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Rezension: Küss weiter, Liebling! Von Rachel Gibson

Dieser Roman ist der vierte Band der Girlfriend-/Autorinnen-Reihe, somit bildet er den Abschluss der vierbändigen Reihe und sollte eigentlich auch noch ein paar der anderen Geschichten abschließen. Dies war hier so überhaupt nicht der Fall. Der Roman ist auch im Verhältnis zu den anderen drei Romanen relativ kurz (Band 1-3 haben jeweils etwa 320 Seiten und Band 4 288 Seiten).

Auch kommen hier die drei Freundinnen praktisch gar nicht vor, weil der Roman ja hauptsächlich gar nicht in Boise spielt und Adele sogar so weit weg ist, dass sie sich auch überhaupt nicht mal zwischendurch mit ihren Freundinnen treffen kann. Leider versucht sie auch nicht auf andere Weise mit ihren Freundinnen in Kontakt zu treten (im ersten Band war es, glaube ich, als die Protagonistin mit ihren Freundinnen auch per Mail in Kontakt stand). Auf diese Weise steht der Roman ziemlich alleine da und hat wenig Chance den voran gegangenen Band irgendwie abzuschließen.

Abgesehen davon finde ich die vier Autorinnen irgendwie farblos. Nachdem ich jetzt die ganze Reihe – die mir nichtsdestotrotz großen Spaß gemacht hat – gelesen habe, ist mir extrem aufgefallen wie absolut austauschbar die Charaktere bei Rachel Gibson sind. Es klingt doof, weil ich sie dennoch zu meinen Lieblingsautorinnen rechne, weil man eben genau weiß was man bekommt, aber das hat den Nachteil: Kennt man einen, kennt man alle. Die männlichen und auch die weiblichen Hauptcharaktere sind absolut austauschbar. Sie haben nichts besonderes, außer vielleicht die individuelle Geschichte, die dennoch zum gleichen führt: Ein Streit kurz vor Schluss. Es ist vollkommen egal welche Geschichte die Frauen haben und auch bei den Männern muss man aufpassen, dass man nicht durcheinanderkommt. Ich habe den Roman mit einigen Unterbrechungen gelesen und so musste ich immer gucken, dass ich mich richtig an die Charaktere erinnere und sie nicht mit anderen Männern bzw. Frauen aus anderen Romanen der Autorin verwechsele, weil sie einfach so unglaublich verwechselbar sind.

Abgesehen von den beschaulichen Lesestunden, die ich mit dem Buch hatte, hat dieser Roman aber leider nichts zu bieten. Obwohl ich Rachel Gibson als Autorin sehr schätze, war ich doch enttäuscht von diesem Reihenabschluss, weil man davon einfach nichts merkt. Man hatte beinahe den Eindruck, dass hier noch 40 Seiten fehlen und Gibson einfach ihrer Deadline zu nahe kam. So nach dem Motto: Okay, die Deadline ist übermorgen, ich schreibe jetzt noch 10 Seiten, um das Ding fertig zu machen auch wenn ich noch 50 Seiten bräuchte, um die Reihe abzuschließen.

Leider bleibt man als Leser(in) genau mit diesem Gefühl zurück. Man wünscht sich, die Freundinnen, die man in der Reihe gewonnen hat, noch einmal zu sehen, dass man sich vernünftig von ihnen verabschieden kann. Stattdessen tauchen sie auf ca. 10 Seiten auf, sagen dort Sachen, die einfach nur nervig sind und verschwinden dann kleinlaut als Adeles Zach vor der Tür steht. So bekommen sie einen absolut farblosen Abgang und einzig Maddie tut sich durch ihre ständige Angst, es mit einem Irren zu tun zu haben hervor. Davon abgesehen könnte man die Namen, Aussagen und Verhaltensweisen leider einfach austauschen. Nun genug der negativen Worte: Leider hat mir Küss weiter, Liebling! Von Rachel Gibson nicht so richtig gut gefallen und ich habe bisher noch nicht mal etwas über das Cover und den deutschen Titel geschrieben… Von mir gibt es für diesen Reihenabschluss leider keine Empfehlung.

Montagsfragen

Montagsfrage: 05. August 2019

Montagsfrage: Kann man Rezensionsexemplare objektiv beurteilen?

Hallo ihr Lieben,

diese Woche fragt Antonia danach, ob man Rezensionsexemplare objektiv beurteilen kann oder nicht. Die Frage finde ich ganz toll, weil ich tatsächlich gerade ein Rezensionsexemplar da habe und die Rezension bald schreiben werde (seid gespannt!). Ich denke, dass es nicht einfach ist, ein Rezensionexemplar wirklich fair zu beurteilen, weil man sich schwer tut wirklich eine negative Kritik zu schreiben (und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit dem Verlag zu schreiben, dass man das Buch überhaupt nicht mochte) aber man auf der anderen Seite auch unglaubwürdig wirkt, wenn man ein Buch in den Himmel lobt, obwohl es jeder schrecklich findet; vor allem wenn dann rauskommt, dass man das Buch als Rezensionsexemplar bekommen hat. Ich versuche bei Rezensionsexemplaren immer darauf zu achten, dass ich erkläre warum mir etwas nicht gefällt, dann kann sowohl der Verlag als auch der geneigte Leser selbst entscheiden, wie er sich dazu positioniert. Häufig frage ich Bücher als Rezensionsexemplare an, bei denen ich relativ sicher bin, dass sie mir gefallen werden, sodass ich dann auch nicht in die Bredouille gerate, dem Verlag das erklären zu müssen. Aber natürlich kann es dennoch mal vorkommen, dass mir ein Buch nicht gefällt. Und: Wenn ich ein Buch als Rezensionsexemplar bezogen habe, kennzeichne ich dies, indem ich dem Verlag unten für das Rezensionsexemplar danke, sodass dann auch ersichtlich ist, dass ich das Buch für die Rezension zur Verfügung gestellt bekommen habe. Wie steht ihr dazu? Bewertet ihr Rezensionsexemplare objektiv?

Liebe Grüße
Vanessa

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Solipsismus

Dass ich dieses Substantiv aus der Philosophie und damit aus der Universität kenne, dürfte recht klar sein. Ich konnte am Anfang damit nicht so wirklich etwas anfangen, sodass ich mich entschloss es mir zu notieren und es einmal nachzuschlagen. Im Solipsismus geht es darum, dass jemand davon ausgeht, dass es nur das eigene Ich gibt und sonst nichts existiert. Gleichzeitig geht der Solipsismus davon aus, dass es damit unmöglich ist etwas außerhalb des eigenen Ichs zu erforschen. Wikipedia schreibt, dass es verschiedene Arten von Solipsismus gibt, darunter der metaphysische, methodologische, ethische oder epistemologische Solipsismus.

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Inhaltsangabe: Ruf der Wildnis/ The Call of the wild von Jack London

In dem Roman Ruf der Wildnis von Jack London geht es um einen Hund Buck, der aus seinem beschaulichen, sonnigen Zuhause entführt wird. Zuhause hat er ein ruhiges schönes Leben geführt, doch als er entführt wird, muss er mit vielen Unwegsamkeiten und der schrecklichen Welt klarkommen. Buck wird verkauft und muss fortan in Alaska als Schlittenhund arbeiten, obwohl er kein Husky ist. Buck hat einen starken Charakter und beißt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch. Er legt sich mit einem anderen Schlittenhund, der bisher der Anführer war, an. Außerdem muss er damit klarkommen, dass er geschlagen wird, und damit dass er von den Menschen wie Dreck behandelt wird. So werden die Hunde bis zur Erschöpfung getrieben und müssen teilweise mit sehr wenig Nahrung auskommen. Als sie Lieferungen fahren, werden ihnen immer wieder Pausen versprochen, die die Hundeführer nicht einhalten können, da sie schon wieder losmüssen. Buck wird dann weiterverkauft an ein Dreigespann, wo sie hart arbeiten müssen. Die Frau, die mit den beiden Männern unterwegs ist, lässt sich immer fahren, was die Hunde nicht aushalten, sie zickt herum. Die drei schaffen es nicht den Schlitten vernünftig zu laden, sodass die Last ungleich verteilt ist und die Ladung mehr als einmal zu Boden fällt. So wird Buck immer weiter gereicht bis er am Ende bei einem Mann, John Thornton, landet, der ihn wirklich gut behandelt. Buck ist halbtot und wird von diesem Mann sehr gut behandelt, sodass er sich schnell von den vorherigen Strapazen erholen kann. John kümmert sich um ihn und so werden die beiden ein Team bis John eines Tages ermordet wird. Buck rächt sich an den Mördern, wird aber dadurch vollends von der Wildnis eingenommen.

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Rezension: Ruf der Wildnis von Jack London

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich den Roman auf Englisch so nach und nach gelesen habe, sodass ich leider zum Stil nicht so sonderlich viel sagen kann, aber an sich finde ich die Idee, einen Roman aus der Sicht eines Hundes zu schreiben, sehr interessant. Immer wieder bekommt man mit, was Buck denkt und fühlt, allerdings bleiben diese Beschreibungen sehr oberflächlich, wenn man aber bedenkt, wann der Roman geschrieben wurde, sind diese Beschreibungen umso bemerkenswerter. Ich fand es aber sehr grenzwertig wie brutal die Geschehnisse beschrieben wurden. Mir ist durchaus bewusst, dass die Entwicklung von Buck so besser herauskommt. Ich verstehe, dass Buck soweit getrieben werden muss, dass es notwendig ist, ihn mit Gewalt zu konfrontieren, damit klar wird, warum er sich so entwickeln konnte. Deshalb ist es mir durchaus bewusst, dass der Roman so gewalttätig sein musste, aber mir war er dennoch zu brutal. Ich fand es wirklich grausam was Buck alles zugestoßen ist und ich glaube, ich würde den Roman nicht noch einmal lesen.

Mir ist durchaus auch bewusst, warum der Roman so relevant ist, denn er hat ein neues Format, einen neuen Inhalt und macht damit Tierschutz und Tierinteressen bewusst. Von daher hat Ruf der Wildnis in diesem Kontext auf jeden Fall einen Wert, der hier erwähnt sein soll. Ich verstehe auch die Figurenentwicklung der Menschen nicht so richtig. Wie können Menschen so grausam sein und wie kann es so viele so grausame Menschen geben? Gerade darin lässt sich auch eine gewisse Gesellschaftskritik erkennen, die hier zumindest auch Erwähnung finden soll.

Insgesamt ist Ruf der Wildnis von Jack London ein sehr interessanter, wenngleich brutaler und blutrünstiger Roman, den ich zwar weiterempfehle, bei dem ich aber die dringende Warnung ausspreche, dass er nur etwas für Hartgesottene ist.

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Inhaltsangabe: Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie

Der Kriminalroman Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie heißt im Original Five little Pigs und ist wohl eine Anspielung auf einen Kinderreim, auf die Poirot im Buch auch immer wieder eingeht. Dennoch passt auch der deutsche Titel ganz gut zu dem Buch. In diesem Roman löst Poirot den Fall durch Befragung der Beteiligten lange nachdem sich der Fall eigentlich zugetragen hat. Interessant ist auch besonders die Erzähltechnik, die damit eng verbunden ist.

Nachdem Carla Lemarchants Mutter vor etwa 15 Jahren ihren Mann ermordet haben soll, wurde sie verhaftet, verurteilt und starb im Gefängnis. Da Carla damals noch sehr klein war, erinnert sie sich praktisch gar nicht an die damaligen Ereignisse, doch sie möchte vor ihrer Heirat endlich wissen, was genau geschehen ist.

Amyas Crale ist ein bekannter Maler und er malt gerne schöne, junge Frauen. Als er eines Tages die schöne Elsa Greer kennenlernt, scheint er sich in sie zu verlieben. Er redet ihr ein, dass er seine Frau, Caroline, verlässt. Elsa ist für einige Wochen bei ihrem Geliebten und dessen Frau eingezogen, damit er sie malen kann. Caroline ist die Affären ihres Mannes gewöhnt, als sie aber erfährt, dass ihre Mann Elsa angeblich liebt, plant sie einen Mord: Wie sich herausstellt, wollte sie sich wohl selbst umbringen, weshalb sie damals das Gift stahl. Da sie am Schauplatz des Mordes gesehen wurde, sich verdächtig benahm, ein Motiv hatte und das leere Giftfläschchen in ihrem Zimmer gefunden wird, wird sie verdächtigt.

Neben Elsa und Caroline und dem Opfer befanden sich aber auch noch vier weitere Menschen am Ort des Geschehens (von der kleinen Carla einmal abgesehen): Phillip Blake, ein geldgieriger Typ, der eigentlich in Caroline verliebt ist, sie aber genau aus diesem Grund hasst und der beste Freund des Opfers, Meredith Blake, der offen in Caroline verliebt ist, stellt das Gift her, mit dem sein Nachbar ermordet wird und macht später Elsa Greer Avancen, außerdem Cecilia Williams die Gouvernante, die ebenfalls Caroline für die Täterin hält, wenngleich sie ihr Verhalten verstehen kann und Angela Warren, die jüngere Schwester von Caroline, die ihre Schwester für unschuldig hält und kurz nach dem Mord ins Internat gesteckt werden sollte.

Nun muss Poirot alle fünf Beteiligten befragen und bittet sie danach auch noch ihm einen Bericht zu übersenden, in dem sie alles niederschreiben sollen, was sie an dem Tag getan hatten und was ihrer Kenntnis nach die anderen machten. Mithilfe der Befragungen und Berichte muss Poirot dann im dritten Teil eine Auflösung der Ereignisse rekonstruieren, wofür er alle Beteiligten zusammenbittet, um seiner Klientin die Wahrheit über den Mord an ihrem Vater zu berichten.

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Rezension: Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie

In dem Krimi Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie gibt es im Grunde neben der vermeintlichen Mörderin und dem Opfer, fünf weitere Verdächtige, den Detektiv (namentlich Poirot), die Klientin (Carla Lemarchant) und ihren Verlobten. Durch diese sehr geringe Anzahl an wichtigen Figuren, darüber hinaus gibt es nur die Anwälte beziehungsweise einen Sohn und den Polizisten von damals, hat man relativ schnell einen guten Überblick darüber, wer alles der Mörder sein könnte und man kann recht gut stereotype Muster bei den Verdächtigen entdecken.

Normalerweise würde man weder der Schwester noch der Tochter der Verdächtigen glauben, wenn diese sagen, dass die Betreffende unschuldig ist und dennoch tut es Poirot. Man hat den Verdacht, dass das Vertrauen der Tochter in die Mutter, die sie eigentlich kaum kannte, relativ groß ist, außerdem gibt sie selbst an, dass sie nur wissen möchte, ob es ihre Mutter war oder nicht. Sie kann offenbar mit beidem Leben, nur mit der Ungewissheit nicht mehr.

Aber nun zu der Erzähltechnik des Krimis: Poirot wird von der Tochter in den Fall eingeführt und holt sich erst einmal ein paar allgemeine Informationen über den Jahre zurückliegenden Fall ein. Danach geht er zu den Verdächtigen und befragt diese. Nachdem er alle Verdächtigen kennen gelernt hat, wartet er auf die fünf Berichte, liest diese und kommt aufgrund der in diesen zehn Gesprächen und Briefen versteckten Hinweise auf den Täter. Durch diese Technik bekommt der Leser die gleiche Geschichte mehr oder weniger zehn Mal präsentiert (und natürlich noch ein abschließendes Mal wenn Poirot den Fall aufklärt). Durch die Wiederholung kommen immer mehr Details des Falles ans Tageslicht, doch leider wirkt das Ganze auch sehr repetitiv. Immer wieder bekommt man die gleiche Geschichte erzählt; immerhin ab und zu mit neuen Details und aus einem anderen Blickwinkel. Das wirkte für mich dennoch irgendwann einfach nur noch langweilig. Zum Glück waren es nicht mehr Verdächtige.

Insgesamt ist Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie gerade wegen dieser Erzähltechnik bestimmt mal etwas anderes, dennoch fand ich den Roman langweilig und mir fehlte so ein bisschen das ermittelnde Element darin, denn schließlich liest Poirot die meiste Zeit irgendwelche Berichte. Deshalb kann ich den Krimi nur sehr eingeschränkt weiterempfehlen, aber psychologisch ist er gar nicht mal schlecht gemacht und man tappt als mitratender Leser auch ziemlich lange im Dunkeln (fand ich zumindest).

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von A. Waxman

Inhaltsangabe: Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von Abbi Waxman

In dem Roman Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von Abbi Waxman geht es um Lilian, die zusammen mit ihren kleinen Töchtern Clare und Annabel in einem Haus wohnt. Vor vier Jahren hat sie ihren Mann Dan plötzlich bei einem Autounfall verloren und bis heute hat sie den Verlust kaum verarbeitet.

Nachdem sie damals komplett zusammengebrochen war und ihre Schwester Rachel ihr den Hintern rettete, indem sie sich um die Töchter ihrer Schwester kümmerte, steht sie nun wieder im Leben. Das Verhältnis zu Rachel ist noch immer sehr eng, das Verhältnis zu ihren Ex-Schwiegereltern entspannt, im Gegensatz zu dem Verhältnis zu ihrer Mutter, die immer nur die Schwächen ihrer Töchter sieht.

Lilian arbeitet als Illustratorin für einen Verlag und wird von ihrer Chefin für einen Gärtnerkurs angemeldet, weil sie vom Veranstalter des Kurses den Auftrag haben ein Buch mit Gemüse und Pflanzen zu illustrieren und ihre Chefin meint, dass sie die Pflanzen dafür mal in natura gesehen haben sollte. Lilian ist nicht so begeistert, dafür aber Rachel umso mehr, die sich umgehend für den Kurs anmeldet und so dürfen auch Clare und Annabel nicht fehlen.

Bei dem Kurs lernen die Schwestern neben den anderen Kursteilnehmern, Eloise und Frances (die lesbischen Lehrerinnen), Angela genannt Angie (die eigentlich sehr klug, aber zu arm ist um sich eine gute Ausbildung leisten zu können), Gene (ehemaliger Bankangestellter im Ruhestand), Mike (der reiche Lebenskünstler) und natürlich den Kursleiter Edward Bloem kennen. Zwischen allen entwickelt sich eine Freundschaft und am Ende melden sie sich sogar für einen Anschlusskurs an.

Rachel lernt während der Zeit des Kurses einen netten Mann kennen, den sie auch wirklich gern zu haben scheint. Auch Lilian beginnt sich in einen Mann zu verlieben und nun muss sie lernen, damit zu leben. Sie liebt ihren Mann schließlich noch und ihre Kinder vermissen immer noch ihren Papa, sodass auch diese damit umgehen müssen. Lilian merkt auch nach und nach, dass sie nicht nur ihren Mann verloren hat, sondern dass Clare und vor allem Annabel ihren Vater verloren haben. Zusammen mit ihnen bastelt sie zum Beispiel Fotoalben, sodass diese endlich wieder lernen wie ihr Vater aussieht und was sie gemeinsam mit ihm erlebt haben.

So entwickelt sich also Lilian weiter, sie findet einen neuen Job, nachdem der Verlag für den sie arbeitet, viele Stellen streicht und die Beziehung zu ihrer Mutter, zu ihrer Schwester und vor allem zu ihren Kindern entwickelt sich weiter, sodass sich auch Lilian nach und nach wieder für die Liebe öffnet.

The Tribe

Rezension: Die Vorgeschichte: Amber und Dal von Linda Jensen

Da ich Amber sehr mag, gefiel mir dieser Band verständlicherweise sehr gut. Auch Dal ist wirklich ein toller, kleiner Kerl, auch wenn es mir wirklich schwer fiel ihn einzuschätzen. Er ist in der Schule ein Außenseiter, seiner Eltern scheinen ihn zu lieben, aber wenig Zeit für ihn zu haben, und so viel Zeit wie der mit Amber verbringt, scheint er auch keine andere Bezugsperson zu haben. Amber auf diese Weise einmal kennenzulernen, war irgendwie seltsam, denn auf der einen Seite mochte ich sie ja und mag sie auch immer noch. Sie hat ein großes Pflichtbewusstsein, ist mutig, klug und sagt, was sie denkt, was sie allerdings auch in Konflikte mit ihrer Familie führt, die sie liebt und von der sie geliebt wird. Aber irgendwie finde ich ihr Verhalten Dal gegenüber auch seltsam. Sie scheint mit ihm befreundet zu sein, weil er sonst niemanden hat oder weil sie Mitleid mit ihm hat, was ich allerdings doof finde. Wie es Dal mit dem Tod und der Abwesenheit seiner Eltern geht, scheint sie nicht wirklich zu interessieren. Natürlich kann man verstehen, dass sie sich in erster Linie um ihre eigenen Eltern sorgt, aber irgendwie finde ich diese Haltung auch traurig, wo sie doch so liebevoll mit allen anderen umgeht. Ich weiß wirklich nicht, wie ich mich ihr gegenüber äußern soll, denn meine Meinung zu ihr, ist nicht wirklich festgelegt.

Auch in diesem Band lernen wir erst einmal die beiden Charaktere kennen in ihrer angestammten Umgebung. Wie war ihr Leben vor dem Virus? Das macht deutlicher, was die Kinder und Jugendlichen mit dem Ausbruch alles verloren haben und es zeigt, wie sie sich entwickeln. Diese Tatsache gibt viele Möglichkeiten sich einmal selbst Gedanken darüber zu machen, wie man in einem solchen Fall reagieren würde. Vielleicht nicht einmal, dass alle Erwachsenen sterben, aber wie würde ich mich in einem so apokalyptischen Fall verhalten? Es gibt keine Erwachsenen mehr, keine Regeln, keine Schule, keine Lebensmittelgeschäfte, keine Polizei oder Gerichte. Amber und Dal wollen auf ’s Land, sie wollen sich in Sicherheit bringen und versuchen mit der Natur in Einklang zu leben, indem sie dort wohnen und ihre Lebensmittel dort anbauen. Das daraus auch Probleme erwachsen können, merken wir später.

Alles in allem war es einmal interessant zu erfahren wie Dal und Amber lebten bevor das Virus ausbrach, auch ihre Entwicklung und ihre Charaktere kennenzulernen hat Spaß gemacht, von dem Standpunkt aus, kann ich den dritten Band der Vorgeschichte: Amber und Dal von Linda Jensen gut weiterempfehlen.

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von A. Waxman

Rezension: Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von Abbi Waxman

Der Roman Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen ist der Debütroman von Abbi Waxman. In der Inhaltsangabe klingt es an: Es gibt einige verschiedene Figuren, die man sich erst einmal merken muss, aber die Autorin schafft es gekonnt alle Figuren so gut auszuarbeiten, dass man sich die Namen und die Charaktere dazu gut merken kann.

Auch die Geschichte überzeugt, wobei es natürlich seltsam ist, dass so eine große, bunt zusammengewürfelte Gruppe so schnell Freundschaft schließt, aber auf der anderen Seite haben sie ja etwas gemeinsam und sie scheinen sich ja auch von dem Aushang zum Kurs angesprochen gefühlt zu haben (außer Lilian und ihre Familie), sodass sie ja scheinbar eine gemeinsame Basis haben.

Abgesehen davon ist die Geschichte auch recht unterhaltsam erzählt. Eine Frau verliert in jungen Jahren mitten im Leben ihren Mann und muss fortan damit leben. Sie muss mit der Zeit lernen, für sich selbst zu sorgen und ihren Töchtern den Vater zu ersetzen, und sie gleichzeitig die Verbindung zum Vater spüren zu lassen und zu verhindern, dass sie ihn vergessen. Und natürlich muss es Lilian auch schaffen, sich selbst davon zu überzeugen, dass es in Ordnung ist, sich neu zu verlieben. Die Geschichte und die Charaktere sind also insgesamt schön und ergeben ein gutes Gesamtbild.

Der Stil: Abbi Waxman hat einen unglaublich schönen Stil drauf. Sie legt ihrer Protagonistin einen tollen Humor in den Mund, der mich ein ums andere Mal hat wirklich laut auflachen lassen. Auf der anderen Seite ist das Buch auch immer wieder von solcher Traurigkeit durchzogen, dass ich weinen musste. Dass ein Buch beide Extreme so gut abdeckt hatte ich bisher so selten, dass ich mich gar nicht erinnern kann. Für mich ist das ein unglaublich großer Pluspunkt an einem Roman, weil er diese unterschiedlichen Emotionen anspricht und diese auch gekonnt transportiert.

Die Geschichte ist stimmig für mich, die Charaktere wirklich gut ausgearbeitet und der Stil gefiel mir so sehr, dass ich gerne noch mehr Bücher der Autorin lesen möchte. Leider klingt der zweite Roman, der von Abbi Waxman bisher herauskam, nicht ganz so gut wie der erste, aber vielleicht und hoffentlich folgt da noch ein bisschen was. Ich für meinen Teil empfehle Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen gerne weiter.