Miss Marple

Die Stecknadel von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte Die Stecknadel von Agatha Christie geht es um Miss Politt, eine Schneiderin, die zusammen mit Miss Hartnell die Leiche von Mrs. Spenlow findet. Natürlich spricht sich in einem kleinen Ort wie St. Mary Mead eine solche Nachricht schnell herum, zumal die Leiche nur sehr leicht bekleidet ist. Miss Marple wird von der Polizei befragt, denn der Ehemann der Verstorbenen gibt an, dass er von Miss Marple angerufen wurde, die ihn bat vorbeizukommen, sodass er während des Mordes an seiner Frau zum einen außer Haus war und zum anderen kein Alibi hat. Miss Marple macht eine Aussage bei der Polizei, sie gibt vor dem Polizisten an, dass sie niemals Kontakt mit ihm aufgenommen hat. Der Polizist benimmt sich seltsam, hat am Tatort sogar eine Stecknadel aufgehoben, die andere Polizeibeamte aber als harmlos abtun. Schließlich ist es nur eine normale Stecknadel. Miss Marple findet heraus, dass zwar Mrs. Spenlow die wohlhabende Partei in der Ehe war, aber sie glaubt dennoch nicht, dass ihr Mann ihr etwas getan hat, obwohl er sich nach dem Tod seiner Frau so seltsam verhält und kaum um sie zu trauern scheint. Miss Marple kennt aber auch die Kennenlerngeschichte der beiden und ahnt so, dass Mr. Spenlow seine Frau nicht umgebracht hat.

Besonders verwirrend finde ich, dass der Mörder ausgerechnet Miss Marple für den Trick benutzt. Miss Marple wird vorgeschoben als diejenige, die den Ehemann angerufen haben soll um ihn vom Tatort wegzulocken und dafür zu sorgen, dass er kein Alibi hat. Das finde ich besonders interessant, weil sie nichts von den ausschlaggebenden Beweisen wüsste, wenn sie nicht auf diese Weise mit dem Fall in Kontakt gekommen wäre. Das wirkte auf mich ein bisschen arg konstruiert.

Was mir an dieser Geschichte aber sehr gut gefallen hat, war dass Miss Marple mal wieder selbst einen Fall in die Hand nimmt. Sie hört nicht einfach nur davon nachdem alles vorbei ist und ihre Schlussfolgerungen nur noch die Anwesenden beeindrucken, sondern sie mischt vorne mit und trägt sogar einen großen Teil zur Lösung dieses Mordes bei. Da diese Geschichten aufgrund des hohen Alters unserer Protagonistin und aufgrund ihres Wesens eher selten sind, gefallen sie mir umso besser.

Gleichzeitig wirkte die Geschichte aber insgesamt auch recht konstruiert. Miss Marple kennt natürlich alle beteiligten Herrschaft, was aufgrund der Größe von St. Mary Mead tatsächlich gar nicht so unwahrscheinlich ist. Dennoch ist es überraschend, dass Miss Marple aufgrund weniger Hinweise schon auf die Identität des Täters kommt, ja auch das ist normal für Miss Marple, aber ich empfinde es bei dieser Geschichte als besonders stark und somit als besonders gestellt.

Insgesamt überwiegen bei der Kurzgeschichte Die Stecknadel von Agatha Christie wohl weder die guten noch die doofen Eigenschaften. Es ist einfach eine kleine Geschichte in einem Sammelband, die man nicht einfach zuklappt und für total misslungen hält, die aber gleichzeitig auch keine Begeisterungsstürme hervorrufen wird.

Ein Gedanke zu „Die Stecknadel von Agatha Christie

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