Shohn von L. Foster

Rezension: Shohn von Lori Foster

Shohn von Lori Foster ist, wie oben geschrieben auch unter dem Titel Buckhorn ever after herausgekommen und der 6. Teil der Buckhorn-Brüder-Reihe. Damit ist Shohn der erste Teil, der bislang nur auf Englisch herauskam. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, dass dieser Band nicht übersetzt wurde, aber man kriegt ihn für wenige Euro als eBook. Der Roman ist relativ kurz, denn er umfasst nur etwa 70 Seiten. Das macht es aber auch für ungeübtere Leser möglich diesen englischen Roman zu lesen. Außerdem ermöglicht es der eReader ja auch, dass man einige Vokabeln einfach mal nachschlägt.

Mir persönlich gefiel es aber nicht, dass Shohn so vulgär wirkte. Für mich wirkte es einfach so, als ob es einfach nur um die Beziehung und die Bettgeschichte zwischen den beiden geht. Mir fehlte so ein bisschen das Drumherum. Natürlich ist es schwierig auf 70 Seiten eine ausgefeilte Geschichte zu erzählen, aber ein bisschen mehr Liebesgeschichte wäre schon schön gewesen, oder Charakterentwicklung hätte auch zu einer schönen Geschichte beigetragen. Stattdessen haben wir einen jungen Mann, der sich plötzlich in eine alte Freundin verliebt (das kennen wir doch schon aus Für Emma & ewig) und eigentlich gar nicht glauben kann, dass er sich verliebt hat. Erst als ihn seine weiblichen Verwandten immer mehr darauf stoßen, er eifersüchtig auf seinen Cousin ist, der sich mit seiner Herzensdame unterhält und er Angst bekommt, als sie sich von ihm trennen möchte, versteht er, dass diese Gefühle tiefer gehen und er sich wohl offensichtlich in sie verliebt hat. Da wäre mehr schöner gewesen.

Ich habe diesen 6. Teil der Reihe gelesen, weil ich eben schon vier der fünf vorherigen Teile kannte und die Reihe bisher ganz schön fand. Ich mochte es in der Vergangenheit vor allem, dass man immer das Gefühl hat, man kam nachhause, weil man sich in dieser Familie irgendwie wohl fühlt. Aber auch diese Stimmung kam hier nicht so richtig auf, außer am Ende. Das lag einfach daran, dass die Familie praktisch keine Rolle spielt außer ein paar vereinzelten Familienmitgliedern, die hier und da mal vorkommen. Hier wäre ein bisschen mehr Familie auch noch ganz nett gewesen und hätte mich persönlich gefreut.

Insgesamt ist Shohn aus der Buckhorn-Brüder-Reihe keine Meisterleistung von Lori Foster, aber wer die vergangenen Bände gut fand, der kann mit dieser Novella sicherlich seinen Spaß haben.

Caput Mortuum von U. A. Kucera

Inhaltsangabe: Caput Mortuum von Ulrike A. Kucera

In dem Kriminalroman Caput Mortuum von Ulrike A. Kucera gibt es drei Erzählstränge, die irgendwann zusammenlaufen. Im ersten Erzählstrang geht es um Oleg, der auf dem Weg nach Frankfurt am Main ist um dort mit seinem Cousin einen Job auszuführen. Wie sich herausstellt, klaut sein Cousin Autos für dessen Vater um diese dann in Russland oder in Litauen weiterzuverkaufen. Oleg ist dafür nicht geeignet, denn er fühlt sich mit dem Diebstahl überhaupt nicht wohl und als er dann auch noch eine Leiche im Kofferraum des von ihm gestohlenen Wagens findet, rastet er vollkommen aus. Er ist froh, endlich nachhause zu seiner Mutter zu kommen, obwohl er dort kaum mit ihr über das Vorgefallene spricht.

Der zweite Erzählstrang erzählt von Emma Weiß, die von ein paar Polizisten verhaftet wird. Sie wehrt sich gegen sie und beißt sogar zu, sodass die Polizisten sie verhaften und in eine psychiatrische Anstalt bringen. Emma Weiß kann sich nicht erinnern, was sie auf dem Friedhof, in dessen Nähe sie verhaftet wurde, gemacht hat, außerdem weiß sie nicht, wo ihr Mann hin ist, der seit dem Morgen an dem sie verhaftet wurde, nicht mehr gesehen wurde und ihr wird vorgeworfen, dass sie das Grab von einem Bekannten verunstaltet haben soll, dabei kann sie sich auch daran nicht erinnern. Emma spricht weder in der psychiatrischen Anstalt noch in der Untersuchungshaft ein Wort, sodass man ihr auch nicht helfen kann.

Edgar Jaspersen ist Kommissar in Frankfurt am Main und mit einem grauenhaften Mordfall betraut: Er soll den Mord an einem kleinen Jungen aufklären, verrennt sich bei der Aufklärung aber und wird von dem Fall abgezogen. Nun soll er den Fall von Emma Weiß aufklären, die auch nach zwei Monaten in der psychiatrischen Anstalt und in der Untersuchungshaft noch immer kein Wort spricht und sich auch an nichts erinnert. Sie kann sich einfach nicht erklären, wo ihr Mann hin ist, was ihr vorgeworfen wird und warum sie am Friedhof war. Jaspersen spricht mehrere Male mit Emma und spricht auch mit ihrer Mutter, die aber ihre Tochter verleugnet, außerdem spricht er mit Brunos Vater, der nicht einmal wusste, dass sein Sohn in der Stadt war. Nachdem Emma entlassen wurde, nimmt Jaspersen sie mit auf den Friedhof und zeigt ihr das Grab und er fragt sie, was dort geschehen ist. Emma Erinnerungen kommen zurück, allerdings ist sie zu diesem Zeitpunkt bereits zurück in ihrer Wohnung und Jaspersen ist gegangen. Sie erinnert sich, dass sie an jenem Abend im Oktober nachhause kam und ihr Mann, Bruno, war nicht zuhause. Sie sucht ihn in seiner Stammkneipe, kann ihn aber weder dort noch in seinem Stammcafé finden, sodass sie sich entschließt zu Prof. Gutmanns Grab zu fahren. Dort findet Bruno Trost, sagt er und dort sitzt er auch. Am Grab haben die beiden einen folgenschweren Streit, doch wie soll Emma mit dieser Wahrheit umgehen?

Caput Mortuum von U. A. Kucera

Rezension: Caput Mortuum von Ulrike A. Kucera

Caput Mortuum ist das zweite Werk der Autorin Ulrike Kucera und ich muss sagen, dass es mir dafür ausgesprochen gut gefiel. Kucera schreibt sehr ausführlich. Sie beschreibt die Situationen sehr genau und ausführlich und dennoch fand ich es meistens (es gab tatsächlich ein oder zwei Ausnahmen) als nicht besonders langatmig oder gar langweilig. Das gefiel mir ganz gut. Auch die Beschreibungen von Frankfurt gefielen mir recht gut, wenngleich ich mich in Frankfurt nicht gut genug auskenne, um die Orte wirklich gut wiedererkennen zu können.

Besonders die Idee mit den drei Erzählsträngen gefiel mir gut. Man weiß, dass die drei Erzählstränge vermutlich irgendwann zusammenlaufen, sonst würde der Erzähler nicht immer wieder hin und her wechseln. Und natürlich ist auch halbwegs klar, wie diese drei Stränge zusammenlaufen müssen, wobei es da dennoch noch einige Überraschungen gab, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Das Wechseln der Perspektiven war manchmal schon ein bisschen anstrengend und sorgte natürlich auch dafür, dass die Handlung lange spannend blieb, weil die Autorin es gekonnt so dreht, dass immer wieder kleinere Informationshäppchen preisgegeben werden. Immer wieder erfährt der Leser mehr über die Hintergründe, aber dennoch bleiben noch ein paar Geheimnisse und niemals wird zu viel aufgedeckt. Das war manches Mal wirklich ziemlich nervenaufreibend. Der Krimi ist also kein normaler Krimi wie man ihn von Christie oder Kibler kennt, denn es gibt nicht einen Fall zu dem immer mehr Informationen gesammelt werden, sondern durch die Wechsel und neuen Perspektiven wird zwar in diesem Fall ermittelt, aber die menschlichen Hintergründe bleiben dabei dennoch nicht unberücksichtigt.

Für mich hat es Kucera mit Caput Mortuum geschafft einen spannenden Krimi zu schreiben, der mich beinahe schon an einen Thriller erinnert, bei dem die menschlichen Hintergründe nicht außer Acht gelassen werden, dennoch wird der Fall ziemlich lückenlos aufgedeckt und vor allem wie der Kommissar den Fall auflöst hat mir sehr gut gefallen, denn ich wurde schon mit halbaufgelösten Fällen aus einem Krimi entlassen, was mir gar nicht gefiel. Mir gefiel der Krimi wirklich relativ gut, wenngleich es ein paar kleinere Längen gab, sodass ich ihn gerne guten Gewissens weiterempfehlen kann.

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O von Sir Arthur Conan Doyle

Zu Beginn der Geschichte Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O von Sir Arthur Conan Doyle werden Dr. Watson und Sherlock Holmes vorgestellt. Die beiden sind Kollegen und muten beinahe als Freunde an. Die Geschichte wird aus der Sicht des Dr. Watson erzählt, welcher zu diesem Zeitpunkt schon verheiratet ist. Mit einem seltsamen Briefchen kündigt sich ein neuer Klient an, der angibt, dass er Sherlock Holmes darum bittet, es ihm nachzusehen, dass er sich nur mit einer Maske zu ihm wagt. Unten hält eine Kutsche und bald darauf, kommt ein junger Mann, mit einer Maske vor dem Gesicht in das Zimmer, in dem Holmes und Watson warten. Holmes hatte bereits geschlossen, dass es sich bei diesem geheimnisvollen Klienten wohl um den Fürsten von O handeln müsse, da das Briefpapier geprägt war. Der Fürst nimmt die Maske ab und schildert dem Detektiv und dessen Vertrauten sein Problem: Er habe vor einiger Zeit etwas mit der Schauspielerin Irene Adler gehabt, nun habe er sich anderweitig verlobt und wolle eine Fotografie, die Fräulein Adler in ihrem Besitz hat, wieder zurück. Fräulein Adler ist weder gewillt sie ihm zurückzugeben, noch konnten Einbrecher und Diebe es aus ihrem Besitz entwenden. Nun ist Holmes seine letzte Hoffnung, denn Fräulein Adler hatte angekündigt, seiner neuen Verlobten das Bild zu schicken. Damit wäre die Verlobung aber hinfällig, sodass dies um jeden Preis abgewendet werden muss. Holmes versucht zuerst einmal etwas über Fräulein Adler herauszufinden, also verkleidet er sich und hilft den Bediensteten der Straße, sodass er über deren Gespräche erfährt, dass Fräulein Adler wohl einen Mann trifft. Später verfolgt er Fräulein Adler und ihren Verlobten zu einer Kirche, wo er als Trauzeuge der Hochzeit beiwohnt, da diese sehr kurzfristig über die Bühne gebracht werden muss. Am nächsten Tag kehrt er mit Watson zur Wohnung der Dame zurück, draußen lässt er sich auf eine Schlägerei ein. Watson hat unterdessen den Auftrag zu warten bis Holmes ihm von innen ein Zeichen gibt. Holmes wird von Fräulein Adler in ihr Haus gebeten, damit man sich um ihn kümmern kann. Dieser sorgt dafür, dass das Fenster geöffnet wird, sodass Watson eine Rauchgranate hineinwerfen kann. Irene zeigt ihm, da sie glaubt, dass es brennt, wo sich das Bild befindet. Holmes und Watson verschwinden und wollen am nächsten Tag zurückkehren um das Bild zu holen. Allerdings stellt sich am nächsten Morgen durch einen Brief Fräulein Adlers heraus, dass sie wusste, dass er Holmes war, und dass sie mit ihrem Verlobten aus London geflohen ist und niemals zurückkehren wird. Der Fürst brauche sich unterdessen keine Sorgen um das Bild zu machen, sie würde es ihm zwar nicht zurückgeben, aber es gut verwahren und nicht seiner Verlobten zeigen, da sie selbst neu verliebt sei. Mit diesem Versprechen gibt sich das Fürst zufrieden und lässt Irene ziehen, womit die Skandalgeschichte im Fürstentum O endet.

Ich muss sagen, dass man ja schon ein bisschen was kennt von Sherlock Holmes, aber dass man den genauen Inhalt meistens nicht parat hat, vor allem von den eher unbekannteren Stücken – und ich kannte die Skandalgeschichte im Fürstentum O bisher noch nicht. Aber ich finde die Einleitung indem man erst einmal ein bisschen etwas von Holmes und Watson erfährt und von ihrer Beziehung zueinander und dann sanft in die Geschichte eingeführt wird, indem Holmes schon ein bisschen was geschlussfolgert hat und das seinem Freund schon mal erzählt bevor der Klient kommt, praktisch, denn so lässt sich der Leser gut in die Szenerie einführen.

Für die damaligen Verhältnisse war diese Liebesgeschichte zwischen einem Fürsten und der Schauspielerin sicherlich ein Skandal, wobei dieser natürlich für den heutigen Leser nicht mehr so offensichtlich ist. Schade fand ich dabei, wobei man natürlich auch hier den historischen Kontext betrachen muss, dass der Fürst sich für Irene zu interessieren scheint, er meint selbst, dass sie eine gute Fürstin geworden wäre, wenn sie von seinem Stand wäre, er sie aber dennoch nicht heiraten möchte.

Die Darstellung der klugen Frau, die es sogar schafft Sherlock Holmes auszutricksen ist auf jeden Fall interessant und darf auch gerne weiter untersucht und interpretiert werden, denn am Ende kriegt Holmes sogar ein Bild von der Dame geschenkt, sodass sie ihn fasziniert und sich Holmes dagegen auch nicht zu wehren scheint. Was ich hingegen nicht verstehe, ist, warum Irene Adler auf einmal einen anderen Mann heiratet, den sie auch noch zu lieben angibt und dann noch mit ihm die Stadt verlässt. Auch weshalb die beiden wohl noch bis 12 Uhr mittags heiraten mussten, verstehe ich nicht, denn das wird auch am Ende der Geschichte nicht so wirklich aufgeklärt, wobei ich es auch vielleicht einfach nicht verstanden habe, wobei ich eher vermute, dass es wirklich nicht erwähnt wurde.

Alles in allem ist Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O von Sir Arthur Conan Doyle nicht das, was ich mir unter den Sherlock Holmes-Geschichten vorgestellt hatte, wenngleich die unvergleichliche Gabe des berühmten Detektiv in dieser Geschichte ausgezeichnet zur Geltung kommt und diese deshalb gerne gelesen werden kann, auch wenn sie anders ist als erwartet.

Das Zimmer der Wunder von J. Sandrel

Inhaltsangabe: Das Zimmer der Wunder von Julien Sandrel

In dem Roman Das Zimmer der Wunder von Julien Sandrel geht es um die Karrierefrau Thelma. Thelma ist mit ihrem Sohn Louis auf dem Weg zum Brunch mit ihrer Mutter als sie plötzlich einen Anruf von ihrem Chef bekommt. Louis wird auf seinem Skateboard von einem LKW erfasst und fällt ins Koma. Von nun an muss Thelma entscheiden was ihr wirklich wichtig ist, denn für sie scheint nur noch das Krankenzimmer ihres Sohnes und die Arbeit zu zählen, schließlich ist die Arbeit ihre Konstante.

Erst als ihr Chef sie beleidigt und sie sich dagegen währt und ihre Mutter ihr unerwartet den Rücken stärkt und sämtlichen Alkohol aus ihrem Leben verbannt, erkennt Thelma was zählt: Familie. Beim Bettenmachen findet Thelma zufällig ein Notizbuch ihres Sohnes: Das Heft der Wünsche. In diesem Heft hat Louis alle Dinge festgehalten, die er machen möchte, bevor er stirbt.

Obwohl sie mit ihrer Mutter in den letzten Jahren nicht mehr besonders gut ausgekommen ist, zieht ihre Mutter bei Thelma ein und unterstützt sie bei ihrer verrückten Idee: Wir bringen die Wünsche in Louis‘ Krankenzimmer. Gemeinsam mit einer verständnisvollen Krankenschwester macht sich die alleinerziehende Mutter an die Umsetzung. Sie fliegt nach Japan, um dort die Lichter von Tokio von einem Hochhaus zu betrachten, sich ein Tattoo stechen zu lassen und irgendetwas von der Karte in einem japanischen Restaurant zu bestellen. Unerwartet fliegt ihre Mutter ihr hinterher, um gemeinsam mit ihrer Tochter ihre Erlebnisse auf Film festzuhalten.

Während Thelma nach und nach die Wünsche ihres Sohnes erfüllt und sich dabei auch selbst immer mehr findet, merkt sie wie wichtig Freunde, Familie und die eigenen Träume sind. Doch die Deadline, die ihr die Ärzte gesetzt haben, rückt immer näher und ihrem Sohn scheint es immer noch nicht besser zu gehen. Was genau sie mehr tun, als ihm immer wieder vor Augen zu führen wie wichtig und erfüllt das Leben sein kann?

Das Zimmer der Wunder von J. Sandrel

Rezension: Das Zimmer der Wunder von Julien Sandrel

Ich könnte jetzt noch viel mehr über den Inhalt des Buches schreiben, aber dann spoilere ich euch viel zu sehr. Ich kann euch aber verraten, dass ich während des ganzen Buches immer wieder hin und hergeschwankt bin. Auf der einen Seite hofft man natürlich die ganze Zeit über, dass der Roman bitte bitte gut ausgehen soll und auf der anderen Seite ist einem natürlich klar, dass das Buch auch schlecht ausgehen könnte. Irgendwann war ich so im Lesefluss, dass ich gar nicht mehr über ein negatives Ende nachgedacht habe, aber das änderte natürlich nichts an der Möglichkeit.

Die Charaktere der Hauptfiguren haben mir auch ziemlich gut gefallen. Thelma ist am Anfang, obwohl sie so fokussiert auf ihre Arbeit ist, dennoch liebenswert. Aber sie machte eine unglaubliche krasse und starke Entwicklung durch. Und obwohl sie eigentlich die Wünsche ihres Sohnes erfüllt, hat man das Gefühl, dass sie zum einen auch selbst Spaß daran hat und zum anderen diese Reise als Reise zu sich selbst nutzt. Bücher, die eine Reise zu sich selbst enthalten, gefallen mir meistens recht gut. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter reflektiert Thelma und erkennt so, warum das Verhältnis in den letzten Jahren so angespannt war und dass es auch ihre Schuld war.

Auch die anderen Charaktere sind wichtig und wirken im Zusammenspiel sehr herzlich, aber auf sie ist kein so großer Fokus wie auf Thelma gelegt. Dennoch haben mir diese Charaktere sehr gut gefallen, denn sie sorgen dafür, dass Thelma ein Netz, das sie auffängt, erhält, das sie vor dem Unfall nicht gehabt hätte. So merkt sie erst, dass Freunde und Familie wichtig sind und es gerade diese Menschen sind, die einem den Rücken freihalten.

Es gab in der Vergangenheit Bücher, bei denen musste ich lachen und es gab in der Vergangenheit Bücher, bei denen musste ich weinen. Aber ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem ich gleichzeitig gelacht und geweint habe. Julien Sandrel ist aber genau das gelungen. Dieser Roman ist an manchen Stellen einfach unglaublich traurig und dann gibt es auch wieder Stellen, da kann man einfach nur lachen oder zumindest grinsen.

Insgesamt ist bei Das Zimmer der Wunder von Julien Sandrel die Geschichte stimmig, die Charaktere sind liebenswert und auch die Emotionen kommen in diesem Roman nicht zu kurz. Für mich ist der Roman also alles in allem wirklich wunderschön und eine klare Leseempfehlung.

 

 

Danke an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ankündigungen ·Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Erster Post Blogprojekt Sherlock Holmes

Hallo ihr Lieben,

gerade erst habe ich mein altes Blogprojekt verabschiedet und schon startet das nächste: Sherlock Holmes! Das geht hier ja wie `s Brezelbacken. Agatha Christie schreibt Krimis und demnach auch Krimikurzgeschichten, so habe ich die letzten Jahre mit diesen Kurzgeschichten von der Autorin und speziell mit Miss Marple verbracht, aber es gibt ja auch noch einen anderen nicht minderbekannten Krimiautor: Sir Arthur Conan Doyle

Sir Arthur Conan Doyle ist 1859 geboren und starb 1930, und seine bekannteste Reihe sind die Geschichten von Sherlock Holmes und dessen besten Freund Dr. John Watson, aber es gibt auch noch andere Werke des Autors. Es gibt vier Romane (Eine Studie in Scharlachrot, Das Zeichen der Vier, Der Hund von Baskerville und Das Tal der Angst), und außerdem noch 56 Kurzgeschichten in verschiedenen Bänden (Die Abenteuer des Sherlock Holmes (12), Die Memoiren des Sherlock Holmes (11), Die Rückkehr des Sherlock Holmes (13), Seine Abschiedsvorstellung (8) und Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle (12)). Schon seit Jahren lese ich Sherlock Holmes-Geschichten; mal mehr und mal weniger intensiv und so habe ich mir überlegt, dass diese Geschichten das nächste große Blogprojekt sein könnten. In den folgenden Wochen und Monaten werde ich also die Sherlock Holmes-Kurzgeschichten rezensieren und zwar an der Stelle, an der es bisher jeden Monat eine Agatha Christie-Geschichte gab d.h. am 2. Sonntag des Monats. Ich hoffe ihr freut euch genauso sehr über dieses Projekt wie ich. Und nun ohne weitere Vorrede eine Auflistung aller Geschichten, die ich in diesem Projekt behandeln werde:

Die Abenteuer des Sherlock Holmes (12/12)

  1. Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O.
  2. Der Bund der Rothaarigen
  3. Ein Fall geschickter Täuschung
  4. Der geheimnisvolle Mord im Tal von Boscombe
  5. Fünf Apfelsinenkerne
  6. Der Mann mit der Schramme
  7. Die Geschichte des blauen Karfunkels
  8. Das getupfte Band
  9. Der Daumen des Ingenieurs
  10. Die verschwundene Braut
  11. Die Geschichte des Beryll-Kopfschmuckes
  12. Das Landhaus in Hampshire

Die Memoiren des Sherlock Holmes (11/11)

  1. Silberstrahl
  2. Das gelbe Gesicht
  3. Eine sonderbare Anstellung
  4. Holmes’ erstes Abenteuer
  5. Der Katechismus der Familie Musgrave
  6. Die Gutsherren von Reigate
  7. Der Krüppel
  8. Der Doktor und sein Patient
  9. Der griechische Dolmetscher
  10. Der Marinevertrag
  11. Das letzte Problem

Die Rückkehr des Sherlock Holmes (13/13)

  1. Im leeren Haus
  2. Der Baumeister von Norwood
  3. Die tanzenden Männchen
  4. Die einsame Radfahrerin
  5. Die Entführung aus der Klosterschule
  6. Der schwarze Peter
  7. Sherlock Holmes als Einbrecher
  8. Die sechs Napoleonbüsten
  9. Die drei Studenten
  10. Der goldene Klemmer
  11. Der vermisste Fußballspieler
  12. Der Mord in Abbey Grange
  13. Der zweite Blutflecken

Seine Abschiedsvorstellung (2/8)

  1. Die gestohlenen Unterseebootszeichnungen
  2. Der sterbende Sherlock Holmes

 

Insgesamt werde ich also 38 von 56 Geschichten von Sherlock Holmes hier besprechend und werde mich dabei mit den ersten drei Sammelbänden auseinandersetzen, der vorletzte Sammelband spielt nahezu keine Rolle (lediglich zwei Geschichten werde ich aus diesem lesen) und der letzte Band spielt gar keine Rolle. Vielleicht habt ihr es bereits erraten: Ich lese die Sammelausgabe aus dem Anaconda Verlag.

Da es so viele Geschichten sind, wird sich das Projekt einige Zeit hinziehen und vielleicht werde ich dann auch den Rhythmus mal verändern, damit wir keine drei Jahre an dem Projekt arbeiten. Und nun: Viel Spaß damit!

Liebe Grüße

Vanessa

Weil es Liebe ist von C. Lauren

Inhaltsangabe: Weil es Liebe ist von Christina Lauren

In dem Roman Weil es Liebe ist von Christina Lauren geht es um die 25-Jährige Holland Lina Bakker, die in der U-Bahn einen jungen Musiker kennenlernt. Calvin McLoughlin spielt in einigen U-Bahnhöfen Gitarre und bekommt nichts von der Welt um sich herum mit bis er eines Tages von Holland angesprochen wird. Als sie kurz darauf von einem betrunkenen auf die Gleise geschubst wird, rettet er sie zwar, verschwindet aber, bevor die Polizei und die Rettungskräfte eintreffen.

Holland wird von ihren Onkeln Robert und Jeff unterstützt. Robert arbeitet in einem Theater, in dem gerade eines seine Musicals aufgeführt wird. Da einer der Musiker seinen Vertrag nicht verlängern möchte, brauchen sie dringend Ersatz und Holland hat eine verrückte Idee: Statt einen neuen Violinisten anzustellen, könnten sie den neuen Sänger, der eine sehr kräftige, dunkle Stimme hat, doch von einer Gitarre begleiten lassen. Und sie hat auch den passenden Gitarristen an der Hand: Calvin. Wie sich herausstellt, ist nicht nur Robert begeistert von dem jungen Mann, denn darüber hinaus hat dieser eine Ausbildung an einer überaus renommierten Musikschule, der Juilliard, absolviert. Calvin wird zum Vorspielen eingeladen und bekommt eine Stelle als Gitarrist in dem Musical, muss aber leider ablehnen, weil er keine Aufenthalts- und somit auch keine Arbeitserlaubnis in den USA hat.

Holland hat eine ganz verrückte Idee: Sie heiratet Calvin und ermöglicht es ihm so, im Theater zu arbeiten. Sie unterbreitet Calvin den Vorschlag, der diesen gleichermaßen verrückt und genial findet und schließlich einwilligt. Gemeinsam mit ihren besten Freunden planen sie die Hochzeit, und kümmern sich um die ersten Formulare, aber irgendwann muss es Holland ihren Onkeln erzählen, zumal Robert ja, den Arbeitsvertrag für Calvin vorbereiten lassen muss. Obwohl Jeff und Robert nicht begeistert sind, unterstützen sie Holland, denn sie haben sie in ihrem ganzen Leben aufgezogen wie eine eigene Tochter.

Holland und Calvin müssen nun innerhalb weniger Wochen alles übereinander lernen, damit die Einwanderungsbehörde keinen Verdacht schöpft. Calvin ist glücklich mit seiner Arbeit im Theater, nur Holland ist nicht zufrieden mit ihrem Job als Fotografin und Merchandiseverkäuferin. Als es immer wieder zu Reibereien zwischen ihr und Lulu kommt und bei ihr und Calvin auch immer wieder ans Tageslicht treten, die er ihr oder sie ihm verheimlicht hat, steht plötzlich eine erneute Befragung von der Einwanderungsbehörde an. Ihr Sachbearbeiter stößt auf eine Unstimmigkeit in der Akte und bietet ihnen an, sich einfach scheiden zu lassen und den Antrag zu vergessen, außerdem gibt es für Menschen wie Calvin die Möglichkeit eine Aufenthaltserlaubnis zu erwirken, weil er ein Künstler von Weltrang sei, denn schließlich wirke er in einer Broadway-Show mit.

Holland trennt sich von Calvin und kündigt ihren Job. Da sie nun als Kellnerin Geld verdient, nutzt sie ihre neu gewonnene Freiheit und schreibt endlich wieder. Sie schreibt einen Essay, den sie einer renommierten Zeitung schickt, die diesen auch abdrucken will. Holland trennt sich weiterhin von ihrer besten Freundin, weil sich diese immer wieder Dinge leistet, die Holland verletzen. Und auch für Calvin läuft es gut. Das Musical soll auf Tour gehen und wird in den nächsten Monaten in Los Angeles gespielt werden. Doch zwischen Calvin und Holland scheint in den letzten Monaten einfach zu viel passiert zu sein…

Weil es Liebe ist von C. Lauren

Rezension: Weil es Liebe ist von Christina Lauren

In dem Liebesroman Weil es Liebe ist von Christina Lauren geht es um Calvin und Holland, die aus gänzlich unromantischen Gründen heiraten und sich dann nach und nach ineinander verlieben.

Zu erst einmal zur Geschichte: Ich finde die Idee, dass man seine Figuren erst heiraten und sich später nach und nach ineinander verlieben lässt, total interessant. So rum hatte ich das bisher noch nie und das machte den Roman natürlich interessanter. Weiterhin wird hier nicht nur Wert auf Sex gelegt, sondern auch das richtige Kennenlernen, das über den Austausch von Körperlichkeiten hinausgeht, war hier von großer Bedeutung. Natürlich hat das Kennenlernen hier einen ganz pragmatischen Grund: Holland und Calvin müssen einander für die Befragung bei der Einwanderungsbehörde vorbereiten, aber es führt natürlich dazu, dass eine Verbindung auf einer Ebene hergestellt wird.

Die Charaktere haben mir insgesamt total gut gefallen. Holland ist sehr schön ausgearbeitet, sie wirkte wie ein richtiger Mensch. Sie spricht über Gefühle, Gedanken und Sorgen, die sie sich macht. Sie denkt aber auch über sich selbst und ihr Leben nach und reflektiert ihre Situation (dass sie finanziell total abhängig von ihren Onkeln ist und dass sie nicht den Job macht, für den sie ausgebildet wurde und den sie gerne machen würde). Insofern geht es in dem Roman auch um Selbstreflexion, um den eigenen Lebensweg, um Traumjobs, um Erfolg (interessanterweise ist es Holland wichtig, etwas zu veröffentlichen und das ist auch der Grund, warum sie sich von Calvin trennt, weil sie endlich selbst etwas leisten möchte. Er scheint sie zu mögen auch wenn sie nicht so erfolgreich ist wie er) und es geht um Freundschaft und darum, dass man manchmal an Freundschaften festhält, obwohl diese einem nicht mehr gut tun und man sich vielleicht auch auseinanderentwickelt hat.

Calvin ist vom Charakter her nicht ganz so toll, aber auch er hat total viele Facetten. Auf der einen Seite scheint er Holland aufrichtig zu mögen und ist so nach und nach dabei sich in sie zu verlieben, auf der anderen Seite hat er Angst ihr die volle Wahrheit über seine Familie, seine Vergangenheit, etc. zu erzählen und lässt es so darauf ankommen, dass sie diese Sachen selbst herausfindet und diese so zum Streit führen. Er ist aber unterm Strich kein böser Charakter, sondern er lebt gerade von den Schwächen, die die Autorinnen ihm gegeben haben.

An einer Stelle dachte ich mal, dass es sich schon ein bisschen zieht, aber abgesehen davon, war das Buch sehr kurzweilig und es hat richtig Spaß gemacht, es zu lesen. Am liebsten hätte ich es innerhalb weniger Tage verschlingen, aber ich wollte es auch nicht schon nach ein paar Tagen weglegen. Für mich hatte dieses Buch absolutes Suchtpotenzial und ich denke auch nach dem Lesen schon seit einigen Tagen immer wieder an das Buch und denke mir, dass ich gerne wüsste wie es weitergeht, weil am Ende noch ein paar Fragen offenbleiben. Aber das gibt den beiden Autorinnen auch die Möglichkeit noch einen zweiten Band zu schreiben, also mal sehen.

Der Roman wurde von den Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings geschrieben, die gemeinsam ihre Bücher unter dem Pseudonym Christina Lauren veröffentlichen. Vielleicht kam daher die Dynamik in der Geschichte und den Charakteren? Ich für meinen Teil habe hiermit eine neue interessante Autorin entdeckt und werde bestimmt mal wieder zu einem Buch von ihr greifen. Ich kann Weil es Liebe ist von Christina Lauren wirklich nur empfehlen. Ein sehr toller Liebesroman!

Schweigeminute von S. Lenz

Inhaltsangabe: Schweigeminute von Sigfried Lenz

In der Novelle Schweigeminute von Sigfried Lenz geht es um den Schüler Christian, und dessen Lehrerin Frau Petersen, die ihn in Englisch unterrichtet. Beide kommen sich in den Sommerferien näher. Während Stella darauf wartet endlich von ihren Freunden mit einem Boot abgeholt zu werden, damit sie mit ihnen ein paar schöne Tage verbringen kann, genießt sie gleichzeitig die Zeit mit Christian. Sein Vater arbeitet als Steinfischer, wofür sich Stella interessiert, sodass er sie einlädt mit ihnen auf dem Boot seines Vaters zu fahren. Christian besucht Stella unterdessen bei ihr Zuhause, wo er auch ihren Vater kennenlernt, um den sie sich kümmert.

Der Leser erhält Einblicke in die Beziehung, wobei auf der einen Seite die Lehrer-Schüler-Beziehung der beiden beleuchtet wird, wenn Christian von Stella benotet wird oder von ihr Lesetipps erhält und auf der anderen Seite spielt auch ihre Liebesbeziehung eine Rolle. Stella und Christian schlafen miteinander, aber diese Affäre wird nie so offen bezeichnet und auch jegliche Körperlichkeiten werden lediglich angedeutet und nicht ausführlich beschrieben.

Stella wird schließlich von ihren Freunden abgeholt und verbringt einige Tage mit ihnen auf See, sie schreibt Christian sogar eine Karte aus ihrem Urlaub, gleichzeitig vermisst Christian sie und malt sich aus wie ihre Beziehung weitergehen könnte sobald sie wieder da sind. Ihre Freunde bleiben für den Leser farblos doch als das Boot wieder in den Hafen einläuft, kommt es zu einem Unfall. Das Boot kentert beinahe, zwei Personen werden über Bord gespült. Eine davon ist Stella, die zwischen Schiff und Hafenmauer eingeklemmt wird und sehr lange unter Wasser ist. Die andere Person kann recht schnell geborgen werden, aber Stella ist länger unter Wasser bis Christian sie erreichen kann. Zwar wird sie an Land wiederbelebt, aber sie stirbt noch im Krankenhaus.

Wer jetzt denkt, dass ich sehr viel spoilere, den kann ich beruhigen: Die Novelle beginnt mit der Trauerfeier in der Schule, an der Christian teilnimmt und die er nutzt, um seine Beziehung zu seiner Lehrerin zu reflektieren, dabei wechseln sich die Orte der Handlung immer wieder. Während Christian über die Vergangenheit und die Zukunft, die er nun verpasst, nachdenkt, kehrt die Handlung immer wieder zur eigentlichen Jetzt-Zeit, zur Trauerfeier also, zurück.