Liebe, fertig, los! von R. Gibson

Inhaltsangabe: Liebe, fertig, los! von Rachel Gibson

Der Liebesroman Liebe, fertig, los! Von Rachel Gibson ist der erste Band der Seattle Chinooks-Reihe. Der Besitzer, Virgil Duffy, der Seattle Chinooks, der Eishockeymannschaft, möchte die deutlich jüngere Georgeanne Howard heiraten. Allerdings rennt Georgeanne kurz vor der Trauung weg, mit ihrem Hochzeitskleid bekleidet und einem riesigen Schminkkoffer unter dem Arm springt sie ins Auto von einem der Spieler, John Kowalsky. John und sie verbringen eine tolle Nacht miteinander, doch am nächsten Morgen setzt er sie mit ihren wenigen Habseligkeiten am Flughafen ab. Jetzt hat Georgeanne ein richtiges Problem, denn sie hat keine Familie außer einer schrägen Großtante, der sie sich aber nicht anvertrauen möchte, außerdem hat sie eine Freundin, die mit auf der Hochzeit war und entsprechend sauer sein wird, weil sie dem Bräutigam nun die Situation erklären darf. Georgeanne hat keinen Job, keine anderen Freunde und nicht einmal mehr ein Zuhause, in das sie flüchten könnte. In einer Zeitung findet sie ein Jobangebot einer Cateringfirma, die einen Beikoch sucht. Georgeanne entscheidet sich, sich für den Job zu bewerben und hätte sie der Firmenchefin Mae nicht ihren Hintern gerettet, hätte sie den Job wohl auch nicht bekommen, doch so werden die beiden nicht nur Kolleginnen und sogar Partnerinnen, sondern sogar beste Freundinnen. Mae hat kürzlich ihren schwulen Zwillingsbruder verloren und Georgeanne hat keine Familie, sodass die beiden sich wie Schwestern fühlen.

Georgeannes Nacht mit John bleibt nicht folgenlos: Sie bekommt eine kleine Tochter, Lexie, die ihrem Vater ziemlich ähnlich sieht und als dieser das sechs Jährige Mädchen sieht, kann er schnell 1 und 6 zusammenzählen. Er hat Georgeanne das letzte Mal vor 7 Jahren gesehen! Ist Lexie vielleicht seine Tochter? Er zwingt Georgeanne ihm zu gestehen, dass sie damals schwanger wurde und so haben die beiden keine Wahl mehr: Obwohl sie sich noch immer nicht verstehen und nun jeder seine alten Wunden heilen lassen möchte, müssen sie Zeit miteinander verbringen, denn John denkt gar nicht erst daran, seine Tochter wieder zu verlassen. Anfänglich funktioniert die Konstellation sogar noch recht gut, doch als Georgeanne erfährt, dass John entgegen seiner Versprechungen einen Anwalt eingeschaltet hat, gerät sie in Panik, packt ihre Tochter ein und reist stinksauer vom gemeinsamen Urlaubsort ab. Nun dürfen die Gerichte über Lexie entscheiden, die überhaupt nicht versteht, warum ihr niemand gesagt hat, wer John ist und die panische Angst hat, dass ihr Daddy sie nicht mehr liebt. Natürlich gibt das neuen Ärger zwischen Georgeanne und John, denn er erkennt seine kleine, verängstige Tochter kaum wieder. Und nun verliebt sich Mae auch noch in Johns Teamkameraden. Kann eine Hochzeit das zerstrittene Paar wieder vereinen oder zerstört Virgil Duffy die Chancen auf eine Beziehung vollkommen indem er John ein Ultimatum stellt: Das Team oder Georgeanne.

Lieblingsworte

Groggy

Das Adjektiv groggy kennen wir wohl alle, verwende ich persönlich es zum Beispiel hin und wieder selbst, auch wenn ich meistens Synonyme verwende. Dieses Wort habe ich, wie ihr euch vermutlich denken könnt, nicht aus meinem universitären Alltag, sondern aus meinem privaten und fand es einfach interessant. Es ist eins dieser Worte bei denen man zwar weiß was es bedeutet und es sogar verwendet, aber man irgendwie denkt, dass es komisch klingt. Zumindest ging es mir so, weshalb ich einmal herausfinden wollte, woher es kommt. Es scheint wohl laut Duden-online aus dem Englischen zu stammen und bedeutet ursprünglich von Grog betrunken.

Liebe, fertig, los! von R. Gibson

Rezension: Liebe, fertig, los! von Rachel Gibson

Wie immer bei Rachel Gibson hat auch hier der deutsche Titel des Romans sehr wenig mit dem Inhalt zu tun. Liebe, fertig, los! Könnte man als Titel für einen Roman verwenden, in dem es um ein Rennen geht und die Protagonisten deshalb irgendwie zusammengeführt werden. Aber nein, so etwas gibt es hier nicht.

Besonders toll finde ich an diesem ersten Band der Seattle Chinooks-Reihe die Länge. Eigentlich stehe ich ja auch Bücher, die nicht ganz so lang sind, aber hier hatte die Länge wirklich einen positiven Effekt, weil man das Gefühl hatte, dass die Protagonisten sich wirklich kennen lernen konnten; wobei es mir am Ende dann doch etwas zu plötzlich kam alles.

Die Handlung des Romans ist in drei Zeitebenen unterteilt: Georgeanne als kleines Mädchen, das ein Gespräch von ihrer Mutter und ihrem Arzt belauscht, bei dem sie erfährt, dass der Arzt sie, Georgeanne, für zurückgeblieben hält und ihrer Großmutter deshalb empfiehlt, sie auf Benimmschulen zu schicken, damit sie, weil sie ja auch hübsch ist, zumindest einen Ehemann findet, der sie versorgt. Der nächste Abschnitt behandelt die 24 Stunden rund um die beinahe-Hochzeit mit Virgil. Hier lernen wir Georgeanne als das schutzbedürftige Mädchen kennen, das sie etwa 15 Jahre später geworden ist. Eigentlich immer noch nicht erwachsen, aber sehr hübsch und anziehend für Männer. Mit 28 Jahren hat sie sich noch einmal ein gutes Stück weiterentwickelt. Eigentlich ist Georgeanne nämlich nicht zurückgeblieben, sie hat nur Legasthenie und nachdem sie gelernt hat, damit umzugehen kann sie lesen und schreiben (in der Schule wurde sie als dumm abgestempelt und hat dort deshalb in den 80er Jahren keine Förderung erhalten). Sie ist erwachsen geworden, ist erfolgreich, kümmert sich um ihre Tochter und ist auch sonst eine sehr bodenständige, selbstbewusste Frau geworden, die für sich selbst sorgen kann. Diese Entwicklung hat mir unglaublich gut gefallen und auch wie sich ihre Beziehung zu sich selbst, zu John und ihrem gesamten Leben entwickelt hat, mochte ich.

Ich fand es sehr ansprechend wie John und Georgeanne ihre Probleme aufgebürdet bekamen (Georgeanne wurde neben den oben beschriebenen Problemen, von ihrer Mutter verlassen, weil diese sie nicht wollte und John hat erst seinen Sohn und später seine Frau verloren; ihn durch eine Krankheit und sie durch Selbstmord und wurde so (an den Rand des) in den Alkoholismus getrieben). Die Figuren entwickeln sich gekonnt weiter, wobei Georgeanne die beeindruckendere Entwicklung durchmacht.

Was ich kürzlich gesehen habe: Der Roman Kein Tag zum Verlieben ist nicht nur der 7. Band der Seattle Chinooks-Reihe, sondern ist dort auch die Protagonistin eine gewisse Lexie Kowalsky. Somit ist dieser Roman eng mit dem ersten Band der Reihe verknüpft, weil hier die Tochter heiraten soll (und offenbar ebenfalls von ihrer eigenen Hochzeit flüchtet).

Die Geschichte insgesamt hätte an der einen oder anderen Stelle etwas gerafft oder gekürzt werden können, aber insgesamt fand ich die Länge aufgrund der darin involvierten Figurenentwicklung und der verschiedenen Zeitstufen sehr toll, vor allem auch weil es diese ermöglichen sich besser in eine Figur hineinzudenken, weil man sie „von klein auf kennt“. Ich bin auch in diesem Kontext also gespannt auf den Roman Kein Tag zum Verlieben und möchte den Vorgänger Liebe, fertig, los! Der Autorin gerne weiterempfehlen.

Kurzschluss! von L. Howard

Inhaltsangabe: Kurzschluss! Von Linda Howard

In dem Kurzroman Kurzschluss! Von Linda Howard, der damit in den Sammelband Sommergeheimnisse der Autorin gehört, geht es um Elizabeth Major und Tom Quinlan, die gemeinsam während eines Stromausfalls in einem Fahrstuhl festsitzen. Quinlan und Elizabeth waren vor etwa einem halben Jahr miteinander ausgegangen, doch nach einer gemeinsamen Nacht, ist Elizabeth aus seiner Wohnung verschwunden und ihm seither aus dem Weg gegangen. Die beiden arbeiten in einem Bürogebäude, für unterschiedliche Firmen, aber auf dem selben Stockwerk. Während Quinlan eine Sicherheitsfirme leitet, hat Elizabeth ein kleines Büro für Innenausstattung. An einem besonders heißen Tag, werden die Arbeiter des Gebäudes gebeten besonders früh zu gehen und Elizabeth sagt zu, dass sie in einer Stunde fertig sei und gehen würde. Da sie über ihrer Arbeit aber wie so häufig die Zeit vergisst, ist sie neben Quinlan die letzte im Gebäude. Zusammen fahren sie mit dem Aufzug nach unten, nur um zu merken, dass der Storm schnell weg ist. Auf halber Strecke bleiben sie stecken, sodass sie sich aus dem Aufzug befreien und zu Fuß im Treppenhaus hinunter ins Foyer gehen. Dort ist entgegen ihrer Erwartungen kein Wachmann anzutreffen und das Gebäude ist verriegelt. Quinlan, der das Sicherheitssystem für das Gebäude entwickelt hat, behauptet, dass es keine Möglichkeit gibt, es abzustellen, solange kein Strom da ist. Elizabeth ist sich zwar nicht sicher ob sie ihm glauben kann, fügt sich aber vorerst in ihr Schicksal. Gemeinsam holen die beiden sich ein paar Vorräte aus ihren Büros und knacken sogar einen Automaten um es sich im Foyer gemütlich zu machen, denn da die Klimaanlage nicht mehr funktioniert, scheint ein Platz unten im Gebäude das sinnvollste zu sein. Zwischen Elizabeth und Quinlan knistert es wieder gewaltig und die beiden kommen sich emotional wie körperlich wieder näher. Quinlan drängt Elizabeth dazu, ihm endlich zu sagen, warum sie sich von ihm so distanziert hat. Sie erzählt von ihrem Exmann, davon, dass er sie zu kontrollieren versuchte, sie nicht aus dem Haus gehen lassen wollte ohne sich, dass er sie geschlagen hat, wenn sie eigenmächtig auch nur die kleinste Entscheidung getroffen hat. Quinlan wird wütend darüber, versteht nun aber besser, warum Elizabeth Schwierigkeiten hatte, mit seiner entschiedenen Art umzugehen. Gemeinsam verbringen sie die nächsten Stunden, doch Elizabeth ist sich sicher, dass nach dem Stromausfall alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird, denn sie kann sich immer noch nicht vorstellen, dass sie Quinlan so nah an sich ranlassen kann. Als die beiden sich nach dem Stromausfall und einer weiteren zusammenverbrachten Nacht trennen, verspricht Quinlan wiederzukommen. Elizabeth vermisst ihn, kann sich das aber nicht eingestehen. Erst als er am sehr frühen Morgen vor ihr steht, sprechen die beiden wieder miteinander. Quinlan hat zwei Ordner mitgebracht. In einem findet Elizabeth das, was man über einen normalen Menschen so herausfinden kann: Wann er geboren ist, seine Hochzeit, ein paar andere Kleinigkeiten und eine riesige Lücke im Lebenslauf. Quinlan präsentiert den zweiten Ordner, in welchem sie alles Mögliche über seine Arbeit für die Regierung erfährt. Aber sie entschließt sich, dass sie nicht alles wissen muss. Und sie merkt, dass sie Tom wieder vertrauen kann, weshalb sie ihn wieder Tom nennt und seinen Heiratsantrag, obwohl so etwas einem Mann Macht über eine Frau gibt, anzunehmen.

Kurzschluss! von L. Howard

Rezension: Kurzschluss! Von Linda Howard

Auch dieser Roman gehört wie die Romane Verbotenes Feuer (Funkelnd wie ein Diamant), Die Frau im Verborgenen und Führe mich in Versuchung (Nacht der Versöhnung) in den Sammelband Sommergeheimnisse der Autorin. Warum diese Kurzromane für den Sommer besonders geeignet sind, weiß ich nicht. Aber der ganze Band umfasst etwa 400 Seiten, wovon der Kurzroman Kurzschluss etwa 75 Seiten ausmacht.

Fangen wir vorne an: Die Geschichte an sich ist ganz in Ordnung, kein Knüller, aber man hätte sie gut verarbeiten können, aber und jetzt kommt ein großer Aber: Ich fand die Umsetzung nicht wirklich gut. Das kann daran liegen, dass der Roman auf 75 Seiten Platz finden musste, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn man etwas besser hätte verstehen können, warum Elizabeth gerade jetzt erzählt, was sie durchgemacht hat. Auch wäre es schöner gewesen, wenn man bei Tom eine Entwicklung hätte sehen können. Wenn die beiden also noch ein Leben nach dem Stromausfall und vor der Verlobung gehabt hätten. Ich hatte hier und damit komme ich so halb zu einem weiteren Punkt: daran gedacht, dass man das ganze mit einer kriminalistischen Note hätte versehen können. Plünderungen in der Stadt oder jemand bricht in das Bürogebäude ein und sucht nach heiklen Unterlagen und bedroht die beiden. Dann hätte Elizabeth vielleicht wirklich merken können, dass Tom ganz anderes ist als ihr Exmann. Mit solch einer Komponente wäre der Roman auch deutlich breiter und ausführlicher geworden. Und an einer Stelle hatte ich auch kurz das Gefühl, dass die Autorin zumindest mal mit dem Gedanken gespielt hat, den Roman noch ein bisschen auszuweiten, sich dann aber doch, aus welchen Gründen auch immer, dagegen entschieden hat.

Damit ging eben auch einher, dass ich ein unglaublich großes Problem damit hatte, mich sowohl in Tom als auch in Elizabeth reinzufühlen. Die beiden blieben für mich bis zum Schluss irgendwelche Figuren, die eben in diesem Roman miteinander interagieren, aber so richtig schön ausformuliert wurden sie nicht. Das hat dazu geführt, dass es mir unglaublich schwer fiel, die Geschichte nachzuverfolgen, weil man Schwierigkeiten hatte ihre jeweiligen Handlungen nachzuvollziehen. Normalerweise habe ich nichts gegen kürzere Romane und wenn sie gut gemacht sind, merkt man es auch kaum und die Autorin schafft es dennoch ihre Figuren zum Leben zu erwecken, sodass man als LeserIn mitfiebern kann, aber hier gelang dies Linda Howard nicht. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich habe manchmal so das Gefühl, dass entweder Linda Howard in kurzen Romanen einfach nicht so gut ist, oder dass die Verlage sich dachten: Hm. Wir wollten von ihr nochmal einen Sammelband herausgeben, jetzt haben wir hier ein paar doofe Romane, die schon in den USA nicht richtig ankamen. Dann übersetzen wir die doch jetzt und geben die als Sommerromane heraus. Die Leute kaufen sich die bestimmt als Urlaubslektüre. Ich weiß nicht genau, welche der beiden Alternativen glaubhafter ist, aber schade finde ich es in jedem Fall.

Insgesamt muss ich sagen, dass mir Kurzschluss! Von Linda Howard nicht so besonders gut gefallen hat, die Charakter waren oberflächlich beschrieben und was beschrieben wurde, hat nicht gerade eingeladen, die beiden zu mögen, wobei ich sagen muss, dass das Thema häusliche Gewalt, wenn es auch nicht eines ist, mit dem man sich gerne befassen möchte, wirklich interessant war und es sicherlich nicht schadet, auch solche Themen mal in seine Romane einzubauen. Hier also ein kleines Lob, auch wenn der Roman insgesamt wirklich nichts besonderes war.

Montagsfragen

Montagsfrage: 10. Juni 2019

Montagsfrage: Welches Buch liegt schon ewig auf dem SuB (= Stapel ungelesener Bücher) und wird einfach nicht gelesen?

Hallo ihr Lieben,

am Pfingstmontag (schöne Pfingsten allerseits!) fragt Antonia nach dem Buch, das schon lange oder vielleicht sogar am längsten auf meinem SuB schlummert. Im letzten Jahr habe ich mal einen sehr, sehr kleinen SuB gehabt, sodass meine SuB-Bücher allesamt noch gar nicht so alt sind. Mein ältestes SuB-Buch ist also aus Mai 2018 und ist der dritte Teil der Orestie-Trilogie: Die Wohlwollenden von Aischylos. Auch die Philosophischen Gedankenexperimente von Georg W. Betram sind schon relativ alt und aus dem Sommer letzten Jahres. Ich habe eines der beiden Bücher – die Tragödie – geschenkt bekommen und bin gerade dabei die Tragödien, die in dem Sammelband zusammengestellt waren, zu lesen und ein Blogprojekt vorzubereiten. Die Philosophischen Gedankenexperimente habe ich mir damals sogar selbst gekauft, weil ich es schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste stehen hatte, aber es ist eben kein Buch, das man mal schnell auf dem Balkon oder in der Badewanne liest, deshalb liegt es vermutlich noch auf meinem Stapel und wartet darauf, gelesen zu werden.
Kennt ihr eines der beiden Bücher vielleicht? Welche Bücher habt ihr schon länger auf eurem SuB? Woran liegt das bei euch?

Liebe Grüße
Vanessa

Agatha Christie-Kurzgeschichten

Der Traum von Agatha Christie

In der Geschichte Der Traum von Agatha Christie kommt Hercules Poirot wieder einmal vor. Er wird per Brief darum gebeten zu einem Auftraggeber zu kommen. Benedict Farley bittet Poirot herauszufinden, was hinter seinem Traum steckt. Er erzählt von einem Traum, in dem er selbst an seinem Schreibtisch sitzt, eine Pistole aus einer Schublade nimmt und sich selbst in den Kopf schießt, immer um die gleiche Uhrzeit. Als Poirot sagt, dass er da wohl nichts machen könnte, bittet Mr. Farley um den Brief. Einige Zeit später wird Mr. Farley erschossen gefunden. Aufgrund der Tatortlage kann sich Farley nur selbst erschossen haben, doch Poirot ist da anderer Ansicht: Er vermutet, dass es einen perfiden Trick hinter dem Tod an Mr. Benedict Farley gab. Doch wer ist der Mörder? Die Ehefrau? Die Tochter? Oder der Sekretär?

Diese Geschichte von Agatha Christie beinhaltet mal wieder einen Ermittler. Dieses Mal kommt Hercules Poirot als Ermittler vor und muss herausfinden wer Benedict Farley ermordet hat. Und dass er ermordet wurde, ist relativ klar, da ja Hercules Poirot vorkommt. Auch scheint hinter allem ein großer Trick zu stehen, sonst würde es ja keinen Sinn ergeben, dass Poirot von Farley beauftragt werden sollte, doch Poirot hat ein seltsames Gefühl bei diesem Herrn, weshalb er den Auftrag nicht annimmt. Aber gerade damit scheint er dem Mörder in die Hände zu spielen.

Ich dachte am Anfang der Trick wäre ziemlich simpel: Einer der drei Verdächtigen redet Farley ein, dass er Selbstmord begehen möchte und sorgt dafür durch irgendwelche Aufnahmen oder Drogen, dass er nachts immer wieder von seinem eigenen Selbstmord träumt, doch ganz so einfach ist der Trick dann doch nicht… Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Besonders gut hat mir gefallen, dass bei diesem Mord wieder einmal nur drei Verdächtige übrigbleiben. Im Grunde können es der Sekretär, die Ehefrau und die Tochter gewesen sein. Alle anderen scheiden dafür aus und auch für den tatsächlichen Ablauf scheiden alle anderen aus. Poirot kommt also zum Tatort, denn eigentlich hatte er den Fall ja abgesagt und wird nur aufgrund des Briefes zum Tatort bestellt, denn er soll dort eine Aussage über den Auftrag, den Mr. Farley für ihn hatte, machen. Doch Poirot lässt sich nicht so leicht hereinlegen wie es der Mörder dachte und so ermittelt er nur direkt Vorort. Innerhalb weniger Stunden hat er nicht nur den Tatort in Augenschein genommen, sondern auch die Verdächtigen vernommen und hat eine Idee wie der Trick funktioniert haben könnte. Nachdem der Trick entlarvt ist, ist auch klar, wer der Mörder ist. Dieses Vorgehen gefiel mir recht gut.

Insgesamt handelte es sich bei Der Traum von Agatha Christie um einen der üblichen Whodunit-Krimis bei dem Poirot mal wieder ermittelt. Wer also Poirot oder Whodunit-Krimis mag, ist mit diesem Krimi gut bedient und wird seine Freude damit haben.

Die Sonne bleibt nicht stehen von G. Beyerlein

Inhaltsangabe: Die Sonne bleibt nicht stehen von Gabriele Beyerlein

Der Kinder- und Jugendroman Die Sonne bleibt nicht stehen von Gabriele Beyerlein und Herbert Lorenz spielt in der Jungsteinzeit. Dilgo gehört zu den Waldmenschen, die in kleinen rasch zusammenpackbaren Hüten leben, mit denen sie von einem Lagerplatz zum nächsten ziehen und Mirtani gehört zu den Bauern, die ein festangelegtes Dorf, Herden und Felder haben und sich von dem Ernähren, was sie anbauen und anzüchten können. Dilgo lebt mit seiner Sippe zusammen und zieht mit ihnen gemeinsam zum neuen Lagerplatz, dort entschließt er sich endgültig, die Probe zu machen. Das bedeutet, dass er für etwa einen Monat für sich alleine lebt. Er muss sich so weit vom Lager entfernen, dass er niemanden seiner Sippe trifft, dass er sich selbst ernähren muss und er darf niemals zwei Mal am selben Ort schlafen. Während dieser Zeit trifft er auf seltsame Spuren im Wald. Er kann sie nicht richtig deuten, weil sie allem widersprechen, das er kennt. In der Siedlung trifft er auf Mirtani, welcher er zusammen mit einem Kind vor einem Wolf rettet. Dilgo kann nicht verstehen, wieso sich diese Menschen nicht einmal gegen ein harmloses wildes Tier verteidigen können, stattdessen stellen sie Fallen auf und töten und verletzen damit die Tiere. Als es Mirtani zuhause nicht mehr aushält, beschließt sie, mit Dilgo zu gehen und verbringt einige Tage mit ihm. Als sie zurück zu ihr nachhause kehren, streiten sich die beiden so heftig, dass Mirtani, Dilgo wegschickt und ihn nie wieder sehen möchte. Dilgo kehrt nachhause zurück und wird dort unter Jubel willkommen geheißen. Er erzählt von den seltsamen Bauern, die die Natur kaputt machen und sein Vater und sein Großvater sagen ihm, dass sie davon wüssten. Die anderen Waldmenschen bringen für diese Art zu leben kein Verständnis auf, aber Dilgo ahnt, dass die Bauern, Dinge können, die er auch gerne könnte und die ihm und seiner Familie nützlich sein könnten. Die Bauern sprechen sehr herablassend über Dilgo und Mirtani merkt, dass sie einen Fehler gemacht hat, als sie Dilgo weggeschickt hat. Einige Monate später, gibt es einen großen, verheerenden Waldbrand. Mehrere Dörfer werden in Schutt und Asche gelegt und weil sich die Bauern nicht anders zu helfen wissen, überfallen sie das Dorf von Mirtani, dabei sterben zwei Dorfbewohner und die Frauen und Kinder werden gefesselt und müssen bei dem brutalen Überfall zusehen. Sie haben nun nicht mehr genug um den Winter zu überleben und im nächsten Jahr wieder die Felder zu bestellen. Dilgo, obwohl er noch immer verletzt von Mirtanis Worten ist, möchte sehen, ob es ihr gut geht und als er sieht, dass sie weint, gibt er sich ihr zu erkennen. Gemeinsam fassen sie den Entschluss, dass Dilgo den Winter über bei ihnen bleiben könnte um ihnen zu zeigen wie man vom Wald und vom Fluss, an dem sie leben, leben kann. Mirtani stellt aber die Bedingung, dass ihre Familie ihn bitten muss. Alle Dorfbewohner streiten sich darüber, ob es überhaupt möglich sei vom Wald zu leben oder ob es nicht doch sinnvoller wäre, ein Dorf zu überfallen. Man könnte ja, weil die, von denen sie überfallen wurden, in der Überzahl waren, das andere Nachbardorf überfallen. Doch Mirtani und auch deren Mutter wollen das nicht zulassen. Ihre Mutter beschließt, dass, wenn niemand aus dem Dorf bereit ist, Dilgo zu bitten, sie es tun wird. Dilgo möchte bleiben, geht aber kurz zurück zu seiner Familie, um ihnen Bescheid zu geben, damit diese sich nicht sorgen und darum zu bitten, dass noch ein paar anderen Familienmitglieder mitkommen. Dilgo kehrt alleine zurück und möchte Mirtanis Dorf helfen, den Winter zu überleben.

Die Sonne bleibt nicht stehen von G. Beyerlein

Rezension: Die Sonne bleibt nicht stehen von Gabriele Beyerlein

Dieses Buch Die Sonne bleibt nicht stehen ist in Kooperation von Gabriele Beyerlein und Herbert Lorenz entstanden, der einzige Unterschied, der mir allerdings auffiel, findet sich im letzten Kapitel, in welchem die Autorin oder ein Historiker immer erläutert, was von dem im Buch beschriebenen, wirklich passiert sein könnte und was der Phantasie entsprungen ist. Dieser Teil umfasst meistens etwa 20 Seiten (hier sind es 25), was ich schon recht viel fand, was aber ganz in Ordnung war. Dieses Mal fand ich dieses letzte Kapitel aber nicht so besonders schön, weil dort ein langes Bibelzitat verwendet wird, um die Frage zu stellen, ob der Schritt zu Ackerbau und Viehzucht wirklich ein Fortschritt war. Ich bin sicher, dass man unter vielen verschiedenen Aspekten darüber streiten kann, ob das ein Fortschritt war oder nicht, aber ein Bibelzitat anzuführen um diese These zu untermauern, hat in einem historischen Kinderbuch nichts zu suchen. Und ich hatte, wobei ich mich da irren kann, nicht den Eindruck, dass es verwendet wurde um ein Problem darzustellen oder ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass diese Unterschiede bestanden haben, sondern man hat eher das Gefühl, dass es wirklich als Argument verwendet wird.

Davon abgesehen mochte ich die Geschichte sehr, sehr gerne. Mich hat vor allem die damalige Problematik fasziniert. Dazu gehören, dass Dilgo durchaus seine eigenen Wurzeln wertschätzt. Er weiß woher er kommt, und findet ganz und gar nicht alles gut, was die Bauern tun, aber er ist ebenfalls fasziniert von dem, was sie können und er möchte lernen. Er will verstehen, warum die Bauern tun, was sie tun und wie das, was sie tun, funktioniert. Und diese kulturellen Unterschiede fand ich sehr faszinierend. Auch, dass man gezeigt hat, dass die eigenen Werte als das Wahre angesehen werden und die anderen die Bösen, die Feinde sind, die man sehr skeptisch behandeln muss. Das sieht sowohl Dilgos Sippe als auch Mirtanis Dorf so. Interessant ist auch der Aspekt, dass erst die Anhäufung von Besitz zu Kriegen und Auseinandersetzungen geführt haben könnte. Wenn allen alles gehört, gibt es ja keinen Grund sich darüber zu streiten, man streitet dann vermutlich über andere Dinge, wie die beste Jagdmethode, Mädchen oder den besten Schlafplatz, aber man streitet zumindest nicht um Essen, wobei ich mir vorstellen könnte, dass vor allem unter jungen Männern in solchen Sippen durchaus Hackordnungen entstanden, in die man sich einzuordnen hatte und die dann auch zu Rangeleien führten, aber nicht in dem Ausmaße, wie der Überfall auf Mirtanis Dorf beschrieben wird. Fraglich ist, ob die vielen Dinge, die Dilgo kann, Mirtani schon nicht mehr konnte, denn sie stammen ja offenbar von den gleichen Vorfahren ab. Wobei ich gelesen habe, dass dieser Wechsel vom Nomadendasein zum den sesshaften Bauern nicht innerhalb von wenigen Jahrhunderten (also in wenigen Generationen) von statten ging, sondern sich schon etwas länger hinzog, aber dann stellt sich mir wieder die Frage, weshalb die jüngeren von Dilgos Sippe von diesen seltsamen Menschen mit ihrer komischen Art zu leben noch nicht gehört hatten, aber natürlich kann es sein, dass, wenn sie so isoliert leben, ihnen einfach das Bauerndasein nicht bekannt war.

Wie dem auch sei wurden von der Autorin in diesem Roman wieder viele interessante Aspekte der damaligen Zeit aufgegriffen, die man vielfach auch auf die aktuelle Zeit übertragen kann und somit auch für heute noch interessant sind. Man kann viel von Dilgo und Mirtani lernen und mir haben die beiden Figuren auch darüber hinaus gut gefallen, weil sie einfach authentisch rüberkommen. Die Geschichte fand ich auch interessant, wenn auch seltsam, dass das Buch auf fast ein dreiviertel Jahr verteilt spielt, wobei es mittendrin einen großen Sprung gibt. Vom Frühling, der sehr detailliert wird, machen wir einen großen Sprung in den Herbst. Aber insgesamt eine nette Erzählung, die viele Aspekte aufgreift, viele Waffen und Werkzeuge beschreibt und vor allem bei den Bauern sogar die Gebäude erahnen lässt. Und auch die Liebesgeschichte zwischen Mirtani und Dilgo hat mir gut gefallen. Insgesamt also ein durchaus lesenswertes Buch der Autorin und auf jeden Fall weiterzuempfehlen.

Stableford von R. Reed

Inhaltsangabe: Stableford von Rob Reef

Der Roman Stableford trägt den Untertitel Stableford Ein klassischer Kriminalroman, wurde von Rob Reef geschrieben und ist der erste Teil der Stableford-Reihe. John Stableford ist eigentlich Literaturprofessor und Kunde im Bankhaus Millford & Barnes. Obwohl er gerade an einem neuen Buch schreibt, nimmt er die Einladung zum Golfturnier gerne an, um mal rauszukommen.

Im Zug zum Turnier schläft er ein und verpasst den Ausstieg, doch gemeinsam mit einem anderen Gast namens Fitzpatrick fährt er mit einem Auto hinterher. Die meisten anderen Gäste lernen sie erst am nächsten Morgen kennen, doch wie sich herausstellt, kannte Stableford bereits vier der anderen Gäste: Eine Frau, mit der er im Speisewagen ins Gespräch kam und die Familie, die ihm im Abteil gegenüber saß. Außerdem gibt es aber noch zwei weitere Gäste: Sir Percy Holmes und den Begleiter der Frau aus dem Zug, ein Künstler. Weiterhin gibt es ein Zimmermädchen (Elizabeth Tavy), eine Köchin (Mary Tavy) und einen Greenkeeper (Samuel Crabtree), der sich um den Platz kümmert. Weitere Menschen sind nicht am Austragungsort und so wundern sich die Gäste erst einmal, dass sie noch nicht offiziell begrüßt wurden.

Dennoch soll nach dem Frühstück das Turnier beginnen. Auf zwei benachbarten Bahnen fangen die Gäste, in zwei Gruppen eingeteilt, an zu golfen bis zwei der Turnierteilnehmer ihre Bälle in ein kleines Wäldchen schießen. In diesem Wäldchen gibt es eine Lichtung, auf der einer der Gäste, der Künstler William Slocum, von allen anderen tot aufgefunden wird. Gemeinsam begibt sich die Gruppe zurück in das Golfclubgebäude, wo sie dem Personal von dem Toten berichten; dieser wird in die Gartenhütte gebracht, damit man den Leichnam nicht ins Wohngebäude holen muss. Nun wird Stableford aufgefordert, zu ermitteln, denn obwohl er keine Erfahrungen als Detektiv aufzuweisen hat, scheint er zum einen sehr belesen zu sein und zum anderen bestätigt einer der Turnierteilnehmer, dass Stableford nicht der Täter sein kann, weil er sich nicht einmal in der Nähe der Lichtung aufgehalten hat. Stableford beginnt also damit sich im Haus umzusehen, schaut sich die Golftaschen von allen Beteiligten an, außerdem untersucht er den Tatort und unterhält sich mit allen Anwesenden.

Nach und nach findet er die Tatmotive für die Fernshaws (die Familie, die gemeinsam mit Stableford anreiste) und er findet Harriets Motiv (die Frau, mit der er sich im Zug unterhielt), auch findet er das Motiv von Fitzpatrick, denn dieser lebt inzwischen unter falschem Namen, weil er vor Jahren für den Tod von einem Menschen verantwortlich gemacht wurde. Alle wurden von Slocum erpresst und haben so ein Motiv, einzig die Angestellten und Holmes haben neben Stableford kein Motiv. Nachdem der Greenkeeper ebenfalls ermordet wurde, kommt Stableford dem Täter immer näher und ahnt bald, dass es gar nicht so einfach ist, einen Mörder im wahren Leben zu überführen.