Asphalthelden von J. Reynolds

Rezension: Asphalthelden von Jason Reynolds

Asphalthelden ist ein Sammelband mit vielen kleinen und etwas längeren Geschichten von Jason Reynolds. Die Geschichten drehen sich alle um den Heimweg von Schülerinnen und Schülern einer Schule. Einige von ihnen kennen sich, andere kennen sich nicht oder zumindest nur vom sehen.

Ich könnte jetzt zu jeder einzelnen Geschichte schreiben, was mir gut gefallen hat und was weniger, aber das würde, denke ich, zu weit führen. Allerdings kann es sein, dass ich doch ein paar Geschichten explizit erwähnen werde.

Schade fand ich, dass ich die Charaktere aus den ersten Geschichten ziemlich cool fand und man sich dann doch sehr schnell wieder von ihnen verabschieden musste, zumal ich so das Gefühl hatte, dass weder TJ noch Jasmine in vielen Geschichten erwähnt wurden, aber vielleicht habe ich es auch nur überlesen, schließlich werden die Figuren selten namentlich erwähnt und ich wusste am Anfang noch nicht, dass die Geschichten häufig zusammenhängen.

Mir hat sehr gut gefallen, dass die Figuren, die in einer Geschichte vorkommen, auch noch in anderen erwähnt werden. Dass Pia beispielsweise mitbekommt wie Simeon und Kenzi aus einer späteren Geschichte im Flur von einer Lehrerin gerügt werden oder dass Cynthia zwei Mädchen auf dem Friedhof sitzen sieht und Kenzi beispielsweise in der letzten Geschichte wieder vorkommt, weil Ms. Post ihn gerettet hat. All diese Verwicklungen der Figuren, die zumindest auch in den anderen Geschichten erwähnt werden – ich könnte diese Reihe hier auch noch fortsetzen – haben mir sehr gut gefallen. Wahrscheinlich würde man auch noch weitere Verwicklungen feststellen wenn man das Buch noch einmal liest.

Die Themen, die im Buch behandelt werden, haben mir auch gut gefallen; aus zwei Gründen. 1. Zeigen sie wie divers eine normale Schule sein kann. Klar, hier geht es um eine amerikanische, öffentliche Schule, aber in Deutschland würde das wohl ähnlich aussehen. Von den Kindern entspricht keines dem Schema eines „normalen“ Kindes. Jedes ist auf seine Art besonders und hat mit dem eigenen Schicksal zu kämpfen, sei es weil es selbst krank ist oder weil die Eltern krank sind, sei es aus Angst um die Mutter oder aus anderen Gründen. Und hier kommen wir schon zum 2. Grund: Die Themen, die in dem Buch behandelt werden sind allesamt wichtig und sehr vielfältig. Klar „fehlen“ hier ein paar Themen wie beispielsweise Sucht, Rassismus oder Bulimie, aber ich denke, wenn man diese auch noch alle untergebracht hätte, dann wären es zu viele Themen geworden. Schließlich gibt es nur 10 Geschichte in dem Sammelband. Aber die Themen, die vorkommen sind auf jeden Fall wichtig und machen den Band schon lesenswert. Das Thema Krankheit (Krebs, Demenz) ist sehr präsent, aber auch zum Thema Sexismus findet sich eine Geschichte in dem Buch und in einer Geschichte geht es um Sexualität. Andere Geschichten beschäftigen sich mit den Themen Angst vor Hunden und Angst davor, dass etwas schlimmes passieren könnte. Aber in einer anderen Geschichte geht es darum, dass ein Junge auf ein Mädchen steht und sie gerne mal anrufen würde.

Ebenfalls gut gefallen hat mir die Tatsache, dass manche der Geschichten nicht wie normale Geschichten waren. Fatima schreibt beispielsweise in weiten Teilen ihrer Geschichte eine Liste mit den Veränderungen des Schulwegs, Satchmos Plan besteht aus etlichen Schritten, die die Geschichte in weiten Teilen bestimmen und Kenzis und Simeons geheimer Check ist auch schwieriger zu lernen als fünf andere Sachen, deren Aufzählung einen großen Teil der Geschichte einnehmen. So sind in dem Sammelband auch verschiedene Erzählformen gemischt, die zeigen wie unterschiedlich Geschichte eigentlich sein können. s

Alles in allem kann ich gar nicht sagen welche von den vielen, coolen, traurigen, berührenden, lustigen und absurden Geschichten meine Lieblingsgeschichte war. Ich fand sehr viele von ihnen cool und mochte den Geschichtensammelband Asphalthelden von Jason Reynolds sehr gerne und auch die Idee einer solchen Geschichtensammlung hat mir unglaublich gut gefallen.

 

 

 

Vielen Dank für die Leserunde und das Rezensionsexemplar!

Bücherdämmerung

Dichtung gegen Dumpinglohn – Von der Ökonomie des Schreibens von Dietmar Dath

Die Interessen von Verlagen und Autor:innen decken sich nur ansatzweise, da beide zwar keine Raubkopien wollen, aber Verlage auch alles tun würden um mehr Umsatz zu machen; auch wenn das dann gegen ihre Autor:innen gehen würde, wenn sie diese also beispielsweise schlechter bezahlen. Durch viele Umsatzschmälerungen, die Autor:innen durch Verlage und die Öffentlichkeit hinnehmen müssen (hier bspw. die kostenlose Veröffentlichung von noch nicht gemeinfreien Werken im Internet), müssen neue Erlösmöglichkeiten erdacht werden (also Micropayments, elektronische Subskriptionen von Leser:innen und parallele Veröffentlichungsformen). Forderung für die Arbeit, den Prozess und nicht das Endprodukt bezahlt zu werden. Der enge Zusammenhang zwischen Leser:in  und Autor:in: Wenn wir lesen und uns dafür interessieren was eine Autor:in denkt, warum interessiert uns dann nicht auch ihr finanzielles Auskommen?

Die Bücherinsel von J. Mommsen

Inhaltangabe: Die Bücherinsel von Janne Mommsen

Die Bücherinsel ist der zweite Teil der Inselbuchhandlung-Reihe von Janne Mommsen. Sandra Malien arbeitet als Putzfrau auf einer Fähre, die zwischen der Insel und dem Festland hin- und herpendelt. Sandra mag Literatur, allerdings hört sie sie nur als Hörbücher und sie schreibt auch, aber nur mit einem Diktiergerät, in das sie ihre Geschichte diktiert.

Durch einen Zufall kommt sie in die Inselbuchhandlung von Greta, wo ein Lesekreis stattfindet. Sie mischt sich in die laufende Diskussion ein und wird von allen freundlich aufgenommen und gebeten, das nächste Mal wiederzukommen. Sandra kann sich das nicht vorstellen, denn schließlich kann sie weder lesen noch schreiben. Da ihr das Gespräch aber solchen Spaß gemacht hat, beschließt sie das nächste Mal wiederzukommen und einfach zu schauen wie lange sie sich durchmogeln kann.

Für das nächste Mal soll jeder einen Abschnitt aus seinem Lieblingsbuch vortragen. Sandra lernt einfach einen Teil ihrer Geschichte auswendig und behauptet, dass das von einer Autorin geschrieben wurde. Alle finden ihren Text total toll und Sandra ist sehr begeistert. Beim nächsten Mal wollen alle gemeinsam eine Wattwanderung machen und daraus eine Geschichte entwickeln.

Björn, der neue Schulleiter der Grundschule, ist auch im Lesekreis und Sandra verliebt sich in ihn. Er ist ein Grund, warum sie gerne weiter in den Lesekreis gehen möchte. Zufällig treffen sie sich an einem Nachmittag auf Sandras Lieblingsdüne, wo Björn Sandra vorliest und sie genießt es ungemein, wie Björn liest. Aber dadurch wird ihr klar, dass sie endlich lesen lernen muss, obwohl sie weiß, dass es sehr anstrengend wird.

Sandra lernt also neben ihren Treffen vom Lesekreis und der Arbeit auf der Fähre bei Greta in der Buchhandlung lesen. Diese hat ihr angeboten, dass sie gerne versucht, ihr lesen und schreiben beizubringen, obwohl sie selbst keine Erfahrung als Lehrerin hat. Sandra ist begeistert, was für eine Welt sich ihr eröffnet, doch sie merkt auch, dass diese Doppeltbelastung sie ans Ende ihrer Kräfte bringt. Als sie dann auch noch mit dem Fahrrad stürzt und sich den Knöchel verstaucht und von ihrem Cousin erfährt, dass sie sein Familiengeschäft übernehmen soll, ist sie völlig am Ende.

Eigentlich hat sich Sandra vom Schaustellerleben zurückgezogen, weil es ihr zu laut und zu unruhig war. Ihre Eltern sind in den Ruhestand gegangen, vorher gehörten ihnen ein Autoscooter, der von ihrem Cousin übernommen wurde. Jeden Monat überweist er ihnen einen Teil der Einnahmen als ihre Rente. Da er und seine Frau nun aber ein steteres Leben führen wollen, wollen sie den Autoscooter abgeben. Es gibt zwar einige Interessenten, die aber nicht vertrauenswürdig genug sind, Sandras Eltern einen Teil der Erlöse als Rente zu überweisen. Also entschließt sich Sandra schweren Herzens von ihrer geliebten Insel wegzuziehen, um den Autoscooter wieder zu übernehmen. Dann kann sie aber auch nicht weiter lesen lernen und braucht diese Fähigkeit ja auch gar nicht mehr, weil sie wohl nie mit Björn zusammenkommt.

Ihr Lesekreis hat sich entschieden eine Lesung mit ihren selbstgeschriebenen Wattgeschichten zu veranstalten, die von Sandras Vermieter, einem Verleger aus Hamburg, organisiert wurde. Nachdem Sandra erfahren hat, dass sie nun bald wieder den Autoscooter ihrer Eltern übernehmen soll, möchte sie daran nicht mehr teilnehmen, aber eine ihrer Freundinnen aus dem Lesekreis nimmt ihr das Versprechen ab, zur Lesung zu kommen und sich wie versprochen zu beteiligen, was Sandra dann auch tut, obwohl sie unglaublich nervös ist.

Die Bücherinsel von J. Mommsen

Rezension: Die Bücherinsel von Janne Mommsen

Die Bücherinsel von Janne Mommsen ist der zweite Band der Inselbuchhandlung-Reihe, den man aber auch unabhängig von den anderen Bänden lesen kann.

Als ich mir das Buch aussuchte, fand ich die Idee, dass eine Analphabetin in einem Lesekreis mitmacht, total spannend. Zum einen natürlich wie kommt sie darauf und zum anderen die Frage wie sie sich dort zurecht findet, aber darüber hinaus finde ich auch das Thema an sich spannend und ich habe gehofft, dass ich einiges darüber erfahre wie man die Welt wahrnimmt, wenn man nicht lesen kann. Und wie es heute in Deutschland möglich ist Analphabetin zu sein, hatte ich ebenfalls gehofft zu erfahren.

Dass Sandra bei vielen Sachen Hilfe braucht, dass sie manche Sachen einfach ignoriert, das wurde durchaus beschrieben. Beispielsweise gibt es bei ihr auf der Fähre Schilder, die sie nicht liest, was ihr aber auch nichts ausmacht, dass sie ihren Arbeitsvertrag nicht lesen konnte und bei den Bewerbungsunterlagen Hilfe gebraucht hat, ist ja auch klar und wird thematisiert. Aber ansonsten wird wenig auf ihren Alltag eingegangen. Wie geht man beispielsweise im Supermarkt damit um, wenn man nicht lesen kann? Wie navigiert man sich durch Internetseiten, wenn man nicht lesen kann? Oder will man das gar nicht, weil man die Inhalte, die einen dann ja potentiell interessieren würden, ebenfalls aus Texten bestehen, die man eh nicht lesen kann? Solche Sachen wurden überhaupt nicht thematisiert. Dass sie mit Leuten über Messenger kommuniziert und dann meist mit Emojis oder Sprachnachrichten antwortet, war nur am Rand Thema. Schade fand ich auch die Begründung warum sie Analphabetin geblieben ist. Sandra ist die Tochter von Schaustellern, ist zwar in die Schule gegangen, aber immer nur ein paar Wochen überall wo sie waren und so hat ihr nie einer der Lehrer lesen beigebracht und sie brauchte es auch gar nicht für ihr Schaustellerleben. Zum einen wirkten ihre Eltern dadurch wenig liebevoll, denn welche Eltern würden es wissentlich zulassen, dass ihre Kinder nicht lesen lernen? Und zum anderen ist Analphabetismus ein wirklich wichtiges Thema und es wirkte so abgewiegelt. So nach dem Motto: Ja, es gibt Leute, die nicht lesen können, aber das sind ja nur Schausteller, ein kleiner Teil der Gesellschaft. Dass das Problem tiefer geht und sehr komplexe Ursachen haben kann, wurde überhaupt nicht thematisiert, was meiner Lesefreude wirklich einen herben Dämpfer versetzt hat.

Schade fand ich auch, dass an zwei Stellen Fehler im Text waren; leider habe ich mir die Seitenzahlen nicht notiert, aber einmal sagte Sandra was und sie erwiderte dann auch wieder etwas. Und einige Seiten später sitzt Greta an Sandras Schreibtisch, obwohl das für mich aus dem Kontext überhaupt keinen Sinn ergab und dort eigentlich Sandra hätte stehen müssen. An ein paar Stellen war es auch so, dass Gerke gerade zurück nach Hamburg gefahren war und im nächsten Abschnitt plötzlich wieder aufgetaucht ist, was ich sehr irritierend fand.

Darüber hinaus mochte ich aber die Atmosphäre auf der Insel sehr gerne und fand auch den Lesekreis ganz interessant. Natürlich hätte ich es schön gefunden, wenn Sandra noch häufiger ihre Hörbücher gehört hätte, denn obwohl sie davon eine große Sammlung Zuhause hat, hört sie während des gesamten Romans kein einziges Hörbuch, wobei das vielleicht auch auf die Doppelbelastung (Lesen lernen und arbeiten) zurückzuführen sein könnte. Dennoch mochte ich die Größe der Insel, die Charaktere und die Atmosphäre ganz gerne und vor allem die Naturbeschreibungen haben mir sehr gut gefallen, denn sie vermitteln eine schönes, sommerlich-warmes Meeressetting.

Alles in allem war ich eher enttäuscht von Die Bücherinsel von Janne Mommsen, obwohl ich mich so sehr auf den Roman gefreut hatte.

Detektiv Conan Band 8 von G. Aoyama ·Detektiv Conan Re-Read

Rezension: Detektiv Conan Band 8 von Gosho Aoyama

Im achten Band des Detektiv Conan Mangas von Gosho Aoyama finden wir eine ziemlich süße Szene zwischen Ran und Shinichi, also eigentlich Conan, die mir unglaublich gut gefallen hat. Ran jagt Shinichi hinterher, um ihn endlich zu fragen, wann er wiederkommt und sie versucht, die Fronten zwischen ihnen zu klären, nachdem sie herausgefunden hat, dass er sich angeblich mit einer anderen Schülerin trifft. Letztendlich trägt sich dann besagte Szene zwischen Ran und Shinichi zu, alleine für diese lohnt es sich schon diesen Band zur Hand zu nehmen.

Außerdem findet ein mysteriöser Fall in einem Hotel statt, bei dem der Baron der Finsternis auftaucht. Ran ermittelt sogar und gerade das macht diesen Fall zu so etwas besonderem. Der Baron der Nacht ist eine Figur von Yusaku Kudo und kommt als Baron der Finsternis eben auch in diesem Fall vor, all dies macht den Fall so lesenswert. Hier sei vielleicht auch noch Rans Schwärmerei für einen der Teilnehmer der Tour genannt, da dieser ein Karatemeister ist und sie ihn ziemlich toll findet. Ich finde das vor allem im Kontext des letzten Falles erwähnenswert, weil sie da noch so eifersüchtig war, weil Shinichi angeblich eine andere Freundin haben soll. Auch dieser Fall ist ziemlich komplex, da er etwa die Hälfte des 8. Bandes ausmacht. Übrigens gehört dieser auch zu meinen Lieblingsfällen. So langsam zeigt sich da ein Muster, oder?

Der letzte Fall dieses Bandes verbindet Gegenwart und Vergangenheit von Ran und Sonoko, denn deren Mittelstufenlehrerin heiratet. Sowohl der Vater der Braut, als auch der Bräutigam gehören zu den Hauptverdächtigen, da den Lesern wohl klar ist, dass weder Ran noch Sonoko und er recht nicht Conan der Mörder sein werden. Spannend ist hier, dass das Opfer gar nicht stirbt an dem Giftanschlag und dass sie sogar wusste, dass jemand eine Giftkapsel in ihren Tee geschmissen hat… Bei diesem Fall darf Sonoko ihr Können als schlafende Detektivin mal wieder unter Beweis stellen.

Wie der Fall ausgeht? Das lest ihr wohl am besten selbst nach, bei diesem Band macht ihr nämlich nichts falsch und deshalb empfehle ich ihn gerne weiter, denn wir finden hier Liebe und Krimi, Rans und Shinichis Geschichte wird fortgesetzt, auch wenn wir keine Fortsetzung der Männer in Schwarz-Geschichte haben, ist der 8. Band durchaus lesenswert.

Die Morde des Herrn ABC von A. Christie

Inhaltsangabe: Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie

Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie ist ein Kriminalroman mit Hercule Poirot und Arthur Hastings. Hastings kommt wieder zurück nach England und besucht seinen ehemaligen Freund und Kollegen Hercule Poirot. Dieser hat gerade zuvor einen Brief von einem Mörder erhalten, der einen ersten Mord ankündigt. Poirot nimmt den Brief, genau wie die Polizei, nicht wirklich ernst bis zum angekündigten Zeitpunkt am angekündigten Mord ein Mordopfer auftaucht.

In Andover wird am 21. Juni Mrs. Alice Ascher ermordet aufgefunden. Die Nachbarn können ein paar Hinweise geben, aber es gibt eigentlich keine nennenswerten Spuren. Hastings hatte zuvor nicht damit gerechnet, dass aus dem Brief wirklich ein Fall werden würde und nach dem ersten Mord hält er diesen auch noch für reichlich langweilig. Der Mann des Opfers wird zwar als Täter verdächtigt, aber nach und nach stellt sich heraus, dass er kein Motiv hatte und auch nicht der Mörder ist.

Für den 25. Juli wird erneut ein Mord angekündigt: In Bexhill wird Betty Barnard ermordet am Strand aufgefunden. Auch bei diesem Opfer wird ein ABC-Fahrplan gefunden; wie es auch schon beim ersten Opfer war. Betty war ein hübsches Mädchen, hat als Kellnerin in einem Restaurant gearbeitet, hatte einen Verlobten, mit dem sie aber nicht wirklich fest zusammen war und stattdessen hat sie sich mit anderen Männern getroffen. Ihr Verlobter hätte also durchaus ein Motiv gehabt, aber auch seine Unschuld wird während der Ermittlungen bewiesen.

Am 30. August sollt in Churston das dritte Opfer sterben. Dieses Mal handelt es sich dabei um Carmichael Clarke. Er selbst hatte viel Geld, seine Frau ist schwerkrank, sein Bruder hilft ihm und er hat eine Sekretärin. Keiner hat wirklich ein Motiv und niemand scheint einen Mordverdächtigen gesehen zu haben bis Mrs. Clarke Hercule Poirot auf einen Fremden hinweist, der an dem Tag mit der Sekretärin gesprochen hat. Diese bestätigt, dass ein Stumpfvertreter an dem Tag dort war und so kommt Poirot eine Idee.

Zuvor wurde aber noch eine private Sondertruppe gegründet, bestehend aus der Ziehtochter des ersten Opfers, der Schwester und dem Verlobten des zweiten Opfers und dem Bruder und der Sekretärin des dritten Opfers.

Gemeinsam fahren sie nach Doncaster, wo der vierte Mord stattfinden soll. Sie können diesen allerdings nicht verhindern, doch kurz nach dem Mord entdeckt ein Zimmermädchen in einem Gasthof einen Blutfleck am Ärmel eines Gastes und geht mit diesem Wissen zur Polizei. Auch ein anderer Zeuge meldet sich und gibt an, dass Alexander Bonaparte Cust, ein Hausierer für Strümpfe, immer an den Orten war, wo die Morde geschehen sind. Cust hat zwar für einen der Zwischenfälle ein Alibi, aber da überall ein Strumpfverkäufer gesehen wurde und seine Initialen ABC sind, wird er verhaftet. Poirot glaubt nicht an ihn als Mörder und macht sich so auf eine andere Fährte.

Die Morde des Herrn ABC von A. Christie

Rezension: Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie

Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie habe ich als Hörbuch gehört. Ich werde sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium eingehen.

Ich habe Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie schon vor einigen Jahren mal als Hörbuch gehört. Ich dachte damals, dass es ja nicht so schlimm sei, wenn ich es mal höre und dass ich es sicherlich später noch lesen könne. Zumal ich damals schon gemerkt habe, dass das Hörbuch sehr stark gekürzt sein muss. Da ich das Hörbuch aber kannte, hatte ich einfach keine Lust den Krimi zu lesen. Ich dachte mir die ganze Zeit, dass ich ja schon wusste, was alles passiert; ausblendend, dass das Hörbuch ja stark gekürzt ist, weil wohl alles Wesentliche schon im Hörbuch vorkommen wird.

Irgendwann wollte ich Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie aber dann doch endlich von meinem Sub nehmen können und wollte nicht mehr warten, ob ich irgendwann dann doch wieder Lust bekomme, es noch zu lesen. Also habe ich mich entschieden es doch noch einmal zu hören und dann als abgeschlossen zu betrachten. Der Krimi hat in der Ausgabe, die mir vorliegt, 188 Seiten. Diese Seitenanzahl ist relativ typisch für Agatha Christie. Das Hörbuch hat nur etwas mehr als 3 Stunden. Ein Mord wird angekündigt hat etwas mehr als 5 Stunden, aber in meiner Ausgabe nur 142 Seiten. Da ist dann doch ein ziemlich großer Unterschied und entsprechend lässt sich schließen, dass Die Morde des Herrn ABC wirklich stark gekürzt wurden.

Natürlich ist ein bemerkenswerter Aspekt, dass Poirot und Hastings mal wieder zusammen auf Verbrecherjagd gehen, weil Hastings gerade zurück nach England gekommen ist; auch wenn er nicht lange bleibt, stattet er seinem ehemaligen Freund einen Besuch ab. Die Figuren entwickeln sich aber kaum in der Geschichte. Bei Christie passiert ohnehin selten viel im Privatleben der Ermittler, aber hier passiert doch extrem wenig. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Hörbuch so stark gekürzt ist, so war natürlich neben der eigentlichen Mordaufklärung kein „Platz“ um noch irgendwas von der Nebenhandlung unterzubringen, wobei ich mich schon frage, welche Ermittlungsschritte im Hörbuch fehlen.

Die Handlung selbst ergibt durchaus logisch sind. Man hat nicht das Gefühl, dass irgendwas an Ermittlungsarbeit groß fehlen würde. Es passieren Morde, es gibt Hinweise, Zeugenbefragungen und der Täter wird immer weiter eingekreist und am Ende verhaftet. Vielleicht fehlt hier etwas, das man nicht direkt mehr auf den ersten Blick. Hierzu könnten weitere Verdächtige oder Spuren, die ins Leere laufen, zählen. Wie geschrieben, merkt man aber eigentlich nichts davon.

Oben hatte ich es ja bereits geschrieben: Das Hörbuch ist stark gekürzt und deshalb weiß man ja, dass etwas fehlen muss. Ich verstehe aber nicht so ganz, warum man den Inhalt so stark zusammengestrichen hat.

Rainer Bock hat den Kriminalroman eingesprochen. Er hat das, finde ich, eigentlich ganz gut gemacht. Es war jetzt nicht so, dass ich verträumt davor saß und ihm stundenlang hätte zuhören können, aber die Stimme passte gut zu Poirot und zur Handlung, sodass ich die Sprecherwahl durchaus gelungen finde.

Insgesamt hat mir aber bei Die Morde des Herrn ABC von Agatha Christie noch etwas gefehlt und ich kann nicht sagen, ob das wirklich an Christie oder nicht eher an der Hörbuchadaption lag. So fällt es mir auch ungemein schwer eine Hör- bzw. Leseempfehlung auszusprechen.

Der kleine Gasthof an der Schlei von I. Bartels ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Der kleine Gasthof an der Schlei von Inken Bartels

Isa und Jette Petersen sind die beiden Protagonistinnen von Der kleine Gasthof an der Schlei von Inken Bartels.

Isa ist Luises Enkelin und bekommt den Anruf, dass ihre Großmutter gestorben ist. Isa taucht auf der Beerdigung auf und will danach eigentlich sofort zurück nach London, aber durch die Testamentseröffnung, einen streikenden Mietwagen und verschiedene andere Verwicklungen, muss sie erst einmal in Nordernby bleiben.

Luise hat nämlich vor ihrem Tod verfügt, dass Jette und Isa gemeinsam einen Monat lang den Seestern führen sollen, damit sich ihre Mädchen, ihre Enkelin Isa und ihre Tochter Jette, endlich wieder versöhnen. Jette ist kurz nach der Geburt ihrer Tochter nämlich zurück nach Frankreich um dort eine gute Köchin zu werden und ist danach in der Weltgeschichte herumgereist, während ihre Tochter bei ihrer Mutter bleiben musste. Isa wurde also von Luise in Nordernby aufgezogen. Aber nach dem Abitur wollte sie unbedingt auch die Welt sehen, kochen lernen und ist dafür nach London gezogen. In den letzten Jahren kam sie gar nicht mehr nach Nordernby, weil sie aufgrund der stressigen Londoner Food-Szene, keine Zeit mehr dafür hatte. Auch Jette ist mit den Jahren immer seltener nach Nordernby gekommen und nun auch schon seit einer ganzen Zeit gar nicht mehr.

Isa und Jette bekommen ihr Erbe aber nur wenn sie gemeinsam vier Wochen lang den Seestern schmeißen, allerdings erfahren sie erst nach und nach von den großen Schulden, die Luise ihnen hinterlassen hat. Also müssen sie, selbst wenn sie das Erbe bekommen, erst einmal die Schulden bezahlen, sodass vom Verkauf des Seesterns nicht mehr allzu viel übrig bleibt; zumal Isa ebenfalls hohe Schulden hat.

Isa hatte in London ein Restaurant, aber nachdem sie an einem wichtigen Abend, einen vollkommenen Zusammenbruch hatte, verliert sie alles und musste ihr Restaurant schließen. Dadurch hat sie nun hohe Schulden, die sie gerne zeitnah abzahlen möchte. Leider bekommt Isa nun jedes Mal Panikattacken wenn sie auch nur ein Schälmesser in der Hand hält um Kartoffeln zu schälen. Ans Kochen in einer Restaurantküche ist nicht zu denken, doch das verstehen Meta und Momme, Luises beste Freundin und deren Sohn, so gar nicht.

Jette kommt nach Nordernby und nachdem es anfänglich natürlich zu Reibereien zwischen Jette und Isa kam, schaffen sie es, sich auszusprechen. Als Isa das Gerücht zu Ohren kommt, dass der schleimige Bürgermeister ihr Vater sein soll, denn darüber haben sich Luise und Jette bis heute ausgeschwiegen, konfrontiert sie ihre Mutter damit, die daraufhin das Weite sucht. Nun muss Isa mit Tim, ihrem besten Freund aus Kindertagen, Wiebke, Meta und Momme den Seestern retten. Zum einen will sie den Restaurantbetrieb natürlich am Laufen halten, zum anderen will sie verhindern, dass sich der Bürgermeister den Gasthof unter den Nagel reißt, denn dieser hat mehrfach Interesse bekundet und schreckt auch nicht vor illegalen Methoden zurück. So behauptet der Bürgermeister selbst Isas Vater zu sein und ihre Zustimmung deshalb so gut wie in der Tasche zu haben, denn er möchte den Seestern so weit schließen und drum herum ein riesiges Hotel mit Golfplatz und so etwas bauen lassen. Dafür braucht er eben den Seestern und das Land, dar darum liegt. Er macht bei der Sparkasse Druck, damit diese ihre Schulden endlich einfordern, und bietet sich selbst als Käufer an. Die Bankangestellten unterstützen das noch und lassen sich vom Bürgermeister manipulieren, verraten Bankgeheimnisse und all solche Sachen.

Als Isa schon beinahe aufgeben will, steht Jette wieder in der Tür und gemeinsam starten sie eine Spendenaktion, zu der jeder aus dem Dorf etwas beisteuert, denn der Seestern ist ihre Dorfmitte, denn dort hat jeder schon ein Familienfest gefeiert, egal ob es Hochzeit, Geburtstag oder Beerdigung war.

Am Tag der Abrechnung rechnen Isa und Tim sämtliche Spenden zusammen, doch wie sich herausstellt, fehlt ihnen noch immer der horrende Betrag von 20.000€. Woher sollen sie in wenigen Stunden so viel Geld bekommen?

Der kleine Gasthof an der Schlei von I. Bartels ·Hörbücher

Rezension: Der kleine Gasthof an der Schlei von Inken Bartels

Ich habe Der kleine Gasthof an der Schlei von Inken Bartels als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl auf den Inhalt eingehen, als auch mich mit dem Medium befassen.

Isa ist eine sympathische junge Frau, die in der Vergangenheit große Verletzungen erlitten hat. Sie wurde von ihrer Mutter verlassen und hat in den letzten Jahren keinen Kontakt mehr mit ihr gehabt. Isa kann nicht verstehen, warum ihre Mutter sie verlassen hat und lieber durch die Weltgeschichte reist als bei ihrer Tochter zu sein. Außerdem hat Isa erst kürzlich eine Panikattacke gehabt, die sie alles gekostet hat und so hat sie noch immer Hemmungen zu kochen. Mich hat sehr enttäuscht, dass die Panik dann irgendwann so runtergespielt wurde, keine Rolle mehr gespielt hat. Das hätte doch wunder nach Konfliktpotential geliefert; Jette hätte beispielsweise Isa helfen können über ihre Panikattacken hinweg zu kommen. Dass sie Jette so einfach ihren zweiten Weggang verziehen hat, habe ich auch nicht ganz verstanden, schließlich wurde sie erneut von ihrer Mutter verlassen und enttäuscht, aber thematisiert wurde das kaum.

Jettes Erklärung wirkte für mich auch ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Sie wurde mir zwar im Laufe der Handlung sympathischer, aber vor allem am Ende als sie das zweite Mal, nach dem Streit mit Isa, verschwindet, wurde sie mir wieder weniger sympathisch. Einen richtigen Zugang habe ich zu ihr leider die ganze Zeit über kaum gefunden.

Jette behauptet, dass Luise nicht wollte, dass sich Jette um ihre Tochter kümmert und sie Isa lieber bei sich in Nordernby behalten wollte. Jette hatte keine Chance die Herausgabe ihrer Tochter zu verlangen, auch wenn es ihr schwer gefallen ist. Ich habe einfach nicht verstanden wieso a) eine Mutter ihrer eigenen Tochter nicht zutraut, sich um ein Kind zu kümmern und b) Jette sich nicht durchgesetzt hat, und c) Isa Jette diese Erklärung einfach so abkauft und d) wieso Luise allen so sympathisch war, obwohl sie ihrer eigenen Tochter deren Tochter abgenommen hat. Das ergab für mich alles überhaupt keinen Sinn. Aber ich hatte so den Eindruck, dass die Autorin dann am Ende eben noch eine gute Erklärung brauchte warum Jette sich nicht um Isa gekümmert hat und das schien ihr wohl das Sinnvollste. Klar, eine Vergewaltigung und dass Jette deshalb keine Verbindung zu ihrer Tochter aufbaut, wäre ungemein tragisch gewesen und vor allem hätte es nicht erklärt warum sie als Erwachsene besser damit klarkommt (außer, dass sie die Vergewaltigung inzwischen verarbeitet haben könnte), aber es hätte nicht ganz so unlogisch gewirkt.

Schwierig fand ich auch, dass die Nordernbyer am Anfang so unsympathisch waren. Meta, Momme und ein paar andere scheinen Isa nicht gerade willkommen zu heißen, sie sind gemein, nehmen ihre Probleme nicht ernst und machen sich sogar noch über ihre Pleite in London lustig. Ja, Isa kommt mit ihrem Lebenskonzept nicht klar und ist deshalb weggezogen, aber sie verurteilt ja nicht die Personen, die das Konzept für sich gut finden. Sie sagt nur, dass es sich nicht ihr Lebensweg ist. Die Nordernbyer verurteilen aber allesamt Isa, weil sie ihr schönes Dörfchen Nordernby verlassen hat. Als ob Isa die einzige wäre, die weggezogen ist.

Der Bürgermeister war natürlich der große Gegenspieler in dem Roman. Er musste natürlich möglichst unsympathisch sein, damit sich alle gegen ihn stellen, aber ich habe nicht verstanden, warum niemand zur Polizei geht. Der Bürgermeister veranlasst die Bank die Schulden sofort einzutreiben. Er bringt die Bankangestellten dazu gegen das Bankgeheimnis zu verstoßen. Er scheint Bestechungsgelder zu bezahlen und hat seine Finger auch sonst in unlauteren Machenschaften zu haben. Dennoch kommt niemand auch nur auf die Idee, dass man damit zur Polizei gehen könnte, was ich unglaublich unlogisch finde.

Svenja Pages hat das Hörbuch eingesprochen, das ich als digitales Hörbuch in einer Leserunde bekommen habe. Am Anfang fand ich es sehr schwierig mich an die Sprecherin zu gewöhnen, weil ich ihre Stimme schon fast zu ruhig fand. Aber mit der Zeit bin ich etwas besser mit ihr warm geworden. Ich finde sie hat die verschiedenen Stimmen gut gesprochen, vor allem wenn es um Meta, Momme und Johann ging. Man konnte die Figuren meistens gut voneinander unterscheiden, zumal diese drei Figuren ja auch sprachliche Auffälligkeiten hatten: Meta spricht leichten Dialekt und man hört ihr ihr Alter an, Momme spricht deutlichen Dialekt und Johann, der aus Dänemark kommt, hat natürlich einen leicht dänischen Akzent.

Alles in allem war Der kleine Gasthof an der Schlei von Inken Bartels ein nettes Hörbuch, das man gerne hört und mir ganz gut gefallen hat.

 

 

 

Danke an den Audiobuch Verlag für das Veranstalten der Hörrunde und das Rezensionsexemplar!

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Eine sonderbare Anstellung von Sir Arthur Conan Doyle

Watson ist gerade frisch verheiratet und so haben er und sein Freund sich schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen. Watson arbeitet in seiner neuen Praxis so viel, deshalb kommt er nicht dazu, Holmes zu besuchen und dieser besucht höchst selten andere in privaten Angelegenheiten. Holmes kommt Watson besuchen und bittet ihn, ihm bei einem neuen Fall zu helfen. Watson willigt freudig ein, denn er hat die Abenteuer mit seinem Freund vermisst. Hall Pycroft bittet Holmes ein Rätsel für ihn zu lösen. Er wurde von einer Finanzfirma eingestellt, die Bezahlung ist super. Doch die Aufgaben sind seltsam. Er soll eine Liste mit Kontakten zusammenstellen, für die er sehr lange braucht. Irgendwie wirkt es wie Beschäftigungstherapie. Pycroft stellt seinem Chef, Mr. Pinner, Holmes und Watson unter falschem Namen vor, sodass diese dem Mann ein bisschen auf den Zahn fühlen können. Holmes kommt dahinter: Für ihn kann es nur einen Grund geben, warum Pinner ihn von seiner eigentlichen Stellung ferngehalten und ihn selbst eingestellt hat.

Hier handelt es sich mal wieder um eine Geschichte, in der eine seltsame Stellung vergeben wird. Für Holmes muss dies besondere Beweggründe haben, sodass er diese Tatsache als Ermittlungsansatz verwendet. Für den Leser ist auch schnell klar, dass da irgendetwas dahintersteckt, schließlich zahlt niemand einem jungen Mann ein halbes Vermögen für eigentlich ziemlich überflüssige Aufgaben, die eher nach Beschäftigungstherapie klingen als nach einer sinnvollen Beschäftigung.

Die Geschichte an sich ist also nicht besonders spannend, aber einige Elemente sind durchaus bekannt. Wie bei Christie hat man auch bei Doyle das Gefühl, dass er bekannte Motive immer wieder neu variiert. Das ist auf der einen Seite natürlich schade, auf der anderen ist es auch spannend und vor allem die Verbindungen zwischen den Geschichten aufzuzeigen, interessieren mich. Leider bin ich im Werkekanon von Doyle nicht so bewandert, um diese Verbindungen aufzeichnen zu können.

Darüber hinaus finde ich aber den Anfang der Geschichte besonders interessant, da man dort ein bisschen was über die Geschichte von Holmes und Watson erfährt. Man kann erahnen wie die Beziehung der beiden funktioniert, denn Watson kann seinen Freund Holmes die ersten Monate nach der Hochzeit nicht besuchen und so sehen sich die beiden nicht, weil Holmes auch nicht auf die Idee kommt, ihn zu besuchen. Als sie sich aber wieder sehen, scheinen beide glücklich darüber zu sein, wenngleich Holmes wirkt, als hätte er Angst von seinem Freund aufgrund von dessen Ehe zurückgewiesen zu werden. Auch erfährt man mal wieder etwas von den Aufzeichnungen, die Watson über ihre gemeinsamen Abenteuer anfertigt. Er beschreibt, dass er erst kürzlich einige ältere Abenteuer verschriftlicht habe und dass er durchaus gewillt sei, auch zukünftig solche Abenteuer mit ihm zu erleben. Hier merkt man, dass da eine gegenseitige Männerfreundschaft besteht. Watson ist nicht derjenige, der unterwürfig an Holmes‘ Lippen hängt und wartet bis dieser ihn zu sich ruft, sondern die Beziehung wirkte für mich ebenbürtiger als man sonst so das Gefühl hat und als man in Adaptionen der beiden Figuren sonst so spürt.

Insgesamt hat mir die Geschichte Eine sonderbare Anstellung von Sir Arthur Conan Doyle durchaus gefallen, wenngleich sie für mich nicht zu den stärksten Geschichten aus dem Holmes-Kanon gehört, dennoch gefiel sie mir aufgrund der Details zur Beziehung der beiden Hauptcharaktere nicht schlecht und gerade aus letzterem Grund würde ich sie weiterempfehlen.