Buchclub Challenge 2021

Buchclub Challenge 2021

Hallo ihr Lieben,

Meli und Mell haben schon mehrere Male die Buchclub Challenge gemacht und so auch wieder dieses Jahr. Ich habe daran noch nie teilgenommen und war in den letzten Jahren auch immer eher skeptisch gegenüber Buchchallenges im Allgemeinen, weil ich nicht sicher bin, ob mir solche Vorgaben nicht eher die Lesefreude nehmen. Aber als ich auf die Challenge von Meli und Mell gestoßen bin, dachte ich mir, dass die ja relativ offen ist und mir einiges an Handlungsspielraum gibt, denn ich muss nicht jetzt schon entscheiden welche Bücher ich lese, sondern kann das erst nach und nach entscheiden, was auch deshalb ganz gut ist, weil mein Sub recht klein ist. Da wären dann so Bingo-Spiele und ähnliche Challenges nicht so super, weil man dort einfach eine große Auswahl braucht, damit man sich möglichst viele Bingos erlesen kann. Und da ich ja auch immer die Möglichkeit habe, die Challenge abzubrechen, wenn sie mir doch meine Lesefreude nehmen sollte, habe ich mich entschlossen, es einfach mal zu versuchen. Ich bin sehr gespannt darauf mich mit den anderen Challenge-Teilnehmerinnen durch eine Liste von 21 Büchern zu lesen.

So funktionierts: Unten findet ihr die Regeln zur Challenge und die 21 Aufgaben. Wenn ich ein Buch in der entsprechenden Kategorie gelesen habe, kann ich diese abhaken. Ziel ist es natürlich möglichst alle 21 Aufgaben zu erfüllen.

Regeln:

  1. Pro Buch kann nur eine Aufgabe als erledigt markiert werden.
  2. Jedes Buch muss mindestens 100 Seiten haben damit es zählt.
  3. Die Challenge geht vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021.
  4. Re-Reads sind erlaubt.

Aufgaben:

Lies…
… ein Buch mit einem überwiegend schwarzen Cover.
… ein Buch, auf dessen Cover ein Vogel zu sehen ist.
… ein Buch mit mehr als 500 Seiten.
… ein Buch, in dem eine oder mehrere Katzen eine Rolle spielt.
… eine zweiteilige Reihe.
… ein Buch mit einem orientalisch angehauchten Setting.
… ein Buch, das hauptsächlich im Winter spielt.
… ein Buch mit einem Menschen auf dem Cover.
… ein Buch, zu dem ein Film erschienen ist.
ein Buch mit mehreren Protagonisten (mindestens 3).
-> Vorstadtgeflüster von Abbi Waxman: Das „idyllische“ Vorstadtleben einer Nachbarschaft in Los Angeles steht hier im Fokus.
… ein Buch von einer/m asiatischen Autor:in.
… einen Klassiker.
… ein Buch, das schon seit einer Ewigkeit auf deinem SuB liegt.
ein Buch mit Gold auf dem Cover.
-> Heidis Lehr- und Wanderjahre von Johanna Spyri: Die Schrift des Titels ist genauso wie die Ornamente, die das Cover zieren, in Gold.
… ein Buch mit magischen Wesen.
… ein Buch, das du schon seit einigen Jahren lesen wolltest, es aber bis jetzt noch nicht geschafft hast.
… ein Buch, das dich als Kind begeistert hat.
… ein Buch, das dir von einer/m guten Freund:in empfohlen wurde, du aber etwas skeptisch bist.
… ein Buch, in dem es um nordische, griechische oder ägyptische Mythologie geht.
… ein Buch mit einem hässlichen Cover.
… ein Buch, dessen Genre du sonst nie liest.

 

Ich bin unglaublich gespannt darauf wie es sein wird mich mit den anderen an der Challenge Teilnehmenden auszutauschen und werde natürlich auch euch über meine Fortschritte auf dem Laufenden halten. Außerdem versuche ich auch ein bisschen zu reflektieren wie das mit der Challenge funktioniert und wie mir die Idee und das Konzept gefällt. Ich bin also gespannt. Kennt ihr die Challenge? Oder auch andere, die ihr empfehlen könnt?

Liebe Grüße
Vanessa

Angefangene Reihen

Rund um‘s Lesen: Angefangene Reihen

[Dieser Post wurde zuerst im Juni 2020 gepostet, und wurde im Januar 2021 zuletzt aktualisiert]

Ich habe einige Reihen angefangen und da ich darüber nachgedacht habe, welche das so sind, dachte ich mir, ergibt es Sinn, diese mal irgendwo zusammenzustellen. Natürlich gehört diese Art Beitrag nicht so prototypisch in die Kategorie, aber ich möchte euch meinen Überblick auch nicht vorenthalten. Deshalb also hier meine Reihen der letzten etwa drei Jahre (also 2017 bis Mitte 2020):

 

Sir Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes-Kurzgeschichten 56 (abgeschlossen)

Arthur Conan Doyle hat insgesamt 56 Sherlock-Holmes-Kurzgeschichten geschrieben. Da werden mutmaßlich auch keine mehr dazu kommen, außer man findet irgendwo noch unveröffentlichte und unbekannte Manuskripte.

Michael Kibler: Horndeich-Hesgart-Reihe 5/12 (unbekannt)

Die Horndeich-Hesgart-Reihe wird später tatsächlich zu einer Horndeich-Reihe, weil Margot Hesgart das Team verlässt und eine andere Polizistin an Steffen Horndeichs Seite gestellt wird. Nach 12 Bänden geht es aber zumindest in diesem Jahr nicht weiter und so ist offen, ob die Reihe vorerst abgeschlossen ist oder in den nächsten Jahren schon weitergeht. Da der neue Roman aber der erste Band einer Reihe sein wird, könnte es sein, dass die Horndeich-Hesgart-Reihe erst einmal beendet ist.

Agatha Christie: Hercules Poirot-Reihe 33 (abgeschlossen)

Hercules Poirot ist Christies bekanntester Held und so gibt es ganze 33 Romane von ihm. Leider werden auch bei Christie keine neuen Romane mehr hinzukommen, aber glücklicherweise war sie ja sehr produktiv.

Agatha Christie: Miss Marple-Reihe 12 (abgeschlossen)

Miss Marple ist auch ziemlich bekannt und beliebt und so gibt es zumindest 12 Romane mit dieser etwas anderen Heldin.

Agatha Christie: Tommy und Tuppence Beresford 2/4 (abgeschlossen)

Von Tommy und Tuppence Beresford habe ich noch nicht so besonders viel gelesen, aber es gibt auch nur vier Romane mit den beiden Figuren.

Ulrike A. Kucera: Frankfurtkrimis 1/2 (unbekannt)

Die Reihe von Kucera ist offiziell überhaupt keine Reihe, aber da in zwei Krimis der gleiche Kommissar ermittelt, werte ich sie dennoch mal so.

Wolfgang Borchers: Wetzlarkrimis 2/3 (abgeschlossen)

In Wolfgang Borchers‘ Wetzlarkrimis ermitteln die Beamten um Leo Trinkaus in verschiedenen Mordfällen. Dabei handelt es sich um eine Trilogie, mit der es wohl nicht weitergehen wird, da unter anderem der letzte Band 2008 schon herauskam.

Rob Reef: Stableford-Reihe 2/5 (fortgesetzt)

Die Stableford-Reihe besteht derzeit aus fünf Romanen. Da in den letzten Jahren immer wieder neue hinzukamen, gehe ich mal davon aus, dass da auch noch etwas kommen könnte.

Gosho Aoyama: Detektiv Conan-Reihe 98 (fortgesetzt)

Die Detektiv Conan-Manga-Reihe besteht derzeit aus 98 Bänden. Im Moment kommen etwa zwei bis drei Bände im Jahr heraus. Die Reihe läuft langsam aber sich auf ihr Ende zu, aber dennoch werden noch ein paar folgen. Allerdings vermute ich auch, dass es nicht mehr Dutzende Bände geben wird.

Lilian Jackson Braun: Die Katze, die… 2/29 plus Kurzgeschichten (abgeschlossen)

Bei Die Katze, die von Lilian Jackson Braun ermitteln ein Kater, dessen katzige Freundin und ihre journalistischer Besitzer gemeinsam in Mordfällen. Die Reihe ist mit den 29 Bänden abgeschlossen und wurde in mehreren Jahrzehnten geschrieben.

 

Rachel Gibson: Seattle-Chinooks-Reihe 7 (unbekannt)

Die Seattle-Chinooks-Reihe besteht bisher aus 7 Bänden, deren letzter Roman 2018 erschien. Davor gab es allerdings eine längere Pause von etwa 7 Jahren.

Lori Foster: Buckhorn Brothers-Reihe 13 (fortgesetzt)

Die Buckhorn-Brothers-Reihe ist ziemlich besonders, weil sie a) teilweise aus langen und teilweise aus kurzen Romanen besteht, b) alle bisherigen Romane in mehreren Ausgaben veröffentlicht wurden und teilweise unterschiedliche Titel haben und c) anfänglich noch ins Deutsche übersetzt wurden, das aber inzwischen nicht mehr der Fall ist.

Lori Foster: Love Undercover-Reihe 3/4 (unbekannt/abgeschlossen)

Die Love Undercover-Reihe von Lori Foster scheint abgeschlossen zu sein, da der letzte Band 2016 erschienen ist.

Susan Andersen: Sisterhood-Diary-Reihe 3/4 (unbekannt)

Die Sisterhood-Diary-Reihe ist eigentlich eine Trilogie um drei Freundinnen, allerdings gibt es einen weiteren Band, in dem die bekannten Figuren vorkommen und der lose mit den anderen Bänden zusammenhängt. Der letzte Band erschien 2015.

Susan Andersen: Razor-Bay-Reihe 2/3 (unbekannt)

Die Razor-Bay-Reihe ist eine Trilogie, bei der der letzte Band 2015 erschien.

Daniel Glattauer: Rothner-Leike-Reihe 1/2 (unbekannt)

Die Reihe besteht nur aus zwei Bänden, wobei der letzte der beiden Romane schon 2009 erschienen ist.

Susan Mallery: Fool’s Gold-Reihe 2/22 plus Kurzromane (unbekannt)

Die Reihe besteht aus 22 Bänden und wird noch immer fortgesetzt, hinzu kommen noch einige Kurzromane. Susan Mallery schickt innerhalb eines Jahres mehrere Romane in der Reihe auf den Markt, was ein ziemlich hoher Output ist.

 

Andrea Schacht: Historische Kriminalromane 2/2 (abgeschlossen)

Von Andrea Schacht gibt es zwei Romane mit den gleichen Figuren, die aber nicht offiziell zu einer Reihe gehören: Der Fluch der Grabwächterin und Das Gold des Gladiators. Da der zweite Roman 2008 erschienen ist und Schacht inzwischen verstorben ist, ist die Reihe damit abgeschlossen.

Natalie Matt & Silas Matthes: Kings & Fools-Reihe 3/8 (unbekannt/abgeschlossen)

Die Reihe Kings & Fools der beiden Autoren Natalie Matt und Silas Matthes besteht aus 8 Bänden, deren letzter Band 2017 herausgekommen ist. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass die Reihe damit fertig ist.

Rick Riordan: Percy Jackson-Reihe 2/5 (abgeschlossen)

Die Percy Jackson-Reihe von Rick Riordan ist mit fünf Bänden abgeschlossen, wenngleich es noch weitere Bücher gibt, in denen Percy eine Rolle spielt. Der letzte Band ist 2009 herausgekommen.

Aimée Carter: Blackcoat Rebellion 3/3 (abgeschlossen)

Die Blackcoat Rebellion-Trilogie ist mit diesen drei Bänden abgeschlossen. Die Bände sind schon seit einigen Jahren in Amerika fertig und inzwischen auch ins Deutsche übersetzt.

Linda Winter: Reiter des Himmels 3/4 (abgeschlossen)

Die Reihe ist in allen vier Bänden im Jahr 2020 und Anfang 2021 erschienen, wobei es vornehmlich als E-Book veröffentlicht wurde. Die Autorin hat sie im Selbstverlag herausgebracht.

 

Kennt ihr einige der Reihen? Habt ihr die ein oder andere auch bereits angefangen? Oder kennt ihr das, dass ihr auch viele Reihen anfangt, aber nicht fertig gelesen habt (zumindest bisher) und irgendwann gar keinen Überblick mehr habt? Ich für meinen Teil habe jetzt wieder ein bisschen den Überblick und habe so auch die Chance meine Liste fortzuführen, sodass ich den Überblick besser behalten kann.

Liebe Grüße

Vanessa

Annette, ein Heldinnenepos von A. Weber

Inhaltsangabe: Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber

Zu Beginn von Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber wird die Kindheit und Jugend der Protagonistin, Annette Beaumanoir, beschrieben, sodass man ahnt, dass sie sich aus verschiedenen Gründen in diese Richtung entwickelt hat. Im Folgenden wird das weitere Leben der Annette Beaumanoir beschrieben.

Annette verteilt in ihren jungen Jahren beispielsweise Flugblätter. Da auch einige in ihrem Umkreis solche Flugblätter verteilen, werden diese sogar verhaftet. Wird befinden uns hier etwa zur Zeit des zweiten Weltkrieges und Annette wehrt sich gegen die deutschen Besatzer, die in Frankreich ebenfalls Juden und andersdenkende verschleppen. Bei ihrer Arbeit trifft sie Roland und die beiden verlieben sich ineinander. Damit man, wenn man verhaftet wird, niemanden verraten kann, kennen sich die Mitglieder der Résistance eigentlich nicht und die beiden, die man kennt, kenn man auch nur unter falschem Namen. Deshalb ist ihre Liebe eigentlich verboten.

Als Annette von Hausdurchsuchungen durch die Deutschen erfährt, möchte sie die Bewohner warnen. Sie findet heraus, dass in der einen Dachkammer fünf Personen leben: Daniel und Simone, zwei Geschwister gemeinsam mit ihrem Vater und der Frau eines bereits verhafteten Angestellten. Die Frau hat auch noch ein kleines Baby. Annette kann die verängstigte Familie davon überzeugen, dass sie in Gefahr sind, sodass der Vater ihr wenigstens die beiden Kinder, die auch schon Jugendliche sind, mitgibt. Als Annette sich im Nachhinein ärgert, weil sie das Baby nicht gerettet hat, geht Roland am nächsten Tag noch einmal hin und holt auch noch das Baby; so erfährt der Vater, dass seine Kinder, zumindest fürs Erste, in Sicherheit sind.

Nach dem zweiten Weltkrieg hilft Annette die Mitläufer und Kollaborateure zu beurteilen. Wie ist jemand zu bewerten, der mit den Nazis zusammengearbeitet hat, damit er Zuckerlieferungen für seine Süßigkeitenfabrik erhält? Wie ist dessen schwuler Sohn zu bewerten, der eng mit den Deutschen zusammengearbeitet hat?

Annette will nach dem Krieg unbedingt kämpfen, aber ihr wird nur angeboten, für eine Frauenzeitschrift Rezepte zu schreiben wie man aus möglichst nichts ein Essen zubereitet. Das möchte sie nicht und so studiert sie weiter Medizin. Als sie von einem ehemaligen Bekannten einen Brief erhält, heiratet sie das erste Mal. Die Ehe hält aber nicht lange, weil beide ziemlich unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben und der Job ihres Mannes auch nicht zu ihrem Weltbild passt. So verliert der Mann Job und Frau in kurzer Zeit.

Annette heiratet ein zweites Mal und bekommt auch zwei Söhne. Sie beginnt sich für die Unabhängigkeit von Algerien einzusetzen, weil sie nicht versteht, warum die Franzosen so empört über die bösen Deutschen Besatzer waren, aber dass Algerien nicht unabhängig ist und dort die Franzosen die Besatzer sind, und dass alle für vollkommen in Ordnung halten. Nachdem sie in Frankreich für ihre Rolle in der algerischen Unabhängigkeitsbewegung sogar im Gefängnis saß und ihr nach ihrer Verurteilung zehn Jahre drohen, flieht sie mithilfe von Freunden und Bekannten. Ihre Kinder möchte sie später nachholen. Auch das kleine Mädchen, das sie gerade erst ein paar Wochen zuvor geboren hat.

In Algerien hilft sie dabei, einen neuen Staat, ein System, aufzubauen und aufgrund ihrer medizinischen Fähigkeiten, arbeitet sie sogar im Gesundheitsministerium mit. Sie bekommt vom Staatschef sogar die algerische Staatsbürgerschaft, wird aber von vielen Algerien nicht als Helferin, sondern als böse Französin erkannt. Einmal wird ihr Auto umgestoßen während sie noch darin sitzt, aber abgesehen von diesem einen Vorfall fühlt sie sich eigentlich ganz sicher. Bis sie eines frühen Morgens zwei seltsame Anrufe erhält: Beim ersten Mal wird einfach aufgelegt. Der zweite Anrufer warnt sie, dass Panzer durch die Straßen fahren und sie in großer Gefahr seid. Annette ist binnen weniger Minuten angezogen und aus ihrer Wohnung raus. Sie findet ein Versteck und wird von Freunden mit Vorräten versorgt.

Aber sie weiß nicht, was sie jetzt machen soll, denn nach Frankreich darf sie noch nicht, weil ihr Verbrechen dort immer noch als Terrorismus angesehen wird. Sie hofft, dass ihre Hilfe in der Unabhängigkeitsbewegung irgendwann gebilligt wird, und ihre Strafe so aufgehoben wird. In Algerien ist sie inzwischen ebenfalls in Gefahr. So flüchtet sie in die Schweiz, wo sie einen guten Job bekommt. Von hier aus kann sie ihre Kinder ab und zu sehen, doch sie merkt wie viel sie in ihrem Leben verpasst hat.

Annette, ein Heldinnenepos von A. Weber

Rezension: Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber

Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber habe ich als Hörbuch gehört, deshalb werde ich zum einen auf den Inhalt aber auch auf das Medium eingehen.

Die Geschichte selbst ist ja nicht frei erfunden, sondern beruht ja auf dem Leben einer realen, französischen Frau, die Anne Weber wohl vor einigen Jahren kennenlernte. Deshalb gibt es auch einen Fokus auf zwei etwas längere Episoden in ihrem Leben: Die Zeit in der Résistance während des zweiten Weltkriegs und während des Wiederaufbaus und ihre Zeit in der Unabhängigkeitsbewegung von Algerien und den Jahren danach in Algerien selbst und beim Aufbau des Landes. Das schränkt zwar den Blick auf Annette ein wenig ein, aber da man auch noch einiges aus ihrem Privatleben, ihrer Kindheit und Jugend und den Jahren danach erfährt, lockert das die Geschichte schon ziemlich auf. Und vor allem der Blick auf ihre ersten Jahre, erklären das sehr komplexe Handeln der realen Figur.

Die Zitate, die immer wieder eingeworfen werden und von Annette selbst stammen, haben mir überaus gut gefallen, weil sie den Lesefluss etwas auflockern und die Erzählinstanz häufig auch mit ein wenig Ironie, Überspitzung und Humor an die Situationen herangeht, obwohl es sich häufig ja um sehr strenge, beängstigende oder schlimme Kapitel handelt. Dennoch wirkte der Epos auf mich nicht erdrückend, was wohl gerade auf die Erzählinstanz und die Zitate zurückzuführen ist.

Die Sprache ist unglaublich poetisch. Da ich es als Hörbuch gehört habe, kann ich zum Reimschema wenig sagen und man hat jetzt auch nicht das Gefühl, dass jemand ein Gedicht seitenlang herunterleiert. Der Stil hat sich wunderbar dazu geeignet das Heldinnenepos von einer Frauenstimme vorlesen zu lassen. Und hier fließen dann auch einige Instanzen zusammen: Die Erzählerin, die sich bewusst ist, dass sie in einer Geschichte lebt, aber außerhalb eine richtige Welt existiert. Die Frau, um die es in der Geschichte geht, die aber im echten Leben, natürlich als eine andere als die Frau in der Geschichte, existiert. Und die Vorleserin, die der Figur und dem lyrischen Ich ihre Stimme leiht. Und natürlich gibt es auch noch die Autorin, die die Geschichte in dieser Form niedergeschrieben hat. Dass diese Instanzen alle ineinander übergehen und zusammenfließen ist nicht schlimm, aber man sollte sich als Zuhörerin zumindest dieser Tatsache bewusst sein.

Die Figur Annette ist sehr interessant. Im Grunde geht es ja wirklich nur um Annette, denn schließlich hat sie der Autorin auch von ihrem Leben berichtet. Und betrachtet man es ganz objektiv ist Annette eine sehr selbstbestimmte Frau. Sie lebt mit ihrem damaligen Freund schon in den 40er Jahren in wilder Ehe zusammen, wird schwanger und lässt das Kind abtreiben. Sie entscheidet sich für ein Leben in der Résistance statt für ein konventionelles Leben. Ich weiß nicht genau wie das damals in Frankreich war und heute ist es vor allem in Deutschland anders, aber aus damaliger Sicht muss sie schon sehr selbstbestimmt gelebt haben.

Danach heiratet sie und bekommt Kinder, arbeitet aber als Ärztin, hat auch Medizin studiert, und beteiligt sich an der algerischen Unabhängigkeitsbewegung. Dass ihre Kinder dabei zu kurz kommen und sie einiges mit ihnen verpasst, wird ihr erst später klar, aber sie lebt zumindest ihr Leben so wie sie es für richtig hält und vertritt ihre Werte. Sie arbeitet später in einem algerischen Ministerium mit und hilft dabei ein Land neu aufzubauen; unabhängig von Frankreich. Das klingt alles sehr mutig und die Parallelen zu Jeanne D’Arc sind natürlich offensichtlich (zumindest für mich gewesen). Und dennoch konnte ich mich nicht gegen das Gefühl wehren, dass Annette eigentlich nichts zu sagen hat. In den beiden Organisationen, in denen sie mitgearbeitet hat, ist sie ein kleines Licht. Sie steht nie auf der Bühne, wird selten nach ihrer Meinung gefragt. Männer denken, Frauen handeln (obwohl sie eine gebildete Frau ist). Obwohl sie so viele Freiheiten hat, hatte ich so oft das Gefühl, dass sie eigentlich selbst eine Gefangene ist und teilweise ja auch war, dass sie fremdbestimmt wird und eigentlich selten eigene Entscheidungen trifft. Vielleicht lag es nur daran, dass ich es als Hörbuch gehört habe. Ich weiß leider nicht, woher das Gefühl bei mir kam, denn ich bin mir bewusst, dass sie rein objektiv betrachtet sehr selbstbestimmt war.

Kommen wir also noch einmal kurz zum Medium: Wie oben schon beschrieben eignet sich das Epos gut für ein Hörbuch, sind Epen ja ursprünglich auch dafür da, vorgetragen zu werden und ein Hörbuch ist ja im Grunde nichts anderes als eingefangener Vortrag ohne Mimik und Gestik des Vortragenden. Christina Puciata hat das Hörbuch zu Annette, ein Heldinnenepos meiner Ansicht nach sehr gut aufgezeichnet. Ihre Stimme passte für mich gut zum Hörbuch, zur Atmosphäre und zu Annette Beaumanoir.

Man merkt es vielleicht in der Inhaltsangabe, dass mir häufig die Namen gefehlt haben. Leider wusste ich nie wie man die französischen oder die algerischen Namen schreibt und selbst für Annettes Nachnamen musste ich erst einmal recherchieren. Hier wäre es wieder ganz schön gewesen, wenn man in einem Booklet mal die wichtigsten Figuren erwähnt hätte, damit man wenigstens nochmal nachlesen kann wie die Leute denn hießen (und für die Rezension denn geschrieben werden).

Abgesehen davon hat mir Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber sehr gut gefallen. Ich kann jedem und jeder Interessierten am Deutschen Buchpreis oder der Französischen Geschichte nur dieses Buch empfehlen und vor allem das Hörbuch hat mir gut gefallen. Und die Idee aus einem Heldenepos ein Heldinnenepos zu machen, finde ich überaus originell.

 

 

 

Danke an Audiobuch für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Gemeinsam Lesen ·Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #24

Hallo ihr Lieben,

ich wünsche euch allen erst einmal einen guten Start ins neue Jahr! Auch dieses Jahr geht es mit der Gemeinsam Lesen-Aktion der Schlunzenbücher weiter und ich bin auch wieder dabei.

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Vorstadtgeflüster von Abbi Waxman und bin auf Seite 330.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Er hob den Arm und winkte die Kellnerin herbei. ‚Könnte ich bitte die Rechnung haben? Mir ist der Appetit vergangen.‘“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

In meinem Buch geht es um eine ganz normale Straße in einem Vorort von Los Angeles. Dort leben verschiedene Familien mit ihren Kindern. Die Autorin schafft es einen ganz normalen Alltag unglaublich mitreißend zu beschreiben. So häufig fragt man sich ja nach einem Roman bzw. Liebesroman: Wie geht es weiter jetzt wo die Probleme gelöst, der Partner gefunden, das aufregende Ereignis überstanden ist? Die Antwort findet man in Vorstadtgeflüster. Klar, ich muss jetzt nicht bei jedem Liebesroman eine 5 Jahre später-Version lesen, aber es ist auf jeden Fall mal interessant wie normal diese Menschen sind, weil man sich an vielen Stellen denkt: Ja, das kenne ich. Oder: Ach, andere kennen das auch? Ich finde es bisher auf jeden Fall sehr unterhaltsam.

  1. Schreibst du selbst Rezensionen?

Ja, ich schreibe seitdem es diesen Blog gibt Rezensionen. Am Anfang war ich etwas skeptisch, wer denn Rezensionen eigentlich liest, aber ich muss sagen, dass mir immer wieder auffällt wie hilfreich und wahr viele Rezensionen sind. So schaue ich inzwischen auch ganz regelmäßig bei anderen Literatur- und Buchblogs vorbei und lasse mich dort mit neuen Lese- und Buchideen versorgen.

Liebe Grüße
Vanessa

Montagsfragen

Montagsfrage: 4. Januar 2021

Montagsfrage: Was sind deine Lesevorsätze für 2021?

Hallo ihr Lieben,

Antonia will als erstes dieses Jahr von uns wissen, ob wir Lesevorsätze für 2021 gefasst haben. Zuerst möchte ich euch aber noch ein schönes neues Jahr 2021 wünschen.
Ich muss sagen, dass ich zu strikte Vorsätze nicht so gut finde, weil ich meine Bücher gerne nach Stimmungen auswähle. Derzeit überlege ich auch noch, ob ich bei einer Bücher-Lese-Challenge mitmachen möchte und wenn ja bei welcher. Kennt ihr welche, die ihr empfehlen könnt?
Kommen wir aber mal zur Beantwortung der Frage: Als ich meinen Jahresbericht 2020 geschrieben habe, habe ich festgestellt, dass ich noch immer 8 Bücher aus dem Jahr 2018 auf meinem SuB habe. Das hat mich ziemlich überrascht und sorgt jetzt auch dafür, dass ich in diesem Jahr gerne einige davon weglesen würde. Mal gucken wie gut mir das gelingt und ob ich überhaupt welche davon schaffe.
Habt ihr euch Lesevorsätze für 2021 gemacht? Wenn ja, welche?
Liebe Grüße
Vanessa

Jahresabschlussbericht 2020

Rund um’s Lesen: Jahresabschlussbericht 2020 Teil 2

Hallo ihr Lieben,

ich habe ja in Teil 1 meines Jahresabschlussberichts 2020 schon über meinen Blog und meinen SuB berichtet. In diesem Teil möchte ich gerne über mein Leseverhalten, meine gelesenen Bücher und Reihen berichten.

Beginnen wir mit meinen Bezugsquellen. Woher kommen die Bücher, die ich lese. Oft sind es Geschenke, manchmal schaue ich auch bei einem Bücherschrank bzw. sogar mehreren Bücherschränken vorbei. Natürlich kaufe ich auch viele meiner Bücher, vor allem wenn ich sie möglicherweise mehrfach lesen möchte. Dieses Jahr habe ich einige Re-Reads gehabt, weil ich eine Reihe nochmal von vorne angefangen habe. Außerdem waren dieses Jahr auch einige Rezensionsexemplare und sogar ein paar Leserundenexemplare dabei, weil ich die Leserunden erst dieses Jahr für mich entdeckt habe.

Ich habe auch mit der ein oder anderen Reihe weitergelesen oder sie neu angefangen. Da es aber so viele sind, versuche ich es ein bisschen nach Genres aufzuteilen. Fangen wir also mit den Krimi-Reihen an, außerdem habe ich noch bei Liebesroman- und bei Kinder- und Jugendbuch-Reihen weitergelesen, angefangen und sie teilweise sogar schon abgeschlossen:

Einer meiner größten Fortschritte (in absoluten Zahlen) ist sicherlich die Detektiv Conan-Reihe, weil ich da einen Re-Read gestartet habe. Michael Kiblers Darmstadt-Krimi-Reihe kennt ihr von mir vielleicht schon. In der Reihe habe ich mit Engelsblut ebenfalls weitergelesen. Von Gytha Lodge habe ich den ersten Band Bis ihr sie findet der Reihe um Detective Chief Inspector Jonah Sheens gelesen. Von Agatha Christie habe ich mit der Reihe um Tommy und Tuppence weitergelesen, weil ich Ein gefährlicher Gegner, den ersten Band der Reihe, gelesen habe. Außerdem habe ich von Lilian Jackson Braun eine neue Reihe entdeckt: Die Katze, die, in der eine bzw. zwei Katze(n) und deren Besitzer, ein Journalist, die kriminalistischen Protagonisten sind. Von Rob Reef habe ich Das Geheimnis von Benwick Castle gelesen, was der zweite Band der Stableford-Reihe ist. Von Agatha Christie habe ich auch noch Mord auf dem Golfplatz gelesen, das ist ein Teil der Hercule Poirot-Reihe.

Susan Mallery kannte ich schon, habe aber dieses Jahr erst etwas von ihr gelesen. So habe ich dann auch ihre Fool’s Gold-Reihe entdeckt und davon direkt zwei Bände gelesen: Nur die Küsse zählen und Küssen ist die beste Medizin. Auch mit der Seattle Chinooks-Reihe von Rachel Gibson habe ich weitergelesen, weil ich Was sich liebt, das küsst sich gelesen habe.

Außerdem habe ich mit der Reihe Kings & Fools angefangen. Nachdem ich Band 5 gelesen hatte, fand ich die Reihe so spannend, dass ich sie komplett lesen wollte und so habe ich auch noch Band 1 und 2 gelesen. Von Rick Riordan habe ich mit der ersten Reihe begonnen: Percy Jackson und habe dort nicht nur Band 1 Diebe im Olymp, sondern auch Band 2 Im Bann des Zyklopen gelesen. Von Aimée Carter habe ich die Blackcoat Rebellion-Trilogie komplett gelesen. Von Linda Winter habe ich die Reiter des Himmels-Reihe gelesen, die vier Bände umfasst und noch ganz neu ist.

Daraus lässt sich auch schon ableiten, welche Genres ich im letzten Jahr so gelesen habe: Liebesromane, normale belletristische Romane sicherlich auch, Krimis (sowohl klassische als auch Regionalkrimis) und Kinder- und Jugendliteratur (in allen Formen, Farben und Größen).

Es gab bei mir dieses Jahr einige Highlights, aber leider auch ein paar nicht so tolle Bücher. Meine schlechtesten Bücher, sind diejenigen, die ich abgebrochen habe. Das wäre dann Diese Magie der Liebe von Eileen Auras und Wer ist eigentlich Paul? Von Anette Göttlicher. Außerdem habe ich Vanessa da Matas Blumentochter, Einfach sexy von Carly Phillips und Zoe Jennys Das Blütenstaubzimmer abgebrochen. Meine besten Bücher sind die folgenden:

Die Detektive vom Bhoot-Basar  von Deepa Anappara
Percy Jackson – Diebe im Olymp & Im Bann des Zyklopen von Rick Riordan
Feuer & Gold von Sarah Beth Durst
Ein gefährlicher Gegner von Agatha Christie
Die Mausefalle von Agatha Christie
Die Katze, die rückwärts lesen konnte & Die Katze, die in den Ohrensessel biss von Lilian Jackson Braun

Da ich auch einige Rezensionsexemplare dieses Jahr gelesen, möchte ich euch auch die besten und die schlechtesten Rezensionsexemplare vorstellen. Die besten Rezensionsexemplare sind die folgenden fünf, wobei Diane Setterfields Was der Fluss erzählt und Time to Love von Beth O’Leary Hörbücher waren:

Die Liebe der Sonnenschwestern von Susan Mallery
Sommernachtsglück von Sue Moorcroft
Herzblitze von Kristina Valentin
Was der Fluss erzählt von Diane Setterfield
Time to Love von Beth O’Leary

Die Rezensionsexemplare, die mir am wenigsten gefallen haben, sind Die Weinbergfrauen von Brigitte Guggisberg und Café mit Meerblick von Caroline Roberts. Die Weinbergfrauen mochte ich nicht, weil ich mich, obwohl es drei Protagonistinnen gab, mit keiner identifizieren konnte und der Klappentext auch andere Erwartungen geweckt hat. Bei dem Titel Café mit Meerblick hatte ich mit einem leichten Sommerroman gerechnet und dass es um ein Café geht, von dem aus man Meerblick hat. Leider wurden diese Erwartungen sehr enttäuscht, was meiner Lesefreude einen herben Dämpfer versetzt hat.

In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass ich deutlich mehr Frauen gelesen habe und da dachte ich, dass die Zahlen dazu mal ganz spannend sein könnten. Es ist auch nicht so, dass ich mir absichtlich Autorinnen rausgesucht hätte; das hat sich einfach so ergeben. Aber ich dachte, ich berechne mal die Prozentzahlen: Über das Jahr gerechnet waren es 62,28% Autorinnen und 37,72% Autoren.

Da ich dieses Jahr einige Hörbücher und auch ein paar E-Books gehört und gelesen habe, möchte ich auch dazu etwas schreiben. Neben den normalen Büchern habe ich 5 E-Books gelesen und 18 Hörbücher gehört. Bei den Hörbüchern waren es von verschiedenen Verlagen längere und kürzere Hörbücher, die E-Books stammten von unabhängigen Autoren oder kleinen Verlagen. Fünf E-Books klingt erst einmal nach nicht viel, aber für meine Verhältnisse ist das gar nicht so wenig.

Meine meistgelesenen Autor:innen sind mit großem Abstand Gosho Aoyama (24), weil ich viele Detektiv Conan-Bände gelesen habe. Von Agatha Christie sind es (mit allen Kurzgeschichten) neun Stück geworden. Danach kommt mit großem Abstand Linda Winter. Von ihr sind es vier Bücher, wobei es sich hier um die vier Bände der Reiter des Himmels-Reihe handelt. Von Aimée Carter ist es die komplette Blackcoat-Rebellion-Trilogie und von Natalie Matt & Silas Matthes drei Bände ihrer Kings & Fools-Reihe. Einzig von Susan Mallery habe ich die Bände nicht aus einer Reihe gelesen. Auch hier waren es drei Bücher, allerdings erst ein Einzelband und dann zwei Bände der Fool’s Gold-Reihe, die grundsätzlich losgelöst voneinander gelesen und verstanden werden können.

Wie hat sich denn euer Leseverhalten im letzten Jahr entwickelt? Hattet ihr ein paar tolle Bücher dabei? Welches ist euer absolutes Jahreshighlight? Habt ihr auch irgendwelche neuen Reihen entdeckt oder beendet? Habt ihr tolle Lesetipps für das nächste Jahr?

Liebe Grüße
Vanessa

Jahresabschlussbericht 2020

Rund um’s Lesen: Jahresabschlussbericht 2020 Teil 1

Hallo ihr Lieben,

da mein Bericht insgesamt ziemlich lang geworden ist, habe ich beschlossen ihn aufzuteilen. Im ersten Teil beschäftige ich mich mit meinem Blog und im zweiten Teil wird es ums Lesen und meine Bücher gehen. Ich möchte in diesem Jahresabschlussbericht ein bisschen darüber berichten, was ich dieses Jahr so gelesen habe und ein paar Fakten und Zahlen zusammenstellen.

Dieses Jahr kamen insgesamt 318 Beiträge auf meinem Blog. Das sind im Durchschnitt 26,5 Beiträge im Monat. Es kamen Inhaltsangaben und Rezensionen, 34 Montagsfragen, 23 mal die Gemeinsam Lesen-Aktion, an der ich auch neu teilgenommen habe und 11 Beiträge zu Mein Sub kommt zu Wort. Auch habe ich wieder an der Lesetipps – Blogger stellen dir ihr Lieblingsbuch vor teilgenommen.

Die Montagsfrage kommt eigentlich jeden Montag und beschäftigt sich mit Themen rund ums Lesen und um Bücher. Die Gemeinsam Lesen-Aktion ist so ähnlich, allerdings werden hier immer drei gleiche und eine wechselnde Frage gestellt. Die Aktion gibt es auch einmal in der Woche, jeden Dienstag. Mein Sub kommt zu Wort ist eine Aktion, die einmal im Monat an jedem 20. stattfindet. Auch hier gibt es immer drei Fragen, die jedes Mal gleich sind und eine wechselnde Frage. Das besondere an der Aktion: Mein Sub beantwortet die Fragen. Bei der Lesetipps-Aktion, die nur einmal in jeder Jahreszeit stattfindet, empfehlen Blogger besondere Bücher oder ein Buch, das möglichst auch noch zur Jahreszeit passt.

Im Januar bin ich mit 29 Büchern auf meinem Sub in dieses Jahr gestartet, beendet habe ich es im Dezember mit 37 bzw. 40 Büchern. Das ist ja schon eine gewisse Entwicklung nach oben, die man auch über das Jahr sehen kann, die sich im Durchschnittswert allerdings nicht niederschlägt. Dieser liegt bei ungefähr 30 Büchern auf meinem Sub. Die Tiefstwert lag bei 22 Büchern und der Höchstwert bei 40. Den Verlauf und die einzelnen Datenpunkte könnte ihr auch dem Diagramm entnehmen.

Obwohl mein SuB relativ klein ist, habe ich mir mal den Spaß gemacht, und mal geschaut von wann die Bücher eigentlich stammen. Älter als 2018 ist tatsächlich keines, aber es sind immerhin noch 8 Stück aus 2018 dabei. Aus 2019 sind es nur noch 6 und aus 2020 sind es noch ziemlich viele. Die Aufteilung hatte ich gar nicht so eingeschätzt. Ich dachte, dass es aus 2018 noch ein paar weniger, dafür aus 2019 ein paar mehr wären. Aus 2020 sind es 26 Bücher. Somit ist mein Sub noch ziemlich jung. Die Aufteilung könnte ich auch nochmal in der Graphik sehen.

So viel also erst einmal zu meinem Blog und meinem SuB. Wie sieht denn eure Jahresbilanz aus? Habt ihr neue coole Bloggeraktionen entwickelt oder entdeckt, die ihr empfehlen könnt? Ist euer Sub massiv geschrumpft oder gewachsen?

Liebe Grüße
Vanessa

Hörbücher ·Nesthäckchen und ihre Puppen von E. Ury

Inhaltsangabe: Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury

In Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury geht es um die 6-Jähirge Annemarie Braun. Der erste Band behandelt die Zeit von kurz vor einem Osterfest bis etwa zum Osterfest im nächsten Jahr und ihrer darauf folgenden Einschulung. Annemarie ist das Nesthäckchen der Familie, da sie zwei ältere Brüder hat, Klaus und Hans.

Das Nesthäckchens, das manchmal auch Annemi oder Lotte genannt wird, erlebt ihre Abenteuer gemeinsam mit ihren Puppen. Sie lebt mit ihrem Vater, Dr. Braun, einem Arzt und ihrer Mutter, ihrem Kinderfräulein und ihren Brüdern, ihrem Hund und ihrem Vögelchen in einer Wohnung in Berlin. Außerdem gibt es in dem Haushalt noch die Köchin, Hanne, und das Stubenmädchen, Frieda.

Annemarie macht mit ihrem Kinderfräulein regelmäßig Spaziergänge in den Tiergarten. Bei einem dieser Spaziergänge lernt sie das Schiffer-Lenchen kennen. Ein kleines Mädchen, das mit ihren Eltern auf einem Schiff lebt, weil ihr Vater der Kapitän ist. Sie unterhält sich mit der kleinen und die beiden sehr unterschiedlichen Mädchen freunden sich an bis Lenchen eines Tages erzählt, dass sie wieder abreisen; wahrscheinlich sogar sehr bald. Vor dem Abschied tauschen die Mädchen noch ihre Schuhe, da Annemarie die Holzpantinen von Lenchen toll findet und Lenchen Annemaries Stiefelchen mag. Annemaries Fräulein schimpft das Mädchen aus, weil diese ihre Schuhe wegegeben hat.

Mit ihrem Bruder und Fräulein Lena fährt Annemarie nach Arnsdorf zu ihrer Tante und ihrem Onkel. Gemeinsam verbringen sie dort die Ferien, damit die Eltern mal ihre Ruhe vor den Kindern haben und der abgearbeitete Vater sich erholen kann. Dort tollt Annemarie mit Klaus und ihren Cousins und manchmal auch ihrer Cousine im Wald und auf den Wiesen herum. Einmal verstecken sich die Kinder mit Puppe Gerda im Baum, um von dort die Kaffeegesellschaft von Tante Kätchen zu belauschen, weil es bei diesen Gesellschaften immer so lustig zugehen soll. Die Kinder erleben in dieser Zeit einige Abenteuer und Annemarie verwildert in dieser Zeit auch ziemlich. Als sie wieder nachhause kommt, weiß sie nichts mit sich anzufangen und so meldet ihre Mutter sie im Kindergarten an.

Annemarie freut sich sehr auf den Kindergarten, weil sie doch in Arnsdorf so gerne draußen gespielt hat. Als der Kindergarte nur aus einer Wohnung besteht, und es keinen Garten gibt, ist die Enttäuschung groß. Weil die Betreuerin und die Kinder so nett sind, freut sich Annemarie dann aber auf den Kindergarten und seitdem ist ihr auch Zuhause nicht mehr langweilig.

Nesthäckchen erlebt noch etliche weitere Abenteuer, die ich jetzt nicht alle erwähnen werde, aber mit ihren Brüdern, vor allem mit dem nur wenig älteren Klaus, gerät das Mädchen oft aneinander. Er malt ihren Puppen Schnurrbärte auf, entführt Gerda und versteckt sie vor Annemarie oder steckt eine Kiste mit Insekten in ihr Zimmer. Ihr Bruder Hans findet solche Sachen zwar auch ziemlich witzig, aber er und Annemarie verstehen sich grundsätzlich ganz gut.

Das Mädchen wird durch die Geschenke und ihre Spielsachen ziemlich darauf getrimmt, in die entsprechende Rolle hineinzuwachsen. Sie hat jede Menge Puppen, die sie wie ihre Kinder behandelt; jede mit eigenem Charakter und mit Gerda hat sie sogar ein eigenes Nesthäckchen bekommen. Sie hat auch jede Menge Puppenzubehör, um für ihre Kinder zu sorgen, dazu gehört eine Küche und ein Bügeleisen, das man sogar wirklich heiß machen kann. Ihre Kinder erhalten nicht nur zu Annemaries Weihnachtsfest Geschenke, sondern auch von ihr selbst selbstgebastelte Geschenke.

Das Buch endet mit Annemaries Geburtstag und ihrer Einschulung an der örtlichen Mädchenschule. Zum Geburtstag hat sie jede Menge Zubehör für die Schule bekommen, das sie stolz herumzeigt und sogar damit in der Wohnung auf- und abläuft und so wie ein richtiges Schulmädchen aussieht.

Hörbücher ·Nesthäckchen und ihre Puppen von E. Ury

Rezension: Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury

Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury ist der erste Band der Reihe und auch diesen habe als Hörbuch gehört, sodass ich erst auf den Inhalt und dann auf das Medium eingehen werde.

Ich finde es ganz spannend mal ein, mutmaßlich halbwegs authentisches Leben, einer Familie in der Deutschen Kaiserzeit zu erleben. Der Fokus liegt zwar auf Annemarie, aber dennoch werden einige gesellschaftliche und auch familiäre Inhalte beschrieben. Einige Sachen kommen einem auch aus der heutigen Zeit sehr bekannt vor: die Kinder ärgern sich gegenseitig, man macht Ausflüge in den Tierpark und spielt sehr viel. Das hat mir sehr gut gefallen.

Aber natürlich gibt es auch einige Unterschiede zur heutigen Gesellschaft. Annemarie wird sehr in ihre Rolle als Frau hineinerzogen. Es gibt zwar heute noch Kinderküchen und Puppenzubehör, aber es ist nicht mehr so strikt nach Jungs und Mädchen getrennt. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, jemals ein funktionsfähiges Bügeleisen für Kinder gesehen zu haben. Annermarie besitzt sowas und bügelt die Kleidung ihrer Puppen. Sie wird zur perfekten kleinen Frau erzogen. Auch als Annemarie sich eines ihrer Zöpfchen abschneidet, weil ihrer Puppe die Haare ausgegangen sind, wird sie als Junge bezeichnet. Als ihre Eltern ihr dann das zweite Zöpfchen auch noch abschneiden, weint sie bitterlich, weil sie keine Jungenfrisur wie die ihrer Brüder haben möchte. Hier sind die Rollenverteilungen also klar und es ist auch klar wie ein Mädchen auszusehen und sich zu benehmen hat und wie ein Junge, wenngleich Klaus mehr als einmal gerügt wird, wenn er seine Schwester wieder einmal ärgert. Das mochte ich gar nicht, denn natürlich müssen solche alten Rollenbilder kritisch von jungen Hörerinnen und Hörern betrachtet werden.

In diesem Kontext noch ein Hinweis zum Booklet. Dort findet sich eine Seite, die die traditionellen Werte reflektiert und daraus eingeht, dass ein solches Hörbuch im Kontext der damaligen Zeit, also der Zeit, in der das Kinderbuch dazu geschrieben wurde, gehört werden muss. Das ist absolut richtig, aber irgendwie hat mir da noch ein bisschen was dazu gefehlt, dass solche Werte heute anders sind und Mädchen heute nicht mehr als typische Hausfrauen erzogen werden. Bei Der Trotzkopf ist diese Einordnung irgendwie besser gelungen, finde ich. Die Worterklärungen sind sicherlich – auch für bereits erwachsene Hörer:innen – sehr hilfreich und auch die Inhaltsbeschreibung hat mir gut gefallen. Die Illustrationen von Max Meinzold haben mir wie immer gut gefallen. Ich mochte das Booklet zum Hörbuch auf jeden Fall sehr gerne und wünsche mir sowas eigentlich immer; zumindest damit man weiß wie die Figuren heißen (und geschrieben werden) und damit man den Inhalt nochmal kurz nachlesen kann.

Kommen wir nochmal kurz zum Inhalt: Die Figuren sind mir grundsätzlich sympathisch gewesen, wenngleich ich den Erziehungsstil mit Sätzen in die Richtung „Was bist du für ein dummes Kind“ oder „So kann ich dich nicht lieb haben“ überhaupt nicht mochte. Annemarie ist auf jeden Fall eine unglaublich sympathische Figur und auch die anderen Figuren müssen natürlich im Kontext der Zeit betrachtet werden.

Der Inhalt hat mir mit dem episodischen Erzählen recht gut gefallen und ich habe auch nicht großartig gemerkt, dass irgendwo groß gekürzt wurde, wenngleich es sich auch hier um eine gekürzte Lesung handelt.

Der Absatz zum Booklet gehört ja so halb schon zum Thema Medium, aber um nochmal auf die Sprecherin selbst zu kommen: Ich mag Andrea Sawatzki eigentlich sehr gerne. Aber ich finde, dass ihre Stimme nicht zum Hörbuch gepasst hat, weil diese für mich nicht zu Annemarie gepasst hat und es schließlich immer um diese geht. Ich habe die anderen Hörbücher der Reihe (Anne auf Green Gables und Der Trotzkopf) sehr gerne gehört, aber bei diesem musste ich mich manchmal schon fast zwingen, weiterzuhören. Das lag mit Sicherheit nicht nur an der Stimme der Sprecherin, sondern auch am Inhalt.

Für mich ist Das Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury deshalb leider das bisher schwächste der Reihe (wenngleich diese noch sehr klein ist). Wer sich für ältere Kinderbücher interessiert und eine gute Aufbereitung wünscht, ist hiermit sicherlich dennoch gut beraten. Mein Liebling in der Reihe wird das Hörbuch aber wohl leider trotzdem nicht mehr.

 

 

 

Danke an cbj audio für das Hörbuchrezensionsexemplar!