Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Das blaue Karfunkel von Sir Arthur Conan Doyle

In der Kurzgeschichte das blaue Karfunkel von Sir Arthur Conan Doyle werden Holmes eine Gans und ein alter Hut gebracht, mit deren Hilfe er herausfinden möchte, wer der Besitzer der Gans war, denn in dieser wurde ein blauer, funkelnder Diamant gefunden. Watson ist sich sicher, dass nicht einmal sein genialer Freund, herauszufinden vermag, wer der Besitzer des Hutes war. Doch da hat sich Watson getäuscht, denn Holmes hat schon herausgefunden, dass der Besitzer früher einmal Geld gehabt hatte, in den letzten drei Jahren aber recht herunter gekommen ist. Er ist außerdem ein kluger Mann, denn der Zylinder ist recht groß und es sind blaue Tintenflecken darauf. Außerdem werden auf dem Hut die Initialen HB gefunden. Watson und Holmes schreiben aus, dass sie einen Hut und eine Gans gefunden haben, und sich der Besitzer bei ihnen melden soll. Der Mann, Henry Baker, kommt zu ihnen und nimmt den Hut und die neue Gans entgegen. Als Holmes ihm sagt, dass die eigentliche Gans gegessen wurde und dies nur ein Ersatz ist, damit die andere Gans nicht verdirbt, ist der Mann damit sofort einverstanden, sodass sie ahnen, dass er von dem blauen Diamanten nichts wusste. Von ihm wissen sie, wo er die Gans herhat, sodass sie sich auf die Spur des Diamanten machen. Dieser wusste anscheinend auch nichts von dem Diamanten, sagt ihnen aber – nachdem Holmes ihn überlistet hat – von welchem Hof er die Gänse hat. Holmes und Watson finden heraus, dass der Bruder der Gänsewirtin ihm eine Gans versprochen hat. Er kam kurz bevor die Gänse abgeholt wurden zu ihr und versteckte einen Stein in einer der Gänse; diese wurde aber unmittelbar danach abgeholt, sodass der Stein verschwunden war. Der junge Mann, Ryder, muss sich die Gans zurückholen, wird aber von Holmes gestellt. Sherlock Holmes sagt dem jungen Mann, dass er ihn, da dieser um Gnade bittet, verschont und keine Anzeige bei der Polizei erstattet, allerdings müsse der Stein zurückgegeben werden.

Diese Kurzgeschichte spielt hauptsächlich in der Wohnung von Sherlock Holmes. Er bekommt den Hut und die Gans und findet dabei den Edelstein, sodass er nun herausfinden möchte, wem dieser Hut und die Gans und damit vielleicht auch der Edelstein gehörte. Da es sich dabei um Diebesgut handelt, ist es schon wichtig, dass dieser zurück zu seinem Besitzer findet. Erst im zweiten Teil der Geschichte machen sich Holmes und Watson auf den Weg um den Fall genauer zu untersuchen, da sie die Informationen, die ihnen zugetragen worden waren, bereits verarbeitet hatten und ihre Schlüsse daraus gezogen hatten. Um weiterzukommen, müssen sie neue Informationen sammeln.

Was mich massiv gestört hat, an dieser Geschichte, war die Unwahrscheinlichkeit. Natürlich gab es Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht so viele Menschen in London, aber es werden dennoch so viele gewesen sein (laut Wikipedia etwa 6,7 Mio. am Ende des 19. Jahrhunderts), dass man nicht alle Einwohner kennen konnte und dass es schwierig ist überhaupt einen anhand von ein paar Hinweisen, die ein Hut einem offenbar, zu finden. Diese Ungereimtheit gefiel mir gar nicht und ich habe mich wirklich daran gestört, weil Holmes durch so etwas immer wirkt wie ein Zauberer.

Weiterhin gefällt es mir nicht so gut, dass Holmes seine eigenen Regeln macht. Er hält sich nicht an Recht und Gesetz und lässt den Dieb hier wieder nicht verhaften; natürlich kann ich seine Beweggründe verstehen, aber ich empfinde es als willkürlich und deshalb finde ich es schwer, dieses Haltung zu unterstützen

Insgesamt bringt Das blaue Karfunkel von Sir Arthur Conan Doyle eine gekonnte Mischung aus Informationen sammeln und Informationen verwerten, allerdings fehlte mir die Plausibilität ein bisschen, sodass ich diese Geschichte eher schwächer finde und somit nicht wirklich weiterempfehlen kann.

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Der Mann mit der Schramme von Sir Arthur Conan Doyle

In der Geschichte Der Mann mit der Schramme von Sir Arthur Conan Doyle wird Dr. Watson von einer Freundin seiner Frau darum gebeten, ihr ihren Mann zurückzuholen. Watson fährt um ihren Mann aus einer dubiosen Opiumhöhle zu holen und findet dabei nicht nur ihn, sondern auch seinen Freund Sherlock Holmes. Holmes erzählt ihm, nachdem sie die Opiumhöhle verlassen haben, von einem neuen Fall, an dem er gerade arbeitet. Eine Frau hat ihn engagiert damit er nach ihrem Ehemann sucht. Sie hat gesehen wie er an einem Fenster oberhalb der Opiumhöhle stand, einen Schrei von sich gab und dann nach hinten weggezerrt wurde. Sie wollte zu ihm, wurde aber nicht durchgelassen und als sie wenig später mit Polizisten wiederkommt, ist ihr Mann verschwunden, nur seine Klamotten sind noch dort. Nachdem die Polizei nichts erreichen kann, geht man davon aus, dass ihr Mann tot ist und von dem Bettler, der in dem Zimmer wohnt, in dem die Kleidung ihres Mannes gefunden wurde, ermordet wurde. Obwohl man dem Mann nichts beweisen kann, wird er verhaftet. Holmes und Watson, im Haus der Klientin angekommen, begeben sich relativ schnell, nachdem die Frau ihnen erzählte, dass sie an diesem Tag einen Brief ihres Mannes bekam, dass alles gut würde und sie sich nicht sorgen solle, in ihr Zimmer. Watson geht schlafen und Holmes macht sich ans Nachdenken. Am nächsten Morgen noch sehr früh lassen die beiden anspannen und fahren auf die Polizeiwache, in der der Bettler festgehalten wird. Schnell haben sie aufgedeckt, dass dieser Bettler niemand anderes als Neville St Clair, der Vermisste und totgeglaubte Ehemann der Klientin. Neville löst in der Gefängniszelle sitzend vor dem Polizisten, Holmes und Watson seine Geheimnisse auf, darf danach allerdings zurück zu seiner Frau, denn für das Verbrechen, für das er verhaftet wurde, kann er nun nicht mehr belangt werden.

Die Geschichte fängt bei Dr. Watson, der von einer Freundin seiner Frau beauftragt wird, ihren Mann zu finden, an. Ging dann über in die Opiumhöhlenszene, sodass von dort aus in den Fall übergeleitet werden kann. Mir persönlich war es ein zu großer Zufall, dass Dr. Watson rein zufällig an dem Abend in der Opiumhöhle war, an dem auch Holmes dort war um seinen Fall zu lösen. Und interessanterweise schafft er es erst mit Watson an seiner Seite den Fall dann auch zu knacken. Schade war auch, dass darauf am Ende nicht mehr Bezug genommen wird – also auf den Mann der Freundin. Dieser Teil der Geschichte wirkt somit total gestellt und konstruiert und passt nicht in die sonst sehr gut durchdachten Geschichten von Doyle.

Ansonsten hat Watson auch hier keine tragende Rolle. Er schläft während sein Freund den Fall löst, war am Anfang des Falles nicht mal dabei und ist etwa 12 Stunden in ihn involviert, danach ist er dann auch schon gelöst. Holmes hingegeben arbeitete einige Tage an diesem Fall und wenn man sich die Auflösung ansieht, wundert es mich, dass er nicht früher auf die Lösung kam, schließlich gab es nicht allzu viele Verdächtige und damit auch nicht allzu viele Lösungsmöglichkeiten.

Zu den anderen Figuren bekommt man in dieser Geschichte keinen richtigen Zugang, wobei man für die Klientin Holmes‘ und auch Watsons ein gewisses Mitleid bekommt, aber auch für den Ehemann, Neville St Clair, kann man Mitleid bekommen. Aber diese einseitige emotionale Reaktion macht noch keine richtig spannende Geschichte aus.

Insgesamt empfand ich Der Mann mit der Schramme von Sir Arthur Conan Doyle als keine schlechte, aber leider auch nicht als besonders gute Geschichte von diesem Autor, sodass ich sie zwar weiterempfehle, aber auf die besseren – hier bereits rezensierten und hier weiterhin rezensiert werdenden – Geschichten verweise.

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Die fünf Apfelsinenkerne von Sir Arthur Conan Doyle

In dieser Kurzgeschichte Die fünf Apfelsinenkerne von Sir Arthur Conan Doyle geht es um John Openshaw, der mit seiner Geschichte zu Holmes kommt. Openshaw hat etwas sehr seltsames erlebt. Er wuchs einige Jahre bei seinem Onkel auf, welcher schon immer ein wortkarger, stoffeliger Mann war, der aber als er eines Tages einen Brief bekommt, noch zurückgezogener lebt. Er bekommt einen Briefumschlag, aus dem fünf Apfelsinenkerne fallen, innen stehen drei Buchstaben: KKK. Der Onkel geht in sein Zimmer und verbrennt eine Unmenge an alten Unterlagen, welche niemals von jemandem eingesehen werden durften. Erst einige Wochen später hat er einen verhängnisvollen Unfall. Er stirbt und sagt seinem Neffen zuvor noch, dass er seinem Bruder alles vermacht, wenn dieser aber auch stirbt, solle er sich hüten das Erbe seines Vaters anzunehmen. Sein Bruder bekommt das Erbe und nimmt es an. Einige Wochen später, bekommt auch er einen seltsamen Brief, welchen er allerdings nicht sonderlich ernst nimmt. Auch in diesem Brief sind fünf Apfelsinenkerne und innen stehen die drei Buchstaben: KKK. Auch John Openshaws Vater stirbt kurz darauf bei einem mysteriösen Unfall. Auch John Openshaw nimmt das Erbe an. Für Monate bleibt er unbehelligt, aber irgendwann bekommt auch er einen Brief mit fünf Apfelsinenkernen. Außerdem bekommt er den Hinweis, dass er die Unterlagen auf die Sonnenuhr im Garten legen soll. Da aber von den Unterlagen nicht mehr viel übrig bleibt, hat er nur ein Blatt, das er auf die Sonnenuhr legen könnte. Er kommt also zu Sherlock Holmes nachdem auch ihn solch ein Brief erreicht hat, allerdings erst Tage später. Holmes ist schockiert, dass Openshaw so spät zu ihm kam. Er legt ihm nahe, auf dem Heimweg vorsichtig zu sein. Am nächsten Morgen möchte er seine Ermittlungen aufnehmen. Watson teilt ihm mit, dass Openshaw tot aus dem Fluss gezogen wurde. Holmes ist wütend, er lässt nach Amerika telegraphieren, wo die Mörder herkommen, allerdings kommt das Schiff, das von England nach Amerika unterwegs war, dort niemals an, sodass die Mörder ihrer gerechten Strafe nicht mehr zugeführt werden können. Holmes wertet den Mord an Openshaw als persönliche Beleidigung, da dieser mit seiner Angelegenheit zu ihm kam.

In dieser Kurzgeschichte geht es um Mord, allerdings kommt der Klient erst zu Holmes, als er bereits eine Todesdrohung erhalten hat. Davor gab es allerdings schon zwei Morde, die als Unfälle getarnt worden waren, sodass es Holmes nicht gerade leicht hat, diesen Fall noch rechtzeitig zu lösen. Was ich nicht richtig verstanden habe, war, dass er Openshaw einfach so nach hause schickt, obwohl dieser einen recht weiten Heimweg hat, statt ihm anzubieten, dass er die Nacht bei ihm hätte verbringen können, sodass er ihn hätte schützen können oder Openshaw zumindest nicht in einen Unfall hätte verwickelt werden können. Stattdessen schickt er jemanden heim, der in Lebensgefahr schwebt. Man versteht also, warum sich Holmes hinterher große Vorwürfe macht.

In dieser Geschichte geschieht insgesamt sehr wenig, denn hauptsächlich besteht diese Geschichte aus einem recht langen Intro, in welchem Watson von der Situation der Geschichte berichtet, nämlich, dass diese Geschichte einer der seltsamsten Dinge war, die ihnen jemals passiert sind. Weiterhin funktioniert diese Geschichte sehr viel über das Gespräch, das Holmes, Watson und Openshaw miteinander führen und so passiert relativ wenig während dieser Geschichte, obwohl sie wirklich sehr seltsam ist und Holmes dennoch mit wenigen Anstrengungen hinter die Geheimnisse dieser mysteriösen Botschaften kommt.

Insgesamt ist die Geschichte Die fünf Apfelsinenkerne von Sir Arthur Conan Doyle wohl eine der mysteriösesten Geschichten, und gleichzeitig auch die bisher mordreichste der Kurzgeschichten, weshalb ich diese Geschichte auch empfehlen möchte, ist die Tatsache des Rätsels und dass Holmes den jungen Openshaw hätte retten können. Insgesamt ist Die fünf Apfelsinenkerne also eine interessante Geschichte von Doyle, aber dennoch nicht das Meisterwerk schlechthin.

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Der geheimnisvolle Mord im Tal von Boscombe von Sir Arthur Conan Doyle

In der vierten Kurzgeschichte Der geheimnisvolle Mord im Tal von Boscombe dieses Sammelbandes von Sir Arthur Conan Doyle geht es um eine junge Frau, die Sherlock Holmes und damit auch Dr. Watson in das Boscombe Tal bittet. Ein Freund von ihr wurde verhaftet, weil die Polizei vermutet, dass er seinen Vater umgebracht hat, aber sie glaubt fest an seine Unschuld. Nachdem Holmes auf im Zug auf dem Weg zum Ort des Geschehens erste Beweise und Zeitungsausschnitte gesichtet hat, glaubt auch er nicht mehr an die Schuld des jungen Mannes, kann dies aber natürlich noch nicht beweisen. Im Tal angekommen machen sich Dr. Watson und Holmes an die Ermittlungen und müssen zuerst einmal herausfinden, wie das Verhältnis der vier Hauptpersonen war. Die beiden Väter kennen sich von früher aus Australien, wo sie in jungen Jahren gearbeitet haben. Die Tochter des einen ist mit dem Sohn des anderen befreundet, sie sind einander zugeneigt, können sich aber nicht heiraten, weil der Sohn noch heimlich mit einer anderen Frau, die er kurzentschlossen geheiratet hatte und von der niemand etwas weiß, verheiratet ist. Als diese aber von der Verhaftung ihres Noch-Ehemannes erfährt, eröffnet sie ihm, dass sie noch mit einem anderen Mann verheiratet ist und somit gar nicht rechtmäßig mit ihm verheiratet sein kann.

Der Sohn sitzt im Gefängnis, und Sherlock Holmes ist sich nach Sichtung der Beweise und einem Gespräch mit dem jungen Mann sicher, dass dieser unschuldig ist und hat auch schon einen Verdacht, wer der Mörder war. Einige Indizien sprechen nämlich gegen den Sohn, allerdings bringen diese die Polizei eher dazu, den Sohn, James McCarthy, für den Mörder zu halten.

Holmes bittet den wahren Mörder zu sich, da er meint, dass ein Besuch bei dem Mann, zu viel Aufsehen erregen würde. Der Mörder gesteht und erklärt ihm auch die Umstände des Mordes, sodass Holmes sich entschließt, der Polizei nichts zu verraten. Er bittet den Mörder aber, ein Geständnis zu unterzeichnen, sodass dieses dem Gericht vorgelegt werden kann, falls James McCarthy der ja immer noch unschuldig im Gefängnis sitzt, verurteilt werden sollte.

Ja, endlich ein Mord! Okay, eine Rezension so anzufangen, mag vielleicht komisch sein, aber endlich haben sich meine Klischees über Sherlock Holmes bewahrheitet. Sherlock Holmes wird an einen Tatort gerufen, oder vielmehr an einen ehemaligen Tatort, denn er wird nicht direkt von der Polizei bestellt, denn die glaubt, dass sie den wahren Täter schon geschnappt hat, sondern von einer Freundin des Inhaftierten, sodass er den Tatort am See mit Watson und dem Polizisten im Nachhinein begehen muss. Interessanterweise findet er dennoch einige Spuren am Tatort, da er nicht geregnet hat seit dem Mord. Natürlich wurden viele Beweise und Spuren niedergetrampelt als der Tote gefunden wurde.

Sherlock Holmes hat wirklich ein beeindruckendes Allgemeinwissen und manchmal lässt mich gerade diese Tatsache innehalten, denn ich finde, es ist sehr unrealistisch, dass Holmes so viel wissen kann und solche Deduktion durchführen kann, ohne mehr zu wissen. Natürlich braucht man genaues Hinsehen und man muss viele Spuren zu deuten wissen, aber ich finde es seltsam, dass es immer nur eine mögliche Erklärung für eine Spur gibt. Dies wirkt also alles relativ phantastisch.

Ein bisschen enttäuscht war ich am Ende von Sherlocks Verhalten. Man hat bei ihm manchmal das Gefühl, dass er sich auch nicht nach Recht und Ordnung verhält, sondern so wie er es für richtig hält. Natürlich würde es der Tochter weh tun, wenn sie erführe, wer der Mörder wäre, aber andererseits liegt das nicht in der Verantwortung Holmes‘.

Insgesamt hat mir Der geheimnisvolle Mord im Tal von Boscombe von Sir Arthur Conan Doyle aber gut gefallen, auch wenn man hier wieder einige Motive findet, die man schon in den Geschichten zuvor gefunden hat.

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Ein Fall geschickter Täuschung von Sir Arthur Conan Doyle

In der dritten Kurzgeschichte „Ein Fall geschickter Täuschung“ von Sir Arthur Conan Doyle geht es um eine junge Frau, Mary Sutherland, die zögernd Sherlock Holmes aufsucht. Sie vermisst ihren Bräutigam. Die beiden Männer, Dr. Watson und Sherlock Holmes, haben zuerst einen Eheschleicher im Verdacht, doch Mary erzählt, dass sie ihren Verlobten gar nicht geheiratet hat. Sie schildert wie sie den jungen Mann kennen gelernt hat. Sie war öfter mit ihm spazieren, allerdings immer während ihr Stiefvater auf Reisen war. Ihre Mutter hatte ihre Treffen mit dem zuvor unbekannten Mann unterstützt und obwohl die beiden Frauen den Mann kaum kennen, darf Mary sich weiter mit ihm treffen und die Mutter setzt sich sogar für eine baldige Hochzeit ein, da sie nicht will, dass ihr zweiter Ehemann etwas von der Heirat mitbekommt. Wenn seine Stieftochter verheiratet ist, kann der Mann nichts mehr gegen die Hochzeit einwenden.

Als am Hochzeitstagmorgen die Kutscher vor der Kirche hält, ist diese leer. Der Kutscher ist verdattert und kann sich nicht erklären wo sein Fahrgast verschwunden ist und auch Mary und ihre Mutter sind verwirrt. Mary meint, dass ihr Verlobter, wenn er nur an ihr Geld gewollt hätte, es ja leicht gehabt hätte, sie einfach zu heiraten aber so hatte sie ihm gelobt, denn er war am Morgen vor der Kutschfahrt seltsam gewesen und hatte sie gebeten, egal was da kommen möge auf ihn zu warten, dass sie auf ihn warten möge. Sherlock Holmes hat einen Verdacht, denn ihm ist relativ bald klar, wer der Einzige ist, der etwas von diesem seltsamen Verlobten gehabt hätte. Solange Mary unverheiratet ist, hat ihr Vater die Gewalt über ihr Vermögen. Sie lebt derzeit von ihrem Gehalt als Schreibmaschinenschreiberin. So kann ihr Stiefvater über ihr Vermögen schalten und walten und so hatte er mit Marys Mutter gemeinsam den Plan gefasst, Mary einen Verlobten vorzusetzen in den sie sich verliebt und der sie kurz vor der Hochzeit aber mit dem Versprechen, dass sie auf ihn warten würde, sitzen lässt. Jetzt kann Mary lange warten, denn ihr Verlobten wird nicht zurückkehren und somit hat ihr Stiefvater weiterhin die Gewalt über das Geld. Dieser Stiefvater, James Windibank, hatte sich als der Mann, Hosmer, in den sich Mary verliebt hat, ausgegeben.

Holmes beschließt aber, obwohl er das Verschwinden von Hosmer aufklären konnte, dass Mary über diesen Verlust auch ohne sein Zutun hinwegkommt, denn er weiß, dass diese Geschichte einfach viel zu unglaublich ist, als dass sie ihm glauben würde.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich am Anfang ein bisschen enttäuscht war, denn auch die dritte Geschichte des Sammelbandes enthält keinen Mord. Dafür sucht eine junge Frau nach ihrem Verlobten. Irgendwann ist natürlich klar, wie sich alles zugetragen haben muss, schließlich gibt es eigentlich nur eine Erklärung, denn es spielen nur wenige Charaktere eine Rolle in dieser Geschichte. Aber irgendwie war die Erklärung dennoch nicht so wirklich befriedigend, weil sie einfach total unwahrscheinlich ist. Nicht nur die Tatsache, dass Marys Stiefvater, James, ihr so etwas antun kann und davon einmal abgesehen, wie kann die eigene Mutter der Tochter so etwas antun? Das ist doch einfach nur falsch. Ich meine, klar, dass man den Ehemann unterstützten will, aber wenn der so etwas macht, dann darf man ihn als Ehefrau einfach mal nicht unterstützten.

Wie dem auch sei, das Ende dieser Geschichte hat mir überhaupt nicht gefallen, denn es stellte Mary Sutherland als kleines, naives Frauchen da, das sich nicht nur von einem Mann, dem sie eigentlich vertrauen können sollte, hat täuschen lassen, sondern auch als eine zerbrechliche Puppe, der man die Wahrheit über ihren Stiefvater und ihre Mutter nicht sagen kann, weil sie sonst zusammenbrechen würde.

Insgesamt mochte ich diese Kurzgeschichte Ein Fall geschickter Täuschung von Sir Arthur Conan Doyle weniger gerne, sodass ich sie leider nicht weiterempfehlen kann.

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Der Bund der Rothaarigen von Sir Arthur Conan Doyle

In dieser Kurzgeschichte kommt Mr. Wilson, der neue Klient, zu Sherlock Holmes. Dr. Watson kommt dazu, nachdem Holmes und Wilson schon ein paar Minuten miteinander sprachen. Mr. Wilson hat feuerrotes Haar und kommt zu Holmes nachdem er im Bund der Rothaarigen aufgenommen worden war. Der Bund bezahlt einen Mann dafür, dass dieser ihnen die Enzyklopädie abschreibt. Wilson ist zwar Pfandleiher, aber da in den Morgenstunden dort nicht allzu viel zu tun ist, hat er nichts dagegen sich ein Zubrot zu verdienen indem er morgens für den Bund arbeitet. Er kommt also zur Bewerbung und wird, obwohl sich sehr viele andere Rothaarige auch beworben haben, sofort genommen. Und gleich wird ihm seine Aufgabe erklärt. Anfangs kommt sein Betreuer noch öfter und schaut, ob alles gut funktioniert, mit der Zeit kommt er seltener und schlussendlich dann gar nicht mehr, sodass Mr. Wilson jeden Morgen ein paar Stunden alleine dort sitzt um seine Arbeit zu verrichten. Doch eines morgens kommt er zu seiner Arbeitsstelle und an der Tür steht ein Schild: Der Bund der Rothaarigen ist aufgelöst. Mr. Wilson verwirrt das, da man ihm davon nichts mitgeteilt hat, sodass er sich mit der Zeitungsannonce für die Stelle und seiner Geschichte zu Holmes macht. Dieser hat schon einen Verdacht und schaut sich den Gehilfen, der im Geschäft ist, während Wilson beim Bund der Rothaarigen war, einmal genauer an und findet dabei raus, dass dieser irgendwie komisch ist, außerdem ist neben dem Geschäft eine Bank und so kontaktiert er den Bankdirektor und einen bekannte Polizisten, mit denen er sich in der folgenden Nacht auf die Lauer legt und gemeinsam gehen ihnen zwei Mäuschen ins Netz.

Der Bund der Rothaarigen gehört zu den bekannteren Kurgeschichten dieses Bandes, und obwohl ich den Titel kannte, wusste ich nicht, welche Geschichte sich dahinter verbirgt, deshalb bin ich ziemlich ohne Erwartungen herangegangen. Aber nachdem schon in der ersten Kurzgeschichte keine Leiche vorkam, hatte ich hier wenigstens auf eine gehofft, aber dafür gab es wenigstens ein echtes Verbrechen. Dieses Mal fand ich es aber nicht so schwierig herauszubekommen, was sich hinter dem Verhalten von Holmes und des Gehilfen aus dem Pfandleihhaus verbirgt, sodass es mir ab einem gewissen Punkt sogar gelang, den Fall zumindest in den Grundpfeilern zu rekonstruieren. So etwas mag ich ja immer recht gerne, wenn man als Leser dazu in der Lage ist, herauszufinden, wer der Täter ist oder wie das Verbrechen abgelaufen ist.

Aber von meinem Gesamtgefühl mochte ich diese Geschichte nicht so gerne, da man dabei weder Sherlock Holmes noch Dr. Watson näher kennenlernt. Das fand ich sehr schade. Aber ich hoffe darauf, dass man die beiden in den nächsten Kurzgeschichten noch besser kennenlernt.

Die Raffinesse, mit der in dieser Kurzgeschichte in diesem Band agiert wird, gefiel mir wirklich gut. Ich fand es total spannend, dass jemand sich so eine verworrene Geschichte ausdenkt um an sein Ziel zu kommen, wobei natürlich zu erwarten war, dass man Mr. Wilson nicht zum Selbstzweck um einfach mal nett zu ihm zu sein, im Bund der Rothaarigen aufgenommen hat, aber natürlich war die genaue Geschichte dann doch überraschend und zumindest bis zu einem gewissen Grad, nicht vorhersehbar.

Alles in allem fand ich diese Kurzgeschichte Der Bund der Rothaarigen von Sir Arthur Conan Doyle lesenswert und empfehle sie deshalb weiter.

Adventskalender 2019 ·Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O von Sir Arthur Conan Doyle

Zu Beginn der Geschichte Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O von Sir Arthur Conan Doyle werden Dr. Watson und Sherlock Holmes vorgestellt. Die beiden sind Kollegen und muten beinahe als Freunde an. Die Geschichte wird aus der Sicht des Dr. Watson erzählt, welcher zu diesem Zeitpunkt schon verheiratet ist. Mit einem seltsamen Briefchen kündigt sich ein neuer Klient an, der angibt, dass er Sherlock Holmes darum bittet, es ihm nachzusehen, dass er sich nur mit einer Maske zu ihm wagt. Unten hält eine Kutsche und bald darauf, kommt ein junger Mann, mit einer Maske vor dem Gesicht in das Zimmer, in dem Holmes und Watson warten. Holmes hatte bereits geschlossen, dass es sich bei diesem geheimnisvollen Klienten wohl um den Fürsten von O handeln müsse, da das Briefpapier geprägt war. Der Fürst nimmt die Maske ab und schildert dem Detektiv und dessen Vertrauten sein Problem: Er habe vor einiger Zeit etwas mit der Schauspielerin Irene Adler gehabt, nun habe er sich anderweitig verlobt und wolle eine Fotografie, die Fräulein Adler in ihrem Besitz hat, wieder zurück. Fräulein Adler ist weder gewillt sie ihm zurückzugeben, noch konnten Einbrecher und Diebe es aus ihrem Besitz entwenden. Nun ist Holmes seine letzte Hoffnung, denn Fräulein Adler hatte angekündigt, seiner neuen Verlobten das Bild zu schicken. Damit wäre die Verlobung aber hinfällig, sodass dies um jeden Preis abgewendet werden muss. Holmes versucht zuerst einmal etwas über Fräulein Adler herauszufinden, also verkleidet er sich und hilft den Bediensteten der Straße, sodass er über deren Gespräche erfährt, dass Fräulein Adler wohl einen Mann trifft. Später verfolgt er Fräulein Adler und ihren Verlobten zu einer Kirche, wo er als Trauzeuge der Hochzeit beiwohnt, da diese sehr kurzfristig über die Bühne gebracht werden muss. Am nächsten Tag kehrt er mit Watson zur Wohnung der Dame zurück, draußen lässt er sich auf eine Schlägerei ein. Watson hat unterdessen den Auftrag zu warten bis Holmes ihm von innen ein Zeichen gibt. Holmes wird von Fräulein Adler in ihr Haus gebeten, damit man sich um ihn kümmern kann. Dieser sorgt dafür, dass das Fenster geöffnet wird, sodass Watson eine Rauchgranate hineinwerfen kann. Irene zeigt ihm, da sie glaubt, dass es brennt, wo sich das Bild befindet. Holmes und Watson verschwinden und wollen am nächsten Tag zurückkehren um das Bild zu holen. Allerdings stellt sich am nächsten Morgen durch einen Brief Fräulein Adlers heraus, dass sie wusste, dass er Holmes war, und dass sie mit ihrem Verlobten aus London geflohen ist und niemals zurückkehren wird. Der Fürst brauche sich unterdessen keine Sorgen um das Bild zu machen, sie würde es ihm zwar nicht zurückgeben, aber es gut verwahren und nicht seiner Verlobten zeigen, da sie selbst neu verliebt sei. Mit diesem Versprechen gibt sich das Fürst zufrieden und lässt Irene ziehen, womit die Skandalgeschichte im Fürstentum O endet.

Ich muss sagen, dass man ja schon ein bisschen was kennt von Sherlock Holmes, aber dass man den genauen Inhalt meistens nicht parat hat, vor allem von den eher unbekannteren Stücken – und ich kannte die Skandalgeschichte im Fürstentum O bisher noch nicht. Aber ich finde die Einleitung indem man erst einmal ein bisschen etwas von Holmes und Watson erfährt und von ihrer Beziehung zueinander und dann sanft in die Geschichte eingeführt wird, indem Holmes schon ein bisschen was geschlussfolgert hat und das seinem Freund schon mal erzählt bevor der Klient kommt, praktisch, denn so lässt sich der Leser gut in die Szenerie einführen.

Für die damaligen Verhältnisse war diese Liebesgeschichte zwischen einem Fürsten und der Schauspielerin sicherlich ein Skandal, wobei dieser natürlich für den heutigen Leser nicht mehr so offensichtlich ist. Schade fand ich dabei, wobei man natürlich auch hier den historischen Kontext betrachen muss, dass der Fürst sich für Irene zu interessieren scheint, er meint selbst, dass sie eine gute Fürstin geworden wäre, wenn sie von seinem Stand wäre, er sie aber dennoch nicht heiraten möchte.

Die Darstellung der klugen Frau, die es sogar schafft Sherlock Holmes auszutricksen ist auf jeden Fall interessant und darf auch gerne weiter untersucht und interpretiert werden, denn am Ende kriegt Holmes sogar ein Bild von der Dame geschenkt, sodass sie ihn fasziniert und sich Holmes dagegen auch nicht zu wehren scheint. Was ich hingegen nicht verstehe, ist, warum Irene Adler auf einmal einen anderen Mann heiratet, den sie auch noch zu lieben angibt und dann noch mit ihm die Stadt verlässt. Auch weshalb die beiden wohl noch bis 12 Uhr mittags heiraten mussten, verstehe ich nicht, denn das wird auch am Ende der Geschichte nicht so wirklich aufgeklärt, wobei ich es auch vielleicht einfach nicht verstanden habe, wobei ich eher vermute, dass es wirklich nicht erwähnt wurde.

Alles in allem ist Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O von Sir Arthur Conan Doyle nicht das, was ich mir unter den Sherlock Holmes-Geschichten vorgestellt hatte, wenngleich die unvergleichliche Gabe des berühmten Detektiv in dieser Geschichte ausgezeichnet zur Geltung kommt und diese deshalb gerne gelesen werden kann, auch wenn sie anders ist als erwartet.

Ankündigungen ·Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Erster Post Blogprojekt Sherlock Holmes

Hallo ihr Lieben,

gerade erst habe ich mein altes Blogprojekt verabschiedet und schon startet das nächste: Sherlock Holmes! Das geht hier ja wie `s Brezelbacken. Agatha Christie schreibt Krimis und demnach auch Krimikurzgeschichten, so habe ich die letzten Jahre mit diesen Kurzgeschichten von der Autorin und speziell mit Miss Marple verbracht, aber es gibt ja auch noch einen anderen nicht minderbekannten Krimiautor: Sir Arthur Conan Doyle

Sir Arthur Conan Doyle ist 1859 geboren und starb 1930, und seine bekannteste Reihe sind die Geschichten von Sherlock Holmes und dessen besten Freund Dr. John Watson, aber es gibt auch noch andere Werke des Autors. Es gibt vier Romane (Eine Studie in Scharlachrot, Das Zeichen der Vier, Der Hund von Baskerville und Das Tal der Angst), und außerdem noch 56 Kurzgeschichten in verschiedenen Bänden (Die Abenteuer des Sherlock Holmes (12), Die Memoiren des Sherlock Holmes (11), Die Rückkehr des Sherlock Holmes (13), Seine Abschiedsvorstellung (8) und Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle (12)). Schon seit Jahren lese ich Sherlock Holmes-Geschichten; mal mehr und mal weniger intensiv und so habe ich mir überlegt, dass diese Geschichten das nächste große Blogprojekt sein könnten. In den folgenden Wochen und Monaten werde ich also die Sherlock Holmes-Kurzgeschichten rezensieren und zwar an der Stelle, an der es bisher jeden Monat eine Agatha Christie-Geschichte gab d.h. am 2. Sonntag des Monats. Ich hoffe ihr freut euch genauso sehr über dieses Projekt wie ich. Und nun ohne weitere Vorrede eine Auflistung aller Geschichten, die ich in diesem Projekt behandeln werde:

Die Abenteuer des Sherlock Holmes (12/12)

  1. Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O.
  2. Der Bund der Rothaarigen
  3. Ein Fall geschickter Täuschung
  4. Der geheimnisvolle Mord im Tal von Boscombe
  5. Fünf Apfelsinenkerne
  6. Der Mann mit der Schramme
  7. Die Geschichte des blauen Karfunkels
  8. Das getupfte Band
  9. Der Daumen des Ingenieurs
  10. Die verschwundene Braut
  11. Die Geschichte des Beryll-Kopfschmuckes
  12. Das Landhaus in Hampshire

Die Memoiren des Sherlock Holmes (11/11)

  1. Silberstrahl
  2. Das gelbe Gesicht
  3. Eine sonderbare Anstellung
  4. Holmes’ erstes Abenteuer
  5. Der Katechismus der Familie Musgrave
  6. Die Gutsherren von Reigate
  7. Der Krüppel
  8. Der Doktor und sein Patient
  9. Der griechische Dolmetscher
  10. Der Marinevertrag
  11. Das letzte Problem

Die Rückkehr des Sherlock Holmes (13/13)

  1. Im leeren Haus
  2. Der Baumeister von Norwood
  3. Die tanzenden Männchen
  4. Die einsame Radfahrerin
  5. Die Entführung aus der Klosterschule
  6. Der schwarze Peter
  7. Sherlock Holmes als Einbrecher
  8. Die sechs Napoleonbüsten
  9. Die drei Studenten
  10. Der goldene Klemmer
  11. Der vermisste Fußballspieler
  12. Der Mord in Abbey Grange
  13. Der zweite Blutflecken

Seine Abschiedsvorstellung (2/8)

  1. Die gestohlenen Unterseebootszeichnungen
  2. Der sterbende Sherlock Holmes

 

Insgesamt werde ich also 38 von 56 Geschichten von Sherlock Holmes hier besprechend und werde mich dabei mit den ersten drei Sammelbänden auseinandersetzen, der vorletzte Sammelband spielt nahezu keine Rolle (lediglich zwei Geschichten werde ich aus diesem lesen) und der letzte Band spielt gar keine Rolle. Vielleicht habt ihr es bereits erraten: Ich lese die Sammelausgabe aus dem Anaconda Verlag.

Da es so viele Geschichten sind, wird sich das Projekt einige Zeit hinziehen und vielleicht werde ich dann auch den Rhythmus mal verändern, damit wir keine drei Jahre an dem Projekt arbeiten. Und nun: Viel Spaß damit!

Liebe Grüße

Vanessa