Reiterin der Wahrheit von L. Winter

Inhaltsangabe: Reiterin der Wahrheit von Linda Winter

Reiterin der Wahrheit ist der erste Teil der Reiter des Himmels-Reihe von Linda Winter. In diesem lernen sich der Königssohn Tyko aus Lavia und die Drachenreiterin Stella kennen. Aber von vorne: Tyko lebt mit seinen beiden Brüdern Luka und Aristeas und seiner kleinen Schwester Elisa zusammen mit ihren Eltern, dem Königspaar, im reichsten Königreich Sentras in Lavia. Lavia besitzt schier unerschöpfliche Goldvorkommen und ist deshalb überaus privilegiert. Als zwei Nachbarkönigreiche zwei Reiter des Himmels in ihre Dienste nehmen, möchte auch der König den Reiter des Todes in seine Dienste nehmen.

Die Reiter des Himmels sind vier Reiter, wobei der vierte meistens vergessen wird, die Tod und Vernichtung über die Feinde des Auftraggebers bringen. Bei den Reitern handelt es sich um überaus mächtige Wesen, die auf ihren Drachen durch die Lüfte reiten. Sie sehen aus wie Menschen, also die Reiter, nicht die Drachen, haben aber die Fähigkeit ihre Gegner mit Feuer zu einem Haufen Asche zusammenzuschmelzen. Neben dem Reiter des Todes, gibt es noch den Reiter des Krieges und den Reiter des Reichtums. Bei dem vierten Reiter handelt es sich um die bisher noch nie beauftragte, wunderschöne Stella, die Reiterin der Wahrheit. Da sich niemand gerne an die Wahrheit erinnert, mag kaum jemand mit ihr Zeit verbringen und sie wurde auch noch nie beauftragt, denn man sollte in ihrer Gegenwart möglichst nicht lügen und sie kann auch selbst nicht lügen. Kann man den angeheuerten Reiter nicht mehr mit Gold bezahlen, wendet sich der Fluch des Drachen gegen der Auftraggeber, außerdem können auch nur Könige und Mitglieder der Königsfamilie die Reiter des Himmels beauftragen.

Tykos Vater schickt nur seine drei Söhne los, damit diese den Reiter des Todes ausfindig machen. Derjenige unter ihnen, der erfolgreich ist, soll den Thron bekommen. Da Tyko aber nicht zusehen will, wie sein Vater alle Verbündeten angreift, da beispielsweise sein bester Freund aus dem Norden kommt und er auch dessen Königreich und Familie nicht opfern will, macht er sich verdeckt auf eine Geheimmission. Da er seinen widerlichen Ekel von Cousin Kimon mitnehmen musste, muss er vorgeben nach dem Reiter des Todes zu suchen, aber stattdessen sucht er nach der Reiterin der Wahrheit, die er auf der Dracheninsel anzutreffen hofft.

Als er, sein bester Freund Andras und der restliche Trupp, darunter auch die Übersetzerin Philemona, von Assassinen angegriffen werden, kann Stella sie in der letzten Sekunde retten. Tyko, der die schöne junge Frau inzwischen lieb gewonnen hat, beauftragt Stella, kann ihr aber kein Gold anbieten. Sie schwört dennoch, ihm zu helfen, denn er ist der erste, der überhaupt jemals versucht hat, sie zu beauftragen. Gemeinsam reisen sie nun von Zilaa zurück nach Lavia. Unterwegs bittet Tyko Stella, dass diese nach seinem Bruder sehen und ihn über Tykos Pläne informieren soll. Während Stellas Abwesenheit werden Andras, Philemona und Tyko überfallen und er kommt erst wieder im Kerker des Palastes von Lavia zu sich. Dort wird ihm vorgeworfen auf Luka und Aristeas einen Anschlag von Assassinen geplant und durchgeführt zu haben. Warum ist Stella nicht zurückgekehrt? Lebt Luka noch oder haben ihn die Assassinen erwischt? Und wie soll er seinen machthungrigen Vater aufhalten, wenn dieser ihn am liebsten am Galgen baumeln sehen würde?

Reiterin der Wahrheit von L. Winter

Rezension: Reiterin der Wahrheit von Linda Winter

Der Band Reiterin der Wahrheit von Linda Winter ist der erste Teil der Reihe um die Reiter des Himmels (insgesamt 4 Bände).

Das Cover des ersten Bandes der Reihe ist wunderschön, darauf ist eine blonde Frau in einem goldenen Kleid zu sehen, sie sieht Richtung Hintergrund und betrachtet dort einen Vollmond, vor dem ihr gelber Drache entlangfliegt. Das Bild passt also ziemlich gut zum Inhalt, denn alle Details stimmen mit den Beschreibungen überein.

Die Figuren Tyko und Stella sind die beiden Hauptcharaktere. Es gibt Kapitel, in denen die Geschichte aus Stellas Sicht erzählt wird. Und wiederum andere Kapitel, die die Geschichte aus Tykos Sicht erzählen, da sich die beiden auch erst im Laufe der Handlung kennenlernen. Stilistischer habe ich zwischen beiden Sichten allerdings keinen großen Unterschied feststellen können, was aber auch nicht so schlimm ist, da dennoch klar ist, welcher Teil der Geschichte gerade weitergeht. Hin und wieder hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus etwas mehr auf Stellas Teil der Geschichte liegt.

Tyko ist ein netter, junger Bursche, der sich dennoch stark für Frauen interessiert und auch regelmäßig mit den jungen Damen am Hof ausgeht, allerdings hat er dort bisher keine getroffen, die ihn nicht nach kürzester Zeit langweilt und die meisten von ihnen haben Schwierigkeiten mit Tykos direkter und ehrlicher Art. Stella lebt als Drachenreiterin abgeschottet von allen und jedem auf der Dracheninsel. Dort leben auch die anderen drei Drachenreiter, allerdings haben diese häufig Aufträge, sodass Stella oft alleine mit ihrem Drachen Phoenix ist. Vielleicht wirkt sie deshalb etwas naiv, vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass sie nur die Wahrheit sagen kann. Ansonsten sind die beiden aber natürlich sehr sympathisch, was aber einfach daran liegt, dass mir bisher kaum negative Charakterzüge an ihnen aufgefallen wären.

Die Geschichte selbst ist auf jeden Fall interessant und ich liebe solche Reisegeschichten sehr. Natürlich werden zuerst einmal die beiden Leben getrennt dargestellt. Wie funktioniert das Palastleben? Wer lebt mit Tyko im Palast? Was erwartet seine Familie von ihm? Was macht er gerne? Kurzum: Wer ist Tyko eigentlich und wie funktioniert seine Welt? Das muss der Leserin natürlich klar sein, damit sie die Geschichte gut verstehen kann. Stellas Leben wird auch beleuchtet und dabei wird sogar noch ein Blick auf den Nachtmarkt geworfen, auf dem wir Stella das erste Mal treffen und auf dem unsere Protagonisten auch zusammentreffen. Die Erlebnisse auf dem Nachtmarkt werden unglaublich plastisch beschrieben; vor allem bei Stellas Besuch. Wie sie durch die Gassen streift, wie sie von dem Mann angemacht wird, wie sie im Café sitzt. Auch bei Andras und Tyko ist der Besuch ziemlich umfangreich geschildert, sodass der Nachtmarkt auf mich wie ein sehr magischer, exotischer Ort wirkte.

Während des Lesens des Buches habe ich mir an der ein oder anderen Stelle überlegt, wohin uns diese Reise wohl führt. Wie wird die Handlung wohl weitergehen und wie wird dieser Band ausgehen? Für mich waren diese Fragen lange unklar und vielleicht mochte ich den ersten Teil der Reihe auch deshalb recht gerne.

Es gab leider einige kleinere Fehler, die aber auch bei größeren Verlagen auftreten können. Hier meine ich Grammatikfehler und Typos, hinzu kommen auch noch ein paar kleinere Logikfehler, die aber keinen gravierenden Einfluss auf die Handlung im Gesamten haben.

Insgesamt hat mir der erste Teil Reiterin der Wahrheit der Die Reiter des Himmels-Reihe von Linda Winter sehr gut gefallen und ich bin wirklich gespannt wie das Abenteuer von Tyko, Stella, Andras und Philemona weitergeht, sodass ich diesen sehr gerne weiterempfehle.

 

P.S.: Ich danke Linda Winter für das Abhalten der Leserunde.

Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #16

Hallo ihr Lieben,

ich bin diese Woche auch wieder dabei und möchte die vier Fragen der Schlunzenbücher beantworten. Dabei sind die ersten drei wie immer die selben und die vierte ist eine neue:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Blackcoat Rebellion – Das Schicksal der Zehn von Aimée Carter und bin auf Seite 160.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Greyson würde nichts bemerken. ‚Bist du sicher, dass du das tun willst?‘“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Es ist der dritte Teil einer Trilogie, die ich gerade lese, somit bin ich natürlich erst recht gespannt wie es weitergeht, weil ich sowohl die Handlung, den Hintergrund, die Figuren und solche Sachen kenne. Außerdem ist der dritte Teil einer Trilogie natürlich spannend, eben weil es ein dritter Teil ist und es so langsam aber sicher in großen Schritten auf das Ende zugeht.

  1. Welches Buch hat deine Kindheit/Jugend am meisten geprägt?

Das ist eine schwierige Frage. Es gab tatsächlich Bücher, die mich dadurch geprägt haben, weil ich sie nicht gelesen habe und wir sie in der Schule hätten lesen sollen. Kennt ihr das?

Liebe Grüße
Vanessa

Leseaktionen ·Leserunde: Reiterin der Wahrheit von Linda Winter

Leserunde: Reiterin der Wahrheit von Linda Winter Teil II

Hallo ihr Lieben,

diese Leserunde ist im Prinzip fertig und ich mit dem Buch praktisch auch. Bisher hat mir der erste Teil sehr gut gefallen und ich werde wohl auch schauen, dass die Rezension zeitnah kommt.

Ich finde es sehr schade, dass auf meinen Beitrag im Leserundenforum niemand geantwortet hat. Ich weiß zwar, dass ich ein bisschen hinterherhänge, aber da es auch noch eine Anschlussleserunde für die nächsten beiden Bände gibt, hatte ich irgendwie damit gerechnet, dass der ein oder andere auch noch in das Forum für die erste Leserunde reinschaut und zumindest irgendwer mal auf meinen Beitrag antwortet. Somit ist die Leserunde also um und ich werde auch keine weiteren Leserundenupdates hier mehr hochladen, zumal ich mit dem Buch inzwischen auch ziemlich fertig bin.

Liebe Grüße

Vanessa

Montagsfragen

Montagsfrage: 5. Oktober 2020

Montagsfrage: Welches (Cover-)Design eines Buches hat euch in letzter Zeit besonders gefallen?

Hallo ihr Lieben,

Antonia will in der Montagsfrage diese Woche wissen, welches Coverdesign uns in letzter Zeit gut gefallen hat. An dieser Stelle möchte ich gerne Werbung für zwei Bücher von zwei Autorinnen machen, die beide ziemlich schöne Cover haben. Das erste Cover stammt von dem Buch Dromar: Ehre und Wut von Calin Noell und das zweite gehört zum ersten Band Reiterin der Wahrheit aus der Die Reiter des Himmels-Reihe von Linda Winter. Beide Cover spiegeln wunderbar den Inhalt des Buches wieder und sehen noch dazu ziemlich schön aus. Ich schließe daraus jetzt einfach mal, dass die Cover von Büchern aus kleineren Verlagen und unabhängigen Autorinnen generell besser zum Inhalt passen als bei größeren Verlagen, weil sich bei den kleineren Verlagen und unabhängigen Autorinnen sich diese selbst darum kümmern und wer sollte sich mit dem Inhalt besser auskennen als die Autorin selbst? Die beiden Cover sehen wirklich total schön aus und ich finde auch beide Romane (bisher!) ganz spannend.
Welche Cover gefallen euch besonders gut?

Liebe Grüße
Vanessa

Leseaktionen ·Leserunde: Reiterin der Wahrheit von Linda Winter

Leserunde: Reiterin der Wahrheit von Linda Winter Teil I

Hallo ihr Lieben,

Neue Leserunde. Neues Glück. Zugegebenermaßen läuft die Leserunde Reiterin der Wahrheit von Linda Winter schon eine ganze Zeit, aber ich musste vorher noch andere Bücher beenden, bevor ich in diese Leserunde einsteigen konnte. In den letzten Tagen habe ich mir dann überlegt, dass ich gerne auch über diese Leserunde etwas schreiben würde, um meine Erfahrungen ein bisschen festzuhalten und zu teilen.

Auch von Reiterin der Wahrheit lese ich das E-Book, sodass es auch hier so war, dass die Gewinnerinnen innerhalb einer recht kurzen Zeit das E-Book zugesandt bekommen haben. Danach ist auch dieses Mal die Leserunde einfach losgegangen und es gab wieder einige die nach vier, fünf Tagen das Buch durch und die Rezension hochgeladen hatten. Das finde ich ziemlich stressig auch für die anderen Teilnehmerinnen der Leserunde.

Inzwischen (nach 2,5 Wochen) ist das Forum zur Leserunde ziemlich verweist. Die letzten Posts wurden vor 5 Tagen gepostet, sodass mein Beitrag als Schlusslicht bisher ziemlich alleine steht und ich denke auch nicht, dass sich daran noch etwas ändern wird. Auch die Teilnehmeranzahl ist in der letzten Woche wieder geschrumpft.

Auch hier wurde wieder kein Startschuss gegeben, es gibt auch hier keine Einteilung der Kapitel und auch keine Hinweise was bis wann gelesen sein soll. Das führt natürlich wieder dazu, dass die Leserunde zerklüftet und ausfranzt. Ich finde es sehr schade, aber ich verstehe natürlich auch, dass ich ziemlich spät eingestiegen bin.

Und nun noch zum Buch: In Reiterin der Wahrheit von Linda Winter, dem ersten Teil der Reiter des Himmels-Reihe, geht es um Tyko. Er ist der jüngste Sohn des Königshauses Lavia und scheint dennoch einer der Vernünftigsten zu sein. Als sein Vater seine drei Söhne losschickt den Reiter des Todes zu suchen, entschließt sich Tyko, dem Befehl seines Vaters nur zum Schein Folge zu leisten und stattdessen den Reiter der Wahrheit zu suchen. Dabei trifft er auf die wunderschöne Stella, die – wie sich herausstellt – die Reiterin der Wahrheit ist. Als er miterlebt wie sie seinen Cousin in einen Haufen Asche verwandelt, ist er sich nicht mehr so sicher, ob er sie wirklich engagieren will…

Bisher gefällt mir der erste Band ganz gut und somit natürlich auch die ganze Reihe. Ich bin gespannt wie es weitergeht, aber ich komme dennoch nicht so besonders gut voran. Woran das liegt, weiß ich leider nicht, denn ich lese im Moment gefühlt relativ viel. Aber vielleicht ist es so viel auch gar nicht? Ich werde aber auf jeden Fall schauen, dass ich bald weiterlese, denn ich will natürlich wissen wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Kennt ihr die Reihe? Den ersten Teil des Romans? Oder die Autorin? Wie sind eure Leserundenerfahrungen?

Liebe Grüße

Vanessa

Portugiesische Wahrheit von L. Sellano

Inhaltsangabe: Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano

In dem Kriminalroman Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano geht es um Henrik Falkner, der eigentlich aus Deutschland kommt und in Lissabon ein Antiquariat von seinem Onkel Martin geerbt hat. Henrik war in Deutschland Kriminalbeamter und ermittelt nun auch in Portugal. Dort hat er die Polizeibeamtin Helena kennengelernt, die ihm das ein oder andere Mal Informationen zuspielt und der er bei ihren Fällen hilft.

Neben Helena steht ihm auch noch ein Geistlicher, Bruno, der sich in der Stadt sehr gut auskennt und ihm einige Informationen zuträgt, zur Seite. Außerdem bekommt Henrik derzeit Besuch von seiner Mutter, Simone Falkner, zu der er ein sehr angespanntes Verhältnis hat.

Henriks eigentliche Aufgabe in Lissabon ist neben der Führung des Antiquariats, Mordfälle aufzuklären. Martin hat in den letzten Jahrzehnten alle möglichen Informationen über Mordfälle und Tötungsdelikte in ganz Lissabon gesammelt. Für manche Mordfälle, die noch nicht einmal entdeckt worden waren, hatte er sogar schon Informationen zusammengetragen. Diese Informationen sammelte er, um den Mann ohne Nabel zu jagen, der Martins Lebensgefährten vor etlichen Jahren ermordete. Dessen Schwester unterstützt Henrik ebenfalls, denn obwohl ihr Bruder schwul war und von der Familie ausgegrenzt wurde, liebte sie ihn und möchte ebenfalls wissen, wer ihn ermordet hat.

Die eigentliche Geschichte geht aber um den Kriminalfall eines vor 25 Jahren ermordeten Bauarbeiters, der im Fundament eines Pools versenkt wurde. Nach 25 Jahren soll der Pool renoviert werden und so werden die sterblichen Überreste des Mannes gefunden. Helena soll sich nun mit dem alten Mordfall befassen und da Henriks Mutter zufällig in dem Hotel absteigt, zu dem der Pool gehört, treffen die beiden, die sich offenbar im letzten Band gestritten hatten, wieder aufeinander.

Henrik findet heraus, dass es sich bei dem Mordopfer nicht wie zuvor angenommen um einen Bauarbeiter handelt, sondern um einen marokkanischen Gesandten. In der Nähe von Marokko gibt es wohl eine Wüste, und der sich große Wasservorkommen befinden. Marokko zählt diese Wüste zu seinem Eigentum, aber die Besitzverhältnisse waren damals unklar und sind es wohl auch heute noch. Aber gesichert ist, dass die Wasservorkommen, die unter der Wüste im Gestein gespeichert sind, viel Geld wert sein werden.

Henrik nimmt Kontakt zu einem Marokkaner auf, der Informationen zu dem Mordopfer haben soll. Wie sich herausstellt ist der Mann der Sohn des vor 25 Jahren angekommenen marokkanischen Gesandten. Außerdem lernt er noch einen Journalisten kennen, der ihm hilft den Verkauf der Wüste von vor 25 Jahren öffentlich zu machen, denn dass Wasser unter der Wüste lagert, scheint weder der aktuelle Besitzer zu ahnen noch die Öffentlichkeit. Angeblich sollte damals dort ein Solarpark errichtet werden.

Portugiesische Wahrheit von L. Sellano

Rezension: Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano

Auch bei Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano handelt es sich wieder um ein Hörbuch, sodass ich auch hier wieder auf das Format und auf den Inhalt eingehen werden.

Ich hatte mit dem Hörbuch ein ganz großes Problem: Man muss die Bände in der richtigen Reihenfolge hören bzw. lesen. Ich hatte zum einen gar nicht mitbekommen, dass es sich bei diesem Band nicht um einen ersten Band bzw. Einzelroman handelt und zum anderen bin ich es auch nicht gewöhnt, dass man bei Kriminalromanen die Bände in der richtigen Reihenfolge lesen muss. Sowohl Agatha Christie-Romane als auch die Regionalkrimis von Michael Kibler (Darmstadt-Krimis) funktionieren auch alleine und man muss sie auf keinen Fall in der richtigen Reihenfolge lesen. Klar man versteht die Hintergrundgeschichte um das Privatleben der Ermittler besser wenn man die Bände in der richtigen Reihenfolge liest (vor allem bei Michael Kibler), aber wenn man es nicht tut, versteht man dennoch das allermeiste. Bei Portugiesische Wahrheit ist das nicht so. Der Band beginnt total offen und man ist komplett aufgeschmissen, wenn man den Band davor nicht kennt, weil man einfach nichts von dem, was passiert und warum es passiert, versteht. Außerdem endet der Band auch total offen. Bruno, der Geistliche, den ich in der Inhaltsangabe erwähnt habe, ist verschwunden und bleibt auch am Ende des Bandes noch verschwunden. Ich muss also den nächsten Band noch lesen bzw. hören, um zu erfahren wie es mit ihm weitergeht. Ich habe ja am Anfang die ganze Zeit gehofft, dass ich noch reinkomme in die Geschichte, aber das war leider praktisch nicht möglich. Ich habe da noch nie erlebt, dass es bei einer Kriminalreihe notwendig ist, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

So kommt es vermutlich auch, dass ich den Charakter des Henrik Falkner ziemlich unsympathisch fand. Er wird praktisch nicht beschrieben, weil der Erzähler erwartet, dass man den Protagonisten bereits kennt. Man erfährt nur durch die Handlungen von Henrik was für ein Charakter er so ist. Und da erfahren wir, dass er ständig wieder ausrastet, dass er es nicht schafft mal strukturiert zu ermitteln (die Ermittlungen um das vor 25 Jahren einbetonierte Mordopfer und die Ermittlungen um den Lebensgefährten von Martins Onkel laufen parallel). Diese hängen zwar auch eng zusammen, aber man muss wirklich aufmerksam zuhören um zu verstehen, welche Hinweise jetzt für welchen der Mordfälle wichtig sind.

Die Geschichte selbst, dass in einem Antiquariat Hinweise auf frühere Morde gesammelt werden und ein Ermittler diese von jemandem erbt und sie dann für aktuelle Mordermittlungen einsetzt, gefällt mir sehr gut, auch dass er dabei von einer einheimischen Polizistin unterstützt wird, fand ich sehr gut.

Was mich etwas gestört hat, waren die vielen Vorurteile, die den Figuren anhingen und die teilweise auch deren Handeln bestimmt haben: Helena Kollegen sind alle korrupt, deshalb hat sie so viele Schwierigkeiten auf Arbeit, weil ihr nur die Gerechtigkeit wichtig ist und sie eben nicht korrupt ist. Journalisten sind faul und trauen sich kaum einen etwas reißerischen Artikel zu veröffentlichen. Marokkaner sind Terroristen, die mit großen Feuerwaffen in ein Haus stürmen, weil sie dort den Mörder des Vaters ihres Anführers vermuten. Außerdem sind sie ungehalten, verprügeln fremde Menschen ohne Grund und geben total irrationale Vorgaben über die Schnelligkeit der Ermittlungen, während sie selbst nur auf Ermittlungsergebnisse warten; für einen Mordfall der 25 Jahre alt ist und bei dem es somit relativ egal ist, ob er heute oder morden aufgeklärt wird. Mir sind vor allem der erste und die letzten Vorurteile total gegen den Strich gegangen und das hat noch mehr dazu geführt, dass ich den Krimi einfach nicht so toll finden konnte.

Eine Sache hat mir aber ziemlich gut gefallen: Die Atmosphäre der Stadt, die Sehenswürdigkeiten, all das wurde ziemlich gut beschrieben und man hatte fast das Gefühl direkt in Lissabon Urlaub zu machen. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Krimi auf jeden Fall um einen Regionalkrimi, der eben nicht irgendwo in Deutschland, sondern in Portugal spielt. Ich war zwar noch nie in Portugal, aber mir hat der Krimi deshalb nicht weniger gut gefallen, sodass ich mir vorstellen kann, wenn man schon mal in Portugal bzw. Lissabon war, dann haben die Beschreibungen noch einmal einen ganz besonderen Reiz auf die Leserin.

Kommen wir nach einer sehr langen Inhaltsrezension nun zum Medium: das Hörbuch ist von Richard Barenberg eingesprochen. Ich finde, dass der Sprecher das ziemlich gut gemacht hat, weil man wirklich das Gefühl hatte, dass hier der Erzähler spricht und dass die Ansichten der Figuren – vor allem die Henrik Falkners – gut rübergebracht werden. Leider haben mir auch bei diesem Hörbuch ganz häufig die Namen der Figuren gefehlt, weil ich mir alleine vom Hören die ganzen portugiesischen Namen nicht merken konnte und mir hier eine Liste mit den wichtigsten Namen und vielleicht sogar ein Stadtplan mit Lissabon, in dem die wichtigsten Orte eingezeichnet sind, gut getan hätte. Einfach damit ich mich etwas besser orientieren kann.

Abschließend muss ich sagen, dass ich den Kriminalroman Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano zum Einstieg zur Reihe nicht empfehlen kann. Es bietet sich sicherlich eher an, vorne mit Band 1 Portugiesisches Erbe zu beginnen, weil dann viele der Probleme, die ich mit dem 5. Band hatte, wegfallen werden (hoffentlich!). Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, auch dass die Stadt Lissabon, die Menschen dort und die Sehenswürdigkeiten eine große Rolle gespielt haben, fand ich spannend und sehr schön.

 

 

 

Vielen Dank an Random House Audio für das Rezensionsexemplar!

Die Katze, die rückwärts lesen konnte von L. Jackson Braun

Inhaltsangabe: Die Katze, die rückwärts lesen konnte von Lilian Jackson Braun

Die Katze, die rückwärts lesen konnte von Lilian Jackson Braun ist der erste Band der Die Katze, die-Reihe. Die Reihe besteht aus 29 Bänden und aus einem Band mit Kurzgeschichten (zumindest im Deutschen).

In dem Band wird zuerst einmal der Journalist Jim Qwilleran vorgestellt. Dieser fängt gerade beim Daily Fluxion an und soll dort im Kunst- und Kulturressort schreiben, allerdings nicht wie sein Kollege George Bonifield Mountclemens als Kritiker, sondern über die Geschichten dahinter, über die Künstler und sowas. Da Jim den Job braucht, nimmt er ihn an, obwohl er keine Ahnung von Kunst hat. In den folgenden Wochen lernt er viele neue Künstler kennen und lernt auch viel über Kunst.

Er unterhält sich mit Halapay und seiner Frau. Halapay malt Bilder von Kindern mit rosigen Wangen und lockigen Haaren, aber er lernt auch den Galeriebesitzer Earl Lambreth und zuvor bereits dessen Frau Zoe kennen. Außerdem lernt er eine Entdeckung von Zoe: Neun-Null einen Schrottkünstler kennen und er lernt die Schweißerkünstlerin Butchy kennen. Auch sie ist mit Zoe befreundet und kümmert sich um sie nachdem das erste Opfer, der Galeriebesitzer Earl Lambreth, in seiner Galerie ermordet aufgefunden wird.

Einige Tage später stirbt bei einem Happening der Schrottkünstler Neun-Null. Er versucht eine seiner Skulpturen zu retten und stürzt dabei selbst zu Tode. Dieser Vorfall findet natürlich in Gegenwart der meisten Verdächtigen statt und da es – vor allem in Kontext des anderen Mordes – nicht nach einem Unfall aussieht, wird vermutet, dass es sich hier um den zweiten Mord handelt.

Mountclemens besitzt nicht nur ein altes Haus in einer schlechten Gegend, sondern auch jede Menge Kunstschätze in seiner Wohnung und einen Kater namens Kao K’o Kung. Während Mountclemens in New York ist, kümmert sich Qwilleran um den Kater, da er derzeit bei Mountclemens in einer Wohnung im Erdgeschoss lebt. Als Mountclemens wieder da ist, dauert es nicht lange bis auch er tot aufgefunden wird: Jemand hat ihn in seinem eigenen Hinterhof erstochen. Qwilleran findet den Toten nur so schnell, weil Koko, der Kater, ihn zu seinem Herrchen führt.

In den folgenden Tagen wird nicht nur von der Polizei, sondern auch von dem Journalisten ermittelt und nach und nach fügen sich alle Teile zusammen. Zufällig steht Qwilleran dem Täter bald gegenüber, doch da er nicht mit ihm gerechnet hat, wird er beinahe vom Täter getötet.

Die Katze, die rückwärts lesen konnte von L. Jackson Braun

Rezension: Die Katze, die rückwärts lesen konnte von Lilian Jackson Braun

Der Kriminalroman Die Katze, die rückwärts lesen konnte von Lilian Jackson Braun ist ein Katzenkrimi aus den 60er Jahren. Er ist der erste Band der etwa 30-bändigen Reihe der Autorin. Wie es häufig bei Reihen ist, sind im ersten Band die Verhältnisse noch nicht final für die Reihe. Koko gehört noch Mountclemens und wird erst im Laufe des Bandes zu Qwillerans Kater. Das ist kein Geheimnis, deshalb erzähle ich es hier. Im Klappentext steht drin, dass Koko der Kater von Qwilleran ist, aber zu Anfang des Krimis ist er es nicht. Man kann sich als Leser also denken, dass es hier noch eine Entwicklung gibt.

Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher noch keinen Katzenkrimi gelesen habe, deshalb weiß ich leider nicht wie prototypisch der Roman für dieses Genres ist, aber ich fand es komisch, dass der Katzendetektiv erst relativ spät aufgetaucht ist, außerdem passiert am Anfang sehr lange nichts. Der erste Mord geschieht erst nach über 80 Seiten (meine Ausgabe hatte etwa 200 Seiten) und so hat man viel Zeit in die Geschichte reinzukommen und das Setting kennenzulernen. Eine ähnliche Vorgehensweise kommt mir von Agatha Christie bekannt vor. Auch dort hatte ich schon Krimis, wo der Detektiv erst nach etlichen Seiten das erste Mal überhaupt erwähnt wurde und wo der Mord erst relativ spät geschehen ist. Natürlich hat man als Leser schon die Möglichkeit die Seiten vor dem Mord als Hinweise zu nutzen, aber da man ja noch nicht weiß, wie der Mord geschieht und man meist auch noch gar nicht weiß wer das Opfer sein wird, finde ich das dann immer recht schwierig. Man liest ja auch einen Krimi, weil man einen Mord erwartet und einen ermittelnden Detektiv in Aktion sehen will, aber das ist nun mal recht schwierig, wenn der Mord erst nach der Hälfte des Romans geschieht.

Hinzu kam, dass der Mord an Mountclemens erst relativ spät geschieht und man als Leser eigentlich die ganze Zeit weiß, dass er jetzt ja auch irgendwann sterben wird. Das war ein bisschen doof, weil man so die Spannung verloren hat, aber das hängt sicherlich damit zusammen, dass es sich hier um einen ersten Band handelt.

Was mich allerdings ein bisschen gestört hat, war der Täter. Man lernt auf den ersten 80 Seiten so viele Menschen aus der Kunstszene kennen und man lernt die ganzen Zusammenhänge, wer mit wem verwandt ist, wer mit wem Geschäfte macht und wer mit wem befreundet ist. Aber umso weiter der Krimi fortschreitet, desto weniger Relevanz haben alle diese Charaktere und auch die Artikel, die Qwilleran schreibt, spielen irgendwann nur noch eine sehr untergeordnete Rolle, obwohl ich überrascht war, wie viele Artikel er teilweise für eine Ausgabe geschrieben hat. Und natürlich muss der Journalist weiter ermitteln und findet dabei immer neue Hinweise, aber für mich haben alle Hinweise und Aussagen auf einen Täter hingedeutet, aber stattdessen war es jemand anders… und dazu werde ich jetzt nicht mehr mehr schreiben.

Alles in allem haben mich einige Details an bereits bekannte Detektive erinnert: Qwilleran raucht Pfeife und erinnerte mich vor allem in einer Szene sehr stark an Sherlock Holmes. Auch Motive aus Agatha Christie-Krimis kamen für mich in diesem Krimi vor. Dennoch oder gerade deshalb mochte ich den ersten Band der Die Katze, die-Reihe von Lilian Jackson Braun sehr gerne und ich empfehle Die Katze, die rückwärts lesen konnte sehr gerne weiter.