Montagsfragen

Montagsfrage: 28. Oktober 2019

Montagsfrage: Wie sehen sich Blogger im Vergleich zu professionellen Literaturkritikern? (von Der Büchernarr)

Hallo ihr Lieben,

heute fragt Antonia danach, wie sich Blogger im Vergleich zu professionellen Literaturkritikern sehen. Ein sehr interessante Frage, weil sie so schwammig ist. Ich vermute, mit professionellen Literaturkritikern sind solche aus großen Zeitungen gemeint. Diese haben natürlich den entscheidenden Nachteil, dass sie ein Buch für ihre Zeitung besprechen und deshalb in gewisser Weise ihrer Zeitung verpflichtet sind. Selten werden diese Kritiker nach ihrer privaten, eigenen Meinung gefragt, sondern eher nach der offiziellen Meinung, die sich dann auch mehr oder weniger gut an Kriterien begründen lässt. Das ist natürlich insofern gut, weil man dann ganz objektiv sagen kann, ob ein Buch gut oder schlecht ist, hat aber den Nachteil, dass nur bestimmte Genres rezensiert werden.
Ich kann mich nicht erinnern, dass die Zeitungen mal eine Besprechung eines schwülstigen Liebesromanes gebracht haben, oder eines einfachen Krimis (vielleicht irre ich mich, aber ich gehe davon aus, dass die Zeitungen nur über etwas anspruchsvollere Titel schreiben). Blogger hingegen können ihre Schwerpunkte auch auf solche einfachen unterhaltenden Stoffe legen. Deshalb würde ich sagen, dass Blogger und professionelle Literaturkritiker sich gegenseitig ergänzen, weil sie durch ihre unterschiedliche Schwerpunktsetzung eine ganze Bandbreite an literarischen Genres abdecken können. Was meint ihr dazu?

Liebe Grüße
Vanessa

The Tribe

Rezension: Zwischen Hoffen und Bangen von Ralph Sander

Die Inhaltsangabe zum zweiten Band der The Tribe-Reihe Zwischen Hoffen und Bangen von Ralph Sander findet ihr oben.

Die Chosen haben eine Religion, in der sie an Zoot als Gott glauben. Diese Religion gibt ihnen Hoffnung und Kraft, veranlasst sie aber auch dazu sich gegenseitig zu verletzen und bringt Unglück über die Kinder und Jugendlichen. Hier entwickelt sich also eine ähnliche Religion wie wir sie bereits aus der realen Welt mehrfach kennen. Der eigentliche Grund einer Religion wird aber schnell verfehlt und aus der Abgrenzung als Gemeinschaft, die einen positiven psychologischen Effekt haben kann, entwickelt sich sehr schnell eine Gemeinschaft, die gerade dadurch andere als Feinde versteht.

Auch sieht man daran, dass Trudy, weil ihr Macht versprochen wird, sich gegen ihre Freunde wendet. Sie wird als verehrte Mutter von den Chosen verehrt und ihr Kind, als das Kind von Zoot wird verehrt.

Schade finde ich es sehr dolle, dass Amber gestorben ist und dass Bray nach nur wenigen Tagen eine andere Frau findet und sich in sie verliebt. Natürlich ist es klar, dass jeder in dieser dystopischen Welt jemanden braucht, der ihm Halt gibt, aber leider finde ich, dass es zu schnell ging.

Dass die Mall Rats sich aufgrund des Gegenmittels und des Gesetzes eine Art Vormachtstellung sichern wollen, ist auf der einen Seite lobenswert. Sie versuchen eine gerechtere Welt zu schaffen, was ja grundsätzlich positiv ist, allerdings stellt sich natürlich die Frage, weshalb gerade sie das Recht haben sollten über die anderen zu entscheiden. Gerade das sorgt dann auch für Uneinigkeit in den Stämmen der Stadt. Die Chosen bringen Unheil über die Mall Rats, was dann natürlich dazu führt, dass sich ein Gesetz gar nicht erst etablieren kann.

Alles in allem ist der zweite Teil Zwischen Hoffen und Bangen zwar sehr interessant, so hat man nicht nur weitere Punkte einer archaischen Welt, die in die neue Welt eingeführt werden und dort negative wie positive Auswirkungen haben, sondern lernt auch neue Charaktere kennen. Auch das Videotagebuch, das die Mall Rats führen und das geheim bleiben soll, fand ich sehr spannend, denn es führt dazu, dass man ein bisschen was vom Innenleben der Figuren erfährt und merkt, warum sich die Charaktere verhalten wie sie sich verhalten. Deshalb empfehle ich den zweiten Band der The Tribe-Reihe Zwischen Hoffen und Bangen von Ralph Sander gerne weiter.

Das geheime Leben der Bücher von R. de Sá Moreira

Rezension: Das geheime Leben der Bücher von Régis de Sá Moreira

Der Roman Das geheime Leben der Bücher von Régis de Sá Moreira ist ein sehr moderner Roman. Es geht darum, wie ein Mensch sich von der ganzen Welt isolieren kann und dennoch mit ihr in Kontakt steht. Gleichzeitig geht es um die Liebe zu Büchern und das man – angeblich – nichts anderes braucht als diese Bücher.

Der Charakter des Buchhändlers ist der einzige, der wirklich ausgestaltet wurde. Mir gefiel dieser Charakter überhaupt nicht, weil man sich während des gesamten Romans in einer Art Anfangsstadium befindet. Die ganze Zeit erwartet man, dass die Figur mal etwas mehr vorgestellt wird, dass man mal etwas mehr als eine grobe Beschreibung der Person erhält, vielleicht sogar so etwas wie einen Namen, der über die Berufsbezeichnung hinausgeht. Dem war nicht so. Bis zum Schluss, weiß man nicht, wer dieser ominöse Buchhändler eigentlich ist. Das kann seine Vorteile haben und passt sicher auch zur Erzählweise, aber genervt hat es mich dennoch, weil ich mich mit der Figur überhaupt nicht identifizieren konnte. Aber gerade wenn es um Bücher geht möchte man sich vielleicht mit der Figur identifizieren können und da fehlt dann halt schon etwas.

Darüber hinaus war auch der Erzählstil sehr anstrengend. Die Handlung wird in kurzen, unzusammenhängenden Episoden erzählt. Die einzelnen Kapitel beinhalten manchmal eine einzige Geschichte, manchmal gehen diese auch ineinander über und das ein oder andere Mal hatte ich auch das Gefühl, dass die Kapitelgrenze eine Geschichte auseinandergerissen hat. Das im gesamten ist für den Lesefluss schlichtweg abträglich und hat dafür gesorgt, dass ich in die Geschichte einfach überhaupt nicht reinkam. Wäre das Buch nicht so kurz hätte ich es wohl aus den beiden genannten Hauptgründen irgendwann einfach abgebrochen.

Insgesamt wird der Roman Das geheime Leben der Bücher von Régis de Sá Moreira wahrscheinlich von seinen Lesern entweder geliebt oder gehasst. Ich kann nachvollziehen, dass jemand das Buch mag, weil es sehr poetisch wirkt, aber ich konnte damit überhaupt nichts anfangen und kann es deshalb auch leider gar nicht weiterempfehlen.

Vier Frauen und ein Mord von A. Christie

Inhaltsangabe: Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie

Bei Vier Frauen und ein Mord handelt es sich um einen Kriminalroman von Agatha Christie, in dem Ariadne Oliver zum zweiten Mal auftritt und den Fall zusammen mit Hercules Poirot löst. In den nachfolgenden Krimis treten Poirot und Ariadne sehr häufig zusammen auf.

Der Polizist Spence kennt Poirot von früher und so hat er ein dringendes Anliegen zu besprechen: Für den Mord an der älteren Mrs. McGinty wurde deren Untermieter Bentley verhaftet. Und obwohl alle Beweise und Indizien gegen ihn sprechen, und ihm nun sogar der Prozess gemacht werden soll, kann der Polizist das Gefühl nicht beiseite schieben, dass Bentley nicht der Täter ist. Hercules Poirot soll nun ermitteln und die Wahrheit herausfinden. Für einen alten Bekannten macht Poirot das gern, zumal der Fall ihn interessiert und das umso mehr umso länger er sich damit beschäftigt.

Poirot zieht also nach Broadhinny und beginnt dort mit seinen Ermittlungen. Leider machen es ihm die Dorfbewohner nicht gerade einfach, sodass er seine Schwierigkeiten hat, richtig in die Ermittlungen einzusteigen, aber nach und nach kommen einige Details ans Tageslicht: Mrs. McGinty schrieb nie auch nur einen Brief doch auf einmal braucht sie Tinte und es stellt sich heraus, dass sie einer Zeitung auf einen Artikel antworten wollte, da sie von den Fotografien jemanden erkannte.

Bei dem Artikel geht es um vier Frauen, die von einem mordenden Mann irgendwie beeinflusst wurden und teilweise sogar selbst schuldig waren oder gewesen sein könnten. Als Poirot die Fotografien nun im Ort herumzeigt, erkennt Mrs. Upward offenbar jemanden, will aber Poirot nichts sagen, obwohl dieser ihr erklärt, dass ihr Schweigen für sie gefährlich sein kann. Dennoch schweigt sie und wird bald darauf tot aufgefunden. Ihr Sohn ging am gleichen Abend mit Ariadne ins Theater, sodass jeder ins Haus gelangen konnte.

In Broadhinny wohnen drei vom Alter her passende Frauen, die eine der Frauen auf den Fotos sein könnten. Alle drei werden eingeladen, abends zum Hause Mrs. Upwards zu kommen um mit dieser eine Tasse Kaffee zu trinken, so versucht der Täter den Verdacht auf mehrere Personen zu verteilen, da er davon ausgeht, dass jemand die drei Frauen schon sehen wird und somit diese verdächtigt werden.

Am Ende wird Hercules Poirot klar, wer der Mörder sein muss, und er ruft alle Verdächtigen zur finalen Show…

Leseaktionen

Mein SuB kommt zu Wort Oktober 2019

Hallo ihr Lieben,

inzwischen ist sogar schon der 21. Oktober, aber heute werdet ihr mir das sicher verzeihen, denn schließlich war am Wochenende Buchmesse. Aber da wir ja ohnehin ein bisschen spät dran sind, starten wir nun direkt mit den Fragen durch:

  1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?

Ich bestehe derzeit aus 27 Büchern und hier sind schon alle eBooks miteingerechnet. Das ist eines weniger als im letzten Monat; man merkt also, dass sich die gelesenen Bücher und die Neuzugänge derzeit beinahe decken.

  1. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Meine drei neusten Schätze: Kürzlich hat Vanessa von Henrik Ibsen Peer Gynt geschenkt bekommen. Darauf ist sie schon sehr gespannt, weil sie schon seit Jahren etwas von Ibsen lesen möchte. Weiterhin hat sie kürzlich das Buch Weil es Liebe ist von Christina Lauren bekommen und es direkt angefangen zu lesen, weil Vanessa so eine Lust darauf hatte. Und sie hat Morphium von Agatha Christie geschenkt bekommen. Das ist zwar ein Poirot-Krimi, aber ich denke trotzdem, dass er Vanessa Spaß machen wird.

  1. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat Vanessa die Novelle Schweigeminute von Sigfried Lenz gelesen. In dem Buch geht es um einen Schüler und dessen Lehrerin, die eine Affäre miteinander haben. Die Novelle beginnt mit der Trauerfeier von Frau Petersen und erzählt dann rückwirkend von der Beziehung der beiden und wie sie sich näher gekommen sind. Vanessa hat das Buch erst vor ein paar Tagen zu Ende gelesen und kam noch nicht dazu, die Rezension dazu zu schreiben.

  1. Lieber SuB, nun werden wir uns mal näher mit den Reihen auf deinen Stapeln befassen, davon gibt es schließlich mehr als genug in den Weiten der Bücherwelt! Beginnen wir mit den Anfängen – zeig uns doch mal Reihenanfänge aus deinen Stapeln.

Rückblick: Von den drei Büchern, die ich Vanessa vorgeschlagen habe, hat sie natürlich keines gelesen, aber ich hatte ja erwähnt, dass sie noch viele andere Bücher auf mir hat, die mit einem Artikel beginnen. Deshalb ist das nicht ganz so schlimm, denn sie hat mit einem anderen Buch angefangen: Das Logo von Wolfgang Borchers. Ich gehe davon, dass sie es in den nächsten Tagen noch fertig liest und dann folgt auch zeitnah die Rezension.

Zukunft: Tatsächlich gibt es auf mir keine Reihenanfänge. Es gibt aber einige Teile von Reihen; sogar vier Stück. Zum einen ist da die Detektiv-Conan-Reihe mit ein paar Bänden, die aber weder einen Reihenanfang noch ein Reihenende darstellen. Weiterhin gibt es die Trilogie von Wolfgang Borchers (Lahn-Dill-Krimi), von dieser sind die Teile 2 und 3 auf mir, sodass Vanessa diese zeitnah beenden könnte, wenn sie das möchte. Darüber hinaus gibt es im weitesten Sinne noch die Poirot-Reihe. Hercules Poirot ist eine der beiden bekannten Figuren von Agatha Christie. Mit diesem Protagonisten hat sie über 33 Romane und etliche Kurzgeschichten geschrieben. Die drei Romane, die gerade auf mir sind, sind alle drei mit Hercules Poirot und gehören somit zu dieser Reihe. Und abschließend habe ich noch Lori Fosters Garrett auf mir. Dieser Roman ist ein relativ kurzer Roman der Autorin, den es auch nur auf Englisch und als E-Book gibt. Er gehört zur Buckhorn-Brothers-Reihe, von der die ersten paar Bände auf Deutsch übersetzt worden sind, aber die neueren werden nicht mehr übersetzt. Somit ist auch dieser Roman weder ein Reihenanfang noch ein Reihenabschluss.

Kennt ihr eines der Bücher oder eine der Reihen und könnt Vanessa einen Tipp geben?

Liebe Grüße SuBy (& Vanessa)

Montagsfragen

Montagsfrage: 21. Oktober 2019

Montagsfrage: Was macht eigentlich den Reiz einer Buchmesse aus?

Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

es ist nach der Buchmesse! Aber nach der Buchmesse ist ja bekanntlich vor der Buchmesse. Nun also stellt Antonia von Lauter und Leise diese Woche sehr passend eine Frage zum Thema Buchmessen, denn sie will wissen, was den Reiz einer Buchmesse ausmacht.
Ich denke, das kommt darauf an mit welcher Intention man auf die Buchmesse geht. Als normaler Besucher hat man die Möglichkeit viele neue Bücher zu entdecken, wenn man Glück hat, sieht man einen seiner Lieblingsautoren, kann in eine Lesung und bekommt sogar ein Autogramm oder man kommt mit Verlagsmitarbeitern ins Gespräch und kann diesen ein paar Fragen stellen.
Als Presse hat man die Chance mal ein paar detaillierte Fragen an die Verlagsmitarbeiter zu stellen, so diese denn Zeit haben. Man hat bei einer Buchmesse die Möglichkeit direkt vom Ort des Geschehens zu berichten, was ja bei der Berichterstattung über Bücher sonst recht schwierig ist.
Und als Verlagsmitarbeiter hat man die gute Möglichkeit mit vielen Kollegen von anderen Verlagen in Kontakt zu kommen, vielleicht ha der eigene Verlage auch mehrere Standorte und man kommt so sogar mit den Leuten, mit denen man im gleichen Verlag arbeitet zusammen und natürlich können auf so großen Buchmessen wie Frankfurt auch unglaublich gut Kontakte in alle Welt geknüpft werden. Woher sonst wenn nicht von der Buchmesse soll man wissen, dass es den XYZ-Verlag in Indien, Nepal oder Brasilien gibt? Auf der Buchmesse können also Kontakte geschlossen und wieder neu aufgenommen werden, man kann sich als Verlag bei den ausländischen Verlagen nach neuen Büchern umschauen, die man dann ggf. lizensieren kann und all solche Dinge.
Als Autor kann man auf der Buchmesse nach neuen Inspirationen suchen, aber auch Kontakt zu Agenturen oder sogar direkt zu Verlagen aufbauen und so versuchen, mal ein paar persönliche Gespräche zu führen.
Für mich persönlich ist der Reiz einer Buchmesse diese emsige Betriebsamkeit. Wenn man in eine Halle reinkommt, hört man keine einzelnen Wörter mehr, sondern nur noche in lautes Summen, überall erkennen sich Leute und sprechen miteinander (ob jetzt Aussteller oder Besucher) und häufig finden Leute neue Bücher und nehmen sich zumindest mal eine Leseprobe oder ein Lesezeichen/Postkarte von dem Buch mit.
Was macht für euch den Reiz einer Buchmesse aus?

Liebe Grüße
Vanessa

Lieblingsworte

Häresie

Die Häresie meint laut Duden-online bildungssprachlich die Ketzerei oder eine verdammenswerte Meinung. In der katholischen Kirche ist mir Häresie gemeint, dass es eine von der gängigen Kirchenmeinung abweichende. Das Substantiv Häresie kommt aus dem Lateinischen haeresis, was im Griechischen haíresis ist und auf deutsch das Nehmen, Wahl bedeutet. Ich kann leider nicht sagen, was damit genau gemeint ist, denn irgendwie ist die Parallele oder die Bedeutung dahinter nicht ganz klar.

Vier Frauen und ein Mord von A. Christie

Rezension: Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie

In dem Krimi Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie erwartet man eine kollaborative Arbeit von Hercules Poirot und Ariadne Oliver, da er ja in diesem Band auch noch mit anderen Frauen zusammenarbeitet. Diese Zusammenarbeit erfolgt in weiten Teilen nicht, was total mit den Erwartungen des Lesers bricht. Das kann auf der einen Seite gut und auf der anderen schlecht sein, aber wenn ich eine Gemeinschaftsermittlung erwarte und diese dann nicht bekomme, finde ich das sehr schade.

Was ich sehr interessant finde ist die Idee mit dem Zeitungsartikel. Dieser Artikel ist unglaublich zentral, weil deswegen Mrs. McGinty einen Brief schreibt und weil deswegen der Mörder in die Enge getrieben wurde, weil er Angst hatte, wiedererkannt zu werden. Würde es diesen Zeitungsartikel nicht geben, wäre alles grundsätzlich anders gekommen.

Ariadne Oliver ist einer sehr anstrengende Person, die noch dazu irgendwie an den Ermittlungen beteiligt sein will, aber auf der anderen Seite eigentlich keine Zeit hat, weil sie eigentlich Autorin ist und mit dem Bühnenautor Robin Upward über ihr Stück sprechen soll, da dieser es zum Theaterstück umschreiben soll. Auf der anderen Seite ist Ariadne Oliver sehr unkonventionell. Sie ist etwas lauter, sagt ihre Meinung, selbstbewusst, aber kein Strich in der Landschaft, sondern eine etwas kräftigere Dame. Diese Beschreibung macht Ariadne relativ sympathisch. Bentley, der angebliche Mörder hingegen wirkt einfach unsympathisch. Natürlich ist das kein Grund, jemanden wegen Mordes anzuklagen und zu verurteilen, aber er macht es den Menschen auch ziemlich leicht. Er ist keine besonders freundliche Gestalt, kümmerte sich aber hingebungsvoll um seine inzwischen verstorbene Mutter. Beispielsweise hat er sich auch kein Wort von dem gemerkt, was Mrs. McGinty über den Zeitungsartikel zu ihm sagte und er scheint es auch für zu anstrengend zu halten, sich daran zu erinnern. Wie Christie hier mit den Charakteren spielt, fand ich einfach unglaublich. Das hat mir sehr gut gefallen.

Insgesamt hat mir Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie also ganz okay gefallen. Was mich wirklich gestört hat, war, dass ich erwartet hatte, dass Ariadne und Hercules noch viel mehr zusammen ermitteln und das zumindest dieses Mal noch ziemlich auf der Strecke blieb.

Frankfurter Buchmesse 2019

Rund um’s Lesen: Frankfurter Buchmesse 2019

Die Frankfurter Buchmesse 2019 hat gestartet und geht noch bis Sonntag 20. Oktober 2019. Im Wesentlich hat sich – zumindest gefühlt – weder an der Fläche noch an der Anzahl der Aussteller etwas groß verändert. Auch die Aufteilung der Hallen wurde im Großen und Ganzen im Vergleich zum letzten Jahr beibehalten.

Warum also dieses Jahr auf die Buchmesse fahren? Das fragt sich wohl so mancher nach einigen Jahren Buchmesse. Zum einen ist es natürlich immer wieder ein schönes Erlebnis und zum anderen ist es auch ganz nett wenn man bei den Verlagen mal wieder am Stand stöbern, vielleicht sogar mit jemandem ins Gespräch kommen kann. Andererseits ist es selbst an den Fachbesuchertagen an den Ständen der großen Verlage so voll und alle sind mit ihrem geschäftigen Treiben dermaßen beschäftigt, dass die es häufig wohl recht schwierig ist, an einem Stand wirklich in Ruhe zu gucken mal von etwaigen Gesprächen ganz zu schweigen. Am Wochenende hätten die Mitarbeiter vielleicht sogar die Ruhe dazu, weil sie keine Businessmeetings mehr haben, aber da streiten sich dann Hunderte private Messerbesucher um den einen Verlagsmitarbeit, mit dem man selbst auch gerne sprechen würde. Das zumindest war gestern mein Eindruck und so komme ich gleich mal mit einem Verbesserungsvorschlag daher: Gespräche besser möglich machen!

Mir ist natürlich klar, dass das so leicht nicht möglich ist, aber wenn man an einem Stand nicht mal mehr einen Menschen findet um zu fragen, ob man sich ein Programm mitnehmen darf, dann heißt das für mich, dass Gespräche gerade nicht wirklich möglich sind, aber bei der Buchmesse soll es ja gerade auch um Austausch gehen. Hier hat der Verlag die Möglichkeit, mal sehr niederschwellig auf seine Leser zuzugehen und mit diesen zu sprechen. Der Leser hat die Möglichkeit, über seine Lieblingsbücher zu reden und hätte dann gegebenenfalls das Gefühl, dass dieser eine Verlag einem wirklich zuhört und man kauft bzw. stöbert dann zumindest vielleicht eher bei diesem Verlag, weil man ein Verbundenheitsgefühl entwickelt.

Zum Gastland Norwegen: Der Pavillon besticht dieses Jahr durch seine Illusionshaftigkeit in der Klarheit. Der Pavillon besteht aus diversen Tischen, auf denen die Bücher ausgebreitet sind, darüber befinden sich verschlungene Metallrohre, die Wände links und rechts im Raum zumindest bestehen aus großen Spiegelflächen und wackelten leicht, weiterhin gab es noch zwei Bühnen. Über die Tische mit den Büchern kann man gut hinweggucken, sodass einem nicht als Menschen im Weg sind, einzig die verwirrenden Glaswände sorgen dafür, dass man eben nicht so leicht einen Überblick bekommt und zumindest ich brauchte ein paar Minuten, um mich in der Halle zurecht zu finden.

Die Frankfurter Buchmesse bietet alles in allem aber wie die letzten Jahre eine Mischung aus Menschen und Büchern, Gesprächen und Gelächter. Im Wesentlichen sind es viele Menschen und viele Bücher, allerdings sind es dieses Jahr andere Bücher als letztes Jahr.

Tannöd von A. M. Schenkel

Inhaltsangabe: Tannöd von Andrea Maria Schenkel

In dem Kriminalroman Tannöd von Andrea Maria Schenkel wird der sechsfach-Mord an einer Familie beschrieben. Der Roman basiert auf den Begebenheiten auf dem Hof Hinterkaifeck. Der Erzähler erzählt in kurzen Abschnitten vom Leben der fünf Familienmitglieder.

Davon wie die kleine Tochter Cäzilia mit ihren Freundinnen in die Schule ging, davon wie die Familie mit ihren Nachbarn umging, von dem Glauben der Familie und natürlich von den Beziehungen untereinander. Es geht um die angebliche Inzucht der Tochter Viktoria mit ihrem Vater Andreas und dass sie vielleicht eins, möglicherweise auch beide Kinder von ihm empfing und sie verschiedenen Männern anhängte. Ihre Tochter stammt offiziell aus einer relativ kurzen Ehe und ihr Sohn stammt aus dem Verhältnis mit einem verwitweten Nachbarn.

Weiterhin geht es natürlich um das Leben auf dem Hof, darum wie dieser bestellt wird und wer sich wie um die Tiere gekümmert hat. So werden die Ereignisse vor der Mordnacht dargestellt. Es werden seltsame Figuren, die sich in der Nähe des Hofes herumtreiben, beschrieben und sogar ein Techniker, der vorbei kam um eine der Maschinen zu reparieren und der mehrere Stunden auf dem Hof arbeitete und der hinterher beschreibt, wie seltsam ihm dies vorkam und umso mehr umso länger er dort saß und arbeitete. Als er fertig war, verschwand er, ohne noch einmal nach der Familie zu sehen, denn ihm kam der Hof merkwürdig still vor.

Auch der Pfarrer hat etwas beizutragen, genau wie einige andere Dorfbewohner, die die Familie gemeinschaftlich für seltsam halten. Der Vater sei grausam und würde seine Tochter zum Geschlechtsverkehr zwingen, die Mutter würde alles still mitansehen und die Tochter scheint sich dagegen auch nicht zu wehren. Außerdem sind es geizige Menschen und man will mit ihnen ohnehin nichts zu tun haben.

Von den Ermittlungen der Polizei bekommt der Leser nicht so wahnsinnig viel mit, weil der Kriminalroman mehr oder weniger mit dem Mord endet.