Hörbücher ·Up to Date von B. O'Leary

Rezension: Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch? Von Beth O’Leary

Ich habe Up to Date von Beth O’Leary als Hörbuch gehört, sodass ich hier sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium eingehen werde.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang etwas brauchte um in die Story reinzukommen und dass mir die drei Frauen am Anfang relativ sympathisch waren. Leider hat das im Laufe der Handlung immer weiter nachgelassen.

Siobhan ist total egoistisch und wurde mir immer unsympathischer. Ja, sie hat offenbar viel durchgemacht, und natürlich hatte ich auch Mitleid mit ihr, aber ihre Handlungen und ihr Verhalten haben sie bei mir so unsympathisch gemacht, dass ich mich durch die Abschnitte mit ihr regelrecht gequält habe und beinahe mehrfach in ihren Abschnitten einfach abgebrochen hätte.

Miranda lässt Carter zu viel durchgehen. Sie ignoriert sein betrügerisches Verhalten, dass er nach Konfrontationen nicht mit ihr spricht und sich auch ansonsten irgendwie komisch verhält immer wieder und verbaut sich sogar das eigene Glück auf diese Weise. Ich fand sie zwar sympathisch, konnte ihr Verhalten und ihr Zögern mit Carter zu sprechen einfach nicht nachvollziehen.

Jane wirkt total verschreckt und verängstigt und man ahnt, dass auch sie etwas schlimmes durchgemacht hat in ihrer Vergangenheit. Sie hat etliche Regeln, die sie sich selbst auferlegt hat und hat starke Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl. Da sie sich ziemlich weiterentwickelt und auch den Abstand von Carter immer wieder für die eigene Entwicklung nutzt, fand ich sie als Charakter sehr sympathisch, wenngleich ich auch ihr Verhalten häufig nicht richtig nachvollziehen konnte.

Ich will hier nicht zu viel sagen, weil das sonst spoilern würde, aber Carter ist ein Arsch. Ja, es ist nicht so wie es am Anfang wirkt, aber er verhält sich dennoch allen drei Frauen (am wenigsten vielleicht noch bei Siobhan) gegenüber wie ein Arsch und ich mochte ihn einfach überhaupt nicht. Auch mit der Zeit als es dann die ein oder andere Wendung gab, wurde er mir nur unwesentlich sympathischer. Das blieb leider bis zum Schluss so.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es kurz vor dem Ende wirklich drastisch wird und dass es natürlich keine Triggerwarnung gab und man so etwas in diesem Roman nicht erwarten würde. Das Buch ist aber eben so angelegt, dass es eine ziemliche Überraschung gibt, sodass man keine Triggerwarnungen aussprechen kann ohne zu spoilern.

Die Wendung geht damit einher und auch mit dieser hatte ich nicht gerechnet, obwohl es immer wieder Hinweise gab. Die Montagetechnik mit den drei Frauen läuft drauf hinaus, dass man die Leser- und Hörer:innen täuscht. Diese Technik fand ich zwar ganz spannend, aber in dieser Story leider vollkommen fehl am Platze. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Autorin diese Technik benutzt um ein gewisses Bild zu zeichnen, sondern, dass sie diese bewusst einsetzt um die Leser- und Hörer:innen zu täuschen. Das hat mir so gar nicht gefallen, weil man hinterher dieses „und sie erwachte und merkte, dass sie alles nur geträumt hatte“- Gefühl hatte. Irgendwie war die gesamte Handlung sinnlos, weil sie auf nichts hinausführt und alles ganz anders ist. Ich weiß leider nicht wie ich es besser beschreiben soll ohne komplett zu spoilern. Aber ich hatte einfach das Gefühl belogen worden zu sein und war total enttäuscht von der Handlung.

Da ich das Hörbuch gehört habe, möchte ich an dieser Stelle noch kurz auf die Sprecher:innen eingehen: Grace Risch, Pan Selle und Carolin Haupt sprechen die drei Frauen und waren mir von ihren Stimmen zu ähnlich. Ich habe am Anfang erstmal einige Male zurückspulen müssen, um mitzubekommen welche Frau nun gerade an der Reihe ist. Diese Verwirrungen haben mir nicht so gut gefallen. Obwohl Carter sich ja eigentlich als einziger Charakter durch das gesamte Buch zieht, erfährt man von ihm praktisch gar nichts, sodass auch sein Sprecher, Alexander Pensel, praktisch nicht vorkam. Vor allem am Ende ist mir aufgefallen wie hölzern er gesprochen hat. Es klang so als ob der Sprecher sowas noch nie gemacht hätte, alles abgelesen hat und kaum schauspielerisches Talent besaß.

Alles in allem war ich von Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch? Von Beth O’Leary ziemlich enttäuscht. Siobhan und Carter waren mir nur unsympathisch, Miranda und Jane waren okay, konnten den Roman aber leider auch nicht retten. Obwohl die Montagetechnik spannend war, passte diese überhaupt nicht zu dieser Art von Roman und hat einen Großteil zu meiner Enttäuschung beigetragen. Die Sprecherinnen waren sich zu ähnlich, waren aber im Großen und Ganzen ziemlich gut.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Auf silberner Fährte von C. Funke ·Hörbücher

Kurz gesagt: Auf silberner Fährte von Cornelia Funke

Auf silberner Fährte ist der vierte Band der Reckless-Reihe, bei der es notwendig ist die vorangegangenen Bände zu lesen.

Jacob und Fuchs versuchen eine Möglichkeit zu finden, den Pakt mit Spieler zu lösen. Gleichzeitig wollen sie Will retten, der seinerseits noch eine Rechnung mit Spieler offen hat. Clara, Wills Ex-Freundin ist Spielers neue Freundin und verbringt sehr viel Zeit mit ihm, was aber sehr seltsam wirkt, weil sie offenbar von ihm belogen und beeinflusst wird. Jacob und Fuchs müssen ihre Liebe gegen alle Widrigkeiten schützen…

Jacob wirkt in diesen Band sympathischer und entwickelt sich, meiner Ansicht nach, sehr positiv, Fuchs wird, finde ich, etwas zu seicht gehalten. Was in diesem Band aber durchaus verständlich ist und sie trifft dennoch häufiger fuchstypiche Entscheidungen. Will war mir in diesem Band genau so unsympathisch wie in den vorherigen. Er wirkte so unglaublich egoistisch und herzlos, dass ich mich gefragt habe, wieso sein Bruder ihm überhaupt hilft und beschützen möchte.

Die Handlung war durchaus spannend, vor allem auch weil die Liebesgeschichte zwischen Jacob und Fuchs mehr im Mittelpunkt stand, was ich ziemlich gut fand. Auch das etwas asiatischere Setting hat mir gut gefallen, vor allem weil man die Welt hinter den Spiegeln nochmal ein gutes Stück weiter und besser kennenlernt.

Die musikalischen Zwischenspiele fand ich wieder ziemlich gut und ich muss sagen, dass die Musik nicht nur unglaublich atmosphärisch ist, sondern vor allem auch total im Ohr bleibt und ich die Musik zum Hörbuch gerne rauf und runter hören würde, was sicherlich auch viele Szenen, die mit der Musik verknüpft sind, immer wieder in Erinnerung rufen würde. Rainer Strecker macht seine Arbeit als Sprecher wieder einmal toll und ich kann mir die Hörbücher ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Seine Stimme gehört einfach dazu für mich.

Insgesamt hat mir der vierte Band der Reckless-Reihe Auf silberner Fährte von Cornelia Funke recht gut gefallen und ich bin gespannt, ob es noch einen weiteren Band geben wird.

Die Katze, die das Licht löschte von L. Jackson Braun

Kurz gesagt: Die Katze, die das Licht löschte von Lilian Jackson Braun

Qwilleran, der Reporter, der gemeinsamen mit seinen beiden Katzen Koko und Yum Yum die Fälle löst, soll wieder einmal einen Artikel schreiben. Dieses Mal soll es um die Antiquitätenhändler:innen aus einer Straße in Junktown gehen. Dasser stellt sich aber bald heraus, dass ein Ladenbesitzer, Andrew Glanz, vor einigen Wochen in seinem Laden zu Tode gekommen ist. Qwill, dauerhaft auf der Suche nach einer neuen Wohnung, zieht in ein Zimmer über dem Laden eines älteren Ehepaares und beginnt mit seinen Recherchen…

Die beiden Katzen kommen in diesem Band wieder relativ viel vor, was mir sehr gut gefallen hat. Dass die Katzen viel vorkommen und beim Lösen des Mordfalls helfen, ist ein großer Pluspunkt dieser Reihe. Leider hatte ich den Eindruck, dass Yum Yum noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt und Koko der ist, der eigentlich bei den Ermittlungen hilft, aber ich hoffe mal, dass das in späteren Bänden besser wird und einzig daran liegt, dass Yum Yum noch zu neu und schüchtern ist.

Qwill gegenüber bin ich noch indifferent, weil ich nicht weiß wie sympathisch ich ihn finde, weil er unter anderem ständig neue Beziehungen beginnt; so auch in diesem Band.

Der Fall selbst wer ganz okay, denn er findet in der kleine Blase der Antiquitätenhändler:innen statt. Das macht den Krimi schon zu so etwas wie einen Whodunit, was ich ja immer mag.

Insgesamt hat mir der dritte Teil der Die Katze, die…-Reihe Die Katze, die das Licht löschte von Lilian Jackson Braun nicht so sonderlich gut gefallen. Ich werde aber auf jeden Fall den vierten Band lesen und hoffen, dass mir dieser wieder besser gefällt.

Gemeinsam Lesen ·Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #54

Hallo ihr Lieben,

Andrea hostet seit einiger Zeit die Gemeinsam Lesen-Aktion. Hier können wir uns jeden Dienstag über unsere aktuelle Lektüre austauschen und ein Zwischenfazit zu unseren Büchern festhalten.

  1. Welches Buch lese ich gerade und auf welcher Seite bin ich?

Ich lese gerade den zweiten Teil der Jackie Dupont-Reihe Mord beim Diamanten-Dinner von Eve Lambert und bin auf Seite 368.

  1. Meine aktuelle Meinung:

Ich habe erst kürzlich den ersten Band beendet, hatte aber irgendwie Lust nun auch direkt den zweiten zu lesen. Ich muss sagen, dass ich Jackie Dupont auf der einen Seite mag, weil sie sich durchsetzt und ein großes Selbstvertrauen hat. Auf der anderen Seite finde ich ihren Charakter aber auch überaus rücksichtlos und sie wirkt total kalt und das allen Menschen gegenüber. Als eine der Zeuginnen ihr Baby selbst mit einer Giftmischung abzutreiben versucht, weil Jackie alle Zeug:innen unter Druck gesetzt und ihnen Angst eingejagt hat, zuckt sie nur die Schultern und meint, dass es ja nicht ihre Schuld sei und sie weder für die Schwangerschaft verantwortlich wäre noch das Gift besorgt hätte. Das fand ich schon ziemlich hart, denn ihre Handlungen hatten Auswirkungen auf einen anderen Menschen. In solchen Momenten ist mir Jackie einfach nur unsympathisch. Ob ich einen vierten Band, der noch nicht angekündigt, aber eigentlich notwendig ist, noch lesen werde, weiß ich noch nicht.

  1. Rückblick:

Den zweiten Teil der Kane-Chroniken habe ich noch nicht fertig, dafür hatte ich einfach viel zu große Lust, mal wieder einen Krimi zu lesen. Der ist nun auch fast fertig und danach beende ich die Kane-Chroniken.

Habt ihr eines der Bücher bereits irgendwo gesehen? Was lest oder hört ihr gerade?

Liebe Grüße
Vanessa

Der Donnerstagsmordclub von R. Osman ·Hörbücher

Kurz gesagt: Der Donnerstagsmordclub von Richard Osman

Im ersten Band der neuen Krimi-Reihe geht es um vier Senior:innen, Elizabeth, Joyce, Rom und Ibrahim, die gemeinsam in einer Seniorenresidenz leben und sich zu dritt ursprünglich ohne Joyce jeden Donnerstag treffen, um alte Mordfälle zu bearbeiten. Als sich zufällig in ihrem Bekanntenkreis gleich zwei verdächtige Todesfälle zutragen, sind die ermittelnden Rentner:innen begeistert und ermitteln, zwar mit Rücksprache mit der Polizei, aber auf eigene Faust…

Da ich den Krimi als Hörbuch gehört habe, werde ich sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Die vier Senior:innen sind sehr verschieden: Elizabeth war früher wohl so etwas wie eine Spionin. Sie ist die Spürnase im Club. Joyce war früher Krankenschwester, ist eher zurückhaltend und hat Probleme mit ihrer Tochter, die sie zwar liebt mit der sie aber trotzdem nicht reden kann und sich von ihr entfremdet hat. Ron war früher ein hohes Tier in einer Gewerkschaft und streitet sich gerne. Er kann aber auch ein netter Kerl sein und ist Jason ein guter Vater. Ibrahim wer früher Psychiater und empfängt einige seiner Patient:innen noch heute: Er ist sehr klug, gebildet und sportlich und kümmert sich um die Berechnungen für die Fahrtzeiten ihres Verdächtigen.

Die Gruppe besteht aus sehr verschiedenen Charakteren, aber sie halten als Gruppe zusammen und sind im Laufe des Falles gute Freunde geworden. Jede und jeder bringt ihre Fähigkeiten in die Lösung des Falls mit ein.

Der Fall selbst ich zwar ein bisschen komplexer und verwickelt, aber ich konnte der leicht gekürzten Hörbuch-Adoption gut folgen. Einzig die Figurennamen waren am Anfang etwas komplizierter, weil ich nicht wusste wie man sie schreibt.

Aber! Und das ist ein großes Aber: mir waren es zu viele Zufälle! Zufällig kennt Rons Sohn die Opfer von früher, zufällig haben etliche Figuren eine Verbindung zur Vergangenheit des Ortes, zum Kloster oder zum Friedhof… So könnte ich noch ewig weitermachen. Was ich aber aus Spoilergründen nicht tue. Es war mir am Ende einfach aufgrund der ganzen Zufälle zu unglaubwürdig. Vielleicht lag diese Unbefriedigung der Auflösung auch an der Kürzung, da ich ja die leicht gekürzte Hörbuchadaption gehört habe.

Mir haben die beiden Sprecher gut gefallen. Ich mochte es, dass es einen allgemeinen Sprecher Johannes Steck gab, habe aber nicht verstanden warum er männlich war. Am Anfang hat mich das sogar kurz irritiert, weil ich eine weibliche Sprecherin einfach sehr passend gefunden hätte. Gut gefallen haben wir aber auch die Tagebuchpassagen von Joyce, die von Beate Himmelstoss gesprochen wurden. Im Zusammenspiel haben wir beide Sprecher sehr gut gefallen. Und daraus erklärt sich dann auch, warum der Hauptsprecher männlich war, denn die Abwechslung bringt Spannung ins Hörbuch.

Insgesamt hat mir der Auftaktband dieser Senioren-Detektive, Der Donnerstagsmordclub von Richard Osman aber ganz gut gefallen und ich freue mich schon auf den zweiten Band, den ich sicherlich auch wieder hören werde.

Hörbücher ·Verstand und Gefühl von J. Austen

Inhaltsangabe: Verstand und Gefühl von Jane Austen

In diesem Hörspiel Verstand und Gefühl von Jane Austen geht es um die beiden Schwestern Marianne und Elinor Dashwood. Die Schwestern haben noch eine jüngere Schwester Margaret und ihre Mutter. Nachdem ihr Vater verstorben ist und dieser seinen Sohn aus erster Ehe gebeten hatte, sich um seine Stiefschwestern und seine Stiefmutter zu kümmern, müssen sie nun ihr Zuhause räumen, denn dieses gehört nun John.

In der Übergangszeit leben die Schwestern noch in Norland, doch bald ziehen sie in ein Cottage, das ihnen von einem Cousin preiswert zur Vermietung angeboten wird. In Norland lernen sie noch den Bruder, Edward Ferrars, ihrer Schwägerin, der Frau ihres Bruders kennen. Edward hat zwar Interesse an Elinor, meldet sich aber nach ihrem Wegzug nicht mehr bei ihr.

In ihrem neuen Wohnort lernt Marianne erst den deutlich älteren Oberst Brandon und wenig später den deutlich jüngeren Mr. Willoughby kennen, die ihr beide den Hof machen. Marianne hat deutlich größeres Interesse an Willoughby und für Elinor und ihre Mutter scheinen die beiden sich heimlich verlobt zu haben. Als Willoughby überraschend abreist, meldet auch er sich nicht mehr bei Marianne bis sie ihm in London mehrere Briefe schreibt, auf die sie keine Antwort erhält. Als sie ihn trifft, zeigt er ihr die kalte Schulter und sie bricht zusammen und wird von Oberst Brandon gerettet, der sich als edler Ritter und wahrer Gentleman entpuppt.

Elinor erfährt unterdessen, dass Edward sich nicht mit ihr verloben kann, weil seine Mutter einen Daumen auf sein Erbe hat und diese und ihre Schwester eine angemessene Frau für ihn wünschen. Sie wissen allerdings nicht, dass Edward schon seit einiger Zeit, lange bevor er Elinor kennenlernte, mit Lucy Steele verlobt ist, der er auch treu bleibt, obwohl er sich inzwischen in Elinor verliebt hat.

Als Edward enterbt wird, hält er zwar zu Lucy, diese trennt sich aber von ihm, denn sie erwartet mehr vom Leben als die Frau eines Pfarrers oder Vikars zu werden. Edward ist nun frei und möchte Elinor seine Gefühle für sie gestehen.

Hörbücher ·Verstand und Gefühl von J. Austen

Rezension: Verstand und Gefühl von Jane Austen

Ich habe Verstand und Gefühl von Jane Austen als Hörspiel gehört und werde deshalb auf Inhalt und Medium eingehen.

Auch dieser Roman ist, wie eigentlich alle Romane der Autorin, wieder ein Liebesroman. Dieses Mal finden wieder zwei Paare zueinander. Das mag ich immer ganz gerne, weil es ein paar Verwicklungen ermöglicht, die mit weniger Protagonist:innen einfach nicht möglich wären. Ich kann mir vorstellen, dass für das Hörbuch die Personen auch nochmal auf die wichtigsten zusammengekürzt wurden. So kommen John und Fanny Dashwood nur sehr selten vor. Robert Ferrars kommt, wenn ich mich nicht irre, nur passiv vor. Das liegt natürlich daran, dass man für das Hörspiel, das nur knappe 4 Stunden dauert, massiv kürzen musste.

Elinor ist mir sehr sympathisch gewesen. Sie wirkt rational, leider dafür auch weniger leidenschaftlich und zärtlich dem Mann gegenüber, den sie liebt. Dadurch wirkt sie ein bisschen unterkühlt. Ihre Schwester Marianne gleicht das aus, indem sie sich sehr schnell in einen fremden Mann verliebt und viel Zeit mit ihm verbringt und in der Folge zum Gespött der Gesellschaft wird. Marianne wirkt so sehr gefühlvoll, aber manchmal auch etwas trotzig und unbesonnen, was eher ihre unsympathischeren Seiten sind. Insgesamt wirken die beiden Charaktere aber gerade durch ihre Verschiedenheit und ihre kleineren Unzulänglichkeiten wie echte Menschen und erhalten so eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Das Cover ist wunderschön und gefällt mir sehr gut. Da ich das Hörspiel nur digital gehört habe, weiß ich dieses Mal leider nicht, ob es auch ein Booklet gab und was darin gestanden hätte. Das Hörspiel ist natürlich stark gekürzt, wobei man das aber wieder kaum mitbekommt, da alle wichtigen Handlungsstränge im Hörspiel erwähnt werden. Mich hätte vielleicht noch interessiert, welche Beweggründe Lucy bei der Verlobung, der Auflösung der Verlobung und der Heirat mit Robert Ferrars hatte und wie die Familie Ferrars auf diese Heirat und die Heirat von Edward und Elinor reagieren. Aber natürlich muss man bei einer solchen Adaption immer auch Kürzungen vornehmen, sodass der ein oder anderen Hörer:in wahrscheinlich etwas „fehlt“.

Leider kann ich zu den einzelnen Sprecher:innen nicht so viel sagen, allerdings fand ich eigentlich alle Sprecher:innen sehr passend für ihre Rollen. Gleichzeitig fand ich die Stimmen auch so verschieden, dass man sie gut unterscheiden konnte, was ja bei einem Hörspiel besonders wichtig ist. Ich mochte auch die Musik, wie eigentlich bei fast allen Hörspielen dieser Reihe (Zusammenarbeit von hr2 und Der Hörverlag), sehr gerne. Ich finde diese klassische, festliche Musik trägt einen Großteil zur Atmosphäre bei, sodass man fast das Gefühl hat, im Theater zu sein und sich dort auf der Bühne ein Stück anzusehen.

Alles in allem hat mir auch Verstand und Gefühl von Jane Austen sehr gut gefallen. Ich mag an dem Hörspiel nicht nur die Geschichte und die lebendigen Charaktere, die die Autorin geschaffen hat, sondern auch die Musik, die Sprecher:innen und die Theater-Atmosphäre, die dieses Hörspiel erschafft.

 

 

 

Danke an Der Hörverlag für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Garrett von L. Foster

Kurz gesagt: Garrett von Lori Foster

Zoey Hodge, die in ihrer Kindheit und Jugend in Buckhorn gelebt hat, kommt zurück in ihre Heimatstadt. Garrett lebt schon sein Leben lang in Buckhorn und kennt Zoey bereits von früher. Schon damals war er mit ihr befreundet und so freut er sich, dass Zoey wieder in der Stadt ist. Zoey plant zumindest für ein paar Monate in der Stadt zu bleiben, denn ihre Mutter hatte einen Unfall und braucht jetzt erst einmal Hilfe. Doch Zoeys Anwesenheit sorgt für gemischte Gefühle und so sorgt jemand dafür, dass sie Angst bekommt, indem er ihren Schuppen anzündet…

Garrett ist der siebte Teil der Buchhorn-Brother-Reihe. Es ist zwar nicht notwendig alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, aber es ergibt Sinn, die ersten Bände der Reihe zuvor zu lesen, damit man die Elterngeneration kennt.

Leider kommen die anderen Charaktere, die man aus den früheren Bänden kennt, nur relativ kurz vor, was auch daran liegt, dass der Band sehr kurz ist (ca. 80 Seiten).

Hinzu kam noch, was wahrscheinlich auch der Kürze geschuldet war, dass es kaum Handlung gibt, sondern die Beziehung und vor allem der Geschlechtsverkehr der beiden Protagonisten im Vordergrund steht, was mir leider nicht so gut gefallen hat. So bleiben auch die beiden Hauptcharaktere sehr wenig ausgestaltet, was dafür sorgt, dass von ihnen kaum etwas im Gedächtnis bleibt und sie absolut austauschbar werden.

Früher mochte ich die Reihe ganz gerne, aber inzwischen bin ich nicht mehr so begeistert, ob ich die Nachfolgebände noch lese, weiß ich deshalb auch noch nicht.

Noch ein Hinweis: der deutsche Verlag hat nach ein paar Bänden aufgehört, die Reihe weiter zu übersetzen, sodass es nur das englischsprachige Original gibt.

Nur Küssen ist schöner von R. Gibson

Kurz gesagt: Nur Küssen ist schöner von Rachel Gibson

In dem Liebesroman Nur Küssen ist schöner von Rachel Gibson geht es um die alleinerziehende Mutter Natalie Cooper und den Ex-Navy Seal Blake Junger. Im Haus neben Natalie zieht der mies gelaunte und mit Schimpfwörtern um sich schmeißende trockene Alkoholiker und Scharfschütze Blake ein. Bei seiner ersten Begegnung mit den Cooper-Frauen beleidigt er die 5-jährige Tochter seiner Nachbarin. Als Blake versucht einen Welpen, der in seinem Truck auf einem Parkplatz ausgesetzt wurde zu Charlotte und ihrer Mutter abzuschieben, kommen sich die beiden näher und teilen sich auf einmal das „Sorgerecht“ für den kleinen Kerl. Blake flirtet mit Natalie und irgendwann gibt sie nach und schläft mit ihm, allerdings stellt er von Anfang an klar, dass er an keiner Beziehung interessiert ist…

Natalie wird als ziemlich perfekt dargestellt: Sie ist nicht nur wunderschön mit ihren blonden Locken und ihren strahlend blauen Augen, sondern hat auch noch die perfekte Figur. Sie ist aber auch klug, witzig, nett, eine tolle Mutter und scheint auch ansonsten keinerlei Makel zu haben. Blake hingegen ist, wie oben bereits beschrieben, offenbar ein einziger Makel: er ist Alkoholiker, doch statt zu AA-Treffen zu gehen und Hilfe anzunehmen, quält er sich selbst mit einer Flasche Johnnie Walker im Haus. Er hat Flashbacks, ist eingeschworener Soldat und arbeitet nach seinem Ausscheiden für private Militärfirmen, die mit amerikanischen Aufträgen beauftragt werden, die die USA glaubhaft abstreiten können müssen. Abgesehen davon, dass er Natalie in einen Skandal verwickelt, gebraucht er auch gerne jede Menge Schimpfwörter und hat auch sonst eine sehr schmutzige Sprache.

Die Handlung besteht darüber hinaus fast ausschließlich aus Gesprächen über Geschlechtsverkehr, Flirts und dem Geschlechtsverkehr selbst. Mir hat einfach eine Handlung gefehlt, die darüber hinausgeht.

Auch die Charakterentwicklung von Blake ist mir zu schnell und zu unreflektiert geschehen. Blake hasst Kinder, wollte nie welche und auf einmal ist er Charlottes bester Freund, unterhält sich mit ihr und spielt sogar freiwillig mit ihr. Das ergibt doch keinen Sinn. Auch Natalies Verhalten fand ich total unverständlich: Sie erfährt, dass der Mann, der sehr viel Zeit mit ihrer Tochter verbringt, trockener Alkoholiker ist und hinterfragt nicht einmal eine Sekunde, ob ihre Tochter in seiner Obhut in Sicherheit ist (mal davon abgesehen, dass ich solch einen Menschen nicht hinter einem Zielfernrohr wissen wollen würde). Natürlich ist ein trockener Alkoholiker an sich keine Gefahr, aber einer, der immer noch Zwiegespräche mit seiner Sucht führt, nicht zu AA-Treffen geht und eine Flasche hochprozentigen Alkohol im Haus hat? Mir fehlte da einfach, dass Natalie sich zumindest mal Gedanken darüber macht. Gleiches gilt übrigens für ihren Ex-Mann, bei dem sie nicht weiß, ob und wie er sich durch das Gefängnis verändert hat und bei dem sie nicht einmal mit der Wimper zuckt als sie von seiner Drogensucht erfährt. Auch hier hätte ich erwartet, dass sie zumindest mal hinterfragt, wie lange ihr Ex-Mann nicht mehr süchtig ist, nach was er süchtig war und was er tut, um nicht zurückfällig zu werden.

Der Roman gehört lose zur Lovett, Texas-Reihe, weil Figuren aus der Reihe in diesem Band vorkommen. Außerdem gehört der Band zur Truly, Idaho-Reihe und ist dort Band 3, genau wie bei der Military Men-Reihe.

Alles in allem hat mir Nur Küssen ist schöner von Rachel Gibson nicht so wahnsinnig gut gefallen, aber da sich der Stil der Autorin recht schnell weglesen lässt, fand ich es dennoch ganz okay. Ich weiß nicht, ob ich noch so viel von der Autorin lesen möchte, denn ich merke immer wieder, dass mir die Geschichten von ihr einfach nicht mehr gefallen.

Der verschwundene Professor von A. Instone

Inhaltsangabe: Der verschwundene Professor von Andrea Instone

Der verschwundene Professor von Andrea Instone ist der erste Band der Fräulein Schumacher-Reihe. Emma ist eine junge Frau und lebt bei ihrer Großmutter mütterlicherseits seitdem ihre Mutter vor einigen Jahren starb. Als Emma seltsame Briefe von ihrem Vater erhält und der Ton seiner Briefe sich verändert, beschließt sie, von England nach Bonn zu reisen und wird dabei von ihrer Tante Sybil begleitet.

In Bonn angekommen erfährt Emma von ihrer Tante Tinni, dass ihr Vater verschwand, während seine Schwester, für einige Tage eine Bekannte besuchte. Emma wundert sich über ihren Vater, denn ihr Geburtstag und der Todestag ihrer Mutter sind bald und eigentlich verbringen sie diesen Tag immer gemeinsam, doch er hat nicht mal Anweisungen hinterlassen was er geplant hat.

Während Emma sich wieder in Bonn eingewöhnt, zwei junge Männer, Anton Wagenknecht und James Beresford, die ihr den Hof machen, kennenlernt, beginnt sie auch immer wieder mit Ermittlungen und fährt beispielsweise mit Jean-Baptiste zu einigen Instituten und Museen und ruft diese an. So findet sie heraus, dass ihr Vater wohl eine Vortragsreise macht, an der Uni weiß man aber von nichts und auch seiner Schwester hat er keine Kontaktdaten oder eine Reiseroute hinterlassen, was Emma misstrauisch macht, da eine solche Reise ja auch gut organisiert sein muss.

Während ihrer Befragungen erfährt sie allerhand über ihren Vater: unhöflich sei er gewesen, unwissenschaftlich, frech, aufbrausend und das schlimmste ist, dass sogar Exponate und Forschungsobjekte verschwunden sein sollen. Emma erkennt ihren Vater ja gar nicht wieder…