Lieblingsworte

Emuna

Auch das Substantiv Emuna habe ich nicht aus meinem privaten Alltag, sondern aus der Universität. Mit Emuna ist in der jüdischen Religion der Glaube gemeint, wobei dieser laut Wikipedia kein religiöses Konzept des Judentums ist. Emuna kann auch mit h also Emunah geschrieben werden. Der passende Gegenbegriff dazu scheint der Apikorus zu sein, womit ein Mensch gemeint ist, der nicht an Gott glaubt. Emuna heißt Glaube, Zuversicht oder Vertrauen in Gott.

Der Fluch der Grabwächterin von A. Schacht

Rezension: Der Fluch der Grabwächterin von Andrea Schacht

Der Kriminalroman aus dem alten Rom Der Fluch der Grabwächterin von Andrea Schacht ist ein Krimi für Kinder. Für mich ist es immer wichtig, dass Kinder aus Büchern etwas lernen können und hier wird darauf geachtet beispielsweise die Kinder mit der römischen Gesellschaft vertraut zu machen. Beispielsweise schreibt die Autorin von Sklaven, von Gladiatoren und vom Haushalt in Rom, aber es geht auch darum wie man damals Jungs zu Männern gemacht hat, wie man überhaupt römischer Bürger wurde und wie die Stadt Rom funktionierte. Dabei streut Schacht immer wieder lateinische Begriffe ein, die dann am Rand erklärt werden. Das hat den Vorteil, dass man ziemlich gut nachgucken kann, was diese Begriffe bedeuten, aber wenn man es bereits weiß, muss man nicht irgendwelche dann überflüssigen Erklärungen im Text lesen. Ob die geschichtlichen Details so stimmen, weiß ich natürlich nicht, aber ich verlasse (muss mich verlassen) jetzt einfach mal darauf.

Der Spannungsfaktor des Buches ist nicht so wirklich hoch. Vielleicht lag es daran, dass ich einfach kein Kind mehr bin, aber ich glaube, auch den Kindern wären viele Zusammenhänge, die schon am Anfang sehr offensichtlich beschrieben werden, sehr schnell klar. So wird eben bald klar, wer für die Verbrechen verantwortlich ist; nur was genau geschehen ist und was mit Laevius genau passiert ist, bleibt über weite Teile hinweg eher unklar. Dennoch sorgt das leider nicht dafür, dass die Spannung besser Aufrechterhalten wird.

Mich hat auch gestört, dass sich die Kinder immer wieder gegenseitig ärgern. Khep beispielsweise ist der Sohn einer ägyptischen Sklavin und seine Freunde bringen dann so Kommentare in die Richtung „Khep kann das auf dem Sklavenmarkt ausspionieren. Es macht ja nichts, wenn sie den Sklaven dann weiterverkaufen.“ Ich finde solche Sprüche ziemlich verletzend und so etwas hat weder unter Freunden, noch in Kinderbüchern etwas zu suchen. Klar, Kinder rangeln miteinander, sie verletzen sich auch mal, aber bei Schacht wurde es mir irgendwann zu viel.

Insgesamt finde ich die Idee eines historischen Kinderkriminalromans total super. Auch wenn man online wenig über die beiden Kriminalromane für Kinder von Schacht findet, ist die Idee dahinter toll und ich kann diesen Roman alleine deshalb schon weiterempfehlen; die Erwartungen sollten allerdings nicht zu hoch sein.

Strandkorbträume von G. Engelmann

Abgebrochen: Strandkorbträume von Gabriela Engelmann

Vor einigen Monaten hatte ich den Roman Strandkorbträume von Gabriela Engelmann angefangen und nach etwa 100 Seiten abgebrochen. Ich versuche heute dennoch mal eine Rezension dazu zu schreiben, denn ich finde es auch wichtig, darüber zu schreiben, wenn Bücher einem mal nicht gefallen.

Bei dem Roman handelt es sich um den 4. Band der Büchernest-Reihe und es geht um die Freundinnen, die das Büchernest führen. Als Larissa Schwierigkeiten mit ihrer Schwangerschaft hat, bittet Nele eine Bekannte, ihnen tatkräftig auszuhelfen. Sophie ist gerade dabei, sich von ihrem langjährigen Freund zu trennen, und kann deshalb die Ablenkung auf Sylt in einer kleinen Buchhandlung mitzuarbeiten gut gebrauchen. Larissa ist gezwungen die nächsten Monate ihrer Schwangerschaft im Bett zu verbringen. Bea, ihre Tante und Mitbesitzerin des Büchernests heiratet und möchte so langsam mit den Schwierigkeiten der Buchhandlung nichts mehr zu tun haben und Nele plant mit ihrem Freund zusammen Literaturevents, die in dessen Hotel stattfinden sollen, allerdings bringt seine Ex-Freund diese Pläne in Gefahr.

Soweit also der Inhalt. Man merkt es vielleicht schon an den kurzen ziemlich unzusammenhängenden Sätzen: Ich hatte während es gesamten Lesens immer wieder das Gefühl, dass die Ereignisse eigentlich einzig und allein über das Büchernest zusammenhängen, dass aber die Probleme, die die Freundinnen beschäftigen untereinander eigentlich kaum in Zusammenhang stehen.

Auch der Stil hat mir nicht wirklich gefallen, weil die Spannungsbögen viel zu kurz waren. Es kam mir immer so vor, als ob etwas passiert, daraus folgen dann Konsequenzen für die Freundinnen. Dann ist das Problem behoben und es geschieht das nächste und das macht man dann so lange bis das Buch fertig ist. Selbst nach über 100 gelesenen Seiten war mir nicht klar, worauf der Erzähler hinaus will. Wann ist das Buch fertig? Was soll am Ende geschehen? Wenn man einen Krimi liest, dann lösen die Ermittler (seien es nun Polizisten oder Detektive) am Ende das Verbrechen und schnappen den Bösewicht oder auch nicht, aber normalerweise ist am Ende klar, wer der Mörder war und bei Liebesromanen folgt am Ende die Hochzeit (oder zumindest das Versprechen der Figuren, dass sie sich lieben und zusammen sein wollen), aber hier hatte ich überhaupt keine Idee, worauf der Roman denn zuarbeitet.

Darüber hinaus habe ich auch zu den Figuren keinen richtigen Zugang gefunden. Mehr als einmal war ich nicht nur genervt von dem teilweise pubertären Verhalten der Frauen, obwohl diese eigentlich alle über 30 sind. Dass ich mit Band 4 angefangen habe, kann natürlich dazu führen, dass ich keinen Zugang zu den Figuren finde, denn schließlich sind die meisten davon wahrscheinlich schon seit ein paar Bänden bekannt, und dennoch hatte ich das Gefühl, dass das nicht nur damit zusammenhängt.

Ja, das mag alles sehr gemein klingen und einer dieser Punkte hätte mich sicherlich auch nicht zum Abbrechen des Romans geführt, aber es waren so viele Sachen, die mich gestört haben (oder andersherum: mir fällt eigentlich nichts ein, was mich nicht gestört hat), dass ich einfach abbrechen musste. Aber gerade weil Engelmann sehr bekannt ist und ihre Bücher in jeder Buchhandlung liegen, wollte ich gerne meine Erfahrungen hier festhalten. Ich hatte den Roman tatsächlich auch in der Buchhandlung gesehen, habe mich aber gescheut für eine mir unbekannte Autorin das Geld auszugeben, zumal ich ja gar nicht wusste, ob mir diese Art von Romanen überhaupt gefallen. Gut, dass ich es nicht getan habe, dann hätte ich mich bestimmt noch mehr geärgert. Ich würde jetzt pauschal nicht alle Ost- und Nordseeromane ablehnen, aber ich bin mir relativ sicher, dass ich zu Engelmann so schnell nicht wieder greifen werde.

Wir sind eure Erfahrungen mit solchen Romanen oder konkret mit dieser Autorin? Habe ich vielleicht einfach mit viel Pech ihren schlechtesten Roman erwischt und der Rest ihrer Romane ist super?

Montagsfragen

Montagsfrage: 10. Februar 2020

Montagsfrage: Welche Autoren-Kollaboration wäre euer Traum?

Hallo ihr Lieben,

diese Woche will Antonia wissen, welche Autorenkolaboration unser Traum wäre. Dazu muss ich sagen, dass ich mir noch nie größere Gedanken gemacht haben, obwohl ich letztes Jahr zwei Bücher gelesen habe, die von zwei Autorinnen zusammen geschrieben wurden. Auch in der Vergangenheit habe ich schon ein paar Bücher gelesen, die von zwei Autoren gemeinsam geschrieben wurden. Großartig aufgefallen, indem beispielsweise der Stil von Kapitel zu Kapitel wechselt, ist mir das bisher eigentlich nicht.
Gerne würde ich mal ein Buch von Sir Arthur Conan Doyle und Agatha Christie lesen. Das fände ich mal richtig spannend und hätte bestimmt etwas für sich. Aber mir ist natürlich schon klar, dass es dazu nicht mehr kommen wird, wenn ich nicht vor habe, in der Zeit zurück zu reisen.
Was ich interessant finde, sind solche kolaborativen Autorenprojekte, bei denen eine Grupe von (Laien-)Autoren gemeinsam ein Buch schreibt oder bei denen die Leser selbst zu Autoren werden können und die Geschichte weiterspinnen können und nicht etwa wie bei Fan Fictions eigene Geschichten neben den eigentlichen Autorengeschichten schreiben, sondern wirklich mitschreiben können an einem Buch oder einer Reihe.
Was haltet ihr von Autoren-Kollaborationen? Gibt es vielleicht welche, auf die ihr insgeheim schon länger hofft?

Liebe Grüße
Vanessa

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Ein Fall geschickter Täuschung von Sir Arthur Conan Doyle

In der dritten Kurzgeschichte „Ein Fall geschickter Täuschung“ von Sir Arthur Conan Doyle geht es um eine junge Frau, Mary Sutherland, die zögernd Sherlock Holmes aufsucht. Sie vermisst ihren Bräutigam. Die beiden Männer, Dr. Watson und Sherlock Holmes, haben zuerst einen Eheschleicher im Verdacht, doch Mary erzählt, dass sie ihren Verlobten gar nicht geheiratet hat. Sie schildert wie sie den jungen Mann kennen gelernt hat. Sie war öfter mit ihm spazieren, allerdings immer während ihr Stiefvater auf Reisen war. Ihre Mutter hatte ihre Treffen mit dem zuvor unbekannten Mann unterstützt und obwohl die beiden Frauen den Mann kaum kennen, darf Mary sich weiter mit ihm treffen und die Mutter setzt sich sogar für eine baldige Hochzeit ein, da sie nicht will, dass ihr zweiter Ehemann etwas von der Heirat mitbekommt. Wenn seine Stieftochter verheiratet ist, kann der Mann nichts mehr gegen die Hochzeit einwenden.

Als am Hochzeitstagmorgen die Kutscher vor der Kirche hält, ist diese leer. Der Kutscher ist verdattert und kann sich nicht erklären wo sein Fahrgast verschwunden ist und auch Mary und ihre Mutter sind verwirrt. Mary meint, dass ihr Verlobter, wenn er nur an ihr Geld gewollt hätte, es ja leicht gehabt hätte, sie einfach zu heiraten aber so hatte sie ihm gelobt, denn er war am Morgen vor der Kutschfahrt seltsam gewesen und hatte sie gebeten, egal was da kommen möge auf ihn zu warten, dass sie auf ihn warten möge. Sherlock Holmes hat einen Verdacht, denn ihm ist relativ bald klar, wer der Einzige ist, der etwas von diesem seltsamen Verlobten gehabt hätte. Solange Mary unverheiratet ist, hat ihr Vater die Gewalt über ihr Vermögen. Sie lebt derzeit von ihrem Gehalt als Schreibmaschinenschreiberin. So kann ihr Stiefvater über ihr Vermögen schalten und walten und so hatte er mit Marys Mutter gemeinsam den Plan gefasst, Mary einen Verlobten vorzusetzen in den sie sich verliebt und der sie kurz vor der Hochzeit aber mit dem Versprechen, dass sie auf ihn warten würde, sitzen lässt. Jetzt kann Mary lange warten, denn ihr Verlobten wird nicht zurückkehren und somit hat ihr Stiefvater weiterhin die Gewalt über das Geld. Dieser Stiefvater, James Windibank, hatte sich als der Mann, Hosmer, in den sich Mary verliebt hat, ausgegeben.

Holmes beschließt aber, obwohl er das Verschwinden von Hosmer aufklären konnte, dass Mary über diesen Verlust auch ohne sein Zutun hinwegkommt, denn er weiß, dass diese Geschichte einfach viel zu unglaublich ist, als dass sie ihm glauben würde.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich am Anfang ein bisschen enttäuscht war, denn auch die dritte Geschichte des Sammelbandes enthält keinen Mord. Dafür sucht eine junge Frau nach ihrem Verlobten. Irgendwann ist natürlich klar, wie sich alles zugetragen haben muss, schließlich gibt es eigentlich nur eine Erklärung, denn es spielen nur wenige Charaktere eine Rolle in dieser Geschichte. Aber irgendwie war die Erklärung dennoch nicht so wirklich befriedigend, weil sie einfach total unwahrscheinlich ist. Nicht nur die Tatsache, dass Marys Stiefvater, James, ihr so etwas antun kann und davon einmal abgesehen, wie kann die eigene Mutter der Tochter so etwas antun? Das ist doch einfach nur falsch. Ich meine, klar, dass man den Ehemann unterstützten will, aber wenn der so etwas macht, dann darf man ihn als Ehefrau einfach mal nicht unterstützten.

Wie dem auch sei, das Ende dieser Geschichte hat mir überhaupt nicht gefallen, denn es stellte Mary Sutherland als kleines, naives Frauchen da, das sich nicht nur von einem Mann, dem sie eigentlich vertrauen können sollte, hat täuschen lassen, sondern auch als eine zerbrechliche Puppe, der man die Wahrheit über ihren Stiefvater und ihre Mutter nicht sagen kann, weil sie sonst zusammenbrechen würde.

Insgesamt mochte ich diese Kurzgeschichte Ein Fall geschickter Täuschung von Sir Arthur Conan Doyle weniger gerne, sodass ich sie leider nicht weiterempfehlen kann.

Das Eulenhaus von A. Christie

Inhaltsangabe: Das Eulenhaus von Agatha Christie

In dem Kriminalroman Das Eulenhaus von Agatha Christie geht es um den Arzt John Christow, der mit seiner Frau Gerda und anderen Bekannten Lucy und Henry Angkatell besuchen fährt. Gemeinsam wollen sie ein schönes Wochenende verbringen.

Der Kriminalroman beginnt damit, dass erst einmal alle beteiligten Figuren vorgestellt werden: John und Gerda Christow, deren Gastgeber Lucy und Henry Angkatell und deren Verwandte Midge, Edward, David und Henrietta. Man lernt die Figuren kennen und versteht wie sie in Alltagssituationen handeln. Darüber hinaus unterhalten sich beispielsweise Midge und Lucy über eine vergangene Feier und wie sich die Figuren damals verhielten, sodass man einen Eindruck von ihnen bekommt und versteht wie ihre Charaktere funktionieren.

Nachdem das Setting geklärt ist, fahren die Figuren für das gemeinsame Wochenende aufs Land. Gerda sieht dieser Reise mit gemischten Gefühlen entgegen, denn sie weiß, dass alle sie dort für dumm halten. Auch die anderen sind sich nicht so sicher, was sie genau von dieser Reise zu erwarten haben. Als am Abend dann plötzlich eine schöne Fremde die Feier sprengt, spitzt sich die Situation weiter zu, denn die Fremde, ist gar nicht für jeden unbekannt: Es handelt sich um Veronica eine Ex-Freundin von John.

Am nächsten Tag wird John am Pool erschossen aufgefunden. Die übrigen Hausbewohner kommen zu der Szene hinzu und finden Gerda, die mit einer Pistole über ihrem Mann stirbt. Dieser röchelt mit letzter Kraft einen Namen „Henrietta“. Mit Henrietta hatte John eine Affäre und so denkt die Polizei natürlich, dass Henrietta die Mörderin sein könnte. Doch auch Lucy, die immer ein bisschen seltsam handelt und mit ihren Gedankensprüngen jeden zu verwirren vermag, trägt eine Waffe mit sich herum. Edward hat ein Motiv, weil er Henrietta liebt und sie vielleicht durch den Mord an seinem Rivalen für sich gewinnen wollte und Gerda hat als betrogene Ehefrau natürlich erst recht ein Motiv.

Doch die einzelnen Puzzlestücke wollen nicht recht zusammenpassen: Die Waffe, die Gerda in der Hand hielt, war nicht die Mordwaffe, dafür taucht die Mordwaffe Tage später bei Hercule Poirot im Garten auf. Im Poolhaus befinden sich die von Veronica ausgeliehenen Streichholzpäckchen, die sie angeblich so dringend brauchte und Henrietta kann um ihren Geliebten nicht wirklich trauern.

Das Eulenhaus von A. Christie

Rezension: Das Eulenhaus von Agatha Christie

Das Eulenhaus von Agatha Christie ist wieder einmal ein Krimi mit Hercule Poirot, der dieses Mal erst später zur Gesellschaft hinzukommt. Allgemein ist das Setting kein gänzliches Neues, wirkt aber vielleicht auch gerade deshalb wie ein typischer Christie. Eine kleine Gruppe an Menschen zieht sich in ein schickes, ruhiges Landhaus zurück, um dort ein ruhiges Wochenende verbringen zu können und wird aus dieser Idylle jäh herausgerissen als einer von ihnen stirbt. Nun ist Poirot nicht einer der Freunde, sondern ein Gast, der noch gar nicht wirklich da war als der Mord geschieht. Stattdessen kommt er gerade hinzu als der Mord entdeckt wird und glaubt erst einmal, dass man ihm ein Theaterstück vorspielt, weil er an solche Zufälle nicht glauben kann.

Abgesehen von diesem sehr typischen Setting mochte ich an diesem Krimi auch, dass die Figuren zuvor so lebendig dargestellt werden. Die Autorin nimmt sich am Anfang unglaublich viel Zeit bis der eigentliche Mord geschieht und der Detektiv auf den Plan tritt. So hat der Leser viel Zeit sich mit den Figuren auseinanderzusetzen und kann so dann nach dem Mord auch abschätzen, ob eine Figur der Mörder sein könnte, ob er bei seinen Aussagen lügt und dergleichen. Das geht bei Christie sonst häufig verloren und so ist es mir besonders positiv aufgefallen, dass der Krimi hier einen solch großen Fokus darauf legt.

Die Figuren haben mir unter dem Strich nicht so wahnsinnig gut gefallen, weil für mich keine dabei war, mit der ich mich wirklich gut identifizieren konnte und die Figuren auch manchmal Sachen gemacht haben, die ich überhaupt nicht gut fand. Beispielsweise weiß Henrietta, dass John mit Gerda verheiratet ist und dennoch hält sie es für nötig sich heimlich mit dem Mann zu treffen. Und auch sonst hatte man an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass die Figuren Geheimnisse für sich behalten, die nicht einmal der Erzähler kennt und somit auch nicht der Leser. Das macht es schwieriger einen Zugang zu den Figuren zu finden.

Aber abgesehen davon hat mir Das Eulenhaus von Agatha Christie wirklich gut gefallen und wer einmal einen relativ typischen Krimi der Autorin lesen möchte, der macht trotz des langen Intros nichts falsch mit diesem Roman.

SuB-Experiment Buch auf Bewährung

Kurz reingelesen: Kings & Fools 5: Vermisste Feinde von Natalie Matt und Silas Matthes

Kings & Fools 5: Vermisste Feinde von Natalie Matt und Silas Matthes schmeißt den Leser direkt in die Handlung. Unsere Protagonisten werden angegriffen und einer verfolgt den Angreifer durch dunkle Gänge. Soviel zum Auftakt des Buches. Etwas später erfahren wir, dass Noel mit einer Mitkämpferin eine Beziehung führt, aber ihr Chef verbietet diese Beziehung, da Noel zu unaufmerksam sei seit sie zusammen sind. Noel darf es Sam nicht erklären, hält sich von ihr fern und lässt seine gesamte Kraft beim Kampftraining aus. Als er dabei aus Versehen etwas zerstört, geht er kurz raus und trifft auf zwei seiner Freunde. Gemeinsam gehen sie auf die Krankenstation, auf der ihnen ein Glas herunterfällt. Daraufhin geschieht furchtbares…

Tatsächlich habe ich von diesem Buch ein paar Seiten mehr gelesen, da ich irgendwann sehr gefesselt war von der Handlung. Natürlich handelt es sich um den fünften Band der Reihe und so ist klar, dass man sich in dieser Welt nicht sofort zurechtfindet. Verstärkt wird das noch, da man weder in einem kurzen Absatz am Anfang des Buches erfährt, was zuvor geschehen ist, noch der Anfang so verläuft, dass man etwas versteht, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt. Das hat mir sehr missfallen und ich war schon kurz davor, das Buch einfach abzubrechen. Nachdem ich aber mal die ersten etwa 20 Seiten gelesen hatte, wollte ich dann doch gerne weiterlesen. Angst habe ich nur vor dem Ende, denn das wird dann ja wahrscheinlich ähnlich offen sein wie der Anfang des 5. Bandes. Dennoch werde ich Kings & Fools 5: Vermisste Feinde von Natalie Matt und Silas Matthes erst einmal auf meinen SuB packen, wenn auch mit einem kleinen Vielleicht.

Montagsfragen

Montagsfrage: 3. Februar 2020

Montagsfrage: Kann ein Autor über etwas außerhalb der eigenen Erfahrung schreiben? (Und muss er es sogar?)

Hallo ihr Lieben,

Antonia fragt diese Woche danach über welche Themen Autoren schreiben (können) und vor allem will sie wissen, ob Autoren über Dinge, außerhalb ihrer Erfahrung schreiben können. Die Antwort ist klar: Ja, können sie.
Vor allem in den SciFi- und Fantasy-Genres müssen Autoren ja sogar über Sachen schreiben, die es noch gar nicht gibt also ergo sie noch keine Erfahrungen damit gesammelt haben können. Aber natürlich kann man sich Geschichten nicht einfach so aus den Fingern saugen. Jemand, der sich noch nie mit Polizeiarbeit beschäftigt hat und selbst noch keinen einzigen Krimi gelesen hat, wird sich schwer tun, einen eben solchen zu schreiben. Jemand, der noch nie verliebt war, kann schlecht über ganz große Gefühle schreiben und das realistisch rüberbringen. Aber natürlich gehört dazu auch viel Beobachtung; aus der man dann indirekt eigene Erfahrungen ableiten kann. Wenn ich beispielsweise 50 Mal erlebt habe, wie eine Freundin nach einer Trennung weint, weiß ich, dass das wohl weh tun muss; dafür muss ich es aber nicht selbst erlebt oder gar selbst als so schmerzvoll empfunden haben.
In irgendeiner Form muss man also Erfahrungen haben, die müssen aber nicht selbst gemacht sein, sondern können auch in anderer Form an uns herangetragen werden. Sprich man kann sich für ein Thema auch einlesen und sich dezidiert mit futuristischer Technik beschäftigen um so die eigene Phantasie für Geschichten anzuregen. Oder wie seht ihr das?

Liebe Grüße
Vanessa

Eine Prise Sterne von C. S. Henn

Inhaltsangabe: Eine Prise Sterne von Carsten Sebastian Henn

In dem Roman Eine Prise Sterne von Carsten Sebastian Henn geht es um den Astronomen Marc Heller, der gerade dabei ist einen unglaublich wichtigen Vortrag zu vermasseln als in Köln plötzlich die Lichter ausgehen. Er nutzt die Möglichkeit, zeigt den Anwesenden alle möglichen Sterne und kann so die Zuhörerschaft doch von sich überzeugen. Nun wird ihm ein Job in Chile angeboten.

Am gleichen Abend trifft er vor einem Restaurant seine weinende Nachbarin aus Kindertagen Anne. Die beiden nehmen wieder Kontakt auf und verbringen viel Zeit miteinander. Er unterstützt sie, weil sie gerade ihren langjährigen Freund beim Sex auf der Arbeitstoilette überrascht hat. Marc hat eine Idee: Anne soll wieder an die Liebe glauben, denn schließlich glaubt sie an das Schicksal und die Sterne. Also startet er Blind Dates für Anne, von denen sie nicht einmal weiß, dass es Dates sind und so kommt es zu dem ein oder anderen lustigen Zwischenfall. Beispielsweise schubst sie einen der Bewerber in den Rhein.

Marc entdeckt unterdessen seine alten Gefühle für Anne wieder und möchte ihr gerne zeigen, dass er vielleicht ein guter Kandidat für sie wäre, allerdings findet sie durch einen doofen Zufall heraus, dass er die ganze Zeit versucht hat, sie heimlich zu verkuppeln und er das ganze so wissenschaftlich angegangen ist, dass sie das Gefühl hat, sein Versuchskaninchen zu sein.

Für Marc läuft währenddessen aber auch nicht alles rosig, denn sein Stellvertreter ist eifersüchtig auf Marcs beruflichen Erfolg und gönnt ihm nichts, stattdessen verpetzt er bei den Vorgesetzten, wenn Marc sich mal wieder unerlaubter Weise zu einem Ausflug auf das Teleskop zurückzieht. Gleichzeitig versucht er aber auch Anne zu verunsichern, indem er ihr erzählt, dass Marc ihm gesagt hätte, dass sie dort im Kontrollraum miteinander geschlafen haben. Marc ist vollkommen aufgelöst: Anne spricht nicht mehr mit ihm und seinen Job ist er vorerst auch los.

Erst in den nächsten Wochen und durch seine besten Freunde kommt er wieder auf die Beine und kann so doch noch den Job in Chile antreten und gemeinsam schaffen sie es auch ihren gehässigen Kollegen auf die Nase fallen zu lassen, denn von Kameradschaft hat der Mann noch nichts gehört.