Bevor ich dich sah von E. Houghton ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Bevor ich dich sah von Emily Houghton

Bevor ich dich sah ist ein Roman von Emily Houghton, in dem Alice und Alfie sich im Krankenhaus kennenlernen.

Alice ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die eigentlich nichts anderes kennt als ihre Arbeit. Sie arbeitet viele Stunden am Tag und hat keinen Kontakt zu ihrer Familie, hat praktisch keine Freunde und hat auch zu ihren Kolleg:innen keinen engeren Kontakt. Als sie eines Nachts bei der Arbeit an ihrem Schreibtisch einschläft, wird sie von einem Feuer überrascht. Der einzige Kollege, mit dem sie mehr Kontakt hat, rettet sie aus den Flammen. Mit schweren Verletzungen kommt Alice ins Krankenhaus, schweigt dort aber die ersten Wochen und verkriecht sich in sich selbst.

Alfie ist mit zwei Freunden auf einer Hochzeit gewesen und fährt mit ihnen noch am späten Abend nachhause. Der Fahrer war zwar nüchtern, aber er lässt sich von seinen beiden Mitfahrern ablenken und kann so dem entgegenkommenden Auto nicht ausweichen. Alfie überlebt schwer verletzt, verliert aber sein Bein. Er ist eigentlich jemand, der immer gute Laune verbreitet und so ist er mit allen Leuten auf seinem Zimmer gut befreundet bis die Neue einzieht. Alice ist für ihn nur eine Stimme hinter einem Vorhang, denn aufgrund ihrer Verletzungen traut sie sich nicht raus.

Nach und nach verliebt er sich in sie, was sie ihm aber nicht glaubt, denn er kennt sie ja noch gar nicht und weiß auch nicht wie schlimm ihre Verbrennungen sind. Wie sollte er sie lieben, wenn sie aussieht wie ein Monster?

Beide tauschen sich immer wieder über Vergangenheit aus und so erfahren wir nicht nur von der Nacht, in der Alice ihre Verbrennungen erlitt, sondern auch von dem Unfall, bei dem Alfies beste Freunde starben. Wir erfahren aber auch von Alfies Kindheit und dass er seinen Vater nicht kennenlernte, weil er vor seiner Geburt starb und von Alice‘ tragischer Kindheit, weil sie ihren Zwillingsbruder schon in jungen Jahren verlor, wofür sie ihre Eltern verantwortlich machten.

Nach einigen Wochen merkt Alice, dass sie ihr Handy seit dem Unfall nicht mehr gesehen hat, und schaltet es wieder ein. Ihre beste Freundin sucht bereits panisch nach ihr und hat auch schon herausgefunden, dass Alice einen Unfall hatte und schwere Verbrennungen davon getragen hat. Sarah lebt mit ihrem Mann in Australien, bereitet aber sofort einen Flug nach England vor, um ihrer Freundin zumindest für einige Tage beizustehen. Im Krankenhaus hilft sie Alice so gut sie kann und lernt auch Alfie kennen. Sarah merkt schnell, dass Alfie tiefe Gefühle für ihre Freundin hat und versucht so beide miteinander zu verkuppeln, damit Alfie Alice zumindest als Freund beisteht, wenn sie selbst zurück in Australien ist.

Während Alfies Entlassung immer näher rückt, denkt Alice über eine weitere Operation nach, um wieder ihr altes Aussehen zurückzuerlangen. Alfie ist damit zwar nicht einverstanden, denn er weiß von den Gefahren einer solchen Operation, aber da Alice diese Operation gerne machen würde, unterstützt er sie dann doch, auch wenn er sich ziemliche Sorgen um sie macht. Während Alice also auf dem OP-Tisch liegt und auf die Intensivstation verlegt wird, wird Alfie entlassen. Und beide müssen nun alleine für sich schauen, wie sie sich durch die nächsten Wochen kämpfen.

Bevor ich dich sah von E. Houghton ·Hörbücher

Rezension: Bevor ich dich sah von Emily Houghton

Bevor ich dich sah von Emily Houghton habe ich als Hörbuch gehört, sodass ich sowohl auf den Inhalt selbst als auch auf das Medium Hörbuch eingehen werde. Das Hörbuch wurde von Milena Karas und Martin Bross gelesen.

Alice, die Protagonistin, ist ein schwieriger Charakter. Sie hat viel durchgemacht, aber ich fand ihr Verhalten auf die Dauer wirklich anstrengend. Aber sie tat mir auch leid. Ich verstehe bei solchen Romanen immer nicht, warum die Autor:in ihren Figuren so viel Leid zufügt. Ich kann nicht einmal genau erklären warum mir Alice so unsympathisch vorkam, obwohl ich sie auf vielen Ebenen verstehen konnte, aber es war einfach so.

Alfie wirkte zwar auf den ersten Blick deutlich sympathischer, aber auch sein Charakter hat mich irgendwann genervt. Ich hatte ja in der Inhaltsangabe schon beschrieben, dass er seine Freunde im Krankenhaus im Stich lässt, dass er die Schwestern nicht mehr besucht und dass er für Alice nach ihrer Operation auch nicht da ist. Ich verstehe auch, dass er sein eigenes Päckchen zu tragen hat und der Unfall ihn nicht nur körperlich, sondern auch seelisch verletzt hat, aber er benimmt sich manchmal wirklich furchtbar.

Die Idee hinter der Handlung finde ich eigentlich ziemlich gut: Eine Frau und ein Mann lernen sich kennen und verlieben sich sogar ineinander ohne sich jemals gesehen zu haben. Das war auch mein Hauptgrund warum ich das Buch gerne lesen beziehungsweise hören wollte.

Die Handlung hat sich aber sehr dahingeschleppt. Irgendwie passiert zwischendurch nicht allzu viel außer dass sie sich häufiger mal streiten. Auch das Erscheinen von Alice bester Freundin Sarah trägt zur Abwechslung bei, aber es treibt die Handlung selbst nicht voran. Man lernt auch als Hörer:in immer mehr über die Figuren, aber es bringt einem letztendlich nicht so viel. Stattdessen fand ich es eher schrecklich zu wissen wie schlecht es Alice (und teilweise auch Alfie) ergangen ist in der Vergangenheit.

Dass der Roman sehr traurig ist, damit kann man nach dem Klappentext rechnen. Zwei Menschen kommen so schwer verletzt ins Krankenhaus, dass sie einige Wochen bis Monate dort bleiben müssen. Dass die Geschichte hinter den beiden Figuren auch noch sehr traurig ist, damit hatte ich nicht gerechnet. So war der Roman deutlich trauriger als ich am Anfang gedacht hätte.

Bei dem Hörbuch zu Bevor ich dich sah handelt es sich um ein ungekürztes Hörbuch, das von zwei Sprechern eingesprochen wurde. Martin Bross spricht den männlichen Part „Alfie“, und der weibliche Part von Alice wird im Hörbuch von Milena Karas gesprochen. Die Kapitel sind im Roman auch mit den jeweiligen Namen überschrieben, sodass ich mal davon ausgehe, dass die Sprechertexte mit diesen Einteilungen übereinstimmen. So ist das Hörbuch sehr nah am Printbuch, was ich ja immer ganz schön finde. Für mich passten auch die Stimmen zu den beiden Protagonisten.

Insgesamt hat mir das Hörbuch zu Bevor ich dich sah von Emily Houghton nicht so gut gefallen. Ich fand es schade, dass am Ende so viele Fragen offen geblieben sind und Alfie und Alice eigentlich keine wirkliche Beziehung geführt haben. Auch blieb für mich am Ende offen wie das Leben der beiden eigentlich weitergeht und ob Alice einen neuen Platz für sich findet. Hier hätte gerne noch etwas mehr kommen dürfen, und dafür hätte der Roman zwischendurch noch etwas gestrafft sein dürfen, weil es sich teilweise doch schon hingezogen hat. Die beiden Sprecher haben mir aber ganz gut gefallen.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Ein Tag im Dezember von J. Silver ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Ein Tag im Dezember von Josie Silver

Ein Tag im Dezember von Josie Silver ist ein Liebesroman, der größtenteils in London spielt und die Geschichte von Laurie und ihrem Bus Boy erzählt.

An einem kalten, verschneiten Dezembertag sitzt Laurie nach ihrer ungeliebten Arbeit in einem Hotel im Bus nachhause. Als sie aus dem Fenster sieht, sieht sie einen jungen Mann an der Bushaltestelle sitzen. Sie überlegt, ob sie aussteigen und ihn ansprechen soll, aber der Bus ist so voll, dass sie es niemals pünktlich zur Tür schaffen würde. Als er sie entdeckt, lächelt er sie an und die beiden verlieben sich auf den ersten Blick ineinander. Der Bus Boy steht auf, geht Richtung Bus, aber bis er ihn erreicht ist der Bus schon weitergefahren.

Nun sucht Laurie mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Sarah nach dem geheimnisvollen Bus Boy. Sarah ist inzwischen der festen Überzeugung, dass sie den Bus Boy auch erkennen würde, wenn Laurie nicht dabei ist. Ein Jahr später, zur Weihnachtsfeier in ihrer WG, bringt Sarah ihren neuen Freund mit. Vor Laurie steht an diesem Dezembertag plötzlich ihr Bus Boy. Nun fragt sie sich wie sie reagieren soll? Soll sie Sarah die Wahrheit sagen und riskieren, dass diese die Freundschaft beendet oder die beiden ihre Beziehung beenden, obwohl sie sich doch lieben? Laurie ist in einer schrecklichen Lage und das erst recht, weil Sarah sich wünscht, dass Laurie und Jack gute Freunde werden.

Nach Jahren spricht Laurie Jack einmal darauf an, ob er sich an den Bus und diesen Tag vor vielen Jahren erinnert und er verneint, weil er es für leichter hält, obwohl er sich sehr gut daran erinnert. Er konnte damals Lauries Anblick nicht vergessen und hat lange von ihr geträumt. Als sie kurz darauf in Tränen ausbricht, küsst er sie und sie einigen sich darauf, dass dies nie geschehen ist.

Kurze Zeit später entscheidet Laurie, dass sie für ein paar Monate nach Thailand geht um das Land und die Kultur zu erkunden und um die Seele ein bisschen baumeln zu lassen. Dort lernt sie Oscar kennen, mit dem sie eine Nacht verbringt und daraufhin die restlichen Wochen in Thailand. Gemeinsam kehren sie zurück nach London, denn er stammt ebenfalls aus England und die beiden werden ein dauerhaftes Paar. Als er ihr einen Heiratsantrag macht, nimmt sie ihn an und kurz darauf heiraten die beiden.

Während ihrer Zeit als Paar, hat Jack einen schweren Unfall, wodurch er einen Teil seines Gehörs verliert, was für ihn besonders schlimm ist, weil er im Radio arbeitet. Sarah und Laurie versuchen für ihn da zu sein, aber er versinkt immer weiter in seinen Depressionen. Irgendwann findet er heraus, dass Sarah noch immer Kontakt mit einem der Ersthelfer, Luke, hat und die beiden sich sehr gut verstehen. Daraufhin trennen sich Sarah und Jack in gegenseitigem Einverständnis.

Die Beziehung zwischen Jack und Sarah und zwischen Jack und Laurie kühlt sich immer weiter ab, auch weil Jack einen Neuanfang in Edinburgh wagt. Sarah ist schon lange mit Luke zusammen als sie am Abend vor Lauries und Oscars Hochzeit erfährt, dass Jack Lauries Bus Boy war. Erzürnt und eifersüchtig lässt sie ihre beste Freundin sitzen und erscheint auch nicht zur Hochzeit.

Laurie und Oscar führen ihr Leben und sie hört weder von Sarah noch von Jack bis Sarah eines Tages zufällig in einem Café vor ihr steht. Fortan wird ihre Beziehung wieder enger und sie werden wieder beste Freundinnen. Als Luke und Sarah beschließen gemeinsam nach Australien zu gehen, ist Laurie zwar traurig, weil sie ihre Freundin vermissen wird, aber sie freut sich auch für sie. Die beiden sprechen regelmäßig über Skype und so wird Laurie in die Schwangerschaft und ersten Monate als Mutter von Sarah und Sarah in Lauries Bemühen schwanger zu werden eingebunden.

Als Oscar aber eigenmächtig die Entscheidung trifft, ganz nach Brüssel zu ziehen und von Laurie erwartet, dass sie mit ihm geht, obwohl er weiß, dass sie in der Nähe ihrer Mutter bleiben möchte nachdem diese erst vor kurzem ihren Mann verloren hat, steht Laurie plötzlich vor den Trümmern ihrer Ehe…

Ein Tag im Dezember von J. Silver ·Hörbücher

Rezension: Ein Tag im Dezember von Josie Silver

Ein Tag im Dezember ist ein Liebesroman, den ich als Hörbuch gehört habe. Der Roman von Josie Silver wird von Elmar Börger und Merete Brettschneider gelesen.

Die Geschichte passt, wie der Titel einem ja schon verrät, gut in die Weihnachts- und Winterzeit. Ich habe sie zwar jetzt im Sommer gehört, aber einige Stellen waren schon sehr stimmungsvoll weihnachtlich und da hätte es sicherlich nochmal mehr Spaß gemacht, diese auch in der entsprechenden Zeit zu hören.

Jack war mir am Anfang relativ sympathisch, wobei ich nie verstanden habe, warum er Laurie gegenüber nie zugegeben hat, dass er sich an sie erinnert und warum er Sarah gegenüber nie erwähnt hat, dass er ihre beste Freundin von früher kennt. Unsympathischer wurde er mir nach dem Zusammenkommen von Laurie und Oscar, weil man immer mehr den Eindruck hatte, dass er eifersüchtig auf Oscar war. Er darf also mit einer anderen Frau zusammen sein (und im Laufe des Romans noch mit etlichen weiteren), aber Laurie darf nicht einmal mit einem Mann zusammen sein.

Laurie habe ich auch nicht so richtig sympathisch gefunden. Ja, ich verstehe, dass sie in einer schwierigen Lage ist nachdem sie herausfindet, dass ihr Bus Boy der neue Freund ihrer besten Freundin ist. Aber es ihrer besten Freundin über Jahre hinweg nicht zu erzählen, macht sie Lage nicht besser. Sie hat ja sogar noch nach der Trennung von Sarah und Jack geschwiegen, obwohl es da keinen Grund mehr dafür gegeben hätte. Hinzu kam, dass mir von Anfang an klar war, dass die Ehe mit Oscar nicht halten würde, und dass sie ein Fehler ist, aber sie macht einen Fehler nach dem anderen.

Sarah hat auch ihre Fehler. Sie behauptet erst großspurig, dass ihr Laurie so viel über den Bus Boy erzählt hat, dass sie ihn inzwischen mit Sicherheit selbst erkennen würde und dann kommt sie mit dem Mann zusammen und merkt es über Jahre hinweg nicht mal. Für mich war es eigentlich schon ein Fehler in der Logik der Handlung, dass Sarah nach dem Beginn ihrer Beziehung zu Jack nicht einmal nach dem Bus Boy fragt, obwohl sie vorher so lange nach ihm gesucht haben. Außerdem wundert sie sich nicht mal, dass ihre Freundin auch nicht mehr von dem Mann erzählt und ihn nie wieder erwähnt. Für mich war das ein riesiger Logikfehler und machte Sarah auch nicht wirklich sympathisch.

Die Handlung selbst ist nicht sonderlich plausibel: Mann und Frau verlieben sich auf den ersten Blick ineinander und finden einander nicht. Dann kommt die beste Freundin per Zufall mit genau jenem Mann zusammen. Hinzu kam, dass alle drei in einer ähnlichen Branche (Fernsehen, Radio, Zeitschrift) arbeiten (wollen).

Laurie lässt sich so viel von ihrer Schwiegermutter und ihrem Ehemann gefallen und will dennoch schwanger werden. Sie weiß, dass seine Ex-Freundin ihm das Angebot gemacht hat, ihm in Brüssel das Bett zu wärmen, während er einige Tage in der Woche dort arbeitet und dennoch spricht sie kein Machtwort. Ihr Mann will drei Tage in der Woche in Brüssel ziehen, obwohl sie erst kurze Zeit verheiratet sind und sie lässt das einfach geschehen. Er will nicht, dass sie ihn in Brüssel besuchen kommt und sie macht einfach mit. Für mich passte dieses Verhalten einfach nicht zu Lauries Charakter wodurch sie selbst für mich unlogisch und wenig authentisch wirkte.

Für mich war auch das Hin und Her zu langatmig. Eigentlich weiß man als Hörer:in (bzw. Leser:in) von Anfang an, dass Laurie und Jack zusammenkommen, aber sie müssen etlichen Hürden überspringen bevor es so weit ist. Eigentlich ging es im ganzen Roman nur darum, dass sich die beiden annähern und dann wieder voneinander entfernen, weil entweder einer von beiden (meistens Jack) etwas tut, wodurch sie nicht zusammenkommen oder es die äußeren Umstände (diverse Beziehungen) nicht zulassen. Irgendwann war es nur noch nervig und ich habe mich zeitweilig wirklich gequält das Hörbuch weiter zu hören.

Ich mochte es aber, dass der Roman wieder von einem männlichen und einer weiblichen Sprecherin gesprochen wurde. Elmar Börger kannte ich bisher noch nicht und ich muss sagen, dass ich seine Stimme ganz in Ordnung fand. Sie hat gut zu Jack gepasst. Merete Brettschneider kenne ich aus Beth O’Learys Time to Love und ich muss sagen, dass ich sie immer noch gerne mag. Sie hat mir als Laurie ebenfalls gut gefallen.

Leider fand ich die Stimmlautstärke zwischen Jack und Laurie (also zwischen Elmar Börger und Merete Brettschneider) nicht ganz ausgeglichen, sodass ich bei Jack immer ein bisschen lauter und bei Laurie dann wieder leiser machen musste, was teilweise wirklich nervig war.

Das Ende – zu dem ich hier nicht mehr sagen möchte – hat mir wirklich gut gefallen und ich habe tatsächlich sogar ein paar Tränchen verdrückt.

Insgesamt war Ein Tag im Dezember von Josie Silver ganz in Ordnung. Es wird sicherlich nicht mein Lieblingsbuch, aber es passt gut in den Winter und wenn man keine Probleme mit Dreiecksgeschichten und unsteten Charakteren hat, dann kann einem der Liebesroman sicherlich sogar ganz gut gefallen.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Hörbücher ·Kiss me, Officer! von J. Lillian

Abgebrochen: Kiss me, Officer! Von Jennifer Lillian

Der Liebesroman Kiss me, Officer!: Tausche Strafzettel gegen Liebe von Jennifer Lillian behandelt die Geschichte von Megan und Ben.

Megan lebt mit ihrem Freund Anthony zusammen. Als sie früher nachhause kommt, erwischt sie ihn mit seiner Sekretärin im Bett. Sie berichtet ihm, dass sie schwanger ist und auszieht, doch das kann er nicht zulassen und so will er sie zwingen abzutreiben. Nachdem er sie die Treppe hinuntergestoßen hat, verliert sie das Kind, dass sie trotz des Vaters behalten wollte. Unglücklich zieht sie sich nach Leansborrow, in ihre Heimatstadt, zurück.

Dort übernimmt sie nach dem Tod ihres Onkels, der für sie wie ein Vater war, einige Zeit später dessen Café mit ihrer besten Freundin Ella. Megan ist immer noch ängstlich, schafft es aber im Alltag meistens recht gut zu funktionieren. Von Männern lässt sie aber die Finger bis Ben plötzlich vor ihr steht. Er fragt sie nach ihrer Nummer, die sie ihm aber nicht geben möchte und so hofft er auf sein Glück am nächsten Tag. Später wird Megan beim Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit gerade von Ben raus gewunken. Nachdem sie versucht hat, ihn zu bestechen, möchte er zur Wiedergutmachung, dass sie mit ihm ausgeht, wozu sie dann erzwungenermaßen zustimmt.

In den nächsten Wochen treffen die beiden sich immer häufiger und ihre Bekanntschaft intensiviert sich noch als sich herausstellt, dass Megans bester Freund mit Ben befreundet ist. So sehen sie sich also bei vielen Treffen der Clique und verabreden sich auch so hin und wieder. Als Anthony plötzlich vor ihr steht, zweifelt Megan erneut, ob es so klug war, etwas mit Ben anzufangen, denn schließlich hat Anthony ihr gedroht und sie hat Ben noch nichts von ihrer Vergangenheit erzählt.

Ich habe auch diesen Roman als Hörbuch gehört und irgendwann, relativ spät, abgebrochen. Lange Zeit habe ich mich durchgequält, aber ich konnte mir das einfach nicht weiter anhören. Leider fällt mir nichts positives an dem Roman ein, was ich hier berichten könnte.

Der Roman wurde als „humorvoller und doch tiefgründiger Wohlfühlroman“ bezeichnet. Ich weiß nicht wo dieser Roman tiefgründig sein soll, aber das hatte ich auch nicht wirklich erwartet und entsprechend war ich da weniger enttäuscht. Aber ich fand den Roman dermaßen wenig humorvoll… Er beginnt mit einer Vergewaltigung (Megan wird schwanger, weil ihr betrunkener Freund über sie herfällt), die nirgendwo erwähnt wird, was ich nicht richtig finde und was für mich so gar nicht in das Schema einer humorvollen Wohlfühlromans passt. Auch später habe ich mich in der Handlung kein einziges Mal wohlgefühlt.

Die Handlung besteht eigentlich nur aus einem dauerhaften Hin- und Herspringen der Protagonistin. Megan kann sich nicht entscheide, ob sie Ben eine Chance geben soll. Sie mag ihn, aber Anthony hat ihr gedroht. Aber sie mag ihn. Aber Anthony hat ihr gedroht… Dieses Verhalten hätte für mich eher zu einer jugendlichen Protagonistin und nicht zu einer Erwachsenen gepasst.

Dass mir die Protagonistin unsympathisch war, merkt man ja schon, aber auch die Nebencharaktere und der männliche Protagonist waren nicht besser. Ben ist eigentlich ein netter Kerl, aber eine Frau beim zu schnell Fahren zu erwischen und wenn sie einen dann zu bestechen versucht mehr oder weniger zu einem Abendessen zu zwingen, klingt nicht nach einem netten Kerl. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob er irgendwas im Schilde führt. Ella ist auch nicht viel besser. Eigentlich ist sie Megans beste Freundin und doch mischt sie sich in alles ein, meint, dass sie weiß was das beste für sie ist und als Megan ihr erzählt, dass sie glaubt Anthony gesehen zu haben, glaubt sie ihr nicht, sondern tut das als Hirngespinste ab. Vielleicht meinte sie es nur gut, aber sympathisch hat sie all das für mich nicht gemacht.

Die Sprecherin, Stephanie Preis, hat mir leider auch nicht gefallen. Ich fand ihre Stimme einfach langweilig und weiß nicht, ob sie einfach nicht zum Buch und zur Protagonistin gepasst hat, oder ob sie mir ganz allgemein nicht gefallen hat.

Hinzu kamen etliche Schnittfehler. Sehr häufig sind irgendwelche Buchstaben aus Wörtern geschnitten, manchmal fehlen sogar ganze Wörter. Ich weiß wirklich nicht wie das geschehen konnte, allerdings habe ich einen Verdacht, denn die Schnittfehler waren nicht nur am Ende eines Tracks, sondern auch immer wieder Zwischendrin. Das hing wahrscheinlich damit zusammen, dass man viele kleinere Tracks am Ende zu einem langen zusammengestückelt hat, denn jedes Kapitel besteht nur aus einem Track. Somit sind manche Tracks über 40 Minuten lang, was es nahezu unmöglich macht so spulen.

Das hat zwar mit dem Hörbuch nichts zu tun, aber da ich es in einer Hörrunde gehört habe, möchte ich es hier kurz erwähnen. Das Hörbuch wurde uns über Soundcloud zur Verfügung gestellt. Das ist ein Streaming-Dienst, der es nicht erlaubt, die Hörbücher herunterzuladen. Das war am Anfang ziemlich doof, denn wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich gar nicht beworben. Ich konnte das Hörbuch also nur über diesen Streaming-Dienst hören, was ich mir irgendwie anders vorgestellt hatte. Ich war auch nicht die Einzige, die das überrascht hat, denn die meisten hatten mit einer CD oder zumindest einer Download-Möglichkeit gerechnet.

Das Cover des Hörbuchs fand ich auch seltsam. Auf dem Buchcover sind oben ein Mann und eine Frau, in der Mitter der Schriftzug und unten ein Haus mit einem Garten zu sehen. Das Cover des Hörbuchs zeigt das Haus und nicht den Mann und die Frau, was ich passender gefunden hätte.

Ich habe das Hörbuch nach etwa 7,5 Stunden abgebrochen, sodass ich dreiviertel gehört hatte. Da ich so viel davon gehört habe, kann ich auch eine halbwegs fundierte Rezension dazu schreiben. Ich weiß, dass viele auch total begeistert von dem Hörbuch waren, aber Meinungen sind eben verschieden. Vielleicht hatte ich mir einfach etwas vollkommen anderes von dem Hörbuch, der Protagonistin und der Handlung erhofft und so hat mich schon der Anfang enttäuscht. Alles in allem kann ich Kiss me, Officer! Von Jennifer Lillian nicht weiterempfehlen.

 

 

 

Danke an den Digital Publishers Verlag für das Veranstalten der Hörrunde und das Hörbuchrezensionsexemplar!

Dr. Siri sieht Gespenster von C. Cotterill ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Dr. Siri sieht Gespenster von Colin Cotterill

Dr. Siri ist der einzige laotische Gerichtsmediziner und übernimmt alle Fälle mit Toten, die in Laos gefunden werden. Gemeinsam mit seinem Team ermittelt er also in vielen Fällen.

Nachdem sie eine zerfleischte ältere Frau auf dem Tisch hatten, ahnen sie, dass ein wildes Tier sein Unwesen treibt. Aus dem Palast ist kürzlich ein Bär entflohen und so wollen Siri und seine Mitarbeiterin Tui herausfinden, ob der Bär diese Frau getötet hat. Dafür nehmen sie die Abdrücke von der Toten und sprechen mit Experten. Nachdem noch weitere Leichen mit ähnlichen Verletzungen eingeliefert werden, ist auf jeden Fall klar, dass es ein wildes Tier gibt, das reihenweise Menschen tötet. Tui spricht mit einem russischen Tiertrainer, der ihr eher den Hinweis gibt, dass die Abdrücke wohl von einem Tiger und nicht vom entlaufenden Bären stammen.

Dr. Siri ermittelt währenddessen in eine andere Richtung und legt sich mit der Obrigkeit an. In einem anderen Dorf hört er von einer Versammlung von Schamanen. Da in ihn der Geist eines alten Schamanen gefahren ist, nehmen die anderen ihn freundlich auf und Siri findet sogar einen Freund dort, der ihm hilft eine alte kaiserliche Kiste zu öffnen. Diese steht in einem Ministerium, wo sie hingebracht wurde nachdem das kaiserliche Hab und Gut von der neuen Regierung konfisziert wurde.

Außerdem bittet Siri seinen neuen Freund ihm bei einem anderen Problem zu helfen: Sein Nachbar hat gesehen wie er mit einer Machete einen öffentlichen Lautsprecher bearbeitet hat. Nachdem Siri verhaftet wurde, spielen sein Freund und Dr. Siri ein Verwechslungsspiel, sodass die Aussage des Nachbarn unglaubwürdig wird. Zur Strafe, weil er gedemütigt wurde, entführt er Siris Hund und tötet ihn. Dessen Geist verfolgt ihn nun, selbst nachdem sie weggezogen sind, und sorgt dafür, dass er langsam stirbt. Siris Hilfe will er nicht, denn dieser meint, er müsse dem Geist des Hundes mitteilen, warum er ihn getötet hat, denn ein Hund versteht nicht, warum er aus Rache an seinem Herrchen getötet wurde.

Tui ermittelt in der Zwischenzeit auf eigene Faust weiter und findet heraus, dass es sich bei dem Mörder gar nicht um einen Tiger im engeren Sinne, sondern um einen Menschen handelt. Tui macht sich auf die Suche nach dem Versteck des Tigers und wird so beinahe getötet. Dr. Siri hat inzwischen gehört, dass seine Mitarbeiterin verschwunden ist und macht sich auf die Suche nach ihr. Er findet heraus, dass Tui gut auf ein Studium als Forensikerin vorbereitet ist, denn sie beherrscht die Inhalte nicht nur in Laotisch, sondern auch in Englisch und in Russisch. Außerdem kümmert sich Siri um ihre schwerkranke Mutter solange Tui verschwunden ist. Als Dr. Siri Tui findet, findet er den Täter tot neben ihr. Sie selbst ist schwer verletzt. Doch was genau ist eigentlich geschehen?

Dr. Siri sieht Gespenster von C. Cotterill ·Hörbücher

Rezension: Dr. Siri sieht Gespenster von Colin Cotterill

Ich habe Dr. Siri sieht Gespenster von Colin Cotterill als Hörbuch gehört und werde so etwas zum Inhalt selbst aber auch zum Medium, also zum Hörbuch und zum Sprecher schreiben.

Bei dem Band handelt es sich um den zweiten Krimi aus der Dr. Siri-Reihe. Das merkt man an der ein oder anderen Stelle auch, aber es wird dann meistens so gut erklärt, dass man dennoch versteht worum es gerade geht und wieso die Handlung gerade so verläuft. Sicherlich wäre es dennoch hilfreich, wenn man den ersten Band zuvor kennen würde, aber es ist nicht unbedingt notwendig.

Die Dr. Siri-Reihe spielt in Laos und man lernt auch einiges über das Land, die Menschen die dort leben und die Witterungsverhältnisse dort. Ein Running Gag ist die Begrüßung „Heiß heute.“ und die Erwiderung „Verdammt heiß.“. Dieser Gag lockert zwar die Stimmung im Roman etwas auf aber darüber hinaus gab es kaum lustige Szenen. Was ich aber toll fand, war, dass man – obwohl es natürlich kein Sachbuch ist – etwas über das exotische Land Laos lernt, das sonst in Kunst, Literatur und Film ja relativ selten behandelt oder erwähnt wird.

Dr. Siri selbst ist ein wirklich interessanter Charakter. Er ist nicht wirklich regimetreu, obwohl er Kommunist zu sein scheint und in einigen Teilen auch das Vertrauen der Regierung hat; sonst hätte man ihn wohl nicht zum einzigen Gerichtsmediziner in Laos gemacht. Siri tritt für seine Freunde ein, sagt aber auch, wenn ihn etwas stört, was dem Regime nicht gefällt und ihm auch Gefängnis und anderen Ärger einbringt, woraus ihn seine Freunde dann wieder rausboxen müssen. Andererseits stürmt er auch los um Tui, seine junge Kollegin, zu retten und riskiert für sie sein Leben, was ihn sehr sympathisch gemacht hat. Ich weiß aber nicht genau woran es lag, aber hundertprozentig sympathisch fand ich Dr. Siri irgendwie nicht.

Der Erzählstil war für mich sehr konfus, was auch einfach daran liegen konnte, dass ich es als Hörbuch gehört habe. Es gab nicht so wirklich einen Fall, der nachverfolgt wurde, sondern in weiten Teilen einfach nur die Entdeckung von geheimnisvollen, laotischen Kräften, die Siri nachverfolgt hat. Das Verbrechen selbst ist ziemlich in den Hintergrund gerückt und Tui hat dann in weiten Teilen sogar alleine ermittelt; was ich nicht sonderlich schlimm fand, aber man hat eben parallel Siri mitverfolgt und war so leicht verwirrt, was sein Verhalten und seine Wanderschaft mit den Mordfällen zu tun hat. Außerdem war mir lange Zeit gar nicht klar, dass es wirklich Morde (und keine „Unfälle“) waren, denn es gibt auch nicht so richtig Verdächtige, die man befragen kann. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich in dem Roman also auch ganz anders als bei herkömmlichen Krimis. Die Handlung, die seltsame Ermittlungsarbeit und der konfuse Erzählstil bedingen sich sicherlich gegenseitig, aber dennoch fand ich alles drei störend.

Ich weiß man hätte es nach der Inhaltsbeschreibung vom Verlag erwarten können, aber dass der Krimi so brutal ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Die Opfer werden zerfetzt, was mir leider zu ausführlich geschildert wurde und dass sich der Verdächtige am Ende selbst den Kopf abreißt, war mir dann doch deutlich zu viel.

Der Sprecher, Peter Weis, kam mir die ganze Zeit irgendwie bekannt vor, allerdings weiß ich einfach nicht woher. Gefallen hat er mir aber sehr gut und er passte auch gut zum Hauptcharakter. Der Sprecher war für mich auf jeden Fall ein großer Pluspunkt bei diesem Krimi.

Leider spielt das Cover ja bei digitalen Hörbüchern nur eine sehr untergeordnete Rolle, aber es passte gut zum Inhalt. Wie so häufig wäre hier, vor allem auch wegen der vielen laotischen Namen, die ich mir einfach nicht merken und teilweise nicht mal die Figuren richtig auseinanderhalten konnte, ein Booklet mit einer Personenliste und einer kurzen Inhaltsangabe hilfreich gewesen.

Insgesamt hatte Dr. Siri sieht Gespenster von Colin Cotterill auch einige positive Aspekte aber im Gesamtpaket war mir der Krimi einfach zu brutal, sodass ich die Reihe vorerst nicht weiterverfolgen werde. Wer allerdings einen Krimi mit einem Gerichtsmediziner und seiner scharfsinnigen Mitarbeiterin in einem exotischen Land toll findet, und sich an den brutalen Übergriffen nicht zu sehr stört, hat mit diesem Buch sicherlich seine Freude.

 

 

 

Danke an Der Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Ein Garten für Zwei von E. Sternberg ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Ein Garten für Zwei von Emma Sternberg

Luise „Lu“ Thome ist eine erfolgreiche Anwältin, die gemeinsam mit ihren Kollegen und Kolleginnen alles dafür tut, dass ihre Mandanten siegreich aus Rechtsstreitigkeiten hervorgehen. Das ändert sich als Lu einen Anruf von ihrer Mutter erhält: Philipp genannt Pip, ihr Bruder, ist bei einem Unfall gestorben.

In den nächsten Tagen ist Lu mit den Vorbereitungen für die Beerdigung beschäftigt. Pip soll auf einem Waldfriedhof bestattet werden. Nach der Beerdigung will Lu sofort nach Berlin zurück, schließlich muss sie arbeiten. Als sie auf dem Weg zum Bahnhof zufällig Saskia, Pips getrennt lebende Ehefrau, trifft, beschließen die beiden Frauen, dass Lu, weil Saskia schon recht angetrunken ist, die beiden mit Saskias Wagen nach Berlin fährt. Auf dem Weg machen Saskia und Lu einen spontanen Umweg über Pips und Saskias Garten, weil sie sich erhofft dort auch sein Tagebuch zu finden.

In den nächsten Tagen und Wochen versucht Lu wieder in den Tritt zu kommen, doch sie vergisst immer wieder Termine und Deadlines. Sie bereitet sich auf wichtige Termine mit ihrem Chef gar nicht erst vor, weil sie den Termin selbst vergessen hat und ist psychisch und physisch vollkommen am Ende, was sie sich aber nicht erklären kann, denn schließlich ist der Tod ihres Bruders schon Wochen her.

Nachdem Lu kurz vor Pips Tod ein Malerunternehmen beauftragt hat, stehen diese plötzlich vor ihrer Tür und wollen ihre Wohnung streichen, wofür Lu allerdings nichts vorbereitet hat. Gemeinsam mit den beiden Malern räumt sie die meisten Möbelstück zur Seite, doch natürlich hat sie sich auch nicht um eine Ersatzbleibe gekümmert, doch nachdem sie wieder etwas vergessen hat, stellt ihr Chef sie kurzerhand für die nächsten Tage frei, damit sie sich etwas erholen kann.

Kurzentschlossen fährt Lu in den Garten ihres Bruders, denn den Schlüssel hat sie noch in ihrer Tasche gefunden. Doch kommt sie etwas zur Ruhe doch die paar Tage reichen nicht um sich wieder vollkommen zu erholen. Immer wieder erhält sie Verlängerungen von ihrem Chef, wobei sie auch immer wieder nach Berlin fährt um ein paar Treffen mit ihrem Chef zu absolvieren. Einmal bittet sie dann noch um eine Verlängerung für einige Monate, damit sie danach zur Partnerin in der Kanzlei werden kann. Derzeit könne sie dieses Angebot nicht annehmen, da sie immer noch keine 110% geben kann, was sie aber müsste wenn sie Partnerin sei.

Lu entwickelt aber in ihrem Garten auch eine enge Beziehung zu ihren Nachbarn: Nele, die ältere Ex-Apothekerin, die in ihrem Garten Bio-Kräuter für selbst gemacht Tees anbaut, die sie auch an berliner Bio-Läden verkauft und Nico auf der anderen Seite, der als Kindergärtner arbeitet. Nico war gut mit Pip befreundet und hilft auch Lu immer wieder im Garten aus, denn sie hat das Gärtnern für sich entdeckt. Sie baut mit ihm zusammen eine Kräuterspirale und baut Kräuter, aber auch Tomaten und anderes Gemüse in selbst gebauten Hochbeeten an.

Als sich herausstellt, dass Neles Kräuter Pestizidversucht sind, gehen die drei Freunde der Sache auf den Grund: sie schöpft Wasser aus einem kleinen Bach, der ursprünglich in einem Naturschutzgebiet entspricht, dann aber an den Feldern des örtlichen Bauern vorbeiführt. Außerdem sind die Felder des Bauern auch nicht weit von ihren Gärten. Sämtliche Proben, die Lu in ein Labor schickt, sind belastet. Der Bauer behauptet immer wieder, dass er nur in den vorgegebenen Grenzwerten bleibt. Lu findet heraus, dass der Bauer damit vielleicht sogar die Wahrheit sagt, dass aber durch Abdrift durchaus auch Grenzüberschreitungen in angrenzenden Gebieten entstehen können. Nele und Nico wollen sich da nicht einmischen, denn sie sehen den Frieden im Dorf gefährdet, doch Lu gibt so schnell nicht auf. Sie nimmt eine Probe aus dem Kindergarten, in den die Enkelkinder des Bauern gehen. Diese Probe aus dem Sandkasten lässt ihn umdenken, denn unter Umständen essen auch seine Enkel diesen Sand und würden so mit krebserregenden Stoffen direkt in Berührung kommen.

Lu plant mit ihren Freunden nun ein großes Projekt um das Dorf zum Öko-Dorf umzufunktionieren. Sie möchte zumindest an den Wochenende raus aus der Stadt und im Dorf, bei ihren Freunden, im Garten ihres Bruders sein. Als Saskia ihr verkündet, dass Lu nun raus aus dem Garten muss, weil sie selbst diesen nun nutzen will, sagt Nico ihr, dass das nicht geht, denn es sei doch Lus Garten. Da Saskia aber Pips Erbin ist, denn schließlich waren sie noch verheiratet, kann Lu nichts dagegen tun und räumt ihr Zuhause…

Ein Garten für Zwei von E. Sternberg ·Hörbücher

Rezension: Ein Garten für Zwei von Emma Sternberg

Ein Garten für Zwei von Emma Sternberg habe ich als Hörbuch gehört, sodass ich sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen werde.

Als erstes möchte ich hier erwähnen, dass ich die Romane Fünf am Meer und Azurblau für Zwei der Autorin sehr gerne mochte. Entsprechend habe ich mich auf Ein Garten für Zwei gefreut und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Vielleicht lag es daran, dass ich vom Buch enttäuscht wurde; ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Kommen wir aber zu den Gründen:

Vielleicht habe ich vom Buch einfach etwas anderes erwartet. Zur Handlung selbst komme ich gleich, aber nun erst mal den Charakteren. Lu ist eine toughe, kluge Anwältin. Sie kämpft immer für ihre Mandanten und gewinnt in den allermeisten Fällen. Sie arbeitet gut und gerne mit ihren Kollegen zusammen und ist entsprechend beliebt bei ihnen. Ihr Chef mag sie ebenfalls sehr und so ist sie scheinbar so eine Art Tochterersatz für ihn geworden, was aber nicht heißt, dass er sich für sie und ihre Belange interessiert. So ist Lu. Eigentlich. Denn im Roman verhält sie sich teilweise ganz anders. Sie verhält sich an so vielen Stellen unglaublich dämlich und unreflektiert und wird dabei noch von ihren Kollegen gestützt. Hier meine ich beispielsweise, dass sie nicht begreift, dass der plötzliche Tod ihres Bruders sie aus der Bahn wirft. Sie begreift einfach nicht, dass es für sie ein großer Verlust ist, den sie erst einmal verarbeiten muss. Stattdessen versucht sie immer weiter alles zu geben statt sich von Anfang an mal ein bisschen Zeit für sich und ihre Trauer zu nehmen. Ihr Chef ist ratlos als er merkt wie unaufmerksam sie ihre Arbeit macht. Ich finde es, ehrlich gesagt, eher überraschend, dass ihre Kollegen sich nicht mehr unterstützen. Offenbar hat sie niemandem vom Tod ihres Bruders erzählt, was aber irgendwie auch nicht sein kann, schließlich hat sie die Nachricht erhalten während sie gerade in der Kanzlei war. Ihre unreflektierte Art zieht sich dann auch leider immer weiter durch den Roman.

Ich könnte jetzt noch viel über alle anderen Charaktere im Roman schreiben, mache ich aber nicht, weil das den Rahmen wirklich sprengen würde und es auch eigentlich gar nicht viel mehr dazu zu sagen gibt. Aber zu Nico möchte ich noch etwas schreiben, schließlich ist er der zweite Protagonist im Roman. Nico hat seine Meinung von Lu und nachdem er sie sich einmal gebildet hat und sie mit den Erfahrungen, die er mit seiner Ex-Freundin gemacht hat, unterfüttert hat, bleibt er dabei. Offenbar ist es nicht notwendig zu akzeptieren, dass Lu anders sein könnte bis zu dem Punkt, an dem sie sich ganz offensichtlich anders verhält und sich endlich seinem Lebensstil anpasst. Nico war mir einfach nur unsympathisch, denn er war noch weniger als Lu dazu in der Lage offen auf andere Figuren zuzugehen und seine vorgefasste Meinung über sie zu ändern.

Und jetzt sind wir schon mitten in dem Problem beziehungsweise bei den Problemen, die ich mit der Handlung hatte. Lu spürt im Laufe der Handlung, dass ihr ihr Job fehlt, deshalb fängt sie an für Nele zu kämpfen, obwohl diese es nicht wirklich möchte. Statt sich einen Mittelweg zwischen ihrem Garten und ihrem alten Job zu suchen, schmeißt sie in Berlin alles hin und verlagert ihr Leben nach Kleinwiesental, wo ihr Garten liegt; natürlich ohne das vorher mit der Besitzerin des Gartens geklärt zu haben. Ich habe mich am Ende wirklich gefragt, wie es sein kann, dass sie ihren alten Job vermisst und sie auch wieder aufblüht, sich besser fühlt als sie ihren Job wieder ausübt und ihn dennoch hinschmeißt. Das wirkte so als hätte sie das alles nur getan, damit sie auf keinen Fall wie Nicos Ex-Freundin ist. Und dass sie dann auch noch zu ihm und in sein Haus zieht, um bloß ihr ganzes altes Leben hinter sich zu lassen, hat alles noch unemanzipierter wirken lassen. Wo ist die toughe Anwältin hin?

Außerdem hatte ich etwas ganz anderes von der Handlung erwartet. Ich dachte, dass es Lu allmählich besser geht, weil sie gemeinsam mit jemand anderem in ihrem Garten arbeitet, dabei sind die Episoden, in denen sie wirklich im Garten arbeitet eher in der Minderheit. Das fand ich unglaublich schade, weil ich etwas in Richtung Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett als Liebesgeschichte erwartet hatte und damit leider herbe enttäuscht wurde.

Ein Logikfehler war für mich auch, dass sie nach dem Tod ihres Bruders überhaupt keinen Kontakt zu ihren Eltern hat. Ja, ihre Mutter und Lu haben ein schwieriges Verhältnis, aber dass sich ihre Eltern in den nachfolgenden Monaten nicht mal bei ihrer Tochter melden, um herauszufinden wie es ihr geht, fand ich sehr unrealistisch.

Die Themen, die im Roman aufgegriffen werden, hatte ich so nicht erwartet. Hier meine ich beispielsweise die Themen Abdrift und Wasserverschmutzung. Die Abdrift, die dafür sorgt, dass Pestizide und andere „Pflanzenschutzmittel“ weit über die Felder hinaus verteilt werden, ist ein Problem, das hier von beiden Seiten beleuchtet wird. Auch der Bauer ist nicht glücklich, dass sich diese Mittel schwerlich besser dosieren lassen, muss aber auch von etwas leben und beschwert sich, dass niemand Rücksicht darauf nimmt wie viele Vorschriften er einhält und wie viel Papierkram er jeden Tag zu erledigen hat. Ich mochte es, dass der Bauer nicht nur als der miese Umweltverschmutzer dargestellt wurde, finde aber, dass man diese Themen besser kenntlich machen sollte. Menschen, die sich für den Roman aufgrund dieser Themen interessieren würden, kriegen so kaum eine Chance ihn zu lesen. Das ist sehr schade.

Ich mochte Vanida Karun, die Sprecherin des Hörbuchs, sehr gerne. Mir hat ihre Stimme gut gefallen und sie hat gut zu Lu gepasst.

Das Hörbuch selbst kommt in der physischen Version auch in schönem Gewand daher. Das Cover passt optisch zu den anderen beiden Romanen der Autorin. Das Zitat aus dem Roman, die Beschreibungen zur Autorin und zur Sprecherin sind nützliche Informationen und vor allem die Beschreibung hilft natürlich den Inhalt noch einmal kurz zusammengefasst zu erhalten. Die Rezepte klingen ganz interessant, werden aber, wenn ich mich recht erinnere, im Roman nicht erwähnt; sicher bin ich mir gerade aber nicht.

Insgesamt war ich von dem Hörbuch Ein Garten für Zwei von Emma Sternberg leider etwas enttäuscht, weil ich etwas anderes erwartet hatte und Lu mir als Figur auch nicht sonderlich sympathisch war.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Die geheime Drachenschule von E. Skye ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Die geheime Drachenschule von Emily Skye

Die geheime Drachenschule von Emily Skye ist der erste Band der Reihe. Henry, 11 Jahre jung, ist gerade bei einem Fußballspiel, als ihm ein Fremder den Tipp für den entscheidenden Elfmeter gibt. Kurz darauf erfährt Henry, dass der Fremde sein Cousin Charles ist, der ihm sagt, dass die Wolkenburg, das Gebäude auf Siebenfeuer nach ihm ruft und er diesem Ruf nachkommen soll.

Charles bringt Henry zum Treffpunkt, wo bereits fünf andere warten: die schüchterne Cloe, die abenteuerlustige Lucy, der kluge Arthur, der reiche Edward und der kampflustige Timothy. Henry freundet sich mit Lucy und Arthur an und die drei verbringen viel Zeit auf Siebenfeuer gemeinsam.

Am Tag nach ihrer Ankunft erfahren sie, dass sie dort sind, um Drachenreiter zu werden. Jedes Kind darf sich einen der sechs Drachen als neuen Freund aussuchen. Beide sollen dann ein Band knüpfen, sodass sie miteinander kommunizieren können. Henry ist forsch und besteigt sofort seinen Drachen, schafft es aber einfach nicht ein Band zu ihm zu knüpfen, obwohl es inzwischen alle anderen geschafft haben und mit ihren Drachen kommunizieren können.

Bei den ersten Flugstunden erhofft sich Arthur von Henry Unterstützung, doch da der nicht mit seinem Drachen kommunizieren kann, fliegen die beiden davon und lassen Arthur alleine mit seiner Flugangst. Lucy und Arthur halten Henry infolgedessen für einen schlechten Freund und ignorieren ihn einige Zeit.

Die Kinder müssen drei Prüfungen bestehen, die beweisen sollen, dass sie und ihr Drache ein Band zueinander geknüpft haben. Als erstes sollen sie ihren Drachen benennen. Henry sucht aber einen furchtbar niedlichen Namen „Happy“ für seinen Drachen aus, und alle rechnen mit einer Ablehnung. Durch Zufall nimmt Happy den Namen an. Bei der zweiten Prüfung handelt es sich um ein umgedrehtes Elfmeter schießen. Der Drache schießt drei Feuerbälle nacheinander auf seinen Schützling und soll ihm natürlich sagen, wohin er zielt. Weicht der Schützling drei Mal gut aus, gilt die Prüfung als Bestanden. Bei Arthurs letztem Schuss vertut er sich und verwechselt links mit rechts, sodass der vom Feuerball getroffen wird. Henry bietet an, einfach einem Schuss mehr auszuweichen, was er auch schafft und so kann auch Arthur bleiben.

Neben den typischen Drachendetails, die sie lernen müssen und dafür beispielsweise eine Schatzkammer und eine Bibliothek haben, müssen sie auch lernen Tränke zu brauen oder Metall zu bearbeiten (für die zweite Prüfung dürfen sie sich einen Schild schmieden, sollten sie ihn gebrauchen müssen, fallen sie aber durch die Prüfung).

Henry erhält den Hinweis Rock von seinem Drachen, weiß aber nicht, was das bedeuten soll. Erst als Henry Unterstützung von Arthur und Lucy bekommt, stellt sich heraus, dass Crock damit gemeint sein könnte. Henry und seine Freunde finden heraus, dass sich nun mehr Gold auf der Insel befindet und da das Gold die Drachen anzieht, können sie sich nicht mehr so weit von der Insel entfernen wie früher. Nun müssen die Freunde auch mit Tim, Cloe und Edward zusammenarbeiten und gemeinsam nach Crock fliegen um genügend Gold mit sich transportieren zu können. Doch was erwartet sie auf der abgelegenen Insel? Und werden sie rechtzeitig für die letzte Prüfung zurückkehren?