Küsse auf Eis von R. Gibson

Rezension: Küsse auf Eis von Rachel Gibson

Wer die Reihe kennt, kennt auch Virgil Duffy, doch dieser spielt in diesem Roman eigentlich kaum eine Rolle, außer dass seine Handlungen und vornehmlich sein Testament und sein Tod Konsequenzen für alle anderen handelnden Figuren haben. Virgil überlässt seiner jungen Frau seine Mannschaft, nach der sich sein – ein bisschen dämlicher – Sohn die Finger leckt.

Schade fand ich es in diesem Kontext, dass die Figuren aus den vorherigen Romanen so gar keine Rolle gespielt haben. Ja klar, das ist nicht immer leicht, aber ich hatte sogar das Gefühl, dass die Spieler vollkommen andere waren; was in Anbetracht der Tatsache, dass zwischen den Romangeschichten etwa 20 Jahre liegen vollkommen in Ordnung ist. Aber dennoch fand ich es irgendwie komisch, dass man überhaupt keine bekannten Gesichter wiedersieht. Normalerweise vermeidet es Gibson innerhalb von Reihen auf die gleichen Figuren zurückzugreifen, aber gerade bei den Büchern der Seattle Chinooks-Reihe würde es sich ja anbieten, die Figuren immer wieder erneut auftreten zu lassen.

Der Stiefsohn von Faith muss aber wirklich ein bisschen dämlich sein, wie sonst könnte es sein, dass er die Frau, von der er etwas will, was er sich so sehr wünscht, an einer Tour beleidigt BEVOR er und vor allem sie den Vertrag unterschrieben hat. Vor allem scheint dieser Mann nur Hass vor seine Stiefmutter und somit irgendwie auch für seinen Vater übrig zu haben, aber erben möchte er dennoch. Selten ist mir so ein bösartiger Charakter untergekommen, der aber eben den Roman ein bisschen spannender gestaltet und auch als störendes Element wirkt.

Auch mit den anderen Figuren hatte ich kleinere Differenzen. Faith fand ich gut, weil eine weibliche Figur von Rachel Gibson endlich mal eine Entwicklung durchgemacht hat und sie sogar die Entscheidung trifft, Ty zu beschützen und ihm von den Erpressungsversuchen erst einmal nichts zu verraten. Aber Ty war mir zu rowdyhaft. Er ist in einer Szene wirklich gemein zu Faith und das machte mir in dem Moment meine Lesefreude kaputt, sodass ich das Buch erst einmal für ein paar Wochen zur Seite legte und etwas anderes las. Das machte ich bei Liebesromanen nicht allzu häufig. Am Ende holt Ty aber vieles wieder raus als er eine Lösung findet, die Faith und ihm gut tut und somit eigentlich nur ein bisschen Kollateralschaden und natürlich ihren Stiefsohn auf der Strecke lässt.

Insgesamt hat mir der vierte Band der Chinooks-Reihe Küsse auf Eis von Rachel Gibson aber gar nicht schlecht gefallen und wer die Reihe oder die Autorin (oder sogar beides mag) wird auch mit diesem Roman seine Freude haben.

Der Alchimist von P. Coelho

Inhaltsangabe: Der Alchimist von Paulo Coelho

Der Alchimist ist ein Roman von Paulo Coelho, der in den 1990er Jahren veröffentlicht wurde. Es geht um den jungen Andalusier Santiago. Dieser hat eine kleine Schafherde, die er durch Andalusien treibt. Als er eines Nachts den wiederholten Traum hat, einen Schatz gezeigt zu bekommen, beschließt er, nachdem er eine Traumdeuterin konsultiert hatte, sich auf den Weg zu seinem Schatz zu machen. Er verkauft seine Schafherde und fährt mit dem Schiff nach Afrika. Von dort will er sich weiter zu den ägyptischen Pyramiden durchschlagen, doch er wird kurz nach seiner Ankunft ausgeraubt.

Daraufhin beschließt er, sich sein Geld für die weitere Reise zu verdienen und arbeitet bei einem Kristallwarenhändler. Dieser war früher sehr erfolgreich, verkauft inzwischen aber kaum noch Ware. Gemeinsam bringen sie das Geschäft wieder auf Vordermann und so bleibt Santiago eine ganze Zeit dem Mann, den er zu Anfang kaum versteht und mit dem er sich nur über Gesten verständigen kann.

Santiago beschließt sich nun doch auf den Weg zu den Pyramiden zu machen. Um dorthin zu kommen, muss er aber erst einmal mit einer Karawane durch die Wüste wandern und dort in einer Oase einen Zwischenhalt einlegen. Unterwegs begegnet er einem jungen Mann, der den Alchimisten in der Oase sucht, denn dieser soll ihm helfen seine Lehren zu intensivieren. Auf dem Weg erleben sie allerlei wunderschöne Dinge, für die der Lehrling aber keinen Blick hat, weil er seine Nase ständig in seine Bücher steckt.

In der Oase angekommen, lernt Santiago Fatima kennen. Nun möchte er eigentlich nicht weiterreisen zu den Pyramiden, denn er will Fatima nicht alleine lassen. Diese bittet ihn aber zu gehen, denn als Frau der Wüste, weiß sie, dass man einen Mann in die Wüste gehen lassen muss und dass er ganz bestimmt zu ihr zurückkehren wird. Wenn er jetzt nicht geht, wird er es irgendwann bereuen und das kann sie nicht zulassen.

Also macht sich Santiago weiter auf den Weg zu den Pyramiden, doch unterwegs wird er von Soldaten überfallen und soll sich in Wind verwandeln, er wird ausgeraubt und sein ganzes Habe wird ihm erneut geraubt, aber er findet auf diesen Reisen auch einiges über sich heraus, und erfährt sogar, wo der Schatz genau vergraben ist und macht sich so auf die Reise um seinen Schatz zu holen und gibt der Traumdeuterin ihren Anteil…

Montagsfragen

Montagsfrage: 11. November 2019

Montagsfrage: Welches Buch ist eher unbekannt, sollte aber ein Klassiker sein?

Hallo ihr Lieben,

eigentlich ist die Frage, die Antonia diese Woche stellt, echt gut, aber leider weiß ich gerade ad hoc dennoch nicht was ich antworten soll. Natürlich könnte ich jetzt eine ganze Liste mit unbekannteren Werken von bekannteren Autoren zum Besten geben, was aber irgendwie ein bisschen witzlos erscheint…

Françoise Sagan sollet auf jeden Fall auf der Liste stehen. Ich glaube, in Deutschland ist die Autorin eher unbekannt, aber sie schreibt wirklich tolle, melancholische, poetische Romane. Einer davon ist Bonjour Tristesse und ich kann diesen, genau wie Ein gewisses Lächeln nur empfehlen.
Und weil einfach viel mehr gute Schriftstellerinnen in den Mittelpunkt gerückt werden müssen: Adelheid Reinbolds Irrwisch-Fritze ist eine Novelle aus dem 19. Jahrhundert und gehört in den Übergang zwischen Realismus und Romantik. Man findet in Irrwisch-Fritze das Romeo und Julia-Motiv wieder, aber es spielen eben auch übernatürlich Elemente genau wie realistische Beschreibungen eine wichtige Rolle.
Natürlich könnte ich jetzt auch noch die bekannteren Autoren mit den unbekannteren Werken empfehlen: Gotthold Ephraim Lessings Minna von Barnhelm, von E.T.A. Hoffmann würde ich euch Rat Krespel empfehlen oder für die Weihnachtszeit: Nußknacker und Mausekönig, Theodor Fontane hat nicht nur die zwei Lektüren geschrieben (die zumindest damals noch abweschselnd gelesen wurden Frau Jenny Treibel und Irrungen Wirrungen, sondern darüber hinaus) Effi Briest, Gottfried Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe, Jeremias Gotthelfs Der Notar in der Falle, die griechischen Klassiker: Sophokles, Aristophanes, Euripides und Aischylos.

Ich weiß, dass die meisten dieser Werke bestimmt bekannt sind und auch auf der einen oder anderen Klassiker-Liste stehen, aber da die Frage so offen formuliert ist, dachte ich, es schadet bestimmt nicht, sie mal zu erwähnen.
Was denkt ihr? Welche Bücher haltet ihr für Klassiker?

Liebe Grüße
Vanessa

Agatha Christie-Kurzgeschichten

Greenshaws Monstrum von Agatha Christie

Greenshaws Monstrum von Agatha Christie ist die letzte Miss Marple-Geschichte (nicht unbedingt zeitlich gesehen) und auch die letzte Geschichte aus dem Sammelband Der Unfall und andere Fälle und damit auch die letzte Geschichte des Miss-Marple-Blogprojektes und der vorläufig letzte Teil des Agatha-Christie-Blogprojektes. Miss Marple wird ein bisschen ergänzt durch ein allgemeineres Blogprojekt.

In Greenshaws Monstrum geht es um Raymond West, denn dieser führt einen Literaturkritiker herum. Horace Bindler steht auf Monstrositäten und so ist er von Greenshaws Monstrum nahezu verzückt. Raymond und Horace lernen Ms. Greenshaw kennen, die sie bittet ein Testament zu bezeugen. Das Testament ist zugunsten der Haushälterin, sodass Greenshar ihr kein Gehalt zahlen muss. Außerdem erwähnt sie, dass sie jemanden sucht, der die Tagebücher ihres Großvaters zur Veröffentlichung vorbereitet. Raymond schlägt ihr vor, dass eine Verwandte von sich, Louisa Oxley, diese Arbeit übernehmen könnte, denn die junge Frau ist geschieden und braucht dringen Geld. Lou arbeitet erst zwei Tage in Greenshaws Monstrum als Ms. Greenshaw von draußen ruft, dass er auf sie geschossen habe. Von einem Pfeil durchbohrt taumelt sie ins Haus, stürzt zu Boden und bleibt tot liegen. Es gibt drei Verdächtige: Die Haushälterin Mrs. Cresswell, Alfred der Gärtner und Nat Fletcher, der Neffe von Miss Greenshaw. Da eigentlich alle als Täter ausscheiden (Mrs. Cresswell war in ihrem Zimmer eingeschlossen, Nat Fletcher war noch zu weit entfernt, denn er war gerade erst auf dem Weg nach Greenshaws Monstrum und Alfred war früher in die Mittagspause gegangen), muss Miss Marple den Fall mal wieder lösen, denn sie hat eine Idee wie einer der Verdächtigen durchaus dazu in der Lage gewesen wäre, Ms. Greenshaw zu ermorden.

Mir persönlich hat Greenshaws Monstrum recht gut gefallen, vor allem weil Miss Marple mal wieder vorkam. Leider spielt sie hier nur eine sehr untergeordnete Rolle, aber dennoch ist sie es, die am Ende den Fall löst. Raymond hat schon bei der Unterzeichnung des Testaments ein ungutes Gefühl, unterdrücktes es aber und unterzeichnet dennoch und als er dann seiner Familie von der Begegnung erzählt, hat man das Gefühl, dass auch Miss Marple ahnt, was kommen könnte. Aber abgesehen davon kommt sie nur noch am Ende vor um den Fall aufzulösen.

Auch in dieser Geschichte bekommt Miss Marple erzählt was passiert ist und das in kleinen Portionen. Erst von der Begegnung von Raymond und Miss Greenshaw, später von Lou, die von ihrer Arbeit erzählt und später erfährt sie von Lou auch von dem Mord und wie sich alles zugetragen hat; schließlich ist Lou ja eine Augenzeugin. Miss Marple hat danach eine Theorie, die zu allen Fakten passt und mit der sie alle zu überzeugen vermag, doch sie möchte sich den Ort des Geschehens auch noch einmal selbst ansehen und so bittet sie Raymond, ihr diesen zu zeigen. Nachdem sie den Garten und das Haus gesehen hat, ist sie überzeugt, dass ihre Theorie stimmt.

Es ist ja eigentlich auch sehr logisch, dass Miss Marple in dieser Geschichte etwas weniger ausführlich erwähnt wird. Das liegt einfach daran, dass erst einmal der Hergang beschrieben werden muss und die Tat erst einmal ausgeführt werden muss, bevor Miss Marple in den Fall auflösen kann. Bei vielen anderen Geschichten war die Tat ja bereits begangen und daraus resultierte dann, dass nur darüber gesprochen wurde. Wenn aber nur darüber gesprochen wird, dann ist im Verhältnis natürlich viel mehr Zeit auch auf Miss Marple gelenkt, weil sie ja viel mehr Zeit hat zu reden und den Fall aufzuklären.

Insgesamt hat mir gerade deshalb, weil Greenshaws Monstrum in der Gegenwart spielt (der Mord ist nicht schon vor Monaten oder Jahren passiert, sondern Miss Marple ist direkt in die Geschehnisse involviert), diese Geschichte besonders gut gefallen und ich empfehle sie gerne weiter.

Der Alchimist von P. Coelho

Rezension: Der Alchimist von Paulo Coelho

Der Alchimist von Paulo Coelho gehört für mich zu diesem Genre, das ich im weitesten Sinne als Schöne Literatur bezeichnen würde. Natürlich lässt sich vieles unter das Stichwort Belletristik subsumieren, was da meiner Ansicht nach nichts zu suchen hat. Aber es gibt eben auch Bücher, die wirklich schön sind und wirklich schöne Themen behandeln und diese muss man irgendwie kennzeichnen.

Für mich ist Der Alchimist deshalb so schön, weil er so tolle Themen behandelt. Es geht um die Liebe, es geht um Reisen und es geht darum die Augen vor der Welt nicht zu verschließen. Man kann auch durch die Welt reisen ohne etwas zu sehen, aber gerade davor muss man sich in Acht nehmen. Santiago ist nur aus zwei Gründen in Afrika gewesen: Er hat seine große Liebe getroffen und er hat dort vieles gesehen und erlebt, was seinen Horizont erweitert. Sein eigentlicher Schatz lag die ganze Zeit in Andalusien, den hätte er also – wenn er direkt zuhause davon erfahren hätte – finden können ohne auch nur seine Schafe verkaufen zu müssen. Aber dann hätte er eben die anderen Abenteuer niemals erleben können.

Schade finde ich ein bisschen, dass Bücher hier so negativ dargestellt werden, aber da kommt es natürlich auch immer auf den Umgang an. Auch Santiago liest gerne, aber als er auf seinen Reisen ist, liest er nicht mehr, weil er die Welt um sich herum wahrnehmen möchte. Bei dem Lernenden spielen Bücher hingegen eine viel zu große Rolle. Er schleppt nicht nur dutzende Bücher mit sich herum, er liest auch dauernd darin und bekommt gar nichts – nicht mal die Gefahren – um sich herum mit.

Insgesamt hat mir Der Alchimist von Paul Coelho aber sehr gut gefallen und ich kann nur empfehlen, dass sich jeder, dem das Buch mal in die Hände fällt, den Roman lesen sollte. Denn er zeigt, was wir in unserem hektischen Alltag leider allzu häufig vergessen: Wir dürfen unsere Träume niemals komplett aufgeben, und wir müssen die Augen für das schöne in der Welt stets offen halten.

Ein Mord wird angekündigt von A. Christie

Inhaltsangabe: Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie

In Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie ermittelt Miss Marple in ihrem vierten Fall. Die ganze Aufregung beginnt mit einer seltsamen Anzeige, in der lokalen Zeitung von Chipping Cleghorn. In dieser steht, dass am gleichen Abend um 18:30 Uhr ein Mord in Little Paddocks geschehen soll. Natürlich finden sich alle Bekannten des Hauses dort ein, wobei die meisten vorgeben, dass sie zufällig vorbeigekommen sind; einzig die Frau des Pfarrers, Bunch Harmon, gibt zu, dass sie aufgrund der Anzeige vorbeigekommen ist.

Punkt 18:30 Uhr geht das Licht aus und ein Mann reißt die Tür auf, er hält eine Blendlaterne hoch und beleuchtet die Anwesenden, plötzlich ertönen zwei Schüsse. Gepolter und alles fällt durcheinander. Es wird verzweifelt versucht, Licht zu machen. Am Ende stellt sich heraus, der Angreifer hat sich erschossen, entweder aus Versehen als er stolperte, oder er hat Selbstmord verübt. Die Hausherrin wurde angeschossen und der Angreifer scheint es auf sie abgesehen zu haben.

Niemand kann sich erklären, warum der Angreifer, der von der Polizei als der Schweizer und Kleinkriminelle Rudi Schwarz identifiziert wird, auf sie geschossen haben könnte. Aber im Folgenden stellt sich heraus, dass es tatsächlich ein Motiv gibt: Letitia Blackloch hatte früher für einen Geschäftsmann, Goedler, gearbeitet, dieser bedachte sie in seinem Testament, falls sie nach seiner Frau sterben würde, bekäme sie das ganze Geld, falls sie aber vor seiner Frau stirbt, erhalten seine Nichte und sein Neffe alles. Da seine Frau inzwischen im Sterben liegt und er schon seit geraumer Zeit tot ist, kommt die Erbschaft in greifbare Nähe.

Und tatsächlich gibt es auch einige Leute, die entweder die Schwester von Goedler oder deren Mann oder deren Neffen und Nichten sein könnten: Patrick und Julia Simmons, Philippa Haymes, Colonel Easterbrook, Mrs. Easterbrook, Mrs. Swettenham, Edmund Swettenham, Miss Hinchliff und Miss Murgatroyd. Außerdem spielen die folgenden Figuren eine Rolle: Letitia Blacklock, Dora Bunner, Mizzi, Inspektor Carddock und natürlich Miss Marple.

Durch Bunch Harmon wird Miss Marple auf den Fall aufmerksam. Sie kommt nach Chipping Cleghorn und ermittelt auf eigene Faust und auch wenn die Dorfbewohner meinen, dass die alte Dame doch sehr neugierig ist, macht es den wenigsten etwas aus, denn schließlich ist sie eine ältere Dame, die eben einfach nichts besseres zu tun hat als zu stricken und sich am Dortklatsch zu beteiligen.

Später werden dann noch zwei weitere Menschen ermordet: Dora Bunner wurde offenbar Opfer, weil sie die Aspirin ihrer Freundin nahm und diese vergiftet waren und Miss Murgatroyd, die vom Mörder erwürgt wird als ihr einfällt, wer während des Angriffs nicht im Raum gewesen war und damit kein Alibi hat.

Natürlich gibt es immer mehr Hinweise und nachdem alle Verwicklungen, und falschen Verdächtigungen ausgeräumt sind, kann eigentlich nur noch eine Person der Mörder sein…

Montagsfragen

Montagsfrage: 4. November 2019

Montagsfrage: Gab es dieses Jahr eine von dir erwartete Neuerscheinung, die dich enttäuscht hat?

Hallo ihr Lieben,

ich kann zu der Frage gar nicht so viel sagen, weil ich häufig keine Neuerscheinungen, sondern ältere Bücher lese. Die Neuerscheinungen, die ich dieses Jahr gelesen habe, waren aber alle durchweg positiv und haben mir recht gut gefallen.
Wie sieht es bei euch aus?

Liebe Grüße
Vanessa

Regionalkrimis

Rund um’s Lesen: Regionalkrimis

Das Genre der Regionalkrimis erfreut sich nicht nur in meinem Bücherregal, sondern so ganz allgemein auf dem Buchmarkt großer Beliebtheit. Deshalb möchte ich die Gelegenheit diesen Monat nutzen, um mal über dieses Subgenre des beliebten Krimi-Genres zu sprechen.

Ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass Krimis von beiden Geschlechtern sehr häufig gelesen werden und dieses Genre somit eines der wenn nicht sogar das beliebteste Genre auf dem Buchmarkt ist. Da ist es ja ganz klar, dass sich immer mehr Subgenres ausdifferenzieren um so möglichst jeden Geschmack zu bedienen und gleichzeitig auch dem versierten Krimileser möglichst viel Abwechslung zu geben. Eines dieser Subgenres ist, wie bereits erwähnt, der Regionalkrimi.

Regionalkrimis siedeln sich in einem bestimmten Gebiet oder einer Stadt an. Die Handlung spielt also dort, der Täter, das Opfer, die Zeugen leben in der Stadt und so spielen die örtlichen Begebenheiten für die Ermittlungen eine entscheidende Rolle. Meist werden irgendwelche markanten Punkte erwähnt. Beispielsweise sagen Zeugen aus, dass sich die Ermordeten irgendwo in oder an den bekannten Stellen aufgehalten haben oder die Ermittler müssen an bekannten Bauwerken vorbeifahren um zu ihrer nächsten Ermittlungsstelle, der Wohnung eines Verdächtigen oder zum nächsten Tatort zu kommen. Manchmal sind sogar die Tatorte an diese wichtigen, markanten Orte verschoben.

Bei Regionalkrimis gibt es aber eine ganze Bandbreite und dutzende Abstufungen was das Niveau angeht. Natürlich gibt es die bekannten Krimis von Nele Neuhaus, die ihm Taunus spielen. In ihren Krimis müssen Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff. Die Tatorte sind meistens im Taunus und Umgebung angesiedelt und so spielen auch die umliegenden Städte eine Rolle. Außerdem gibt es noch Andreas Franz, der bis zu seinem Tod wie bekannte Reihen fortführte: Die eine Reihe ist die um den Polizisten Peter Brandt, der in sechs Bänden die Verbrechen in Offenbach aufklärt, wobei zwei Bände Crossover-Bände mit der weit bekannteren Reihe um Julia Durant sind. Julia Durant klärt in 11 Bänden die Verbrechen in Frankfurt am Main auf. Diese Reihe wurde nach dem Tod von Franz sogar von einem anderen Autor fortgesetzt.

Aber natürlich können Regionalkrimis auch von weniger bekannten Autoren geschrieben werden. Hier gibt es viele verschiedene Abstufungen. Beispielsweise schreibt Michael Kibler im Piper-Verlag Darmstadt-Krimis. Ich gehe mal davon aus, dass diese Krimis sich in Darmstadt und Umgebung großer Beliebtheit erfreuen, aber keine besonders hohen Auflagen erreichen werden. Jemand, der noch nie in der Nähe von Darmstadt war, wird vermutlich noch nicht einmal von diesen Krimis gehört haben, dennoch ist der Piper-Verlag ein angesehener Verlag, der die Bücher redigiert und so auf ein gewisses sprachliches und inhaltliches Niveau achtet. Das soll aber nicht heißen, dass Bücher, die von kleinen Verlagen oder von unabhängigen Autoren veröffentlicht werden standardmäßig Schund sind.

Weiterhin gibt es auch noch die eben erwähnten kleineren Verlage, die ihren Schwerpunkt auf Regionalkrimis legen oder die zumindest auch Regionalkrimis verlegen. Sowohl Gmeiner als auch der Societätsverlag verlegen Regionalkrimis. Diese beiden Verlage verlegen darüber hinaus zwar noch andere Sachen, doch findet man hier häufiger solche Krimis. Darüber hinaus gibt es aber auch noch viele kleinere Verlage, Self Publisher und BOD-Autoren, die ihre eigene Region in den Vordergrund stellen und dort ein Verbrechen geschehen lassen. Natürlich gibt es heutzutage Services von Lektoren, die einem das eigene Buch Korrektur lesen; aber so etwas kostet natürlich Geld und nicht jeder Autor hat das Geld ihn ein Erstlingswerk noch ein aufwendigeres Korrektorat und Lektorat zu stecken, vor allem dann wenn es sich vielleicht nur um ein Hobby handelt und nicht die Ambition den nächsten großen Bestseller zu landen. Hier liegen sicherlich viele Perlen begraben, aber man findet bestimmt auch viel Schund. Wer aber seine Region oder seine Stadt unbedingt mal als Schauplatz eines Mordes sehen bzw. lesen möchte, wird hier sicherlich vieles verzeihen.

Ich persönlich habe schon Regionalkrimis von diversen Autoren aus unterschiedlichen Regionen gelesen. Zählt man Andreas Franz und Nele Neuhaus trotz ihrer Popularität, die Regionalautoren normalerweise nicht in ganz Deutschland, sondern nur in kleineren Gebieten haben, hinzu, dann habe ich schon Krimis aus folgenden Regionen oder Städte gelesen:

Tod eines Lehrers von Andreas Franz Langen/Offenbach

Schrei der Nachtigall von Andreas Franz Hanau/Offenbach/Frankfurt a.M.

Mordsfreunde von Nele Neuhaus Kronberger Opel-Zoo

Auge um Auge von Jürgen Hövelmann Marburg

Tannöd von Andrea Maria Schenkel Hinterkaifeck

Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner Darmstadt

Madonnenkinder von Michael Kibler Darmstadt

Zarengold von Michael Kibler Darmstadt

Rosengrab von Michael Kibler Darmstadt

Schattenwasser von Michael Kibler Darmstadt

Engelsblut von Michael Kibler Darmstadt

Opfergrube von Michael Kibler Darmstadt

Totensee von Michael Kibler Darmstadt

Sterbenszeit von Michael Kibler Mainz

Mord in Blasbach von Wolfgang Borchers Wetzlar & Umgebung

Das Logo von Wolfgang Borchers Wetzlar & Umgebung

 

Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der Regionalkrimis, aber aus diesen Regionen kenne ich bereits welche. Wie sieht es bei euch aus? Kennt ihr auch Regionalkrimis? Wenn ja, warum lest ihr welche oder andersherum warum nicht?

Ein Mord wird angekündigt von A. Christie

Rezension: Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie

Auf den Kriminalroman Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie habe ich mich sehr gefreut, vielleicht war ich gerade deshalb nicht vollumfänglich begeistert. Aber der Reihe nach: Ich kann nicht sagen warum, aber ich glaube, dass der Roman zu den bekannteren Romanen der Autorin gehört, deshalb blieb mir der Titel auch im Gedächtnis, nachdem der Krimi auf meinen Sub wanderte und ich wollte ihn dann unbedingt lesen. Ich mag die Krimis mit Miss Marple auch noch ziemlich gerne, was ein weiterer Pluspunkt war.

Der Krimi beginnt erst einmal sehr beschaulich und ruhig und wird dann recht schnell turbolent. Ein Mord geschieht und die Polizei fängt an zu ermitteln. Miss Marple setzt sich mit der Polizei in Verbindung und kann sie mit ihren ersten Schlussfolgerungen beeindrucken, wenngleich der Polizist sie im ersten Augenblick für eine seltsame alte Jungfer hält, die sich ungefragt in fremde Angelegenheiten einmischt. Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten aber erst einmal aus dem Weg geräumt sind, kommen Inspektor Craddock und Miss Marple aber super miteinander aus und er beginnt, sie als Detektivin zu respektieren.

Gemeinsam ermitteln sie und tauschen sich aus, schließlich hat Miss Marple zwar den Nachteil, dass sie fremd im Dorf ist, aber da ihre Nichte dort lebt und sie selbst ebenfalls aus einem kleinen Dorf kommt, ist sie nicht komplett fremd. Gerade deshalb werden ihr dann Sachen anvertraut, die man der Polizei nicht direkt auf die Nase binden würde und sie kann auf ihre eigene Miss-Marple-typische Art im Dorf ermitteln. Inspektor Carddock fährt seinerseits höchst offiziell zu Mrs. Goedler um diese zu befragen und merkt dabei selbst, dass die alte Frau nur noch wenige Wochen leben wird.

Insgesamt gingen mir aber sowohl die Figuren als auch die Geschichte an manchen Stellen zu wenig in die Tiefe. Ich hätte mir manchmal etwas mehr Einblick gewünscht; beispielsweise erfährt man sowohl von den Swettenhams als auch von den Easterbrooks sehr wenig, denn sie spielen kaum eine Rolle. Schade ist, dass man deren Gedanken zum Mord oder weitere Treffen nicht mitbekommt. Auch die eigentlichen Zusammenkünfte (am Abend des ersten Mordes oder zur Geburtstagsfeier von Dora Bunner) werden nicht so detailliert beschrieben, dass man als Leser das Gefühl hat dabei zu sein. Hier liegt aber glaube ich mein Problem: Man fühlt sich in das Buch nicht so richtig ein, weil der Erzähler aus einer relativ weit entfernten Draufschau berichtet und man nicht Erzählzeit gleich erzählte Zeit hat. Der Krimi ist halt auch nur etwa 140 Seiten dick.

Dennoch empfehle ich Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie sehr gerne weiter, denn es handelt sich dennoch um ein tollen Krimi der Autorin.

Das geheime Leben der Bücher von R. de Sá Moreira

Inhaltsangabe: Das geheime Leben der Bücher von Régis de Sá Moreira

In Das geheime Leben der Bücher von Régis de Sá Moreira geht es um einen Buchhändler, der einen eigenen kleinen Buchladen hat. Die Bücher, die er anbietet, möchte er auch gelesen haben. Er verkauft und bestellt auch nur die Bücher, die er selbst gelesen hat, weil er den Lesern nichts verkaufen möchte, was Schwachsinn ist. Zu seinen Büchern hat er also ein sehr inniges Verhältnis. Aber zu Menschen hat er ein sehr krudes Verhältnis.

Seine Kunden schreit er mitunter sogar an, wenn sie ihn nerven. Und das geschieht schon von Zeit zu Zeit. Und auch mit den Kunden hat er teilweise sehr krude Verhältnisse und spricht kaum oder führt sehr komische Gespräche mit seinen Kunden. Mit einigen seiner Kundinnen hat er beispielsweise auch Affären und spricht kaum darüber. Auch hat er noch etliche Geschwister, die in die ganze Welt verstreut sind und mit denen er Kontakt hält, indem er ihnen wahllose Seiten aus Büchern herausreißt. Diese schickt er ihnen und bekommt dann auch von Zeit zu Zeit Antwort von ihnen, aber darüber hinaus schreibt er ihnen nicht wie es ihm so geht und was es bei ihm für Neuigkeiten gibt.

Davon abgesehen gibt es aber keine wirkliche Handlung. Die Buchhandlung hat rund um die Uhr geöffnet und der Buchhändler wohnt direkt darüber. Er geht immer hoch in seine Wohnung um sich einen Tee zu kochen wenn er einen Kunden hatte, und er unterhält sich mit dem ein oder anderen Kunden auch mal über ein Buch, allerdings sehr oberflächlich und relativ modern angehaucht, sodass eigentlich kein richtiges Gespräch zustande kommt.