Herzblitze von K. Valentin

Inhaltsangabe: Herzblitze von Kristina Valentin

Felicitas Morgenstern wird am Abend ihres 46. Geburtstags von einem Blitz getroffen. Als sie aufwacht, erinnert sie sich an nichts mehr, was im letzten Jahr passiert ist, das nach Aussagen ihrer erwachsenen Tochter und ihrer Schwester ein „schwieriges Jahr“ war. Feli muss in den folgenden Wochen und Monaten lernen, mit der Lücke klarzukommen und verstehen, was im letzten Jahr passiert ist.

Feli wurde kurz vor dem Unfall von ihrem Mann verlassen und ihre beste Freundin ist an Krebs gestorben. Vielleicht hat sie sich deshalb im letzten Jahr extrem verändert: Sie hat viel abgenommen, alles in ihrem Haus sortiert, ausgemistet und ihren Garten auf Vordermann gebracht. Das sind aber nur die Veränderungen, die sie direkt wahrnimmt, aber was in den Beziehungen zu den Menschen in ihrem Umfeld passiert ist, versteht sie erst einmal nicht, denn die wenigsten sind direkt bereit alles aufzudecken, schließlich hat es ja wahrscheinlich einen Grund, dass sie nur das letzte Jahr vergessen hat.

Sie lernt außerdem eine Freundin kennen, die sie erst im letzten Jahr gewonnen hat: Die Tierärztin Iris, die ihr einen Hund aus dem Tierheim vermittelt hat, mit dem sie wenige Tage nach dem Blitz vor ihrer Haustür steht. Fridolin ist ein braver Hund und sie versteht sich sofort mit ihm und ist sehr froh, dass sie nicht alleine sein muss. Ihre Tochter ist im letzten Jahr ausgezogen, um auf die Universität zu gehen und ihre Schwester Merle scheint stinksauer zu sein. Ihr Ex-Mann Mark kommt immer noch regelmäßig in ihr Haus, weil er dort ein Büro hat, von dem er behauptet, dass er es nicht aufgeben kann und dessen Mutter nervt Feli mit diversen Dingen, die diese für sie erledigen soll.

Als sie zurück ins Büro kommt nach ihrer Krankschreibung muss sie sich erst einmal wieder eingewöhnen, aber nach den ersten Anfangsschwierigkeiten findet sie die meisten Vorgänge und Aufträge in ihren Mails und Notizen, sodass sie mit den meisten Dingen ganz gut klarkommt. Auch ihre Kollegen nehmen sie sehr freundlich wieder auf und helfen ihr wo sie nur können. Zufälligerweise fängt eine Woche später auch ein neuer Kollege an: Sebastian kommt eigentlich aus Irland, hat einen schottischen Nachnamen und lebte zwischendrin noch in den USA und ist jetzt in Deutschland und arbeitet im Beerdigungsinstitut, in dem auch Feli im Büro arbeitet.

Feli mag ihren Job und die Atmosphäre unter den Kollegen: Es ist ihr Anliegen für die Hinterbliebenen einen schönen Moment der Trauer zu gestalten und sie tun was dafür nötig ist: Draußen mit den Trauernden einen Trinken, die Blumen entsprechend arrangieren und die passende Musik auswählen, mit der trauernden Witwe die Friedhöfe der Stadt abklappern um den passenden Friedhofsplatz zu finden oder ihren Hund den hinterbliebenen Ehemann trösten lassen. Das alles gehört dazu und diese Arbeit bedeutet Feli viel und so beschließt sie das Angebot ihrer Chefin anzunehmen und fortan ganztags zu arbeiten und eine Ausbildung zu beginnen.

Ihr Ex-Mann ist von diesen Entwicklungen nicht begeistert und erst recht nicht als er mitbekommt, dass Sebastian nicht nur ein kollegiales und ein freundschaftliches Interesse an Feli hat. Diese wiederum mag Sebastian ebenfalls sehr, doch auch dieser hat Geheimnisse vor ihr. Werden Felis Erinnerungen irgendwann zurückkommen? Kann sie sich endlich von ihrem bescheuerten Ex-Mann lösen? Und haben Sebastian und Feli eine gemeinsame Zukunft?

Herzblitze von K. Valentin

Rezension: Herzblitze von Kristina Valentin

Herzblitze von Kristina Valentin geschrieben, die auch unter dem Pseudonymen Kristina Günak und Kristina Steffan schreibt, hat unter dem Nachnamen Valentin bisher nur drei Bücher veröffentlicht. In Herzblitze geht es um die frisch getrennte Feli, die von einem Blitz getroffen das letzte Jahr vergisst.

Die Idee ist wirklich interessant: Ein partieller Gedächtnisverlust, der sich einzig und allein auf das letzte, ziemlich bescheidene Jahr beschränkt. In dem Jahr ist viel passiert und man merkt erst einmal wie viel in einem Jahr eigentlich passieren kann, wenn das ganze Jahr weg ist. Hier gehören nicht nur die oben beschriebenen persönlichen Veränderungen, sondern auch Freundschaften und Familienbeziehungen dazu. Manche Sachen ändern sich, von denen man das eigentlich gar nicht will, und bei wieder anderen kann man sich nicht erklären warum man da nicht schon längst etwas dran geändert hat.

Interessant finde ich wirklich, dass diese Art von Büchern eigentlich eher jüngere Leute ansprechen und damit auch eher jüngere Protagonisten haben. Mit 46 Jahren ist Feli natürlich noch nicht alt, aber älter als viele andere Protagonistinnen in ähnlichen Büchern. Durch ihren partiellen Gedächtnisverlust steht sie jetzt vor den Fragen: Was will sie mit ihrem Leben eigentlich anfangen? Ist ihr bisheriges Leben so verlaufen wie sie sich das gewünscht hat? Was muss sie dringend ändern, um wirklich glücklich zu sein und wer sind die wichtigen Menschen in ihrem Leben? Für Feli ist es endlich mal Zeit an sich selbst zu denken und zu spüren, dass es ganz in Ordnung ist, wenn man mit Waffeln, eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa sitzt und Serien suchtet.

Und neben dieser reflektierten, selbstfindenden Seite, hat das Buch noch eine (eigentlich zwei) weitere: Eine Liebesgeschichte. Felis Ex-Mann hat sie nicht nur betrogen, er lacht sie aus, behandelt sie schlecht, interessiert sich nicht für ihre Gefühle, erpresst sie emotional (wenn ich das Büro in deinem Haus nicht benutzen darf, müssen wir das Haus verkaufen) und versucht immer noch über ihre Lebensentscheidungen zu bestimmen. Aber Feli lernt auch, dass es noch andere Männer gibt: Sebastian, ihr neuer Arbeitskollege, ist nicht nur nett und hilfsbereit, sondern auch für Feli da und sie scheint ihm wichtig zu sein. Er glaubt an sie und ihre Fähigkeiten und so entspinnt sich nach und nach eine zarte Liebe.

Aber Herzblitze hat noch eine Seite, die sehr behutsam das ganze Buch begleitet. Durch einen Unfall oder eine Krankheit kann das Leben jederzeit vorbei sein, also sollte man es nicht nur mit Bedeutung füllen und glücklich leben. Auch der Abschied von geliebten Menschen wird in diesem Buch thematisiert, weil Feli in einem Bestattungsinstitut arbeitet. Trauer und Tod werden hier nicht mit der pauschalen Gefühlskeule beschrieben, sondern sachte und zart. Trauer ist nicht einfach nur Verlust, sondern auch Gedanken, Liebe, Vermissen und Trost. Das zeigt Feli bei jedem einzelnen der Trauerfälle immer wieder und diese Seite des Romans hat Herzblitze für mich zu etwas sehr bedeutetem gemacht.

Ich fand den Roman nicht nur schön und traurig, sondern auch in seiner Traurigkeit schön und so empfehle ich Herzblitze von Kristina Valentin gerne weiter.

 

 

 

Vielen Dank an den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!

Leseaktionen

Mein SuB kommt zu Wort Oktober 2020

Hallo ihr Lieben,

auch diese Woche bin ich wieder dabei. Wie immer stellt mir Annas Sub drei gleiche Fragen und eine vierte, die jeden Monat anders ist. Nun aber gleich zu den Fragen:

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Vanessa hat in letzter Zeit viel gelesen und viel rezensiert und so bin ich ein bisschen geschrumpft. Inzwischen bin ich also nur noch 42 Bücher dick.

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Vanessa hat tatsächlich drei neue Bücher auf mir. Dazu gehört der vierte Teil der Fool’s Gold-Reihe Nur die Küsse zählen von Susan Mallery, das Hörbuch Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà & Sílvia Tarragó und der zweite Band der Reiter des Himmels-Reihe Erbe des Mondes von Linda Winter.

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Da Vanessa im letzten Monat so viel gelesen und rezensiert hat, ist es gar nicht so leicht zu sagen, welches Buch mich genau als letztes verlassen hat. Aber eines der letzten Bücher war der Abschluss der Blackcoat Rebellion-Trilogie Das Schicksal der Zehn von Aimée Carter. Das Buch hat ihr, soweit ich weiß, gut gefallen. Da es ein Rezensionsexemplar war, hat sie es nicht nur bereits rezensiert, sondern diese auch schon hochgeladen. Die Rezension findet ihr hier.

  1. Lieber SuB, der Oktober bringt die typische Gemütlichkeit des Herbstes mit sich und damit auch Lesezeit. Somit hat dein Besitzer*In doch endlich Zeit, sich den dicken Schmökern auf deinem Stapel zu widmen. 😉 Also zeig uns mal ein paar Bücher, die mehr als 500 Seiten haben.

Rückblick Juli: Wie ich schon befürchtet hatte hat Vanessa von den vorgeschlagenen Sub-Leichen nichts gelesen, aber da ich da keinen Druck machen möchte, werde ich darauf nicht pochen. Im August durfte ich nicht teilnehmen, sodass es dort keinen Rückblick zu gibt.

Rückblick September: Im September hatte ich Vanessa zwei Bücher mit H empfohlen, von denen ich aber schon befürchtet hatte, dass sie keines lesen wird, weil des eine Kurzgeschichten und das andere eine Weihnachtsgeschichte waren. Zu der Weihnachtsgeschichte könnte sie durchaus in den nächsten Wochen/Monaten noch greifen, aber auf die Kurzgeschichten hat sie noch immer nicht so viel Lust. Da sie aber auch fleißig weiter an den Detektiv Conan-Bänden gelesen hat und ich diese ja als mögliche Reihentitel vorgestellt hatte, würde ich die Aufgabe mal als erfüllt werden. Hoffentlich kann ich bald mal wieder vernünftige Bücher zur vierten Frage vorstellen.

Zukunft: Da Vanessa mir gesteckt hat, dass sie im Moment nicht auf die ganz dicken Schinken steht, suche ich ihr wohl besser ein paar Reihentitel aus: Der erste Reihentitel, den ich vorstellen möchte, ist der zweite Band der Reiter des Himmels-Reihe Erbe des Mondes von Linda Winter, der zweite Reihentitel ist der vierte Band der Fool’s Gold-Reihe Nur die Küsse zählen von Susan Mallery. Beide Titel sind neu zu mir gekommen und Vanessa mag beide lesen.

Kennt ihr eine der beiden Reihen oder sogar einen der beiden Bände?

Liebe Grüße Vanessa

Lieblingsworte

Mutualität

Die Mutualität ist ein Substantiv, welches hauptsächlich bildungssprachlich verwendet wird. Es bedeutet genau wie Reziprozität Gegenseitigkeit oder Wechselseitigkeit und wird in einem ähnlichen Sinn verwendet. Mutualität kommt aus dem Französischen mutualité laut duden-online. Ich finde das Wort recht interessant, auch wenn ich es zuvor noch nie gehört hatte und erst einmal nicht wusste, was ich damit anfangen sollte. Mutualität ist außerdem ein Wort, das nicht einmal von Word erkannt wird und auch nicht besonders häufig im Internet verwendet wird. Ich mag dieses Wort eigentlich, aber ich denke nicht, dass ich es so häufig verwenden werde, denn ich wüsste nicht in welchem Kontext man dieses Wort öfter verwenden sollte.

Das Schicksal der Zehn von A. Carter

Inhaltsangabe: Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn von Aimée Carter

Nachdem die Rebellen, die für Gleichberechtigung und faire Wahlen eintreten, Anderswo erobert haben, soll Kitty Doe nun vor aller Welt ihre wahre Identität enthüllen: Eigentlich ist sie Kitty Doe, doch sie wurde vom Premierminister Daxton Hart als Lila Hart, seine Nichte, maskiert, obwohl auch er selbst maskiert wurde und eigentlich Victor Mercer ist.

Nachdem nun auch Celia, eine andere Rebellenführerin und Daxtons Schwester, von der wahren Identität von Daxton weiß, beschließt sie, einen Anschlag auf ihn zu planen. Da Celia bei solchen Dingen aber relativ kopflos vorgeht, wundert es Knox nicht, dass ihr Plan zwar aufgeht, aber die Folgen erst einmal nicht absehbar sind, denn schließlich stehen immer noch viele Menschen hinter Daxton, der nun zum Märtyrer geworden zu sein scheint. Doch Daxton kann seiner vermeintlichen Schwester den Sieg nicht gönnen und meldet sich lebendig zurück. Knox, der zweite Anführer der Rebellion, beschließt, zusammen mit Kitty nach Washington D.C. zu fahren, um dort aus dem Anwesen der Familie Hart die versteckte Akte über die Maskierung von Daxton aus dem Versteckt zu holen. Als Somerset kurz darauf angegriffen wird, wird Kitty gefangen genommen. Benjy und Kitty hatten kurz bevor diese Anderswo verließ eine Aussprache miteinander, in dessen Folge beide beschlossen haben, dass sie sich nicht mehr auf diese Weise lieben und besser kein Paar mehr sein sollten.

Nun soll sie der Nation schildern wie falsch sie mit ihren Anschuldigungen lag, was sie nach der Bedrohung von Greyson, ihrem Halbbruder, und Lila, ihrer Cousine, auch tut. Im letzten Band hat Kitty herausgefunden, dass Greyson ihr Halbbruder ist, da Hannah, ihre leibliche Mutter, eine Affäre mit Daxton hatte, und in der Folge sie geboren und nach Washington D.C. gebracht wurde. Da Lila und Greyson Cousin und Cousine sind, muss entsprechend auch Kitty eine Cousine von Lila sein.

Nachdem Kitty nun ihre Ansprache gehalten hat, ist sie Daxton nicht mehr nützlich und er beschließt, sie freizulassen. Lila möchte mit ihren den Platz tauschen, auch wenn sie weiß, dass Daxton vielleicht versuchen wird, Kitty zu töten. Kurz nach dem Start des Helikopters lässt Daxton diesen beschießen, worauf er abstürzt. Greyson erkennt, dass Lila und Kitty die Plätze getauscht haben, und trauert um seine Cousine, wobei für ihn der Tod beider Mädchen sehr schlimm gewesen wäre.

Daxton geht nun mit äußerster Brutalität gegen die Rebellen vor und lässt Anderso mit Bomben überziehen. Kitty und Greyson können nun tatenlos zusehen, obwohl sie versucht haben, Knox und die anderen Blackcoats zu warnen. Als nun auch noch Benjy und andere hingerichtet werden sollen, glauben Kitty und Greyson, den Krieg verloren zu haben. Doch kurz bevor Benjy hingerichtet wird, wird er von Daxton begnadigt und als sein Assistent eingestellt. Gemeinsam tüfteln sie den Plan aus, dass Kitty Daxton mit einer Waffe erschießen soll, die diese von einem der Minister erhält, da dieser den Verrückten keine Sekunde länger an der Macht sehen möchte.

Beim Anschlag wird Daxton nicht verletzt, doch durch Fernsehaufzeichnungen kommt Daxton dahinter, dass der Minister in die Sache verwickelt gewesen sein muss. Nachdem er ihn Tage lang gefoltert hat, gibt der Minister schließlich Kittys Namen Preis, sodass diese wohl keine zweite Chance für einen Anschlag bekommt.

Als Celia von Daxtons Leuten gefangen genommen wird, darf sie ein letztes Mal mit ihrer Familie essen und mit ihrer vermeintlichen Tochter die Nacht verbringen, um sich zu verabschieden. Natürlich hat Celia längst erkannt, dass es ich um Kitty und nicht um Lila handelt. Als sie bestätigt bekommt, dass ihre Tochter tot ist, sieht sie ihrer eigenen Hinrichtung noch ruhiger entgegen.

Am Morgen der Hinrichtung gibt es eine Planänderung: Lila (also Kitty) soll ihre eigene Mutter erschießen, wenn sie es nicht tut, wird Daxton sie bei lebendigem Leib verbrennen, was für ihre Mutter noch schmerzhafter sei. Kitty kann es nicht tun, drückt dann aber doch ab, wobei sie daneben schießt. In der Folge rebelliert das Volk, denn Lila ist nun einmal der Liebling der Volkes und dass sie nun ihre Mutter erschießen soll, finden selbst die Regimeanhänger nicht gut. Daraus entsteht ein Trubel, den Greyson und Kitty hoffen, gegen Daxton verwenden zu können…

Das Schicksal der Zehn von A. Carter

Rezension: Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn von Aimée Carter

Bei Das Schicksal der Zehn von Aimée Carter handelt es sich um den dritten und letzten Teil der Blackcoat Rebellion-Trilogie.

Vor allem der Einstieg in den Band fand ich gut, denn Kitty erwähnt in ihrer Rede noch einmal alle wichtigen Informationen, die die Leserin zum Verstehen der folgenden Handlung braucht, was sie nicht öffentlich erzählt, geht sie zumindest gedanklich nochmal durch, sodass man den dritten Band auch mit etwas mehr zeitlichem Abstand lesen kann. Dennoch ist man bei der Reihe gut beraten die drei Bände (Das Los der Drei, Die Bürde der Sieben und Das Schicksal der Zehn) in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Die Handlung fand ich ziemlich spannend, obwohl mir in den ersten etwa 40 Seiten etwas wenig passierte, aber danach hat die Handlung ordentlich an Fahrt aufgenommen und die Wendungen kamen auch da im Minutentakt, dennoch fand ich das Buch nicht ganz so nervenaufreibend wie das zweite beispielsweise, was ich durchaus positiv fand. Wie die Protagonistin von Handlungsort zu Handlungsort gespült wird und ständig versuchen muss zu überleben, hat mich auch beim dritten Teil mal wieder fasziniert und es gab schon relative viele Ortswechsel.

Die Figuren mochte ich wieder sehr und vor allem Kitty hat seit dem letzten Band eine sehr rasche, aber schöne Entwicklung mitgemacht. Im letzten Band ging sie mir mit ihrem ständigen Ungehorsam ja gehörig auf die Nerven, wobei mich eher gestört hat, dass sie und Knox einfach nicht miteinander geredet haben und das viele der Entscheidungen deutlich vereinfacht hätte und man an einigen Stellen vielleicht schlimmere verhindern hätte können. Darüber hinaus mag ich auch Knox sehr gerne, der sich in diesem Band auch etwas offener Kitty gegenüber gegeben hat. Benjy ist nach wie vor der nette Typ von nebenan und manchmal dachte ich schon, dass dieser Mann viel zu nett, freundlich und uneigennützig ist und dass er so vollkommen unrealistisch wirkt, wobei er natürlich vor allem Kitty gegenüber so ist, weil er sie liebt. Aber bei den anderen wirkte es auf die Dauer schon komisch.

Zwischen dem zweiten und dem dritten Band dürften etwa drei bis vier Wochen vergangen sein. Was mich vor allem sehr irritiert ist, dass Kitty im zweiten Band bereit ist zu sterben, weil sie ihren Freund für tot hält und ohne ihn nicht weiterleben möchte. Im dritten Band trennen sich Benjy und Kitty ziemlich schnell und das einvernehmlich, weil sie solche Gefühle, wie man sie als Liebespaar haben müsste, einfach nicht füreinander haben. Das ergab für mich keinen Sinn.

Ich mochte im dritten Teil, dass die Spannung so lange hochgehalten wurde: Es geschieht immer mehr, damit die Rebellion und vor allem Kitty und Greyson die Rebellion für beendet und gescheitert halten. Dazu gehört, dass Kitty gefangen genommen wird, Anderswo bombardiert wurde, Knox stirbt, viele Rebellen werden gefangen genommen, Benjy soll hingerichtet werden, Celia wird gefangen genommen und soll hingerichtet werden, Lila kommt ums Leben.

Auch als Leserin denkt man sich: Das kann doch jetzt noch nicht das Ende gewesen sein und dann geht auch noch der Anschlag auf Daxton daneben. Die Folterszene fand ich wirklich schlimm und fand das in einem Jugendbuch dann doch schon ziemlich grenzwertig. Man sollte sich also wirklich überlegen, ob man den Abschluss der Trilogie mit den ganzen Morden, Hinrichtungen, Kriegshandlunge und der Folter lesen möchte. Aber vor allem der Anschlag, der daneben ging, scheint das Schicksal der Rebellen zu besiegeln und man bibbert als Leserin, ob die Trilogie wirklich so enden kann…

Insgesamt hat mir der dritte Teil der Reihe Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn von Aimée Carter wirklich gut gefallen. Handlung, Figuren und Stil bildeten für mich ein stimmiges Gesamtbild, sodass ich diesen dystopischen Roman mit gesellschaftskritischen Elementen gerne weiterempfehle. Wer auf Die Tribute von Panem oder ähnliche Jugendliteratur steht, der kann mit dieser Trilogie sicherlich ein paar vergnügliche Lesestunden haben, wenngleich ich mir für den Charakter der Kitty an der ein oder anderen Stelle ein bisschen mehr erhofft hätte. Dennoch eine klare Empfehlung!

 

 

 

Vielen Dank an den Dragonfly Verlag für das Rezensionsexemplar!

Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #17

Hallo ihr Lieben,

diese Woche lesen wir wieder gemeinsam mit den Schlunzenbüchern:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Passend zur vierten Frage verweise ich heute mal auf ein Hörbuch, das ich „lese“, also genau genommen höre. Ich höre derzeit Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà und Sílvia Tarragó und bin bei Track 130 von 189.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Der erste Satz des Tracks lautet: „Schokoladeneier, April 1949. Sie konnte sich am Schaufenster der Patisserie Escribà nicht sattsehen.“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Bei dem Buch handelt es sich eher um eine Familienchronik als um einen Roman. Irgendwie hatte ich mir das anders erhofft. Außerdem gibt es Abschnitte, wo die Erzählung häufig in der Zeit hin und herspringt, was beim Lesen selbst zwar nicht so schlimm sein mag, beim Hören aber für echte Verwirrung sorgt. So muss ich leider zugeben, dass ich irgendwann mit den ganzen Jahreszahlen, Familienmitgliedern und Generationen raus war und auch nur schwer wieder in die Geschichte zurückgefunden habe. Alba, die ebenfalls eine maßgebliche Rolle in der Geschichte spielt, gefällt mir aber sehr gut bisher und ich freue mich immer wenn es um sie und ihren Lebensweg geht. Ich wünschte der ganze Rest des Buches wäre ähnlich gehalten.

  1. Hörst du dir Hörbücher an?

Aus den ersten drei Fragen könnt ihr entnehmen: Ja, tue ich. Ich mag Hörbücher ganz gerne und höre vor allem in letzter Zeit häufiger Hörbücher. Ich mag es, wenn ich mich bei verschiedenen Tätigkeiten, wo man eben gerade kein Buch lesen kann, dennoch in eine Geschichte eintauchen kann. Außerdem mag ich bei manchen Hörbüchern auch wie der Erzähler oder die Erzählerin eine bestimmte Botschaft alleine durch die Stimme und die Intonation vermittelt.

Was ist eure Meinung zu Hörbüchern?

Liebe Grüße Vanessa

Montagsfragen

Montagsfrage: 12. Oktober 2020

Montagsfrage: Ist die Zukunft der Buchmessen online?

Hallo ihr Lieben,

diese Woche geht es in der Montagsfrage von Antonia um Buchmessen. Heute wird der Deutsche Buchpreis verliehen. Ob Buchmessen in Zukunft online stattfinden? Ich würde mal sagen jein: Es gibt sicherlich Angebote, die man auch gut online stattfinden lassen kann wie beispielsweise Lesungen und Vorträge (obwohl auch da natürlich Sachen verloren gehen können. Man kann sich beispielsweise nicht mit dem Sitznachbarn unterhalten und austauschen und das kann dann ja durchaus fehlen), aber andere Sachen müssen einfach analog sein. Wie soll ich denn vernünftig an einem Stand stöbern, mich mit Leuten in den Pavillons oder auf der Freifläche austauschen oder den Gastlandpavillon erkunden, wenn ich nicht vorort bin? Vor allem das Streifen durch die Hallen und das Stöbern an den Ständen, die einen persönlich interessieren, gehört für mich dazu. Die Atmosphäre, die es auf dem Messegelände gibt und das Laufen in den Hallen der Frankfurter Buchmesse würde mir sicherlich fehlen. Und weil solche Sachen einfach nicht vernünftig ins Digitale übertragen werden können, denke ich nicht, dass man so schnell auf analoge Buchmessen verzichten kann und sollte.

Was meint ihr dazu?

Liebe Grüße
Vanessa

Liebe per Flaschenpost? von S. Mayfield

Inhaltsangabe: Liebe per Flaschenpost? Von Sue Mayfield

In dem Jugendroman Liebe per Flaschenpost? Von Sue Mayfield erzählt die Geschichte von Isabel Bright. Isabel ist in der elften Klasse und etwa 16 Jahre alt.

Kurz vor den gemeinsamen Ferien mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater Pete und ihrer Schwester Alice, macht ihr Freund Jamie mit ihr Schluss, weil er längst eine andere Freundin hat. In den Ferien in Schottland regnet es die ganze Zeit nur und so kommen Isabel und ihre Schwester auf die Idee am letzten Tag, an dem es endlich trocken ist, an den Strand zu gehen. Dort werfen sie eine Flaschenpost ins Meer, in der Isabel nach einem Mann fragt, der kein Arschloch ist.

Nachdem sie wieder zurück in Manchester sind, fangen die Proben für ein Theaterstück ein, sodass Isabel sehr abgelenkt ist. Als sie nach einigen Wochen einen Brief von Duncan MacLeod erhält, ist sie sehr überrascht. Duncan geht in die 12. Klasse und wohnt auf Rimsay. Die beiden schreiben sich am Anfang ein paar Briefe und gehen dann zu Mails über. Als Isabel wieder mit ihrem Ex-Freund zusammenkommt, unterstützt Duncan sie.

Die Termine für die Proben des Stücks fressen immer mehr Zeit und so haben Isabel und Jamie nicht so viel Zeit füreinander, vor allem auch als Isabel kurz zuvor krank wird und bei den Proben nur teilweise dabei sein kann, gerät der Zeitplan ins Wanken. Aber Isabel liebt das Theater spielen, es ist für sie wirklich wichtig und sie tanzt und singt auch gerne und nimmt jeden Samstag entsprechenden Unterricht. Ihre Familie ist ihr auch recht wichtig. Zu ihrem Stiefvater Pete hat sie ein ziemlich gutes Verhältnis, was man vielleicht gar nicht so erwarten würde, auch zu ihrer Mutter und vor allem ihrer Schwester Alice hat sie ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis.

Jamies und Isabels Beziehung wird schnell wieder schwierig, da sie ihm beispielsweise nicht erzählt, dass sie einen Brieffreund aus Schottland hat, außerdem tanzt er mit anderen Mädchen als sie zusammen aus sind und sie gerade auf der Toilette ist. Macy, Isabels beste Freundin, findet das Verhalten von Jamie schon höchst grenzwertig, äußert sich aber nicht eingehender dazu ihrer Freundin gegenüber, da diese schon weiß, dass sie Jamie nicht besonders mag und es für einen Fehler hält, ihm noch eine zweite Chance zu geben.

Deshalb möchte Isabel auch nicht mit Macy sprechen als Jamie sich das zweite Mal von ihr trennt. Aus diesem Grund möchte sie auch nicht mit Alice über die Trennung sprechen, stattdessen versucht sie Duncan anzurufen, obwohl es schon so spät ist. Statt Duncan geht seine Mutter dran, denn Duncan ist verschwunden nachdem er raus zu den Hummerkäfigen fahren wollte und ein Sturm aufzog. Seine Mutter hatte gehofft, dass die Rettungsmannschaft ihn gefunden hat, aber so informiert sie Isabel darüber und hält sie auch in den nächsten Tagen auf dem Laufenden…

Liebe per Flaschenpost? von S. Mayfield

Rezension: Liebe per Flaschenpost? Von Sue Mayfield

Bei Liebe per Flaschenpost? Von Sue Mayfield handelt es sich um einen Jugendliebesroman. Isabel ist etwa 16 Jahre alt und die beiden Typen, für die sie sich interessiert, sind auch etwa in ihrem Alter.

Das Motiv ist ja nicht das erste Mal verarbeitet worden, sondern – zumindest mir – schon aus einigen anderen Romanen bekannt, obwohl ich mich jetzt gar nicht besonders für dieses Motiv interessiere und so ist meine Sicht wohl auch nicht allumfassend. Das Motiv, das ich meine, ist, dass eine Frau eine Nachricht in die Welt schickt und darauf eine Antwort bekommt. Das ist ja bekannt auf Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer oder Glückskekse von Anne Hertz. In beiden Büchern schreibt eine Frau entweder eine Mail oder eine SMS ohne den Empfänger zu kennen und bekommt darauf eine Antwort von einem unbekannten Mann, mit dem sie in der Folge kommuniziert. Der Unterschied zwischen Gut gegen Nordwind und Glückskekse ist, dass beim ersten Buch die Protagonistin aus Versehen einen falschen Empfänger eingibt und beim zweiten absichtlich eine SMS an eine unbekannte Nummer geschrieben wird. Bei Liebe per Flaschenpost? Von Sue Mayfield schreibt auch eine junge Frau an einen unbekannten Mann. Bei all diesen Romanen habe ich ein Problem: Zufällig schreibt eine Frau an einen unbekannten Mann eine Nachricht. Der Mann ist immer zufällig in genau ihrem Alter und wohnt auch zufällig in ihrer Nähe (Ausnahme ist hier vielleicht noch Liebe per Flaschenpost? Weil Duncan und Isabel schon ziemlich weit voneinander entfernt wohnen). Das war mir dann doch ein bisschen viel Zufall.

Da Isabel der eher künstlerische Typ ist, hatte ich am Anfang echt Schwierigkeiten mich mit ihr zu identifizieren, auch ihr Verhalten hat bei mir dafür gesorgt, dass mir die Identifikation wirklich schwer fiel. Das ändert aber nichts daran, dass Isabel als Figur authentisch wirkt. Die Figur hat eine Innensicht, wir wissen als Leser häufig was sie tut und warum sie es tut; dass sie wieder mit Jamie zusammenkommt wird schlichtweg damit erklärt, dass sie ihn noch liebt. Das ist für Außenstehende natürlich schwierig nachzuvollziehen, ergibt im Kontext des Buches und des Charakters aber Sinn.

Jamie wurde relativ negativ beschrieben, während Duncan als ziemlich positiv beschrieben wurde. Die beiden Jungs blieben grundsätzlich ziemlich eindimensional, wobei es auch hier nicht ganz unwichtige Themen gab. Duncan schüttet Isabel sein Herz aus. Er ist sich der schwierigen finanziellen Lage seiner Eltern auf der Insel bewusst, er weiß, dass das Meer gefährlich werden kann, lebt aber auch vom Meer und verbringt viel Zeit darauf und darin. Duncan wird so auch authentisch, weil er eben ein Innenleben hat, was dafür sorgt, dass man bei ihm einen Charakter vermutet. Jamie hingegen wird nur von Außen gesehen. Wir erfahren Isabels Sicht auf ihren Ex-Freund bzw. Freund und wir erfahren Macys Sicht auf den Freund/Ex-Freund ihrer besten Freundin. Beides sind ja nun keine unvoreingenommenen Blickwinkel. So bleibt er ziemlich eindimensional.

Die Form des Romans ist aber noch ziemlich besonders, deshalb will ich darauf noch kurz eingehen: Das eine sind die Mails und Briefe, die noch mit reinkommen, die den Lesefluss unterbrechen, aber für die Handlung ungemein wichtig sind. Darüber hinaus gibt es noch die Verknüpfung des Theaterstücks, das die Schüler aufführen sollen, und der Handlung selbst. Die Handlung ist auch ähnlich wie ein Theaterstück angelegt. Am Anfang gibt es eine Personenliste und deren Beschreibungen. Jedes Kapitel ist mit Akt X, Szene Y überschrieben und erzählt kurz, wo wir uns gerade befinden. Dann folgt die Sicht aus einer Figur, häufig Isabels Sicht, aber manchmal auch die Sicht von Duncan oder Macy, für eine Szene. Das sorgt zum einen dafür, dass man verschiedene Innensichten hat, und zum anderen ist es seltsam plötzlich einen anderen Ich-Erzähler zu haben. Das hat mich mehr als einmal verwirrt, wenngleich ich es ziemlich cool fand. Diese Mischung der beiden Theaterstücke und der Mischung von zwei Großgattungen hat mir sehr gut gefallen und haben das Buch sehr gut aufgelockert.

Insgesamt hat mir Liebe per Flaschenpost? Von Sue Mayfield sehr gut gefallen. Für mich hat der Roman einige Schwächen, dennoch konnte er mich vor allem mit seinem experimentellen Stil überzeugen.