Die Bäckerei der Wunder von C. Escribà und S. Tarragó ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà und Sílvia Tarragó

Der Roman Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà und Sílvia Tarragó führt die Leserin durch die Geschichte der Bäckerei. Begonnen wird bei den Eltern des ersten Besitzers, Mateu, der gar nicht in Barcelona geboren wurde und sich als Waise seinen Weg nach Barcelona bahnen muss. Dort sucht er nach seinen Brüdern, und arbeitet um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Natürlich lernt er fleißig und eröffnet die Bäckerei. Diese wird in mehreren Generationen in der Familie weitergegeben bis irgendwann Alba dort arbeitet.

Alba ist ein Wunderkind. Nicht weil sie etwas sehr gut kann, obwohl sie ausgezeichnet backt. Nein, sie ist ein Wunderkind, weil sie geboren wurde, obwohl ihre Eltern schon lange nicht mehr an den Segen eines Kindes geglaubt haben. Dennoch wird Alba 1926 während der winterlichen Weihnachtstage geboren. Sie kommt in eine liebevolle Familie, die sie zwar das Backen lehrt, ihr aber dennoch die Freiheit lässt zu tun, was sie will. Um ihre Großmutter und ihre Mutter zu unterstützen beginnt Alba bei einer Familie als Köchin zu arbeiten; ihr Vater und ihr Großvater sind bereits verstorben.

Alba liebt die Arbeit bei der Familie, denn die Kinder sind sehr goldig, die Eltern sind nett und lassen sie ab und zu übrig gebliebene Lebensmittel mitnehmen, was ja in den späten 40er Jahren durchaus relevant gewesen sein kann. Während sie dort noch arbeitet lernt Alba Enrique (leider weiß ich, weil ich es als Hörbuch gehört habe nicht wie man ihn schreibt) kennen. Die beiden verbindet eine Freundschaft und eine sanfte Liebe, sodass sie nach einiger Zeit heiraten.

Alba lernt aber noch einen jungen Mann kennen (bei dem ich nicht einmal versuchen kann ihn richtig zu schreiben), der mit seinen Eltern öfter bei der Familie für die Alba als Köchin arbeitet zu Besuch kommt und so erfährt wie überaus lecker die Speisen von Alba sind. Er schleicht immer wieder um sie herum und obwohl Alba ihrerseits ebenfalls eine Hassliebe zu ihm entwickelt, können die beiden aufgrund der Standesunterschiede nicht zusammen sein. Als er sie aber für einen Job in der Bäckerei Escriba empfiehlt, meint er, sie würde ihm nun etwas schulden. Alba möchte sich aber nicht auf den fordernden jungen Mann einlassen, sodass sie ihm immer mehr aus dem Weg geht.

Eines Tages bekommt Alba eine Chance: Sie bekommt das Angebot als Lehrling in der Bäckerei zu arbeiten. Da sie als Frau vorher nur im Verkauf arbeiten durfte, ist sie hocherfreut, denn sie hofft, dass sie damit ihrem Traum näher kommt irgendwann eine eigene Bäckerei zu besitzen. Natürlich schafft sie die Ausbildung ziemlich gut und wird immer erfolgreicher in der Bäckerei.

Der Mann, der ihr den Job verschafft hat, ist überrascht, dass Alba nun bei der anderen Familie aufhört und dass sie dort eine Ausbildung machen möchte, denn schließlich wird sie sowieso in den nächsten Jahren heiraten und aufhören, zu arbeiten. Alba heiratet Enrique unter anderem deshalb, weil er sie gewähren lässt, da auch er der künstlerische Typ ist.

Alba wird im Laufe des Romans immer älter, ihr Leben entwickelt sich, und man kann als Leserin ihre Reise über 25 Jahre lang verfolgen.

Die Bäckerei der Wunder von C. Escribà und S. Tarragó ·Hörbücher

Rezension: Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà und Sílvia Tarragó

Den Roman Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà und Sílvia Tarragó habe ich wieder als Hörbuch gehört. Hier werde ich also wieder auf den Inhalt und auf die Medialität eingehen.

Kommen wir zuerst zum Inhalt: Der Roman scheint die wahre Geschichte der Bäckerei wiederzugeben und ich hatte an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass die Begebenheiten zwar interessant sind, aber ehre für jemanden, der aus der Familie kommt oder vielleicht auch nur die Bäckerei kennt, weil man teilweise auch sehr persönliche Dinge erfährt. Auch die soziopolitischen Hintergründe von Barcelona und Spanien waren recht spannend, wenngleich sie natürlich nur das Setting der Figuren vorgeben, aber dennoch großen Einfluss auf deren Leben haben. Da ich mich mit den ganzen politischen Veränderungen in Barcelona nicht auskannte, fand ich das durchaus ganz reizvoll und es war auch gut verpackt in die Geschichte.

Die Charaktere fand ich am Anfang ganz sympathisch, mein Problem war nur, dass ich mit den verschiedenen Generationen und Mitgliedern der Familie Escribà durcheinanderkam und nicht mehr weiß, wer eigentlich genau wer war. Vielleicht mochte ich Alba deshalb am Anfang so gerne. Mein Problem war nur, dass sie mir immer unsympathischer wurde, weil sie sich ziemlich egozentrisch entwickelt hat und ich am Ende einfach nur noch froh war, als das Buch endlich fertig war. Hinzu kam, dass ich bis jetzt nicht verstanden habe, wer Alba eigentlich ist. Ja, sie arbeitet in der Bäckerei und ja, sie hat eine sehr lange Verbindung zu dieser Bäckerei, weil sogar schon ihre Großmutter dort ihr Brot gekauft hat. Aber ist das die einzige Verbindung? Oder lag es an der interessanten Geschichte, die hinter Alba steckt zusammen mit der Tatsache, dass sie so eine enge Beziehung zur Bäckerei hat?

Bei Bäckerei der Wunder hatte ich an eine Geschichte gedacht, die hauptsächlich in der Bäckerei spielt. Ja, die Speisen und Gebäcke, die dort gefertigt werden, haben eine große Rolle gespielt. Das Interieur der Bäckerei wurde häufiger verändert und jeder Veränderung wurde auch beschrieben. Die Beschreibungen der traditionellen spanischen Süßspeisen und Gebäcke haben mir gut gefallen. Man hatte wirklich das Gefühl, dass man die Sachen beinahe schmecken kann. Im Buch sind vielleicht noch entsprechende Rezepte, aber leider nicht im Hörbuch. Über so etwas hätte ich mich aber sehr gefreut, weil man dann noch einmal ein ganz anderes Gefühl für das erwähnte Naschwerk bekommt. Ich hatte erwartet, dass die Haupthandlung in der Bäckerei spielt und die Konditoren und die Verkäufer dort immer wieder Zeugen von kleinen und großen Wundern werden, das sich beispielsweise zwei in der Reihe stehende Stammkunden ineinander verlieben, dass mit den Kuchen wiedersehen oder Abschiede gefeiert werden. Kurzum, dass die Bäckerei und das Naschwerk eine gewisse Magie ausstrahlen, die immer wieder zu kleinen Wundern im Alltag führen. Hier wurde ich allerdings herbe enttäuscht. Alba erzählt zwar von solchen Wundern, hier sei beispielsweise das Wunder ihrer Geburt erwähnt, bei dem eine Leckerei aus der Bäckerei Escribà eine Rolle spielt, aber so im Großen und Ganzen spielt das dort eher eine untergeordnete Rolle.

Über die ein oder andere Formulierung bin ich tatsächlich gestolpert, weil sie mir doch zu seltsam vorkam. Leider kann ich jetzt nicht genau sagen, welche das waren, weil es beim Hörbuch ja auch immer schwierig ist, die hinterher noch mal rauszusuchen, aber ich wollte es zumindest kurz erwähnen. Ich weiß auch nicht genau, ob die Formulierungen im Original auch so sind, oder ob das einfach daran liegt, dass manche Sachen schwierig zu übersetzen sind.

Die Idee über eine Familie und eine Bäckerei einen Roman zu schreiben, finde ich, an sich erst einmal nicht schlecht, aber die Umsetzung war für mich etwas schwierig. Es gab Stellen im Hörbuch, wo ich nicht mehr wusste, wo befinden wir uns hier auf der Zeitachse gerade. Um welche Generation geht es und wie alt ist Alba gerade. Das mag auch an der Medialität gelegen haben, aber ich vermute, es lag auch mit an der Geschichte selbst.

Julia Fischer, die Sprecherin des Hörbuchs, hat mir gut gefallen. Es war nicht so verzaubernd wie das ein oder andere Hörbuch, das ich zuvor gehört habe, aber mir hat die Stimme gut gefallen. Am Anfang war es etwas verwirrend, weil es natürlich um Mateu geht, der schließlich ein Mann ist und ich bin es inzwischen gewöhnt, dass Romane mit männlichen Protagonisten von Männern und diese mit weiblichen Protagonistinnen von Frauen eingesprochen werden. Aber da Alba gegen Ende immer präsenter wird, ist die Wahl einer weiblichen Sprecherin absolut verständlich. Bei dem Hörbuch handelt es sich übrigens um eine ungekürzte Fassung des Romans.

Alles in allem hat das Hörbuch zu Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà und Sílvia Tarragó meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Ich hatte es ja immer wieder angedeutet, dass ich eine etwas andere Geschichte erwartet hatte. Ob ich deshalb enttäuscht bin, weil meine Erwartungen nicht erfüllt wurden, oder ob es an den kleineren Schwächen des Romans selbst lag, kann ich natürlich nicht so richtig sagen, aber ich finde, dass der Roman noch etwas mehr Potential gehabt hätte. Das Hörbuch hat mir dennoch ganz gut gefallen und so empfehle ich es durchaus weiter.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Rezensionsexemplar!

Hörbücher ·Portugiesische Wahrheit von L. Sellano

Inhaltsangabe: Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano

In dem Kriminalroman Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano geht es um Henrik Falkner, der eigentlich aus Deutschland kommt und in Lissabon ein Antiquariat von seinem Onkel Martin geerbt hat. Henrik war in Deutschland Kriminalbeamter und ermittelt nun auch in Portugal. Dort hat er die Polizeibeamtin Helena kennengelernt, die ihm das ein oder andere Mal Informationen zuspielt und der er bei ihren Fällen hilft.

Neben Helena steht ihm auch noch ein Geistlicher, Bruno, der sich in der Stadt sehr gut auskennt und ihm einige Informationen zuträgt, zur Seite. Außerdem bekommt Henrik derzeit Besuch von seiner Mutter, Simone Falkner, zu der er ein sehr angespanntes Verhältnis hat.

Henriks eigentliche Aufgabe in Lissabon ist neben der Führung des Antiquariats, Mordfälle aufzuklären. Martin hat in den letzten Jahrzehnten alle möglichen Informationen über Mordfälle und Tötungsdelikte in ganz Lissabon gesammelt. Für manche Mordfälle, die noch nicht einmal entdeckt worden waren, hatte er sogar schon Informationen zusammengetragen. Diese Informationen sammelte er, um den Mann ohne Nabel zu jagen, der Martins Lebensgefährten vor etlichen Jahren ermordete. Dessen Schwester unterstützt Henrik ebenfalls, denn obwohl ihr Bruder schwul war und von der Familie ausgegrenzt wurde, liebte sie ihn und möchte ebenfalls wissen, wer ihn ermordet hat.

Die eigentliche Geschichte geht aber um den Kriminalfall eines vor 25 Jahren ermordeten Bauarbeiters, der im Fundament eines Pools versenkt wurde. Nach 25 Jahren soll der Pool renoviert werden und so werden die sterblichen Überreste des Mannes gefunden. Helena soll sich nun mit dem alten Mordfall befassen und da Henriks Mutter zufällig in dem Hotel absteigt, zu dem der Pool gehört, treffen die beiden, die sich offenbar im letzten Band gestritten hatten, wieder aufeinander.

Henrik findet heraus, dass es sich bei dem Mordopfer nicht wie zuvor angenommen um einen Bauarbeiter handelt, sondern um einen marokkanischen Gesandten. In der Nähe von Marokko gibt es wohl eine Wüste, und der sich große Wasservorkommen befinden. Marokko zählt diese Wüste zu seinem Eigentum, aber die Besitzverhältnisse waren damals unklar und sind es wohl auch heute noch. Aber gesichert ist, dass die Wasservorkommen, die unter der Wüste im Gestein gespeichert sind, viel Geld wert sein werden.

Henrik nimmt Kontakt zu einem Marokkaner auf, der Informationen zu dem Mordopfer haben soll. Wie sich herausstellt ist der Mann der Sohn des vor 25 Jahren angekommenen marokkanischen Gesandten. Außerdem lernt er noch einen Journalisten kennen, der ihm hilft den Verkauf der Wüste von vor 25 Jahren öffentlich zu machen, denn dass Wasser unter der Wüste lagert, scheint weder der aktuelle Besitzer zu ahnen noch die Öffentlichkeit. Angeblich sollte damals dort ein Solarpark errichtet werden.

Hörbücher ·Portugiesische Wahrheit von L. Sellano

Rezension: Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano

Auch bei Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano handelt es sich wieder um ein Hörbuch, sodass ich auch hier wieder auf das Format und auf den Inhalt eingehen werden.

Ich hatte mit dem Hörbuch ein ganz großes Problem: Man muss die Bände in der richtigen Reihenfolge hören bzw. lesen. Ich hatte zum einen gar nicht mitbekommen, dass es sich bei diesem Band nicht um einen ersten Band bzw. Einzelroman handelt und zum anderen bin ich es auch nicht gewöhnt, dass man bei Kriminalromanen die Bände in der richtigen Reihenfolge lesen muss. Sowohl Agatha Christie-Romane als auch die Regionalkrimis von Michael Kibler (Darmstadt-Krimis) funktionieren auch alleine und man muss sie auf keinen Fall in der richtigen Reihenfolge lesen. Klar man versteht die Hintergrundgeschichte um das Privatleben der Ermittler besser wenn man die Bände in der richtigen Reihenfolge liest (vor allem bei Michael Kibler), aber wenn man es nicht tut, versteht man dennoch das allermeiste. Bei Portugiesische Wahrheit ist das nicht so. Der Band beginnt total offen und man ist komplett aufgeschmissen, wenn man den Band davor nicht kennt, weil man einfach nichts von dem, was passiert und warum es passiert, versteht. Außerdem endet der Band auch total offen. Bruno, der Geistliche, den ich in der Inhaltsangabe erwähnt habe, ist verschwunden und bleibt auch am Ende des Bandes noch verschwunden. Ich muss also den nächsten Band noch lesen bzw. hören, um zu erfahren wie es mit ihm weitergeht. Ich habe ja am Anfang die ganze Zeit gehofft, dass ich noch reinkomme in die Geschichte, aber das war leider praktisch nicht möglich. Ich habe da noch nie erlebt, dass es bei einer Kriminalreihe notwendig ist, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

So kommt es vermutlich auch, dass ich den Charakter des Henrik Falkner ziemlich unsympathisch fand. Er wird praktisch nicht beschrieben, weil der Erzähler erwartet, dass man den Protagonisten bereits kennt. Man erfährt nur durch die Handlungen von Henrik was für ein Charakter er so ist. Und da erfahren wir, dass er ständig wieder ausrastet, dass er es nicht schafft mal strukturiert zu ermitteln (die Ermittlungen um das vor 25 Jahren einbetonierte Mordopfer und die Ermittlungen um den Lebensgefährten von Martins Onkel laufen parallel). Diese hängen zwar auch eng zusammen, aber man muss wirklich aufmerksam zuhören um zu verstehen, welche Hinweise jetzt für welchen der Mordfälle wichtig sind.

Die Geschichte selbst, dass in einem Antiquariat Hinweise auf frühere Morde gesammelt werden und ein Ermittler diese von jemandem erbt und sie dann für aktuelle Mordermittlungen einsetzt, gefällt mir sehr gut, auch dass er dabei von einer einheimischen Polizistin unterstützt wird, fand ich sehr gut.

Was mich etwas gestört hat, waren die vielen Vorurteile, die den Figuren anhingen und die teilweise auch deren Handeln bestimmt haben: Helena Kollegen sind alle korrupt, deshalb hat sie so viele Schwierigkeiten auf Arbeit, weil ihr nur die Gerechtigkeit wichtig ist und sie eben nicht korrupt ist. Journalisten sind faul und trauen sich kaum einen etwas reißerischen Artikel zu veröffentlichen. Marokkaner sind Terroristen, die mit großen Feuerwaffen in ein Haus stürmen, weil sie dort den Mörder des Vaters ihres Anführers vermuten. Außerdem sind sie ungehalten, verprügeln fremde Menschen ohne Grund und geben total irrationale Vorgaben über die Schnelligkeit der Ermittlungen, während sie selbst nur auf Ermittlungsergebnisse warten; für einen Mordfall der 25 Jahre alt ist und bei dem es somit relativ egal ist, ob er heute oder morden aufgeklärt wird. Mir sind vor allem der erste und die letzten Vorurteile total gegen den Strich gegangen und das hat noch mehr dazu geführt, dass ich den Krimi einfach nicht so toll finden konnte.

Eine Sache hat mir aber ziemlich gut gefallen: Die Atmosphäre der Stadt, die Sehenswürdigkeiten, all das wurde ziemlich gut beschrieben und man hatte fast das Gefühl direkt in Lissabon Urlaub zu machen. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Krimi auf jeden Fall um einen Regionalkrimi, der eben nicht irgendwo in Deutschland, sondern in Portugal spielt. Ich war zwar noch nie in Portugal, aber mir hat der Krimi deshalb nicht weniger gut gefallen, sodass ich mir vorstellen kann, wenn man schon mal in Portugal bzw. Lissabon war, dann haben die Beschreibungen noch einmal einen ganz besonderen Reiz auf die Leserin.

Kommen wir nach einer sehr langen Inhaltsrezension nun zum Medium: das Hörbuch ist von Richard Barenberg eingesprochen. Ich finde, dass der Sprecher das ziemlich gut gemacht hat, weil man wirklich das Gefühl hatte, dass hier der Erzähler spricht und dass die Ansichten der Figuren – vor allem die Henrik Falkners – gut rübergebracht werden. Leider haben mir auch bei diesem Hörbuch ganz häufig die Namen der Figuren gefehlt, weil ich mir alleine vom Hören die ganzen portugiesischen Namen nicht merken konnte und mir hier eine Liste mit den wichtigsten Namen und vielleicht sogar ein Stadtplan mit Lissabon, in dem die wichtigsten Orte eingezeichnet sind, gut getan hätte. Einfach damit ich mich etwas besser orientieren kann.

Abschließend muss ich sagen, dass ich den Kriminalroman Portugiesische Wahrheit von Luis Sellano zum Einstieg zur Reihe nicht empfehlen kann. Es bietet sich sicherlich eher an, vorne mit Band 1 Portugiesisches Erbe zu beginnen, weil dann viele der Probleme, die ich mit dem 5. Band hatte, wegfallen werden (hoffentlich!). Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, auch dass die Stadt Lissabon, die Menschen dort und die Sehenswürdigkeiten eine große Rolle gespielt haben, fand ich spannend und sehr schön.

 

 

 

Vielen Dank an Random House Audio für das Rezensionsexemplar!

Fünf am Meer von E. Sternberg ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Fünf am Meer von Emma Sternberg

Im Roman Fünf am Meer von Emma Sternberg wohnt Linn Rosemeyer mit ihrem Freund Martin in einer wunderschönen Wohnung in München. Als sie, weil es technische Probleme auf Arbeit gab, früher von der Arbeit nachhause kommt, erwischt sie ihren Freund mit ihrer Kollegin und Freundin Katha auf dem Sofa. Sie schmeißt beide raus und versucht sich zu beruhigen. So langsam wird ihr klar, was sie nun verlieren wird: Ihre Wohnung, ihren Arbeitsplatz, ihre Familie, denn nachdem ihre Eltern gestorben sind, wurde sie von Martins Familie mit Beginn der Beziehung herzlich aufgenommen.

Als plötzlich ein Erbenermittler aus den USA vor ihrer Tür steht, ergreift sie die Chance für ein paar Tage aus München wegzukommen. Linn unterzeichnet die Vereinbarung und Mr. Samuel Cunningham bringt sie in die USA und dort zu ihrem Haus in den Hamptons, dass sie von einer entfernt verwandten Tante Dotty geerbt hat. Ihre Tante zweiten Grades wanderte vor etwa 50 Jahren in die USA aus und änderte ihren Namen in Dorothy Webber. Nachdem sie Jahre lang in New York in einem Hotel gearbeitet hatte, kam sie irgendwann in die Hamptons und eröffnete dort eine Pension, in einem großen Haus. Inzwischen lebte sie dort mit fünf Freunden zusammen: Patty, Eleonore, Loretta, Maxwell und Frederic. Die fünf Rentner leben dort noch immer und das stellt Linn vor ein großes Problem: Sie kriegt etwa 10 Million für ihr Haus, wenn sie es an einen mysteriösen Russen verkauft. Da Linn Mr. Cunningham und der Steuerbehörde insgesamt etwa 5,5 Million schuldet, hat sie gar keine andere Wahl als zu verkaufen, denn beide Summen werden fällig, ob sie das Haus behält oder nicht spielt dabei keine Rolle. Und da sie keine 5,5 Million US-Dollar auf dem Konto hat, muss sie ihr Haus verkaufen.

Linn findet sich langsam damit ab und hofft, ihre neuen Freunde in einem anderen Haus unterzubringen. Während ihres Aufenthalts in den USA lernt sie nicht nur Eleonores Sohn Ted kennen, der sich um einige Reparaturen im Haus kümmert, sondern auch Alan, einen Journalisten, der einen Artikel über einen bekannten Künstler und dessen Beziehung zu Linns Tante Dotty schreiben möchte.

Vor vielen Jahren hatten Dotty und der Künstler angeblich eine Affäre miteinander. Damals soll der Künstler sie gemalt haben, was allerdings für recht unwahrscheinlich gehalten wird, da dieser in der Regel keine Menschen malte. Sollte es aber dennoch so ein Bild geben, wäre das natürlich eine Sensation. Zum einen weil es eben ein Porträt von einem Mensch wäre und zum anderen weil es wohl das letzte gemalte Bild des Künstler wäre.

Kurz vor ihrer Rückreise nach Deutschland findet Linn das Gemälde, doch was soll sie damit machen? Alan hat sich bereits als Lügner und Betrüger entpuppt, ihm wird sie davon also nichts erzählen, aber sie bittet Ted, sie in die Stadt zu fahren, damit sie das Bild dort begutachten lassen kann. Als sich herausstellt, dass man ihr 6 Million für das Bild zahlen würde, hadert Linn mit sich, denn sie will nicht das Gefühl haben, sie die Liebe und Zuneigung der Bewohner zu erkaufen, die sie schneiden seitdem sie wissen, dass sie das Haus wirklich verkaufen wird. Auch Ted scheint damit ein Problem zu haben, denn er schneidet sie schon seit einigen Wochen. Linn kann sich das nicht erklären, denn schließlich ist er verheiratet und sie beide sind doch nur befreundet, oder? Und was soll sie nun mit ihrem Erbe anstellen?

Fünf am Meer von E. Sternberg ·Hörbücher

Rezension: Fünf am Meer von Emma Sternberg

Der Roman Fünf am Meer von Emma Sternberg ähnelt vom Cover her dem Roman Azurblau für Zwei, allerdings ist Fünf am Meer früher geschrieben worden als Azurblau für Zwei. Ich hatte aber Azurblau für Zwei vorher gelesen und fand den Roman ganz gut, deshalb wollte ich gerne auch noch Fünf am Meer lesen. Dann habe ich gesehen, dass es diesen Roman auch als Hörbuch gibt und das der Verlag es noch als Rezensionsexemplar rausgibt, sodass ich es beantragte. Deshalb gehe ich wie immer auch hier zum einen auf den Inhalt und auf das Medium ein:

Die Geschichte ist schon ziemlich ungewöhnlich: Eine junge Frau, die praktisch keine Familie mehr hat, wird zufällig zur Erbin eines großen Hauses (zufälligerweise habe ich mehr oder weniger parallel den Roman Das Glück der blauen Stunde von Bertina Henrichs gelesen: Eine Frau erbt als einzige noch lebende Verwandte von einer alten Tante ein Haus hier in Südfrankreich und nicht in den USA, ansonsten aber ziemlich ähnlich). Linn hat einen Freund in Deutschland, von dem ihr gesamtes Leben beeinflusst wird: Ihren Job hat sie im Reisebüro seiner Eltern, die Wohnung, in der sie zusammen leben, gehört seiner Familie, seine Familie hat sie beim Zusammenkommen herzlich aufgenommen. Als sich die beiden trennen, bleibt für Linn nichts von ihrem alten Leben und so unterschreibt sie kurzentschlossen. Das Abenteuer in Amerika beginnt. Diese Handlung hat mir unheimlich gut gefallen und ich fand es auch gar nicht so schlimm, dass sie am Ende offenbar überlegt in Amerika zu bleiben, denn schließlich hat sie nicht wirklich etwas zu verlieren. In Deutschland hält sie außer ein paar eigenen Freunden eigentlich nichts mehr.

Linns Charakter mochte ich also recht gerne. Mir war sie von Anfang an sympathisch, obwohl ich es natürlich etwas leichtsinnig fand, den Vertrag einfach zu unterschreiben, aber natürlich ist das verständlich, wenn man darüber nachdenkt, dass sie meint Martin auf der Treppe zu hören und nur noch weg will. Auch dass sie sich so lange davor drückt mit den Bewohnern des Hauses über einen möglichen Verkauf zu sprechen, konnte ich nachvollziehen, wenngleich es natürlich nicht sonderlich klug ist und auch von den Bewohnern hier ein größeres Interesse zu erwarten gewesen wäre. Nur als Linn ziemlich am Ende des Romans so enttäuscht von Alan ist, weil er sie belogen und betrogen hat und in ihr Leben, ihr Haus und ihre Mitbewohner dringt um an Informationen für seinen Artikel zu kommen hätte ich sie am liebsten geschüttelt, weil ich nicht verstanden habe, wie sie so naiv sein kann.

Das Cover für das Hörbuch und das Taschenbuch hat mir gut gefallen und passt wunderbar zur Stimmung. Emma Sternberg schafft es wunderbar die Stimmung eines Hauses in den Hamptons zu transportieren. Das Meeresrauschen, das Kreischen der Möwen, der blaue Himmel, die Dünen und der Strand spielen in dem Hörbuch und dem Roman eine große Rolle und wirken auch leicht und sehr urlaubig. Man hatte fast das Gefühl, in einem Haus am Meer Ferien zu machen.

Das Hörbuch wurde von Britta Steffenhagen eingesprochen. Ähnlich wie bei dem Hörbuch zu Mord in Sunset Hall von Leonie Swann und der Stimme von Anna Thalbach, war ich auch von der Stimme von Britta Steffenhagen nicht so ganz begeistert. Ich fand sie schon in Ordnung, aber nicht so samtig und freundlich wie beispielsweise die von Iris Berben. Natürlich ist mir klar geworden, warum man diese Sprecherin ausgewählt haben könnte: Britta Steffenhagen kann mit ihrer Stimme sicherlich auch gut die älteren Leute sprechen und davon gibt es ja auch in Fünf am Meer einige (genau genommen fünf). Obwohl diese meist keine direkte Rede haben, sprechen sie eben hin und wieder doch und deren Stimmen hat Steffenhagen wunderbar von der Stimme von Linn beziehungsweise der der Erzählerin abgegrenzt.

Nachdem ich mal einen Blick in die Print-Ausgabe geworfen habe, merke ich natürlich auch, wo gekürzt wurde, aber in den allermeisten Fällen ist mir das gar nicht aufgefallen. Es gab keine komischen Sprünge oder sowas. Einzig kam mir die Beziehung zu Linn und den Bewohnern und zu Ted teilweise komisch vor, weil es mir hin und wieder zu schnell ging wie sich die Beziehung entwickelt hat. Ich weiß aber nicht, ob hier etwas gekürzt wurde oder ob das einfach von der Autorin so intendiert war.

Ich habe das Hörbuch als CDs gehört und bekam dieses Mal ein sehr dickes Case. Bei den MP3-CDs geht ein ganzes Hörbuch auf ein oder zwei CDs, hier waren es ganze sechs CDs. Das sorgte natürlich dafür, dass man häufig die CD wechseln musste, was ein bisschen nervig war, weil man gerade im Hörfluss (gibt es sowas analog zum Lesefluss?) drin ist und dann schon wieder rausgebracht wird. Aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mit den MP3-CDs vorher ziemlich verwöhnt war. Entsprechend handelt es sich hier natürlich um ein dickeres Case mit klappbaren CD-Haltern.

Alles in allem hat mir Fünf am Meer von Emma Sternberg sowohl im Inhalt, den Charakteren und dem Plot her gut gefallen, aber auch die Stimme von Britta Steffenhagen passte gut dazu, sodass ich das Hörbuch gerne weiterempfehle.

 

 

 

Danke an den Verlag Random House Audio für das Rezensionsexemplar!

Der geheime Garten von F. H. Burnett ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett

Das geheime Garten ist ein Kinderbuch von Frances Hodgson Burnett und spielt größtenteils in England. Mary Lennox lebt mit ihren Eltern in Indien bis beide innerhalb von kürzester Zeit an Cholera sterben. Mary wird im Haus gefunden und zu ihren Verwandten nach England geschickt. In London wird sie von Mrs. Medlock, der Haushälterin ihres Onkels, abgeholt. Diese bringt sie dann nach Misselthwaite. Allerdings wird Mary kein warmer und herzlicher Empfang bereitet, sondern sie ist auch dort erst einmal auf sich selbst gestellt. Ihre Eltern vermisst sie kaum, weil ihre Mutter zu sehr mit sich selbst beschäftigt war und ihr Vater viel arbeiten musste, aber ihre Kinderfrau vermisste sie sehr, zumal diese ihr bei allem half und man in England von ihrer erwartet, dass sie sich zum Beispiel alleine anzieht.

Mary bekommt zwar zwei Zimmer in dem großen Herrenhaus im Moor, hat dort aber eigentlich kein Spielzeug. Ihre Mahlzeiten nimmt sie alleine ein und wird dort hauptsächlich von Martha, einer jungen Frau, die mit ihren Geschwistern und ihren Eltern auf dem Moor lebt, betreut. Martha erzählt von ihrem Bruder Dickon und ihrer Mutter, die Mary gerne irgendwann kennen lernen würde. Mary lebt sich immer mehr ein in Misselthwaite und freundet sich sogar mit Martha an.

Da sie immer noch kein Spielzeug hat, geht sie ziemlich schnell nach ihrer Ankunft nach draußen in den Garten, um dort zu spielen, die Blumen zu betrachten und lernt dort auch die Gärtner und die Gärten kennen. Bei einem ihrer Streifzüge entdeckt sie einen geheimen Garten, von einer Mauer umschlossen und von einer grünen Tür verborgen. Kurz darauf findet sie durch einen Zufallen den bislang vergrabenen Schlüssel und macht sich von nun daran, den Garten umzugestalten. Zwischenzeitlich lernt sie Mr. Archibald Craven kennen, der sich aber kurz darauf auf eine Reise begibt und Mrs. Medlock und Martha die Verantwortung für das junge Mädchen überträgt.

Dickon kommt vorbei, freundet sich mit Mary an und von nun an arbeiten beide gemeinsam im Garten. Irgendwann findet Mary durch einen Zufall heraus, dass Misselthwaite noch einen weiteren Bewohner hat: Colin. Er ist Mr. Cravens Sohn und somit Marys Cousin und ist schwerkrank. Vieles von seiner Krankheit ist eingebildet bzw. psychosomatisch und so schafft es Mary nach und nach den kränkelnden Jungen zurück ins Leben zu führen.

Nach einem schlimmen Streit beschließt Mary Colin nun doch von dem geheimen Garten zu berichten, damit dieser dort auch das Wunder des Frühlings erleben kann. Dickon soll nun also Colin mit dem Rollstuhl durch den Garten schieben. Gemeinsam arbeiten sie von nun an regelmäßig im Garten, Colin geht es von Tag zu Tag besser und er bekommt immer mehr Appetit; genau wie Mary. Beide werden immer engere Freunde und schaffen es schließlich den Garten wieder zum Leben zu erwecken, vor allem dank Dickons Hilfe, da dieser einen grünen Daumen hat und sich gut mit Pflanzen und Tieren auskennt.

Mr. Craven erhält einen Brief von Dickson Mutter, in diesem bittet sie ihn, zurück nachhause zu kommen. Dieser leitet seine Rückkehr unmittelbar nach Erhalt des Briefes ein und träumt von einer Stimme, die ihm etwas von einem Garten einflüstert. Der geheime Garten war der Ort, an dem seine Frau damals starb und so erinnert ihn sowohl sein Sohn, als auch der abgeschlossene Garten an diesen schlimmen Verlust. Als er zurückkehrt, hält der Garten jedoch eine andere Überraschung für ihn bereit…

Der geheime Garten von F. H. Burnett ·Hörbücher

Rezension: Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett

Auch von Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett habe ich wieder das Hörbuch gehört. So werde ich auch hier wieder auf beide Komponenten, Inhalt und Medium, eingehen.

Das Hörbuch beruht auf einer Übersetzung von Felix Mayer und wurde wohl von Iris Berben eingesprochen, weil es dieses Jahr auch einen Film dazu geben sollte. Das Hörbuch ist leidet etwas gekürzt aber ab 7 Jahren. Das Cover passt ziemlich gut zum Inhalt und hat mir gut gefallen. Das Rotkehlchen ist für die Handlung auch nicht unwichtig, weil es beispielsweise Marys erster Freund in Misselthwaite ist und sie zum Garten und zum Schlüssel führt.

Iris Berben hat ihre Sache wunderbar gemacht. Eine weibliche, sanfte Stimme als Erzählerin für ein Kinder- bzw. Jugendbuch mit einer weiblichen Protagonistin passte gut. Und obwohl Mary am Anfang als alles andere als sanft beschrieben wird, passte auch hier die Stimme gut zur Handlung. Für mich war es auch überhaupt nicht notwendig, dass es hier einen Sprecherwechsel gibt je nach dem wer gerade in der Handlung im Vordergrund steht, weil Mary ohnehin in nahezu jedem Kapitel von Relevanz ist, wenngleich sie später natürlich in den Hintergrund tritt, weil es natürlich hauptsächlich um Colins Heilung geht. Auch da fand ich die weibliche Stimme nicht störend. Iris Berben hat auch die Atmosphäre eines englischen Landhauses, oder zumindest wie ich es mir vorstelle, wunderbar eingefangen und ich habe ihr wirklich gerne zugehört.

Zur Geschichte selbst muss ich ja auch gar nicht so viel schreiben, das Kinderbuch ist schließlich unheimlich bekannt, wenngleich viele von Burnett wohl Den kleinen Lord kennen. Daneben gibt es auch noch das Kinderbuch Eine kleine Prinzessin, das vielleicht auch einige kennen.

Im Geheimen Garten geht es um solche Themen wie Freundschaft und Liebe (vor allem zwischen Eltern und ihren Kindern, aber auch zwischen Freunden) und es geht um Entwicklung. Vor allem Colin und Mary machen eine große Entwicklung durch, wobei diese bei Mary schon einsetzt bevor sie mit Colin und Dickon befreundet ist. Sie ist – genau wie Dickon – mit Tieren befreundet und vor allem zu dem Rotkehlchen hat sie eine enge Bindung, sodass die beiden sich immer gegenseitig zu freuen scheinen, wenn sie sich im Garten treffen. Bei Colin geht die Entwicklung mit dem Garten einher. Während die Freunde im Garten arbeiten und über den Zauber der Natur sprechen, der im Frühling alle tot geglaubten Pflanzen wieder zum Leben erweckt, blüht auch der kleine Junge auf und erwacht zu neuem Leben. Dieser Entwicklung zuträglich scheint auch die Freundschaft zu Mary und Dickon, und all den Tieren, die Dickon immer dabei hat.

Es geht aber auch um Familie. Archibald Craven hat vor etlichen Jahren seine Frau durch einen bedauerlichen Unfall im Geheimen Garten verloren. Das kann er offenbar weder dem Garten, noch dem gemeinsamen Sohn und erst recht nicht sich selbst verzeihen. In dem gekürzten Hörbuch wurde es für mich so dargestellt als ob Colin komplett von alleine der Idee verfallen wäre, dass er ein Krüppel werden würde und nicht lange leben wird. Weil er davor solch eine Angst hat, liegt er den ganzen Tag im Bett und sobald er auch nur eine kleine Beule auf seinem Rücken zu spüren glaubt, bekommt er Panikattacken und schreit das ganze Haus zusammen. Als Mr. Craven wieder nachhause kommt, wirkte er – für mich – eher überrascht darüber, dass sein Sohn draußen ist und gerade mal keine Attacke hat. Das wirkte auf mich so, als wäre Colin alleine auf die absurde Idee mit der Behinderung und der Erkrankung gekommen und sein Vater hätte es deshalb in seiner Nähe nicht ausgehalten und ihn abgeschoben. Für mich ergibt es aber eher Sinn, wenn der Vater seinen Sohn nicht in seiner Nähe erträgt, weil ihn dessen Augen an seine große Liebe erinnern. Dennoch fand ich Archibald Craven relativ unsympathisch bis auf die eine Szene als er mit Mary spricht „kurz“ nach ihrer Ankunft und die Szene als er wieder zurück nachhause kommt.

Obwohl ich diesen Charakter also nicht sonderlich mochte, mochte ich die Kinder und Martha und ihre Mutter dafür umso lieber. Für mich war dieses Hörbuch mit einer wunderschönen, atmosphärischen Geschichte und der einfühlsamen Stimme  von Iris Berben genau die richtige Kombination und ich empfehle das Hörbuch Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett gerne weiter.

 

 

 

Danke an cbj audio für das Rezensionsexemplar!

Die Tote in der Sommerfrische von E. Dix ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix

Die Tote in der Sommerfrische ist ein Seebad-Krimi von Elsa Dix. Er spielt im Jahr 1912 in Norderney. Christian Hinrichs arbeitet für eine Frauenzeitschrift und soll einen Bericht über die Sommerfrische auf Norderney schreiben. Damit beginnt er auch. Gleichzeitig macht er mit einer kleinen Kamera Fotos, die er seinem Verleger zusätzlich verkaufen will, um den Bericht aufzulockern.

Christian Hinrichs ist der Sohn eines Arbeiters und sollte nach der Meinung seines Vaters ebenfalls Arbeiter werden. Christian bekam während der Schulzeit aber ein Stipendium und durfte so auf eine gute Schule und erhielt eine gute Ausbildung. Nun arbeitet er bei der Frau von Welt und soll über Dinge berichten, die ihn eigentlich nicht interessieren. Zuvor war er Kriminalreporter, was seinen Geschmack eigentlich mehr trifft.

Auf Norderney lernt er Viktoria Berg kennen. Sie kommt eigentlich aus gutem Hause, doch ihr Vater gestattet ihr einige Freiheiten, sodass sie sich alleine auf Norderney aufhält. Im Herbst möchte sie sogar Lehrerin werden. Da Lehrerin nicht verheiratet sein dürfen, sucht sie keinen Mann, sondern möchte lieber auf eigenen Beinen stehen. Wie es für eine Frau das höchste sein kann, endlich verheiratet zu werden, ist ihr unbegreiflich, schließlich gibt eine Frau damit sämtliche Freiheiten auf und dazu ist Viktoria nicht bereit.

Henny Petersen wird ermordet im Meer treibend gefunden. Christian sieht das Zimmermädchen und zieht sie aus dem Wasser. Viktoria kommt zufällig vorbei und erklärt sich bereit, bei der Toten zu warten bis Christian jemanden geholt hat, der ihnen hilft, die Tote wegzubringen. Für Viktoria ist Henny keine Unbekannte. Sie haben sich zwar gerade erst in der Sommerfrische wieder getroffen, aber sie kennen sich noch von früher. Hennys Eltern haben früher für Viktorias Vater gearbeitet und Viktoria hat Henny Lesen beigebracht. Beide haben sich damals angefreundet.

Viktoria kann nicht verstehen, weshalb ihre Freundin nun tot ist und Christian möchte im Mord an Henny Petersen ermitteln. Erst ermittelt jeder der beiden für sich, doch bald schon merken sie, dass sie sich gegenseitig unterstützen können. Sie durchsuchen Hennys Zimmer, das sie sich mit Marie geteilt hat. Deshalb befragen sie auch das junge Zimmermädchen. Sie finden heraus, dass Henny mit dem Concierge zusammen war und befragen auch ihn. Nach und nach erhalten sie immer mehr Hinweise.

Viktoria hat sich mit der jungen Clara von Balow angefreundet. Das junge Mädchen ist mit ihrer Mutter, Baroness von Balow, und deren Schwester Elsie von Czarnecki auf Norderney. Sie verstehen nicht warum Viktoria traurig ist über den Tod des Zimmermädchens. Neben den Balows leben derzeit auch Dr. Moritz Feuser, Severin von Seyfarth und einige andere in dem Hotel, in dem auch Christian und Viktoria leben und Henny arbeitete.

Christian und Viktoria finden heraus, dass Henny etwas über den Tod an ihrer früheren Arbeitgeberin ermittelt hat, außerdem wurde sie kürzlich entlassen, was sie aber nicht sehr in Sorge versetzt zu haben schien. Ihr Freund wollte sie eigentlich heiraten, aber auch das wollte Henny nicht. Und gegenüber Viktoria sagt sie kurz vor ihrem Tod noch, dass sie etwas Großes geplant hätte, das ihr Leben verändern soll. Viktoria und Christian finden einen Geist im Hotel und erfahren, dass Henny weiter an ihrer Ausbildung gearbeitet hat, dass sie sich selbst Maschine schreiben und solche Dinge beigebracht hat und dass sie sogar eine Anstellung in einer Schreibstube bekommen hat.

Nach diesen Hinweisen ist es noch unverständlicher was sie denn für eine Beziehung zu Severin von Seyfarth hatte. Als er aber erschlagen im Herrenzimmer aufgefunden wird und er Concierge über ihn gebeugt dasteht und Clara von Balow ihn dort ertappt, zieht sich die Schlinge um den Hals des Mannes enger. Nun denkt die Polizei, dass er seine Freundin und Seyfarth offenbar aus Eifersucht ermordet hat.

Viktoria und Christian finden unterdessen immer mehr Hinweise auf den Täter und als Viktoria diesen in Christians letzter Nacht auf der Insel mit der Wahrheit konfrontiert, kommt es zum Kampf zwischen Viktoria und dem Mörder. Hinzu kommen tosende Wellen, die den Seesteg überspülen und drohen beide ins Meer zu ziehen…

Die Tote in der Sommerfrische von E. Dix ·Hörbücher

Rezension: Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix

Den Kriminalroman Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix habe ich auch wieder als Hörbuch gehört, sodass ich hier auf beides, Inhalt und Format, eingehen werde.

Der Roman erinnerte mich ein bisschen an den ersten Teil, Ein gefährlicher Gegner, der Tommy und Tuppence-Beresford-Reihe von Agatha Christie. Ein junges Pärchen ermittelt das erste Mal zusammen. Die Charaktere der beiden Ermittler sind auch recht ähnlich. Außerdem spielen die beiden Romane zu einer ähnlichen Zeit. Der Unterschied ist nur, dass Elsa Dix heute über einen Fall vor 100 Jahren schreibt und Christie ihren Roman damals geschrieben hat. Normalerweise mag ich historische Romane nicht sonderlich, aber durch diese Ähnlichkeit hatte ich gar nicht so das Gefühl, dass es sich um einen historischen Roman handelte und wahrscheinlich mochte ich ihn auch deshalb so gerne.

Kommen wir also zu den Charakteren: Ich habe es ja in der Inhaltsangabe recht detailliert beschrieben. Viktoria Berg wurde von ihrem Vater recht frei erzogen. Für eine Frau darf sie sich sehr frei bewegen, er ließ sie sogar alleine in den Urlaub fahren. Außerdem darf sie ihre eigene Meinung haben, er zwingt sie nicht zu heiraten (auch wenn er es gerne sehen würde) und er lässt sie arbeiten. Viktoria möchte nicht heiraten, auch wenn sie sich – vor allem zu Christian – sehr stark hingezogen fühlt und mit ihm das erste Mal merkt, worauf sie da eigentlich verzichten möchte: Küsse, Liebe, Leidenschaft, Kinder und eine eigene Familie. Doch ihre Freiheit scheint ihr wichtiger zu sein.

Christian ist eigentlich ein netter Kerl, hatte aber dennoch einige Fehler. Man erfährt später, dass er zuhause für den Tod an einem Polizisten verantwortlich war. Er ist eigentlich ein Arbeiterjunge, hat sich aber durch seine Intelligenz und durch Fleiß hochgearbeitet. Das führt zu Spannungen innerhalb seiner Familie. Er spricht kaum noch mit seinen Eltern und vor allem sein Vater ist überhaupt nicht damit einverstanden, dass Christian nur ein Journalist ist, weil er das nicht also richtige Arbeit anerkennt. Christian scheint auch schon Erfahrungen mit Frauen zu haben, denn die Mädchen aus der Arbeiterschicht sind Männern gegenüber etwas offener. Dennoch ist er beeindruckt von Viktoria, denn sie ist selbstsicher und auch wenn er beleidigt ist, weil sie nicht bereit ist ihre Freiheit für ihn aufzugeben, hat er sich offenbar in die willensstarke Frau verliebt.

Die Geschichte an sich ist auch ziemlich spannend erzählt: Die Kulisse ist ein historisches Seebad auf Norderney. Damit passte der Roman für mich perfekt in den Sommer. Die Figuren werden teilweise etwas ausführlicher ausgestaltet, manchmal auch weniger genau. Klar ist aber, dass einer von ihnen der Täter sein muss, was den Krimi zu einem Whodunit macht. Ungewiss bleibt lange wer denn der Täter ist. Nicht mal nach dem Mord an Seyfarth konnte man sich sicher sein, dass er Henny nicht ermordet hat, da er ganz offensichtlich ein Motiv hatte und sich auch allen gegenüber als sehr negative Person offenbart, sodass es viele Menschen auf Norderney gibt, die ein Motiv gehabt hätten, ihn zu ermorden. So wäre es möglich gewesen, dass er Henny ermordet hat und er dann von einem anderen Mörder ermordet wurde. Ich muss sagen, dass mir aber nach etwa zwei Dritteln des Romans klar war, wer der Mörder ist (aber dazu werde ich hier nicht mehr verraten), dennoch war es spannend, weil ich mir natürlich nicht sich sein konnte.

Kommen wir nun zum Hörbuch selbst: Wir haben zwei ermittelnde Figuren, aber nur einen Hörbuchsprecher. Das fand ich am Anfang sehr befremdlich, weil ich erst vor wenigen Wochen Time to Love gehört habe. Dort gibt es zwei Hauptfiguren, die von zwei verschiedenen Sprecherinnen gesprochen wurden. Mit so etwas hatte ich hier dann auch gerechnet, weil man bei der männlichen Stimme den Erzähler natürlich mit Christian assoziiert und dann verwirrt ist, dass dieser Sprecher auch von Viktorias Innenwelt weiß. Gleichzeitig ist der Krimi der Debütroman von Elsa Dix, sodass es schon etwas verwunderlich ist, dass es überhaupt ein Hörbuch dazu gibt (wenngleich dieses nur als Download verfügbar ist). Ich denke, dass das auch der Grund sein könnte, warum man nicht noch einen zweiten Sprecher engagiert hat.

Dennoch hat mir die Lesung von Steffen Groth gut gefallen. Ich mochte seine Art des Erzählens und ich habe dem Hörbuch sehr gerne zugehört.

Sprecher und Geschichte haben für mich das Hörbuch Die Tote in der Sommerfrische von Elsa Dix zu einem tollen Hörbuch gemacht, sodass ich jetzt schon sehr gespannt bin, ob es wirklich noch einen zweiten Teil in dieser Reihe geben wird und ich hoffe inständig darauf. Von mir gibt es also eine ganz klare Empfehlung.

 

 

 

Danke an den Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!