Miss Marple

Spiegelbild von Agatha Christie

Die Geschichte Spiegelbild von Agatha Christie findet ohne einen der üblichen Detektive statt, denn hier wird wieder eine Geschichte von einem Protagonisten erzählt, dem ein merkwürdigen Erlebnis geschehen ist und der nun rückwendend erzählt, was ihm damals passiert ist. Der Ich-Erzähler ist mit Neil Carlslake befreundet und besucht seinen Freund in Badgeworthy, dem Familiensitz. Gerade sind auch Sylvia, Neils Schwester, und deren Verlobter auf dem Familiensitz, sodass der Ich-Erzähler Sylvia kennenlernt. In seinem Zimmer ist er gerade dabei sich fertig für das Abendessen zu machen als er im Spiegel einen Mann sieht, der eine hübsche blonde Frau erwürgt. Er erkennt die Frau wieder: Es ist Sylvia und er vermutet, der Mann ist ihr Verlobter, denn der Mann aus dem Spiegelbild hatte ebenfalls eine Narbe. Der Ich-Erzähler erzählt es Sylvia, diese trennt sich von ihrem Verlobten und wartet darauf, dass der Ich-Erzähler ihr endlich sagt, dass er sie liebt, was er aber nicht tut. Der Ich-Erzähler liebt Sylvia zwar, aber er traut sich nicht, ihr seine Liebe zu gestehen. Erst als Neil im Feld stirbt und am Ende des zweiten Weltkriegs auch ihr Ex-Verlobter besteht eine Chance, erst als dann auch der Ich-Erzähler im Feld verletzt wird, kommen die beiden dann endgültig zusammen. Der Ich-Erzähler und Sylvia heiraten zwar, aber es ist keine besonders glückliche Ehe, denn er schafft es einfach nicht, seine Eifersucht abzustellen und so verlässt Sylvia ihn irgendwann. Er bricht auf um sie zur Vernunft zu bringen, in seiner Wut würgt er sie so lange bis er das gemeinsam Spiegelbild sieht. Und er erkennt den Mann mit der Narbe: Scheinbar hatte er die Narbe spiegelverkehrt wahrgenommen.

In dieser Kurzgeschichte gibt es keinen richtigen Mord und keinen richtigen Täter. Es gibt nur eine seltsame Begebenheit, die erst Jahre später Bedeutung erhält. Damals war aber weder abzusehen, dass das vermeintliche Opfer mit dem Täter zusammenkommen könnte, noch war abzusehen, dass sich diese Beziehung so weit hochschaukelt, verschlechtert bis sie irgendwann so sehr eskaliert, dass die einer der beiden den anderen beinahe erwürgt. Dadurch wird diese Begebenheit erst recht sonderbar und ich finde der Zufall, dass Sylvias Verlobter auch eine Narbe hat, sehr seltsam, wenngleich das nun nicht so ein großer Zufall ist, dass die Geschichte dadurch vollkommen unglaubwürdig wird. Insgesamt sind auch die gesamten zufälligen Verkettungen nicht so zufällig, dass sie unglaubwürdig sind.

Das passt auch dazu, dass diese Geschichte eine dieser mysteriösen Geschichten war. Diese Geschichte braucht dann auch wie Die Puppe der Schneiderin keinen Detektiv, was natürlich an diesem mysteriösen Element liegt, was andererseits aber auch daran liegt, dass es eigentlich kein richtiges Verbrechen gibt. Es gibt ja nicht nur keinen Mord, entsprechend natürlich weder Mörder noch Opfer, sondern auch kein anderes Verbrechen. Also wird auch kein Detektiv gebraucht, der den Fall auflöst.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diese Geschichte nicht so besonders toll fand, weil mir einfach das kriminalistische Element am Krimi fehlte, sodass ich Spiegelbild von Agatha Christie zwar nicht total schlecht, aber auch nicht besonders toll fand.

Miss Marple

Die Puppe der Schneiderin von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Die Puppe der Schneiderin von Agatha Christie gibt es keinen Detektiv wie Miss Marple oder Hercules Poirot, sondern nur die Protagonisten, die eine Puppe in ihrem Atelier finden. Sybil Fox und Alicia Coombe finden in ihrem Schneideratelier eine Puppe, die auffällig gut in ihr Zimmer passt. Die Puppe jagt einer der Kundinnen Angst ein, was die Frauen zu Anfang noch ein wenig amüsant finden; schließlich handelt es sich ja nur um eine Puppe. Die Frauen arbeiten weiter doch im Folgenden geschehen seltsame Dinge. Die ohnehin schon vergessliche Ms. Coombe vergisst immer mehr. Sie verlegt ihre Brille, sie vergisst, dass sie zu Veranstaltungen gehen wollte und sie verliert Schnittmuster oder Stoffbahnen, allerdings ergeht es Sybil auch nicht viel besser. Bei den Mädchen, die für sie nähen, gibt es schon Gerede. Und natürlich reden die Mädchen erst recht, als die Puppe sich im Zimmer hin und herbewegt. Sobald Sybil Fox und Alicia Coombe das Zimmer verlassen, bewegt sich die Puppe woanders hin. Sie wandert vom Sofa, an den Schreibtisch und egal wie häufig man sie zurück auf das Sofa legt, sie wandert immer wieder selbstständig zurück zum Schreibtisch, sodass es aussieht als ob sie Briefe schreiben würde. Die Mädchen, die befragt werden, ob sie sich einen Spaß daraus machen, die Puppe immer wieder an neue Plätze zu legen, reagieren ärgerlich darauf, dass sie mehrmals danach gefragt werden. Sybil und Ms. Coombe wird die Puppe immer unheimlicher, sodass sie sie irgendwann einschließen. Alicia beschließt, dass die Anproben auch in ihrem persönlichen Wohnzimmer vorgenommen werden können, dass das eigentliche Ankleidezimmer nicht mehr benötigt wurde und dass sie ja ein ausreichend großes Schlafzimmer habe um dort auch noch ihr Wohnzimmer einzurichten. Die Putzfrau ist froh darüber, dass sie nun nicht mehr in dem verschlossenen Zimmer sauber machen muss und die Mädchen finden das alles sehr lustig. Nach wenigen Wochen beschließen Alicia Coombe und Sybil Fox gemeinsam nachzusehen, ob die Puppe noch da wäre und ob es nun sehr staubig in diesem Raum war. Die Puppe ist noch da, doch nachdem sie die Tür geöffnet hatten, taucht die Puppe plötzlich auch in dem neuen Ankleidezimmer auf, und das obwohl die Tür abgeschlossen war. Ms. Coombe und Ms. Fox ist die Puppe so unheimlich, dass sie sie irgendwann aus dem Fenster werfen, denn sie haben Angst, dass sie ihnen zurückgebracht würde, wenn sie sie ganz normal in den Mülleimer werfen würden. Als sie die Puppe aus dem Fenster werfen, beobachtet sie ein Mädchen. Das Kind schnappt sich die Puppe, sagt aus, dass diese ja nur lieb gehabt werden wolle und macht sich schnell mit der Puppe davon.

Ich fand es am Anfang der Geschichte sehr verwirrend, dass es keinen richtigen Detektiv gab, denn normalerweise haben wir in den Kurzgeschichten von Agatha Christie einen Detektiv und meistens ist das bei den Miss Marple-Geschichten eben Miss Marple ( =D ). Dies war hier natürlich nicht der Fall, was auch damit zusammenhängt, dass es keine Miss Marple-Geschichte und auch keine Hercule Poirot-Geschichte ist, und gerade deshalb wird man ohne Leitfigur durch diese Geschichte geschickt. Man hat also keinen bekannten Protagonisten, an dem man sich in der Geschichte festhalten kann.

Damit in Zusammenhang steht, dass wir hier keine richtige Auflösung des Falles erhalten. Die Geschichte ist eher eine leicht phantastische Geschichte, die man so vielleicht nicht direkt, dafür erkennt man zu sehr Agatha Christie und ihre Erzählweise darin, aber so ähnlich auch in der Romantik finden könnte. Ein phantastischer Gegenstand, der in irgendeiner Form verflucht, oder verzaubert ist und der ein Eigenleben entwickelt. Es gibt auch keine richtige Auflösung oder Erklärung in dem Sinne, dass man eben rausfindet, dass sich die kleine Nachbarstochter einen Scherz daraus gemacht hat, die Puppe immer wieder an andere Orte zu legen. Und könnte man zu Anfang der Geschichte noch daran glauben, dass Alicia oder Sybil die Puppe hin- und herschieben und es dann einfach vergessen, scheint das spätestens mit dem abgeschlossenen Raum und der Puppe, die dennoch ihren Weg hinausfindet, nicht mehr möglich zu sein.

Insgesamt handelt es sich bei der Geschichte Die Puppe der Schneiderin von Agatha Christie also um eine phantastisch angehauchte Geistergeschichte, die keine richtige Fallauflösung hat, weil es weder einen Detektiv noch einen richtigen Fall gibt, sondern einfach nur eine geisterhafte Puppe, die durch ein Schneideratelier geistert. Und am Ende gibt es doch eine kleine Auflösung: Es handelt sich eben um einen leblosen Gegenstand, der nur geliebt werden möchte. Eine schöne Geschichte, die man wirklich mal lesen sollte.

Miss Marple

Miss Marple erzählt eine Geschichte von Agatha Christie

In der kurzen Geschichte Miss Marple erzählt eine Geschichte von Agatha Christie erzählt Miss Marple ihrem Neffen Raymond und dessen Frau Joan die Geschichte von einem Vorfall, der inzwischen einige Zeit zurückzuliegen scheint. Damals kam ihr Anwalt Mr. Petherick mit einem Mandanten, Mr. Rhodes, zu ihr, der sie um Hilfe bitten wollte. Natürlich war er sich nicht sicher, ob die ältere Dame ihm helfen konnte, doch selbstverständlich schafft es Miss Marple mit ihren Fähigkeiten sehr schnell sein Problem zu lösen.

Mr. Rhodes wird verdächtig seine Frau ermordet zu haben, denn sie wurde eines Nachts in ihrem Bett in einem Hotel erstochen aufgefunden. Es handelt sich hier eher um ein Rätsel als um einen Fall, denn das Ganze spielte sich wie folgt ab: Mr. Rhodes verbrachte den Abend am Schreibtisch. Sein Zimmer befindet sich an einer Ecke und so kommt man von der einen Seite des Ganges in sein Zimmer. Das Zimmer seiner Frau befindet sich sozusagen hinter der Ecke, und man kann ihr Zimmer auch vom Flur aus betreten. Außerdem gibt es eine Verbindungstür, durch welche man gehen kann und welche unverschlossen war. Das Zimmer seiner Frau war verschlossen, sowohl Fenster als auch die Tür, sodass jemand, der seine Frau ermorden wollte, durch sein Zimmer gehen musste. Da Mr. Rhodes nur ein Zimmermädchen gesehen hat und auch Zeugen, die beide Türen im Blick behalten hatten, nur ein Zimmermädchen und die Eheleute die Zimmer betreten sahen, geht die Polizei davon aus, dass Mr. Rhodes seine Frau umgebracht hat, schließlich hat sie keinen Selbstmord begangen und auch das Zimmermädchen scheidet als Tatverdächtige aus. Miss Marple fragt, ob es noch andere Personen im Hotel gab. Diese gab es: zwei Frauen (beide nicht mehr ganz jung, eine mit eher burschikosen Klamotten, die andere in indische Seegewänder gehüllt). Unsere Protagonistin ist sich sicher, dass eine der beiden Frauen die Täterin war.

Mir persönlich hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Miss Marple gibt mit ihrer Lösung des Problems nicht an, sondern sagt selbst, dass sie hofft, dass ihr Neffe und dessen Frau sie nicht für eingebildet halten, aber sie habe mit der Lösung dieses Problem schließlich jemandem geholfen, der sich nicht hatte selbst helfen können. Schade fand ich es aber, dass man am Ende keine Reaktion mehr von den beiden mitbekommt. Keine Anerkennung, keine Schadenfreude, keine Freude über die Lösung. Das hätte ich noch ganz interessant gefunden.

Total gut fand ich es hingegen, dass Mr. Petherick Miss Marple um Hilfe bittet, weil er sie wohl für so klug hält, dass er sich sicher ist, dass sie den Fall lösen kann, obwohl die Polizei und auch er und sein Mandant nicht auf die Lösung des Problems kamen. Und man merkt auch, dass Mr. Rhodes, obwohl er anfangs nicht an Miss Marples Fähigkeiten glaubt, doch beeindruckt davon ist wie sie den Fall löst. Er ist am Anfang sogar ungläubig, dass Miss Marple denn Fall innerhalb von ein paar Minuten auf dem Sofa sitzend lösen konnte, während er sich den Kopf darüber zerbrochen hat und einfach auf keine Lösung kam.

Was ich an diesem Fall besonders mochte, war, dass Miss Marple, obwohl sie während der Lösung nur bei sich in der Wohnung sitzt, sie dennoch einem Menschen helfen konnte, indem sie den Fall jetzt löst und nicht Jahre nachdem er abgeschlossen ist, damit konfrontiert wird. Das macht ihre Arbeit immer umso interessanter. Außerdem fand ich den Aufbau sehr interessant. Erzählerisch wird hier zwar kurz eine Geschichte, ein Fall dargelegt, aber danach ist es im Grunde nur noch ein Rätsel mit drei Türen, zwei Zimmern und zwei Fluren. Es geht also weniger darum die menschlichen Hintergründe (darum geht es auch ein bisschen, aber es tritt in den Hintergrund) zu verstehen oder darauf zu achten, was wer zu wem wann gesagt hat und welche Informationen er davon haben konnte und welche nicht, sondern es geht wirklich um ein Rätsel, das man sich auch hätte aufmalen können und jemandem in die Hand drücken mit der Anweisung „Man stelle sich die folgende Geschichte vor. Wie könnte der Täter das gemacht haben?“.

Insgesamt finde ich Miss Marple erzählt eine Geschichte von Agatha Christie ist auf jeden Fall eine lesenswerte Geschichte, die ich nur jedem ans Herz legen kann und möchte, denn ich fand sie wirklich total spannend, wenngleich sie recht kurz ist.

Miss Marple

Die Perle von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Die Perle von Agatha Christie geht es um die Schwestern Lavinia und Emily Skinner, welche ihre Dienstmädchen Gladdie kürzlich entlassen haben. Edna ist Gladdies Cousine und Miss Marples Dienstmädchen und kommt zu ihr, weil sie ein Problem hat: Ihre Cousine wurde entlassen – angeblich weil sie einen Teller zerbrochen haben soll, allerdings vermuten Gladdie und Edna, dass es eigentlich daran lag, dass zuvor eine Brosche aus der Wohnung verschwunden war und man vermutete, dass Gladdie diese genommen hatte und zurückgab, nachdem man den Vorschlag hervorbrachte die Polizei zu rufen. Natürlich brauchen die Schwestern Skinner ein neues Dienstmädchen und verpflichten die Perle Mary Higgins. Diese soll eine Ausgeburt an Tugend sein und noch dazu mit der hypochondrischen Schwester Emily gut klarkommen. Natürlich ist in Mary Mead die Aufregung groß, denn angeblich soll dieses Dienstmädchen wirklich gut sein, doch Miss Marple hat gleich einen Verdacht gegen sie, schließlich kennt man dieses Mädchen nicht. Mary Higgins verschwindet nach einigen Wochen einfach. Sie hat den Schmuck und die Pelze der anderen Hausbewohner (es sind insgesamt vier Mietparteien in dem Haus) und teilweise auch das Geld gestohlen und sich über Nacht einfach davon gemacht. Miss Marple hat da einen Verdacht, den sie sofort Inspektor Slack mitteilt.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es sich bei Die Perle um eine ganz normale Geschichte über Miss Marple handelt, wobei diese aber hier wieder aktiv ermittelt und nicht hinterher einen Sachverhalt erzählt bekommt, den sie dann interpretiert. Miss Marple wird von ihrem Dienstmädchen Edna gebeten ihr und ihrer Cousine zu helfen, was diese auch bereitwillig tut. Es sind also in diesem Fall auch wieder ein paar bekannte Gesichter. Schließlich kennen wir neben der Protagonistin auch Edna, zumindest am Rande, und Inspektor Slack. Ansonsten gibt es aber nur noch eine Hand voll Figuren: Gladdie, Emily und Lavinia Skinner und May Higgins.

Ich war bei Die Perle mal wieder ziemlich beeindruckend von den deduktiven Fähigkeiten von Miss Marple, schließlich hat sie kaum Anhaltspunkte. Sie hat das seltsame Verhalten der Schwestern Skinner, sie hat das Gerede der Leute (zum einen über den angeblichen Diebstahl von Gladdie und zum anderen über die neue Hausangestellte) und sie hat das komische Gefühl bezüglich einer so tadellosen Hausangestellten wie Mary Higgins (die nicht nur gut mit Emily klarkommt, sondern darüber hinaus auch ansonsten ein sehr tüchtiges Mädchen ist, weniger Geld verlangt als ihre Vorgängerin, dafür aber auch unbekannt ist im Dorf). Miss Marple schafft es aber nur mithilfe dieser wenigen Hinweise auf eine plausible Lösung zu kommen und kann sogar bei der Polizei durchsetzen, dass ihrem Vorschlag für die Lösung der Zwischenfälle nachgegangen wird.

Abgesehen davon enthält die Geschichte meiner Ansicht nach aber keine großen Besonderheiten und gehört somit zu einer recht durchschnittlichen Geschichte. Miss Marple macht mal wieder eigene Ermittlungsarbeit, allerdings dieses Mal so, dass man als Leser – zumindest meiner Ansicht nach – kaum eine Chance hat den Fall auch zu lösen. Somit ist Die Perle also durchaus lesenswert, gehört aber nicht zu den must-reads von Agatha Christie.

Miss Marple

Die Hausmeisterin von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Die Hausmeisterin von Agatha Christie geht es um eine Geschichte in der Geschichte. Miss Marple ist schwerkrank und Dr. Haydock besucht seine Patientin. Sie sagt von sich selbst, dass sie froh wäre, wenn sie gestorben wäre, schließlich ist sie alt und niemand braucht sie mehr. Dr. Haydock hat eine Geschichte für Miss Marple, dieser hat ein Manuskript dazu geschrieben, welches Miss Marple sofort liest. Harry Laxton war früher ein richtiger Taugenichts, doch die Frauen im Ort verzeihen ihm jede Schandtat. Nachdem er einige Zeit weg war, kommt er nun zurück in das Dorf seiner Kindheit und er bringt eine junge Frau mit. Louise ist ein französisches Mädchen aus gutem Hause und hat Schwierigkeiten sich in Harrys Heimatort einzuleben, schließlich hat sie dort kaum Freunde und die Einwohnerinnen zerreißen sich die Mäuler über sie, schließlich weiß das junge Ding wohl kaum, dass Harry früher eine Affäre mit der heutigen Frau des Drogisten hatte. Auch die frühere Hausmeisterin, die auf dem Anwesen wohnte, auf dem sie nun wohnen, das eigens für sie abgerissen und neu errichtet worden war, macht der jungen Französin Angst. Clarice wird Louises einzige Freundin und so verabreden sich die Frauen öfter miteinander. Abgesehen von diesen Treffen findet Louise nur Freude in den Ausritten mit ihrem Hengst. Immer wieder taucht diese seltsame Frau auf, die sie verflucht und sich als Hexe gebärdet, weshalb Louise dort gerne wegziehen würde. Harry lässt die ältere Dame zu ihrem Sohn nach Amerika überschiffen und bezahlt dafür, sodass sie diese nun los sind. Louise ist befreit und macht einen Ausritt, die alte Frau springt auf, erschrickt Louise und deren Pferd. Die junge Frau stürzt und erliegt ihren Verletzungen noch bevor der Arzt, Dr. Haydock eintrifft. Miss Marple löst den Fall von ihrem Bett aus und fühlt sich gleich viel besser. Eine wirklich ausgezeichnete Medizin, die ihr der Arzt da verschrieben hat.

Ich mochte an dieser Geschichte, dass es eine Geschichte in der Geschichte ist. Das bietet sich natürlich an, weil Miss Marple öfter erst hinterher die Fälle auflöst und die Geschichte im Grunde nur erzählt bekommt. Hier ist besonders, dass Miss Marple die Geschichte nicht erzählt bekommt, sondern zu lesen bekommt. Das mochte ich sehr gerne, weil es mal etwas neues ist und weil ich die Art und Weise der Erzählung gut fand. Ein Arzt nutzt eine Geschichte, die ihm kürzlich wirklich passiert ist um seine Patientin aufzumuntern. Auch dass Miss Marple sich von einer solchen Geschichte, einem Rätsel wie es Dr. Haydock nennt, aufheitern lässt, mochte ich sehr gerne, denn so niedergeschlagen wie zu Anfang der Geschichte Die Hausmeisterin, kennt man die ältere Detektivin gar nicht.

Was ich hingegen nicht so sehr mochte, waren die Charaktere, was vielleicht auch an der Tatsache lag, dass diese so dargestellt werden mussten. Die junge Französin musste ein armes, einsames, reiches Mädchen sein, ihr Ehemann ein Draufgänger, die Damen im Ort müssen Tratschtanten sein, damit alles so Sinn ergibt. Ich mochte auch die Rolle von Clarice recht gerne, welche zwar in Harry verliebt zu sein scheint, sich aber von seinem Äußeren nicht blenden lässt und dennoch versucht ihrer Freundin Louise eine wirkliche Freundin zu sein. Sie konnte natürlich auch nicht so negativ dargestellt werden, weil Clarice die Nichte von Dr. Haydock ist und dieser seine Nichte wohl kaum besonders negativ darstellen würde.

Insgesamt gefiel mir Die Hausmeisterin von Agatha Christie besonders gut, weil man auch hier mit raten konnte, man hat mal ein anderes Format, wenngleich Miss Marple den Fall wieder hinterher von ihrem Bett aus löst, dennoch zeigt sie ihren wachen Geist und vor allem den Umgang von Dr. Haydoch und unserer Protagonistin haben mir recht gut gefallen.

 

Miss Marple

Die Stecknadel von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Die Stecknadel von Agatha Christie geht es um Miss Politt, eine Schneiderin, die zusammen mit Miss Hartnell die Leiche von Mrs. Spenlow findet. Natürlich spricht sich in einem kleinen Ort wie St. Mary Mead eine solche Nachricht schnell herum, zumal die Leiche nur sehr leicht bekleidet ist. Miss Marple wird von der Polizei befragt, denn der Ehemann der Verstorbenen gibt an, dass er von Miss Marple angerufen wurde, die ihn bat vorbeizukommen, sodass er während des Mordes an seiner Frau zum einen außer Haus war und zum anderen kein Alibi hat. Miss Marple macht eine Aussage bei der Polizei, sie gibt vor dem Polizisten an, dass sie niemals Kontakt mit ihm aufgenommen hat. Der Polizist benimmt sich seltsam, hat am Tatort sogar eine Stecknadel aufgehoben, die andere Polizeibeamte aber als harmlos abtun. Schließlich ist es nur eine normale Stecknadel. Miss Marple findet heraus, dass zwar Mrs. Spenlow die wohlhabende Partei in der Ehe war, aber sie glaubt dennoch nicht, dass ihr Mann ihr etwas getan hat, obwohl er sich nach dem Tod seiner Frau so seltsam verhält und kaum um sie zu trauern scheint. Miss Marple kennt aber auch die Kennenlerngeschichte der beiden und ahnt so, dass Mr. Spenlow seine Frau nicht umgebracht hat.

Besonders verwirrend finde ich, dass der Mörder ausgerechnet Miss Marple für den Trick benutzt. Miss Marple wird vorgeschoben als diejenige, die den Ehemann angerufen haben soll um ihn vom Tatort wegzulocken und dafür zu sorgen, dass er kein Alibi hat. Das finde ich besonders interessant, weil sie nichts von den ausschlaggebenden Beweisen wüsste, wenn sie nicht auf diese Weise mit dem Fall in Kontakt gekommen wäre. Das wirkte auf mich ein bisschen arg konstruiert.

Was mir an dieser Geschichte aber sehr gut gefallen hat, war dass Miss Marple mal wieder selbst einen Fall in die Hand nimmt. Sie hört nicht einfach nur davon nachdem alles vorbei ist und ihre Schlussfolgerungen nur noch die Anwesenden beeindrucken, sondern sie mischt vorne mit und trägt sogar einen großen Teil zur Lösung dieses Mordes bei. Da diese Geschichten aufgrund des hohen Alters unserer Protagonistin und aufgrund ihres Wesens eher selten sind, gefallen sie mir umso besser.

Gleichzeitig wirkte die Geschichte aber insgesamt auch recht konstruiert. Miss Marple kennt natürlich alle beteiligten Herrschaft, was aufgrund der Größe von St. Mary Mead tatsächlich gar nicht so unwahrscheinlich ist. Dennoch ist es überraschend, dass Miss Marple aufgrund weniger Hinweise schon auf die Identität des Täters kommt, ja auch das ist normal für Miss Marple, aber ich empfinde es bei dieser Geschichte als besonders stark und somit als besonders gestellt.

Insgesamt überwiegen bei der Kurzgeschichte Die Stecknadel von Agatha Christie wohl weder die guten noch die doofen Eigenschaften. Es ist einfach eine kleine Geschichte in einem Sammelband, die man nicht einfach zuklappt und für total misslungen hält, die aber gleichzeitig auch keine Begeisterungsstürme hervorrufen wird.

Miss Marple

Ein seltsamer Scherz von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Ein seltsamer Scherz von Agatha Christie geht es um Miss Marple, welche das Erbe von Charmain und Edward finden soll. Die beiden haben ihren Großonkel Matthew verloren, der ihnen ein recht hübsches Vermögen hinterlassen wollte. Als die beiden aber erfahren wie viel Geld sie wirklich geerbt haben, sind sie enttäuscht, haben sie doch mit dem Geld gerechnet. Miss Marple kannte Matthew natürlich nicht und weiß deshalb auch nicht, wo sich das Geld befinden könnte, denn die beiden Großneffen gehen davon aus, dass ihr Großonkel das Geld in Gold angelegt hatte um dieses irgendwo zu verstecken oder zu vergraben. Unsere Detektivin ist sich da nicht so sicher und lässt sich erst einmal das ganze Gelände und das Gebäude zeigen. Sie versucht ein Gefühl für den alten Herrn zu bekommen und erfährt aus den Briefen und Einladungen auf seinem Schreibtisch auch eine ganze Menge über ihn. Edward ist ungeduldig und möchte den enttäuschenden Gast möglichst taktvoll loswerden und auch Charmain ist nicht gerade glücklich mit der verschrobenen alten Dame. Die lässt sich aber weder herausschmeißen und noch von den jungen, ungeduldigen Erben nerven, sodass sie am Ende auch wirklich die ist, die das Erbe der beiden jungen Leute findet. Als die beiden merken, dass sie ohne Miss Marple niemals auf das Versteck gekommen wären und selbst wenn, dass sie das Erbe niemals als solches erkannt hätten, sind die beiden doch reumütig und bedanken sich bei der Detektivin für ihre Hilfe.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass Miss Marple ja schon öfter unterschätzt wurde. Die Dame ist schon älter und als alte Jungfer bekannt und somit ist von ihr nicht viel Geschick als Detektivin zu erwarten, denn wie sollte eine Frau, die niemals aus einem kleinen Nest wie St. Mary Mead herauskam auch detektivische Begabungen entwickeln? Aber Charmain und Edward benehmen sich Miss Marple gegenüber besonders respektlos. Sie gestikulieren, dass die ältere Dame wohl nicht mehr alle hat und zeigen ihr ziemlich unmissverständlich, dass sie sie nicht für fähig halten dieses Rätsel zu lösen, nachdem sie es ja nicht geschafft hat innerhalb von fünf Minuten ohne das Gebäude oder den Garten jemals gesehen zu haben, zu erraten wo der Schatz versteckt ist. Mir gefiel dieses Verhalten überhaupt nicht und ich mochte es auch nicht, dass die beiden sich am Ende eigentlich kaum bei ihr erkenntlich gezeigt haben für ihre Bemühungen und dass die beiden sich bei ihr entschuldigt hätten für ihr negatives Verhalten, kam ihnen auch nicht in den Sinn.

Auch ihr Verhalten darüber hinaus gefiel mir nicht so gut, denn die beiden sagen von sich selbst, dass sie ja fest mit dem Geld gerechnet hätten, deshalb umso enttäuschter sind, dass sie nichts bekommen denn, sie haben sich ja nicht wirklich angestrengt, nachdem sie mit dem Erbe gerechnet hatten.

Diese beiden Punkte waren im Grunde meine Hauptkritik an der Geschichte Ein seltsamer Scherz, sodass ich mich ansonsten über die ausgesprochen positive Ermittlungsarbeit der Detektivin äußern möchte. Miss Marple ermittelt häufig von ihrer Wohnung oder einem Stuhl aus. Oftmals haben wir es in den Kurzgeschichten erlebt, dass ihr eine Begebenheit geschildert wird und sie dann rückblickend berichtet wie sie sich alles zusammenreimt. Dieses Mal ist es anders. Sie kann direkt am Ort des Geschehens mitwirken und sie geht, wie sie selbst freudig hervorhebt, endlich auf Schatzsuche, was sie sich schon länger gewünscht hat.

Insgesamt ist Ein seltsamer Scherz von Agatha Christie eine schöne Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle, obwohl mir die beiden Auftraggeber von Miss Marple einfach nicht gefallen und ich sie nicht besonders sympathisch fand.

Miss Marple

Das Asyl von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Das Asyl von Agatha Christie geht es um Bunch Harmon, die als Frau des Vikars in der Kirche einen verletzten Mann findet. Aufgeregt rennt sie zum nächsten Arzt, der zwar sofort herbeikommt, aber nichts mehr für den Sterbenden tun kann. Bunch berichtet der Polizei, kann aber, da der Mann kaum etwas von sich gab und sie ihn auch nie zuvor gesehen hat, nicht wirklich etwas zu den Ermittlungen beitragen. Die Schwester des Toten und deren Mann kommen, um die persönlichen Sachen des Verstorbenen abzuholen und zu erfahren, ob der Mann noch etwas gesagt hat. Wie sich herausstellt sind sie sehr erleichtert, dass er nichts mehr gesagt hat und so wollen sie den alten, zerschlissenen, blutverschmierten Mantel als Erinnerungsstück. Das kommt Bunch verdächtig vor und so sucht und findet sie in dem Mantel einen Gepäckschein. Sie reist zu ihrer Patentante Miss Jane Marple, die gerade in London auf die Wohnung ihres Neffen Richard aufpasst. Gemeinsam beschließen die Frauen herauszufinden, was in dem Fach ist und so packen sie eine zweite Tasche, die sie ebenfalls in einem Gepäckfach abgeben lassen. Sie vertauschen die Zettel und so fährt Bunch, an deren Fersen die Verbrecher kleben, mit einem Koffer, der von Miss Marple gepackt wurde, nachhause, während Miss Marple heimlich den „richtigen“ Koffer abholt. Bunch wird auf dem Weg natürlich überfallen, aber der herbeigerufene Polizist kann schlimmeres verhindern und so treffen sie sich am nächsten Tag um den Koffer zu öffnen. Wie sich herausstellte, war der Mann, der in der Kirche starb, mit einer jungen Tänzerin verheiratet, die wertvolle Edelsteine an ihr Kostüme nähte um sie zu verstecken, denn dort würde man sie für Glassteine halten. Bunch und Miss Marple finden mit der Polizei heraus, dass die Tänzerin und der Mann ein gemeinsames Kind hatten. Die Frau ist bereits verstorben und der Vater war im Gefängnis, als er erfuhr, dass die Pflegeeltern seiner Tochter schwerkrank waren, ist er ausgebrochen um die Edelsteine zu holen und wurde bei dem Versuch zu seiner Tochter zu gelangen ermordet.

Bunch Harmon war mir persönlich ziemlich sympathisch. Sie wird als nicht besonders hübsch, aber dafür umso klüger und vor allem recht neugierig beschrieben und schafft es so mit ihrer Patentante zusammen den Fall um den toten Mann aus der Kirche zu lösen. Inwiefern diese Frauenfigur von Christie interessant ist, bleibt einmal dahin gestellt, aber ich fand es besonders schön, dass sich die beiden netten, sympathischen Frauen zusammenschließen um den Mord zu lösen und vor allem Bunch, die ihren Ehemann nicht in ihre Ermittlungen einbezieht, auch weil sie glaubt, dass er ihr Vorschriften machen würde.

Miss Marple darf auch in diesem Fall wieder ihren Verstand beweisen. Das mochte ich ziemlich gerne, denn in diesem Fall war Miss Marple gefordert und musste mal wieder auf die Straße und dort ermitteln und konnte diesen Fall nicht einfach von ihrem Sessel aus lösen. Vor allem mochte ich es, dass es ein so häufiges hin und her gibt. Der Tote wird in einem kleinen Ort gefunden, Bunch löst mit Miss Marple in London den Fall und fährt immer wieder zurück nachhause und drei Tage hintereinander fährt sie nach London um dort zusammen mit ihrer Patentante den Fall zu lösen.

Das Asyl von Agatha Christie ist eine sehr interessante Kurzgeschichte um Miss Marple, welchen in dieser einen Fall lösen muss, der mit einigen Verwicklungen glänzt, weshalb ich ihn sehr gerne weiterempfehle, denn die Geschichte hat nicht nur eine wirklich interessante Story, sondern auch tolle, warmherzige Charaktere.

Miss Marple

Der Fall von St. Mary Mead von Agatha Christie

Sir Henry Clithering ist zu Besuch bei den Bantrys. Gerade zu dieser Zeit scheint sich ein Mädchen aus dem Dorf, also aus St. Mary Mead, ermordet zu haben. Das Mädchen wollte eigentlich einen Mann aus dem Dorf heiraten, lernte dann aber einen Mann namens Sanford kennen und hat eine Affäre mit ihm. Der Mann hat eine Verlobte in der Stadt und so möchte er natürlich nicht, dass diese Frau herausfindet, dass er ein Kind mit einer Frau aus St. Mary Mead gezeugt hat. Auch ihr früher Freund hätte ein Motiv die junge Frau ins Wasser zu stoßen. Miss Marple hat den Verdacht, dass das Mädchen keinen Selbstmord begangen hat. Doch vielleicht hat ihr Vater sie aus Wut oder Traurigkeit ermordet. Oder war es einer der jungen Männer? Oder vielleicht war es auch jemand ganz anderes? Miss Marple hat einen Verdacht und schreibt diesen auf einen Zettel. Daraufhin bittet sie Sir Henry Clithering zu ermitteln, wer der Mörder des Mädchens ist. Doch alle Hinweise sprechen für Sanford als Mörder, da er das größte Motiv hat. Schließlich wollte er die Affäre geheim halten.

Sir Henry Clithering und Miss Marple kennen sich von einigen gemeinsamen Treffen, bei denen sie in der Vergangenheit Kriminalfälle oder Rätsel gelöst haben, die einer aus einer größeren Gruppe geschildert hatte. Meistens hatte Miss Marple den richtigen Riecher und hat so oftmals sogar den früheren Scotland Yard beamten ausgestochen. Deshalb hat er großes Vertrauen in die Fähigkeiten der alten Dame und natürlich möchte er ihr gerne glauben, wenn sie angibt zu ahnen, wer der Mörder des Mädchens ist. Doch egal wie viel er ermittelt, es ergebens ich einfach keine Beweise gegen den Hauptverdächtigen. Und auch Miss Marple zweifelt langsam an ihren Fähigkeiten. Vielleicht war es ja doch Sanford der seine Affäre aus Verzweiflung in den Fluß gestoßen hat?

Besonders interessant an diesem Fall ist, dass er direkt in St. Mary Mead spielt und auch gerade in der Gegenwart stattfindet. Oftmals hat Miss Marple Fälle gelöst, die in der Vergangenheit geschehen sind, doch dieser hier ist anders. Es passiert ein Mord und Miss Marple kann durch ihre Fähigkeiten wirklich dazu beitragen, dass niemand unschuldiges verhaftet und für einen Mord verantwortlich gemacht wird. Dieser Aspekt gefällt mir wirklich gut.

Auch interessant ist an diesem Fall, dass Miss Marple nicht selbst ermittelt. Sie hat eine Idee wer der Mörder sein könnte und bittet Clithering für sie die Ermittlungen zu übernehmen. Sie will sich nicht beeinflussen lassen, denn einen ähnlichen Fall hat es schon einmal gegeben und so möchte sie überprüfen lassen, ob ihre Theorie richtig ist. Es bleibt weitestgehend unklar, warum Miss Marple nicht selbst ermittelt. Vielleicht möchte sie selbst in Sicherheit bleiben, vielleicht ist sie nicht fit genug um herumzulaufen und Ermittlungen anzustellen. Dennoch finde ich diese Form einer Kriminalgeschichte sehr spannend.

Leider führt dies dazu, dass Miss Marple eine eher untergeordnete Rolle in dieser Geschichte spielt, da Clithering derjenige ist, der ermittelt, wird er und seine Bewegungen mehr geschildert und somit steht er im Vordergrund. Dennoch mochte ich die Geschichte Der Fall von St. Mary Mead von Agatha Christie recht gerne und empfehle sie gerne weiter.

Miss Marple

Die seltsame Angelegenheit mit dem Bungalow von Agatha Christie

Die seltsame Angelegenheit mit dem Bungalow von Agatha Christie ist ebenfalls eine Geschichte aus dem Sammelband Die dreizehn Probleme (Die verschwundenen Goldbarren), in welcher unsere üblichen Protagonisten zusammensitzen um wieder einmal einen Fall zu lösen. Dieses Mal ist es die Schauspielerin Jane Helier diejenige, die eine Geschichte erzählt. Sie behauptet, dass die Geschichte, die sie im folgenden erzählt, einer Freundin passiert sei. Aber natürlich ahnen alle, dass die Geschichte eigentlich ihr selbst passiert ist, und so warten sie bis sich Jane das erste Mal verplappert. Die Runde hilft ihr gerne mit Rat und Tat und schlägt ihr Namen für die Protagonisten ihrer Geschichte vor. Sie erzählt also eine Geschichte von einem Mann, der angeblich einen Bungalow ausgeraubt haben soll, aber behauptet, dass er zu dem Bungalow bestellt wurde. All die Details, die Jane beschreibt scheinen vorne und hinten kein stimmiges Bild zu ergeben und so habe auch die Polizei lange herumgerätstelt. Diese habe aber bis heute keine Lösung für diesen Vorfall gefunden. Natürlich ist die Runde enttäuscht, dass Jane deshalb diese seltsame Angelegenheit nicht auflösen kann, doch diese verteidigt sich damit, dass sie hoffte, einer von ihnen würde die Lösung finden. Als Miss Marple geht, deutet sie an, dass sie die Lösung durchaus gefunden hat.

Was ich an diesem Fall total beeindruckend fand, war, dass es sich um einen Fall handelt, der nicht in der Runde aufgelöst wird. Normalerweise erzählt jemand von einem Mord, einer Begebenheit und diese wird dann am Ende des Falles – meistens von Miss Marple – aufgelöst. Doch dies geschieht hier nicht. Der Leser erfährt die Auflösung als Miss Marple sie Jane Helier erzählt, doch die anderen in der Runde erfahren sie nicht.

Am Anfang hat es mich massiv gestört, dass Jane als total dämlich dargestellt wird. Es scheint so als ob sie sehr dumm wäre und diese Charakterisierung gefiel mir nicht. Agatha Christie hatte Jane bereits in den letzten Geschichte immer wieder als sehr dumm hingestellt und so war dies dieses Mal der Gipfel. Jane schafft es nicht eine Geschichte konsistent zu erzählen, sie schafft es nicht sich die ausgedachten Namen der Protagonisten zu merken und so wechselt sie dann sogar die Erzählinstanz und wechselt zum Ich-Erzähler. Damit hat sie sich dann endgültig verplappert wie es die Herren aus ihrem Krimikreis schon erwartet hatten. Doch dann folgt am Ende durch Miss Marples Auflösung eine Wende, die mir überaus gut gefallen hat und die ich total beeindruckend fand (aber natürlich möchte ich hier nun nicht zu viel verraten).

Gerade deshalb möchte ich Die seltsame Angelegenheit mit dem Bungalow von Agatha Christie gerne weiterempfehlen, denn diese Geschichte ist ganz anders als die durchschnittliche Miss Marple-Geschichte und gerade deshalb schon lesenswert, aber auch die plötzliche Wendung am Ende der Geschichte macht diese zu einem Highlight des Bandes, wenngleich ich mich wirklich schwer getan habe, die Geschichte vollends zu durchschauen.