Miss Marple

Miss Marple erzählt eine Geschichte von Agatha Christie

In der kurzen Geschichte Miss Marple erzählt eine Geschichte von Agatha Christie erzählt Miss Marple ihrem Neffen Raymond und dessen Frau Joan die Geschichte von einem Vorfall, der inzwischen einige Zeit zurückzuliegen scheint. Damals kam ihr Anwalt Mr. Petherick mit einem Mandanten, Mr. Rhodes, zu ihr, der sie um Hilfe bitten wollte. Natürlich war er sich nicht sicher, ob die ältere Dame ihm helfen konnte, doch selbstverständlich schafft es Miss Marple mit ihren Fähigkeiten sehr schnell sein Problem zu lösen.

Mr. Rhodes wird verdächtig seine Frau ermordet zu haben, denn sie wurde eines Nachts in ihrem Bett in einem Hotel erstochen aufgefunden. Es handelt sich hier eher um ein Rätsel als um einen Fall, denn das Ganze spielte sich wie folgt ab: Mr. Rhodes verbrachte den Abend am Schreibtisch. Sein Zimmer befindet sich an einer Ecke und so kommt man von der einen Seite des Ganges in sein Zimmer. Das Zimmer seiner Frau befindet sich sozusagen hinter der Ecke, und man kann ihr Zimmer auch vom Flur aus betreten. Außerdem gibt es eine Verbindungstür, durch welche man gehen kann und welche unverschlossen war. Das Zimmer seiner Frau war verschlossen, sowohl Fenster als auch die Tür, sodass jemand, der seine Frau ermorden wollte, durch sein Zimmer gehen musste. Da Mr. Rhodes nur ein Zimmermädchen gesehen hat und auch Zeugen, die beide Türen im Blick behalten hatten, nur ein Zimmermädchen und die Eheleute die Zimmer betreten sahen, geht die Polizei davon aus, dass Mr. Rhodes seine Frau umgebracht hat, schließlich hat sie keinen Selbstmord begangen und auch das Zimmermädchen scheidet als Tatverdächtige aus. Miss Marple fragt, ob es noch andere Personen im Hotel gab. Diese gab es: zwei Frauen (beide nicht mehr ganz jung, eine mit eher burschikosen Klamotten, die andere in indische Seegewänder gehüllt). Unsere Protagonistin ist sich sicher, dass eine der beiden Frauen die Täterin war.

Mir persönlich hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Miss Marple gibt mit ihrer Lösung des Problems nicht an, sondern sagt selbst, dass sie hofft, dass ihr Neffe und dessen Frau sie nicht für eingebildet halten, aber sie habe mit der Lösung dieses Problem schließlich jemandem geholfen, der sich nicht hatte selbst helfen können. Schade fand ich es aber, dass man am Ende keine Reaktion mehr von den beiden mitbekommt. Keine Anerkennung, keine Schadenfreude, keine Freude über die Lösung. Das hätte ich noch ganz interessant gefunden.

Total gut fand ich es hingegen, dass Mr. Petherick Miss Marple um Hilfe bittet, weil er sie wohl für so klug hält, dass er sich sicher ist, dass sie den Fall lösen kann, obwohl die Polizei und auch er und sein Mandant nicht auf die Lösung des Problems kamen. Und man merkt auch, dass Mr. Rhodes, obwohl er anfangs nicht an Miss Marples Fähigkeiten glaubt, doch beeindruckt davon ist wie sie den Fall löst. Er ist am Anfang sogar ungläubig, dass Miss Marple denn Fall innerhalb von ein paar Minuten auf dem Sofa sitzend lösen konnte, während er sich den Kopf darüber zerbrochen hat und einfach auf keine Lösung kam.

Was ich an diesem Fall besonders mochte, war, dass Miss Marple, obwohl sie während der Lösung nur bei sich in der Wohnung sitzt, sie dennoch einem Menschen helfen konnte, indem sie den Fall jetzt löst und nicht Jahre nachdem er abgeschlossen ist, damit konfrontiert wird. Das macht ihre Arbeit immer umso interessanter. Außerdem fand ich den Aufbau sehr interessant. Erzählerisch wird hier zwar kurz eine Geschichte, ein Fall dargelegt, aber danach ist es im Grunde nur noch ein Rätsel mit drei Türen, zwei Zimmern und zwei Fluren. Es geht also weniger darum die menschlichen Hintergründe (darum geht es auch ein bisschen, aber es tritt in den Hintergrund) zu verstehen oder darauf zu achten, was wer zu wem wann gesagt hat und welche Informationen er davon haben konnte und welche nicht, sondern es geht wirklich um ein Rätsel, das man sich auch hätte aufmalen können und jemandem in die Hand drücken mit der Anweisung „Man stelle sich die folgende Geschichte vor. Wie könnte der Täter das gemacht haben?“.

Insgesamt finde ich Miss Marple erzählt eine Geschichte von Agatha Christie ist auf jeden Fall eine lesenswerte Geschichte, die ich nur jedem ans Herz legen kann und möchte, denn ich fand sie wirklich total spannend, wenngleich sie recht kurz ist.

Ein Gedanke zu „Miss Marple erzählt eine Geschichte von Agatha Christie

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