Mit Burka und Bikini von Q. Loxton

Rezension: Mit Burka und Bikini von Qarnita Loxton

Als ich angefangen habe, den Roman Mit Burka und Bikini von Qarnita Loxton zu lesen, war mir die Hauptfigur Karima ziemlich unsympathisch. Ich weiß auch nicht, woran es lagt, aber ich habe es einfach nicht geschafft mich auf den Rhythmus des Buches einzustellen und mich mit ihr zu identifizieren, aber nachdem ich mal so etwa 100 Seiten gelesen hatte, wurde es leichter.

Karima ist eine überaus interessante Protagonistin. Sie lebt mit ihrem Mann in Kapstadt und in der gleichen Stadt lebt auch ihre Familie, die sie aber dennoch seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat. Als sie Anfang 20 war, sollte sie Rafiq heiraten, mit dem sie schon seit Jahren zusammen war und mit dem sie auch schon heimlich Geschlechtsverkehr hatte. Dabei wurde Karima schwanger, obwohl sie noch gar nicht fertig mit ihrem Studium war. Sie wollte das Kind nicht und merkt gerade zu diesem Zeitpunkt, dass sie eigentlich auch keine Ehe mit Rafiq möchte. Also löst sie sich von ihrer Familie, lässt das Kind abtreiben und löst ihre Verlobung. Als ihr Familie davon erfährt, verstößt sie sie und sie baut sich woanders ein Leben auf. Umso mehr man von Karima erfährt, desto mehr merkt man, dass sie ein sehr starker Charakter ist. Obwohl Karima selbst anerkannt werden möchte und will, dass ihre Familie sie liebt, obwohl sie mit den Familientraditionen und sämtlichen Konventionen gebrochen hat, hat sie ein großes Problem damit, anderen den gleichen Gefallen zu tun.

Hier ist vor allem Shireen zu nennen. Shireen wird in eine ungewohnte und überaus schwierige Lage gebracht: Sie ist selbst hochschwanger und muss nun mehr oder weniger tatenlos zusehen wie ihr eigener Ehemann eine andere Frau schwängert und sie heiratet. Obwohl die Idee von der zweiten Ehefrau, die sich ein muslimischer Mann rechtmäßig nehmen darf, eigentlich gar nicht so verkehrt ist, missbraucht Dhanyal dieses Recht. Eigentlich geht es darum, dass eine verwitwete Frau, eine Frau, die nicht für sich selbst sorgen kann, wieder jemanden hat, der für sie sorgt. Es geht also darum eigentlich einer wie auch immer benachteiligten Frau zu helfen und nicht eine junge, gesunde Frau zu schwängern und das Problem mit einer Heirat zu lösen. Obwohl sie in meinem westlichen Denken zu bemitleiden ist, hat sich Shireen meinen Respekt verdient. Sie tut das, was sie für richtig hält und ist nicht nur eine willenlose Schachfigur, die sie fügt, wenn ihr Ehemann etwas will. Für mich hat die Autorin klar gemacht, dass Shireen zwar nicht zu beneiden ist in ihrer Position, dass sie aber ebenfalls eine sehr starke Figur ist, die das tut, was für ihre Familie und ihre Liebe am besten ist.

Dennoch wurde Dhanyal mir ein bisschen zu negativ dargestellt: Er macht sich dauerhaft über Karima lustig. So macht er ihr Vorwürfe darüber, dass ihr Ehemann nicht da ist um, ihr in ihrem Elternhaus zu helfen und dass sie wohl gerade auch Krach mit ihm hat. Gleichzeitig hat er ihr aber bei ihrem ersten Telefonat aber gesagt, dass sie besser alleine kommen soll, da er es für besser halte, wenn sie niemanden mitbringe. Außerdem gibt er seiner Schwester immer noch Befehle und bittet sie nicht, obwohl sie lange ausgezogen ist und ihre eigenen Entscheidungen trifft. Darüber hinaus wird er seiner Schwester gegenüber höhnisch und meint, dass er zeitnah zwei Säuglinge bekommt, und stellt dann klar, dass er zwei Frauen geschwängert hat. Sein Verhalten wirkt dann so als sei er auch noch stolz darauf. Auch dass er vollkommen ausrastet als Karima die Hälfte des Hauses von Ouma erbt, macht ihn wütend und erst recht ihre Entscheidung, ihren Teil an Shireen zu überschreiben, denn er meint, dass er als Mann das alleinige Recht darauf habe. Daraufhin muss sich erst einmal seine Mutter einschalten und ihn daran erinnern, dass das Haus bisher immer nur Frauen gehört hat und er der erste Mann ist, dem es gehört, weil sie ihm ihre Hälfte überschrieben hat.

Diese Charakterbeschreibungen zeigen ganz gut, die Konflikte, die in dem Roman angelegt sind. Karima kommt nach einem zehn Jahre langen Streit zurück zu ihren Eltern und muss für sich selbst ihre Identität und ihre Lebensziele klären. Auch wenn in der kleinen muslimischen Gemeinschaft, in der ihre Familie lebt, jeder für den anderen da ist, gibt es auch dort Konflikte und nicht einmal die strengen gesellschaftlichen Konventionen können ihren Bruder davon abhalten fremdzugehen. Er macht es sogar – Karimas Ansicht nach – noch schlimmer als ihr Ehemann, weil der a) niemanden geschwängert hat und b) nicht vor hat die andere Frau zu heiraten. Karima muss für sich lernen, dass ihre Vergangenheit ihre Gegenwart beeinflusst und dass das nichts schlechtes ist und dass sich verschiedene Lebensentwürfe manchmal sogar vereinbaren lassen; selbst wenn man nicht damit rechnet.

Ein Absatz noch zu dem Klappentext: Ein paar Hinweise dazu: Karima trägt offen nie eine Burka, sie trägt ein muslimisches Überkleid, das Abaya genannt wird. Natürlich kommt die Alliteration Mit Burka und Bikini im Titel aber besser als Mit Abaya und Bikini. Darüber hinaus wird Karima von ihrer Familie zumindest am Anfang nicht besonders herzlich empfangen: Ihr Bruder behandelt sie schlecht, ihre Mutter spricht freiwillig kein Wort mit ihr, einzig ihre Schwägerin scheint sich zu freuen, dass sie da ist und ihre Nichten werden langsam warm mit ihr. Außerdem ist für mich eine Familie, die aus Bruder, Schwägerin, zwei Kindern und der Mutter besteht noch keine große Familie. Der Klappentext hat bei mir Erwartungen geweckt, die das Buch nicht halten konnte und so erkläre ich mir, die Schwierigkeiten, die ich hatte, in die Geschichte zu finden und mit Karima mitfühlen zu können.

Dennoch möchte ich Mit Burka und Bikini von Qarnita Loxton empfehlen, denn die Autorin zeichnet zwei – für mich – sehr starke Frauen, die ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Entscheidungen treffen und Respekt füreinander lernen, obwohl sie verschiedene Dinge vom Leben erwarten und inzwischen verschiedene Wertesystem haben.

 

 

 

Danke an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #9

Hallo ihr Lieben,

diese Woche bin ich wieder dabei bei der Gemeinsam Lesen-Aktion von den Schlunzenbüchern. Dabei gibt es drei dauerhafte Fragen und eine, die jede Woche wechselt:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Liebe per Flaschenpost? von Sue Mayfield und bin auf Seite 295.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„‘Hast du dich verlaufen?‘, fragte er freundlich.“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich bin jetzt schon ziemlich weit mit meinem Buch und finde es ziemlich cool. Mir sind natürlich die Ähnlichkeiten zu zwei anderen Büchern aufgefallen: Einer ist ziemlich bekannt und zwar Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer. Hier schreib Emmi aus Versehen einem Fremden eine Mail, weil sie eigentlich ein Zeitschriftenabo kündigen möchte. Sie tritt sie in Kontakt mit Leo, woraus sich eine Mail-Freundschaft entwickelt. Der andere Roman ist der Roman Glückkekse von Anne Hertz. Hier schreibt Jana eine SMS an eine unbekannte, zufällige Nummer. Natürlich tritt auch sie in Folge in Kontakt mit einem Fremden, mit dem sie sich fortan schreibt. In Liebe per Flaschenpost? Schickt Isabel eine Flaschenpost an einen Unbekannten. Sie gibt ihre Adresse an und bekommt einige Wochen später einen Brief. Die Brieffreundschaft wird zu einer Mailfreundschaft.

  1. Kaufst du dir lieber neue Bücher oder auch gebrauchte?

Früher habe ich mir fast ausschließlich gebrauchte Bücher gekauft, weil ich ein paar Lieblingsautoren hatte, deren Bücher inzwischen nicht mehr in-print sind und entsprechend nur noch gebraucht gekauft werden können. Inzwischen kaufe ich hin und wieder auch neue Bücher, aber häufig sind es immer noch gebrauchte, weil ich gerne auch bereits erschienen Bücher lese. Häufig sind Bücher ja nur ein paar Jahre neu verfügbar und danach nicht mehr, sodass man dann eben gebrauchte Bücher kaufen muss.

Wie ist das bei euch? Lest ihr lieber neue oder gebrauchte Bücher? Woran liegt es bei euch?

Liebe Grüße

Vanessa

Montagsfragen

Montagsfrage: 6. Juli 2020

Montagsfrage: Warst/bist du in einem Buchclub (oder könntest du es dir vorstellen)?

Hallo ihr Lieben,

ich habe schon ein paar mal darüber nachgedacht, dass ich mich gerne mit dem ein oder anderen über meine Bücher austauschen würde. Mein Problem dabei ist aber, dass ich beim Anfangen von Bücher sehr empfindlich sind. Ich muss in der richtigen Stimmung für ein Buch sein und nur dann lese ich es auch. Das ist natürlich problematisch wenn man mit anderen ein Buch abstimmen und es dann zeitnah danach auch lesen muss.
Was denkt ihr darüber? Seid ihr in einem (digitalen) Buchclub?

Liebe Grüße
Vanessa

Morphium von A. Christie

Inhaltsangabe: Morphium von Agatha Christie

In dem Kriminalroman Morphium von Agatha Christie muss Hercules Poirot mal wieder seine grauen Zellen benutzen, um einen Unschuldigen vor einer Verurteilung zu retten. Elinor Carlisle fährt zusammen mit ihrem Vetter und Verlobten Roderick Welman zu ihrer gemeinsamen Tante Laura, da sie die Nachricht erhielten, dass sich eine junge Frau zu sehr in das Leben der Tante einschleicht. Und tatsächlich scheint Mary, die Tochter des Pförtners, eine sehr große Rolle im Leben der älteren Dame zu spielen.

Nachdem Elinor und Roddy nach ihrer Tante gesehen haben, fahren sie wieder ab. In der nächsten Woche hat Laura noch einen zweiten Schlaganfall und die beiden eilen zurück. Elinor setzt sich zu ihrer Tante und als diese wünscht ein Testament zu machen, wird der Mörder ein erstes Mal aktiv; allerdings bleibt dieser Mord lange im Dunkeln, denn die alte Frau war schwach und krank und wenngleich Dr. Lord einen Verdacht hat, spricht er ihn nicht aus, weil er sich ohne Untersuchung nicht sicher sein kann. Diese wiederum kann er nicht anordnen ohne Verdacht zu erregen.

Roddy und Elinor trennen sich wieder und lösen ihre Verlobung, unter anderem weil Roddy sich in Mary verliebt. Er fährt für einige Wochen weg, da er sich klar werden möchte, wen er liebt und wie anhaltend diese Liebe ist. Wochen später haben Elinor und Mary jeweils Testamente gemacht. Elinor setzt als ihren einzigen Erben Roddy ein, weil sie ihn noch immer liebt und Mary setzt als Erbin eine Tante in Neu-Seeland ein, die sie nicht kennt, die aber die Schwester ihrer Mutter ist.

Als Ende Juli Elinor wieder im Haus ihrer Tante ist, um dieses auszuräumen und die Sachen ihrer Tante durchzugehen, ist auch Mary da, um die Sachen ihres Vaters, der ebenfalls ein paar Wochen zuvor gestorben ist, durchzugehen. Mary ist dort zusammen mit Jessie Hopkins, der Gemeindeschwester, denn diese möchte Mary helfen, da sie sich gut verstehen. Elinor bereitet Mittagessen vor und als sie merkt, dass sie zu viel bereitet hat, lädt sie Mary und Hopkins in ihr Haus ein. Kurz darauf stirbt Mary an Morphiumvergiftung und Elinor wird verhaftet.

Sie hat offenbar schon vor Wochen, vor dem Tod ihrer Tante, ein Röhrchen Morphiumtabletten gestohlen, sie hatte die Gelegenheit, sie bot der Jüngeren zuerst etwas von dem Brot, und sie hat nicht nur ein, sondern zwei Motive: Hätte ihre Tante ein Testament gemacht, hätte sie vielleicht weniger geerbt und ihr Verlobter trennte sich von ihr, weil er in Mary verliebt war. Deshalb wird Elinor des Mordes an Mary Gerrard angeklagt.

Hercules Poirot wird von Dr. Lord, dem im Städtchen praktizierenden Arzt, engagiert, den Fall aufzuklären, denn obwohl der Arzt um Elinors Eifersucht weiß, glaubt er nicht an ihre Schuld und möchte sie frei sehen. Gelingt es Poirot den Mord aufzuklären und den Mörder verhaften zu lassen?

Detektiv Conan Band 1 von G. Aoyama

Inhaltsangabe: Detektiv Conan Band 1 von Gosho Aoyama

Im ersten Band von Gosho Aoyamas Manga „Detektiv Conan“ werden Shinichi Kudo und seine Sandkasten-Freundin Ran Mori vorgestellt.

Shinichi ist ein berühmter Oberschüler, denn er betätigt sich gleichzeitig als Detektiv. Shinichi besucht mit Ran zusammen das Tropical Land, einen Freizeitpark. Dort geschieht, als Ran und Shinichi gerade in der Geisterbahn sitzen, ein grausamer Mord. Shinichi schafft es zwar, den Fall in Rekordzeit aufzuklären, aber zwei in schwarz gekleidete Männer machen sich verdächtig, sodass Shinichi sie verfolgt.

Er findet die beiden Verdächtigen bei einer Übergabe, bei der Geld gegen einen Film getauscht werden, allerdings wird Shinichi bei der Beschattung entdeckt, die beiden Männer in Schwarz überwältigen ihn und flößen ihm ein Gift ein, das ihn umbringen soll. Shinichi überlebt, aber sein 16-jähriger Körper schrumpft zu dem eines Grundschülers. Er sucht Hilfe bei seinem Nachbarn und Freund Hiroshi Agasa. Professor Agasa erfindet allerlei nützliche Spielereien, die dem geschrumpften Shinichi bei der Aufklärung von Verbrechen und der Überführung der Täter in Zukunft helfen werden.

Der geschrumpfte Shinichi gibt sich vor Ran, die bei Shinichis Haus vorbei kam, um nach ihm zu sehen, als Conan Edogawa aus und zieht mit ihr zu ihrem Vater, der auch als Detektiv arbeitet.

Gerade als Ran und Conan bei ihr zuhause ankommen, fällt ihnen Kogoro Mori, Rans Vater, entgegen, der gerade wieder auf dem Weg zu einem Fall ist.

Ein kleines Mädchen wurde von einem schwarz gekleideten Mann entführt. Conan hofft, auf einen der Männer zu treffen, die ihn geschrumpft haben, sodass er sich mit Ran zusammen ihrem Vater anschließt. Conan kann zwar herausfinden, wer das Mädchen entführt hat, aber nicht nur, dass er bei dem Versuch sie zu retten schwer verletzt wird, er findet auch keinen Hinweis auf die Männer in Schwarz.

Im nächsten Fall kommt Yoko Okino in die Detektei Mori, um Kogoro zu engagieren. Yoko Okino ist eine berühmte Sängerin und Schauspielerin, Kogoro gehört zu ihren größten Fans, sodass er ihr bereitwillig hilft, da sie von einem fremden Mann überwacht wird. Kogoro, Ran und Conan begleiten Yoko Okino und ihren Manager in Yokos Apartment. In dem Apartment liegt ein Mann, blutüberströmt, mit einem Messer im Rücken. Kommissar Megure aus dem Morddezernat wird an den Tatort gerufen. Conan verwendet seine neue Stimmenverzerrer-Fliege, um Megure auf einen wichtigen Hinweis zu stoßen. Conan knockt Kogoro mit einem schweren Aschenbecher aus und löst, während Kogoro bewusstlos ist, den Fall als Kogoro, indem er seine Stimme mit dem Stimmverzerrer verändert.

Am Ende des ersten Bandes von Gosho Aoyamas „Detektiv Conan“ meldet sich der geschrumpfte Shinichi mit dem Stimmverzerrer bei Ran und teilt ihr mit, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauche.

Morphium von A. Christie

Rezension: Morphium von Agatha Christie

Bei Morphium von Agatha Christie handelt es sich um einen Gerichtskrimi. Im Prolog bekommt der Leser schon erzählt, dass Elinor Carlisle für einen Mord vor Gericht steht. Erst danach wird aufgedröselt wie es so weit kommen konnte. Über viele Seiten erfährt der Leser die Vorgeschichte. Er erfährt vom anonymen Brief, vom Tod der Tante und der Erbschaft, von der gelösten Verlobung und erst danach geschieht der zweite Mord. Dann gibt es einen großen Sprung zu den Ermittlungen von Poirot, bei denen dieser nach und nach entschlüsselt, welcher Zeuge was gesehen hat. So kommt der Detektiv nach und nach dahinter, wer außer Elinor noch ein Motiv haben könnte und er kann so vor Gericht endlich den Fall auflösen. Diese Struktur fand ich besonders toll, da der Mord offenbar mühevoll in Kleinstarbeit auflösen lässt, vorher aber unglaublich viele Zeugen befragt werden müssen. Hier sieht man mal wie ein Mordfall von der Struktur her aufgebaut sein kann. Und man hat gerade durch diese Struktur die Chance die Figuren ein bisschen besser kennenzulernen.

Immer wieder deutet der Detektiv an, dass die Zeugen ihn alle anlügen, sodass der Leser zumindest darüber aufgeklärt wird. Dies ermöglicht es dem Leser zumindest in gewisser Weise mitzuraten, aber dadurch, dass Poirot verschiedene Theorien verfolgt, was natürlich sinnvoll ist als Detektiv, bleibt auch der Leser lange im Dunkeln. Darüber hinaus hat mir das Ende gut gefallen, denn im Gerichtssaal löst Poirot den Fall zwar eigentlich auf, aber als Leser bekommt man davon nichts mit, weil Poirot seine Aussage macht und danach direkt die Verteidigungsrede und eine Rede des Richters erfolgen. Erst als Poirot mit seinem Auftraggeber Dr. Lord spricht, bekommt auch der Leser die gesamte Auflösung, obwohl ihm vorher durch die Zeugen- und Expertenaussagen schon vieles klar wird. Diese häppchenweise Auflösung fand ich sehr spannend, weil sie mehr Dynamik in das Ende bringt.

Man lernt am Anfang die Figuren besser kennen und hat so die Möglichkeit, Einblick in deren Gefühle und Gedanken zu haben. Dies liegt an der oben beschriebenen besonderen Struktur. Dies ist insofern bemerkenswert als dass dies bei Christie nicht allzu häufig ist. Gerade deshalb hat es mir wohl auch so gut gefallen, weil man einfach einen besseren Zugang zu den Figuren hat, als sonst bei Christie. Dennoch ist nicht eine Figur dabei, bei der man besonders mitfiebert; vielleicht abgesehen von Elinor Carlisle bei der man nicht sicher ist, ob sie schuldig ist oder nicht.

Insgesamt hat mir Morphium von Agatha Christie wirklich gut gefallen und ich empfehle diesen Gerichtskrimi sehr gerne weiter, denn gerade die besonderes Struktur macht diesen Krimi so lesenswert.

Detektiv Conan Band 1 von G. Aoyama ·Detektiv Conan Re-Read

Rezension: Detektiv Conan Band 1 von Gosho Aoyama

Der erste Band ist zwar noch etwas anderes strukturiert als die späteren Bände, auch die Zeichnungen haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Dennoch oder gerade deswegen ist der erste Band besonders lesenswert. Einige der wichtigsten Charaktere werden vorgestellt, wie Shinichi Kudo alias Conan Edogawa, Ran Mori, Kogoro Mori, Hiroshi Agasa und Kommissar Megure.

Der erste Fall von Shinichi (eigentlich der zweite, weil der erste Band mit der Lösung eines Falles beginnt) gehört zu den wichtigsten, weil man hier erfährt wie Shinichi geschrumpft wurde, außerdem wird Ran gut vorgestellt, da man ihre Karatefähigkeiten kennenlernt. Auch die Beziehungen der beiden zueinander wird beleuchtet, da man im ersten Band immer wieder merkt wie sehr Ran ihren Freund doch vermisst. Gleichzeitig wird auch die Beziehung zwischen Ran und ihrem Vater angedeutet, wobei lange verborgen bleibt, warum ihre Mutter, Eri Kisaki, nicht mehr bei ihnen wohnt. Sie wird am Anfang nicht einmal erwähnt.

Der Fall um das kleine Mädchen zeigt wie die Beziehung zwischen Conan und Kogoro in den nächsten Bänden sein wird: Conan fallen Sachen auf, er deutet sie an und kriegt von Kogoro dafür eine Kopfnuss. Nur Ran fällt – auch in den zukünftigen Bänden – immer wieder auf, wie wichtig die Hinweise von Conan doch sind. Conan wird in diesem ersten Fall, den er als Grundschüler löst, klar, dass es so nicht weitergehen kann. Er merkt, dass er keine körperliche Stärke und Ausdauer mehr hat, mit der er den Bösewichten nachjagen oder diese überwältigen kann. Also bittet er den Professor, sich um dieses Problem zu kümmern, denn schließlich weiß er, dass er bei dem Fall Glück hatte, dass Ran so schnell aufgetaucht ist, und den Entführer mit ihrem Karate fertig gemacht hat. Daraufhin erfindet der Professor immer wieder neue Sachen, die Conan für die Aufklärung seiner Fälle benutzen kann. Obwohl ich darauf auch später noch einmal eingehen werde, kommen zu den Trittkraftverstärker-Schuhen auch zeitnah noch die Fliege, die Narkosepistole in seiner Uhr, elastische Hosenträger und die Abzeichen der Detective Boys, die wir erst in einigen Bänden kennenlernen und auch erst dann gegründet werden, hinzu.

Um den weiteren Verlauf der Geschichte verstehen zu können ist der erste Band wichtig, denn obwohl die Fälle alle nichts direkt mit der Hintergrundgeschichte zu tun haben, ist dieser Band dennoch notwendig, um die Hintergrundgeschichte besser verstehen zu können. Deshalb empfehle ich ihn auf jeden Fall weiter. Und als Tipp: Wenn man in die Detektiv Conan-Geschichte mal reinlesen möchte: Der Band endet mit dem Fall und so ist dieser erste Band in sich abgeschlossen.

Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #8

Hallo ihr Lieben,

nach einer kleinen Pause bin ich diese Woche wieder mit dabei. Nun also frisch ans Werk:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich habe gerade erst mit Das Gold des Gladiators von Andre Schacht angefangen. Nach Krimis und Liebesroman hatte ich mal wieder Lust auf ein Kinderbuch. Ich bin aber erst auf Seite 29.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Dennoch lehne ich es ab, zuzuschauen, wie sich Menschen gezwungenermaßen gegenseitig abschlachten müssen oder wehrlos den wilden Tieren ausgeliefert werden.“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Bisher bin ich noch nicht so weit und obwohl viele Leute bei zwei Bänden noch nicht von einer Reihe sprechen, ist es für mich durchaus eine Reihe: Im ersten Teil Der Fluch der Grabwächterin habe ich die fünf Freunde schon einmal kennen gelernt und freue mich gerade zurück zu ihnen zu kommen. Ich mag Didia, Ingwar, Caecilia, Titus und Khep sehr gerne und freue mich schon auf das bevorstehende Abenteuer.

  1. Halbzeit. Die erste Jahreshälfte ist vorbei. Was ist dein Fazit? Welche Bücher waren gut, welche weniger und was möchtest du in der zweiten Jahreshälfte noch schaffen?

In der ersten Jahreshälfte habe ich tatsächlich einiges gelesen. Ich habe neue Autoren wie beispielsweise Sue Moorcroft aber auch neue Reihen wie die Blackcoat-Rebellion-, die Kings & Fools- und die Percy-Jackson-Reihe entdeckt. Somit habe ich auch ein ganz neues Genre entdeckt, das inzwischen auch Einzug in meinen Sub gehalten hat.

Außerdem habe ich ein paar Bücher abgebrochen wie beispielsweise Wer ist eigentlich Paul? Von Anette Göttlicher oder Diese Magie der Liebe von Eileen Auras. Aber ich habe auch neue Autoren wie beispielsweise Annie L‘Italien durch den Roman Émilie und das kleine Restaurant entdeckt.

Es ist also einiges passiert in der ersten Jahreshälfte, aber ich habe natürlich auch schon Pläne für die zweite Jahreshälfte. Denn ich möchte auf jeden Fall mit meinen angefangenen Reihen weitermachen und die ein oder andere vielleicht sogar fertig lesen. Darauf freue ich mich schon. Außerdem freue ich mich schon, wenn ich dieses Jahr vielleicht noch ein paar weitere Autoren entdecke.

Wie ist es bei euch? Habt ihr auch schon Pläne für die zweite Jahreshälfte?

Liebe Grüße

Vanessa

Montagsfragen

Montagsfrage: 29. Juni 2020

Montagsfrage: Wo befindest du dich gerade in deiner momentanen Lektüre?

Hallo ihr Lieben,

gerade vorhin habe ich ein neues Buch angefangen. Von dem Manga habe ich schon ein paar Kapitel gelesen, aber das geht ja auch relativ schnell. Da verändert sich der Status also immer relativ flott, aber das ist bei einer 90-bändigen Reihe vieleicht ja auch gar nicht so schlimm.
Wie ist es bei euch?

Liebe Grüße
Vanessa

The Tribe

Rezension: Zoots Erbe von Linda Jensen

Die Geschichte beginnt ziemlich unvermittelt und es werden kaum die Umstände, die die Protagonisten dorthin getrieben haben, wo sie sind, geklärt. Dass Lex beispielsweise nach Tai San sucht, dass Slade Ram gefunden hat, dass Jack Gel mit sich rumschleppt, aber auch, dass Amber Bray sucht und die Beziehung zwischen Ebony und Zoot, dies alles bleibt ziemlich oberflächlich erklärt, weil entweder die Autorin davon ausgeht, dass die Leser der Reihe die anderen Bände auch schon gelesen haben, sodass diese Umstände nicht geklärt werden müssen oder es führt dazu, dass es gerade umgekehrt ist. Man liest die Bände nicht, selbst wenn es einen interessiert, wenn man nicht die anderen Bände schon gelesen hat. Auch das gesamte Figurengeflecht wird absolut oberflächlich behandelt. Das Innenleben der Figuren spielt nur dann eine Rolle, wenn es wirklich von erheblicher Relevanz für eine Handlung ist. Teilweise, ich kenne die vierte beziehungsweise fünfte Staffel von The Tribe nicht, sodass es selbst mir schwerfiel die ganzen Verbindungen im Handlungsablauf zu verstehen und nachzuvollziehen, werden ganze Handlungen nur sehr episodenhaft erzählt. Zwischenteile fehlen entweder vollkommen oder werden nur sehr gerafft wiedergegeben. Für einen echten The-Tribe-Fan, der alle Staffeln in- und auswendig kennt, vermutlich sehr schade und es scheint ja auch so zu sein, dass nur diese Fans die Bücher wirklich kaufen und verstehen können. Dieses Verhalten der Autorin oder der Herausgeber finde ich sehr paradox, denn so eignet sich das Buch nur um noch einmal nachzuvollziehen, wenn man die Staffeln vor Jahren mal gesehen hat und sich die Handlungsstränge wieder grob ins Gedächtnis zu rufen und zu hoffen, dass die Lücken sich durch die Erinnerungshilfen selbst füllen. Auch das offene Ende führt dazu, dass man diesen siebten Band Zoots Erbe von Linda Jensen nicht aus der Reihe ausgliedern kann, sodass es sinnvoll scheint alle Bände direkt hintereinander weg zu lesen, damit man die Verknüpfungen immer kriegt. Der Schnitt am Ende des Buches scheint mir nämlich eher von der Seitenzahl begrenzt als vom Sinn der Handlung her, wobei dies natürlich ausgezeichnet dafür sorgt, dass sich ein Leser auch noch den nächsten Band zulegt, denn wie sollte er sonst erfahren wie die Geschichte weiter- bzw. – im Übergang zwischen dem siebten und dem achten Band – ausgeht. Dies alles führt dazu, dass ich den siebten Band nicht weiterempfehlen möchte und es schade finde, dass diese Reihe durch solche Bücher so ausgeschlachtet wurde. Ein paar mehr, ausführlichere oder eben längere Bände hätten hier die Möglichkeit geboten die Geschichte mit mehr Details wiederzugeben und hätte obendrein mutmaßlich – mehr Bände bedeutet höhere Kosten, erst einmal für den Verlag bzw. Herausgeber aber dann auch – mehr Einnahmen bedeutet.