Miss Marple

Ein seltsamer Scherz von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Ein seltsamer Scherz von Agatha Christie geht es um Miss Marple, welche das Erbe von Charmain und Edward finden soll. Die beiden haben ihren Großonkel Matthew verloren, der ihnen ein recht hübsches Vermögen hinterlassen wollte. Als die beiden aber erfahren wie viel Geld sie wirklich geerbt haben, sind sie enttäuscht, haben sie doch mit dem Geld gerechnet. Miss Marple kannte Matthew natürlich nicht und weiß deshalb auch nicht, wo sich das Geld befinden könnte, denn die beiden Großneffen gehen davon aus, dass ihr Großonkel das Geld in Gold angelegt hatte um dieses irgendwo zu verstecken oder zu vergraben. Unsere Detektivin ist sich da nicht so sicher und lässt sich erst einmal das ganze Gelände und das Gebäude zeigen. Sie versucht ein Gefühl für den alten Herrn zu bekommen und erfährt aus den Briefen und Einladungen auf seinem Schreibtisch auch eine ganze Menge über ihn. Edward ist ungeduldig und möchte den enttäuschenden Gast möglichst taktvoll loswerden und auch Charmain ist nicht gerade glücklich mit der verschrobenen alten Dame. Die lässt sich aber weder herausschmeißen und noch von den jungen, ungeduldigen Erben nerven, sodass sie am Ende auch wirklich die ist, die das Erbe der beiden jungen Leute findet. Als die beiden merken, dass sie ohne Miss Marple niemals auf das Versteck gekommen wären und selbst wenn, dass sie das Erbe niemals als solches erkannt hätten, sind die beiden doch reumütig und bedanken sich bei der Detektivin für ihre Hilfe.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass Miss Marple ja schon öfter unterschätzt wurde. Die Dame ist schon älter und als alte Jungfer bekannt und somit ist von ihr nicht viel Geschick als Detektivin zu erwarten, denn wie sollte eine Frau, die niemals aus einem kleinen Nest wie St. Mary Mead herauskam auch detektivische Begabungen entwickeln? Aber Charmain und Edward benehmen sich Miss Marple gegenüber besonders respektlos. Sie gestikulieren, dass die ältere Dame wohl nicht mehr alle hat und zeigen ihr ziemlich unmissverständlich, dass sie sie nicht für fähig halten dieses Rätsel zu lösen, nachdem sie es ja nicht geschafft hat innerhalb von fünf Minuten ohne das Gebäude oder den Garten jemals gesehen zu haben, zu erraten wo der Schatz versteckt ist. Mir gefiel dieses Verhalten überhaupt nicht und ich mochte es auch nicht, dass die beiden sich am Ende eigentlich kaum bei ihr erkenntlich gezeigt haben für ihre Bemühungen und dass die beiden sich bei ihr entschuldigt hätten für ihr negatives Verhalten, kam ihnen auch nicht in den Sinn.

Auch ihr Verhalten darüber hinaus gefiel mir nicht so gut, denn die beiden sagen von sich selbst, dass sie ja fest mit dem Geld gerechnet hätten, deshalb umso enttäuschter sind, dass sie nichts bekommen denn, sie haben sich ja nicht wirklich angestrengt, nachdem sie mit dem Erbe gerechnet hatten.

Diese beiden Punkte waren im Grunde meine Hauptkritik an der Geschichte Ein seltsamer Scherz, sodass ich mich ansonsten über die ausgesprochen positive Ermittlungsarbeit der Detektivin äußern möchte. Miss Marple ermittelt häufig von ihrer Wohnung oder einem Stuhl aus. Oftmals haben wir es in den Kurzgeschichten erlebt, dass ihr eine Begebenheit geschildert wird und sie dann rückblickend berichtet wie sie sich alles zusammenreimt. Dieses Mal ist es anders. Sie kann direkt am Ort des Geschehens mitwirken und sie geht, wie sie selbst freudig hervorhebt, endlich auf Schatzsuche, was sie sich schon länger gewünscht hat.

Insgesamt ist Ein seltsamer Scherz von Agatha Christie eine schöne Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle, obwohl mir die beiden Auftraggeber von Miss Marple einfach nicht gefallen und ich sie nicht besonders sympathisch fand.

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