Kinder spielen hier eine nicht unmaßgebliche Rolle. Emma ist am Anfang keine besonders sympathische Figur, wird allerdings im Laufe des Romans immer sympathischer, denn sie kümmert sich um ihre Eltern, versöhnt sich mit Casey und erzählt ihm, warum sie damals flüchten musste und auch die Andeutung zu dem Verdacht, dass sie damals ein allseits beliebtes Diner in der Stadt angezündet hat kurz bevor sie aus der Stadt verschwunden war, stellt sich als falsch heraus. Emma muss irgendwie mit ihrer Situation umgehen, denn eigentlich will sie zurück nachhause, aber sie muss und will sich auch um ihren Vater kümmern und da auch ihre Mutter ihre Hilfe brauchen kann, ist sie auch bereit dieser zu helfen. Das macht sie zu einem sehr sympathischen Charakter. Casey ist einer dieser typischen Männer dieses Genres, denn er kennt seine Gefühle eigentlich aber er steht nicht zu ihnen bis er irgendwann merkt, dass er sie wirklich liebt und steht nun auch dazu. Was mich gestört hat, war, dass es im Grunde nur hin und her ging zwischen Casey und Emma: Wir wollen zusammen sein, wir wollen nicht zusammen sein und wir wollen miteinander schlafen, wir wollen nicht miteinander schlafen. Das hat irgendwann genervt und war mir irgendwann zu viel. Abgesehen davon ist Für Emma & ewig von Lori Foster ein toller Roman und ich empfehle ihn gerne wieder.

Montagsfragen

Montagsfrage: 26. August 2019

Montagsfrage: Welche Beiträge verfasst ihr selbst am liebsten?

Hallo ihr Lieben,

Antonia möchte diese Woche wissen, welche Beiträge wir für unsere Buchblogs am Liebsten verfassen. Gute Frage!

Bei mir das ganz unterschiedlich. Es gibt Rezensionen, die ich wirklich gerne schreibe, weil mir besonders viel (ob gutes oder schlechtes) zu einem Buch einfällt und ich gerne darüber sprechen möchte wie toll ich ein Buch fand. Aber eigentlich mag ich auch so Posts über ’s Lesen ganz gerne; also alles zur Montagsfrage, mein Sub kommt zu Wort oder Rund um’s Lesen. Ich muss zugeben, dass ich dafür in den letzten Wochen leider viel zu wenig Zeit gefunden habe und dass ich mir dafür mal wieder mehr Zeit nehmen muss. Aber tatsächlich steht sogar ein Rund um’s Lesen-Post diese Woche (ist ja am Sonntag schon wieder der erste, ne?) auf meiner To-do-Liste.

Wie sieht es bei euch aus? Was schreibt ihr am Liebsten? Oder vielleicht auch am wenigsten lieb?

Liebe Grüße
Vanessa

The Tribe

Inhaltsangabe: Die Vorgeschichte: Amber und Dal von Linda Jensen

Im dritten Teil der Vorgeschichte: Amber und Dal von Linda Jensen lernen wir Amber und Dal kennen, welche zusammen in die Schule gehen. Amber ist eine gute Schülerin und gewinnt sogar einen Schülerwettbewerb mit einem Beitrag über Hausmüllreduktion, Dal ist eher zurückhaltend und deshalb hat er nicht viele Freunde, allerdings mag er Amber recht gerne und so werden die beiden Freunde und bleiben auch später noch zusammen, nachdem die Katastrophe eingetreten ist. Dals Schwester ist früh gestorben, seine Eltern sind ziemlich wohlhabend, was bei Amber Eindruck hinterlässt, aber nicht der einzige Grund zu sein scheint, dass sie ihn auch mag. Abgesehen von ihrer Klugheit, besitzt sie auch Mut, den sie zeigt, als Dal geärgert wird und traut sich in diesem Kontext auch zu zeigen, was sie gut und nicht gut findet und dafür einzustehen. Dal lernt auch Ambers Familienstruktur kennen, ihr Vater ist ein bekannter Schauspieler, Lucy ist ihre Stiefmutter, Solaris ihre Schwester. Gerade als sich Amber und Dal besser verstehen und Dal in Ambers Clique aufgenommen wird, erhalten sie die Nachricht, dass alle Erwachsenen auf der Welt mit einem tödlichen Virus infiziert wurden, sodass sie alle sterben werden, da es nirgendwo ein Gegenmittel gibt. Amber ist verzweifelt, als sie sich mit ihren Eltern und ihrer Schwester unterhalten hat, merkt sie, dass diese die Bedrohung nicht ernst nehmen und davon ausgehen, dass sie vor dem Virus sicher sind, da sie in einem Vorort leben. Amber ist aber davon überzeugt, dass sie alle bereits infiziert sind, wenngleich sie weiß, dass dies das Todesurteil für die älteren Mitmenschen, also ihre Eltern, bedeuten würde. Sie will für sie da sein und sich um sie kümmern. Amber und Dal merken, dass sie mehr zusammenhalten müssen und so versuchen sie sich gegenseitig Halt zu geben. Dal klammert sich an die Hoffnung, dass seine Eltern, da sie ausgezeichnete Ärzte und Forscher sind, die Epidemie aufhalten werden. Amber hofft auch, solange sein Vater noch keine Pusteln hat, doch als er sie bekommt, beschließt sie, sich um ihn zu kümmern, bis es zu Ende ist. Amber wird von ihrem Vater weggeschickt, Solaris und Lucy sind bereits gestorben und er will nicht, dass sie bleibt bis er tot ist, da er nicht glaubt, dass sie dort länger sicher ist. Schließlich ist nicht nur das Virus unter Umständen für sie und Dal gefährlich, sondern auch die Gruppen, die sich immer weiter ausbreiten und an immer weniger Regeln halten, da die gesellschaftlichen Strukturen und die Normen so langsam ins Wanken geraten.

Allgemein

Inhaltsangabe: Endlich frei von Mahtob Mahmoody

Endlich frei ist der Erfahrungsbericht von Mahtob Mahmoody, die sich in ihrem Buch auf ihre Erlebnisse im Iran und ihr Leben davor, aber hauptsächlich danach bezieht. Sie beschreibt in ihrem Buch, wie sie ihr Leben vor ihrem „Urlaub“ im Iran wahrgenommen hat. Außerdem beschreibt sie ihre Erlebnisse im Iran. Sie berichtet von Bomben und Bombenalarmen, wenn sie dafür um sich zu schützen in die Halle gerannt sind und dort gehofft und gebetet haben, dass die Bomben sie verfehlen mögen. Sie erzählt aber auch wie sie mit ihrer Mutter zusammen im Badezimmer heimlich gebetet hat, wie sie mit den Kindern gespielt, ferngesehen und das Spielzeug dort wahrgenommen hat. Aber auch von den Streitigkeiten ihrer Eltern berichtet sie. Weiterhin erzählt sie wie sie mit ihrer Mutter geflüchtet ist, oder zumindest von den bruchstückhaften Erinnerungen dieser Flucht.

Sie erzählt wie ihre Mutter oft auf Reisen war, weil sie ihr Buch und ihre politische Arbeit vorantreiben wollte. Dass sie auf eine christliche Schule ging, wie sich ihre Meinung zu Gott und damit auch ihr Glaube entwickelt haben, berichtet sie genauso, wie von ihrer Zeit auf einem christlichen Internat. Als sie dann auf’s College geht kommt sie mit weltlichen Gedanken in Konflikt immer wieder beschreibt sie, wie ihr Glaube ihr im Alltag Schwierigkeiten bereitet hat. Und natürlich beschreibt sie auch von seltsamen Dingen, die ihr immer wieder geschehen. Dass Türen offen sind, die abgeschlossen, abgeschlossen sind, die offen sein sollten. Sie erzählt von seltsamen Geräuschen, jeder Menge Umzügen und wie ihr Vater und andere Menschen in seinem Namen versuchen Kontakt zu ihr aufzubauen. Einmal will sie jemand mit ihrem Vater zusammenbringen, indem er eine Telefonverbindung zwischen ihnen herstellt und einmal will ein Dokumentarfilmer die Meinung und den Standpunkt ihres Vaters verfilmen und dafür sie und ihren Vater zusammenbringen. Mahtob erzählt aber, dass sie immer schon eine eigene Meinung zu ihrem Vater hatte und sie die Beziehung zu ihrem Vater selbst bestimmt. Immer wieder wenn sie sich dazu gedrängt fühlt, mit ihm in Kontakt treten zu sollen, zieht sie sich zurück und nicht einmal ihre Mutter kann sie dazu überreden mit ihm in Kontakt zu kommen.

Auch von ihrer Lupuserkrankung erzählt Mahtob, da sie immer wieder Symptome an sich wahrnahm, diese aber niemals in Zusammenhang bringen konnte, bis sie irgendwann an genau den richtigen Arzt kommt, der die Symptome verbindet, und erkennt, dass sie womöglich Lupus hat. Die Krankheit macht ihr immer wieder schwer zu schaffen und schränkt sie teilweise stark in ihrem Alltag ein, aber dennoch schafft sie es ihr Studium durchzuziehen, zuvor in die Schule zu gehen und sich immer wieder weiter zu entwickeln und obwohl sie hin und wieder einen Schub hat, hat sie das Glück, dass sie die richtigen Behandlungen erhält, die dafür sorgen, dass der Lupus teilweise sogar auf dem Rückzug ist. Das Ende Mahtob Mahmoodys Erfahrungsberichts ist sehr offen.

Allgemein

Rezension: Endlich frei von Mahtob Mahmoody

Ich muss zuvor sagen, ich hatte sowohl Nicht ohne meine Tochter als auch Aus Liebe zu meiner Tochter von Bett Mahmoody gelesen. Die beiden Bücher haben mich tief bewegt und beeindruckt und als ich dann sah, das Mahtob nun ihre Geschichte herausgebracht hat, wollte ich sie auch unbedingt lesen. Nun ja, wie das immer so ist hat es dann noch eine ganze Zeit gedauert, bis ich dann letztendlich wirklich dazu kam, ihn zu lesen. Das Buch beschreibt in verschiedenen Abschnitten, wie ich es in der Inhaltsangabe beschrieben habe, das Leben von Mahtob. Ich las dann während ich das Buch schon las, einige Rezensionen auf den entsprechenden Seiten und muss sagen, dass ich einen Aspekt genauso bestätigen kann. Das Buch hat seine Längen und vor allem die Zeit in den diversen christlichen Schulen, die sicherlich nur dazu dienen ihre eigene Geschichte zu reflektieren, wirken naiv, und so als sei die Autorin in ihren Ansichten festgefahren und könnte andere Ansichten kaum als das anerkennen was sie sind: Andere Meinungen. Ich hätte wirklich nicht so viele Infos über ihre Zeit in den Schulen und Auseinandersetzung mit ihrem Glauben gebraucht. Aber abgesehen davon habe ich bei vielen Rezensionen den Kopf geschüttelt. Dort wurde bemängelt, dass Mahtobs wankelmütiges Auftreten (mal habe sie ihrem Vater verziehen dann mal wieder nicht) total unglaubwürdig rüberkommen. Und ich finde, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Wenn sie total kohärent gesagt hätte, ja ich habe ihm verziehen, dann hätte ihr das niemand glauben können, aber dass sie auch keine 20 oder 25 Jahre in Verbitterung gelebt haben kann und sie ihm niemals verziehen hat, dass hätte auch niemand geglaubt. Natürlich kann man das nachvollziehen, wenn man sich die Autorin als lebendiges Wesen vorstellt und nicht als irgendeine Romanfigur. Mahtob hat eben viele Facetten und eine davon möchte ihrem Vater vergeben, möchte ihn vielleicht sogar wieder lieb haben, aber eine andere kann (und will) das vielleicht nicht. Also hat sie ihm vergeben, aber nur so lange er sie in Ruhe lässt, so lange eben wie sie das Gefühl hat, ihr Leben wieder im Griff zu haben und nicht durch Entscheidungen bestimmt zu werden, die irgendwelche Erwachsenen vor etlichen Jahren getroffen haben und von einer (doch im Verhältnis recht kurzen Zeitspanne). Sie kann ihm aber nicht verzeihen, wenn er sich gerade mal wieder in ihr Leben einmischt. Wenn er mal wieder kommt und sie in Angst versetzt. Und das ist eben auch so ein Thema. Sie hat immer noch Angst vor ihrem Vater, obwohl sie es eigentlich überhaupt nicht möchte. Sie möchte wenn nicht von ihm geliebt, so doch zumindest von ihm in Ruhe gelassen werden und wenn er sich dann mal wieder in ihr Leben mischt, bekommt sie Angst. Mit Sicherheit ohne es zu wollen und dann ist sie wütend: auf die Angst selbst, weil sie ihr Leben bestimmt, auf ihren Vater, weil er ihr Angst macht und auf sich selbst, weil sie sich Angst machen lässt. Und dann ist sie so ängstlich, dass sie wütend wird, wie ein Hundchen, dass zubeißt, weil man es in die Ecke drängt. Und wenn sie wütend ist, kann sie ihrem Vater nicht verzeihen. So ist die Situation zumindest wie sie sich mir darstellt.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Ende zu abrupt kam. Man hat auf den letzten Seiten überhaupt keine richtige Entwicklung mehr gesehen, aber auch einmal scheint sie ja für sich das Gefühl zu haben, dass sie wieder frei ist. Mich hätte interessiert, was sie in der Zeit, in der sie wieder mit dem Freund ihres Vaters in Kontakt getreten ist, gefühlt, gedacht und erlebt hat. Das hätte für mich mit in das Buch hineingehört und vielleicht dazu geführt, dass man den Titel besser versteht. Denn dieser Freiheitsprozess (der Prozess also, sich freizukämpfen) den kann man gut an Mahtob erkennen, aber für mich fehlte die Erklärung für den Zustand, den sie am Ende erreicht hat: Freiheit. Auch die Verschiebung der verschiedenen Perspektiven war für mich am Anfang schwierig. Mahtob erzählt von einem Traum aus ihrer Kindheit, aber nach der Zeit im Iran, dann von einer Frau, die sie wohl vor Jahren oder so im Flugzeug kennengelernt hat und dann setzt sie mit der Zeit vor dem Iran ein, aber wenn ich das richtig im Kopf habe, springt sie auch unabhängig davon immer wieder in der Zeit um gewissen Dinge zu erläutern oder kleinere Anekdoten zu erzählen. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Klarheit gewünscht.

Gut finde ich auch, auch wenn es beim Lesen etwas störend ist, dass die Flucht nur sehr bruchstückhaft beschrieben ist, das macht sie vorher noch sehr deutlich und sie beschreibt in dem Zuge auch, weshalb. Sie kann sich nicht mehr an alles erinnern und will nur eigene Erinnerungen wiedergeben. Die Lösung das Ganze also in einzelnen Episoden darzustellen, hat mir, um die Konsistenz zu wahren, sehr gut gefallen.

Insgesamt ist Endlich frei von Mahtob Mahmoody ein toller Erfahrungsbericht, der den Eindruck vermittelt, dass die Dinge genau so geschehen sind oder zumindest genau so beschrieben sind wie sich die Autorin erinnert. Das macht das Buch sehr sympathisch und hat mir gut gefallen. Und hier noch ein kleines Augenzwinkern an den Verlag: Wenn ihr Bloggern schon anbietet, dass sie Rezensionsexemplare bekommen können und ihr schreibt, dass ihr euch in den nächsten Tagen bei demjenigen meldet, dann macht es auch. Ich warte immer noch (seit beinahe zwei Jahren) auf eine Antwort des Verlages, ob ich das Buch als Rezensionsexemplar bekomme. Niemand sagt etwas, wenn man es nicht bekommt, aber Bescheid möchte man dann doch wissen.