Die schönsten Zopfmuster häkeln von S. Prell

Rezension: Die schönsten Zopfmuster häkeln von Sonja Prell

Das Buch Die schönsten Zopfmuster häkeln von Sonja Prell besteht aus drei Teilen: Teil 1 erklärt noch einmal die Grundlagen also die verschiedenen Arten von Reliefstäbchen (von hinten, von vorne, doppelte Reliefstäbchen und so weiter), außerdem werden hier noch andere Maschenarten, der Fadenring und geschlossene Runden erklärt. Ich vermute, in diesem vorderen Teil findet man alles, was man für die Zopfmuster und die Modelle an Basiswissen braucht.

Der nächste Teil zeigt etliche verschiedene Arten von Zöpfen darunter sind Zopfstreifenmuster, rautenförmige Zöpfe, Gitterzopfmuster, Eulenzöpfe, Fischgräten- und Tannenbaumzöpfe und Zöpfe mit verschieden vielen Strängen (also zweier, vierer, fünfer und sechser Zöpfe) und diese in allen möglichen Formen und Größen.

Der dritte und letzte Teil zeigt 15 Modelle mit den im zweiten Teil gezeigten Zopfmustern. Darunter sind viele verschiedene Kleidungsstücke, Taschen in verschiedenen Formen und Haushaltstextilien.

Ich mag die Beschreibungen der Zopfmuster sehr gerne. Auf manchen Seiten findet man sogar noch ein Beispielfoto aus dem hinteren Bereich wie das Zopfmuster im fertigen Modell aussieht, wenn es ein Modell zum Zopfmuster gibt. Abgesehen davon besteht eine Zopfmusterseite aus einem Beispielfoto wie das Zopfmuster gehäkelt aussieht, auf dem man die Maschen gut erkennt und einen Eindruck vom Muster erhält. Darüber hinaus gibt es einige wichtige Infos zum Zopfmuster (Schwierigkeitsgrad, Kategorie und durch welche Zahlen die Maschenanzahl im eigenen Modell teilbar sein muss, damit das Zopfmuster funktioniert). Außerdem werden wichtige Maschenarten teilweise noch einmal erklärt, ansonsten findet man diese Erklärungen ja auch vorne im ersten Teil. Aber hier wird auch das Muster in Worten erklärt und es gibt eine Musterbeschreibung, die dann auf die Mustererklärung auf der Seite verweist. So ist es aber möglich beispielsweise den 4er Zopf nach links aus doppelten Reliefstäbchen auch in einem anderen Muster zu verwenden, weil klar abgegrenzt wird, welcher Teil der Beschreibung zum Zopf und welcher Teil der Beschreibung zum restlichen Muster gehört. Darüber hinaus gibt es für alle Muster eine Häkelschrift mit Legende, was ich sehr praktisch findet und eine Beschreibung wie die Häkelschrift zu lesen ist, was vor allem für Anfänger:innen total praktisch ist, weil man so direkt lernt, Häkelschriften zu lesen und nach diesen zu arbeiten.

Die Modelle sind abwechslungsreich und zeigen anschaulich wie man die vorgestellten Zopfmuster verwenden kann und was mir besonders gut gefällt: sie sind total abwechslungsreich und es werden nicht etliche Schals und Mützen gezeigt, sondern ganz verschiedene Dinge. Eine Anleitung besteht aus mehreren Seiten: dazu gehören großformatige Fotos des fertigen Modells, die wirklich gut und hilfreich sind, denn man erkennt die einzelnen Maschen und kann sich zur Not auch mit diesen Fotos behelfen, falls man die textliche Anleitung nicht verstehen sollte. Die Anleitungen verfügen über alles, was man braucht, um diese nachzuarbeiten: einer Größenangabe, einer Materialangabe und auch hier werden noch einmal die besonderen Maschen erklärt und es gibt eine Maschenprobe. Im Anleitungsteil wird auf das verwendete Zopfmuster vorne verwiesen, wo man noch einmal die ausführlicheren Angaben findet, aber es gibt auch noch einmal die Häkelschrift, wenn einem diese ausreicht, sodass man nicht immer wieder nach vorne blättern muss, was ich sehr praktisch finde.

Ich muss sagen, dass bei den Anleitungen und auch bei den Zopfmustern einige dabei waren, die mir sehr gut gefallen haben und die ich unbedingt mal nacharbeiten möchte. Vor allem der Seelenwärmer hat es mir angetan; den möchte ich auf jeden Fall noch nacharbeiten. Auch bei den Zopfmustern habe ich einige gefunden, die mir so toll gefallen, dass ich sie nacharbeiten werde. Als erstes habe ich mich für das Zopfmuster aus dreifachen Reliefstäbchen von Seite 34 entschieden und gerade da ist mir ein Fehler aufgefallen, den ich dem Verlag gemeldet habe und ich habe auch die Antwort bekommen, dass meine Anmerkung weitergegeben wird, denn auf der Seite wird der 6er-Zopf nach links (aus dreifachen Reliefstäbchen) erläutert, aber der Zopf ist ein 6er-Zopf nach rechts (aus dreifachen Reliefstäbchen). Man findet die Anleitung für den 6er-Zopf nach rechts an anderer Stelle im Buch, somit ist es einfach ein bisschen unpraktisch und gerade für Anfänger:innen wie mich verwirrend, aber ich hoffe, dass dieses Problem in späteren Auflagen behoben wird.

Kurzum: ich mag alles an diesem Buch. Die Texte sind verständlich, die Fotos hilfreich, die Häkelschrift samt Erklärungen helfen, die Zopfmuster nachzuhäkeln und die Modelle sind abwechslungsreich genug, dass jeder/jede Häkler:in etwas finden sollte. Selbst ich als Anfängerin bin mit den Beschreibungen und der Häkelschrift gut klar gekommen und ich werde sicherlich noch den ein oder anderen Zopf und sicherlich auch welche von den Modellen nachhäkeln.

 

 

Danke an den Christophorus Verlag für das Rezensionsexemplar!

Leseaktionen ·Montagsfragen

Montagsfrage: 15. April 2024

Banner Montagsfrage im Hintergrund Notizheft im Vordergrund mit Klebeband festgeklebter Zettel mit Aufschrift Wordworld Presents Die Montagsfrage und drei Fragezeichen

Montagsfrage: Warum hängt Ihr an dem Buch auf Eurem SuB, das dort schon seit über zwei Jahren liegt (Büchernarr)?

Hallo ihr Lieben,
diese Woche möchte Sophia (bzw. der Büchernarr) von uns wissen warum wir an Büchern hängen, die schon länger auf unseren SuBs liegen?
Mein SuB ist eigentlich noch gar nicht so alt, aber gefühlt bleiben jedes Jahr ein oder zwei der ganz alten SuB-Leichen auf dem SuB stehen, obwohl ich immer versuche die ältesten Bücher zu lesen. Inzwischen ist das älteste Buch auf meinem SuB aber 5 Jahre alt und einige andere Bücher sind dieses Jahr auch schon im vierten Jahr (teilweise sogar Bücher, die ich mir gewünscht habe, unbedingt lesen wollte und dann nachdem ich sie hatte nicht in der Stimmung war und sie immer wieder verschoben habe)… Andere Bücher geören zu einer Reihe und ich möchte eigentlich gerade lieber die neueren Bücher lesen und da warte ich gerade noch bis sich die Lücken schließen. Bei meinem ganz alten SuB-Buch handelt es sich um ein englischsprachiges Sachbuch, vor dem ich mich schlichtweg drücke. Und eins meiner alten Bücher ist über 550 Seiten dick (was für meine Verhältnisse wirklich dick ist), sodass ich mich da noch nicht dran traue.
Vielleicht sollte ich mir nach meiner aktuellen Challenge mal vornehmen die alten Bücher aus 2019 und 2020 dieses Jahr endlich zu lesen oder zumindest die, die nicht zu der eben angesprochen Reihe gehören. Tatsächlich sind bei mir noch 9 Bücher aus diesen beiden Jahren auf dem SuB. Und 2021 ist ja inzwischen auch schon drei Jahre her und aus dem Jahr sind auch noch 12 Bücher auf meinem SuB, von denen zwar auch einige zu der Reihe gehören, die ich eben erwähnt habe, aber viele andere davon könnte ich wirklich endlich mal lesen…
Warum habt ihr manche von euren SuB-Leichen noch auf dem SuB und nicht schon aussortiert?
Liebe Grüße
Vanessa

Was wächst in deinem Garten von A. Christie

Kurz gesagt: Was wächst in deinem Garten von Agatha Christie

Was wächst in deinem Garten von Agatha Christie ist eine Hercule Poirot-Geschichte mit Miss Lemon, seiner Sekretärin. Miss Lemon beantwortet für Hercule Poirot seine Korrespondenz und legt seine Unterlagen ab, außerdem kümmert sie sich darum, dass seine Rechnung beglichen werden. Davon abgesehen ist sie eine Maschine und eine typische Engländerin. Sie hat keine eigene Meinung außer sie wird danach gefragt und möchte am Liebsten ihrer Arbeit nachgehen ohne eigenständig denken zu müssen (und ich beziehe das nicht darauf, dass sie eine Frau ist). Hercule Poirot erhält einen seltsamen Brief einer potentiellen Klientin, die ihn um seine Dienste als Detektiv bittet. In ihrem Brief gibt sie ihm nicht allzu viele Hinweise, außer, dass es sich offensichtlich um eine private Familienangelegenheit handelt und sie die Lösung des Problems nach Poirots Ermittlungen möglicherweise selbst übernehmen wollen könnte. Hercule Poirot lässt ihr umgehend antworten, erhält aber keine Antwort und erfährt kurz darauf, dass die Frau verstorben ist. Er macht sich umgehend auf, um die Hinterbliebenen der Dame zu besuchen und erfährt schnell, dass ihr Tod wohl kein Unfall und keine plötzliche Erkrankung war. Verdächtig sind die Nichte der Dame und ihr Ehemann, außerdem eine halbrussische Gesellschafterin, die für sie außerdem Ersatztochter und Dienerin war. Da alle drei etwas von ihr erbten, haben auch alle ein Motiv, allerdings gibt es nicht viele Möglichkeiten wie die Frau vergiftet worden sein könnte…

Hier handelt es sich um eine Geschichte, bei der man sich denkt, dass die Frau schon einen richtigen Verdacht hatte, aber aus Angst und der Befürchtung, dass diese Verdächtigung einen Schatten auf ihre Familie werfen könnte, nicht zur Polizei geht und in der Konsequenz der potentielle Mörder (bzw. Mörderin) die Chance erhält, sie tatsächlich zu ermorden. Das finde ich besonders tragisch, weil sie es so einfach hätte verhindern können.

Die Geschichte ist sehr einfach aufgebaut: im Prinzip gibt es drei Verdächtige, wobei relativ klar ist, dass der Mann und die Nichte, wenn sie es waren, wohl zusammengearbeitet haben. Die andere Verdächtige ist eben ihre Gesellschafterin. Da gibt es also nur zwei Möglichkeiten, wer den Mord begangen haben könnte.

Der Reiz der Geschichte geht also definitiv davon aus, dass wir Miss Lemon näher kennenlernen und dass sich die Frage stellt, wie der/die Täter:in es gemacht hat. Durch das Abendessen kann die Dame nicht vergiftet worden sein, sodass es eine andere Möglichkeit gegeben haben muss. Und diese zu finden macht sie Poirot zur Aufgabe…

Mord zur Teestunde von F. Brody

Kurz gesagt: Kate Shackleton 3: Mord zur Teestunde von Frances Brody

Kate erhält wieder einen Auftrag um als Detektivin zu arbeiten, allerdings unbezahlt, denn der Ehemann ihrer leiblichen Schwester ist verschwunden. Ihre Schwester Mary Jane steht plötzlich vor ihrer Tür und stellt sich vor: ihre Mutter musste die kleine Kate als Baby weggeben, nachdem ihr Vater im Dienst gestorben war. Davon wusste Kate, zumindest, dass sie adoptiert ist, aber bisher hatte sie keinen Wunsch ihre „Herkunftsfamilie“ kennenzulernen. Dazu ist sie nun gezwungen, denn obwohl es fast noch mitten in der Nacht (sehr früh am Morgen) ist, bringt sie es nicht übers Herz, ihre Schwester wegzuschicken. Zusammen fahren sie also in deren Heimatort und Kate beginnt mit ihren Ermittlungen: sie befragt die Kinder, vor allem Harriet, die ihren Vater angeblich tot am Boden liegen gesehen hat und untersucht den Steinbruch, wo Ethan, ihr Ehemann, das letzte Mal gesehen wurde. Außerdem befragt sie die ersten Zeugen. Als Ethan kurz darauf tot aufgefunden wird, schaltet sich Scotland Yard ein und schickt Kates „Freund“ Marcus, der die Ermittlungen aufnimmt. Kates Ansicht nach ermittelt er aber in die falsche Richtung, denn er verdächtigt Mary Jane und besten Freund. Als weitere seltsame Dinge geschehen, muss Kate endlich herausfinden, wer hinter all dem steckt bevor Mary Jane noch verhaftet und der Prozess gemacht wird…

Ich muss sagen, dass mir der zweite Band der Reihe ja nicht so gut gefallen hat, dafür fand ich den dritten wieder ganz toll.

Kate ist eine starke unabhängige Frau, die ihre Ermittlungen durchzieht und meistens den besseren Riecher als die Männer von der Polizei hat (allen voran ihrem „Freund“). Sie fährt Auto, lebt ihr eigenes Leben, verdient (zumindest hin und wieder ein bisschen) Geld und ist wirklich klug (sonst könnte sie wohl keine Kriminalfälle lösen). Aber was mich wirklich genervt hat, war ihr Freund: Marcus. Er zeigt sich ihr gegenüber immer wieder gönnerhaft. Obwohl er die ganze Zeit auf dem Holzweg ist und ihr auch zeigt, dass er ihre Ideen eher belächelt, löst sie den Fall, aber statt zu Kreuze zu kriechen und sich zu entschuldigen, nimmt er es einfach hin, dass ihm die Lösung in den Schoss gefallen ist.

Auch ihre Mutter ist anstrengend, aber man merkt, dass diese ihre Tochter dennoch liebt. Deshalb finde ich ihre Übergriffigkeit Kates Freund einfach einzuladen, damit ihr Vater ihn kennenlernen kann, etwas nervig, aber verzeihlich. Eigentlich würde man ja erwarten, dass Kate das tut, wenn sie beschließt, Marcus zu heiraten. Und tatsächlich möchte er ihr wohl eine Frage stellen, doch Kate ist noch etwas unentschlossen, ob sie ihn wirklich genug mag dafür. Ich vermute, dass diese Frage im nächsten Band folgen wird und bin nicht sicher, wie ihre Antwort ausfällt. Kate hängt noch immer an ihrem vor Jahren im Krieg verschollenen Ehemann und sie klammert sich an die Hoffnung, dass sie ihn irgendwann in einem Krankenhaus findet und er an einem Gedächtnisverlust leidet.

Ich muss sagen, dass ich Marcus so gar nicht leiden kann und deshalb hoffe, dass sie seinen Heiratsantrag ablehnen wird. Falls sie ihn annimmt, weiß ich nicht, ob ich die Reihe weiterverfolge. Wobei die Reihe derzeit auch nur bis Band 4 (plus ein kurzer, den es nur digital gibt) übersetzt ist, aber es gibt noch weitere im Original und ich hatte am Anfang tatsächlich überlegt, ob ich die Reihe nach den vier deutschen Bänden einfach auf Englisch weiterlese. Davon sehe ich derzeit ab, warte aber mal, wie sehr mich der vierte Band überzeugen wird.

Alles in allem hat mir der dritte Band der Kate Shackleton-Reihe Mord zur Teestunde von Frances Brody besser gefallen als der zweite Band. Ich mag Kate eigentlich sehr und auch Sykes ist wirklich in Ordnung, aber Marcus und ihre Beziehung zu ihm nerven mich mehr und mehr. Der Fall war wieder sehr spannend, komplex und abwechslungsreich und Kate leistet wirklich tolle Ermittlungsarbeit. Ich hoffe, der nächste Band (und auch der digitale Kurzkrimi) wird ähnlich spannend.

Und dann gabs keines mehr von A. Christie

Kurz gesagt: Und dann gabs keines mehr von Agatha Christie

Der Krimi Und dann gabs keines mehr von Agatha Christie wurde unter mehreren Titeln in Deutschland herausgegeben. Neben dem eben erwähnten wurde der Thriller auch unter den Titeln Letztes Weekend und Zehn kleine Negerlein herausgegeben. Das führe ich nur der Vollständigkeit halber hier auf, weil meine ältere Ausgabe auch den zweiten Titel hat. Dennoch werde ich hier den oben stehenden Titel, aus bekannten Gründen, verwenden.

Es geht in diesem Thriller um zehn Figuren, die alle von ihnen mehr oder weniger bekannten Menschen auf eine Insel eingeladen werden, um dort ein Wochenende zu verbringen: Anthony Marston, Richter Lawrence Wargrave, Dr. Edward Armstrong, Ex-Polizist William Henry Blore, Philip Lombard, General John Macarthur, Vera Claythorne, Emily Brent und die beiden Hausangestellten Ethel und Thomas Rogers.

Allen zehn Personen wird vorgeworfen, eine oder mehrere Personen ermordet oder deren Tod verursacht zu haben. Bei allen Todesfällen handelt es sich entweder um Morde, die der Justiz durch die Lappen gegangen sind oder um welche, die nicht als Morde zu erkennen waren. Hierzu gehören ein Autounfall, absichtlich verursachte Todesfälle im Gefecht, eine schief gelaufene Operation, Menschen, die in den Selbstmord getrieben wurden, Unfälle oder Todesfälle, die durch „Fehlurteile“ im Gericht zustande kamen. Der Mörder scheint sich mit den zehn Täter:innen auf der Insel zu befinden und nimmt deren Verurteilung selbst in die Hand…

Ich muss sagen, dass ich diesen Krimi zwar als Buch auf dem SuB stehen habe, ihn aber als Theaterstück gesehen hatte und ihn mir hinterher als englisches Hörbuch angehört habe. Leider konnte ich nicht herausfinden, wer der Sprecher war, sodass ich leider nicht wirklich auf das Medium eingehen kann. Dennoch hat es mir gut gefallen, das englische Original mit dem deutschen Theaterstück zu vergleichen, das ja notgedrungen an einigen Stellen gekürzt und teilweise verändert werden musste.

Ich muss sagen, dass ich bei diesem Thriller von Christie am Anfang recht skeptisch war, weil ich bisher hauptsächlich Krimis von ihr kenne und es auch besonders gut finde, wenn ich die ermittelnden Figuren kenne. Hier gab es praktisch keinen Ermittler, was ich etwas seltsam fand, wenn man bedenkt, was für Figuren hier anwesend sind: ein Mann, bei dem es für mich klang, als könnte er auch als Privatdetektiv arbeiten und eher von zupackender Sorte ist, ein Richter und ein ehemaliger Polizeibeamter. Jeder der drei wäre ja dafür prädestiniert gewesen, den Fall zu übernehmen und seine eigenen Ermittlungen anzustellen.

Abgesehen davon, ist der Thriller zwar etwas gruselig, aber ich finde, es hielt sich noch in Grenzen, zumal keine Figur so sympathisch war, dass es mir das Herz gebrochen hätte, zu erfahren, dass er/sie der/die Täter:in oder das nächste Opfer ist und man ahnt ja, dass es einige Todesopfer geben könnte.

Alles in allem kann ich zwar nicht nachvollziehen, warum der Thriller so beliebt ist, aber er war doch eine kurzweilige Unterhaltung und ich mochte die Idee, dass ein mysteriöser Rächer kommt, um die Todesfälle zu rächen beziehungsweise zu verurteilen, bei denen das Gesetz und die Justiz versagt haben. Teilweise handelte es sich ja nicht einmal im engeren Sinne um Verbrechen, was die einzelnen Figuren getan haben. Von mir gibt es also auch für diesen Klassiker eine Empfehlung, aber man sollte eben nicht damit rechnen, dass es sich um einen klassischen Christie-Krimi handelt.

Das Geheimnis des ägyptischen Grabes von A. Christie

Kurz gesagt: Das Geheimnis des ägyptischen Grabes von Agatha Christie

Poirot beschließt in Das Geheimnis des ägyptischen Grabes von Agatha Christie gemeinsam mit seinem Gefährten Hastings nach Ägypten zu reisen um einen mysteriösen Fall zu lösen: Poirot wurde von Lady Willard gebeten dem Fluch des ägyptischen Grabes auf die Spur zu kommen, das den Tod ihres Mannes verursacht zu haben scheint. Nachdem ihr Sohn nun in Ägypten ist, macht sie sich Sorgen um seine Sicherheit, denn neben ihrem Mann sind noch andere Männer, die an der Ausgrabung des Grabes beteiligt waren, verstorben. Poirot und Hastings fahren also nach Ägypten und Poirot beginnt sofort mit seinen Ermittlungen. Bald schon hat er einige wenige Verdächtige und stellt diesen eine Falle…

Wenn man an die Krimis von Agatha Christie denkt, verbinde ich diese auch immer mit Ägypten. Deshalb finde ich diese Kurzgeschichte auch so toll, denn diese spielt in Ägypten. Es gibt einen Zeitsprung von einigen Tagen zwischen dem Anfang in England und der eigentlichen Ermittlungsarbeit in Ägypten. Dabei wird auch auf ein paar ägyptische Sehenswürdigkeiten Bezug genommen: die Pyramiden und das Mena House. So etwas mag ich ja immer, weil dadurch die Stimmung in solchen Romanen besonders realistisch gestaltet werden kann.

Es handelt sich hierbei um einen relativ typischen Poirot-Krimi (wobei ich es auch cool gefunden hätte, wenn er nur aufgrund der Schilderungen eines Zeugen oder einer Zeugin die richtigen Schlüsse für den Fall gezogen hätte). Poirot ermittelt in zwei Ländern: England und Ägypten, wobei ein klarer Fokus auf den Ermittlungen in Ägypten liegt. Während Hastings seinen Freund einfach nur begleitet, und mal wieder keine Ahnung hat, hat Poirot schon vor der Abreise einige Erkundigungen eingezogen und ist mit den Ermittlungen schon deutlich weiter bevor sie überhaupt losfahren.

Poirot sorgt immer wieder mal für lustige Momente, wenn er mit seinem piekfeinen Anzug durch den ägyptischen Sand läuft und mit einer Kleiderbürste immer wieder jedes Staubkorn entfernt (in solchen Momenten frage ich mich, ob er als Vorlage für Monk gedient hat).

Alles in allem handelt es sich bei Das Geheimnis des ägyptischen Grabes um einen typischen Hercule Poirot-Krimi, die ich recht gerne mag. Ich finde es auch besonders cool, dass diese Geschichte in Ägypten spielt, was für mich irgendwie auch typisch den klassischen englischen Krimi ist.

Der Reiter auf dem schwarzen Hengst von A. Lechner

Kurz gesagt: Der Reiter auf dem schwarzen Hengst von Auguste Lechner

Karl der Große ist Kaiser und tötet einen unbewaffneten Verwandten von Heymon. Zur Widergutmachung gibt Kaiser Karl Heymon seine Schwester Aya zur Frau. Aya fürchtet sich vor ihrem wilden Ehemann, der nur sporadisch Zuhause auf seiner Burg ist und in der Zwischenzeit in verschiedenen Schlachten kämpft. Häufig gebiert sie neun Monate nachdem ihr Mann Zuhause war ein Kind. Da ihr Mann aber gedroht hat, jeden der zur Sippe von Karl gehört zu töten und die Söhne die Neffen von Karl sind, beschließt sie, diese vor ihrem Mann zu verbergen, indem sie in ein Kloster einkehrt und dort ihre Söhne bekommt. Diese werden auch im Kloster erzogen, sodass sie ihre Kinder nie zu Gesicht bekommt. Als ihr Mann eines Tages traurig und enttäuscht ist, weil er keine Söhne hat, fragt sie ihn, ob diese dann nicht sterben müssten, und er ist überrascht. Aya gesteht ihm daraufhin, dass sie vier Geburten hinter sich hat und sie lassen die Söhne zu sich kommen.

Nun geht aber der ganze Ärger erst richtig los: Heymon nimmt seine Söhne zu einer Einladung mit zum Kaiserhof, wo es zum Eklat kommt: einer der Söhne tötet den Sohn des Kaisers, nachdem dieser einem der Brüder seinen Kopf verpfändet hat (und wenn die Situation andersherum gewesen wäre den Bruder getötet hätte). Nun müssen die Brüder aber erst recht flüchten, denn der Kaiser sieht die Rechtmäßigkeit des Handelns nicht und so befinden sich die Brüder auf der Flucht, kämpfen. Einer erhält sogar eine Burg und die Tochter eines Verbündeten zur Frau….

Ich habe Auguste Lechner Der Reiter auf dem schwarzen Hengst schon vor einiger Zeit gelesen, wollte das Buch aber gerne jetzt noch rezensieren, wenn ich also den ein oder anderen Fehler mache, seht es mir bitte nach. Ich habe jetzt auch nochmal versucht, in das Buch reinzulesen und bin genauso ratlos, wie ich mich damals gefühlt habe, weil ich den Stil einfach grauenhaft sprunghaft finde.

Ich habe euch hier gerade nur einen kleinen Teil der 240-seitigen Handlung, denn es passiert alles so schnell und wird nur sehr oberflächlich beschrieben. Das hat bei mir dauerhaft für Verwirrung gesorgt, was nun in welcher Reihenfolge mit den Brüdern geschehen ist. Deshalb bin ich auf diesen Teil ihres Lebens dann auch nicht mehr detaillierter eingegangen.

Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass die vier Brüder einen schwarzen Hengst hatten, Bayard, (daher auch der Buchtitel), der so stark und schnell war, dass er alle vier ausgewachsenen Männer in ihrer Kampfmontur tragen konnten und es sich darüber hinaus auch noch um ein überaus kluges Tier handelte. Besonders furchtbar war für mich, dass der Hengst auf grausame Weise ermordet wird und ich empfehle allen Tierliebhaber:innen, diese Stelle zu überspringen.

Für mich war sicherlich auch noch ein Thema, dass ich solche historischen Kinderbücher mit Realitätsanspruch von Gabriele Beyerlein kenne und sehr liebe. Hier fehlte mir aber alles, was Beyerleins Bücher ausmacht: eine gute Geschichte, die genau so geschehen sein könnte ist es zwar in beiden Fällen, aber bei Lechner gab es keinen Anhang, in dem beschrieben stand, mit welchen Materialien sie gearbeitet hat und wie sich die Quellenlage darstellt. Außerdem ist die Geschichte wirklich brutal und ich weiß nicht, ob Kinder und Jugendliche damit wirklich ihren Spaß hätten.

Alles in allem mochte ich Der Reiter auf dem schwarzen Hengst von Auguste Lechner nicht sonderlich und werde wohl auch keine anderen historischen Kinderbücher mehr von ihr lesen, obwohl hier noch eines von ihr liegt und ich diese Art Bücher eigentlich ganz gerne mag.

Schnell gehäkelt von T. Hagstedt

Rezension: Schnell gehäkelt von Therese Hagstedt

Das Buch umfasst eine kleine Häkelschule, außerdem Blüten, Schmetterlinge und Herzen, Wohnaccessoires wie Decken, Topflappen, Untersetzer, umhäkelte Kleiderbügel, aber auch Hüllen für Äpfel und eine Deko-Fischkette. Außerdem einige Kleidungsstücke wie Schal/Dreieckstuch, Mützen, Hüte, Stulpen, Kleidchen, Mantel, Weste, Hausschuhe, Wickelpulle und Accessoires wie Haarreif, Haarspange, Armbänder, Tasche und im weitesten Sinne alles mögliche an Weihnachtsdeko, außerdem ein gehäkeltes Hasenstofftier.

Obwohl ich schon ungefähr wusste, wie man die einzelnen Maschen häkelt und nur noch einmal nachgucken wollte, habe ich mithilfe der Beschreibungen nicht verstanden, was ich machen muss. Ich weiß nicht, ob das an den Zeichnungen oder an den Erklärungen lag, aber ich finde, hier ist auf jeden Fall noch Verbesserungsbedarf.

Ich habe natürlich versucht das ein oder andere aus dem Buch, nachzuhäkeln und muss sagen, dass ich ziemlich enttäuscht und ernüchtert wurde: es gibt zu wenige Bilder von den einzelnen Schritten (bzw. gar keine) Fotos von den Häkelstücken. Die einzigen Fotos sind Werbeaufnahmen, in denen das Modell im Vordergrund steht. So erkennt man nicht, was für die Handarbeit wichtig ist und was man sich vielleicht nicht aus dem Text erschließen kann. Ich habe mich in den Wickelpulli von Seite 104-107 verliebt, aber aufgrund der schlechten Fotos (keine Detail- und keine Rückenaufnahmen, sodass man überhaupt nicht visuell sehen kann, wie dieser gefertigt wird) und der fehlenden Häkelschrift, habe ich davon erst einmal Abstand genommen. Man hat überhaupt keine Chance sich anders als über den Text herzuleiten, was man machen muss. Besonders schade finde ich, dass die Großaufnahme des Wickelpullis (Seite 105) das Gesicht des Modells scharf stellt, während die einzelnen Maschen im pinken Teil des Pullis und der weißen Umrandung komplett unscharf sind und sie somit nicht erkennbar sind. So sollten Fotos in einem Handarbeitsbuch nicht sein.

Auf den Seiten 98-99 werden verschiedene Arten von Mützenabschlüssen beschrieben. Die drei Fotos zeigen die Modelle aber von vorne, sodass man Fellpompom, Bommel und Zugband nicht wirklich erkennen kann und nicht mal sieht wie diese Mützenabschlüsse aussehen, geschweige denn, dass man sich anhand der Fotos herleiten könnte, wie man das nacharbeiten kann. Vor allem beim Zugband wollte ich es mir gerne anschauen, aber das Foto ist so abgeschnitten, dass man das Gesicht des Mädchens gut erkennt, der Mützenabschluss aber am oberen Bildrand einfach weggeschnitten wurde. Auch hier sind die Fotos für die Handarbeiter:innen nicht zu gebrauchen.

Was mich stört, aber vielleicht ist das einfach so bei so gemischten Handarbeitsbüchern: es sind sehr viele Modelle für kleine Mädchen (so bis maximal ins Grundschulalter und das auch nur bei ein paar Ausnahmen, der Rest ist für Mädchen bis maximal in den Kindergarten) und es gibt keine oder unzureichende Hinweise, wie man diese Modelle für größere Kinder oder Erwachsene vergrößert (da steht dann, wenn es weiter werden soll, mehr Luftmaschen anschlagen, wenn es länger werden soll, mehr Runden häkeln) und für Jungs gibt es kein einziges Modell (auch keines für Männer, außer bei den Grannydecken eine, die für Jungs gedacht zu sein scheint), außer Jungs mögen Schmetterlinge, Blüten und die Farben pink, lila, rosa und rot. Bei vielen Sachen steht leider auch nicht explizit dabei, ob es für Kinder oder Erwachsene ist, sodass man sich das erst anhand der Anleitung herleiten muss, in der manchmal, aber nicht immer, dabei steht für welche Größen bzw. welches Alter die Modelle gedacht sind.

Was mir allerdings gut gefällt, ist die Einteilung nach Wohnaccessoires, Sommer & Frühling, Herbst & Winter und Weihnachten. Da einige Anleitungen mit Granny Square-Decken und -Kissen dabei sind, finde ich es wirklich toll, dass am Anfang beschrieben wird, wie man diese zusammenhäkelt.

Alles in allem war ich von meinem ersten Häkelbuch relativ enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir anhand der Bilder auf dem Cover und der Beschreibungen mehr Wohnaccessoires erhofft und irgendwie auch mit mehr Kleidung für Erwachsene gerechnet. Vielleicht ist das in allen/vielen Handarbeitsbüchern so, dass mehr für Kinder dabei ist, aber die Zielgruppe dieses Buches scheint schon sehr eng zu sein (wenn man gerade kein kleines Mädchen in seinem Verwandten- oder Bekanntenkreis hat, das sehr mädchenhaft ist, wird man an diesen Anleitungen wohl leider weniger Freude haben). Ich möchte damit übrigens nicht sagen, dass Jungs sich nicht für Pink-, Rosa und Lila-Töne begeistern können oder sollten, aber die Schnitte und Muster sind schon sehr verspielt und mädchenhaft. Vorne bei den Applikationen hätten ja auch ein Auto oder ein Tier (Hund, Hase, Katze) dabei sein können (außer dem relativ feminin anmutenden Schmetterling), dann hätte man das eine oder andere zumindest relativ einfach auch für Jungs passender gestalten können (selbst das Hasenkuscheltier trägt ein rosa-pink gestreiftes Kleidchen). Außerdem sollte man bereits ein/e gute/r Häkler:in sein, damit man nur mit dem Text ohne Detailfotos oder Häkelschrift klarkommt.

 

 

 

Danke an Bassermann für das Rezensionsexemplar!

Leseaktionen ·Montagsfragen

Montagsfrage: 25. März 2024

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Montagsfrage: Was waren Eure dicksten/dünnsten Bücher des letzten Quartals?

Hallo ihr Lieben,
die Montagsfrage habe ich diese Woche irgendwie vergessen, aber noch kann ich ja antworten. Sophia möchte diese Woche von uns wissen, was die längsten und kürzesten Bücher dieses Quartals waren:
drei Geschichten sind gleich kurz:
Die Pralinenschachtel, Der Plymouth-Express und Das Geheimnis des ägyptischen Grabes bei allen dreien handelt es sich um Agatha Christie-Kurzgeschichten mit jeweils 18 Seiten.
Ich habe dieses Jahr relativ kurze Bücher gelesen und das längste Buch war Lady Hardcastle und der Mord am Meer von T E Kinsey und hat 458 Seiten.
Wie lang bzw. kurz waren eure Bücher im ersten Quartal?
Liebe Grüße und schöne Feiertag
Vanessa

Red Scales von K. V. Haderer

Inhaltsangabe: Die Drachen von Talanis 3: Red Scales von Katharina V. Haderer

Im dritten und letzten Band der Die Drachen von Talanis-Reihe von Katharina V. Haderer möchte Long Song immer noch den vakanten Platz in der Hexade erhalten und bekommt von dieser eine schwierige Aufgabe gestellt: Er soll ein historisches Artefakt, einen Kunstgegenstand für die Hexade besorgen. Da dieser so teuer ist, dass er ihn niemals kaufen könnte, muss er anders dran kommen. Der Besitzer macht ihm ein Angebot. Long stiehlt für ihn ein Gemälde aus einem Museum und erhält als Bezahlung das Drachenei. Long plant der Einbruch mit Jason und Thomas und Christie versucht, nachdem sie sich nun endlich in einen Drachen verwandeln kann, ihn davon abzuhalten, aber sie hat währenddessen ihre eigenen Probleme.

Ihr Halbbruder, Li, schickt ihre einige Schläger auf den Hals, die sie nur mit Zhangs Hilfe in die Flucht zu schlagen vermag. Als sie daraufhin ihren Bruder zur Rede stellt und ihm klar macht, dass sie nicht klein beigeben wird, schickt er erneut Schläger, dieses Mal in den Laden ihrer Mutter, was zu einer Auseinandersetzung führt, die sogar die Polizei auf den Plan ruft. Han Wei, Christies Vater, wird auf die Wache gerufen und sie schreit ihn an, dass Li sie endlich in Ruhe lassen soll. Ihr leiblicher Vater scheint Nachforschungen anzustellen, die in der Enterbung seines Sohnes führen. In der Konsequenz möchte er Christie als seine Nachfolgerin in der Triade, mit der sie aber eigentlich nichts zu tun haben möchte.

Als sie ihn besuchen, werden sie von Meister Nacht, den die Triade eigentlich gebannt hatte, angegriffen und Han Wei kommt beim Kampf ums Leben. Beim darauf folgenden Triade-Treffen taucht Li mit Meister Nacht auf und behauptet, dass dieser seinen Vater nicht ermordet hätte. Li fordert seinen Platz in der Triade, den Christie ihm aber nicht geben möchte, denn es würde bedeuten, dass sie sich ihm unterwerfen muss. Die einzige andere Möglichkeit ist ein Duell, bei dem Li seinen Kinju, Meister Nacht, mit in den Ring nimmt und da er sich mithilfe einer Apparatur nun auch wandeln kann, hätte Christie alleine keine Chance. Man kann zu einem Duell aber nur seinen Kinju oder einen Ehepartner mitbringen und da sie nicht verheiratet ist, braucht sie wieder einen Diener. Da in ihrer „Familie“ einzig ihr Vater Long und Jason Drachen sind und sie beide nicht zu ihren Kinjus machen kann, müssen Jason und sie heiraten, um Seite an Seite in der Arena zu kämpfen…