Montagsfragen

Montagsfrage: 21. September 2020

Montagsfrage: Wie wichtig sind euch Book Awards?

Hallo ihr Lieben,

Antonia stellt diese Woche wieder eine Montagsfrage und möchte wissen wie wichtig uns Buchpreise sind. Es gibt im Herbst natürlich einen sehr erfolgreichen Buchpreis: den Deutschen Buchpreis.
Den nehme ich natürlich wahr, aber dass ich das dort gewinnenende Buch lese? Das habe ich bisher noch nicht gemacht.
Vor einigen Monaten hatte ich ein Buch in einem Bücherschrank gesehen und mitgenommen, auf dem stand, dass es einen Literaturpreis gewonnen hat. Ich habe es nicht unbedingt deshalb mitgenommen, aber ich dachte, dass das ja auch nicht schlecht ist. Dann habe ich angefangen das Buch zu lesen. Und ich fand es wirklich furchtbar und habe das Buch abgebrochen. Ich vermute mal, dass das auch damit zusammenhängt, dass das Buch eben einen Literaturpreis gewonnen hat. Man merkt, finde ich, dass das nicht immer ein Qualitätskriterium ist.

Wie ist das bei euch? Lest ihr Bücher, die Buchpreise gewonnen haben?
Liebe Grüße
Vanessa

Lieblingsworte

Reziprozität

Das Substantiv Reziprozität geht auf das Lateinische reciprocus aufeinander bezüglich oder wechselseitig zurück. Reziprozität gibt es in verschiedenen Bereichen, vor allem in der Soziologie ist dieses Konzept wichtig und bedeutet gegenseitig, wechselseitig oder im im umgekehrten Zusammenhang zueinander stehend laut Wikipedia. Dieses Substantiv ist fachsprachlich, hat aber dennoch Synonyme, es wird auch in der Philosophie und dort, meiner Ansicht nach, in der Moral- oder Ethikphilosophie verwendet.

Allgemein

Inhaltsangabe: Fünf am Meer von Emma Sternberg

Im Roman Fünf am Meer von Emma Sternberg wohnt Linn Rosemeyer mit ihrem Freund Martin in einer wunderschönen Wohnung in München. Als sie, weil es technische Probleme auf Arbeit gab, früher von der Arbeit nachhause kommt, erwischt sie ihren Freund mit ihrer Kollegin und Freundin Katha auf dem Sofa. Sie schmeißt beide raus und versucht sich zu beruhigen. So langsam wird ihr klar, was sie nun verlieren wird: Ihre Wohnung, ihren Arbeitsplatz, ihre Familie, denn nachdem ihre Eltern gestorben sind, wurde sie von Martins Familie mit Beginn der Beziehung herzlich aufgenommen.

Als plötzlich ein Erbenermittler aus den USA vor ihrer Tür steht, ergreift sie die Chance für ein paar Tage aus München wegzukommen. Linn unterzeichnet die Vereinbarung und Mr. Samuel Cunningham bringt sie in die USA und dort zu ihrem Haus in den Hamptons, dass sie von einer entfernt verwandten Tante Dotty geerbt hat. Ihre Tante zweiten Grades wanderte vor etwa 50 Jahren in die USA aus und änderte ihren Namen in Dorothy Webber. Nachdem sie Jahre lang in New York in einem Hotel gearbeitet hatte, kam sie irgendwann in die Hamptons und eröffnete dort eine Pension, in einem großen Haus. Inzwischen lebte sie dort mit fünf Freunden zusammen: Patty, Eleonore, Loretta, Maxwell und Frederic. Die fünf Rentner leben dort noch immer und das stellt Linn vor ein großes Problem: Sie kriegt etwa 10 Million für ihr Haus, wenn sie es an einen mysteriösen Russen verkauft. Da Linn Mr. Cunningham und der Steuerbehörde insgesamt etwa 5,5 Million schuldet, hat sie gar keine andere Wahl als zu verkaufen, denn beide Summen werden fällig, ob sie das Haus behält oder nicht spielt dabei keine Rolle. Und da sie keine 5,5 Million US-Dollar auf dem Konto hat, muss sie ihr Haus verkaufen.

Linn findet sich langsam damit ab und hofft, ihre neuen Freunde in einem anderen Haus unterzubringen. Während ihres Aufenthalts in den USA lernt sie nicht nur Eleonores Sohn Ted kennen, der sich um einige Reparaturen im Haus kümmert, sondern auch Alan, einen Journalisten, der einen Artikel über einen bekannten Künstler und dessen Beziehung zu Linns Tante Dotty schreiben möchte.

Vor vielen Jahren hatten Dotty und der Künstler angeblich eine Affäre miteinander. Damals soll der Künstler sie gemalt haben, was allerdings für recht unwahrscheinlich gehalten wird, da dieser in der Regel keine Menschen malte. Sollte es aber dennoch so ein Bild geben, wäre das natürlich eine Sensation. Zum einen weil es eben ein Porträt von einem Mensch wäre und zum anderen weil es wohl das letzte gemalte Bild des Künstler wäre.

Kurz vor ihrer Rückreise nach Deutschland findet Linn das Gemälde, doch was soll sie damit machen? Alan hat sich bereits als Lügner und Betrüger entpuppt, ihm wird sie davon also nichts erzählen, aber sie bittet Ted, sie in die Stadt zu fahren, damit sie das Bild dort begutachten lassen kann. Als sich herausstellt, dass man ihr 6 Million für das Bild zahlen würde, hadert Linn mit sich, denn sie will nicht das Gefühl haben, sie die Liebe und Zuneigung der Bewohner zu erkaufen, die sie schneiden seitdem sie wissen, dass sie das Haus wirklich verkaufen wird. Auch Ted scheint damit ein Problem zu haben, denn er schneidet sie schon seit einigen Wochen. Linn kann sich das nicht erklären, denn schließlich ist er verheiratet und sie beide sind doch nur befreundet, oder? Und was soll sie nun mit ihrem Erbe anstellen?

Allgemein

Rezension: Fünf am Meer von Emma Sternberg

Der Roman Fünf am Meer von Emma Sternberg ähnelt vom Cover her dem Roman Azurblau für Zwei, allerdings ist Fünf am Meer früher geschrieben worden als Azurblau für Zwei. Ich hatte aber Azurblau für Zwei vorher gelesen und fand den Roman ganz gut, deshalb wollte ich gerne auch noch Fünf am Meer lesen. Dann habe ich gesehen, dass es diesen Roman auch als Hörbuch gibt und das der Verlag es noch als Rezensionsexemplar rausgibt, sodass ich es beantragte. Deshalb gehe ich wie immer auch hier zum einen auf den Inhalt und auf das Medium ein:

Die Geschichte ist schon ziemlich ungewöhnlich: Eine junge Frau, die praktisch keine Familie mehr hat, wird zufällig zur Erbin eines großen Hauses (zufälligerweise habe ich mehr oder weniger parallel den Roman Das Glück der blauen Stunde von Bertina Henrichs gelesen: Eine Frau erbt als einzige noch lebende Verwandte von einer alten Tante ein Haus hier in Südfrankreich und nicht in den USA, ansonsten aber ziemlich ähnlich). Linn hat einen Freund in Deutschland, von dem ihr gesamtes Leben beeinflusst wird: Ihren Job hat sie im Reisebüro seiner Eltern, die Wohnung, in der sie zusammen leben, gehört seiner Familie, seine Familie hat sie beim Zusammenkommen herzlich aufgenommen. Als sich die beiden trennen, bleibt für Linn nichts von ihrem alten Leben und so unterschreibt sie kurzentschlossen. Das Abenteuer in Amerika beginnt. Diese Handlung hat mir unheimlich gut gefallen und ich fand es auch gar nicht so schlimm, dass sie am Ende offenbar überlegt in Amerika zu bleiben, denn schließlich hat sie nicht wirklich etwas zu verlieren. In Deutschland hält sie außer ein paar eigenen Freunden eigentlich nichts mehr.

Linns Charakter mochte ich also recht gerne. Mir war sie von Anfang an sympathisch, obwohl ich es natürlich etwas leichtsinnig fand, den Vertrag einfach zu unterschreiben, aber natürlich ist das verständlich, wenn man darüber nachdenkt, dass sie meint Martin auf der Treppe zu hören und nur noch weg will. Auch dass sie sich so lange davor drückt mit den Bewohnern des Hauses über einen möglichen Verkauf zu sprechen, konnte ich nachvollziehen, wenngleich es natürlich nicht sonderlich klug ist und auch von den Bewohnern hier ein größeres Interesse zu erwarten gewesen wäre. Nur als Linn ziemlich am Ende des Romans so enttäuscht von Alan ist, weil er sie belogen und betrogen hat und in ihr Leben, ihr Haus und ihre Mitbewohner dringt um an Informationen für seinen Artikel zu kommen hätte ich sie am liebsten geschüttelt, weil ich nicht verstanden habe, wie sie so naiv sein kann.

Das Cover für das Hörbuch und das Taschenbuch hat mir gut gefallen und passt wunderbar zur Stimmung. Emma Sternberg schafft es wunderbar die Stimmung eines Hauses in den Hamptons zu transportieren. Das Meeresrauschen, das Kreischen der Möwen, der blaue Himmel, die Dünen und der Strand spielen in dem Hörbuch und dem Roman eine große Rolle und wirken auch leicht und sehr urlaubig. Man hatte fast das Gefühl, in einem Haus am Meer Ferien zu machen.

Das Hörbuch wurde von Britta Steffenhagen eingesprochen. Ähnlich wie bei dem Hörbuch zu Mord in Sunset Hall von Leonie Swann und der Stimme von Anna Thalbach, war ich auch von der Stimme von Britta Steffenhagen nicht so ganz begeistert. Ich fand sie schon in Ordnung, aber nicht so samtig und freundlich wie beispielsweise die von Iris Berben. Natürlich ist mir klar geworden, warum man diese Sprecherin ausgewählt haben könnte: Britta Steffenhagen kann mit ihrer Stimme sicherlich auch gut die älteren Leute sprechen und davon gibt es ja auch in Fünf am Meer einige (genau genommen fünf). Obwohl diese meist keine direkte Rede haben, sprechen sie eben hin und wieder doch und deren Stimmen hat Steffenhagen wunderbar von der Stimme von Linn beziehungsweise der der Erzählerin abgegrenzt.

Nachdem ich mal einen Blick in die Print-Ausgabe geworfen habe, merke ich natürlich auch, wo gekürzt wurde, aber in den allermeisten Fällen ist mir das gar nicht aufgefallen. Es gab keine komischen Sprünge oder sowas. Einzig kam mir die Beziehung zu Linn und den Bewohnern und zu Ted teilweise komisch vor, weil es mir hin und wieder zu schnell ging wie sich die Beziehung entwickelt hat. Ich weiß aber nicht, ob hier etwas gekürzt wurde oder ob das einfach von der Autorin so intendiert war.

Ich habe das Hörbuch als CDs gehört und bekam dieses Mal ein sehr dickes Case. Bei den MP3-CDs geht ein ganzes Hörbuch auf ein oder zwei CDs, hier waren es ganze sechs CDs. Das sorgte natürlich dafür, dass man häufig die CD wechseln musste, was ein bisschen nervig war, weil man gerade im Hörfluss (gibt es sowas analog zum Lesefluss?) drin ist und dann schon wieder rausgebracht wird. Aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mit den MP3-CDs vorher ziemlich verwöhnt war. Entsprechend handelt es sich hier natürlich um ein dickeres Case mit klappbaren CD-Haltern.

Alles in allem hat mir Fünf am Meer von Emma Sternberg sowohl im Inhalt, den Charakteren und dem Plot her gut gefallen, aber auch die Stimme von Britta Steffenhagen passte gut dazu, sodass ich das Hörbuch gerne weiterempfehle.

 

 

 

Danke an den Verlag Random House Audio für das Rezensionsexemplar!

Das Gold des Gladiators von A. Schacht

Inhaltsangabe: Das Gold des Gladiators von Andrea Schacht

Didia, Ingwar, Caecilia, Titus und Khep sind fünf Freunde aus der Fortuna-Therme. Sie leben dort, kommen aber aus verschiedenen Schichten. Didia und Caecilia sind Cousinen und Titus ist Caecilias Bruder. Die drei sind also verwandt. Ingwar ist der Sohn eines germanischen Freigelassenen, der Salben herstellen kann, und Khep der Sohn einer ägyptischen Sklavin, die in der Therme arbeitet.

Die Kinder haben vormittags Unterricht in der Therme, nachmittags müssen sie in der Therme mitarbeiten, aber an manchen Nachmittagen dürfen sie früher gehen und sie haben auch einen freien Tag in der Woche. Da machen sie sich dann immer auf den Weg und erkunden die Stadt oder trainieren im Gymnasium der Therme. Dort sitzen sie auch häufig mit ihrem Freund, dem Gladiator Globulus, der eigentlich aus Germanien kommt. Er hat viel Geld gespart und möchte sich nun aus der Gefangenschaft freikaufen, sodass er zurückkehren kann in seine Heimat. Bei einem der letzten geplanten Kämpfe wird Globulus von seinem Gegner Fuscus erschlagen. Die Kinder sind außer sich, denn sie halten den Kampf für Mord. Fuscus hatte Globulus nämlich am Abend vor dem Kampf gedroht und ihm sein Amulett abgenommen.

Bei der Beerdigung wird eine seltsame Grabrede verlesen, die nach der Feier den Kindern ausgehändigt wird. Eigentlich würde das Geld, das Globulus bei seinen Kämpfen verdient hat, an seinen Besitzer Plautus fallen, doch Globulus hat sein Geld vorher versteckt, sodass Plautus jetzt genau wie die Kinder auf der Suche nach dem Geld sind. In der Grabrede gibt es mehrere Hinweise: Zum einen ist die Rede von einem tauben Blinden, der das Geld bewacht, der gefunden werden muss, aber darüber hinaus ist auch noch die Rede vom Duft des Honigs, den er genau wie den warmen Pelz auf seiner Brust und die Fleischklößchen, die er so liebte, vermissen wird. Natürlich können nicht nur die Kinder diese Hinweise entschlüsseln, sondern auch Plautus findet den Blinden. Er sucht sich fünf Kinder, die von der Beschreibung etwa auf die fünf Freunde von der Fortuna-Therma passen und gibt ihnen die drei geforderten Gegenstände. Da der Blinde ja nun mal blind ist, brauchen die fünf etwas, um sich ihm gegenüber auszuweisen: Etwas zum Schmecken, zum Riechen und zum Tasten; und so bringen ihm kurz danach die fünf Freunde die richtigen Gegenstände.

Er händigt ihnen das Geld aus, doch draußen erwartet sie Plautus, der das Geld auch noch nicht aufgegeben hat. Die fünf entwischen ihm, denn schließlich haben sie noch eine Mission…

Das Gold des Gladiators von A. Schacht

Rezension: Das Gold des Gladiators von Andrea Schacht

Das Gold des Gladiators von Andrea Schacht ist der erste Teil der Reihe, die insgesamt aus zwei Bänden besteht. Die Reihe Die Kriminalromane aus dem alten Rom. Der zweite Band heißt Der Fluch der Grabwächterin von Andrea Schacht.

In dem Band lernen wir erst einmal die Charaktere kennen. Dabei handelt es sich um fünf Kinder, die aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft kommen, dennoch miteinander befreundet sind und viel Zeit miteinander verbringen. Man merkt ihren unterschiedlichen Stand nur darin wie viele Aufgaben ihnen jeweils übertragen werden und man merkt es auch daran, dass sie sich gegenseitig ärgern. Ich fand es teilweise wirklich heftig wie sie gegenseitig aufeinander rumhacken, obwohl sie doch eigentlich befreundet sind. Aber auf der anderen Seite sind sie gegenseitig alle gemein zueinander. Caecilia ist etwas pummelig und deshalb wird sie geärgert, Titus hat einen lahmen Fuß und wird deshalb aufgezogen, weil er sich mehr gegen körperliche Arbeit sträubt als es sein Fuß eigentlich zulässt, Didia ist sehr burschikos, Ingwar kampfeslustig und Khep ein Sklavenjunge mit großen Ohren. Das ist deshalb wichtig, weil Didia ihn häufig an seinen großen Ohren zieht. Ich mochte es nicht so gerne wie alle miteinander umgehen, aber da es Kinder sind und man das Gefühl hat, dass alle geärgert werden unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung fand ich es nicht mehr ganz so schlimm.

Was mir gut gefallen hat war die Beschreibung der historischen Zustände. Es wurden die damaligen Bauwerke beschrieben, die Straßenführung, die Kultur, aber auch das damalige Essen und die Beziehungen der Familie und mit den Angestellten, die ja in der Fortuna-Therme alle zusammenleben und natürlich auch die medizinischen und gesundheitlichen Standards wurden beschrieben. Ich bin leider keine Geschichtsexpertin, aber wenn das alles so stimmt, was Andrea Schacht da beschrieben hat, dann können Latein- und Geschichtsschüler/innen dort viel lernen und alleine von dem Standpunkt her, ist es ein gutes Buch.

Weiterhin war es meiner Ansicht nach sehr spannend geschrieben. Natürlich passiert alles vor der Folie des historischen Roms, aber dennoch gab es eine spannende Kriminalgeschichte, in die die Kinder geraten sind und interessante Hinweise, die diese lösen mussten, auch wenn man als Erwachsener Leser dann doch manches vorher wusste und schneller auf manche Lösungen gekommen ist; aber das ist ja nicht weiter schlimm.

Da ich den zweiten Band schon gelesen hatte – man kann sie ziemlich problemlos auch in umgekehrter Reihenfolge lesen – kam es mir vor als würde ich zurück zu Freunden und in eine bekannte Welt kommen. Mir hat also der erste Band auch deshalb gut gefallen, weil man die Charaktere schon kannte. Ich war teilweise nur irritiert, weil ich irgendwo gelesen hatte, dass es sich bei Das Gold des Gladiators um den zweiten Band und nicht um den ersten handelte und das ist eben nicht so, weil hier Dinge geschehen, auf die dann im anderen Band aufgebaut werden.

Insgesamt hat mir der Kinderkrimi aus dem alten Rom Das Gold des Gladiators von Andrea Schacht sehr gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #13

Hallo ihr Lieben,

nach zwei-wöchigem Urlaub geht es nun mit einer neuen Gemeinsam Lesen-Aktion weiter und ich bin natürlich wieder dabei. Ich hatte schon kurz Angst, dass die Aktion eingestellt wird, aber mir gefällt sie ziemlich gut und hoffe, dass sie noch lange weitergeht:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Mord auf dem Golfplatz von Agatha Christie und bin auf Seite 170.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Eine Perücke, um auf der Bühne einen pikanten Gegensatz zu schaffen.“ Hercules Poirot erklärt Hastings woher er weiß, dass die Verdächtige und die Geliebte von Hastings nicht die Täterin gewesen sein kann…

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dieser Agatha Christie-Band zieht sich ein bisschen, weil die Auflösung beziehungsweise eigentlich nur Teile der Auflösung häppchenweise schon relativ früh bekannt gegeben wird. Das finde ich ein bisschen nervig, weil sich in der Folge dann immer wieder die „Tatsachen“ verändern.

  1. Hast du Vorurteile gegenüber bestimmten Genres? Wenn ja, gegenüber welchen?

Ich bin nicht sicher, ob es wirklich ein Vorurteil ist, aber meiner Erfahrung nach sind Bücher, die Literaturauszeichnungen bekommen ziemlich unverständlich und nicht schön zu lesen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Bücher, die besonders schlecht zu verstehen sind, pauschal solche Auszeichnungen erhalten, weil sie niemand gut genug versteht, um einschätzen zu können, ob sie wirklich gut oder schlecht sind.

Habt ihr irgendwelche Vorurteile?

Liebe Grüße

Vanessa

Montagsfragen

Montagsfrage: 14. September 2020

Montagsfrage: Nehmt ihr dieses Jahr an der Frankfurter Buchmesse teil?

Hallo ihr Lieben,

diese Woche möchte Antonia von uns wissen, ob wir auch in diesem Jahr an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich mit dem (Digital-)Konzept der Buchmesse praktisch noch gar nicht auseinandergesetzt habe. Ich weiß, dass es in FFM direkt irgendwelche Angebote geben soll und ich weiß, dass auch einiges digital stattfindet. Wie das genau aussieht, welche Beschränkungen es für die Nutzung gibt und ob es wieder Bloggertickets gibt (bzw. ob diese überhaupt notwendig sind und wenn ja für welche Angebote), weiß ich leider nicht und so ist es für mich noch ziemlich ungewiss, ob ich „hingehe“.
Wie ist das bei euch? Werdet ihr auf die Frankfurter Buchmesse gehen?

Liebe Grüße
Vanessa

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Die Geschichte des Beryll-Kopfschmuckes von Sir Arthur Conan Doyle

Alexander Holder kommt mit einem schwerwiegenden Anliegen zu Sherlock Holmes und Dr. Watson, denn so erzählt er, er arbeitet als Direktor und Miteigentümer einer Bank. Es kam ein berühmter Mann zu ihm in die Bank und bittet um ein Darlehen, dass er drei Tage später schon wieder zurückzahlen wolle. Als Sicherheit bietet er den Beryll-Kopfschmuck an, der mindestens 100.000 Pfund wert ist. Dem Bankdirektor ist nicht wohl bei der Verantwortung, aber er willigt dennoch ein. Da er aber dem Banktresor nicht vertraut, nimmt er den Schmuck mit sich nachhause und schließt ihn bei sich im Arbeitszimmer ein. Er erzählt seiner Nichte Mary und seinem Sohn Arthur von dem Schmuck. Arthur scheint abzurutschen, ständig ist er pleite und so bittet er auch nun seinen Vater wieder nach Geld, das dieser ihm nicht wieder geben möchte. Mary hingegen kümmert sich um den Haushalt und verhält sich immer nett und freundlich gegen ihren Ziehvater. Als er nachts Geräusche hört und auf diese Geräusche zustürmt, findet er seinen halbnackten Sohn mit dem zerbrochenen Schmuckstück in der Hand vor. Natürlich glaubt der Vater sofort, dass sein Sohn die Krone zerbrochen hat, doch man findet das abgebrochene Stück nicht. Dafür sieht man aber Fußabdrücke und das Schweigen Arthurs. Alexander ist verunsichert. Er weiß nicht nur nicht, was er von seinem Sohn halten soll, sondern braucht er auch die verschwundenen Steine, denn er muss die Krone zurückgeben. Sollten die Steine nicht wieder auftauchen, würde das seine Bank in Misskredit bringen.

Rückblickend betrachtet muss ich sagen, dass mich extrem stört, warum der Bankdirektor seinem eigenen Tresor so wenig traut, dass er den Beryll-Kopfschmuck lieber mit sich nachhause nimmt, statt ihn in der Bank einzuschließen. Natürlich kann man davon ausgehen, dass in der Bank noch andere den Tresor betreten können, aber diesen Leuten vertraut er bei normalen Geschäften auch. Wieso sollte er ihnen also nicht bei diesem Beryll-Schmuck trauen?

Davon abgesehen, fand ich es sehr faszinierend wie hier mit den Charakteren gespielt wurde. Arthur wird für den Versager gehalten, der seinen Vater ständig um Geld bittet, nichts auf die Reihe kriegt und von allen und sogar seinem Vater für einen Dieb gehalten wird. Wie sich herausstellt ist er aber ein guter Mensch und ist somit anders als er von anderen wahrgenommen wird. Mary hingegen verhält sich ebenfalls anders als man es von ihr vermuten würde, allerdings scheint sich das nach den Beschreibungen ihres Ziehvaters schon abzuzeichnen, zumindest für mich war klar, dass es bei ihr noch zu irgendeiner Wendung kommen würde.

Ich mochte Die Geschichte des Beryll-Kopfschmuckes von Sir Arthur Conan Doyle durchaus, auch wenn es sich hier mal wieder um eine Geschichte handelt, in der erst einmal sehr viel erzählt wird, was bisher vorgefallen ist, wonach die Protagonisten dann gemeinsam in das Haus des Bankdirektors Alexander Holder gehen um dort weiter zu ermitteln und Holmes dann aufgrund der Beweise eine Entscheidung trifft, wie genau der Tathergang gewesen sein muss.

Drõmar: Ehre und Wut von C. Noell

Inhaltsangabe: Drõmar: Ehre und Wut von Calin Noell

In dem Jugendbuch Drõmar: Ehre und Wut von Calin Noell geht es um zwei Menschenkinder, die nach Drõmar kommen, um dort dem Prinzen bei einer Aufgabe zu helfen.

Hannah und Lucas leben glücklich mit ihren Eltern zusammen bis sie alle vier in einen schrecklichen Autounfall geraten, den ihre Eltern nicht überleben. Fortan müssen Hannah und Lucas in einem archaischen Kinderheim, das in einem Kloster untergebracht ist und von Nonnen geführt wird, leben. Neben den grauenhaften Strafen ist das Gebet ihr täglicher Begleiter. Nachdem Lucas mal wieder bestraft wurde und sie ihn wochenlang nicht sehen konnte, beschließt Hannah, mit ihrem Bruder gemeinsam wegzulaufen.

Als sie am Abend der Flucht ihren Bruder am Seesteg mit einem Fremden sprechen sieht, führt diese Begegnung zur Wende in ihrem Leben. Der 9-jährige Lucas hat schon in den letzten Monaten immer wieder von einem Schloss und einem Drachen berichtet, die er auf der anderen Seite des Sees meint zu sehen. Hannah hat nie etwas gesehen, belässt ihrem kleinen Bruder den Glauben, weil sie hofft, dass er die Zeit im Kloster damit besser übersteht. Aẽnîd bittet Lucas (und nun eben auch Hannah) ihn zu begleiten, weil er eine Aufgabe hat, für die er ein Menschenkind braucht.

Nach einigen Schwierigkeiten beim Überschreiten der Grenze, bei denen Hannah beinahe gestorben wäre, befinden sich die drei nun in Drõmar. Dort lässt ihre erste Probe aber nicht lange auf sich warten, denn sie werden vom Volk der Waljãzãr überfallen, die Hannah ihre Sachen wegnehmen wollen, da diese nicht ihren Namen oder ihr Symbol auf all ihren Besitz geschrieben hat. Nachdem die Waljãzãr erkennen, dass sie hier nicht nur mit dem Kronprinz zu tun haben, mit dem sie nicht so schnell warm werden, merken sie schnell, dass diese beiden Menschenkinder etwas besonderes sind, und beschließen spontan ihnen zu helfen, denn weder Hannah noch Luc haben eine Idee wie sie mit ihren neuen Kräften umgehen sollen.

Aẽnîd hingegen ist der älteste Sohn des Königspaares von Drõmar und somit der Kronprinz, allerdings hat er auch fünf weitere Geschwister, die allesamt deutlich jünger sind als er. Aẽnîd, etwa 16 Jahre alt, wird losgeschickt, um eine Prüfung zu absolvieren. Wie diese genau aussieht, weiß er nicht, aber ihm wird gesagt, dass er nicht wirklich in Gefahr geraten kann, denn er bekommt ein Amulett von seinem Meister und ein Buch, in dem alte Legenden seiner Heimat stehen, von seiner jüngsten Schwester, die eine Tadara ist. Unterwegs stellt sicher heraus, dass Aẽnîd mit einem Bann belegt wurde, sodass er die Legenden und Mythen seiner Heimat nicht behalten kann. Das Wissen ist zwar da, aber für ihn nicht abrufbar. Außerdem erfährt er, dass dieser Zauber nur von Pruk, dem Drachen, bei dem Aẽnîd auch die Prüfung ablegen soll, gebrochen werden kann.

Tadars und Tadaras sind Seher und Seherinnen, die Dinge sehen können. Auch Lucas ist ein Tadar, kann aber mit seiner Gabe des Sehens noch nicht viel anfangen und braucht noch eine relativ detailliere Anleitung, um mit seiner Gabe wirklich etwas bewirken zu können. Hannah hingegen ist eine Bakana. Sie kann ebenfalls Dinge sehen, die für andere nicht sichtbar sind. Deren Zauberkräfte werden für Hannah bei geschlossenen Augen durch Farben sichtbar. Aẽnîd hat ebenfalls Zauberkräfte, allerdings sind die seinen deutlich schwächer. Aber darüber hinaus hat er auch noch seine treue Drachte, Arth, der eine Mischung aus Pferd und Drache ist, und der eine sehr enge Verbindung zu Aẽnîd hat. Ein treuer Begleiter ist Stõrr, ein Grõm, den Aẽnîd von seiner Schwester erhalten hat. Er unterstützt die drei größeren Reisegefährten mit vielen nützlichen Infos.

Nach einem furchtbaren Streit mit Aẽnîd, nach dem dieser einfach verschwindet, müssen beide Gruppen getrennt voneinander ihre Reise fortsetzen, denn Hannah und Lucas wollen Aẽnîd einholen um ihre Differenzen zu klären und ihm weiterhin bei seiner Prüfung zu helfen. Die Waljãzãr begleiten Hannah, Lucas und Stõrr, während Arth und Aẽnîd zu zweit unterwegs sind. Nach einigen Hindernissen, beispielsweise einem Seilch, der sich in den Gängern der Waljãzãr niedergelassen hat und mit dem sie verhandeln müssen, damit dieser sie durchlässt und einem Magierlehrling, der Arth vergiftet, treffen beide Gruppen wieder aufeinander. Doch natürlich sind noch nicht alle Gefahren überstanden, Arth muss gerettet werden, Hannah wird entführt und muss wieder geholt werden und natürlich müssen Hannah und Lucas auch ihre Kräfte weiter stärken, damit Lucas Aẽnîd bei dessen Prüfung helfen kann.

Werden sie noch rechtzeitig bei Pruk ankommen? Wird Aẽnîd seine Prüfung bestehen? Und wer steckt hinter dem Bann in Aẽnîds Kopf und hat ihm den mordenden Magierlehrling auf den Hals gehetzt?