Lieben Sie Brahms von F. Sagan

Rezension: Lieben Sie Brahms.. von Francoise Sagan

Bei dem Roman Lieben Sie Brahms.. von Francoise Sagan handelt es sich um einen unglaublich traurigen, melancholischen Roman. Es geht wieder einmal um eine Liebesbeziehung doch dieses Mal wird nicht (wie beispielsweise bei Ein gewisses Lächeln) die Beziehung zwischen einem älteren Mann und einer jüngeren Frau thematisiert, sondern die Liebe zwischen einer älteren Frau und einem jüngeren Mann.

Fangen wir doch hinten an: Paule ist Ende 30 und führt eine Beziehung mit einem ungefähr 15 Jahre jüngeren Mann. Sie lebt während des Romans in zwei eher lockeren Beziehungen, bei denen es beide Mal nicht um die große Liebe und nicht um Heirat und Kinder kriegen geht. Die Beziehungen werden nur ein bisschen verurteilt. Das einzige Außenbild, das wir von diesen Beziehungen bekommen ist, dass Simons Mutter dafür ist, dass sein Sohn sich auf eine so viel ältere Frau einlässt. Und das andere ist, dass Paule sich am Anfang ihrer Beziehung zu Simon Gedanken darüber macht wie ihre Bekannten auf ihre Beziehung mit dem viel jüngeren Mann reagieren könnten. In einem Restaurant gibt es auch ein paar Kommentare in die Richtung, die aber nicht direkt an Simon und Paule adressiert werden, sondern schlichtweg so laut gesprochen werden, dass die beiden sie hören. Gerade deshalb finde, weil es sogar ein paar kritische Kommentare bei dieser Beziehung gibt, finde ich das Thema so wichtig. Zum einen finde ich den Altersunterschied zwischen den beiden nun auch wieder nicht so groß und zum anderen finde ich es nicht richtig, wenn Frauen für solche Beziehungen verurteilt werden, aber die Gesellschaft bei älteren Männern, die mit jüngeren Frauen zusammen sind, wird diese Beziehung nicht verurteilt.

Und nun dazu wie traurig dieser Roman ist. Dass die Romane von Francoise Sagan von Melancholie strotzen ist nichts neues und macht diese Romane bisweilen sogar besonders lesenswert. Warum sollte man nicht einmal einen solchen Roman lesen? Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn man mal etwas lesen möchte, das einen zum Nachdenken anregt, schließlich thematisiert Sagan meist Themen, die in irgendeiner Form gesellschaftlich relevant sind oder über die man zumindest mal nachdenken kann, was auch bei Lieben Sie Brahms.. der Fall war. Was mir aber bei diesem Roman aufgefallen ist: a) es passiert kaum etwas in diesem Roman (Paule geht mit Roger aus, Paule geht mi Simon aus, sie arbeitet von Zeit zu Zeit und macht den ein oder anderen Spaziergang/-fahrt) und b) dieser Roman ist dennoch unglaublich traurig (ich war irgendwann so niedergeschlagen von diesem Roman, dass ich ihn unterbrochen habe und ihn später weiterlesen musste). Natürlich ist solche Emotionalität auf der einen Seite gar nicht schlecht und es ist schön, dass einen geschriebene Zeilen so bewegen und die eigene Stimmung so beeinflussen können, auf der anderen Seite war ich ohnehin schon in trauriger Stimmung und konnte es gar nicht gebrauchen noch mehr traurig gemacht zu werden.

Insgesamt hat mir Lieben Sie Brahms.. eigentlich ganz gut gefallen, aber für mich war der Roman von Francoise Sagan nicht so stark wie die anderen Romane, die ich von ihr gelesen habe. Dennoch empfehle ich ihn, gerade auch wegen des immer noch tabuisierten Themas, gerne weiter.

Montagsfragen

Montagsfrage: 06. April 2020

Montagsfrage: Welche Bücher könnt ihr Eltern (& gelangweilten Kindern) gerade sehr empfehlen?

Hallo ihr Lieben,

Antonia fragt heute danach welche Bücher wir Eltern sehr empfehlen können. Damit habe ich zwei Probleme: 1. Hatten wir eine ähnliche Frage gerade erst vor zwei Wochen und ich weiß nicht, was ich jetzt darauf antworten soll. 2. Weiß ich nicht so genau inwiefern sich die Lektüregewohnheiten von Eltern von denen von nicht-Eltern unterscheiden.
Deshalb verändere ich die Frage einfach und empfehle einfach nur ein Buch ohne dass ich davon ausgehe, dass es ein elternspezifisches Buch ist: Der Krimi Bis ihr sie findet von Gytha Lodge soll der Auftakt zu einer Reihe werden, ist aber auch davon losgelöst ein toller Krimi. Eine 14-Jährige verschwindet bei einem Camping-Ausflug mit ihrer älteren Schwester und deren Freunden. 30 Jahre später findet ein kleines Mädchen die sterblichen Überreste von Aurora und die Ermittlungen kommen wieder ins Rollen. Hat noch ein anderer von dem Camping-Ausflug der Jugendlichen gewusst oder sind einzig die sechs Freunde verdächtig? Ein relativ klassischer Whodunit, der auch noch in England spielt und so durchaus (entfernt) an Christie erinnert.
Kennt ihr das Buch oder die Autorin?

Liebe Grüße
Vanessa

SuB-Experiment Buch auf Bewährung

Kurz reingelesen: Darktown von Thomas Mullen

In Atlanta im Jahre 1948 gibt es nur eine kleine Polizeieinheit mit schwarzen Polizisten. Diese laufen nur in einem sehr begrenzten Gebiet Streife, sie haben keine Autos und keine Waffen und dürften auch nur Schwarze verhaften. Ihnen ist es nicht gestattet Weiße zu verhaften, egal was diese anstellen. Als Lucius Boggs und Tommy Smith gerade in ihrem Viertel Streife laufen, treffen sie auf einen gefährlich fahrenden Autofahrer. Erst fährt er eine Straßenlaterne um, dann fährt er ständig im Kreis und die beiden Polizisten fragen sich, was das zu bedeuten hat. Als sie sehen, dass es sich bei dem Fahrer um einen Weißen handelt, müssen sie die weißen Polizisten um Verstärkung bitten, denn sie dürfen nichts tun. Tatsächlich antwortet ein Streifenwagen. Officer Dunlow und sein Partner Officer Denny Rakestraw kommen vorbei, obwohl Boggs und Smith Dunlow kennen und wissen, dass er ein Rassist ist. Und dann kommt, was man schon ahnt: Der Officer verwarnt den Autofahrer und lässt ihn unbehelligt ziehen.

Ja ich weiß, auf den ersten 20 Seiten passiert nicht so wahnsinnig viel, aber gerade deshalb wollte ich euch eine solche detaillierte Beschreibung liefern, damit ihr seht wie langsam sich die Geschichte am Anfang entwickelt. Die Personen werden charakterisiert und es wird ein Gefühl für die Gesellschaft, die Umstände, die Zeit und den Ort entwickelt. Dafür sind die ersten 20 Seiten auf jeden Fall sinnvoll und notwendig, aber es führt leider gleichzeitig dazu, dass ich die ersten 20 Seiten langweilig fand. Ja, Gesellschaftskritik finde ich interessant und ja, eine Gesellschafsstudie ist gut und interessant. Sich mit Themen wir Rassentrennung (die schwarze Bevölkerung lebt in dem einen Viertel und der Rest der Bevölkerung in anderen Vierteln) und Rassismus sind sicherlich Themen über die man reden sollte und Bücher können helfen, Horizonte zu erweitern und man kann als Leser lernen, sich in Figuren hineinzuversetzen. Aber mich könnte der Krimi nicht begeistern und hat es so leider nicht geschafft nach 20 Seiten auf meinem Sub zu landen.

Der Traum des Leuchtturmwärters von S. Bambaren

Inhaltsangabe: Der Traum des Leuchtturmwärters von Sergio Bambaren

In dem Roman Der Traum des Leuchtturmwärters von Sergio Bambaren geht es um Martin und Paola, die sich zufällig in einem Restaurant kennen lernen. Martin kauft einem armen Mädchen eine Rose ab und bittet es, diese Rose einfach einer der vier Frauen am Nachbartisch zu schenken, aber ohne zu verraten, dass die Rose von ihm kommt. Sie verrät ihn trotzdem und die Frau, der die Rose geschenkt wurde, Paola, und Martin kommen ins Gespräch. Obwohl er nur auf einer Dienstreise Santiago, verabreden sich Paola und Martin und werden bald ein Paar.

Ihre Eltern sind mit dieser Verbindung nicht einverstanden, doch das stört das Paar nur wenig, schließlich sind sie beide schon über 30 und damit selbst verantwortlich für ihre Handlungen. Paola kann es aber nicht so einfach wegstecken, dass ihre Eltern die Beziehung nicht gutheißen, wenngleich sie mit Martin häufiger zu Besuch bei ihren Eltern ist. Dennoch wohnen Martin und Paola zumindest zeitweise zusammen, denn sie reisen viel miteinander.

Gemeinsam suchen sie auch nach einem Häuschen, in dem sie leben könnten. So stoßen sie beispielsweise bei einem ihrer Ausflüge auf einen alten, verlassenen und inzwischen auch verfallenen Leuchtturm. Dieser Turm steht – wie das für Leuchttürme häufig üblich ist – oben auf einer Klippe, von der man einen wunderschönen Blick auf das Meer hat. Der Leuchtturm selbst ist abgeschlossen, aber sie treffen auf jemanden, der ihnen rät mit dem Admiral Kontakt aufzunehmen, da diesem der Leuchtturm früher gehörte und er in diesem als Leuchtturmwärter gearbeitet habe.

Paola und Martin besuchen den Admiral in einem Altenheim und fragen, ob sie den älteren Herrn mal mit auf einen Ausflug nehmen könnten. Die Pflegerin ist nicht so begeistert, lässt das Abenteuer aber zu. Als der Admiral am Leuchtturm anlangt, wird er lebendiger, er läuft und lässt sich nicht mehr nur im Rollstuhl schieben und er beginnt sogar, mit den beiden zu sprechen, obwohl er bisher mit niemandem aus dem Heim gesprochen hat.

Gemeinsam beschließen die drei, dass sie den Admiral von nun an häufiger aus dem Heim abholen und obwohl die Schwester noch immer keine Erlaubnis dafür hat und der Admiral sich auch nicht dafür ausspricht, gibt sie Paola und Martin den Patienten mit, denn die Ausflüge scheinen ihm sichtlich gut zu tun. Auch beschließen die drei, den Leuchtturm gemeinsam zu restaurieren, damit er nicht komplett verfällt, weil sie den Leuchtturm lieben, weil Paola als Architektin die Herausforderung und die Aufgabe liebt und weil Martin das Symbol des Leuchtturms toll findet und von so etwas und dem Meer fasziniert ist.

Der Traum des Leuchtturmwärters von S. Bambaren

Rezension: Der Traum des Leuchtturmwärters von Sergio Bambaren

Der Roman Der Traum des Leuchtturmwärters von Sergio Bambaren ist ein relativer kurzer Roman, wobei die Texte des Autors meiner Erfahrung nach ohnehin nicht so umfangreich sind. Dennoch wird in diesem Roman eine kleine Geschichte erzählt, die sehr stark an eine Liebesgeschichte erinnert, wobei die beiden Protagonisten interessanterweise schon ziemlich am Anfang zusammenkommen und es im Folgenden neben der Beziehung um andere Fragen wie beispielsweise diese des über sich selbst hinaus Wachsens.

Über Martin und Paola als Figuren erfahren wir weniger, denn sie sind und bleiben zwar Figuren mit Träumen, Gedanken und Gefühlen, aber man hat dennoch das Gefühl, dass es Stereotype sind, die hier abgehandelt werden, denn abgesehen von ihren Träumen und Gefühlen bekommen sie kaum weitere Charaktereigenschaften. Paola und Martin scheinen Träumer zu sein, Paola möchte ein Mosaik bauen und Martin träumt von der Freiheit auf dem Meer, die er beim Surfen empfindet. Außerdem sind es in irgendeiner Art nette Menschen, denn sie kümmern sich um einen wildfremden, alten Mann, der im Altenheim wohnt und beinahe schon vegetiert, denn er bekommt nie Besuch, spricht nicht und lebt dort still und einsam vor sich hin und trauert seiner Frau nach. Meiner Ansicht nach war es das aber mit den Charaktereigenschaften der beiden Figuren.

Dennoch handelt es sich bei Der Traum der Leuchtturmwärter um ein unglaublich schönes Buch. Es geht eben darum, wie wir über uns selbst hinauswachsen können und unsere Träume artikulieren können. Was wir tun können, um unseren Träumen näher zu kommen, ohne, dass wir uns einfangen lassen. Es geht um Liebe und darum, dass man sie empfinden kann, ohne, dass man sich deshalb gleich an einen anderen Menschen für den Rest des Lebens bindet. Außerdem geht es aber auch darum, mit Traditionen zu brechen, auch wenn es sich komisch anfühlt, vor allem dann, wenn man tief in seinem Herzen spürt, das manche Traditionen es nicht wert sind, dass man sie aufrecht erhält.

Diese ganzen Themen werden vor einem wunderschönen Setting behandelt: Ständig geht es um das Meer und den Strand und besonders der Leuchtturm (wer hätte es nach dem Titel des Romans gedacht) spielt eine besondere Rolle. So wird der Leuchtturm nicht nur Kulisse der Handlung, sondern auch Symbol: Symbol für die Freiheit von Martin und Paola, Symbol für die Liebe der beiden, Symbol für die Liebe zum Meer, die der Admiral empfindet (auch zu seiner Frau), Symbol für das Licht, das in die Welt getragen wird und natürlich Symbol für die Möglichkeit, alle seine Fragen stellen zu können und sich mit sich selbst auseinandersetzen zu können.

Insgesamt ist Der Traum des Leuchtturmwärters von Sergio Bambaren ein unglaublich schöner Roman, der wirklich poetisch und unglaublich ästhetisch ist und gerade deshalb schon eine Chance verdient, darüber hinaus ist der Roman aber auch manchmal ein bisschen langatmig. Man müsste ihn fast schon als eine Art Lehrbuch/Gedankenbuch durcharbeiten und sich das verinnerlichen, was der Roman einem sagen möchte. Eine der wichtigsten Botschaften, die Bambaren bzw. sein Erzähler und seine Figuren einem mitgeben: Vertraue auf dich und deine Gefühle und lasse nicht zu, dass dir irgendwer deine Träume nimmt, lass dich von Grenzen nicht einengen und durchbreche die gläsernen Wände…

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Die fünf Apfelsinenkerne von Sir Arthur Conan Doyle

In dieser Kurzgeschichte Die fünf Apfelsinenkerne von Sir Arthur Conan Doyle geht es um John Openshaw, der mit seiner Geschichte zu Holmes kommt. Openshaw hat etwas sehr seltsames erlebt. Er wuchs einige Jahre bei seinem Onkel auf, welcher schon immer ein wortkarger, stoffeliger Mann war, der aber als er eines Tages einen Brief bekommt, noch zurückgezogener lebt. Er bekommt einen Briefumschlag, aus dem fünf Apfelsinenkerne fallen, innen stehen drei Buchstaben: KKK. Der Onkel geht in sein Zimmer und verbrennt eine Unmenge an alten Unterlagen, welche niemals von jemandem eingesehen werden durften. Erst einige Wochen später hat er einen verhängnisvollen Unfall. Er stirbt und sagt seinem Neffen zuvor noch, dass er seinem Bruder alles vermacht, wenn dieser aber auch stirbt, solle er sich hüten das Erbe seines Vaters anzunehmen. Sein Bruder bekommt das Erbe und nimmt es an. Einige Wochen später, bekommt auch er einen seltsamen Brief, welchen er allerdings nicht sonderlich ernst nimmt. Auch in diesem Brief sind fünf Apfelsinenkerne und innen stehen die drei Buchstaben: KKK. Auch John Openshaws Vater stirbt kurz darauf bei einem mysteriösen Unfall. Auch John Openshaw nimmt das Erbe an. Für Monate bleibt er unbehelligt, aber irgendwann bekommt auch er einen Brief mit fünf Apfelsinenkernen. Außerdem bekommt er den Hinweis, dass er die Unterlagen auf die Sonnenuhr im Garten legen soll. Da aber von den Unterlagen nicht mehr viel übrig bleibt, hat er nur ein Blatt, das er auf die Sonnenuhr legen könnte. Er kommt also zu Sherlock Holmes nachdem auch ihn solch ein Brief erreicht hat, allerdings erst Tage später. Holmes ist schockiert, dass Openshaw so spät zu ihm kam. Er legt ihm nahe, auf dem Heimweg vorsichtig zu sein. Am nächsten Morgen möchte er seine Ermittlungen aufnehmen. Watson teilt ihm mit, dass Openshaw tot aus dem Fluss gezogen wurde. Holmes ist wütend, er lässt nach Amerika telegraphieren, wo die Mörder herkommen, allerdings kommt das Schiff, das von England nach Amerika unterwegs war, dort niemals an, sodass die Mörder ihrer gerechten Strafe nicht mehr zugeführt werden können. Holmes wertet den Mord an Openshaw als persönliche Beleidigung, da dieser mit seiner Angelegenheit zu ihm kam.

In dieser Kurzgeschichte geht es um Mord, allerdings kommt der Klient erst zu Holmes, als er bereits eine Todesdrohung erhalten hat. Davor gab es allerdings schon zwei Morde, die als Unfälle getarnt worden waren, sodass es Holmes nicht gerade leicht hat, diesen Fall noch rechtzeitig zu lösen. Was ich nicht richtig verstanden habe, war, dass er Openshaw einfach so nach hause schickt, obwohl dieser einen recht weiten Heimweg hat, statt ihm anzubieten, dass er die Nacht bei ihm hätte verbringen können, sodass er ihn hätte schützen können oder Openshaw zumindest nicht in einen Unfall hätte verwickelt werden können. Stattdessen schickt er jemanden heim, der in Lebensgefahr schwebt. Man versteht also, warum sich Holmes hinterher große Vorwürfe macht.

In dieser Geschichte geschieht insgesamt sehr wenig, denn hauptsächlich besteht diese Geschichte aus einem recht langen Intro, in welchem Watson von der Situation der Geschichte berichtet, nämlich, dass diese Geschichte einer der seltsamsten Dinge war, die ihnen jemals passiert sind. Weiterhin funktioniert diese Geschichte sehr viel über das Gespräch, das Holmes, Watson und Openshaw miteinander führen und so passiert relativ wenig während dieser Geschichte, obwohl sie wirklich sehr seltsam ist und Holmes dennoch mit wenigen Anstrengungen hinter die Geheimnisse dieser mysteriösen Botschaften kommt.

Insgesamt ist die Geschichte Die fünf Apfelsinenkerne von Sir Arthur Conan Doyle wohl eine der mysteriösesten Geschichten, und gleichzeitig auch die bisher mordreichste der Kurzgeschichten, weshalb ich diese Geschichte auch empfehlen möchte, ist die Tatsache des Rätsels und dass Holmes den jungen Openshaw hätte retten können. Insgesamt ist Die fünf Apfelsinenkerne also eine interessante Geschichte von Doyle, aber dennoch nicht das Meisterwerk schlechthin.

Das Logo von W. Borchers

Inhaltsangabe: Das Logo von Wolfgang Borchers

In dem Kriminalroman Das Logo von Wolfgang Borchers müssen Kriminalhauptkommissar Trinkhaus und seine Kollegen zum zweiten Mal in Wetzlar ermitteln. Leo geht es gut, dann er hat seit etwa einem Jahr eine Freundin: Carola, mit der er inzwischen mehr Zeit in ihrer Wohnung als in der eigenen verbringt. Dirk Roß ist mit Elke zusammen und auch bei Hanne Ziegler und ihrem Ehemann scheint es gut zu laufen.

Als eines Morgens ein Mann erschossen in seinem Auto aufgefunden wird, muss das Team ermitteln. Wer war der Mann und kann es um diese Uhrzeit bereits Zeugen geben? Wurde der Mann aus privaten oder geschäftlichen Gründen ermordet? Trinkhaus und seine Kollegen finden heraus, dass der Mann als Regionalbetreuer für eine Windkraftanlage in Wetzlar war. Die Firma, für die er arbeitet, sitzt in Kiel und kann zu den Ermittlungen nicht so wahnsinnig viel beitragen. Da Bergmann aber keine Familie hatte, und auch noch nicht so viele Freunde in der neuen Heimat, lässt sich ein Verbrechen aus privaten Motiven relativ zeitnah ausschließen.

Es ist klar, dass Wetzlar gespalten ist, ob der Windkraftanlage. Manche wollen sie, weil sie sie als guten Schritt in die Zukunft sehen und andere wiederum sind rundheraus dagegen und formieren sich sogar zu einer Bürgerinitiative. Gemeinsam organisieren sie sich und versuchen sogar mit den örtlichen Politikern ins Gespräch zu kommen, um heraus zu finden, wie die Stadt zu dem Projekt steht. Trinkhaus und seine Kollegen ermitteln in viele Richtungen, doch letztlich finden sie den Hinweis in Wohnung und Auto des Verstorbenen. Als sie im Auto einen versteckten Schlüssel finden, müssen sie schnell herausbekommen, woher der Schlüssel kommt, denn sie finden abgesehen von diesem Hinweis keine anderen Ermittlungsansätze.

Sie finden die Bank, zu deren Schließfachanlage der Schlüssel geht und fahren dorthin. Dort angekommen, finden sie im Schließfach wichtige Dokumente für den Bau der Anlage, und obwohl Bergmann das letzte Mal deutlich vor seinem Tod am Schließfach war, verbirgt sich darin endlich eine erste richtige heiße Spur. Parallel hat sich aber auch noch ein anderes Kommissariat in die Ermittlungen eingeschaltet, denn sie müssen im gleichen Umkreis ermitteln, nachdem es Vorwürfe von Bestechung und Unterschlagung gab.

Das Logo von W. Borchers

Rezension: Das Logo von Wolfgang Borchers

Zu erst einmal: Man sollte bei dieser Reihe, glaube ich, wirklich alle drei Bände in der richtigen Reihenfolge lesen, weil ich nicht sicher bin, wie viele zwischenmenschliche Verbindungen klar sind, wenn man die Bände in falscher Reihenfolge liest.

Auch in diesem Band werden wieder, wie in einem Regionalkrimi üblich, viele örtliche Begebenheiten beschrieben und man kommt dieses Mal sogar ein bisschen aus Wetzlar selbst heraus und bekommt eine Beschreibung der umliegenden Dörfer und Städte, darunter beispielsweise Herborn. Dafür kommen die Wetzlarer Örtlichkeiten aber ein bisschen kurz, was aber der Lesefreunde keinen Abbruch tut.

In den Privatleben der verschiedenen Kommissare gibt es keine Streitereien, keinen Zwist, alles scheint gut zu laufen, allerdings geschehen dennoch unglaublich viele Dinge in den Privatleben. Würde man den gesamten privaten Inhalt aus dem Krimi herauslassen, hätte man, vermute ich, nicht einmal mehr die Hälfte an Seiten. So wird beispielsweise auch die Frage, warum einer der Kolleginnen am Anfang des Romans bei einer Veranstaltung im Rosengärtchen so schlecht wurde, nicht geklärt. Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass das mit den späteren Ermittlungen zu tun haben wird. Aber die Polizisten waren nun mal privat im Rosengärtchen, sodass hier wieder etwas sehr ausführlich geschildert wird, das für die Ermittlungen überhaupt keine Relevanz hat.

Darüber hinaus werden die Polizisten dieses Mal als ziemlich inkompetent dargestellt. Ich meine, dass man versucht, eine humoristische Note in einen Krimi zu bringen, finde ich gut. Ich kann auch verstehen, wenn man die Polizisten mal Fehler machen lässt, damit diese etwas menschlicher und vielschichtiger wirken, aber was mich wirklich gestört hat, war, dass die Polizisten beispielsweise den Schlüssel finden und daraufhin erfahren zu welcher Bank dieser gehört. Sie wollen zu viert hinfahren und nicht einer fragt Mal: Hey, wer nimmt eigentlich den Schlüssel mit? Ich meine, ja, derjenige, der den Schlüssel beaufsichtigt hat ihn vergessen, aber auch keiner der anderen drei hat Mal gefragt, ob er an den Schlüssel denkt. Sie stehen schon unten im Tresorraum der Bank bevor sie merken, dass sie den Schlüssel vergessen haben. Das wirkt alles in allem sehr unprofessionell, wozu auch zu zählen wäre, dass Trinkhaus, seine Freundin einen Teil der Ermittlungen durchführen lässt, indem sie als Reporterin getarnt bei verschiedenen Menschen anruft, um sich Informationen zu beschaffen. Wer kommt den auf die Idee, dass man solche Anrufe seine Freundin machen lassen sollte.

Leider zogen sich diese Schnitzer durch den ganzen Krimi, weshalb die Polizisten auf mich nur noch einen unprofessionellen Eindruck machten und überaus lächerlich wirkten. Auch, dass der Kriminaltechniker eine Woche braucht um die Wohnung des Ermordeten zu untersuchen, finde ich ein starkes Stück. Da ist ein Mensch gestorben und man versucht nicht einmal Informationen über den Ermordeten zu erhalten, indem man seine Wohnung untersucht. Vielleicht lag das schlichtweg daran, dass die Ermittlungen dann mehr oder weniger vorbei gewesen wären, weil im Auto ja der Schlüssel war, der die heiße Spur zum Täter ist.

Insgesamt gaben diese ganzen Schnitzer und Probleme mit der Polizeiarbeit durch den gesamten Kriminalroman, sodass ich Das Logo von Wolfgang Borchers nur sehr kritisch weiterempfehlen kann. Wenn man Wetzlar kennt und mag, kann der Krimi trotz einiger Schwächen vielleicht dennoch Spaß machen, aber ich hatte dennoch so meine Probleme mit diesem.

Montagsfragen

Montagsfrage: 23. März 2020

Montagsfrage: Welches Buch hast du zuletzt beendet?

Hallo ihr Lieben,

ich bin diese Woche zwar etwas verspätet aber dennoch bei der Montagsfrage dabei! Diese Woche möchte Antonia wissen, welches Buch wir zuletzt beendet haben.
Lustigerweise habe ich das Buch, das ich zuletzt beendet habe, schon an anderer Stelle auf meinem Blog erwähnt, aber noch nicht rezensiert. Ich habe als letztes von Sergio Bambaren Der Traum des Leuchtturmwärters beendet und kann euch das Buch nur empfehlen. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die aber vor einem unglaublich schönen Hintergrund erzählt wird; am Meer, in einem Leuchtturm. Aber es geht auch darum, dass man seine eigenen Grenzen überwinden muss, um über sich selbst hinauszuwachsen und sein eigenes Leben zu leben und glücklich zu werden. Das hat mir alles in allem sehr gut gefallen. Kennt ihr das Buch? Oder ein anderes Werk des Autors?

Liebe Grüße
Vanessa