The Tribe

Inhaltsangabe: Die Vorgeschichte: Amber und Dal von Linda Jensen

Im dritten Teil der Vorgeschichte: Amber und Dal von Linda Jensen lernen wir Amber und Dal kennen, welche zusammen in die Schule gehen. Amber ist eine gute Schülerin und gewinnt sogar einen Schülerwettbewerb mit einem Beitrag über Hausmüllreduktion, Dal ist eher zurückhaltend und deshalb hat er nicht viele Freunde, allerdings mag er Amber recht gerne und so werden die beiden Freunde und bleiben auch später noch zusammen, nachdem die Katastrophe eingetreten ist. Dals Schwester ist früh gestorben, seine Eltern sind ziemlich wohlhabend, was bei Amber Eindruck hinterlässt, aber nicht der einzige Grund zu sein scheint, dass sie ihn auch mag. Abgesehen von ihrer Klugheit, besitzt sie auch Mut, den sie zeigt, als Dal geärgert wird und traut sich in diesem Kontext auch zu zeigen, was sie gut und nicht gut findet und dafür einzustehen. Dal lernt auch Ambers Familienstruktur kennen, ihr Vater ist ein bekannter Schauspieler, Lucy ist ihre Stiefmutter, Solaris ihre Schwester. Gerade als sich Amber und Dal besser verstehen und Dal in Ambers Clique aufgenommen wird, erhalten sie die Nachricht, dass alle Erwachsenen auf der Welt mit einem tödlichen Virus infiziert wurden, sodass sie alle sterben werden, da es nirgendwo ein Gegenmittel gibt. Amber ist verzweifelt, als sie sich mit ihren Eltern und ihrer Schwester unterhalten hat, merkt sie, dass diese die Bedrohung nicht ernst nehmen und davon ausgehen, dass sie vor dem Virus sicher sind, da sie in einem Vorort leben. Amber ist aber davon überzeugt, dass sie alle bereits infiziert sind, wenngleich sie weiß, dass dies das Todesurteil für die älteren Mitmenschen, also ihre Eltern, bedeuten würde. Sie will für sie da sein und sich um sie kümmern. Amber und Dal merken, dass sie mehr zusammenhalten müssen und so versuchen sie sich gegenseitig Halt zu geben. Dal klammert sich an die Hoffnung, dass seine Eltern, da sie ausgezeichnete Ärzte und Forscher sind, die Epidemie aufhalten werden. Amber hofft auch, solange sein Vater noch keine Pusteln hat, doch als er sie bekommt, beschließt sie, sich um ihn zu kümmern, bis es zu Ende ist. Amber wird von ihrem Vater weggeschickt, Solaris und Lucy sind bereits gestorben und er will nicht, dass sie bleibt bis er tot ist, da er nicht glaubt, dass sie dort länger sicher ist. Schließlich ist nicht nur das Virus unter Umständen für sie und Dal gefährlich, sondern auch die Gruppen, die sich immer weiter ausbreiten und an immer weniger Regeln halten, da die gesellschaftlichen Strukturen und die Normen so langsam ins Wanken geraten.

Allgemein

Inhaltsangabe: Endlich frei von Mahtob Mahmoody

Endlich frei ist der Erfahrungsbericht von Mahtob Mahmoody, die sich in ihrem Buch auf ihre Erlebnisse im Iran und ihr Leben davor, aber hauptsächlich danach bezieht. Sie beschreibt in ihrem Buch, wie sie ihr Leben vor ihrem „Urlaub“ im Iran wahrgenommen hat. Außerdem beschreibt sie ihre Erlebnisse im Iran. Sie berichtet von Bomben und Bombenalarmen, wenn sie dafür um sich zu schützen in die Halle gerannt sind und dort gehofft und gebetet haben, dass die Bomben sie verfehlen mögen. Sie erzählt aber auch wie sie mit ihrer Mutter zusammen im Badezimmer heimlich gebetet hat, wie sie mit den Kindern gespielt, ferngesehen und das Spielzeug dort wahrgenommen hat. Aber auch von den Streitigkeiten ihrer Eltern berichtet sie. Weiterhin erzählt sie wie sie mit ihrer Mutter geflüchtet ist, oder zumindest von den bruchstückhaften Erinnerungen dieser Flucht.

Sie erzählt wie ihre Mutter oft auf Reisen war, weil sie ihr Buch und ihre politische Arbeit vorantreiben wollte. Dass sie auf eine christliche Schule ging, wie sich ihre Meinung zu Gott und damit auch ihr Glaube entwickelt haben, berichtet sie genauso, wie von ihrer Zeit auf einem christlichen Internat. Als sie dann auf’s College geht kommt sie mit weltlichen Gedanken in Konflikt immer wieder beschreibt sie, wie ihr Glaube ihr im Alltag Schwierigkeiten bereitet hat. Und natürlich beschreibt sie auch von seltsamen Dingen, die ihr immer wieder geschehen. Dass Türen offen sind, die abgeschlossen, abgeschlossen sind, die offen sein sollten. Sie erzählt von seltsamen Geräuschen, jeder Menge Umzügen und wie ihr Vater und andere Menschen in seinem Namen versuchen Kontakt zu ihr aufzubauen. Einmal will sie jemand mit ihrem Vater zusammenbringen, indem er eine Telefonverbindung zwischen ihnen herstellt und einmal will ein Dokumentarfilmer die Meinung und den Standpunkt ihres Vaters verfilmen und dafür sie und ihren Vater zusammenbringen. Mahtob erzählt aber, dass sie immer schon eine eigene Meinung zu ihrem Vater hatte und sie die Beziehung zu ihrem Vater selbst bestimmt. Immer wieder wenn sie sich dazu gedrängt fühlt, mit ihm in Kontakt treten zu sollen, zieht sie sich zurück und nicht einmal ihre Mutter kann sie dazu überreden mit ihm in Kontakt zu kommen.

Auch von ihrer Lupuserkrankung erzählt Mahtob, da sie immer wieder Symptome an sich wahrnahm, diese aber niemals in Zusammenhang bringen konnte, bis sie irgendwann an genau den richtigen Arzt kommt, der die Symptome verbindet, und erkennt, dass sie womöglich Lupus hat. Die Krankheit macht ihr immer wieder schwer zu schaffen und schränkt sie teilweise stark in ihrem Alltag ein, aber dennoch schafft sie es ihr Studium durchzuziehen, zuvor in die Schule zu gehen und sich immer wieder weiter zu entwickeln und obwohl sie hin und wieder einen Schub hat, hat sie das Glück, dass sie die richtigen Behandlungen erhält, die dafür sorgen, dass der Lupus teilweise sogar auf dem Rückzug ist. Das Ende Mahtob Mahmoodys Erfahrungsberichts ist sehr offen.

Allgemein

Rezension: Endlich frei von Mahtob Mahmoody

Ich muss zuvor sagen, ich hatte sowohl Nicht ohne meine Tochter als auch Aus Liebe zu meiner Tochter von Bett Mahmoody gelesen. Die beiden Bücher haben mich tief bewegt und beeindruckt und als ich dann sah, das Mahtob nun ihre Geschichte herausgebracht hat, wollte ich sie auch unbedingt lesen. Nun ja, wie das immer so ist hat es dann noch eine ganze Zeit gedauert, bis ich dann letztendlich wirklich dazu kam, ihn zu lesen. Das Buch beschreibt in verschiedenen Abschnitten, wie ich es in der Inhaltsangabe beschrieben habe, das Leben von Mahtob. Ich las dann während ich das Buch schon las, einige Rezensionen auf den entsprechenden Seiten und muss sagen, dass ich einen Aspekt genauso bestätigen kann. Das Buch hat seine Längen und vor allem die Zeit in den diversen christlichen Schulen, die sicherlich nur dazu dienen ihre eigene Geschichte zu reflektieren, wirken naiv, und so als sei die Autorin in ihren Ansichten festgefahren und könnte andere Ansichten kaum als das anerkennen was sie sind: Andere Meinungen. Ich hätte wirklich nicht so viele Infos über ihre Zeit in den Schulen und Auseinandersetzung mit ihrem Glauben gebraucht. Aber abgesehen davon habe ich bei vielen Rezensionen den Kopf geschüttelt. Dort wurde bemängelt, dass Mahtobs wankelmütiges Auftreten (mal habe sie ihrem Vater verziehen dann mal wieder nicht) total unglaubwürdig rüberkommen. Und ich finde, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Wenn sie total kohärent gesagt hätte, ja ich habe ihm verziehen, dann hätte ihr das niemand glauben können, aber dass sie auch keine 20 oder 25 Jahre in Verbitterung gelebt haben kann und sie ihm niemals verziehen hat, dass hätte auch niemand geglaubt. Natürlich kann man das nachvollziehen, wenn man sich die Autorin als lebendiges Wesen vorstellt und nicht als irgendeine Romanfigur. Mahtob hat eben viele Facetten und eine davon möchte ihrem Vater vergeben, möchte ihn vielleicht sogar wieder lieb haben, aber eine andere kann (und will) das vielleicht nicht. Also hat sie ihm vergeben, aber nur so lange er sie in Ruhe lässt, so lange eben wie sie das Gefühl hat, ihr Leben wieder im Griff zu haben und nicht durch Entscheidungen bestimmt zu werden, die irgendwelche Erwachsenen vor etlichen Jahren getroffen haben und von einer (doch im Verhältnis recht kurzen Zeitspanne). Sie kann ihm aber nicht verzeihen, wenn er sich gerade mal wieder in ihr Leben einmischt. Wenn er mal wieder kommt und sie in Angst versetzt. Und das ist eben auch so ein Thema. Sie hat immer noch Angst vor ihrem Vater, obwohl sie es eigentlich überhaupt nicht möchte. Sie möchte wenn nicht von ihm geliebt, so doch zumindest von ihm in Ruhe gelassen werden und wenn er sich dann mal wieder in ihr Leben mischt, bekommt sie Angst. Mit Sicherheit ohne es zu wollen und dann ist sie wütend: auf die Angst selbst, weil sie ihr Leben bestimmt, auf ihren Vater, weil er ihr Angst macht und auf sich selbst, weil sie sich Angst machen lässt. Und dann ist sie so ängstlich, dass sie wütend wird, wie ein Hundchen, dass zubeißt, weil man es in die Ecke drängt. Und wenn sie wütend ist, kann sie ihrem Vater nicht verzeihen. So ist die Situation zumindest wie sie sich mir darstellt.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Ende zu abrupt kam. Man hat auf den letzten Seiten überhaupt keine richtige Entwicklung mehr gesehen, aber auch einmal scheint sie ja für sich das Gefühl zu haben, dass sie wieder frei ist. Mich hätte interessiert, was sie in der Zeit, in der sie wieder mit dem Freund ihres Vaters in Kontakt getreten ist, gefühlt, gedacht und erlebt hat. Das hätte für mich mit in das Buch hineingehört und vielleicht dazu geführt, dass man den Titel besser versteht. Denn dieser Freiheitsprozess (der Prozess also, sich freizukämpfen) den kann man gut an Mahtob erkennen, aber für mich fehlte die Erklärung für den Zustand, den sie am Ende erreicht hat: Freiheit. Auch die Verschiebung der verschiedenen Perspektiven war für mich am Anfang schwierig. Mahtob erzählt von einem Traum aus ihrer Kindheit, aber nach der Zeit im Iran, dann von einer Frau, die sie wohl vor Jahren oder so im Flugzeug kennengelernt hat und dann setzt sie mit der Zeit vor dem Iran ein, aber wenn ich das richtig im Kopf habe, springt sie auch unabhängig davon immer wieder in der Zeit um gewissen Dinge zu erläutern oder kleinere Anekdoten zu erzählen. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Klarheit gewünscht.

Gut finde ich auch, auch wenn es beim Lesen etwas störend ist, dass die Flucht nur sehr bruchstückhaft beschrieben ist, das macht sie vorher noch sehr deutlich und sie beschreibt in dem Zuge auch, weshalb. Sie kann sich nicht mehr an alles erinnern und will nur eigene Erinnerungen wiedergeben. Die Lösung das Ganze also in einzelnen Episoden darzustellen, hat mir, um die Konsistenz zu wahren, sehr gut gefallen.

Insgesamt ist Endlich frei von Mahtob Mahmoody ein toller Erfahrungsbericht, der den Eindruck vermittelt, dass die Dinge genau so geschehen sind oder zumindest genau so beschrieben sind wie sich die Autorin erinnert. Das macht das Buch sehr sympathisch und hat mir gut gefallen. Und hier noch ein kleines Augenzwinkern an den Verlag: Wenn ihr Bloggern schon anbietet, dass sie Rezensionsexemplare bekommen können und ihr schreibt, dass ihr euch in den nächsten Tagen bei demjenigen meldet, dann macht es auch. Ich warte immer noch (seit beinahe zwei Jahren) auf eine Antwort des Verlages, ob ich das Buch als Rezensionsexemplar bekomme. Niemand sagt etwas, wenn man es nicht bekommt, aber Bescheid möchte man dann doch wissen.

Leseaktionen

Mein SuB kommt zu Wort August 2019

Hallo ihr Lieben,

Vanessa hatte überhaupt keinen guten Lesemonat. Ich glaube, sie hat in den letzten vier Wochen gerade mal ein Buch beendet und das ist für ihre Verhältnisse nicht wirklich viel. Zu ihrer Verteidigung muss ich sagen, dass sie nicht aus freien Stücken so wenig liest, sondern weil sie so unglaublich viel zu tun hat, aber das ändert natürlich nichts daran, dass sie ich, SuBy, ziemlich traurig über die kalten Zahlen bin. Fangen wir aber dennoch mal mit der ersten Frage an:

1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Derzeit bestehe ich insgesamt aus 30 Büchern, wobei da ein paar SaB-Bücher dabei sind, die sie noch nicht beendet und deshalb auch noch nicht rezensiert hat, die aber natürlich nicht mehr bei der Wahl des nächsten Buches zur Verfügung stehen. Damit bin ich aber auch 5 Bücher dicker als im letzten Monat. Hoffentlich schafft es Vanessa in nächster Zeit wieder mehr zu lesen, damit ich nicht immer weiter wachse.

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Vanessa hat sogar einige neue Bücher auf dem SuB, aber die drei neusten Neuankömmlinge sind: Buchstäblich Liebe von Ali Berg und Michelle Kalus (das ist der Debütroman des Autorenduos aus Australien. Vanessa hat den Roman als Rezensionsexemplar bekommen und nicht nur schon gelesen, sondern auch bereits verbloggt; das ist übrigens das oben erwähnte einzige Exemplar, das Vanessa im letzten Montag gelesen hat), Linda Howards Süße Rache (eine hoffentlich spannende Mischung aus Krimi und Liebesroman von einer von Vanessas Lieblingsautorinnen und einer der wenigen letzten Romane, die sie von ihr noch nicht gelesen hat) und Küsse auf Eis von Rachel Gibson (ein Notfallbuch! Vanessa hatte ein Buch angefangen (mehr dazu in Frage 4), von dem sie alles andere als begeistert war und so brauchte sie ein Notfallbuch. Gesagt, getan! Und so ist dieser Neuzugang auf mir gelandet). Kennt ihr eines davon? Wenn ja, könnt ihr etwas empfehlen?

3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Okay hier werde ich wohl Buchstäblich Liebe von Ali Berg und Michelle Kalus mal wieder erwähnen. Scheinbar gibt es bei der diesmonatigen Aktion auf jede Frage eine sehr ähnliche (weil immer die gleichen Bücher erwähnt werden) Antwort. Buchstäblich Liebe war ein Rezensionsexemplar und hat Vanessa recht gut gefallen. Sie hofft derzeit noch, hat sie gesagt, dass der zweite Roman der beiden Autorinnen übersetzt wird oder zumindest noch als Print im freien Handel verfügbar wird; der kam nämlich vor ein paar Wochen heraus und heißt While you were reading (https://aliandmichelle.com/new-page-1) und klingt echt spannend.

4. Lieber SuB, hast du Bücher auf deinem Stapel, bei denen du Sorge hast, dass sie deinem Besitzer*In nicht gefallen könnten und wenn ja, wieso?

Rückblick: Sehr traurig! Vanessa hat kein einziges der drei Bücher im letzten Monat geschafft, aber sie hat versprochen sich zumindest den nächsten Conan-Band noch vorzunehmen und zwar schon in den nächsten Wochen.

Schauen wir voraus: Welche Bücher Vanessa nicht gefallen könnten? Das ist eine schwierige Frage, denn Vanessa kauft sich nur Bücher, von denen sie ausgeht, dass sie ihr gefallen und sie lässt sich meist auch nur Bücher schenken, von denen sie denkt, dass sie mag, also sollte sie davon nicht so viel haben, aber! Aber ich glaube, ich habe da etwas gefunden. Vanessa hat den Kriminalroman Tannöd von Andrea Maria Schenkel auf mir, weil sie von dem Krimi vor einigen Monaten mal gelesen hatte und der total spannend klang, weil sie ja zum einen auf Krimis steht und zum anderen auch den Mord auf Hinterkaifeck total gruselig findet und der Roman soll die Geschichte so ein bisschen nacherzählen, außerdem findet sie es spannend, dass man richtige Begebenheiten in den fiktiven Mantel hüllt und so tut, als sei das alles reine Fiktion. Aber sie hat das Buch angefangen und es hat ihr nicht zugesagt, woraufhin sie es weggelegt hat, aber bisher noch nicht gänzlich von mir aussortieren wollte.

Auch bei Das geheime Leben der Bücher von Régis de Sá Moreira ist Vanessa noch recht skeptisch. Sie hat mal ein bisschen reingeblättert und es scheint ein ziemlich moderner Roman zu sein. Bestimmt wird sie sich aber dennoch einen der beiden Romane für den nächsten Monat vornehmen, denn schließlich sind die beide nicht besonders dick (Schenkel ~125 und de Sá Moreira ~175 Seiten). Kenn ihr eines der beiden Bücher? Könnt ihr vielleicht sogar eines empfehlen oder meine Befürchtungen nachempfinden?

Liebe Grüße

SuBy (& Vanessa)

Montagsfragen

Montagsfrage: 19. August 2019

Montagsfrage: Wie wichtig ist der Autor eines Buches?

Guten Morgen ihr Lieben,

Antonia fragt diese Woche nach der Wichtigkeit des Autors. Natürlich könnte man jetzt gemäß der entsprechenden Literaturtheorie antworten: Der Autor ist tot! Aber stimmt das so? Diese Literaturtheorie geht davon aus, dass der Autor keinerlei Rolle spielt bei einem Text, denn dieser hätte auch von jedem anderen geschrieben werden können. Damit wären dann alle Kafka-Interpretationen absolut überflüssig und würden jeglicher Grundlage entbehren.
Und nun Mal das Gegenteil: Ich glaube nicht, dass der Autor tot ist. Ich denke auch, dass der Autor im Gegenteil gar keine so kleine Rolle spielt. Ich habe meine Lieblingsautoren und lesen (wenn auch nicht mehr so schlimm wie früher, aber dennoch) sehr viel von ihnen und ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass ich den Stil der Autoren wiedererkennen würde. Ich würde vielleicht nicht anhand einer Passage wirklich den Unterschied merken, was vielleicht auch mit daran liegt, dass diese Bücher fast allezu übersetzt werden, aber ich würde ihn aufgrund der Struktur durchaus wiedererkennen. Denke ich zumindest. Wie seht ihr das? Ist euch der Autor so wichtig oder spielt der bei euch gar keine Rolle? Lest ihr vielleicht sogar Bücher, ohne überhaupt auf den Autor geachtet zu haben?

Liebe Grüße
Vanessa

Allgemein

Valuation

Das Substantiv Valuation scheint es nur im Englischen zu geben, was im Deutschen so viel wie Bewertung, Einschätzung und Beurteilung heißt. Ich kenne dieses Wort allerdings doch im Deutschen, da wir in der Universität unsere Dozenten und deren Konzepte und die Seminare, Vorlesungen und Kurse mithilfe von Valuationsbögen bewerten. Nun wäre natürlich interessant, ob wir das Wort Valuation einfach eindeutschen und so solche Fremdwörter in eine neue Sprache übernommen werden oder ob dieses Fremdwort einfach noch nicht so bekannt ist.

Buchstäblich Liebe von A. Berg und M. Kalus

Inhaltsangabe: Buchstäblich Liebe von Michelle Kalus und Ali Berg

In dem Roman Buchstäblich Liebe von Michelle Kalus und Ali Berg geht es um die Buchhändlerin Frankston ‚Frankie‘ Rose, die schon seit einigen Jahren keinen Freund mehr hat. Gemeinsam arbeitet sie mit ihrer besten Freundin Cat in einem Buchladen, der ihrem Mann Claude gehört. Dieser hat ihn geerbt, kann aber selbst mit Büchern nicht so wahnsinnig viel anfangen, weshalb er sich um die Buchhaltung und die beiden Frauen um das Verkaufen von Büchern kümmern.

Frankie möchte einen Mann, der gerne liest, aber nicht einfach irgendetwas, sondern die großen Werke und am besten ist er auch noch großer Jane Austen-Fan. Als sie gemeinsam in der Buchhandlung sitzen, bringt Cat sie auf eine Idee: Sie könnte in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt ihre Lieblingsbücher auslegen. Um in Kontakt mit den Männern zu kommen, schreibt sie ein paar Seiten vor Schluss ihre E-Mail-Adresse und bittet sie, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Im laufe der nächsten Wochen melden sich etliche Männer bei ihr und sie geht mit den allermeisten davon aus. Da Frankie eigentlich auch Mal zwei Bücher herausgebracht hat, beginnt sie, über ihre Dates einen Blog zu schreiben und erobert sich so nach und nach eine Fanbase. Außerdem lernt sie den süßen Sunny kennen, den sie bei ihrem ersten Zusammentreffen spontan auf die Nase küsst, weil er ihr eigentlich nur einen Krümel aus dem Mundwinkel wischen wollte. Bei ihrem zweiten Treffen rettet er sie vor den Kontrolleuren, indem er sie leidenschaftlich küsst und danach schenkt er ihr eine Schildkröte, und richtet mit ihr das Terrarium ein. Sie beginnt, sich in Sunny zu verlieben und kommt mit ihm zusammen bis er erfährt, dass sie sich die ganze Zeit über mit anderen Männern getroffen hat.

Frankie weiß, dass Sunny ihr nur durch eine große romantische Geste verzeihen könnte, doch er lässt einfach nichts von sich hören. Kann sie ihn irgendwie dazu bringen, ihr zu verzeihen? Und dann ist da auch noch ihre ehemalige Verlegerin, die sich gerne mit Frankie treffen würde, um mit ihr über ihren Blog und die Möglichkeit, daraus ein Buch zu machen zu sprechen.

Buchstäblich Liebe von A. Berg und M. Kalus

Rezension: Buchstäblich Liebe von Michelle Kalus und Ali Berg

Die Charaktere in dem Roman Buchstäblich Liebe von Michelle Kalus und Ali Berg sind am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe tatsächlich einige Seiten gebraucht bis ich mit den beiden Frauenklarkommen und vor allem mit Cat bin ich bis zum Schluss nicht richtig warm geworden. Mich hat diese Frau, die schwanger ist und dennoch oder gerade deshalb ihren Mann betrügt, sehr gestört und auch wie sie teilweise ihre beste Freundin Frankie behandelt, habe ich als sehr störend empfunden. Frankie war auch kein total toller Charakter und erst recht als Sunny sich von ihr trennt, weil sie ihn wochenlang belogen hat, war sehr unschön, aber mit Frankie bin ich tatsächlich nach einigen Seiten warm geworden.

Darüber hinaus hat mich an dem Buch eigentlich nur noch gestört, dass es eine Phase gab, in der ich das Gefühl hatte, dass a) Frankie einfach nicht zufrieden sein kann (was dann auch zu einem der Streits mit Sunny führt) und b) der Plot ein bisschen stagnierte (was sich dann aber zeitnah auflöste).

Tatsächlich gibt es die im Buch erwähnte Aktion wirklich und ist in Australien unter Books on the Rail bekannt, was sich aus dem Nachwort entnehmen und vom geneigten Leser ergoogeln lässt. Die Aktion scheint Ähnlichkeit mit der Aktion Book Crossing nur eben beschränkt auf Busse, Züge und Straßenbahnen zu haben. Es geht darum, seine Bücher auszusetzen, sie vorher mit einem Aufkleber zu versehen und sie so an andere Leser weiterzugeben. Der Finder kann das Buch lesen und danach erneut aussetzen und selbst eigene Bücher aussetzen. Die Idee finde ich an sich wirklich toll, wobei ich eigentlich mehr wie Frankie in dem Buch bin und meine gelesenen Bücher eigentlich lieber behalten würde.

Ihr könnt daraus schließen: Die Idee für das Buch finde ich toll, die Aktion finde ich toll und auch die Geschichte von Frankie und Sunny ist toll. Die beiden passen gut zusammen und bilden ein schönes Paar. Man fühlt sich nach einer Zeit in der erzählten Welt sehr wohl und kann sich total reinversetzen, wobei ich selten australische Romane lese und deshalb vermute, dass mir manche Sachen (ich kann gar nicht mehr genau sagen was, aber es waren nur Kleinigkeit) etwas fremd vorkamen, weil sie einfach in US-amerikanischen Romanen anders gemacht werden. Gerade deshalb fand ich auch mal einen Roman, der im Original nicht aus den USA kommt, sehr spannend.

Insgesamt hat mir Buchstäblich Liebe von Michelle Kalus und Ali Berg ziemlich gut gefallen, der Roman hat einige Schwächen, aber ist vor allem für Bücherwürmer, Liebesromanhungrige und Leseratten ein toller Sommerroman, den ich gerne weiterempfehle.

 

 

 

Danke an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar!

Allgemein

Inhaltsangabe: Zarengold von Michael Kibler

In den Katakomben Darmstadts findet die Polizei eine erschlagene halbnackte Frau. Leider hat sie keinen Ausweis bei sich und so braucht die Polizei einige Zeit bis sie die Frau endlich identifizieren kann. Dazu wird ein Foto der Frau in der Zeitung veröffentlicht. Daraufhin meldet sich ihr Bruder Leonid Prassir, der seine Schwester Ludmilla ‚Mila‘ Gontscharowa wiedererkannt hat. Leonid ist aufgrund einer Städtepartnerschaft von Darmstadt und einer Stadt aus der Ukraine gerade in der Stadt und wohnt bei einem Freund, Herrn Plawitz. Wie sich herausstellt kann Leonid der Polizei aber auch nicht wirklich weiterhelfen, denn er wusste sehr wenig über seine Schwester. Und so stochern die Beamten weiterhin im Nebel, denn auch im Leben von Mila gibt es kaum Hinweise. Sie hat als Aushilfe in einem Restaurant gearbeitet, in welchem es aber abgesehen von einem in sie verliebten Stammkunden keine Hinweise gibt. Auch der Blumenladen, in dem Mila gearbeitet hat, liefert keine weitern Anhaltspunkte. Wie sich herausstellt, gibt es aber wohl eine Verbindung zwischen dem Mord an Mila und einem Mord einige Wochen zuvor an der Mathildenhöhe. Dort wurde ein Wachmann ermordet, nachdem in die Russische Kapelle eingebrochen worden war. Am Fenster finden die Ermittler eine Leiter, auf welcher die Fingerabdrücke von Mila gefunden werden. Auch in Milas Keller befindet sich eine Leiter und so vermuten die Ermittler, dass Mila zumindest vorhatte in die Russische Kapelle einzubrechen, aber offenbar ist ihr unmittelbar davor jemand zuvor gekommen. Aber auch ein zweiter Ermittlungsansatz ergibt sich, als Horndeich und Hesgart herausfinden, dass Mila mit gefälschter Designerware und Schmucke gehandelt hat. Sie verkaufte über ein Internetauktionshaus Ringe und Uhren. Vielleicht hat jemand den Betrug gemerkt und es deshalb auf Mila abgesehen? Als sich dann auch noch herausstellt, dass Mila vorhatte einen Blumenladen zu kaufen und zu diesem Zweck einen Wirtschaftskurs in der Volkshochschule besuchte und dafür auch viel Geld brauchte, kommen die Kommissare Hesgart und Horndeich dem Täter endlich auf die Spur und auch der zweite Todesfall um den Wachmann wird aufgeklärt.

Natürlich kommen in diesem Band auch die Liebesgeschichten zwischen Steffen und Anna und zwischen Margot und Rainer nicht zu kurz. Steffen und Anna sind am Anfang des Krimis zusammen im Urlaub und so scheint diese Beziehung gefestigter als zuvor. Steffen lernt für Anna sogar Russisch, was ihm bei diesem Fall um die Russische Kapelle auf jeden Fall zu gute kommt. Margot und Rainer streiten sich sehr heftig und scheinen sich ziemlich plötzlich zu trennen, wenngleich Margot von Rainer einfach plötzlich nichts mehr hört; er kommt den einen Tag auf einmal nicht mehr in die gemeinsame Wohnung, sondern bleibt in Kassel, wo er ein Ein-Zimmer-Appartement hat. Als sie zu ihm hinfährt, geht er ihr aus dem Weg und sie glaubt schon an eine Trennung bis sie ihn endlich zu einer Aussprache zwingt und er ihr gesteht, dass man bei einer Untersuchung einen Tumor gefunden hat. Er wusste nicht, wie er damit umgehen soll und wollte sie auch nicht beunruhigen, weshalb er ihr einfach gar nichts davon erzählen wollte.

Montagsfragen

Montagsfrage: 12. August 2019

Montagsfrage: Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autoren?

Hallo ihr Lieben,

Antonia fragt diese Woche nach unseren Erfahrungen mit self-publishing Autoren. Ich muss sagen, dass es mir leider ähnlich geht wie Antonia. Bisher habe ich recht wenig Erfahrungen mit self-publishing Autoren, obwohl da bestimmt tolle Autoren dabei sind. Bei Self-Publishing gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, bei denen zwischen einem professionellen Layout, Korrektorat, Coverdesgin, etc. bis hin zu alles aus einer Hand alles dabei sein kann. Manche Autoren entscheiden sich für eine E-Book-only-Veröffentlichung ggf. auch mit Books-on-Demand, sodass möglichst wenig Vorschuss gezahlt werden muss und bei anderen Autoren gibt es zumindest eine TB-Printversion ihres Buches. Und natürlich gibt es ungefähr 100 Abstufungen dazwischen.
Leider kann einem bei Self-Publishing auch viel Ausschuss ins Bücherregal wandern (was nicht heißt, dass es auch schlechte Bücher aus einem professionelle Verlag gibt), aber da hat man in der Regel einen erfahrenen Verleger oder sogar ein ganzes Team, das das Manuskript gelesen hat und deshalb weiß oder zumindest ahnen kann, ob das Buch gut ist oder nicht. Das hat den Vorteil, dass die meisten Bücher kein kompletter Schrott sind, hat aber auch zur Folge, das irgendejemand schon einmal vorsortiert hat, was sich zu lesen lohnt oder nicht. Sprich: Wir haben nicht DIE freie Auswahl, sondern müssen nehmen, was jemand anders für gut hält.
Wer viel liest und gerne auch mal E-Books liest und mit der Zeit verschiedene (vielleicht auch negative) Erfahrungen mit Self-Publishing-Autoren gemacht hat, der kann sicherlich die ein oder anderen Perle finden und das häufig schon für einen sehr geringen Preis. Einen Blick ist die Sparte sicherlich mal wert.
Wie sind eure Erfahrungen mit Self-Publishing oder habt ihr vielleicht sogar schon eigene verlegerische Erfahrungen damit gemacht?

Liebe Grüße
Vanessa