Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Medeia von Euripides

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Blogprojektes Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland.

Der Medeia Stoff von Euripides ist meistens schon ziemlich bekannt, dennoch werde ich versuchen ihn hier kurz zusammenzufassen. In der Tragödie Medeia lernt eben diese, die Protagonistin, Iason aus Griechenland kennen. Er soll das goldene Vlies stehlen, braucht dabei aber die Unterstützung der klugen und zauberkundigen jungen Frau Medeia. Sie hilft beim Diebstahl und tötet ihren eigenen Bruder um Iason zu helfen. Gemeinsam fliehen sie auf der Argo. Dort sind sie verheiratet und haben zwei Söhne. Jahre später setzt die eigentliche Handlung der Tragödie ein. Medeia erfährt, dass Iason sich von ihr trennt, weil er die Königstochter von Korinth heiraten möchte. Er meint, dass das ja nur Vorteile hat, denn die Söhne von Medeia könnten dann ebenfalls von dem neuen Status ihres Vaters profitieren. Medeia wird wütend und ersinnt einen Plan. Sie möchte sich an dem König, der sie verbannt hat aus Korinth, an seiner Tochter und an seinem Ex-Mann rächen. Dafür nimmt sie ein Gewand von sich und versetzt es mit einem Gift oder einem Zauber, dazu eine Krone, die sie der Königstochter von ihren Söhnen überbringen lässt zusammen mit der Bitte, dass ihre Söhne von der Verbannung verschont bleiben mögen. Die Königstochter stirbt infolge der Vergiftung genau wie ihr Vater. Medeia tötet ihre eigenen Kinder um Iason unter die Nase zu reiben, was er mit seinem Verhalten angerichtet hat.

Der Medeia-Stoff gehört zu den bekanntesten Stoffen der antiken, griechischen Mythologie. Alleine deshalb ist er es wert, dass man ihn mal liest. Und die Geschichte ist ja nun auch wirklich nicht uninteressant. Ich mochte Medeia eigentlich immer, aber diese Gefühle sind nach dem Lesen der Tragödie dann doch eher durchwachsen. Ich kann verstehen, dass sie wütend ist und verletzt, nachdem Iason sich von ihr trennt und das auf so schmähliche Weise und auch noch mit dieser haarsträubenden Begründung. Sein Verhalten ist nun wirklich ziemlich gemein und man versteht, dass sie sich an ihm rächen möchte. Gleichzeitig ist es schade, dass sie seine Fähigkeiten benutzt um sich gegen die Königstochter durchzusetzen. Klar, Iason liebt die Königstochter gerade deshalb, weil sie die Tochter des Königs ist. Und da ist es ja eigentlich nur fair, dass sie ebenfalls ihre besonderen Fähigkeiten nutzt. Und dieses sind nun mal ihre Zauberkräfte beziehungsweise ihr besonderes Wissen bezüglich der Gifte.

Medeia ist eine sehr starke, selbstbestimmte Frau, die sich von einem Mann, offensichtlich nichts gefallen lässt. Damit wirkt sie wie eine emanzipierte Frau, doch die Botschaft, die diese Tragödie vermittelt, deutet leider auf etwas anderes hin. Im Prinzip werden Männer ermahnt sich eine emanzipierte Frau zu suchen, denn sobald sie ihre Frau verlassen, rastet diese aus, tötet die neue Frau und deren Familie und erschlägt hinterher die gemeinsamen Kinder. Natürlich kann man diese Tragödie auch als Kritik an Iasons Verhalten werten, schließlich ist Medeia hinterher diejenige, die keine offensichtlichen Konsequenzen tragen muss. Dennoch wirkt es auf mich eher so, als wäre die Tragödie Kritik an einem emanzipierten Frauenbild, weil eben diese emanzipierte Frau eine so bösartige Löwin ist, dass sie ihr eigentlich nicht per se böses Wissen für schlechte Zwecke nutzt.

Insgesamt ist die Medeia von Euripides auf jeden Fall mal lesenswert, dennoch habe ich ein bisschen was an ihr auszusetzen, sodass ich sie nicht vollumfänglich empfehlen kann.

Allgemein

Inhaltsangabe: Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie

In dem Kriminalroman Das Böse unter der Sonne oder Rätsel um Arlena von Agatha Christie ermittelt wieder einmal Hercules Poirot um den Mord an Arlena Marshall aufzuklären. Auf einer kleinen Insel gibt es ein kleines Hotel, in welchem einige Menschen ihren Urlaub verbringen. Darunter Captain Marshall mit seiner Frau Arlena und seiner Tochter Linda. Außerdem zwei Amerikaner Mrs. und Mr. Gardener, das junge Paar Mr. und Mrs. Redfern, zwei Familien, die mit ihren Kindern in dem Hotel sind, Major Barry, Mr. Horace Blatt, Miss Rosamund Darnley, Miss Emily Brewster und Pfarrer Stephen Lane. Arlena ist Schauspielerin und fühlt sich von allen möglichen Männern angezogen. Sie flirtet mit den anderen Männern und ihr Mann schaut ihr dabei zu. Hercules Poirot ahnt, dass Arlena Marshall nicht die Frau ist, für die man sie hält. Vor den Hotelgästen flirtet Mr. Redfern mit Arlena. Eines Morgens trifft Poirot Arlena am Strand. Sie paddelt mit einem Floß zur Feenbucht auf der Insel und bittet Poirot dies geheim zu halten. Redfern kommt mit Captain Marshall zum Strand. Dort warten beide auf Arlena, doch Captain Marshall geht schnell seinen eigenen Tätigkeiten nach. Er geht schwimmen und so verbringt die Gruppe einen schönen Vormittag. Mittags wollen einige Tennis spielen, Linda geht zusammen mit Mrs. Redfern auf den Sonnenfelsen. Captain Marshall muss arbeiten, Mr. Und Mrs. Gardener liegen am Strand und reden. Mr. Redfern sitzt die ganze Zeit mit den anderen am Strand bis er schließlich vorschlägt mit einem Boot um die Insel zu fahren. Miss Brewster begleitet ihn. Gemeinsam stoßen sie auf einen leblosen Körper in der Feenbucht. Miss Brewster fährt zurück zum Strand um von dort ins Hotel zurückzukehren und die Polizei zu rufen. Patrick Redfern bewacht so lange die Leiche. Die ermittelnden Polizisten wollen natürlich herausfinden wer es war und stoßen so auf einige Ungereimtheiten: Im Kamin in Lindas Zimmer finden sie beispielsweise Asche, jemand scheint heimlich ein Bad genommen zu haben, was aber niemand zugeben möchte, jemand schmeißt eine Flasche aus dem Fenster, am Strand wird ein Stück von einer Pfeife und eine kleine Schere gefunden. Und irgendwie scheint jeder ein Alibi zu haben, und die Hotelgäste, die kein Alibi haben, haben kein Motiv. Doch Hercules Poirot kommt ein Verdacht: Ist Arlena Marshall vielleicht gar nicht das erste Opfer, sondern das Zweite? Und wie konnte der Mörder den Mord bewerkstelligen? Nachdem er alle seltsamen Dinge, die an diesem Morgen geschehen sind, zusammensetzt, ergibt sich ein stimmiges Bild. Der Mörder ist…

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Alkestis von Euripides

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In der Tragödie Alkestis von Euripides geht es um den Tod der Hauptperson: Alkestis, weiterhin spielen mit ihr Ehemann Admetos, Apollon, Thanatos, Chor der pheraiischen Greise, eine Dienerin, Eumelos, Herakles, Pheres, ein Diener, Tochter des Admetos, Diener und Dienerinnen, Trauergefolge. Die Handlung spielt in Pherai in Thessalien. Admetos sucht jemanden, der an seiner statt sterben würde, doch seine alten Eltern wollen lieber leben. Seine Frau kann und will nicht ohne ihn nicht leben, also entscheidet sie sich für ihn zu sterben. Alkestis wird also sterben und ihr Mann versucht sie zu überzeugen nicht zu sterben, doch es liegt nicht mehr in ihrer Macht. Sie nimmt ihm noch das Versprechen ab, sich keine neue Frau und Mutter für die gemeinsamen Kinder zu suchen, was er ihr bereitwillig verspricht. Als Alkestis gestorben ist, taucht Herakles in seinem Haus auf und bittet um Gastfreundschaft. Admetos will seinen Freund trotz seiner Trauer nicht wegschicken und behauptet so, dass nur eine entfernte Bekannte zufällig bei ihnen im Haus gestorben ist. Herakles findet letztendlich doch heraus, dass Alkestis gestorben ist und so schmiedet er einen Plan: Am Grab will er den Dämon, der Alkestis ins Totenreich führt abpassen, überfallen und sie ihm entreißen. Herakles bringt Admetos eine verschleierte Frau und bittet seinen Freund diese bei sich aufzunehmen, denn er habe sie bei einem Faustkampf gewonnen. Admetos fühlt sich an seine Frau erinnert und möchte sie deshalb eigentlich nicht aufnehmen, lässt sich aber schließlich doch von dem Freund überzeugen, der ihm sogleich offenbart: Diese Frau erinnert dich nicht nur an Alkestis, sie sieht nicht nur auf wie Alkestis, es ist Alkestis. Admetos ist glücklich seine Frau doch wieder an seiner Seite zu haben.

Ihr habt es vielleicht schon an der Beschreibung von mir gemerkt, aber ich persönlich mochte die Alkestis von Euripides wirklich gerne. Das Motiv ist wohl nicht allzu unbekannt, und wird öfter in Werken verarbeitet. Mir persönlich hat es ziemlich imponiert, dass eine Frau ist für ihren Mann zu sterben, sodass dieser weiter leben kann und vielleicht auch weiterhin sein Amt ausüben kann. Die Konsequenzen, die damit verbunden sind, lasse ich hier also mal komplett außeracht. Aber natürlich kann man hier auch bemängeln, dass Alkestis für ihren Mann sterben muss. Die einzige Frau des Stücks wird geopfert oder opfert sich, weil ihr Mann nicht sterben möchte. Das finde ich persönlich sehr bedenklich und mir gefiel die Implikation dessen nicht wirklich. Lässt man eine feministische Interpretation aber bleiben, fand ich es durchaus interessant, zumal die Eltern von Admetos nicht bereit waren für ihren einzigen Sohn zu sterben. Man sollte doch davon ausgehen, dass seine Eltern bereit sind sich zu opfern, damit ihr Sohn weiterleben kann und weiterhin sollte man doch davon ausgehen, dass sie wissen, dass sie Enkelkinder haben, dass diese ihre Eltern brauchen und somit rein logisch betrachtet das eigene Opfer vorzuziehen wäre. Admetos macht genau dies seinem Vater zum Vorwurf. Dieser lässt sich diesen Vorwurf zwar nicht so einfach gefallen, schließlich hätte sein Sohn den Tod ja auch einfach auf sich nehmen können, dennoch ist dieser Punkt auf jeden Fall erwähnenswert.

Ich persönlich verstehe Alkestis Motive nicht so genau, aber abgesehen davon dass mir die Innensicht der Figuren ein bisschen gefehlt hat, mochte ich die Darstellung von Alkestis sehr gerne. Sie als liebende Mutter und Ehefrau ist bereit sich selbst zu opfern, damit ihr Mann weiterleben kann, um ihren Kindern den Vater zu erhalten. Ich mochte auch, dass Herakles Alkestis zurückholt aus dem Reich der Toten, was eigentlich niemand für möglich hielt und mir fehlte auch, aber das liegt vielleicht an meinem mangelnden Hintergrund wissen, eine Begründung für einige Dinge. Ich habe beispielsweise nicht so ganz verstanden, warum Alkestis überhaupt für Admetos sterben konnte, ich habe auch nicht verstanden, weshalb sie zurückgeholt werden konnte und woher Herakles wusste, dass so etwas im Hause von Admetos ablief. Lag es wirklich nur daran, dass er zufällig als Gast vorbeikam und von einem Diener über den Tod der Hausherrin aufgeklärt wurde, oder wusste er vorher schon davon und hat nur darauf gewartet, dass man ihn aufklärt, damit er einen Grund hat ans Grab zu gehen um Alkestis zu befreien.

Alles in allem hat mir die Tragödie Alkestis von Euripides wirklich gut gefallen und für mich zumindest war auch die Übersetzung wirklich ein Genuss, sodass ich dieses Tragödie auf jeden Fall auch inhaltlich und stilistisch weiterempfehlen möchte.

Allgemein

Rezension: Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie

Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie ist einer der vielen Poirot-Krimis. Was ich hier ganz gerne mochte war, dass Poirot von Anfang an am Tatort ist und die Verdächtigen schon kennt bevor sie überhaupt Verdächtige sind, denn er verbringt mit ihnen zusammen seinen Urlaub. Er und einige andere Hotelgäste ahnen schon, dass es zu einer Tragödie kommen könnte und merken bald wie recht sie haben. Jemand wird ermordet am Strand aufgefunden und natürlich muss einer der Hotelgäste der Mörder sein. Natürlich könnte es rein hypothetisch auch möglich sein, dass keiner der Anwesenden der Mörder ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch recht gering, dass jemand fremdes dazu in der Lage gewesen wäre, heimlich auf die Insel zu kommen oder mit einem Boot an der Insel vorbeizurudern um an einem der Strände zufällig eine Frau umzubringen. Wie hätte er also auf die Insel kommen sollen und woher hätte er gewusst, dass Arlena dort sein würde?

Der Mörder hat sich also mit Arlena verabreden müssen, doch wer war dazu in der Lage? Wer wäre allgemein dazu in der Lage gewesen den Mord zu begehen? Die meisten Hotelgäste haben, wie oben beschrieben, ein Alibi. Poirot muss also ermitteln wer alles dazu in der Lage gewesen wäre den Mord zu begehen und wie einige seltsame Begebenheiten zusammengehören, sodass sich ein stimmiges Bild ergibt.

Besonders eindrucksvoll fand ich hier wie der Fall aufgerollt wurde. Wir haben auf der einen Seite eine Reihe von Verdächtigen, die verhört werden, daraus zieht Poirot schon viele Informationen, dazu kommen immer wieder neue Informationen, die die Zeugen ihm nach und nach geben. Sobald ein Zeuge seine Aussage gemacht hat und einen Hinweis gegeben hat, kommt der Nächste. Das wirkt zwar auf die Dauer etwas tröge, hat aber in diesem Krimi gut funktioniert. Und natürlich hat Poirot der Verdacht gerettet, dass der Mörder diesen Mord nicht als ersten Mord begangen hat, dass er also eine mörderische Vergangenheit hat. Mit all diesen Hinweis kann er den Mörder schnappen.

Das Ende, zu dem ich natürlich nicht zu viel sagen möchte, mochte ich aber nicht so sehr. Mir gefielen einfach die persönlichen Verwicklungen und die Beziehungsgeflechte nicht so gut und ich fand es schade, dass das alles so enden musste. Vielleicht wäre ein leicht verschobenes Ende schöner gewesen. Aber das Ende des Krimis hat dieses Mal tatsächlich nichts mit dem Mord zu tun, sondern damit, wie es nach dem Mord an Arlena Marshall mit ihrer Familie weitergeht.

Alles in allem ist Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie auf jeden Fall das Lesen wert. Er hat viele spannende Elemente, wobei die spannende Verfolgungsjagd am Ende fehlt, aber die fehlt bei Christie, glaube ich, so gut wie immer. Von mir bekommt der Krimi also eine klare Leseempfehlung.

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Philoktet von Sophokles

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In der Tragödie Philoktet von Sophokles aus dem Jahr 409 v. Chr. gibt es nur wenige Figuren: Odysseus, Neoptolemos, Philoktet, Ein als Händler verkleideter Seemann, Herakles, Chor der fünfzehn Seeleute des Neoptolemos. Der Handlungsort ist eine öde Felsküste der Insel Lemnos im nördlichen Ägäischen Meer. Vor Jahren hatte Odysseus Philoktet auf dieser Insel ausgesetzt, der dort seitdem mit einem verletzten Bein um sein Leben kämpfen muss. Philoktet erjagt sich mit seinem Bogen sein Essen und schleppt sich humpelnd über die Einöde. Neoptolemos soll ihn mit einer List davon überzeugen mit ihnen zu kommen bzw. ihnen seinen Bogen zu geben, was dieser aber natürlich nicht möchte, weil er den Bogen braucht. Neoptolemos ist Sohn des Achilles und damit weit bekannt für seine Tugendhaftigkeit und seine Ehrlichkeit. Er versteht nicht, warum sie Philoktet auf diese Weise hereinlegen müssen und vor allem, warum er der sein muss, der ihn reinlegt. Erst recht nachdem er den armen Mann lieb gewonnen hat, fällt es ihm schwer seine List aufrecht zu erhalten, gibt ihm sogar den dringend benötigten Bogen zurück. Neoptolemos und Philoktet wollen nicht zurück mit dem Schiff fahren, wollen auf der Insel bleiben, doch dann kommt Herakles mit einem Götterspruch, dem sich beiden beugen müssen: Nur gemeinsam also Neoptolemos und Philoktet zusammen können Troja erobern.

Man merkt immer wieder, dass es ganz praktisch wäre, wenn man sich in der griechischen Geschichte und Mythologie besser auskennen würde um diese Stücke wirklich auch interpretatorisch erschließen zu können. Oft wird aus dem Kontext klar, welche Figuren miteinander verwandt sind, aber warum es nun so wichtig ist, dass Neoptolemos und Achilles Vater und Sohn sind, hat sich mir nur aus dem Kontext erschlossen. Es wird immer wieder darauf verwiesen, dass sie Vater und Sohn sind und dass Achilles ein besonders tugendhafter Mann gewesen sei, sodass sich Neoptolemos ebenso verhalten sollte und muss.

Es gab wohl damals nicht nur ein Stück von Sophokles, das Philoktet zum Thema hatte, sondern ebenfalls von Euripides und von Aischylos, welche den gleichen Stoff auch verarbeiteten. Diese wurden in der Antike sogar miteinander verglichen. Diese Chance hätte ich heute auch gerne, und würde die Stücke gerne mal miteinander vergleichen, was ich mir durchaus interessant und gewinnbringend vorstellen kann. Schade, dass das heute nicht mehr möglich ist, aber glücklicherweise gab es ja jemanden, der die Stücke in der Antike schon miteinander verglichen hat, sonst wüssten wir vielleicht gar nicht, dass es mehrere Stücke zum selben Stoff gab.

Als ich vor dem Lesen des Stücks sah, dass es nur an einer Felsküste spielt und dass es eigentlich nur zwei bzw. drei handlungstragende Figuren gibt, war ich sehr skeptisch und ich dachte, dass dieses Stück bestimmt sehr schnell langweilig wird. Aber diese Befürchtungen bleiben aus. Klar, das Stück ist jetzt nicht das spannendste, aber ich mochte die Entwicklung von Neoptolemos und ich mochte, dass er, obwohl es ihm schadet, seine tugendhafte Seite wiederfindet und sich letztendlich dafür entscheidet. Ich mochte auch, dass Philoktet, obwohl er einen Groll auf Odysseus hat, sich am Ende, dank Herakles, dafür entscheidet, dem Heer gegen Troja beizustehen.

Insgesamt hat mir der Philoktet von Sophokles nicht umwerfend gut, aber dennoch nicht schlecht gefallen, sodass ich eine Lektüre durchaus mal empfehlen würde.

Montagsfragen

Montagsfrage: 15. Juli 2019

Montagsfrage: Sollte man auf Reisen lesen?

Hallo ihr Lieben,

Antonia stellt heute eine richtige Urlaubsfrage, nämlich ob man auf Reisen lesen sollte. Da ich in den letzten Jahren selten im Urlaub war, weiß ich nicht so recht, ob man dort lesen sollte oder nicht. Ich kann mir vorstellen, dass es auch darauf ankommt, was man liest. Wenn man beispielsweise Uni- oder Schulkram mitnimmt, dann ist das sicherlich nicht so entspannt wie ein schöner Roman. Aber ich denke hier gilt wie fast immer im Leben: Die Dosis macht das Gift. Warum fahre ich weg um dann in der Zeit zwei oder drei Dutzend Bücher zu lesen? Dann kann ich doch auch mal für zwei Wochen meinen Laptop einschließen und einen Leseurlaub auf der Couch machen. Das ist preiswerter und ökologischer. Wenn ich schon in den Urlaub fahre, dann möchte ich auch etwas davon sehen; sonst ist es ja auch vollkommen egal wohin ich gefahren bin. Aber nur, weil ich Land, Leute und Kultur erfahren möchte, heißt das noch lange nicht, dass ich kein Buch mitnehmen würde. Abends oder an einem entspannten Nachmittag am Pool, im Café oder am Strand (oder wo man im Urlaub sonst so lesen kann) würde ich mir schon ein Buch einpacken und lesen; einfach auch weil ich, glaube ich, nicht zwei Wochen oder so komplett auf ’s Lesen verzichten könnte/wollen würde. Wie seht ihr das? Lesen im Urlaub oder lieber doch nicht?

Liebe Grüße
Vanessa

Agatha Christie-Kurzgeschichten

Haus Nachtigall von Agatha Christie

In der Geschichte Haus Nachtigall von Agatha Christie geht es um die junge Alix, die in einem Büro arbeitet. Dort hat sie einen Verehrer, den sie schon seit Jahren kennt und mit dem sie sich gut versteht, der aber bislang zu schüchtern war, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Bevor er ihr einen Antrag machen kann, lernt sie Gerald Martin kennen. Sie verliebt sich auf den ersten Blick in ihn und er in sie und sie ziehen gemeinsam weg aus London in einen kleinen Ort. Dort kaufen sie gemeinsam ein kleines Häuschen ein bisschen außerhalb des Ortes. Alix könnte nicht glücklich sein, doch dann hat sie einen Traum: Ihr Freund (Dick Windyford) tötet Gerald. Nun ist für Alix klar: Sie muss Dick von Gerald fernhalten. Das gelingt ihr zwar, doch dann passiert etwas seltsames. Sie findet im Garten zwischen den Pflanzen den Planer ihres Mannes. Dort hat er einen Termin eingetragen. Außerdem spricht sie mit ihrem Gärtner, der behauptet, sie würde in wenigen Tagen mit ihrem Mann noch London fahren. Davon weiß Alix allerdings nichts und sie möchte eigentlich auch nicht mehr nach London. Als sie abends ihrem Mann davon erzählt und sie fragt, welchen Termin er heute Abend um 9 Uhr hat, gibt er vor, etwas, das mit seiner Fotografie zu tun hat, mit ihr erledigen zu wollen. Alix wird langsam misstrauisch und durchstöbert die Sachen ihres Mannes. Sie findet einige Zeitungsartikel von einem Mann, der mehrere seiner Frauen ermordet hat und der ihrem Mann verdächtig ähnlich sieht. Nun ahnt sie, was er vor hat: Er möchte sie töten. Alix versucht zu flüchten, läuft aber ihrem Mann in die Arme, der natürlich misstrauisch auf ihr Verhalten reagiert. Am Abend scheint er sie töten zu wollen, doch sie denkt sich einen Trick aus. Sie ruft Dick an um diesen heimlich zu bitten zu ihr nachhause zu kommen. Nun muss sie nur noch so lange aushalten bis er hier ist. Also erzählt sie ihrem Mann eine Geschichte. In dieser Geschichte sagt sie von sich selbst, dass sie ihren ehemaligen Mann mit Gift ermordet hat. Danach hat sie weiter in dem Büro gearbeitet und Gerald kennengelernt. Dieser wird von dieser Geschichte total in ihren Bann gezogen und spekuliert darauf los. Sein Kaffee vorhin schmeckte seltsam bitter…

An der Länge der Inhaltsangabe merkt man schon, dass ich ziemlich begeistert war von dieser Kurzgeschichte. Und die Geschichte ist auch nicht so besonders kurz. Besonders interessant ist, dass die Geschichte ohne Detektiv oder Polizist, also ohne Ermittler, auskommt. In der Geschichte baut sich langsam immer mehr auf bis am Ende die Situation eskaliert. Alix fürchtet sich vor ihrem Mann und zeigt dies auch sehr eindrucksvoll und gerade das hat für Spannung gesorgt. Ich muss sagen, dass ich die Geschichte nicht an einem Tag fertiggelesen habe und so war ich immer gespannt wie es weitergeht und auch nachdem die Geschichte fertig war, habe ich ihr noch einige Tage nachgehangen, weil sie einfach so abrupt und so krass endet.

Die Personen tragen auch ein gutes Stück zu der Spannung der Geschichte bei. Alix als Figur macht sehr deutlich inwiefern und warum sie sich vor Gerald fürchtet und auch Gerald macht einen sehr gruseligen Eindruck. Dick macht einen sehr liebevoll, aber ruhigen Eindruck und trägt somit dazu bei, dass die Geschichte geschehen kann wie sie geschieht. Aber auch die Tatsache, dass alle das schlimmste voneinander fürchten, trägt dazu bei: Alix glaubt, dass Dick ihren Mann ermorden könnte und sie glaubt auch, dass ihr Mann Gerald sie ermorden könnte. Gerald glaubt auch die Geschichte seiner Frau.

Besonders spannend macht es Alix am Ende, als sie ihrem Mann ihre Geschichte erzählt und man wird als Leser total ratlos damit zurückgelassen. Ich war mir zum Beispiel nicht sicher, ob die Geschichte so stimmte wie sie Alix erzählt hat, oder ob es vielleicht doch so war wie man von Anfang an denkt. Dazu möchte ich euch jetzt aber nicht zu viel sagen, denn ich möchte euch die Spannung ja nicht komplett verderben.

Insgesamt ist das Haut Nachtigall (das wohl manchmal auch mit Villa Nachtigall überschrieben wird) eine wirklich tolle, gruselige und sehr, sehr spannende Geschichte von Agatha Christie, die ich sehr gerne weiterempfehle.

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

König Ödipus von Sophokles

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In dem Drama König Ödipus von Sophokles geht es um den König von Theben, ihm wird das Leid der Stadt geklagt. Eine Seuche sucht die Stadt heim, dieser soll ein Orakelspruch abhelfen. Es stellt sich heraus, dass der Tod des vormaligen Königs untersucht werden muss um der Seuche Herr zu werden. Der König Laios wurde damals von Räubern auf einem Waldweg getötet, darüber weiß König Ödipus nichts, da er erst in die Stadt kam als der König bereits tot war. Der Tod des damaligen Königs war nicht untersucht worden, da gerade die Sphinx in der Stadt wütete, gegen welche Ödipus kämpfte und so die Königin heiraten durfte und König wurde. Es wird nach Teiresias, dem Seher, geschickt, welcher Ödipus mitteilen soll, wer der Mörder von Laios ist. Der Seher will nicht mit der Sprache herausrücken, erst als er von Ödipus bedroht wird, beschließt er kryptische Andeutungen zu machen, die Ödipus noch nicht genau versteht. Da Kreon von Ödipus des Mordes verdächtig wird und sich auch darüber beschwert, dass Ödipus ihm unterstellt an einer Intrige gegen ihn beteiligt zu sein, beschwert er sich und so diskutieren sie als Iokaste, Ödipus Frau und Kreons Schwester, auftaucht. Iokaste bittet Ödipus sich zu beruhigen und zusammen wollen sie den Verdächtigungen des Sehers nachgehen. Die Andeutungen verunsichern Ödipus deshalb, weil er bei einem Mahl von einem Betrunkenen darauf hingewiesen wurde, dass er nicht der leibliche Sohn seiner Eltern, des Königs Polybos und Merope ist. Seine Eltern konnten seinen Verdacht zwar zerstreuen, aber als er daraufhin zu einem Orakel geht, wird ihm geweissagt, dass er seinen Vater töten wird um hinterher in Blutschande mit seiner Mutter zu leben. Um dies zu verhindern, ist er nicht nachhause zurückgekehrt. Iokaste versucht ihren Mann zu beruhigen, denn den Orakelspruch, den ihr erster Mann empfing, ist nicht wahrgeworden. Ihm wurde eins geweissagt, dass sein Sohn ihn töten werde und dass seine Frau mit dem gemeinsamen Sohn Kinder zeugen würde. Allerdings sei der Sohn kurz nach der Geburt gestorben, der Mann von Räuber ermordet, sodass der Orakelspruch gar nicht in Erfüllung gehen konnte. Der Mann, der Ödipus damals im Wald aussetzen wollte, tritt auf und erkennt in Ödipus den Säugling von damals. Damit stellt sich heraus, dass sich die Vorhersage bewahrheitet hat. Ödipus hat ausversehen seinen Vater im Wald an einer Wegkreuzung erschlagen. Daraufhin hat er Iokaste, die Königin von Theben und seine Mutter, geheiratet und mit ihr Kinder gezeugt. Ein Diener kommt aus dem Palast und erzählt, dass sich Iokaste erhängt hat, Ödipus sticht sich die Augen aus, verabschiedet sich von seinen Eltern und bittet seinen Schwager als König über Theben zu herrschen, er selbst verweist sich des Landes und verlässt die Stadt für immer.

Der Stoff des König Ödipus ist oftmals zumindest grob bekannt, sodass man hiermit zumindest noch einmal rekapitulieren kann und noch einmal vertieft in die Materie einsteigen kann. Das hat mir sehr gut gefallen, auch dass die Figuren sehr schnell recht bekannt sind, fand ich sehr gut. Denn es gibt irgendwie nur eine Hand voll, die wichtig sind. Der Seher und der Hirte, der Ödipus wiedererkennt, sind wichtig. Davon abgesehen sind Iokaste, Kreon und Ödipus wichtig, die Kinder werden zwar erwähnt, spielen aber keine tiefergehende Rolle, außer natürlich, dass sie lebende Beweise für die Schuld von Iokaste und Ödipus sind. Iokaste mochte ich persönlich nicht sonderlich, sie verlässt ihre Kinder indem sie Selbstmord verübt und war sogar bereit ihren Sohn Ödipus zu opfern, damit ihr Mann nicht von ihm ermordet werden kann. Gerade dadurch verliert sie ihren Sohn, der sie Jahre später nicht als Mutter erkennt und sie verliert ihren Mann. Die Prophezeiung kann sich erst erfüllen, weil das Orakel dem König und der Königin von Theben prophezeit, dass ihr Sohn den König töten wird und mit seiner Mutter in Blutschande leben wird. Wenn diese Vorhersage nicht gemacht worden wäre, wäre Ödipus nicht weggeschickt worden, er hätte seinen Vater nicht ermordet, weil er entweder gar nicht in dem Wald gewesen wäre oder weil er ihn als seinen Vater erkannt hätte und er hätte seine Mutter nicht geheiratet.

Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, war, dass die Verwicklungen erst nach und nach ausgedeckt werden. Natürlich ist der Stoff bekannt und man weiß, worauf es hinausläuft, aber der Spannungsbogen bleibt für jemanden, der den Stoff nicht kennt oder aber – wie ich – nicht genau weiß, was wann wie wo passiert, gespannt. Und auch diese Art des Erzählens, dass der Chor bzw. der Chorführer als eine Art Berater, Interpretierender und Erzähler wirkt, fand ich interessant, denn er bewertet das Geschehen gleichzeitig noch.

Alles in allem kann man also sagen, dass König Ödipus von Sophokles ein Drama ist, das man gelesen haben sollte. Auch derjenige, der weiß, woher der ödipale Komplex kommt und der, der ungefähr weiß, worum es geht, sollte sich dieses Drama noch mal näher ansehen, denn ich persönlich fand es total spannend und mochte die Erzählweise, auch wenn es Dinge gab, die ich nicht so gut fand, kann man über diese sicherlich hinwegsehen.

 

Allgemein

Inhaltsangabe: Küss mich und träum weiter von Susan Andersen

Magdalena ‚Mags‘ Deluca ist gerade in Santa Rosa in El Tigre in Südamerika angekommen als ihr ein junger Mann plötzlich eine Waffe an den Kopf hält und ihr sagt, dass sie ihm folgen soll. Finnegan ‚Finn‘ Kavanagh rettet die junge, hübsche, blonde Frau und steht ihr auch das zweite Mal als Joaquin ihr ans Leben will bei. Gemeinsam sind sie nun auf der Flucht durch El Tigre um ihre Eltern von der Coka-Plantage des örtlichen Drogenbarons zu befreien. Finn hat eine große Familie und hatte gehofft sich in El Tigre ein bisschen Ruhe gönnen zu können. Er hatte gehofft, dass er sich in El Tigre klarwerden könnte, ob er bereit ist, endlich zu heiraten, wollte dies aber abseits der Familie tun. Mags hingegen hat den ohnehin recht spärlichen Kontakt zu ihren Eltern verloren. Sie wurde von ihren Eltern in ihrer frühen Jugend plötzlich auf ein Internat in den Staaten verbannt. Darüber war die totunglücklich, seitdem rebelliert sie gegen ihre Eltern und deren Grundsätze. Der Kontakt wurde immer weniger bis die Briefe ihrer Mutter urplötzlich aufhörten. Sie ist nun zurück in ihre alte Heimat gekommen um ihre Eltern zu finden. Eine Nachbarin behauptet, dass ihre Eltern abgereist wären und zurück in ihre Heimat gefahren wären. Mags ist darüber nicht überrascht wenngleich sie ziemlich sauer ist und will eigentlich postwendend heimfahren bis sie von Joaquin bedroht wird.

Natürlich ändert sie ihre Pläne und will ihre Eltern von der Plantage befreien und so müssen Finn und sie auf dem Weg nicht nur den Leuten von Munoz, dem Drogenbaron, aus dem Weg gehen, sondern müssen auch mit der Trockenheit des Landes, der feuchten Hitze des Regenwaldes und gefährlichen Stromschwellen klarkommen. Kurz bevor sie bei der Plantage ankommen, arbeitet Finn einen Plan aus, mit welchem sie ihre Eltern befreien könnten, doch dann kommt alles anders und es gibt eine plötzliche Wendung.

Mags und Finn sind zurück in Santa Rosa und natürlich knistert es immer noch gewaltig zwischen den beiden. Sie kamen sich während der Reise schon immer wieder näher und so schliefen sie sogar miteinander, aber zurück in Santa Rosa geht Mags los um sich etwas zu essen zu holen, doch dort wird sie erneut von Joaquin bedroht. Finn wundert sich wo Mags so lange bleibt und so macht er sich auf die nach ihr. Er hat ein ganz mieses Gefühl, weshalb er sich die Waffe mitnimmt, die er Joaquin abgenommen hatte. Und während er sieht wie Joaquin Mags bedroht, überlegt er sich ernsthaft, ob er nicht das erste Mal in seinem Leben eine Waffe benutzen möchte, denn die Gefühle, die er für Mags hat, sind tiefer als für alle anderen Frauen zuvor. Doch wie steht Mags dazu? Sie ist doch unabhängig und hielt immer alle von sich fern.

Sommerloch-Juli Urlaub in Griechenland

Antigone von Sophokles

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In dem Drama Antigone von Sophokles geht es um eine der Töchter des Ödipus. Dieser dritte Teil der Ödipus-Trilogie spielt offenbar einige Jahre nach Ödipus‘ Tod. Kreon ist als König immer noch an der Macht in Theben. Er verbietet, dass sein Neffe Polyneikes zu beerdigen, da er ein Feind der Stadt sei. Antigone, Polyneikes‘ Schwester, setzt sich über dieses Verbot hinweg und beerdigt ihren Bruder. Als sich herausstellt, dass sie das Verbot des Königs missachtet hat, wird sie zur Strafe lebendig eingemauert. Haimon, Antigones Verlobter, bittet den König, seinen Vater, dass er Antigone verschonen möge, da dies auch das Volk der Stadt wollte. Kreon hingegen will das nicht und meint auch noch, dass Haimon sich von Antigone beeinflussen lasse. Haimon sagt seinem Vater, Kreon, dass er selbst auch nicht mehr leben wolle, wenn Antigone sterben würde. Als Kreon zu Antigone kommt, die schon eingemauert ist, sagt sie ihm, dass sie ihren Bruder immer wieder beerdigt hätte, ihren Mann und die Kinder allerdings nicht, da diese – im Gegensatz zu ihrem Bruder – ersetzbar seien. Kreon beschließt nach den Weissagungen von Teiresias, Antigone wieder frei zulassen, da sonst jemand aus seiner Familie sterben würde. Eurydike, Kreons Frau und Haimons Mutter, wird berichtet, dass ihr Sohn als er mit an die Grabstätte, in die Antigone eingemauert wurde, kommt vor Zorn darüber, dass sie Selbstmord begangen hatte, seinen Vater mit dem Schwert attackiert. Dieser überlebt, kann aber nicht verhindern, dass sich Haimon in sein eigenes Schwert stürzt und seine Verlobte in den Armen haltend, stirbt. Eurydike geht zurück in den Palast und nimmt sich dort das Leben. Kreon wirft sich auf den Leichnam des Sohnes, als dieser in Richtung Palast getragen wird.

Die Antigone ist der dritte Teil der Ödipus-Trilogie und schließt sich damit an König Ödipus an. Mir persönlich gefiel Antigone ziemlich gut, da sie sehr stark und selbstbewusst wirkt, obwohl sie damit König Kreon gegen sich aufbringt. Wenn sie sich nicht gegen seinen Willen hinweggesetzt hätte, wäre es nicht zu den schlimmen Konsequenzen gekommen. Sie hatte mehr als genug Gelegenheit darüber nachzudenken, ob ihr Verhalten Konsequenzen hat, oder nicht, da sie von ihrer Schwester Ismene, darauf hingewiesen wird, dass man sich nicht gegen den Willen des Königs zur Wehr setzen sollte. Aber Ismene ist sogar bereit die Schuld mit Antigone zusammen zu tragen, obwohl sie ihre Schwester gewarnt hat und ihr geraten hat, nichts gegen den Willen des Königs zu unternehmen. Antigone weist dies von sich und nun kommen wir zu der Stelle, wo mir Antigone nicht so gut gefallen hat: Sie sagt, und ich weiß nicht, ob diese Aussage wirklich ernst gemeint ist, dass sie dies für ihren Bruder immer wieder getan hätte. Für ihren Mann und ihre Kinder allerdings nicht, da diese ersetzbar werden im Gegensatz zu ihren Geschwistern, da diese aufgrund des Todes ihrer Eltern nicht mehr ersetzbar wären. Dieses Menschenbild – so diese Aussage denn ernst gemeint war – ist natürlich im zeitlich-historischen Kontext zu sehen. Schließlich hatte Antigone nicht nur ihren Vater und ihre Mutter verloren, auch stammt sie aus einer Familie in der Mutter und Großmutter ein und dieselbe sind und somit ihre Eltern Sohn und Mutter sind. Diese Erfahrungen und der anschließende Selbstmord seiner Eltern prägen ein Kind sicherlich. Und damit könnte man vielleicht auch erklären, warum sie ihre Liebe nicht in einem Mann und den gemeinsamen Kindern sucht, da sie weiß, wie diese Familienstrukturen zustande kommen können.

Insgesamt ist der Stoff der Antigone wohl weniger bekannt als der des König Ödipus‘, sodass ich dieses Werk von Sophokles gerne weiterempfehle, auch wenn in dem Drama von Antigone nicht besonders viel geschieht.