Hörbücher ·Saphirblau von K. Gier

Kurz gesagt: Saphirblau von Kerstin Gier

Gwendolyn ist immer noch ungeübt im Zeitreisen und auch ihre Gefühle für Gideon machen die ganze Sache nicht leichter, denn einmal kann er sie gar nicht genug küssen und kurz darauf stößt er sie von sich. Ximerius, ein Wasserspeier-Geist mit dem Gwen aufgrund ihrer besonderen Gabe sprechen kann, hilft ihr zwar und behält einige Menschen für Gwen im Auge, doch hinter die Geheimnisse was hinter dem Chronographen steckt, was die geheimen Pläne des Grafen sind und was die Wächter vor ihr verborgen halten, ist sie noch nicht gekommen.

Ich mochte den ersten Band der Edelstein-Trilogie ganz gerne, doch der zweite hat mich eher genervt als dass ich ihn toll fand. Die Handlung ist spannend und es geschieht ziemlich viel in kurzer Zeit; im Buch vergehen nur wenige Tage. Gerade weil so viel gleichzeitig geschieht, verstehe ich nicht, weshalb Gwen nicht mehr eigene Ermittlungen anstellt. Sie lässt sich wie eine Schachfigur über das Brett dirigieren und begnügt sich damit, keine Antworten zu erhalten. Das hat mich sehr gestört, weil ich ihr Verhalten einfach nicht nachvollziehen konnte.

Hinzu kam, dass sie sich von Gideon so behandeln lässt. Ich finde ihn, ehrlich gesagt, nur noch unsympathisch. Auf der einen Seite scheint er in Charlotte verliebt zu sein und auf der anderen wird er vom Grafen offenbar ziemlich manipuliert (und ich bin nicht sicher, ob er es mitbekommt). Sein Verhalten Gwendolyn gegenüber ist einfach komplett unberechenbar und ich bin nicht sicher, ob er einfach nur ein Arsch ist, der mit den Gefühlen der beiden Mädchen spielt oder ob er wirklich zu den Bösen gehört. Auf jeden Fall kann ich nicht verstehen wie Gwendolyn ihm vertrauen kann.

Vielleicht liegt es an den starken Kürzungen, dass ich Gideons Charakter wenig differenziert betrachten kann und dass ich das Gefühl habe, dass ständig irgendein Abenteuer zu bestehen ist. Meine Hörbuchversion ist wieder stark gekürzt. So weiß ich leider auch gar nicht, was denn da genau alles wegfällt.

Das Hörbuch selbst mochte ich sehr gerne. Es ist wieder von Josefine Preuss eingesprochen, die auch schon den ersten Band der Trilogie gesprochen hat. Sowas mag ich ja immer; eine andere Sprecherin zwischendrin hätte ich schon sehr komisch gefunden. Für mich passt die Stimme einfach super zu Gwendolyn.

Alles in allem war ich von Saphirblau von Kerstin Gier enttäuscht, bin aber dennoch neugierig wie die Trilogie ausgeht und werde deshalb natürlich auch den dritten Band hören.

Der Tod liegt in der Luft von A. Lane ·Hörbücher

Kurz gesagt: Der Tod liegt in der Luft von Andrew Lane

Im ersten Teil der Young Sherlock Holmes-Reihe Der Tod liegt in der Luft von Andrew Lane geht es um den 14-jährigen Sherlock Holmes, der von seinem älteren Bruder Mycroft aus dem Internat abgeholt und für die Ferien zu Verwandten gebracht wurde. Dort lernt er bald den jungen Matty kennen, mit dem er gemeinsam die Gegend unsicher macht. Sie erfahren von zwei mysteriösen Todesfällen und beginnen mit ihren Ermittlungen, in die sie bald auch Sherlocks Lehrer Amyus Crowe und dessen Tochter, die freigeistige Virginia, einbeziehen…

Ich habe den ersten Teil der Reihe als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium eingehen.

Am Anfang hatte ich echt Schwierigkeiten mit der Figur des jungen Sherlock klarzukommen, weil ich ihn bisher nur als Erwachsenen kannte und ihn auch schon aus einigen Adaptionen kenne. Irgendwie hat die Figur nicht dem entsprochen, was ich von Sherlock erwartet hätte, aber in anderen Bereichen konnte ich mir sehr gut vorstellen wie der junge Sherlock zu dem erwachsenen Detektiv wird, den ich schon kenne. Es war schlichtweg nicht einfach eine Figur nicht zu kenne, die man eigentlich kennt. Ich weiß leider nicht, wie ich das anders ausdrücken soll.

Der Fall selbst erinnerte mich an einen typischen Holmes-Fall. Es gibt zwei Todesfälle, die durch etwas verursacht wurden, von dem man vorher noch nie (oder kaum) gehört hat. Diese Todesfälle hängen mit einem großen, verwickelten Masterplan zusammen, aber auf den ersten Blick, scheint kein Zusammenhang zu bestehen, denn dieser wird erst nach und nach sichtbar. Solche Komplexität hat mir gut gefallen, wenngleich ich es auch für die Altersgruppe angemessen aufbereitet fand.

Erwähnen möchte ich hier noch kurz, dass Sherlock in mehrere Kämpfe verwickelt wird und dabei auch immer wieder verletzt wird. Diese Szenen wurden auch im Hörbuch ziemlich explizit beschrieben, sodass man dies beim Lesen/Hören auf jeden Fall vorher wissen sollte.

Das Hörbuch selbst ist stark gekürzt, was man leider auch merkt (über 400 Seiten hat der Krimi, das Hörbuch nur knappe 4,5 Stunden). Vor allem gegen Ende ging alles sehr schnell, häufig bestand die Handlung nur aus aneinander gehängten gefährlichen Situationen, bei denen im Buch vielleicht noch einmal ein bisschen mehr dazwischen geschehen ist und die deshalb nicht wie dicht gedrängte Spannungshöhepunkte gewirkt haben, im Hörbuch leider schon. So kann sich die Geschichte nicht natürlich entwickeln. Außerdem sind einige Fragen für mich am Ende offen geblieben (Warum warnt Mycroft Sherlock vor der Haushälterin? Sind die Ferien nun vorbei? Werden Sherlock und seine neuen Freunde weiter gemeinsam ermitteln?), die vielleicht in weiteren Bänden beantwortet werden und die vielleicht auch im Buch nicht beantwortet werden, dennoch hatte ich immer wieder das Gefühl, dass etwas im Hörbuch fehlt.

Der Sprecher hat gut zu Sherlock gepasst und ich konnte ihm gut folgen. Leider, und ich weiß nicht, ob das am Sprecher oder an der Kürzung lag, hat das Spiel mit der Stimme nicht immer gepasst. Der Sprecher hat versucht für alle Charaktere einen eigenen Stimmklang zu entwickeln. Manchmal kamen aber Sätze, die ich einer bestimmten Figur zugeschrieben hätte mit der Stimmt einer anderen Figur. Das hat mich dann doch verwirrt, weil dadurch nicht immer klar wurde, wer eigentlich gerade welche Meinung vertritt.

Alles in allem hat mir Der Tod liegt in der Luft von Andrew Lane ganz gut gefallen. Am Anfang war ich noch etwas skeptisch bezüglich des ersten Young Sherlock Holmes-Bandes, aber mit der Zeit habe ich einen immer besseren Zugang zur Geschichte und den Figuren erhalten und werde, wenn mir mal weitere Bände in die Hände fallen, sicherlich noch den ein oder anderen davon hören/lesen.

Hörbücher ·Jane Austen und die Kunst der Worte von C. Bell

Kurz gesagt: Jane Austen und die Kunst der Worte von Catherine Bell

Jane Austen und die Kunst der Worte von Catherine Bell ist ein biographischer Roman über die Autorin Jane Austen, die im während der Jahrhundertwende zwischen dem 18. Und 19. Jahrhundert lebte und schrieb.

Catherine Bell beschreibt Jane Austens Leben und beginnt in ihrer Jugend. Wir lernen die junge Jane kennen, die noch nie verliebt war und glaubt das erste Mal verliebt zu sein. Außerdem erfahren wir mehr über Janes Familie und über ihre Lebensumstände, aber natürlich auch über ihre Krankheiten und den Streit, den es in der Familie immer wieder gab. Wie Janes beinahe-Verlobung in die Brüche ging und wieso sie daraufhin nie geheiratet hat, erfahren wir genauso wie ihre Gefühle bezüglich ihrer Romane und den darin auftretenden Figuren.

Bell beschreibt sehr viel aus Austens Leben, auch Dinge, die vor allem mit ihrem Innenleben zu tun haben. Das gefällt mir natürlich ganz gut, gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage woher sie so viel über die Autorin gewusst hat. Natürlich könnte vieles aus einem Tagebuch oder Briefen kommen, aber da ich – weil ich es als Hörbuch gehört habe – keinen Anhang habe, kann ich dazu leider nichts sagen. Das fand ich sehr schade. Wenn es im Printbuch einen entsprechenden Anhang oder eine Einordnung von Bell gibt, hätte ich mir gewünscht, dass man auch diesen im Hörbuch einspricht.

Was mir aber besonders gut gefallen hat: viele Motive, Dialoge, Charaktere, auf die im Roman angespielt wird, erkennt man aus den Romanen Jane Austens wieder. Häufig hatte ich das Gefühl „Ah! Daher hatte sie den Einfall die Handlung auf diese Art zu gestalten!“ oder etwas in der Art. Das hat mir sehr gut gefallen. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass diese spezielle Geschichte nur erzählt wird, weil es eine entsprechende Szene oder Figur in einem ihrer Romane gab. Diese Parallelen erkennt man natürlich nur, wenn man die Romane von Austen recht gut kennt (ich kenne die allermeisten nur als stark gekürzte Hörspiele, was aber offenbar ausgereicht hat).

Cathlen Gawlich hat das Hörbuch eingesprochen. Ich mochte ihre Stimme ganz gut, und fand nicht nur, dass die Stimme gut zum Inhalt passte, sondern sie erinnerte mich auch an die Stimmen der Hörspiele, die ich (wie erwähnt) gerne höre. Ich weiß zwar nicht wie ich das näher beschreiben soll, aber auch deshalb hat sie für mich gut zur Romanbiographie von Jane Austen gepasst.

Alles in allem hat mir das Hörbuch zu Jane Austen und die Kunst der Worte von Catherine Bell sehr gut gefallen. Ich mochte die Stimme der Sprecherin, die Verknüpfung zwischen biographischem Roman und den Werken der Autorin und dass es so viele Einblicke in das Leben gab. Einzig, dass es keine Einordnung der verwendeten Quellen gab, fand ich etwas schade.

Hörbücher ·Rubinrot von K. Gier

Kurz gesagt: Rubinrot von Kerstin Gier

Im ersten Teil der Edelstein-Trilogie Rubinrot von Kerstin Gier erfährt Gwendolyn, dass nicht ihre Cousine sondern sie selbst das Gen geerbt hat, mit dem man in der Zeit reisen kann. Die ersten Zeitsprünge macht sie deshalb unvorbereitet in die Vergangenheit bis sie sich endlich traut, ihrer Mutter davon zu erwählen. Sofort stellt ihre Mutter Gwendolyn der Geheimgesellschaft vor, die dieses Geheimnis wahrt, ihre Cousine auf die Reisen vorbereitet hatte und den Chronografen hütet. Gwendolyn erfährt von vielen Geheimnissen und von dem anderen Zeitreisenden: Gideon. Doch sie weiß nicht wem sie trauen kann…

Ich habe den ersten Teil der Reihe als gekürztes Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Ich mochte Gwendolyn ziemlich gerne. Sie ist ein sehr sympathisches Mädchen und sehr eng mit ihrer besten Freundin befreundet, der sie sämtliche Geheimnisse anvertraut. Außerdem liebt sie ihre Familie, obwohl sie mit ihrer Cousine nicht sonderlich viel anfangen kann. Für mich war Gwendolyn ein wirklich beeindruckender, mutiger und selbstbewusster Charakter, der sich nicht unterbuttern lässt. Gideon kann ich hingegen noch nicht so wirklich durchschauen. Offenbar wird er von der Organisation und dem Grafen beeinflusst und scheinbar mag er auch Charlotte sehr (ich mag ja Dreiecksgeschichten eigentlich nicht).

Die Geschichte selbst fand ich ziemlich spannend, wobei der erste Teil natürlich noch viele Fragen aufwirft und bisher die wenigsten beantwortet sind, was aber für einen ersten Teil vollkommen in Ordnung ist.

Ich mag die Idee der Zeitreisen und finde es auch spannend, dass man genau an dem Ort landet nur eben etliche Jahrzehnte oder Jahrhunderte früher. Dass die Zeitreisenden sogar mit entsprechenden Kleidern ausgestattet werden, um in der Vergangenheit nicht zu sehr aufzufallen, fand ich toll, denn ich finde die damalige Mode sehr spannend. Dass die Zeitreisenden auch noch das Sprechen für die entsprechenden Zeiten lernen, dass sie in Geschichte richtig gut sein müssen und natürlich auch noch Fechten und sowas lernen, finde ich toll; auch wenn diese Kindheit mit Sicherheit nicht leicht war.

Die Stimme der Sprecherin Sascha Icks fand ich teilweise etwas unpassend für ein junges Mädchen und irgendwie hatte ich am Anfang Probleme mich auf sie einzulassen, aber das wurde mit der Zeit besser und ich glaube im zweiten Band fände ich sehr komisch, wenn dieser von einer anderen Sprecherin gesprochen werden würde.

Die Hörbuchversion, die ich gehört habe, war ziemlich stark gekürzt. Es gibt das Hörbuch auch ungekürzt, aber mir ist zufällig das gekürzte in die Hände gefallen und ich habe erst spät gemerkt, dass es so stark gekürzt ist (350 Seiten hat die Buchausgabe und das Hörbuch nicht mal 5 Stunden). Ich fand es zwar etwas schade, dass mir so viel von der Handlung gefehlt hat, aber ich hatte jetzt nicht das Gefühl, irgendwo auf Unstimmigkeiten gestoßen zu sein. Die Handlung, Figurenentwicklung und auch das Worldbuilding geht halt alles sehr schnell. Das ist zwar ein bisschen schade, aber ich fand es ganz nett, weil man es relativ rasch zwischendurch hören konnte.

Insgesamt hat mir der Auftaktband Rubinrot zur Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier sehr gut gefallen. Ich mochte Gwendolyn sehr gerne, mag die Geschichte und hoffe darauf, dass die Unstimmigkeiten und offenen Fragen in den Folgebänden gelöst werden. Außerdem frage mich natürlich was hinter Gideon steckt und wie sich die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt. Nach dem ersten Band bin ich auf jeden Fall neugierig auf den zweiten Titel.

Du sollst nicht morden von M. Bergmann ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Der Rabbi und der Kommissar – Du sollst nicht morden von Michel Bergmann

Im ersten Band der Der Rabbi und der Kommissar-Reihe Du sollst nicht morden von Michel Bergmann geht es um Rabbi Silberbaum, der gemeinsam mit Kommissar Berking Ermittlungen zu einem mysteriösen Mord anstellt.

Rabbi Silberbaum kümmert sich um die Seelsorge seiner Gemeinde, besucht die alten Herrschaften im Seniorenstift, unterrichtet junge Schüler:innen und predigt. Vor allem kümmert er sich um seine Gemeinde, spricht mit älteren Leuten und ist vielen bekannt und beliebt. Als ihm eine ältere Dame gesteht, dass sie vermutet, dass ihr Mann eine Affäre hat, sie nach Israel zu ihrer Tochter ziehen möchte und der jüdischen Gemeinde in Frankfurt gerne 1 Mio. Euro für eine Bibliothek spenden möchte, ist der Rabbi überrascht, hofft aber darauf, dass sie das Erbe noch lange nicht erhalten.

Um einer Bekannten zu helfen, schleicht er sich nachts auf den Friedhof und möchte die Asche des Vaters auf dem Grab der Mutter verstreuen, wird dabei aber von der Polizei verhaftet, die ihn für einen Grabschänder, Perversen oder etwas dergleichen hält. So lernt der Kommissar Berking kennen.

Kurz darauf wird er ins Schlafzimmer der Toten bestellt: ihr Ehemann hat die Frau tot in ihrem Bett gefunden. Dem Rabbi kommen aber einige Dinge seltsam vor. Er findet einen zerbrochenen Teller im Müll; allerdings den Falschen, denn die Frau war streng gläubig und hatte getrenntes Geschirr. Niemals hätte sie ihre Banane auf diesen Teller gelegt. Die Medikamente, die die Frau dringend brauchte, findet er unter dem Bett.

Der Rabbi glaubt nicht an einen natürlichen Tod, doch der herbeigerufene Notarzt kann kein Fremdverschulden feststellen. Es gibt auch sonst keine Beweise, die den Mann oder sonst jemanden mit dem Tod der Frau in Verbindung bringen. Obwohl dem Rabbi von mehreren Seiten gedroht wird, sein neuer Freund, der Kommissar, ihm auch nicht helfen kann und er sogar seinen Job verlieren könnte, möchte der der Tochter der Toten helfen, denn diese trauert um ihre Mutter und sieht ihr Erbe in Gefahr. Obwohl die Tochter im Hotel der Mutter in Israel arbeitet, erhält laut Testament das gesamte Vermögen eine Stiftung, die von der besten Freundin und Vermögensverwalterin der Toten verwaltet wird. Von der Änderung des Testaments, der Spende für die jüdische Gemeinde, ist keine Rede mehr und so ist Henry Silberbaum erst recht misstrauisch…

Du sollst nicht morden von M. Bergmann ·Hörbücher

Rezension: Der Rabbi und der Kommissar – Du sollst nicht morden von Michel Bergmann

Ich habe Der Rabbi und der Kommissar 1 – Du sollst nicht morden von Michel Bergmann als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt selbst eingehen.

Da der Mord lange Zeit für einen natürlich Todesfall gehalten wird und der Rabbi noch nie als Detektiv tätig war, stehen die Ermittlungen relativ lange eher im Hintergrund. Das stärt mich normalerweise schon bei einem Krimi, aber hier fand ich es nicht sonderlich schlimm, weil auch der Rest der Handlung so kurzweilig war, dass ich mit Freude gehört habe.

In diesem Krimi kommen viele jüdische Traditionen, Glaubensgrundsätze, Gepflogenheiten und andere mit dem jüdischen Glauben in Zusammenhang stehende Dinge vor. Ich hatte am Anfang nicht damit gerechnet, dass dieser Teil so überwiegen würde, fand das aber unglaublich toll. Ich selbst weiß unglaublich wenig über den jüdischen Glauben und all diese Dinge und fand es deshalb sehr gut, dass hier vieles erklärt wurde. Diese Erklärungen wurden dabei gut in die Handlung eingebunden. Hier meine ich beispielsweise das koschere Essen und wie gläubige Juden das mit den zwei verschiedenen Geschirrgarnituren handhaben. Dieser Aspekt des jüdischen Lebens spielt für den Fall eine wichtige Rolle und wird auf der anderen Seite verständlich und handlungsgebunden erklärt. Und so verhält es sich noch mit einigen anderen Eigenschaften des Glaubens. Ich hatte hier wirklich das Gefühl, etwas zu lernen.

Der Rabbi ist auch deshalb ein unglaublich sympathischer Charakter. Ich mochte Henry Silberbaum, denn er ist für seine Gemeinde da, kümmert sich um sie und fürchtet auch die Konsequenzen nicht. Ihm ist Gerechtigkeit wichtiger als niemanden zu verärgern (ganz anders als seinem Chef). Außerdem hat der Rabbi einen feinen Sinn für Humor und kann auch über sich selbst lachen und nimmt sich und seinen Glauben nicht zu ernst.

Was mir natürlich auch gut gefallen hat, war die Tatsache, dass der Krimi in Frankfurt am Main spielt. Es wurden zwar wenige Sehenswürdigkeiten erwähnt, womit es sich zwar nicht um einen Regionalkrimi handelt, aber dennoch wurden einige Frankfurter Straßennamen, Plätze und regionale Kuriositäten gestreift, was mir gut gefallen hat.

Das Hörbuch ist ungekürzt und wurde von Dietmar Bär eingesprochen. Ich kenne vom Sprecher bereits Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling und mochte ihn damals schon sehr gerne. Obwohl es sich hier um eine ganz andere Art von Buch handelt, hat Bär auch dieses toll eingesprochen. Er hat den verschiedenen Figuren unterschiedliche Stimmen gegeben, die toll zu den Charakteren passten und vor allem der Rabbi hat mir super gefallen. Die Stimmatmosphäre passte gut zur Leichtigkeit des Buches.

Insgesamt hat mir Der Rabbi und der Kommissar 1 – Du sollst nicht morden von Michel Bergmann ganz gut gefallen. Ich mochte die Verflechtung vom jüdischen Glauben mit dem Fall und dass man so viel über das Judentum lernen konnte. Außerdem mochte ich Rabbi Silberbaum und seine Zusammenarbeit mit Kommissar Berking und die Dynamik zwischen den beiden ganz gerne. Der Humor, bei dem ich hoffe, dass er niemanden verletzt hat, hat den Krimi auf jeden Fall aufgelockert. Obwohl einige Klischees bedient wurden, wurden diese teilweise auch explizit angesprochen und so damit kokettiert, was ich einen ganz guten Umgang fand. Auf den zweiten Band, der für

 

 

 

Ich bedanke mich bei Schall & Wahn für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Hörbücher ·Überredung von J. Austen

Kurz gesagt: Überredung von Jane Austen

In dem Roman geht es um Anne Elliot, die vor Jahren von einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter überzeugt wurde, Frederick Wentworth nicht zu heiraten. Acht Jahre später treffen sich die beiden wieder.

Anne, noch immer nicht verheiratet, erregt das Interesse einiger Männer und begegnet auch Wentworth wieder. Dieser scheint kein Interesse mehr an ihr zu haben und flirtet mit den beiden Schwägerinnen von Mary, Annes jüngerer mit Charles verheirateten Schwester. Als Wentworth aus einem Gespräch, das Anne mit einem anderen Mann führt, heraushört, dass sie noch Gefühle für ihn haben könnte, schreibt er ihr einen Brief…

Ich habe das Hörspiel von Der Hörverlag in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk (hr2) gehört und werde deshalb sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium eingehen.

Anne Elliot gehört für mich ohne Zweifel zu den spannendsten und sympathischsten Austen-Heldinnen. Sie ist die Vernünftigste der Elliot-Schwestern, obwohl sie als recht klug beschrieben wird, hat sie vor allem auch mütterliche Seiten und ist auch demütig. Sie befolgt Ratschläge, auch wenn sich diese als falsch herausstellen und ist hinterher nicht wütend, auch wenn sie, meiner Ansicht nach, jedes Recht dazu hätte, da man ihr mit diesen Einwilligungen ihr Glück verbaut hat.

Die Geschichte ist spannend, obwohl es eigentlich nur um die Themen Liebe, die Rolle der Frau und die richtige Partnerwahl geht.

Ich mochte auch die Sprecher:innen eigentlich alle sehr gerne; einzig den Sprecher von Wentworth fand ich zu sanft. Für mich ist Frederick ein härterer Charakter und so hat die Stimme des Sprechers für mich nicht so gut zum Charakter der Figur gepasst.

Den Gesang von Heidi Heidelberg fand ich furchtbar und ihre Kommentare (vor allem am Ende) unpassend. Warum ich mir anhören muss wie sie die Handlung mit ihrer persönlichen Meinung kommentiert und ihr beim Apfel essen (oder was auch immer) lauschen muss, habe ich nicht verstanden und es hat für mich nicht zur Inszenierung gepasst. Hinzu kam, dass die Sprecher:innen, die die Handlung gesprochen haben dadurch so leise wurden, dass sie kaum noch zu verstehen waren. Und als es darum geht Streckenlängen einzuschätzen, soll Frau Heidelberg für den/die Hörer:in eine Einschätzung abgeben wie weit eine Kutsche oder ein Pferd in einer Zeitspanne X kommen kann. Sie sagt allerdings nur, dass das schwer zu sagen ist; ohne auch nur eine Schätzung abzugeben. Man hätte sich dieser Kommentar also komplett sparen können. Vielleicht war die Inszenierung schlichtweg zu modern für meinen Geschmack, aber für mich war es die bisher schwächste Austen-Hörspielinszenierung von Penguin Random House und dem hessischen Rundfunk.

Dennoch mag ich den Stoff sehr und deshalb habe ich Überredung von Jane Austen nun auch schon ein paar Mal gehört.

Der Fall der linkshändigen Lady von N. Springer ·Hörbücher

Kurz gesagt: Der Fall der linkshändigen Lady von Nancy Springer

Im zweiten Band der Enola Holmes-Reihe hat sich Enola inzwischen in London eingewöhnt. Als Miss Meshle verkleidet arbeitet sie als Dr. Leslie T. Ragostins Assistentin. Ragostin ist wissenschaftlicher Perditor und da das nur ein Mann sein kann, musste sie diesen Doktor erfinden. Durch Zufall erfährt sie vom Verschwinden von Lady Cecily, die nachts aus ihrem Bett verschwand. Enola macht sich an ihre Ermittlungen und erfährt von Tagebüchern, Kohlezeichnungen, einem Verehrer, aber auch Hinweise, die gegen ein Weglaufen sprechen: eine angelehnte Leiter, eine Flucht im Nachthemd. Enola findet Hinweise, befragt Verdächtige, doch gleichzeitig ist ihr Bruder Sherlock auf der Suche nach ihr…

Ich habe den zweiten Band der Enola Holmes-Reihe wieder als Hörbuch gehört, weshalb ich sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium eingehen werde.

Ich mag Enola inzwischen sehr gerne. Sie ist einfallsreich, klug, gewitzt und hat ein Bedürfnis nach Unabhängigkeit, das einer Frau in ihrer Zeit kaum offen stand. Dass sie sich für sich selbst und auch für Lady Cecily einsetzt, fand ich sehr mutig. Schade fand ich allerdings, dass Lady Cecilys Leben sich durch ihr „Abenteuer“ nicht verändern wird.

Obwohl ich natürlich verstehe, warum Enola sich vor ihren Brüdern und vor allem vor Sherlock, weil er ihr so dicht auf den Fersen ist, verstecken muss, hatte ich auch Mitleid mit ihm. Er scheint seine kleine Schwester zu lieben und kann einfach nicht verstehen, dass sie das unabhängige Leben vorzieht, obwohl dieses doch so gefährlich ist.

Der Fall war zwar auf der einen Seite ziemlich spannend, wirkte auf mich, auch aufgrund von vielen Zufällen, ein bisschen konstruiert. Hier zähle ich auch die Handlung drumherum hinzu. Denn auch dass Dr. Watson ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Dr. Ragostin beauftragt wirkt seltsam.

Auf der einen Seite finde ich es ganz lustig, dass Enola sich als klüger als ihre Brüder herausstellt, dennoch wirkt es auch ein bisschen komisch, da es sich bei Sherlock Holmes ja um einen der größten Detektive der Literatur handelt. Dass seine kleine 14-jährige Schwester gewitzter sein soll als der kluge Meisterdetektiv fand ich unrealistisch. Dennoch macht gerade auch dieses Versteckspiel vor ihren Brüdern einen Teil des Charmes dieses Bandes aus.

Da die Enola Holmes-Bände nicht so lang sind, bevorzuge ich die ungekürzte Fassung, die ich hier auch gehört habe. Luisa Wietzorek passte für mich auch in diesem Band wieder super zu Enola Holmes. Ich mag ihre Stimme und finde sie passt einfach zu einem so jungen Mädchen. Ich kann mir Enola sehr gut vorstellen und fände eine andere Stimme inzwischen ziemlich unpassend für die junge Meisterdetektivin.

Alles in allem har mir auch der zweite Band der Enola Holmes-Reihe Der Fall der linkshändigen Lady von Nancy Springer ganz gut gefallen. Ich mag Enola inzwischen recht gerne, finde die Verknüpfungen mit Sherlock Holmes toll und fand auch den Fall spannend erzählt und gut konstruiert. Einzig Enolas Mutter ist mir immer noch sehr unsympathisch, und dieses Gefühl hat sich in diesem Band auch noch einmal verstärkt.

Hörbücher ·Up to Date von B. O'Leary

Inhaltsangabe: Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch? Von Beth O’Leary

In diesem Liebesroman Up to Date von Beth O’Leary geht es um Joseph Carter, der drei Frauen am Valentinstag versetzt.

Joseph ist mit Siobhan zusammen und trifft sie immer, wenn sie zufällig in London ist. Das ist für gewöhnlich ein Freitag im Monat, an dem die beiden miteinander schlafen, aber ansonsten kaum Zeit miteinander verbringen. Erst mit der Zeit entwickelt sich eine Beziehung zwischen ihnen, die durch Siobhan unterbrochen wird, weil diese einen Nervenzusammenbruch hat und dann wieder aufgenommen wird. Nachdem beide mehr Zeit miteinander verbracht haben, merken sie, dass ihre Gefühle mehr als Sex sind…

Miranda ist mit Carter zusammen, der sie am Valentinstag versetzt. Obwohl sie immer wieder Hinweise auf eine andere Frau entdeckt, ignoriert sie diese und selbst wenn sie ihren Freund darauf anspricht, windet er sich immer wieder heraus. Mit der Zeit lernt Miranda auch einen neuen Kollegen ganz gut kennen, der aber tabu ist, weil sie mit Carter zusammen ist, obwohl sie auch Gefühl für diesen anderen Kollegen entwickelt…

Jane ist ebenfalls mit Carter verabredet, allerdings sind sie nur Freunde und er spielt ihren festen Freund bei einer Verlobungsparty. Janes Vergangenheit bleibt lange mysteriös, aber sie hatte mal einen Freund, der sie mies behandelt hat und der dafür gesorgt hat, dass sie aus London geflohen ist. Nun lebt sie ihr Leben und arbeitet unentgeltlich für eine Wohltätigkeitsorganisation. Mit Carter ist sie lange Zeit nur befreundet und bildet mit ihm beispielsweise einen Buchclub…

Joseph Carter ist der Freund, Bekannte, Sexpartner diese drei Frauen, die alle nichts voneinander wissen und deren Leben dennoch eng miteinander verwoben sind…

Hörbücher ·Up to Date von B. O'Leary

Rezension: Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch? Von Beth O’Leary

Ich habe Up to Date von Beth O’Leary als Hörbuch gehört, sodass ich hier sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium eingehen werde.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang etwas brauchte um in die Story reinzukommen und dass mir die drei Frauen am Anfang relativ sympathisch waren. Leider hat das im Laufe der Handlung immer weiter nachgelassen.

Siobhan ist total egoistisch und wurde mir immer unsympathischer. Ja, sie hat offenbar viel durchgemacht, und natürlich hatte ich auch Mitleid mit ihr, aber ihre Handlungen und ihr Verhalten haben sie bei mir so unsympathisch gemacht, dass ich mich durch die Abschnitte mit ihr regelrecht gequält habe und beinahe mehrfach in ihren Abschnitten einfach abgebrochen hätte.

Miranda lässt Carter zu viel durchgehen. Sie ignoriert sein betrügerisches Verhalten, dass er nach Konfrontationen nicht mit ihr spricht und sich auch ansonsten irgendwie komisch verhält immer wieder und verbaut sich sogar das eigene Glück auf diese Weise. Ich fand sie zwar sympathisch, konnte ihr Verhalten und ihr Zögern mit Carter zu sprechen einfach nicht nachvollziehen.

Jane wirkt total verschreckt und verängstigt und man ahnt, dass auch sie etwas schlimmes durchgemacht hat in ihrer Vergangenheit. Sie hat etliche Regeln, die sie sich selbst auferlegt hat und hat starke Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl. Da sie sich ziemlich weiterentwickelt und auch den Abstand von Carter immer wieder für die eigene Entwicklung nutzt, fand ich sie als Charakter sehr sympathisch, wenngleich ich auch ihr Verhalten häufig nicht richtig nachvollziehen konnte.

Ich will hier nicht zu viel sagen, weil das sonst spoilern würde, aber Carter ist ein Arsch. Ja, es ist nicht so wie es am Anfang wirkt, aber er verhält sich dennoch allen drei Frauen (am wenigsten vielleicht noch bei Siobhan) gegenüber wie ein Arsch und ich mochte ihn einfach überhaupt nicht. Auch mit der Zeit als es dann die ein oder andere Wendung gab, wurde er mir nur unwesentlich sympathischer. Das blieb leider bis zum Schluss so.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es kurz vor dem Ende wirklich drastisch wird und dass es natürlich keine Triggerwarnung gab und man so etwas in diesem Roman nicht erwarten würde. Das Buch ist aber eben so angelegt, dass es eine ziemliche Überraschung gibt, sodass man keine Triggerwarnungen aussprechen kann ohne zu spoilern.

Die Wendung geht damit einher und auch mit dieser hatte ich nicht gerechnet, obwohl es immer wieder Hinweise gab. Die Montagetechnik mit den drei Frauen läuft drauf hinaus, dass man die Leser- und Hörer:innen täuscht. Diese Technik fand ich zwar ganz spannend, aber in dieser Story leider vollkommen fehl am Platze. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Autorin diese Technik benutzt um ein gewisses Bild zu zeichnen, sondern, dass sie diese bewusst einsetzt um die Leser- und Hörer:innen zu täuschen. Das hat mir so gar nicht gefallen, weil man hinterher dieses „und sie erwachte und merkte, dass sie alles nur geträumt hatte“- Gefühl hatte. Irgendwie war die gesamte Handlung sinnlos, weil sie auf nichts hinausführt und alles ganz anders ist. Ich weiß leider nicht wie ich es besser beschreiben soll ohne komplett zu spoilern. Aber ich hatte einfach das Gefühl belogen worden zu sein und war total enttäuscht von der Handlung.

Da ich das Hörbuch gehört habe, möchte ich an dieser Stelle noch kurz auf die Sprecher:innen eingehen: Grace Risch, Pan Selle und Carolin Haupt sprechen die drei Frauen und waren mir von ihren Stimmen zu ähnlich. Ich habe am Anfang erstmal einige Male zurückspulen müssen, um mitzubekommen welche Frau nun gerade an der Reihe ist. Diese Verwirrungen haben mir nicht so gut gefallen. Obwohl Carter sich ja eigentlich als einziger Charakter durch das gesamte Buch zieht, erfährt man von ihm praktisch gar nichts, sodass auch sein Sprecher, Alexander Pensel, praktisch nicht vorkam. Vor allem am Ende ist mir aufgefallen wie hölzern er gesprochen hat. Es klang so als ob der Sprecher sowas noch nie gemacht hätte, alles abgelesen hat und kaum schauspielerisches Talent besaß.

Alles in allem war ich von Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch? Von Beth O’Leary ziemlich enttäuscht. Siobhan und Carter waren mir nur unsympathisch, Miranda und Jane waren okay, konnten den Roman aber leider auch nicht retten. Obwohl die Montagetechnik spannend war, passte diese überhaupt nicht zu dieser Art von Roman und hat einen Großteil zu meiner Enttäuschung beigetragen. Die Sprecherinnen waren sich zu ähnlich, waren aber im Großen und Ganzen ziemlich gut.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!