Adventskalender 2022

Kurz gesagt: Cherringham – Gefährlicher Erfolg von Matthew Costello & Neil Richards

Im 17. Band der Cherringham-Reihe Gefährlicher Erfolg von Matthew Costello & Neil Richards ermitteln Sarah und Jack wieder einmal gemeinsam in ihrem neuen Heimatdorf. Bei den Dreharbeiten für einen historischen Film, der in Cherringham gedreht wird, geschehen immer wieder Unfälle. Sarahs Sohn erzählt ihr, dass die Hauptdarstellerin erst von ihrem Pferd aufgeworfen wurde und danach beinahe noch zertrampelt wurde. Jack und Sarah springen als ihre Beschützer ein, doch bei den nächsten Dreharbeiten bricht Zoe plötzlich zusammen. Wer hat es nur auf die junge Schauspielerin abgesehen?

Ich kannte Jack und Sarah ja schon und bin dieses Mal deutlich besser in die Handlung reingekommen, einfach weil ich die Figuren schon kannte. Ich mag beide jetzt auch ein bisschen mehr und ich habe das Gefühl, dass man so nach zwei Bänden wirklich schneller in die Handlung reinkommt.

Die Handlung ist auch wieder ziemlich kurzweilig. Vielleicht ist es ein bisschen übertrieben davon auszugehen, dass in irgendeinem kleinen Dörfchen ein großer, wichtiger Film gedreht wird, aber als Kulisse für einen Kriminalfall hat es mir auf jeden Fall gut gefallen. Ich war zwar selbst noch nie an einem Filmset, aber ich fand es wirkte alles sehr schlüssig wie die beiden Autoren die Abläufe geschildert haben. Ich hatte wirklich das Gefühl, die Betriebsamkeit am Set mitzuerleben.

Die etwa 120 Seiten reichen natürlich nicht wirklich aus, um einen sehr ausführlichen, komplexen Kriminalfall zu schildern und auch noch ausführlich realistische Charaktere zu beschreiben. Man sollte also nicht mit einer besonders tollen Handlung oder tiefsinnigen Charakteren rechnen. Dennoch fand ich den Kriminalfall sehr kurzweilig.

Alles in allem war für mich bei Cherringham (Band 17) Gefährlicher Erfolg von Matthew Costello und Neil Richards alles stimmig. Ich mochte die Handlung, den Fall, die Charaktere und empfehle ihn gerne als kurze, leichte Lektüre für zwischendurch, wenn man beispielsweise mal ein bisschen Wartezeit überbrücken muss oder unterwegs ist.

Adventskalender 2022 ·Hörbücher

Die schönsten Weihnachtskrimis: Eine Weihnachtstragödie von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Eine Weihnachtstragödie von Agatha Christie erzählt Miss Marple eine Geschichte. Vor einiger Zeit begegnete sie in einem Kurhotel einem jungen Paar und sofort ist sich die ältere Dame sicher: Der Mann hat vor, seine Frau zu töten. Nachdem der erste Mordanschlag, wie ein Unfall getarnt, glimpflich ausfiel, versucht Miss Marple nach Kräften den Mord zu verhindern und doch wird die junge Frau nur kurze Zeit später ermordet in ihrem Hotelzimmer aufgefunden, aber ihr Ehemann hat ein hieb- und stichfestes Alibi.

Ich mag Miss Marple als Figur ja ganz gerne, obwohl sie immer wieder so altklug wirkt. Ich mag ihre belehrende Art nicht, aber sie hat auch etwas mütterliches und ich glaube, da sie immer wieder so unterschätzt wird, bleibt ihr gar nichts anderes übrig als eine direkte Art an den Tag zu legen. Gerade dieses Verhalten zeigt sie ja auch in ihrem analytischen Denken und beim Aufklären ihrer Fälle.

Die Erzählsituation finde ich auch ganz interessant: Miss Marple weiß schon wie die Geschichte ausgeht, weil sie sie im Nachhinein einer Gruppe von Bekannten erzählt. So baut sie die Geschichte nach und nach auf und bringt alle relevanten Elemente mit ein, aber man durchblickt als Hörer:in erst am Ende inwiefern alle Details zusammenhängen; so ein Aufbau gefällt mir gut.

Gesprochen wird diese erste Geschichte der Hörbuch-Anthologie Die schönsten Weihnachtskrimis von Beate Himmelstoß. Ich kenne die Stimme, weiß aber gerade nicht mehr woher, aber ich muss sagen, dass sie ganz wunderbar zu Miss Marple passt. Da die Begebenheit ja von Miss Marple erzählt wird, passt hier auch eine Hörbuch-Adaption ganz toll zur Geschichte.

Insgesamt hat mir Eine Weihnachtstragödie von Agatha Christie in dieser Hörbuch-Adaption gut gefallen, obwohl ich die Geschichte schon kannte. Ich mag aber Weihnachtskrimis sehr und freue mich deshalb über neue Adaptionen; außerdem hält die Weihnachtskrimi-Anthologie auch noch einige andere Geschichten bereit.

Adventskalender 2022 ·Hörbücher

Kurz gesagt: Der Tod kommt leise von Andrew Lane

Im fünften Band der Young Sherlock Holmes-Reihe Der Tod kommt leise von Andrew Lane geht es direkt dort weiter, wo der vierte geendet hat. Sherlock wurde auf ein Schiff nach Shanghai verfrachtet, und muss unterwegs nicht nur einen gewaltigen Sturm überstehen, sondern auch einen Piratenangriff abwehren. Aber auch in Shanghai gibt es einige Abenteuer zu bewältigen: sein Freund, der chinesische Koch, wird von einer Schlange gebissen. Als kurz darauf noch der Vater seines neuen Freundes Cameron von einer Schlange gebissen und getötet wird, ist Sherlock klar, dass es sich nicht um einen Zufall handeln kann. Gemeinsam mit den beiden Söhnen der Männer, die seine neuen Freunde geworden sind, ermittelt er…

Beim fünften Band ist es dringend notwendig, dass man zuvor den vierten Band kennt, aber ich würde grundsätzlich empfehlen, die Titel in der richtigen Reihenfolge zu hören/lesen. Hier ist es aber so, dass der fünfte Band direkt an das Ende des vierten Bandes anschließt.

Mir tat auch in diesem Band Sherlock leid, da er hier in argen Schwierigkeiten steckt. Aber er zeigt, dass er aus vielen Situationen das Beste zu machen weiß. Und vor allem das Ende – zu dem ich aber nicht mehr sagen möchte – war wirklich schlimm. Tragisch fand ich auch den Fall selbst, denn beide neuen Freunde von Sherlock verlieren ihre Väter. Davon abgesehen, dass mir das Schicksal der drei Jungs sehr nahe ging, fand ich den Fall selbst recht spannend, obwohl mir die Auflösung doch etwas zu schnell ging, aber ich vermute, dass auch das daran liegt, dass es sich hier um eine gekürzte Hörbuch-Adaption eines längeren Werkes handelte.

Die Ereignisse, die sich im Hintergrund abgespielt haben, zu denen ich jetzt nicht mehr sagen will, weil ich niemanden spoilern möchte, fand ich aber nicht gut. Ich habe einfach das Gefühl, dass Sherlock durch diese Reise in den Abgrund gestoßen wurde, der in engem Zusammenhang mit seinen späteren Problemen stehen könnte. Schade fand ich auch, dass Sherlocks Freunde nicht vorkamen (auch wenn er neue gefunden hat). Obwohl sie ihm ja mehr als einmal aus der Klemme geholfen haben, scheint ihnen sein Verschwinden nicht so viel auszumachen, was irgendwie nicht in den Kontexten der vorherigen Bände passt.

Insgesamt fand ich den fünften Band der Young Sherlock Holmes-Reihe ganz in Ordnung und ich hoffe einfach, dass die nächsten Bände wieder etwas versöhnlicher ausfallen. Was mir bisher gut gefällt, ist, dass Sherlock so viel in der Weltgeschichte (Russland, USA, Schottland, Frankreich) rumkommt; das finde ich ein interessantes Konzept für die Reihe.

Leseaktionen ·Montagsfragen

Montagsfrage: 5. Dezember 2022

Montagsfrage: Welche Zukunft seht Ihr für die Montagsfrage? Was wünscht Ihr Euch?

Hallo ihr Lieben,
Sophia will diese Woche wissen wie es mit der Montagsfrage weitergeht (was also unsere Meinung dazu ist).
(1.) Ich liebe die Montagsfrage (auch wenn ich nur unregelmäßig teilnehme!)! Also bitte nicht aufhören!
2. Ich fände es auch gut, wenn ich die Frage am Wochenende vorbereiten könnte (diese also schon vorher bekannt wäre).
3. Etwas “einfacherere” Fragen wären manchmal gut, die dann auch einfach mal in die Richtung “Welches Buch hat euch im letzten Monat begeistert?” “Welche/r Protagonist:in hat euch in letzter Zeit beeindruckt?” oder so gehen könnten (also etwas, das man auch in den Kommentaren beantworten kann und wo man als Blogger:in selbst entscheiden kann, ob ich nur einen Namen, Titel und Autor:in hinwerfe oder noch mehr erkläre; ihr wisst bestimmt wie ich das meine).
4. Vielleicht könnte man manchmal auch so etwas wie Aufgaben einbringen? Vielleicht in Richtung Lesechallenge, neues ausprobieren oder so?
5. Vielleicht kannst du auch häufiger mal dazu aufzurufen, dir Fragen zu liefern (vielleicht machst du das ja schon und ich habe es bisher überlesen)?

Bitte, liebe Sophia, mach weiter! Du machst das toll; auch wenn manche (ich eingeschlossen) nicht so regelmäßig Zeit haben teilzunehmen oder großartig zu kommentieren.
Liebe Grüße
Vanessa

Adventskalender 2022

Kurz gesagt: Die verschwundene Braut von Bella Ellis

Die verschwundene Braut von Bella Ellis ist der erste Band der Brontё-Schwestern-Reihe. Charlotte, Emily und Anne befinden sich gerade Zuhause bei ihrem Vater und leben dort im Pfarrhaus, wo auch ihr Bruder lebt. Als die drei Schwestern von einem seltsamen Vorfall im Nachbarort hören, sind sie sofort neugierig. Wie gut, dass Charlotte mit einer der Hausangestellten auf der Schule befreundet war, denn so machen sich die drei Schwestern direkt auf zu ihrer Freundin und befragen sie. Nachts ist die Hausherrin offenbar aus ihrem Zimmer verschwunden, überall ist Blut und von ihr selbst gibt es keine Spur. Die Schwestern fragen sich was mit Elizabeth Chester passiert sein könnte und beginnen mit ihren Ermittlungen. Sie befragen die Hausbewohner, die Dorfbewohner und finden auch den ein oder anderen Hinweis, doch die junge Frau bleibt verschwunden bis in der Nähe offenbar eine verbrannte Leiche auftaucht. Was ist bloß mit der jungen Frau geschehen und wer hat ihr das angetan?

Von den Brontё-Schwestern habe ich noch nichts gelesen, aber gesehen habe ich ihre Werke natürlich schon. Als ich dann gesehen habe, dass eine Autorin die drei Schwestern zu Detektivinnen gemacht hat, war ich neugierig und muss sagen, dass das wirklich super passt. Emily, Anne und Charlotte sind als Autorinnen natürlich neugierige junge Frauen und sie haben einen analytischen Blick auf die Menschen, der ihnen hilft, sie besser zu durchschauen. Ich hätte es schön gefunden, wenn sie noch detektivischer dargestellt worden wären, aber für ihren ersten Fall war das schon ziemlich gut (und wenn sie zu großes Talent an den Tag gelegt hätten, hätte das wohl auch unrealistisch gewirkt).

Ich vermute mal, dass die Autorin, die bekennender Fan der Schwestern ist, versucht hat, die jeweiligen Charaktere der Schwestern herauszustellen und ich finde, dass diese zumindest plausibel wirken. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass es sich hier um fundierte Charakterstudien der drei Autorinnen handelte, die durchweg realistisch wirkten. Ich muss aber auch zugeben, dass mir manche der Schwestern etwas sympathischer waren, als andere, aber gerade das macht auch den hohen Grad an Plausibilität aus.

Interessant fand ich auch den Fall selbst, für dessen Aufklärung die Schwestern auch viel herumgereist sind (natürlich in der relativen Nähe ihres Zuhauses), aber für junge Frauen war eine Reise – zumal alleine – nicht so einfach damals. Ich mochte aber auch den englischen Flair, den die Autorin damit in ihren Krimi hat einfließen lassen; da ich englische Krimis sehr mag, hat mir das gut gefallen.

Der Titel erinnert natürlich an die Sherlock Holmes-Geschichte Der adelige Junggeselle oder Die verschwundene Braut, an die ich auch denken musste als ich den Titel gesehen habe. Auch sonst hatte ich an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass es sich um eine Sherlock Holmes- oder Agatha Christie-Anspielung handeln könnte, kann das aber gerade leider nicht nähern benennen. Ich mag solche Verknüpfungen aber eigentlich sehr gerne.

Insgesamt hat mir der erste Band der Brontё-Schwestern-Reihe gut gefallen. Die Schwestern wirken authentisch, der Fall war spannend und abwechslungsreich und der Krimi selbst erinnerte durchweg an einen typischen englischen Kriminalroman. Von mir gibt es also eine klare Empfehlung für alle, die englische Krimis und die Brontё-Schwestern mögen.

Adventskalender 2022 ·Mord in kleinen Dosen von R. Stevens

Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: May Wong und die totbringende Wohnung

In der letzten Geschichte, May Wong und die totbringende Wohnung, in der Sammlung Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens ermittelt Hazels jüngste Schwester. May, die jüngste der Wong-Schwestern, und Rose, die mittlere der Schwestern, kommen mit ihrem Vater nach England, da Rose auf die Deepdean gehen soll. Als dann plötzlich der Krieg in Europa ausbricht und auch England vom Krieg betroffen ist, soll May die gefährliche Heimreise nicht mehr antreten und stattdessen lieber in England bleiben und auch auf die Deepdean gehen, worauf sie aber gar keine Lust hat. Als kurz darauf der Nachbar über der Wohnung der Mountfitchets tot aufgefunden wird, glaubt nur May an einen Mord und beginnt mir ihren Ermittlungen. Kann sie gemeinsam mit Rose den Mordfall aufklären, den nicht mal ihre Schwester Hazel als Mor wahrnimmt?

Ich finde die Idee toll, dass hier mal Hazels jüngere Schwestern ihren großen Auftritt erhalten; auch wenn es natürlich schade ist, dass es sich hier nicht mehr um einen Teil der Wells & Wong-Reihe handelt. Ich mag May und Rose sehr, obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) beide so verschieden sind. May ist neugierig und schert sich nicht darum, ob sie mit ihrer Art bei anderen aneckt. Das machte sie mir direkt sympathisch und ich bin wirklich darauf gespannt wie sie sich entwickelt, weil sie noch relativ jung (ich glaube 9 Jahre jung) ist.

Ich mochte es auch, dass wir hier einige der Figuren aus der Wells & Wong-Reihe wiedergetroffen haben (also bspw. Hazel und die Mountfitchets). Man erfährt zwar nicht allzu viel über sie, aber das, was May von außen durch ihre Spionage mitbekommt, sorgt natürlich schon dafür, dass man ein bisschen erfährt wie es nach der eigentlichen Wells & Wong-Reihe mit den Figuren weiterging (wir erfahren bspw. etwas über die Zukunftspläne von Hazel).

May wird am Anfang der Geschichte May geschrieben und am Ende wird sie Mei geschrieben. Das fand ich etwas seltsam und ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt, der in der nächsten Auflage behoben wird.

Was mir auch noch gut gefallen hat, ist, dass mit diesem Band die neue Reihe der Autorin eingeleitet wird. Ich bin schon gespannt darauf wie sich May dort entwickelt und ob wir noch mehr über die Figuren aus Wells & Wong (vor allem über Hazel, weil ich die total mag) erfahren.

Insgesamt hat mir die letzte Geschichte May Wong und die totbringende Wohnung aus der Mord in kleinen Dosen-Anthologie von Robin Stevens gut gefallen. Ich mag May und bin schon sehr gespannt auf die neue Reihe, die die Autorin plant. Der Fall hat mir gut gefallen und er fordert Mays Kombinationsgabe. Außerdem fand ich es toll ein paar Figuren aus der Wells & Wong-Reihe noch einmal zu treffen.

Adventskalender 2022

Kurz gesagt: Kater Brown und die tote Weinkönigin von Ralph Sander

Im zweiten Band der Kater Brown-Reihe Kater Brown und die tote Weinkönigin von Ralph Sander geht es um den gleichnamigen Kater, der mit seiner neuen Besitzerin Alexandra Berger in einer Weinregion ist. Während Alexandra dort einen Artikel über die Region schreiben soll, beobachtet Kater Brown ein verdächtiges Individuum bei einem Einbruch. Kurz darauf fällt die Weinkönigin tot von der Bühne, auf der sie gerade eine Rede gehalten hat. Alexandra beginnt mir ihren Ermittlungen, stößt aber aufgrund der Fehde, die die Familie der Toten mit benachbarten Winzern verbindet, auf einige Probleme. Deshalb ruft sie ihren Kollegen Tobias, der als neutrale Person bei den Ermittlungen helfen soll…

Am Anfang des Bandes kommt Kater Brown sehr ausführlich vor und man kann sich als Leserin sogar in den Kater hineinversetzen und erfährt was er sieht. Später spielt der Kater leider kaum noch eine Rolle, nur am Ende löst er den Fall. So kommt der Kater in diesem Katzenkrimi leider sehr kurz, was vor allem dann, wenn man mit mehr Katzeneinsatz gerechnet hat, enttäuschend ist.

Hinzu kam, dass der Krimi wohl nicht noch einmal Korrektur gelesen wurde. Namen von Figuren ändern sich mitten im Absatz (nicht nur einmal).

Außerdem waren die beiden Hauptfiguren nicht sonderlich sympathisch: Tobias war mir von Anfang an total unsympathisch, weil er sich also Macho aufführt und auch noch stolz drauf ist. Obwohl Alexandra das weiß und von ihm genervt ist, scheint sie sich doch in ihn zu verlieben, was sie für mich leider auch noch unsympathisch gemacht hat, obwohl sie an sich eigentlich eine relativ nette Figur war.

An der Kürze könnte es gelegen haben, dass die Handlung sehr vorangetrieben wird. Die Figuren ermitteln und finden immer einen neuen Hinweis, dem sie als nächstes nachgehen können. An ein paar Punkten wirkte mir das zu wenig plausibel und ich dachte, dass das einfach nur noch konstruiert wirkte. Außerdem fand ich es seltsam, dass die Figuren auf einmal aufhören zu ermitteln, weil sie nicht mehr wissen, was sie noch tun sollen. Stattdessen warten sie auf das Abendessen mit einer der Familien und bei diesem kommt es dann (mehr oder minder zufällig) zum großen Showdown. Auch das wirkte einfach nur an den Haaren herbeigezogen und ich hatte das Gefühl, dass die zuvor angestrengten Ermittlungen überhaupt keinen Einfluss auf die Auflösung des Falles hatten, was diese wiederum ad absurdum geführt hat.

Ich hatte die Kater Brown-Reihe schon ein paar Monate im Auge bevor ich diesen kostenlosen Band vom Verlag als „Kostprobe“ erhalten habe. Ich habe mich drüber gefreut, weil ich dachte, dass ich so relativ einfach mal in einen Kater Brown-Band reinlesen kann. Leider war ich so enttäuscht von diesem Band, dass ich mir wirklich überlege, ob ich noch weitere Bände der Reihe lesen möchte und bin derzeit eher der Ansicht, dass ich die Reihe nicht weiterverfolgen werde.

Alles in allem hat mir der zweite Band der Reihe Kater Brown und die tote Weinkönigin von Ralph Sander nicht sonderlich gut gefallen. Ich mochte weder die Figuren noch die Handlung und die Ermittlungen waren einfach furchtbar. Hinzu kam leider noch, dass es einige Fehler gab, die mich den Lesespaß gekostet haben und dafür gesorgt haben, dass ich nur noch fertig werden wollte (ich habe echt überlegt, ob ich den kurzen Band abbrechen soll, aber es waren ja nur 122 Seiten). Und Kater Brown hatte auch nur zwei etwas größere Auftritte und spielte sonst eigentlich keine Rolle. Für mich war dieser Katzenkrimi damit leider eine Enttäuschung.

Adventskalender 2022 ·Mord in kleinen Dosen von R. Stevens

Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: Das Geheimnis um den zweiten Schrei

In der vorletzten Geschichte Das Geheimnis um den zweiten Schrei dieser Anthologiec von Robin Stevens geht es um die Rückreise aus Hongkong. Hazel denkt darüber nach, wie viele Fälle sie im Laufe der Zeit mit ihrer Freundin aufgeklärt hat und merkt dann, dass sie bei ihren Zählungen den Fall von der Rückreise von Hongkong wohl vergessen hat, weil sie damals ziemlich seekrank war. Damals verschwand eine Passagierin nach dem Abendessen auf dem Weg zu ihrer Kabine spurlos. Ihre Familie schlägt Alarm und doch hätten sie ein Motiv (der Sohn wollte bspw. ein Darlehen von seiner Mutter, weil er seine Erfindung, eine Tierfalle, weiterentwickeln wollte und die Tochter sammelt gemeinsam mit ihrer Mutter Kunstwerke und es gab wohl Uneinigkeiten in welche Richtung die Sammlung gehen soll). Daisy und Hazel ermitteln, denn der ermittelnde Polizist scheint mit dem Fall überfordert zu sein. Bei ihren Ermittlungen stellen sie fest, dass sich einige Zeugenaussagen widersprechen…

Ich finde es ganz interessant, dass dieser Fall auf einem großen Passagierschiff spielt; man hätte diesen natürlich auch zu einem großen Fall machen können; Stoff hätte er sicherlich genug hergegeben. Aber ich fand ihn auch als Kurzgeschichte ganz gut. Ich mag ja solche abgeschlossenen Whodunits sehr gerne, obwohl die Autorin den Kreis der Verdächtigen schnell auf eine Hand voll Personen eingrenzt.

Interessant fand ich auch, dass Hazel erst während sie über ihre früheren Fälle nachdenkt, merkt, dass sie diesen wohl vergessen hat. In diesem Kontext ist interessant, dass Hazel und Daisy sich am Ende des Falles nicht einigen können, welcher von beiden die für die Auflösung wichtigen Hinweise aufgefallen sind. Erst dachte ich, dass Daisy, wie so oft, nicht zugeben kann, dass Hazel auch eine gute Detektivin ist; aber vielleicht handelt es sich bei Hazel hier tatsächlich um eine unzuverlässige Erzählerin?

Schön fand ich auch, dass diese Geschichte mal wieder ohne George und Alexander auskommt. Ich mag die beiden zwar, aber ich hatte mir mehr Geschichten nur mit Hazel und Daisy gewünscht und da hat mir diese Geschichte natürlich großen Spaß gemacht.

Insgesamt war diese Geschichte Das Geheimnis um den zweiten Schrei etwas ganz besonderem für mich, denn es handelt sich hierbei um die letzte Geschichte aus der Wells & Wong-Reihe. Ja, es ist nicht die letzte Geschichte im Sammelband, aber woran das liegt, werdet ihr beim nächsten Post zur Anthologie erfahren. Ich mag es auch immer, wenn die Erzählsituation eine besondere ist und hier wird ganz deutlich, dass Hazel diese Geschichte in der Rückschau noch einmal durchlebt und sich an die Abenteuer mit ihrer Freundin erinnert.

Adventskalender 2022

Inhaltsangabe: Weihnachten in der kleinen Buchhandlung von Jenny Colgan

Im vierten Band der Happy Ever After-Reihe Weihnachten in der kleinen Buchhandlung von Jenny Colgan geht es um Carmen, die dauerhaft im Schatten ihrer älteren Schwester steht.

Carmen lebt immer noch in der Stadt, in der sie aufgewachsen ist und hat nach der Schule weder eine Ausbildung, noch ein Studium begonnen, um gleich Geld zu verdienen, was sie die ganze Zeit in einem Kaufhaus getan hat. Als das Kaufhaus Pleite geht, wird ihr und der restlichen Belegschaft gekündigt. Carmen findet daraufhin keinen neuen Job, zieht zurück zu ihren Eltern, und ihre Mutter findet gemeinsam mit ihrer älteren Tochter eine Lösung: Carmen zieht für eine Weile nach Edinburgh.

Sofia lebt mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und einer Studentin, die als Nanny die Kinder mitbetreut in Edinburgh. Sie liebt ihr kleines Haus und ihren tollen Job als Anwältin. Obwohl Sofia viel zu tun hat, schafft sie alles; so war sie schon immer. Was zwischen den Schwestern schon immer zu Streits geführt hat. Als Carmen einen Job braucht und ein Mandant von Sofia eine Weihnachtsaushilfe, bringt sie beide zusammen.

Mr McCredie liebt seine Bücher, verkauft sie aber ungern und beschäftigt sich mit dem geschäftlichen deshalb eigentlich gar nicht. Er bringt sich nicht in die Nachbarschaft ein, in der die Ladenbesitzer:innen zusammenhalten und schmückt auch nicht für Weihnachten. Carmen bringt erst einmal den Laden auf Vordermann, dekoriert die Schaufenster, bringt Weihnachtsdekoration an und organisiert erste Veranstaltungen für Kinder. Das Geschäft kommt ins Rollen und Carmen lernt während ihrer Zeit im Laden gleich zwei junge Männer kennen: einen erfolgreichen Autor, der sich nur für sich selbst interessiert und einen Dozenten der Uni, der sich mit Bäumen beschäftigt.

Auch mit Carmens Familie wird es harmonischer: Sie lernt ihren Neffen und ihre Nichten kennen und versteht sich auch mit ihrer Schwester besser.

Adventskalender 2022

Rezension: Weihnachten in der kleinen Buchhandlung von Jenny Colgan

Bei Weihnachten in der kleinen Buchhandlung von Jenny Colgan handelt es sich um den vierten Band der Happy-Ever-After-Reihe. Ich kenne die vorherigen Bände nicht, sodass ich bestätigen kann, dass man diese nicht gelesen haben muss, um der Handlung folgen zu können.

Ich muss sagen, dass ich Carmen am Anfang nicht leiden konnte und ihretwegen kurz davor war, das Buch einfach zuzuklappen und es nicht weiter zu lesen. Sie benimmt sich wie ein verzogenes Kind und neidet ihrer Schwester deren Erfolg. Sicherlich ist es schwierig wenn einem die ältere Schwester immer die eigenen Fehler unter die Nase reibt, aber niemand hat sie gezwungen einige Fehler in ihrem Leben zu machen, für die sie aber auch bei anderen die Schuld sucht. Nach und nach verbessert sich Carmen und sie macht eine Entwicklung durch. Ich vermute, dass sie deshalb am Anfang so negativ dargestellt wurde, damit die Entwicklung besonders deutlich wird. Schade fand ich es aber dennoch, weil ihr Charakter mir beinahe den Roman verdorben hätte.

Beim Titel Weihnachten in der kleinen Buchhandlung hatte ich an eine richtige Buchhandlung mit neuen Büchern und Neuerscheinungen gedacht und nicht an ein Antiquariat, das ist zwar auch spannend gewesen aber eben nicht das, was ich am Anfang erwartet hatte.

Das Konzept, das sich Carmen ausdenkt, hat mir gut gefallen: Sie verkaufen vornehmlich Weihnachtsbücher und Bücher, die mit dem Thema Winter zu tun haben. Das war toll und hat super zum Thema des Romans gepasst.

Edinburgh als Stadt wird wunderbar beschrieben. Ich war zwar noch nie dort, aber ich konnte mir die Stadt richtig bildlich vorstellen, auch das weihnachtlich-winterliche Ambiente hat mir gut gefallen. Ich finde, dass die Autorin das gut rübergebracht hat und dies zu einem tollen Weihnachtsroman beigetragen hat.

Leider ging es in dem Roman, für mich, zu wenig um die Buchhandlung und zu wenig Handlung, die in der Buchhandlung gespielt hat. Am Anfang dauert es erst einmal ewig bis Carmen in Edinburgh ankommt und das erste Mal die Buchhandlung betritt. Dann ist zwischenzeitlich sowohl die Beziehung der beiden Schwestern als auch die Dreiecksbeziehung zwischen Carmen und den beiden Männern dermaßen im Vordergrund, dass die Buchhandlung komplett in den Hintergrund rückt und viele Seiten kaum erwähnt wird und auch keine Entwicklungen in der Buchhandlung stattfinden.

Leider endete der Roman für mich auch sehr offen. Natürlich haben sich einige Dinge gegen Ende geklärt, aber es gab auch noch genug Fragen, die für mich offen geblieben sind und so etwas mag ich bei Romanen überhaupt nicht. Vielleichten würden diese im nächsten Band der Reihe beantwortet, allerdings werde ich diesen wahrscheinlich nicht lesen, sodass es für mich schade wäre, wenn die Dinge erst dort aufgeklärt würden.

Insgesamt wurde, meiner Meinung nach, viel Potential verschenkt, und man hätte mit einigen Änderungen den Roman noch deutlich besser machen können. Ich mochte Carmen nicht so gerne, auch wenn ich weiß, dass sie am Anfang so negativ dargestellt werden muss, damit sie sich gut entwickeln kann. Für mich ging es auch zu wenig um die Buchhandlung selbst. Aber ich mochte die Atmosphäre im weihnachtlichen Edinburgh. Für mich wäre es schön gewesen, wenn ich von Anfang an gewusst hätte, dass der Fokus des Romans in der Schwestern-Beziehung liegt und es sich eher um einen Liebesroman handelt.

 

 

 

Danke an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!