Verborgene Magie von L. Nieland

Rezension: Witches of Stanhope: Verborgene Magie von Laura Nieland

Witches of Stanhope: Verborgene Magie von Laura Nieland ist bisher ein Einzelband um die junge Hexe Emilia Walsh.

Emilia ist ein sympathischer Charakter, weil sie unglaublich mutig ist. Sie steht auf und wendet sich gegen die Traditionen, weil sie manche von ihnen für überholungsbedürftig hält. Dennoch hält sie den Zirkel, nachdem sie mal erfahren hat, was hinter diesem steckt, für sinnvoll. Emilia befindet sich zwischen den Traditionen des Zirkels und ihrem modernen Leben. Ich finde es toll wie die Autorin überzeugend einen unglaublich komplexen Charakter entworfen hat. Normalerweise wollen solche Charaktere, die alte Traditionen abschaffen wollen, alles verändern und nicht nur einzelne Regeln. Aber bei Emilia ist es so, dass es nur einige wenige Regeln gibt, die ihr nicht passen und die sie gerne anpassen würde.

Die anderen Charaktere haben mir ebenfalls gut gefallen. Ryan ist ein gleichzeitig liebevoller, aber auch draufgängerischer Charakter. Er scheint sich wirklich in Emilia verliebt zu haben, kämpft um sie, und ist verletzt von ihrem distanzierten Verhalten. Oliver, Emilias bester Freund, habe ich bis zum Schluss nicht richtig durchschaut. Er mag Emilia, kann sich ihr aber nicht anvertrauen, weil das gegen die Regeln des Zirkels verstoßen würde. Sein Verhalten wirkt deshalb etwas kalt und distanziert, obwohl er so eigentlich gar nicht zu sein scheint. Tara ist ebenfalls verletzt von Emilias Distanziertheit, aber ich hätte gerne noch mehr darüber erfahren, was in ihr vorgeht. Roxanne und Emilias Brüder, Max und Jason, sind recht sympathisch. Max bleibt, wahrscheinlich weil er noch so jung ist, eher im Hintergrund, aber Jason versucht immer für seine Schwester da zu sein, weiß aber auch nicht wie er mit den Traditionen des Zirkels umgehen soll. Roxanne ist zwar zurückhaltend und hat Angst vor den ältesten Hexen, springt Emilia aber dennoch immer wieder bei und beschützt sie.

Einzig Sophies Wandlung konnte ich nicht so recht nachvollziehen, weil sie Emilia am Anfang immer wieder ärgert und ihr später hilft und sogar vieles dafür tut, damit Emilia nicht ihren Geliebten opfern muss. Gerne hätte ich über diesen Sinneswandel noch mehr erfahren.

Die Handlung selbst fand ich unglaublich spannend. Die Idee, dass eine Bedrohung die Welt ins Chaos stürzen könnte, wenn die Hexen dem Teufel nicht ihr Liebstes oder ihre: Liebste:n opfern, fand ich tragisch und spannend zugleich. Durch Emilias Dilemma und ihre Versuche eine Lösung für das Problem zu finden, hat man die Welt, in der sie lebt besser kennengelernt und gemerkt, welche Möglichkeiten eine Hexe (oder ein Hexer) so hat.

Ich habe nicht ganz verstanden, warum eine Hexe (oder ein Hexer) immun ist gegen die Opferung, die Menschen aber nicht. Das ist natürlich der grundsätzliche Konflikt im Roman, und es ist etwas doof, dass es dafür keine bessere Begründung gab. Ich hätte gerne verstanden, warum eine Hexe keine andere Hexe opfern kann, während man Menschen durchaus opfern kann. Dennoch mochte ich den Roman und fand diesen Konflikt auch gut, denn nur so ergibt die ganze restliche Handlung Sinn. Vielleicht hätte man noch das Verhandlungsgespräch zwischen den ersten Hexen des Zirkels und dem Teufel mit einstreuen können. Hier hätte der Teufel ja durchaus eine starke Position gehabt und er hätte einfach verlangen können, dass Menschen nicht immun sind. So hätte man eine überzeugende Begründung für den Konflikt erhalten.

Emilia versucht immer wieder ihren eigenen Weg zu gehen und versucht sich aus den starren Regeln und dem engen Korsett des Zirkels zu lösen. Ich hatte immer den Eindruck, dass es sich bei dem Roman um einen Selbstfindungsroman von Emilia handelt, die nicht in die Aufgaben und Rollen, die von ihrer „Familie“ vorgegeben werden, gepresst werden will und versucht ihre eigene Persönlichkeit und ihren eigenen Weg zu finden. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es die Leserin auch immer wieder anregt das eigene Lebenskonzept zu hinterfragen und mit den eigenen Wünschen abzugleichen.

Ich hoffe sehr, dass Laura Nieland die Reihe fortsetzt, denn ich finde, dass dieser Band sich wunderbar als ersten Band einer Reihe eignet, weil einige Fragen am Ende offen geblieben sind und weil die Welt nun ja etabliert ist und man daran einfach noch weitere Abenteuer anschließen könnte.

Alles in allem ist Witches of Stanhope: Verborgene Magie von Laura Nieland ein toller Jugend-Fantasyroman und ich hoffe auf viele, viele Fortsetzungen um die junge Hexe Emilia und ihre Familie und Freund:innen.

 

 

 

Vielen Dank an Digital Publishers für das Rezensionsexemplar!

Mord im Lesesaal von S. Mathies

Inhaltsangabe: Mord im Lesesaal von Susanne Mathies

Mord im Lesesaal von Susanne Mathies ist ein Zürich-Krimi, in dem Cressida Kandel und die anderen Verdächtigen gemeinsam ermitteln.

An einem Sonntagabend sitzt Cressida, eine Kriminalschriftstellerin, im Lesesaal der Zürcher Museumsgesellschaft und arbeitet an ihrem neuen Manuskript bis sie au einmal vom Klingeln eines Handys aufgeschreckt wird. Sie macht sich auf die Suche nach dem Übeltäter, der nicht mal ein Handy leiser stellt nachdem es angefangen hat zu klingeln und findet einen blutüberströmten Mann in einem der Sessel sitzen. Über ihm hängt Karin Zwingli, die Lesesaalaufsicht mit der sich Cressida in den letzten Tagen angefreundet hat. Karin hat zwar den Dolch in der Hand, scheint aber mit dem Verbrechen nichts zu tun zu haben.

Als sie den Mord gesteht, sind die umstehenden froh die Täterin direkt erwischt zu haben. Bald schon stellt sich aber heraus, dass sie nicht den Mord an Joseph „Joe“ Gruber, sondern an ihrem Vater gestehen will, denn ihn hat sie vor kurzem mit einem Kissen erstickt und Herr Gruber hatte sie dabei gefilmt und sie erpresst. Sie war an diesem Abend mit ihm verabredet, um ihm zu sagen, dass sie nichts bezahlen könne.

Die herbeigerufene Polizei meint, dass sie frühstens in zwei Stunden an den Tatort kommen könne, denn alle Beamten seien gerade bei einer Schlägerei auf einem Fußballspiel. Die Verdächtigen sollten bitte gemeinsam im Lesesaal warten.

Alle Anwesenden sind sich einig, dass sie das nicht wollen, schließlich ist ein Mörder (oder eine Mörderin) unter ihnen. Gemeinsam durchsuchen sie die Taschen des Toten und kommen so hinter neue Hinweise. Außerdem stellt sich heraus, dass eine junge Frau mit ihnen im Gebäude war, die aber heimlich in ihre Wohnung geflüchtet ist.

Herr Oberstrass, der Literaturdozent, meint, dass das sicherlich Frau Bärlich, seine Studentin, war, die ihm etwas abgeben wolle. Gemeinsam mit Daniel Krumholt und Cressida macht sich Herr Oberstrass auf den Weg zu Frau Bärlich, die sie bei ihr in der Wohnung finden und mit in den Lesesaal nehmen. Dort bestätigt sie, dass sie den Toten nicht ermordet hat, dieser sie aber am Abend sexuell belästigt hat. Nachdem sie das Motiv gestanden hat, darf sie zurück nachhause, wobei die Polizei später sicherlich noch mit ihr sprechen möchte.

Währenddessen machen sich Karin und Herr Leeman, ein Schriftsteller, der die bekannten Werke seines „Vaters“ mit Kommentaren herausgab. Nun stellt sich heraus, dass Herr Leeman, trotz der gegenteiligen Einschätzung vom jüngeren Herrn Leeman in einem Heim in der Nähe lebt, denn der Tote hatte einen Ausweis von ihm in der Tasche. Im Heim angekommen werden sie vom bösen Nachtwächter angegriffen, denn er meint, dass sie ihm helfen könnten an die Erpressungsunterlagen seines Kumpanen zu kommen. Herr Leeman und Karin werden von einem Heimbewohner gerettet und verbringen die restliche Nacht dort.

Cressida und Daniel machen sich auch auf den Weg zum Heim, finden dort aber niemanden vor und untersuchen alleine das Zimmer des Verstorbenen. Nachdem dort nicht allzu viel zu finden ist, machen sie sich auf den Weg zurück in den Lesesaal, wo sie nach der Untersuchung des Handys, von der Polizei überrascht werden. Herr Storz, Herr Oberstrass und Herr XXXX sind wohl im Archiv des Lesesaals. Dort kam es wohl zu einem Streit, nachdem Herr Storz nun seinerseits versucht hat Herrn Oberstrass zu erpressen. In einem Handgemenge scheinen die Regale umgestürzt zu sein.

Zurück im Lesesaal springt Herr Oberstrass aus Verzweiflung aus dem Fenster. Die Polizisten nehmen die Aussagen der Zeugen aus, schicken alle nachhause und bitten sie, am nächsten Tag auf das Polizeirevier zu kommen. Dort angekommen gibt es neue Hinweis von der Spurensicherung…

Gemeinsam Lesen ·Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #40

Hallo ihr Lieben,

Andrea hostet derzeit die Currently Reading-Aktion. In den letzten Wochen habe ich es leider nicht geschafft mein Leseupdate zu posten. Aber nun hatte ich endlich mal wieder Zeit und so will ich euch auch gar nicht länger vorenthalten, was ich gerade lese:

  1. Welches Buch lese ich gerade und auf welcher Seite bin ich?

Ich lese gerade einen Roman über Katharina „Käte“ Paulus. Sie war die erste deutsche Luftschifferin und damit Pionierin für alle Frauen in der Luftfahrt. Der Roman heißt Die Frau, die den Himmel eroberte und wurde von Vanessa Giese verfasst. Ich bin gerade auf Seite 210.

  1. Meine aktuelle Meinung:

Ich kannte Käte Paulus zuvor nicht, finde den Roman aber dennoch sehr spannend. Käte ist eine sehr starke Frau, die einige Schicksalsschläge überwinden muss. Käte ist sehr mutig und wollte schon immer mehr vom Leben. Als sich ihr die Chance bietet, greift sie zu, allerdings bleibt sie dabei stets vernünftig und kündigt ihre Anstellung erst, als ihr klar ist, dass sie mit dem neuen Job auch wirklich sich und ihre Mutter versorgen kann. Obwohl ihr von den Männern einige Steine in den Weg gelegt werden, kämpfen sie und ihr Mann weiterhin darum, dass sie mit einem Ballon aufsteigen darf. Ich bin unglaublich beeindruckt von dem Roman, der Figur der Käte Paulus. Sie ist eine wirklich tolle, mutige Frau. Der Stil ist sehr ästhetisch, lässt sich aber dennoch gut und flüssig lesen.

Kennt ihr das Buch? Was lest ihr gerade?

Liebe Grüße
Vanessa

Mord im Lesesaal von S. Mathies

Rezension: Mord im Lesesaal von Susanne Mathies

Bei Mord im Lesesaal von Susanne Mathies handelt es sich um einen Krimi, der in Zürich spielt, wobei die Stadt eine eher untergeordnete Rolle hat.

Cressida Kandel klang nach der Beschreibung nach einer tollen Protagonistin. Ich habe an so etwas wie Castle gedacht, eben an eine Schriftstellerin, die aufgrund ihrer Tätigkeit einiges an Ermittlungserfahrung (zumindest in der Theorie) hat und vielleicht an der ein oder anderen Stelle darüber stolpert, dass sie eben ausschließlich theoretische Erfahrung hat. Cressida allerdings ist mir immer noch ein Rätsel. Ich habe überhaupt keine Idee was sie für ein Charakter ist und das was ich von ihr erfahren habe, hat sie mir nicht gerade sympathisch gemacht. Sie hat irgendwie eine Vergangenheit mit Daniel Krumholz, einem der anderen Verdächtigen, die erst nach und nach ans Licht kommt, was vollkommen in Ordnung wäre, wenn es nicht das einzige an Hintergrundinfos zu ihr wäre. Abgesehen davon zerstört sie manchmal aus Versehen und manchmal absichtlich Beweise. Insgesamt scheint sie überhaupt keine Idee von polizeilichen Ermittlungen zu haben.

Die anderen Figuren waren mir auch durchweg unsympathisch, wenn ich sie denn überhaupt einschätzen konnte, denn bei den meisten gab es nur sehr spärliche Hintergrundinfos. Karin Zwingli, die Lesesaalaufsicht, hat ihren Vater ermordet, weil er sie darum gebeten hat. Allerdings hat sie ihn nicht aus Zuneigung, damit sein Leiden (er war wohl schwerkrank) aufhört, getötet, sondern hat in ihm Gegenteil nicht geliebt und macht sich deshalb Vorwürfe (klang als ob es in Ordnung wäre, jemanden zu ermorden, wenn man ihn liebt). Dabei lässt sie sich auch noch filmen, weil sie offenbar die Tür nicht geschlossen hat.

Herr Leeman lernt an der Uni einen bekannten Autor, der zufällig den gleichen Nachnamen hat, kennen und weil er für ihn solch ein Vorbild war, behauptet er kurzerhand, dass sie ein Vater-Sohn-Verhältnis haben und gibt die Werke des „Vaters“ heraus. Natürlich kommt heraus, dass er nicht der Sohn ist und wird damit erpresst. Und so zieht es sich durch den Roman. Mir waren das einfach zu viele Zufälle. Wieso haben all diese Figuren etwas so schreckliches in ihrer Vergangenheit getan, dass sie damit erpressbar sind? Und wie ist Herr Gruber zufällig an alle diese Infos gekommen? Man muss doch erhebliches Glück und eine große Portion krimineller Energie haben, um über so viele Menschen ihre schmutzige Wäsche auszugraben. Zumal, dass diese sich dann auch noch alle zufällig im Lesesaal aufhalten als er ermordet wird.

Unter der Ermittlungsarbeit, es klang oben schon durch, hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Da die Charaktere zumindest ein bisschen „draußen“ unterwegs sind, gab es zumindest die ein oder andere Gelegenheit etwas von der Stadt zu beschreiben, aber das wurde kaum genutzt. Zumindest hatte ich nicht das Gefühl, dass ich wirklich einen Zürich-Krimi lese. Außerdem hatte ich mir eher vorgestellt, dass der Hauptteil der Handlung im Lesesaal stattfindet und dort erst einmal große Befragungen durch die Schriftstellerin stattfinden und so immer mehr Hinweise zusammengetragen werden. Damit wurde ich ziemlich enttäuscht, was aber wohl hauptsächlich an meinen falschen Erwartungen lag, die aber durch das Versprechen einen Krimi im Stile Agatha Christies zu lesen, geschürt wurden.

Dass die Polizei aufgrund eines Fußballspiels erst sehr spät auftaucht, fand ich auch sehr unglaubwürdig, weil man zu einer Schlägerei keine Kriminalbeamten aus der Mordkommission schicken würde und selbst wenn würde man wohl versuchen zumindest eine Polizist:in abzuziehen um den Tatort zumindest vorläufig zu sichern. Vielleicht sollte das Kritik an den Methoden und Sparmaßnahmen der Polizei intendiert, aber für mich klang es einfach nur unrealistisch.

 

 

 

Vielen Dank an die Autorin Susanne Mathies für die Organisation der Leserunde und das Rezensionsexemplar!

Bücherdämmerung

E-Reader, Smartphones & Tablets – Von der Vielfalt und ihrer Bedrohung von Volker Oppmann

Nicht nur Strukturen und Technologien verändern sich, sondern auch die Nutzungsweise von Texten. Was ist ein Buch? Kodifizierte Form, ein gebundener Stapel bedruckten Papiers (Transportmittel, Trägermedium), das Ideen und Gedanken (zu transportierender Inhalt, Content) von einer Leser:in zur nächsten transportiert. Die Frage danach welche Form den Inhalt am besten rüberbringt, eröffnet den Verlagen eine ganz neue Perspektive, so könnten auch Websiten, Datenbanken, Online-Dienste, Spiele und Software Verlagsprodukte und im weitesten Sinne auch Bücher sein. Elektronische Erscheinungsformen von Inhalten: Container-Formate (Text in seiner inhaltlichen Gestalt fixiert und danach nicht mehr verändert), Software-Anwendungen (App bspw. im Bildungsbereich oder Kinder- und Jugendbuch, Arbeit mit animierten, interaktiven oder anderen komplexen Inhalten), Browserbasierte Webservices (für kleinere Einheiten oder hoher Aktualitätsgrad, bspw. Wörterbücher oder Datenbanken) und Cloud-Services (anwender- und serverseitige Komponente, App kommuniziert über Internetverbindung mit serverseitiger Anwendung (um Daten nachzuladen), bspw. für Serienveröffentlichungen oder Geodaten, etc.). Erwartungen an das E-Book nicht allein durch E-Book, sondern auch durch E-Reading-Software; hierzu zählen Möglichkeiten Notizen oder Lesezeichen zu machen, Texte markieren, Social Reading. Veränderungen in der Wertschöpfungskette durch Digitalisierung, Kund:innen wollen integrierte Systeme, bei denen sie über ihren E-Reader direkt neue Bücher kaufen können und die dann auch direkt auf dem E-Reader erscheinen. Einzig unterscheidender Faktor bei E-Books ist die E-Reading-Software, da diese sämtliche Zusatzangebote zum Inhalt bereithält. So verschiebt sich die Produkthoheit vom Verlag zum Betreiber des E-Reading-Angebots. Die Grenzen zwischen Leihen, Kaufen, zwischen Shop und Bibliothek verschwimmen im digitalen Bereich. Gläserne Leser durch Such- und Kaufhistorie Nutzerprofile erstellt, Lesen selbst wird von Software aufgezeichnet, protokolliert und ausgewertet, somit ist man dem Anbieter ausgeliefert. Bedürfnisse von Autor:innen haben sich verändert; früher Teil am öffentlichen Diskurs, heute wirtschaftliche Interessen, was dann wiederum zu einer Konzentration auf den großen Plattformen führt um für Kund:innen attraktiv zu sein. Innovationen kommen nichts aus dem Nichts, stattdessen müssen sich die folgenden Fragen gestellt werden: Wer ist unser Kunde (und wer ist es nicht)? Wo ist unser Kunde? Wofür bezahlt uns unser Kunde, also was stellt einen Nutzen für ihn dar? Kundendatensammlungen sorgen auch immer für die Frage nach dem Verbraucherschutz und damit in Zusammenhang stehend die Frage danach was einen Wert für die Kund:in hat? Die Zukunft ist ungewiss, nur, dass es Leser:innen und Autor:innen gibt, die sich gegenseitig finden müssen, scheint klar zu sein. Leser:innen wollen ohne Probleme an ihre Inhalte kommen, ohne rechtliche, gerätetechnische oder softwareartige Hindernisse. Hier wird die Aufgabe von Anbietern in Zukunft liegen. Leser:innen wollen in Zukunft also ihre Bücher über ein Gerät kaufen, lesen und sich darüber austauschen. Neue Technologien könnten neue Nutzermöglichkeiten offenbaren, also bspw. über Kontaktlinsen oder Brillen Inhalte direkt vor dem Auge. Was aber unverändert bleibt: Durch sprachliche Zeichen werden virtuelle Welten in den Köpfen der Leser:innen geschaffen.

Das goldene Garn von C. Funke ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Das goldene Garn von Cornelia Funke

Das goldene Garn ist der dritte Band der Reckless-Reihe geschrieben von Cornelia Funke. Wieder einmal reisen Fuchs und Jacob durch die Spiegelwelt, dieses Mal gibt es allerdings zwei Handlungsstränge, die weitgehend parallel ablaufen.

Während Jacob noch in der Menschenwelt ist um die Armbrust, die Fuchs und er am Ende des letzten Bandes in die Menschenwelt brachten, im Metropolitan Museum of Art zu verstecken, ist Fuchs schon wieder in der Spiegelwelt. Jacob wird gefangen genommen und Fuchs kommt zu ihm um ihn aus dem Gefängnis der Erlelfen zu befreien. Zusammen mit ihm befreit sich auch noch Sylvain Fowler und reisen mit dem Fremden in die Spiegelwelt.

Parallel wurde Clara, Wills Freundin, von den Spiegelwesen von Earlking in einen ewigen Schlaf versetzt, aus dem sie nicht mehr erwacht. Der Erlelf behauptet, dass die dunkle Fee Clara das angetan hat, sodass Will nun in die Spiegelwelt geht um dort die dunkle Fee zu töten. Er trifft auf Nerron, einen Goyl, der noch eine Rechnung mit Jacob offen hat und hofft sich an diesem über Will zu rächen. Will und Nerron werden von Sechzehn und Siebzehn, zwei Spiegelwesen, heimlich verfolgt, die ihnen alle Hindernisse aus dem Weg räumen sollen. Bald stellt sich aber heraus, dass der Fluch, den die Feen einst gegen die Erlelfen aussprachen auch bei ihnen wirkt, da Sechzehn und Siebzehn von den Erlelfen geschaffen wurden.

Jacob und Fuchs erfahren, was Will vor hat und folgen ihm. Da sie damit zur Bedrohung für die Mission der Erlelfen werden, greifen Sechzehn und Siebzehn die beiden an und verwandeln sie in Silber. Chanute hat sich indessen mit Sylvain auf den Weg gemacht um Fuchs und Jacob nachzureisen, da ihnen Alma, die gute Hexe, diesen Rat gab, weil sie ahnte, dass ihre Freunde in Gefahr schweben. Chanute und Sylvain können Jacob mit dem Trank von Alma retten, aber nicht Fuchs. So geht Jacob los um ein Tuch von einer Baba Jaga zu ertauschen, mit dem er Fuchs retten kann. Während er aber erneut loszieht um das Fellkleid, das er eintauschte, zurückzustehlen, wird er gefangen genommen. Fuchs zieht also nach ihrer Befreiung los, um Jacob zu retten.

Danach reisen sie zu viert weiter nach Moskva, der Hauptstadt Varangias. Dort werden sie freundlich empfangen, vor allem nachdem rauskommt, dass einer der Neuankömmlinge der berühmte Schatzjäger Jacob Reckless ist. Jacob soll für den Zaren etwas finden, allerdings schwätzt ihm Jacob dafür einen fliegenden Teppich aus der Sammlung des Zaren ab. Kurz bevor sie mit dem Teppich aufbrechen können, erhalten sie die Nachricht, dass Fuchs‘ neuer Freund Orlando gefangen genommen wurde, weil er erwischt wurde wie er in die Schatzkammern des Zaren einbrechen wollte um daraus etwas zu stehlen. Jacob, Chanute und Sylvain befreien Orlando ohne dass Fuchs es mitbekommt und planen ihre Flucht aus Moskva. Jacob flüchtet schlussendlich nur mit Fuchs, Orlando und dem Mann der mit ihm gefangen war: Isambard Brunel (alias John Reckless), den Jacob aber vorerst nicht als seinen Vater identifizieren kann.

Fuchs ist zwischen beiden Männern, die sie liebt, hin- und hergerissen. Sie weiß, dass die Liebe zu Jacob viel Schmerz für sie bedeutet, denn um sie vor dem Blaubart zu retten, musste er sein erstgeborenes Kind verkaufen. Jacob will es ihr nicht antun, dass Fuchs ihr Kind verlieren würde und so versuchen die beiden ihre Gefühle zu unterdrücken. So kam es auch, dass Fuchs mit Orlando eine Beziehung in Moskva begann. Auf ihrer Reise zu Will offenbar Brunel Jacob, dass er eigentlich sein Vater ist, macht sich aber aus Angst ohne Jacob auf dem Teppich davon und bringt so Will und große Gefahr, allerdings ohne dies zu ahnen.

In der Zwischenzeit hat die dunkle Fee gemeinsam mit dem immer noch erkrankten Donnersmarck, die nach dem Verrat ihres Geliebten Kami’en, von seinem Hof geflüchtet ist, die Schicksalsweberin erreicht. Diese kann sie von ihrer Liebe zu Kami’en befreien, allerdings verliert sie auch ihre Unsterblichkeit. Will und die Spiegelwesen haben den Abstand zur dunklen Fee nun auch verringert, sodass Will diese angreift und tötet, was Nerron nicht verhindern kann…

Das goldene Garn von C. Funke ·Hörbücher

Rezension: Das goldene Garn von Cornelia Funke

Das goldene Garn von Cornelia Funke ist der dritte Band der Reckless-Reihe um Jacob Reckless und Fuchs. Der Roman wurde von Rainer Strecker gelesen, was wohl zeigt, dass ich den Band wieder als Hörbuch gehört habe. ^^

Während des gesamten dritten Bandes hatte ich das Gefühl, dass Will und Jacob dringend mal ein ernstes Gespräch miteinander führen müssten. Ich hatte den Eindruck, dass Will tief von Jacob verletzt wurde und deshalb eigentlich gar nicht die Hilfe seines älteren Bruders haben will und er die Jade-Haut auch gar nicht so schrecklich findet. Auch Jacob wirkte verunsichert. Auf der einen Seite will er seinen Bruder schützen, auf der anderen nicht immer wieder Fuchs und sich selbst in Gefahr bringen, wo doch sein Bruder nicht mal wirklich seine Hilfe möchte. Dennoch kann er nicht anders als ihm hinterher zu reisen und ihm zu zeigen, dass die Spiegelwelt nicht so harmlos ist, wie Will offenbar denkt.

Ich mochte die Liebesgeschichte, die sich nun langsam zwischen Jacob und Fuchs entspinnt, weil ja irgendwie von Anfang an klar war, dass die beiden einander lieben, aber es irgendwie nicht eingestehen können. Nun spüren sie ihre Liebe, dürfen aber nicht zusammen sein, weil sie sonst ihr erstgeborenes Kind verlieren würden. Das fand ich unglaublich tragisch und grausam, vor allem weil sie gerade dabei waren sich anzunähern.

Will wurde mir im Laufe des Romans immer unsympathischer, weil er Clara offenbar nicht genug liebt, obwohl sie ihn liebt. Außerdem distanziert er sich von Jacob, der ja eigentlich die ganze Zeit alles tut, um ihm zu helfen und ihn auch mehrfach rettet. Dabei mehrfach beinahe oder tatsächlich stirbt und auch Fuchs immer wieder in Gefahr bringt, obwohl diese gar keinen Grund hätte, ihr Leben für Will zu riskieren. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass mir Wills Motive einfach nicht klar geworden sind. Hier wäre vielleicht ein bisschen mehr Infos zum Innenleben der Figur hilfreich gewesen, weil er so einfach egoistisch und naiv wirkte.

In der Reckless-Reihe gab es eigentlich immer mehrere Handlungsstränge, die parallel gelaufen sind, aber ich fand es in diesem Band besonders heftig, weil teilweise auch noch auf John Reckless geschwenkt wurde und dann zeitweilig drei Figurengruppen im Kopf behalten werden mussten. Auch in Moskva, wo sich die Figuren zeitweilig sogar in drei „Gruppen“ getrennt haben, wurde es nicht einfacher alle Handlungsabläufe nachzuverfolgen, was natürlich auch am Medium des Hörbuchs lag. Diese Komplexität war besonders aufgrund des Mediums, bei dem man nicht einfach mal 10 Seiten zurückblättern und nochmal nachlesen kann, was die neuen Pläne für diese und jene Figur sind, schwierig.

Der Sprecher Rainer Strecker hat mir, wie auch schon bei den beiden vorhergehenden Hörbüchern, gut gefallen. Für mich passt er einfach gut in die Welt und zu Jacob Reckless und ich kann mir die Reihe ohne ihn gar nicht recht vorstellen. Auch die Zwischenmelodien gefallen mir immer noch unheimlich gut, weil sie für mich die Atmosphäre der Reihe und der mystisch-magisch-märchenhaften Spiegelwelt transportieren. Ohne sie würde für mich etwas fehlen.

Insgesamt war mir der dritte Band der Reckless-Reihe aufgrund der vielfach parallel verlaufenden Handlungsstränge etwas zu verwirrend und Will durchschaue ich immer noch nicht so recht. Nach dem Abschluss des Bandes brauche ich erst einmal ein paar Wochen bevor ich mich an den nächsten Band wagen möchte. Dennoch hatte der Band auch viele Aspekte, die mir gut gefallen haben und ich freue mich schon darauf den vierten Band in einigen Wochen oder Monaten zu hören, denn wie die Reise aus- (oder zumindest weiter-)geht möchte ich schon gerne wissen.

Leseaktionen

Top Ten Thursday #5

Hallo ihr Lieben,

wieder bin ich beim TTT dabei. Beim Top Ten Thursday, der von Weltenwanderer gehostet wird, geht es darum, 10 Bücher zu einem bestimmten Thema zusammenzustellen. Die Aktion gibt es eigentlich jeden Donnerstag, ich nehme allerdings nur unregelmäßig daran teil. Dieses Mal hat mich das Thema aber besonders angesprochen, deshalb hier also meine Liste mit 10 Büchern zum Thema:

Stelle uns 10 deine:r liebsten Protagonist:innen und ihre Geschichte vor (Vorschlag von Connie)

  1. Sky aus Feuer & Gold von Sarah Beth Durst

Feuer & Gold habe ich beim TTT schon mehrfach genannt, unter anderem deshalb, weil mir Sky so gut gefallen hat. Sie ist ein unglaublich cooles Mädchen, das sich noch dazu in einen Drachen verwandeln kann. Wie toll ist das denn bitte?

  1. Tiffy aus Love to Share von Beth O’Leary

Tiffy hatte es nicht leicht mit ihrem Ex-Freund und dennoch wächst sie im Laufe des Romans über sich hinaus und wird immer selbstbewusster. Sie lässt nicht mehr zu, dass ihr Ex-Freund sie weiterhin manipuliert und so ihr Glück zerstört.

  1. Anna aus Die magische Gondel von Eva Völler

Bisher habe ich zwar nur den ersten Band der Zeitenzauber-Reihe gelesen, aber vor allem weil mir die Protagonistin Anna so toll gefallen hat, möchte ich nun unbedingt weiterlesen. Anna wird plötzlich ins Venedig des späten 15. Jahrhunderts geschickt und dort mehrfach beinahe getötet. Auf sich gestellt in einer fast fremden Stadt, in einem fremden Jahrhundert lässt sie sich dennoch nicht unterkriegen.

  1. Shinichi Kudo (alias Conan Edogawa) aus Detektiv Conan von Gosho Aoyama

Hierbei handelt es sich um einen Manga, der in Japan spielt. Shinichi ist eigentlich ein Oberschüler, der als Detektiv schon manchen Fall gelöst hat bis er eines Tages die falschen Männer überwacht und im Körper eines 6-Jährigen erwacht. Um seine beste Freundin und ihren Vater nicht in Gefahr zu bringen, lebt er nun undercover als Conan Edogawa bei ihnen im Haushalt.

  1. Lucy Harrington aus der Harrington-Kurland-Reihe von Catherine Lloyd

Lucy ermittelt in bei einem Mord in Kurland St. Mary und im zweiten Band als der Tod sein Debüt während der Londoner Ballsaison gibt. Sie ist dabei nicht alleine, sondern wird vom stoffeligen Major Kurland begleitet. Lucy ermittelt dennoch mutig und unerschrocken, wenngleich sie dabei mehr als einmal schon in große Gefahr geraten ist.

  1. Jane Wunderly aus der Jane-Wunderly-Reihe von Erica Ruth Neubauer

Jane muss erst einen Fall (Mord im Mena House) in Ägypten lösen, als sie mit ihrer Tante dort gemeinsam Urlaub macht und sie eine unsympathische Frau ermordet in ihrem Bett auffindet und im zweiten Fall (Mord auf Wedgefield Manor) den „Autounfall“ eines Bediensteten ihres Gastgebers aufklären. Dabei ermittelt sie gemeinsam mit Mr. Redvers.

  1. Fanny aus Mansfield Park von Jane Austen

Fanny ist die Protagonistin des Romans Mansfield Park von Jane Austen und ist mir gerade aufgrund ihrer Schüchternheit und Tugendhaftigkeit sehr ans Herz gewachsen. Sie würde niemals etwas tun, das sich nicht mit ihren hohen moralischen Vorstellungen vereinbaren lässt und obwohl sie so häufig unemanzipiert wirkt, mochte ich sie sehr gerne.

  1. Tyko aus der Reiter des Himmels-Reihe von Linda Winter

Tyko – erst der zweite männliche Protagonist hier – ist eigentlich ein Prinz, wollte aber schon immer ausziehen um die Welt zu entdecken. Als sein Vater einen großen Krieg plant und dazu den Reiter des Krieges, einen von vier mächtigen Drachenreitern, engagieren will, entscheidet sich Tyko, nach der Reiterin der Wahrheit zu suchen um den Krieg noch zu verhindern.

  1. Emilia aus Witches of Stanhope – Verborgene Magie von Laura Nieland

Emilia ist eine Hexe kurz vor ihrer Weihe. Erst nach ihrer Weihe wird sie in den Zirkel aufgenommen und erfährt um dessen Aufgaben und Traditionen. Doch Emilia sträubt sich gegen die Traditionen und verursacht so Unruhen im Zirkel. Nachdem sie aber von den Aufgaben des Zirkels weiß, muss sie die Beziehungen zu ihrer besten Freundin und ihrem neuen Freund abbrechen, denn sonst muss sie sie Ende Oktober opfern…

  1. Tommy und Tuppence Beresford aus der gleichnamigen Reihe von Agatha Christie

Streng genommen sind Tommy und Tuppence Beresford ja zwei Protagonisten, aber da ich beide eigentlich gleich gerne hab, wollte ich sie auch gerne zusammen vorstellen. Die Romane um das Ehepaar Beresford begleitet deren Leben ziemlich lange. Am Anfang sind Tommy und Tuppence noch ziemlich jung, aber am Ende sind ihre Kinder bereits erwachsen. Neben den vier Romanen gibt es auch noch einige Kurzgeschichten mit dem Ermittlergespann.

Kennt ihr eine oder einen meiner vorgestellten Protagonist:innen?

Liebe Grüße
Vanessa

 

 

Hinweis: Die Rechte an den Covern besitzen natürlich die Verlage und Autor:innen.

Tod in feiner Gesellschaft von D. Freeman

Inhaltsangabe: Tod in feiner Gesellschaft von Dianne Freeman

In Tod in feiner Gesellschaft von Dianne Freeman geht es um einen Todesfall, der schon ein Jahr her ist und um einige Diebstähle, die Frances Wynn, die Countess of Harleigh, und Mr. George Hazelton gemeinsam untersuchen.

Frances lebt seit dem Tod ihres Mannes, Reggie, vor einem Jahr, der im Bett seiner Geliebten, Alicia Stoke-Whitney, starb, sodass Frances, die Geliebte und George, ein Freund der Familie ihren Ehemann zurück in sein Schlafzimmer bringen mussten, bevor sie Alarm schlagen, beim Bruder ihres verstorbenen Mannes, Graham, und dessen Frau, Delia, und den gemeinsamen Kindern. Da die Trauerzeit inzwischen vorbei ist, möchte Frances mit ihrer kleinen Tochter Rose in die Stadt ziehen, was sie heimlich arrangiert.

Kurz nach ihrem Einzug in das Londoner Stadthaus, erfährt sie, dass George, der Bruder ihrer besten Freundin und geheimer Mitwisser von Mr. Wynns Todesumständen ihr direkter Nachbar sein wird. Außerdem kündigt sich ihre jüngere Schwester an, die gemeinsam mit ihrer Tante Hetty die Ballsaison in London verbringen möchte, um in dieser Zeit nach einem geeigneten Ehemann zu suchen.

Neben dem aufdringlichen Inspektor Delaney, der im angeblichen Mord ihres verstorbenen Mannes ermittelt und sie offenbar für die Täterin hält, wird auch noch ihr Konto gesperrt, da ihr Schwager meint, dass ihr privates, von ihrem Vater eingerichtetes Konto der Familie ihres verstorbenen Mannes zusteht. Nun muss sie mit dem Geld klarkommen, dass ihre Mutter für die neue Kleidung ihrer Tochter, Lily, mitgeschickt hat und hoffen, dass es nicht nur für eine neue Garderobe, sondern auch für die laufenden Kosten reicht bis der Rechtsstreit mit ihrem Schwager geklärt ist.

Während Frances mit ihrer Freundin Fiona einige Besuche macht, um mitzuteilen, dass sie sich wieder in London aufhält, damit ihre Schwester Balleinladungen erhält, erfährt sie, dass in den letzten Wochen einige Gegenstände gestohlen wurden. Während einer Veranstaltung bei Mrs. Stoke-Whitney, verschwindet deren Armband, das Frances am nächsten Tag in ihrem Pompadour findet und am nächsten Morgen der Ex-Geliebte ihres Mannes zurückbringt. Dabei wird sie allerdings von Inspektor Delaney gesehen, der sie zuerst für die Diebin hält, was ihm Alicia aber schnell ausredet. Als Frances kurz darauf nachhause zurückkehrt, findet sie ihr Schlafzimmer in einem heillosen Durcheinander vor, sodass sie sofort nach dem Inspektor schicken lässt, der sie nun nicht mehr unbedingt für die Täterin hält.

Frances und Alicia überlegen gemeinsam wer das Armband gestohlen und bei Frances versteckt haben könnte, und kommen so auf eine Liste mit zehn Namen von Menschen, die mit Alicia sprachen bevor sie das Verschwinden des Armbandes bemerkte und später Zeit in der Nähe von Frances verbrachten. Auf dieser Liste steht Frances‘ beste Freundin Fiona, deren Bruder George, aber auch die drei Verehrer ihrer Schwester, Viscount Ainsworthy, Mr. Daniel Grayson und Mr. Kendrick.

Kurz darauf kündigt sich ein Bediensteter von Mrs. Stoke-Whitney bei Frances an, weil er ihr etwas mitzuteilen hätte. Kurz darauf findet eine von Mrs. Wynns Angestellten einen toten Mann in ihrem Garten, dem die Kehle durchgeschnitten wurde. Frances und auch der Inspektor fragen sich, was der Mann ihr erzählen wollte, was er weder seiner Herrin noch dem Inspektor erzählen wollte und kommen zu dem Schluss, dass es möglicherweise etwas mit den drei Verehrern von Lily zu tun haben…

Tod in feiner Gesellschaft von D. Freeman

Rezension: Tod in feiner Gesellschaft von Dianne Freeman

Bei Tod in feiner Gesellschaft von Dianne Freeman handelt es sich um den ersten Band der Reihe, die sich um die Countess of Harleigh als Ermittlerin dreht.

Frances war vom Charakter früher wohl eher ruhig, zurückhaltend und fügsam, doch das hat sich mit der Zeit, als mehr oder weniger alleinerziehende Mutter, weil ihr Mann ständig unterwegs war und sie den gesamten Haushalt führen musste, geändert. Nun ist sie eine starke junge Frau, die sich mutig der Welt entgegenstellt. Ich fand Frances von Anfang an beeindruckend, weil sie aus dem Haus ihres Schwagers auszieht, obwohl sie weiß, dass das wahrscheinlich Ärger mit ihrer Familie geben wird. Auch als ihr das Leben schwer gemacht wird und alle äußeren Umstände zusammenkommen, gibt sie nicht auf, sondern kämpft weiter für die Wahrheit.

Georg Hazelton ist schwerer zu durchschauen, weil man über ihn wenig Innenperspektive und nichts zu seinen Gedanken und Gefühlen erfährt. Man ahnt aufgrund seines Verhaltens, dass er ein Mann mit hohen moralischen Prinzipien ist. Er möchte immer tun, was richtig ist, auch wenn er dafür das Gesetz etwas verbiegen muss (in den Belangen hat er mich an eine andere Figur erinnert, aber dazu später mehr). Georg ist immer da, um Frances zu unterstützen und scheint sie auch auf persönlicher Ebene recht gern zu haben.

Die Handlung selbst hat mir ganz gut gefallen. Am Anfang ist alles sehr verworren, aber das meiste wird im Laufe der Ermittlungen aufgeklärt. Leider wird nicht jedes Ende entwirrt, was mich etwas gestört hat, weil es so wirkte, als ob die Autorin das ein oder andere einfach vergessen hätte. Die Handlung war auch sehr vollgestopft, weil es eben nicht nur um den Mordfall und die Hintergrundgeschichte um die Ballsaison und die Suche nach einem Ehemann von Lily ging, sondern auch um einige Diebstähle, die Uneinigkeit mit Frances‘ Schwager und die Einrichtung ihres Hauses. Außerdem war da noch die Liebesgeschichte zwischen Frances und Georg, die ständig unter der Oberfläche brodelte. Für mich war am Ende beispielsweise nicht klar aus welchen Gründen Georg Frances den Heiratsantrag gemacht hat. Solche Sachen hätte man noch klären können, aber vielleicht wollte sich die Autorin auch einfach noch ein paar Anknüpfungspunkte für den zweiten Band aufheben.

Ich hatte ja oben bereits erwähnt, dass ich eine Parallele gefunden habe. Georg Hazelton hat mich vom Charakter her an eine Mischung aus Major Robert Kurland (aus der Harrington und Kurland-Reihe von Catherine Lloyd) aber mehr noch an Mr. Redvers (aus der Jane Wunderly-Reihe von Erica Ruth Neubauer). In allen drei Reihen „ermitteln“, weil bei Tod in feiner Gesellschaft Georg am Anfang doch sehr zurückhaltend ist mit seiner Hilfe bei den Ermittlungen, Paare, wobei die Frauen diejenigen sind, die forsch Informationen finden. Die Männer scheinen mit solch starken, klugen Frauen relativ gut klar zu kommen, obwohl das Verhalten damals mit Sicherheit nicht dem typischen Bild einer guten Ehefrau entsprochen hat.

Insgesamt mochte ich den Kriminalroman Tod in feiner Gesellschaft von Diane Freeman aber sehr gerne und ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Reihe um Frances Wynn, die Countess of Harleigh.

 

 

 

Vielen Dank an Digital Publishers für das Rezensionsexemplar!