Adventskalender 2021 ·Geld oder Lebkuchen von D. Heldt ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Geld oder Lebkuchen von Dora Heldt

In dem Roman Geld oder Lebkuchen – Fast ein Krimi von Dora Heldt geht es um Festkomitee aus Sylt, das für die Kinder die alljährliche Weihnachtsfeier organisiert.

Ernst Mannsen ist Rentner und langweilt sich kurz vor Weihnachten, weil keine Touristen auf Sylt sind und seine Frau Gudrun ihm die Mitarbeit im Festkomitee verbietet. Sie haben schon einen Weihnachtsmann und brauchen ihn auch für sonst keine Aufgaben. Hella Fröhlich und Minna Paulsen arbeiten gemeinsam mit Gudrun im Festkomitee und organisieren den Weihnachtsmarkt, kümmern sich um den Chor und vor allem um den Kinderclub. Die Kinder kriegen jedes Jahr zu Weihnachten einen Weihnachtswunsch erfüllt, den sie vorher an den großen Weihnachtsbaum hängen dürfen. Normalerweise werden die drei Frauen dabei von Dietrich unterstützt, der sich um die Spenden für den Kinderclub kümmert und den Weihnachtsmann spielt. Doch dieses Jahr erscheint Dietrich nicht zum ersten Treffen des Komitees und so versuchen die Frauen ihn immer wieder zu erreichen. Auch in den folgenden Tagen ist er unerreichbar und als sich dann auch noch herausstellt, dass Dietrich in der Bank beurlaubt wurde, schwant ihnen übles.

Ernst wurde hingegen von den Frauen als Weihnachtsmann engagiert, denn er soll diesen Part nun übernehmen. Um für die Weihnachtsgeschenke aufzukommen, wollen die Frauen Spenden sammeln, allerdings endet dieser Versuch recht fruchtlos, denn alle ortsansässigen Unternehmen sagen, dass sie schon im Sommer gespendet hätten und sogar Quittungen dafür haben. Von dem Geld fehlt aber nach wie vor jede Spur; genau wie von Dietrich. Hinzu kommt, dass jemand aus der Stadtverwaltung hat durchsickern lassen, dass der Kinderclub in Zukunft nicht mehr unterstützt werden soll, sodass das kostenlose Mittagessen für die etwas ärmeren Kinder wegfallen würde (das von Freiwilligen gekocht wird und somit nur die Zutaten bezuschusst werden). Minna ist außer sich, denn der Kinderclub liegt ihr, als ehemaliger Grundschullehrerin, besonders am Herzen. Von der prekären Lage beim Spenden sammeln ahnt sie nichts.

Und so kommen Ernst und Hella auf eine Schnapsidee: Sie rauben im Weihnachtsmannkostüm die örtliche Bank aus. Im Kostüm wird sie die langjährige Mitarbeiterin Martina Wolf schon nicht erkennen. Ihr erster Versuch scheitert, weil die Bank geschlossen ist, doch beim zweiten Mal klappt alles wie am Schnürchen: Ernst stürmt mit der Beute und einer falschen Waffe aus der Bank und wird dabei von Hella gefilmt, die findet, dass er eine gute Figur abgibt. Doch Gudrun und Minna dürfen sie von ihren Geldbeschaffungsmethoden nichts erzählen und so behaupten sie, noch ein paar spendablere Leute aufgetrieben zu haben.

Als Ernst entdeckt, dass Martina ihn doch erkannt haben muss, weil von seinem Konto plötzlich 2100€ abgebucht wurden, entdeckt auch Gudrun, was ihr Mann vor ihr verbergen wollte. Sie denkt allerdings, dass er ihr die lange ersehnte Kreuzfahrt zu Weihnachten schenken wollte. Hella und Ernst planen einen zweiten Überfall. Dieses Mal wollen sie das Schwarzgeld der Reichen und Mächtigen Insulaner und Großstädter aus den Schließfächern sprengen. Um sicher zu gehen, dass die von Ernst konfiszierten Silvesterböller von vor einigen Jahren ihren Job auch machen, starten sie einen Probelauf. Nachdem Gudrun entdeckt, was ihr Mann und ihre Freundin in ihrem Garten angerichtet haben, will sie die ganze Wahrheit wissen und erfährt auch von dem schiefgelaufenen Überfall.

Was sie nicht ahnt ist, dass ihr Mann ihrem Enkel aus Versehen Hellas Video geschickt hat und dass auch Martina ihre ganz eigenen Pläne hat…

Adventskalender 2021 ·Geld oder Lebkuchen von D. Heldt ·Hörbücher

Rezension: Geld oder Lebkuchen von Dora Heldt

Geld oder Lebkuchen – Fast ein Krimi von Dora Heldt ist fast ein vorweihnachtlicher Krimi; also vorweihnachtlich ist der Roman, aber eben nur fast ein Krimi.

Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie etwas von Dora Heldt gelesen habe, also vollkommen ohne Erwartungen an diesen Roman der Autorin rangegangen bin. Der Titel klang einfach lustig und ich hatte Lust auf ein Weihnachtsbuch, in dem die Protagonisten nicht einfach nur zufällig zu Weihnachten zusammenkommen, also noch eine weihnachtliche Botschaft im Roman steckt.

Die Charaktere sind allesamt skurril. Ernst Mannsen ist Rentner und lebt mit seiner Frau Gudrun ein ruhiges Leben auf Sylt. Aber das Schicksal der Kinder geht ihm so nah und die Entscheidungen der Gemeinde und dass Dietrich einfach verschwunden ist, bewegen ihn dazu, einen Bankraub zu planen und durchzuführen. Auch sonst darf man Ernst nicht zu ernst nehmen. Gudrun ist ebenso ruhig und im Grund ihres Herzens langweilig, aber irgendwie findet sie auch süß und witzig was ihr Mann für die Kinder da getan hat. Hella Fröhlich ist ohnehin ein bisschen verrückt und so passt dieser Plan eigentlich perfekt zu ihr. Obwohl sie nicht mit Ernst in die Bank stürmt, plant sie einen großen Teil des Bankraubs alleine und kümmert sich beispielsweise um das Fluchtfahrzeug. Wie realistisch das alles ist und bis zu welchem Punkt der Raub durchdacht ist, sei mal dahingestellt. Martina Wolf, die Bankangestellte, ist immer eher ruhig und für sich, kann aber auch aus sich herauskommen. Gerade weil sie so ruhig ist, rechnet niemand damit, dass sie vieles um sich herum ziemlich genau mitbekommt und so von außen beobachtet.

Und so komme ich auch noch zu einem für mich wichtigen Punkt: Ich tendiere dazu meine Figuren zu ernst zu nehmen und mir ist es wichtig, wenn ich deren Verhalten nachvollziehen kann. Das darf man hier nicht. Die Figuren benehmen sich alle an dem ein oder anderen Punkt seltsam und sind allesamt nicht 100%ig ernst zu nehmen.

Die Handlung selbst hat mir gut gefallen. Eine Gruppe von älteren Insulanern organisieren für die Kinder eine Bescherung und für alle Bewohner einen Weihnachtsmarkt an jedem Adventswochenende. Dass dann ausgerechnet der Schatzwart des Teams verschwindet, sich nicht meldet und auch keine Nachricht hinterlassen hat, sorgt natürlich nicht nur für Unruhe, sondern auch für diverse Spekulationen. Da dann irgendwann die Zeit drängt und die Geschenke gekauft werden müssen, müssen sie irgendwie an Geld kommen. Da hier Spenden sammeln keinen rechten Erfolg zeigt, muss eine andere Idee her. Die Geldbeschaffungsmaßnahmen sind zwar kriminell, aber durchaus kreativ. Ich fand den Roman recht witzig geschrieben und die Handlung sehr kurzweilig.

Die weihnachtliche Botschaft kam für mich auch durch: die Kinder freuen sich auf die Geschenke und alle genießen den Weihnachtsmarkt. Vor allem der kleine Anton, ein Junge aus dem Kinderchor und dem Kinderclub, erregt das Mitleid der Mitglieder des Festkomitees. Bevor er erfährt was ein Smartphone kostet, wünscht er es sich vom Kinderclub. Er will das Smartphone aber nicht für sich selbst, sondern auch für seine Mutter, damit sie beim Telefonieren seine Oma und seinen Onkel sehen können. Diese können sie nämlich nicht allzu häufig besuchen. Ein Smartphone kann sich der Kinderclub aber nicht leisten.

Hinzu zu dieser weihnachtlichen Botschaft, dass man versucht, Kindern ihre Wünsche zu erfüllen, kamen die weihnachtliche Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt, der Weihnachtsmann, der den Kindern Geschenke bringt und ein Kinderchor, der Weihnachtslieder in Dialekt singt. Diese Aspekte haben für mich die weihnachtliche Stimmung perfekt gemacht.

Die Stimme der Sprecherin Katja Danowski war für mich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Aber nachdem ich mich mal daran gewöhnt hatte, fand ich die Stimme toll und super zu den Charakteren passend. Die Sprecherin hat es geschafft jeder Figur eine eigene Tonalität zu geben, sodass man immer schon alleine durch diese wusste welche Figur gerade spricht. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Das Hörbuch ist ungekürzt, was ich ja meistens lieber höre.

Insgesamt hat mir Geld oder Lebkuchen –  Fast ein Krimi von Dora Heldt sehr gut gefallen. Ich wollte das Hörbuch einfach immer weiter hören. Normalerweise handelt es sich bei diesem abgedrehten, witzigen Weihnachts(fast)krimi nicht um mein bevorzugtes Genre, und dennoch fand ich es wirklich toll und empfehle es sehr gerne weiter.

 

 

 

 

Danke an Netgalley für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Adventskalender 2021 ·Hörbücher ·Northanger Abbey von J. Austen

Inhaltangabe: Northanger Abbey von Jane Austen

In Jane Austens Northanger Abbey geht es um die siebzehn Jahre junge Catherine Morland, die von ihren Eltern die Erlaubnis erhält mit den Allens nach Bath zu reisen. Mr. Allen soll dort einen Kuraufenthalt haben, und seine Frau begleitet ihn. Catherine fährt als Gesellschafterin mit ihrer dauerhaften guten Laune mit und soll dort von Mrs. Allen in die Gesellschaft eingeführt werden.

Gemeinsam besuchen die Damen in Bath jede Menge Bälle und vertreiben sich die Zeit bei Spaziergängen. In Bath lernt Catherine auch eine Freundin ihres Bruders kennen: Isabella und John Thorpe kennen James, Catherines Bruder und Isabella schlägt vor, dass auch die beiden Frauen Freundinnen werden müssen, wo doch bereits ihre Brüder Freunde sind. Catherine versteht sich gut mit Isabella und verbringt viel Zeit mit ihr.

In Bath lernt Catherine aber auch den gutaussehenden Henry Tilney kennen und verliebt sich in ihn. Er fordert sie regelmäßig zum Tanzen auf und die beiden verbringen viel Zeit, da Catherine nicht nur ihn, sondern auch seine Schwester Eleanor gern hat. Isabella verlobt sich, nach James Ankunft, bald mit diesem und so haben Catherine und Isabella bald die Aussicht Schwägerinnen zu werden. Außerdem macht John Catherine den Hof, sodass sie gleich doppelt verwandt sein könnten, doch Catherines Herz gehört bereits Henry und so will sie von den Avancen Johns nichts wissen. Da er ein Freund ihres Bruders ist, verbringt sie dennoch Zeit mit ihm.

Nachdem Frederick Tilneys, Henrys Bruder, in Bath angekommen ist, flirten Isabella und Frederick miteinander, was Catherine überhaupt nicht nachvollziehen kann, da Isabella ja James liebt. Catherine versucht die beiden von ihren Flirts abzuhalten, oder möchte zumindest nicht länger Zeugin solcher Unterhaltungen sein.

Nachdem John gemeinsam mit Isabella dafür gesorgt hat, dass Catherine eine Verabredung mit den Tilneys nicht einhalten konnte, schneiden diese Catherine, was sie sehr verletzt. Sie schafft es sich zu erklären und wird von Eleanor und ihrem Vater nach Northanger Abbey eingeladen um dort einige Wochen mit der Familie zu verbringen. Die Allens und auch Catherines Eltern unterstützen diesen Aufenthalt und Catherine ist hellauf begeistert, denn sie freut sich auf das alte Gemäuer.

In Northanger Abbey gruselt sich Catherine zwar immer wieder, weil sie die Atmosphäre an ihren Lieblingsschauerroman Udolphos Geheimnisse von Anne Radcliffe erinnert. Außerdem vermutet sie hinter jeder Ecke schaurige Geheimnisse, die sie entdecken möchte. So fühlt sie sich rundweg wohl und erhofft sich sogar, dass Henry ihr gegenüber auch Gefühle entwickelt hat bis General Tilney sie durch seine Tochter rüde und kurzfristig in einer öffentlichen Kutsche und ohne Begleitung nachhause schicken lässt.

Catherine befürchtet Eleanor und Henry nie wiederzusehen und kann sich auch nicht denken, was sie getan haben könnte, um solch ein Verhalten ihr gegenüber zu rechtfertigen…

Adventskalender 2021 ·Hörbücher ·Northanger Abbey von J. Austen

Rezension: Northanger Abbey von Jane Austen

Northanger Abbey von Jane Austen habe ich als Hörspiel gehört. Hier werde ich also sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium des Hörspiels selbst eingehen.

Catherine Morland ist, wie viele Austen-Heldinnen, eine nette, etwas leichtgläubige, aber dennoch freundliche junge Dame. Als besonders klug wird sie von Austen nicht dargestellt, wobei eine gewisse Dummheit sogar von Vorteil für junge Damen sein soll, da kluge junge Männer, etwas dummen Damen sofort verfallen, wenn sie denn hübsch sind, so schreibt Austen. Catherine war mir durchaus sympathisch, auch wenn ich sie tatsächlich für deutlich zu leichtgläubig gehalten habe.

Das Frauenbild in diesem Austen-Roman ist wieder einmal schwierig. Ich verstehe ja durchaus, dass das Frauenbild in solchen historischen Romanen im entsprechenden historischen Kontext betrachtet werden muss, aber was Austen da über Frauen schreibt, ist wirklich unglaublich. Vor allem, dass Tilney das Verhalten seines Bruders entschuldigt und meint, dass einzig Isabellas Verhalten unpassend sei, da sie sich über die Aufmerksamkeiten nicht nur freue, sondern sogar maßgeblich daran beteiligt sei. Eleanors Glück wird (so wirkt es zumindest in der gekürzten Hörspiel-Version, die ich gehört habe) einfach an den nächstbesten Heiratskandidaten verschachert, damit ihr Bruder die Frau heiraten darf, die er liebt. Dass der lieben, netten Catherine das schändliche Verhalten eines Mannes zum Vorwurf gemacht wird, passt gut zur Geschichte, hat bei mir aber einen negativen Nachgeschmack hinterlassen. Solche Beispiele könnte ich sicherlich noch weiter aufzählen. Das Frauenbild in Austens Roman ist kurzum archaisch.

Henry Tilney hat mich an der ein oder anderen Stelle an Edmund aus Mansfield Park (eine Ähnlichkeit zwischen Catherine und Fanny aus Mansfield Park war meiner Ansicht nach vor allem bei Beschreibungen des Charakters vorhanden) erinnert. Die Figur Henry Tilney ist meiner Ansicht nach auch ziemlich undynamisch geblieben und ich konnte so einige seiner Verhaltensweisen nicht nachvollziehen, weil man keine Sicht in sein Inneres erhielt. Ich weiß nur leider nicht, ob das am Original, oder an der gekürzten Hörspiel-Adaption lag.

Die Geschichte selbst hat mir gut gefallen. Ein Teil spielt bei Catherines Eltern in ihrem Heimatort, der zweite Teil in Bath und der dritte Northanger Abbey. Danach kehrt sie zurück in ihren Heimatort, wo der Roman dann auch endet. Es handelt sich hier um eine relativ typische (zumindest für Austen) Liebesgeschichte. Eine junge Frau trifft einen jungen Mann, sie verliebt sich in ihn, darf ihm auch ihre Gefühle aufgrund der herrschen gesellschaftlichen Konventionen nicht gestehen. Der junge Mann verliebt sich zwar auch in die junge Dame, braucht aber ein bisschen bevor beide zusammenkommen können. Warum genau Henry Catherine seine Gefühle nicht sofort gestanden hat, ist unklar, außer, dass er vielleicht Angst davor hatte, dass sie ihn nicht liebt.

An einigen Stellen merkt man, dass der Roman gekürzt wurde. Wie oben beschrieben bleiben Henrys Handlungsmotive und sein Charakter den ganzen Roman über unklar. Ich weiß nicht, ob das an dem Austen-Roman liegt, oder an den Kürzungen. Um die Entwicklungen der Liebesgeschichte und die Charakterentwicklungen besser nachvollziehen zu können, wäre es aber schön gewesen, hätte man das Hörspiel etwas länger konzipiert. So wirkte einiges dann doch überstürzt.

Als ich das erste Mal einen Teil des Udolpho-Textes hörte, war ich sehr verwirrt, weil der Roman plötzlich eine englische Passage enthielt. Diese Passagen wurden dann auch noch schauerlich und mit Gewitter-Geräuschen untermalt, sodass ich häufig beim plötzlichen Wechsel vom Deutschen ins Englische Probleme hatte alles zu verstehen. Beim ersten Mal habe ich am Anfang nicht mitbekommen, dass hier ein englischer Einschub folgt und dass die Udolpho-Passagen entsprechend inszeniert sind. Wenn jemand kein englisch spricht, dann ist er bei solchen Passagen aufgeschmissen, wobei das Verstehen der Udolpho-Zitate nicht notwendig ist, um der restlichen Handlung folgen zu können, aber schön wäre es schon, wenn man diese Zitate schon hat. Ich verstehe auch nicht ganz warum man diese nicht übersetzt hat.

Die Musik mit der das Hörspiel untermalt ist, hat mir gut gefallen und sie passt auch ganz wunderbar zur Atmosphäre des Romans. Die Anzahl der Sprecher:innen sorgt dafür, dass jede Figur eine Sprecherin oder einen Sprecher hat. Das sorgt natürlich auch dafür, dass es ein paar Sprecher:innen gibt, die es auseinanderzuhalten gilt, was mir aber ganz gut gelungen ist. Ich denke, hier braucht man einfach ein bisschen Erfahrung mit Hörspielen und so viele Figuren hat der Roman auch nicht.

Das Booklet enthält neben einem fünfzehnseitigen Vorwort, eine Aufzählung der Beteiligten (Autorin, Sprecher:innen, Musiker:innen) auch einige Bilder. Das Vorwort befasst sich mit dem Leben von Jane Austen, ihrer Familie und wie sie zum Schreiben kam. Außerdem enthält es einige Gedanken zum Roman und der damaligen Gesellschaft. Leider kamen diese Details und Informationen im Hörspiel nur an wenigen Stellen durch. So habe ich beispielsweise gelesen, dass Austens Frauenbild nicht so klischeehaft (hätte mich auch gewundert) war wie ich den Eindruck nach dem Hören hatte. Hier sei also der obige Absatz etwas relativiert, den ich aber dennoch so stehen lasse, weil das mein Eindruck nach dem Hören war. Das Booklet ist wirklich sehr informativ und hilft, Northanger Abbey etwas besser einordnen zu können. Für mich bietet es also einen Mehrwert zum Hörspiel selbst.

Alles in allem hat mir die Hörspiel-Adaption von Northanger Abbey von Jane Austen aus dem Hörverlag sehr gut gefallen. Das Cover ist sehr hübsch, die Handlung und Figuren von Austen sind schön und die Adaption vereint tolle Specher:innen und eine passende Musik.

 

 

 

Danke an Der Hörverlag für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Eine Weihnachtsgeschichte von Ch. Dickens ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

In der Geschichte Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens geht es um Ebenezer Scrooge, einen alten, verbitterten, knausrigen Mann, der sich weder um seine Mitmenschen, noch um seinen Angestellten oder seine Familie kümmert.

Nachdem er die Spendensammler, seinen Mitarbeiter und seinen Neffen vor den Kopf gestoßen hat, erhält Scrooge am Abend Besuch vom Geist seines ehemaligen Partners, der schon seit einigen Jahren verstorben ist. Dieser kündigt ihm den Besuch von drei weiteren Geistern an: in der ersten Nacht soll der Geist der vergangenen Weihnachten, in der zweiten Nacht der der gegenwärtigen Weihnacht und danach der der zukünftigen Weihnacht erscheinen.

Und tatsächlich kommt der erste Geist wie angekündigt zu Scrooge und nimmt ihn mit zu den Weihnachtsfesten vergangener Zeiten: Ebenezer als junger Knabe von seiner Schwester aus der Schule abgeholt, um Zuhause mit seiner Familie Weihnachten feiern zu können. Jahre später hat er ein Weihnachtsfest bei seinem Lehrmeister verbracht, der ein großes Weihnachtsessen mit Musik und Tanz ausgerichtet und alle seine Angestellten dazu eingeladen hat. Das Weihnachtsfest hat er als unglaublich schön in Erinnerung.

Der zweite Geist führt Scrooge erst zu seinem Angestellten Bob Cratchit, der mit seiner Familie Weihnachten feiert. Obwohl die Familie arm ist, erfreuen sie sich aneinander und genießen die weihnachtliche Zeit. Dort lernt Scrooge auch den kleinen, verkrüppelten Sohn von Bob, tim, kennen. Ebenezer entwickelt sofort eine Zuneigung zu dem tapferen Jungen, doch der Geist deutet an, dass Tim das nächste Weihnachtsfest aufgrund der Armut der Familie wohl nicht mehr erleben wird. Auch bei seinem Neffen wirft Scrooge einen Blick auf die Weihnachtsfeier und ist so begeistert von den Spielen, die sie spielen, dass er, obwohl er nicht gehört werden kann, mitspielt.

Der Geist der zukünftigen Weihnacht zeigt Scrooge ein Weihnachtsfest, bei dem kurz zuvor ein Mann gestorben ist. Einige arme Menschen unterhalten sich aber nur darüber wie sie dessen Besitztümer unter sich aufteilen und dass sie ihm sogar die guten Kleider vom Leib zogen, damit sie diese weiterverkaufen können. Auch die Geschäftskollegen erwähnen seinen Tod nur am Rande und sprechen davon, dass man den Toten nicht mochte. Scrooge hofft währenddessen, dass der Geist ihm zeigt was er – durch die Lektionen der anderen Geister – in der Zukunft an guten Taten tut. Aber statt dies gezeigt zu bekommen, erfährt Scrooge, dass Tim verstorben ist und die Familie Cratchit um den Kleinen trauert.

Geläutert durch die Besuche der drei Weihnachtsgeister möchte Scrooge nun etwas gutes tun, doch eigentlich müsste Weihnachten nach den Besuchen längst vorbei sein…

Eine Weihnachtsgeschichte von Ch. Dickens ·Hörbücher

Rezension: Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens gehört zu den bekanntesten Weihnachtsgeschichten und bekanntesten Geschichten von Charles Dickens. Ich habe diesen bekannten Stoff als Hörbuch von cbj audio gehört und werde somit sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Sie ist auch noch unter anderen Titeln bekannt (Ein Weihnachtslied (in Prosa), Der Weihnachtsabend oder Eine Geistergeschichte zum Christfest), die nicht weniger passend sind, allerdings handelt es sich bei Eine Weihnachtsgeschichte um den bekanntesten Titel.

Diese Weihnachtsgeschichte behandelt einige, wichtige, weihnachtliche Themen wie Familie, Freundschaft, Geiz und Spenden, Geschäftstüchtigkeit und Großzügigkeit. Diese Themen passen wunderbar zu Weihnachten und sorgen gemeinsam für die Atmosphäre, die diese Geschichte ausstrahlt. Es geht nicht einfach nur um einen einsamen, alten Mann, sondern darum, zu zeigen wie dieser so geworden ist und dass es auch für ihn nicht zu spät ist, sich noch zu ändern. Hier schwingt eine unglaublich schöne Hoffnung mit, die auch typisch für Weihnachten ist.

Besonders gut gefällt mir, dass man ein paar Einblick bekommt wie man Weihnachten früher in England gefeiert hat. Einiges hat sich zu unseren heutigen Weihnachtsfesten nicht verändert (wobei es natürlich auch heute in vielen Familien ganz unterschiedliche Weihnachtstraditionen gibt). Hier meine ich beispielsweise, dass man gemeinsam mit seiner ganzen Familie feiert, etwas leckeres ist und dankbar für die nette Gesellschaft ist. In einigen Familien werden sicherlich auch heute noch Spiele in großer Runde gespielt, bei denen viel gelacht und gescherzt wird. Solch ausgelassene Bälle wie der, den Scrooge in der Vergangenheit besucht hat, würde man aber heute wohl kaum noch feiern. In diesem Kontext sollen auch die sozialkritischen und gesellschaftskritischen Züge eine kurze Erwähnung finden.

Mir gefällt auch gut, dass man zwar hauptsächlich Scrooge begleitet, er aber zeitweilig sehr in den Hintergrund rückt und man so Gelegenheit erhält sowohl Cratchit und seine Familie als auch Fred, Scrooges Neffen, und dessen Familie näher kennenzulernen. Die Charaktere erhalten alle, außer Scrooge, keine richtige Tiefe, aber das ist bei Kurzgeschichten ja häufig der Fall.

Da ich vermute, dass die allermeisten mindestens eine der etlichen Filmadaptionen des Stoffes kennt, möchte ich hier nicht viel näher zum Inhalt eingehen, sondern mich stattdessen noch ein bisschen dem Medium widmen: Das Hörbuch beruht auf der ungekürzten Übersetzung von Sybil Gräfin Schönfeldt.

Cbj audio bringt gerade in seiner Nostalgie für Kinder-Reihe einige Kinderbuch-Klassiker raus. In der Reihe sind bereits Anne auf Green Gables von Lucy Maud Montgomery, Heidis Lehr- und Wanderjahre von Johanna Spyri, Nesthäkchen und ihre Puppen von Else Ury, Der Trotzkopf von Emmy von Rhoden und Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling und eben Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens erschienen. Ich finde es schön, dass viele dieser Klassiker noch einmal neu aufgelegt werden. Das Booklet, das in den physischen Hörbüchern beigelegt ist, ordnet die Stoffe ein.

Die Geschichte wurde von Charles Brauer eingesprochen. Ich habe vor ein paar Monaten tatsächlich Der Seitensprung von Bernhard Schlink, das von ihm gesprochen wurde, gehört und war sehr begeistert. Ich mochte auch bei diesem Hörbuch Brauer wieder sehr gerne und habe ihm unglaublich gerne zugehört. Für mich passte die Stimme einfach zu diesem alten, traditionellen Stoff des historischen Londons. Charles Brauer war für die Weihnachtsgeschichte wirklich eine tolle Wahl.

Das Booklet hält dieses Mal eine Zusammenfassung des Inhalts, die Vita des Autors und eine Einordnung des Werkes bereit. Darin wird unter anderem erläutert wieso Charles Dickens sich mit sozialen und politischen Themen auseinandersetzte. Für mich enthält das Booklet gerade dadurch einen Mehrwert zum Hörbuch. Max Meinzold hat – wie bei den ersten Teilen der Reihe auch – die Bilder für das Cover beigesteuert und ich mag seinen Stil immer noch unglaublich gerne und finde seine Bilder wunderschön.

Insgesamt hat mir Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens in dieser Hörbuchfassung gelesen von Charles Brauer sehr gut gefallen. Es stimmt richtig schön auf Weihnachten ein und man kann es auf jeden Fall auch mehrfach hören, und ich werde es jetzt sicherlich in den nächsten Wochen noch einmal hören. Von mir gibt es also eine klare Empfehlung für dieses tolle Hörbuch.

 

 

 

Vielen Dank an cbj audio für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

Das Dschungelbuch von R. Kipling ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling

Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling ist ein Sammelband mit einigen Erzählungen. Die bekanntesten sind sicherlich die um Mowgli, allerdings besteht der Band (bzw. die beiden Bände) noch aus anderen Geschichten. Bei dem Hörbuch, das ich gehört habe, handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Das Hörbuch enthält die Geschichten Mowglis Brüder, Kaas Jagd, Tiger! Tiger!, Die weiße Robbe und Rikki-Tikki-Tavi.

In Mowglis Brüder kommt Mowgli in den Dschungel und wird von Shir Khan, einem lahmenden Tiger, gejagt. Die Mutter eines Wolfrudels nimmt den kleinen Menschen bei sich auf und so ziehen die beiden Wolfseltern ihn gemeinsam mit ihrem aktuellen Wurf groß. Als der Junge in der Familie der Wölfe vorgestellt wird, sind die anderen Wölfe erst dafür, Mowgli Shir Khan zu überlassen, doch Bagheera erkauft die Zugehörigkeit zum Rudel und tritt so für Mowgli ein, denn wenn zwei Rudelmitglieder, die nicht mit dem „jungen Wolf“ verwandt sind, sich für ihn einsetzen, kann dieser dennoch im Rudel bleiben. Baloo, der Bär, der für die Erziehung und den Unterricht der Wolfskinder verantwortlich ist, unterstützt dieses Anliegen und so wird Mowgli aufgenommen und reift heran.

Kaas Jagd beginnt damit, dass Baloo und Bagheera erfahren, dass Mowgli mit den Affen gespielt hat. Der Bär und der Panther sind darüber ungehalten, können es aber nicht mehr ändern, aber sie schärfen Mowgli ein, dass die Affen gefährlich sind, weil sie weder ein Gesetz noch einen Anführer haben. Außerdem schmieden sie immer große Pläne um diese dann kurz darauf wieder fallen zu lassen und sich etwas anderem zuzuwenden. Als Mowgli kurz darauf von der Affenbande entführt wird, können weder Bagheera noch Baloo eingreifen und so bitten sie die Schlange Kaa um Hilfe, denn die Affen haben Angst vor ihr. Kaa lässt sich überzeugen, doch auch zu dritt, wird dieser Kampf alles andere als einfach…

Tiger! Tiger! Ist die letzte Geschichte mit Mowgli. Die Anführer des Wolfsrudels wird immer älter und Mowglis Situation damit schwierig, denn Shir Khan ist der nächste Anwärter für den Posten. Als der Anführer bei der Jagd nicht erfolgreich ist, wird er als Anführer abgesetzt. Da Bagheera aber die Stimmung im Rudel bemerkt hatte, hatte er Mowgli vorsorglich losgeschickt um die rote Blume (das Feuer) von den Menschen zu holen und so schafft er es seine Wolfskameraden einzuschüchtern. Mowgli wird dennoch aus dem Dschungel vertrieben und kommt in ein Dorf, wo er um Essen bittet. Die Dorfbewohner nehmen ihn auf und da er einem kleinen Jungen, der vor vielen Jahren im Dschungel verschwand sehr ähnlich sieht, nimmt die Mutter des Vermissten Mowgli bei sich auf. Doch mit den Gepflogenheiten der Menschen kommt Mowgli nur schwer zurecht. Als sich eines Tages die Chance bietet, macht Mowgli Jagd auf Shir Khan, denn mit diesem Tiger hat er noch eine Rechnung offen.

Die weiße Robbe behandelt die Geschichte von Kotick. Seine Eltern sind wie abertausende andere Robben auch auf einer Insel im Pazifik Zuhause. Jedes Jahr kehren sie hierhin zurück um ihre Kinder zu bekommen und sie die ersten Monate aufzuziehen. Kotick entdeckt bei einem sehr Ausflüge auf der Insel zufällig wohin die Robben, die von den Menschen weggetrieben werden, gebracht werden: Sie werden getötet. Kotick möchte nicht mehr, dass weitere Robben sterben und möchte deshalb eine sichere Zuflucht für seine Kolonie finden. Die nächsten Jahre schwimmt er durch sämtliche Weltmeere und hat bei seiner Suche relativ wenig Erfolg.

Die letzte Geschichte des Hörbuchs ist die um Rikki-Tikki-Tavi, die auch den gleichnamigen Titel trägt. Rikki-Tikki-Tavi ist ein Mungo, der durch ein Unwetter in den Garten einer Familie kommt, die ihn bei sich aufnimmt und ihn pflegt. Kurze Zeit später rettet Rikki-Tikki-Tavi den kleinen Sohn der Familie vor einem Krait. Auch die beiden Königskobras aus dem Garten machen sich den Mungo zum Feind als sie die Familie angreifen und so versucht Rikki-Tikki-Tavi seine Familie und sein Zuhause zu schützen.

Das Dschungelbuch von R. Kipling ·Hörbücher

Rezension: Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling

Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling habe ich als Hörbuch gehört. Es handelt sich um eine gekürzte Version, in der dennoch mehr als die bekannten Geschichten um Mowgli zu finden sind.

Ich persönlich kannte eine Dschungelbuch-Adaption, die sich nur mit den Geschichten um Mowgli befasst und war so etwas überrascht, dass das Original noch einige weitere Geschichten enthält. Neben den drei Geschichten mit Mowgli enthält auch dieses Hörbuch noch weitere Geschichten, was natürlich einen gewissen Mehrwert gegenüber anderen nur auf Mowgli beschränkte Veröffentlichungen.

Die Geschichten selbst sind alles spannend erzählt, wobei ich mich ein bisschen gewundert habe, dass es nur so wenige Abenteuer mit Mowgli geben soll. Ein kleiner Junge, der von wilden Tieren aufgezogen wird, hat doch sicherlich großes Potential für etliche Abenteuer, die er im Dschungel erlebt haben könnte.

Obwohl es sich natürlich um ein älteres Kinderbuch (veröffentlicht Ende des 19. Jahrhunderts) handelt, war ich von dem Ausmaß der Brutalität doch etwas überrascht. Vor allem eine Szene ist mir dabei im Gedächtnis geblieben: Die Beschreibung des Mordes an den Robben in der Geschichte Die weiße Robbe. Vielleicht ist das der Grund, warum die Geschichte in anderen Zusammenstellungen des Dschungelbuchs fehlen. Hier wird ziemlich offensichtlich geschildert wie die Robben getötet werden, was mir persönlich schon etwas zu viel war. Auch weil noch dazu beschrieben wird wie viele Robben von den Menschen bereits getötet wurden. Ich kann mir vorstellen, dass das für viele junge Menschen (das Hörbuch ist ab zehn Jahren) doch etwas zu viel ist. Hier wäre vielleicht eine vorsichtige Kürzung hilfreich gewesen, die die Explizitheit etwas herausnimmt und damit ein bisschen weniger schrecklich wirkt.

Dietmar Bär, der Sprecher des Hörbuchs, passt von seiner Stimmfärbung sehr gut zum Dschungelbuch. Seine Interpretation der Charaktere im Dschungel, von Mowgli und den anderen Tieren haben mir unglaublich gut gefallen und passten toll zur Atmosphäre des Buches.

Die Zeichnungen von Max Meinzold, vor allem Baloo und Bagheera, fand ich unglaublich schön und vor allem Baloos Gesicht auch ziemlich niedlich. Das Booklet mit Inhaltsbeschreibungen der einzelnen Geschichten und der Einordnungen der Filmadaptionen helfen bei der Kontextualisierung dieses berühmten Stoffes.

Insgesamt hat mir Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling in der Hörbuch-Adaption von cbj audio sehr gut gefallen. Ich kannte diesen eigentlich recht bekannten Stoff noch nicht in der Ausführlichkeit wie ich ihn hier kennengelernt habe und habe mich – trotz der Brutalität des Stoffes – gefreut, diesen hier einmal näher kennenzulernen. Besonders schön fand ich, dass die Geschichten sich nicht nur um Mowgli drehten, sondern auch noch darüber hinausgehende Geschichten aus dem Dschungelbuch hier versammelt sind.

 

 

 

Herzlichen Dank an cbj audio für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Drive me Crazy von B. O'Leary ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Drive Me Crazy – Für die Liebe bitte wenden von Beth O’Leary

Drive Me Crazy – Für die Liebe bitte wenden von Beth O’Leary ist ein Roadtrip-Roman, in dem Addie und Deb gemeinsam zur Hochzeit einer Freundin, Cherry, fahren wollen, wobei sie noch einen fremden Hochzeitsgast, Rodney, mitnehmen. Dylan und Marcus sind gemeinsam ebenfalls auf dem Weg zur Hochzeit der gleichen Freundin. Dylan und Addie waren bis vor fast zwei Jahren ein Paar, wobei die Beziehung alles andere als rosig endete.

Die Geschichte spielt in der Gegenwart und in der Vergangenheit, wobei die Vergangenheit das Kennenlernen, die Monate der Beziehung und die Trennung von Dylan und Addie umfasst.

Damals lernten Dylan und Addie sich in Südfrankreich kennen. Während sie als Betreuerin des Hauses von Cherrys Eltern die Sommergäste, die im Haus ihren Urlaub verbringen, begrüßt und sich um kleinere Reparaturen im Haus kümmert, soll Dylan eigentlich Urlaub mit seiner ganzen Familie machen. Kurz vorher sagt sein Vater den Urlaub jedoch ab und so fährt Dylan alleine. Er verbringt einige Tage dort bis sein Onkel ankommt. Gerade in dieser Zeit verbringen Addie und Dylan wunderschöne Tage und beginnen eine leidenschaftliche Beziehung bis plötzlich Marcus vor ihnen steht, der auch noch sämtliche Freunde von Dylan einlädt. Panisch bittet Addie ihre Schwester Deb, wieder zurück in die Villa zu kommen, denn obwohl sie gemeinsam für das Haus verantwortlich sind, hatte Deb sich anderswo herumgetrieben.

Nach Südfrankreich macht sich Dylan auf eine kleine Weltreise mit Marcus und bleibt dabei länger als ursprünglich geplant, denn sein Vater verlangt von ihm, dass er sich endlich überlegt, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Dylan kann sich nicht entscheiden, hat mit den Konflikten mit seinen Eltern (vor allem seinem Vater zu kämpfen) und leidet unter „der dunklen Wolke“. Addie wartet in der Zwischenzeit auf ihn, beginnt ihren Job als Lehrerin (bzw. Referendarin) und vermisst ihren Freund. Sie wartet auf ihn und versteht einfach nicht, warum er nicht nachhause kommen kann, denn auch in England könnte er sich darüber klar werden, was er vom Leben möchte.

Nachdem Dylan wieder zurück ist, verbringen Addie und Dylan viel Zeit miteinander, doch immer wenn sie gerade innige Zeit miteinander verbringen, gibt es bei Marcus einen Vorfall, sodass Dylan los muss, um sich um seinen besten Freund zu kümmern. So zieht er auch mit Marcus zusammen in eine extra für sie erbaute, luxuriöse Hütte im Garten von Marcus‘ Vater. Als Dylan sich endlich überlegt hat, dass er sein Masterstudium machen möchte, sein Vater entscheidet ihm dafür kein Geld mehr zu zahlen und mit Addie zusammenzuziehen, geht es Marcus immer schlechter bis die Situation schließlich eskaliert und es zur Trennung von Addie und Dylan kommt.

Knappe zwei Jahre später sind Dylan und Marcus und Addie, Deb und Rodney in zwei verschiedenen Autos auf dem Weg zu Cherrys Hochzeit bis die beiden Autos in einen Auffahrunfall verwickelt werden. Notgedrungen bieten Addie und Deb Marcus und Dylan an, sie mitzunehmen. Durch diverse Staus, Pannen, verschwundene Schwestern, sexhungrige LKW-Fahrer und andere Umstände verzögert sich die Reise immer weiter.

In einem kleinen Hotelzimmer, das sich die fünf in der Nacht vor der Hochzeit teilen müssen, werden einige Dinge endlich geklärt, doch andere Probleme haben die Protagonist:innen noch längst nicht aufgearbeitet.

Als Cherry erfährt, dass Rodney mit den vieren im Auto sitzt, rastet sie aus: Rodney ist ihr Stalker und ganz sicher nicht zur Hochzeit eingeladen. Natürlich müssen die vier ihn irgendwo loswerden, doch Rodney ist ein ziemlich schneller Läufer, schnappt sich die Schlüssel und lässt seine vier Reisegefährt:innen auf einer Raststätte zurück. Die vier sind verzweifelt, denn sie müssen nicht nur Rodney aufhalten, sondern schaffen es so auch kaum noch pünktlich zur Hochzeit…

Drive me Crazy von B. O'Leary ·Hörbücher

Rezension: Drive Me Crazy – Für die Liebe bitte wenden von Beth O’Leary

Drive Me Crazy – Für die Liebe bitte wenden von Beth O’Leary ist mein dritter Roman der Autorin, den ich wieder als Hörbuch gehört habe. Deshalb werde ich sowohl etwas zum Inhalt als auch zum Medium schreiben.

Addie, die weibliche Protagonistin, war mir nicht so sonderlich sympathisch. Manchmal fand ich ihr Verhalten und ihre Meinungen einfach nicht in Ordnung, sodass ich wirklich Schwierigkeiten hatte, mit ihr warm zu werden. Auch Dylan hat mir nicht so wirklich gefallen, obwohl durch sein schwieriges Verhalten am Anfang seine Entwicklung natürlich besonders deutlich wird. Am Anfang war er mir einfach egoistisch und ignorant und er hat Addie nicht so wahnsinnig gut behandelt. Marcus ist ein unglaublich nerviger und ziemlich arroganter Charakter, aber mit der Zeit versteht man ihn besser, was aber nicht heißt, dass er mir sympathisch wurde. Einzig Deb, Addies ältere Schwester, hat mir richtig gut gefallen. Sie hat einen Freigeist-Charakter, kümmert sich nicht darum, wie sie auf andere wirkt und lebt ihr Leben genau so wie sie es für richtig hält. Sie liebt ihren kleinen Sohn sehr und kommt kaum ein paar Stunden ohne ihn aus. Außerdem zeigt sie, dass man als Frau keinen Mann braucht, um ein Baby zu bekommen und man auch ohne absolut glücklich und zufrieden sein kann.

Die Beziehung zwischen Addie und Dylan fand ich schon schwierig, aber die Beziehung zwischen Marcus und Dylan wirkte auf mich einfach nur seltsam. Ich fand die Beziehung ging schon über eine normale Freundschaft hinaus und wirkte schrecklich. Vielleicht lag es daran, dass beide aus schwierigen Elternhäusern stammen, aber ich fand, dass Marcus und Dylan einander mehr geschadet, als geholfen haben.

Die Geschichte selbst hat mir ziemlich gut gefallen, wobei es auch hier ein paar kleinere Makel gab. Ich fand es wirkte etwas unrealistisch, dass die zwei Grüppchen sehr früh losfahren und sie sich am Ende dann dennoch hetzen müssen und unklar ist, ob sie es noch pünktlich zur Hochzeit schaffen. Es kamen einfach viel zu viele Dinge dazwischen als das man es noch hätte als Zufall abtun können. Außerdem war es wirklich ein unglaublich großer Zufall, dass Dylans und Addies Reisegruppen sich zufällig „treffen“, aber ohne diesen Zufall hätte es die gesamte Handlung nicht gegeben. Das wirkte alles in allem wenig plausibel auf mich, was mir ein bisschen den Hörspaß verdorben hat.

Hinzu kommt, dass ich es nicht sonderlich mag, wenn Autor:innen ihren Protagonist:innen immer wieder neue Steine in den Weg legen. Das wirkt dann immer so als wolle man verzweifelt die Spannung hochhalten. Dass die Nackenverletzung, die Addie beim Unfall davonträgt und die ihr am Anfang auch ziemlich wehtut, später keine Erwähnung mehr findet, fand ich inkonsistent.

Die Montage-Technik, bei der Teile der Geschichte in der Vergangenheit geschehen und andere Teile in der Gegenwart und so immer mehr Hintergründe der Beziehung offengelegt werden, hat mir an sich gut gefallen, aber für mich haben die Passagen, die in der Vergangenheit gespielt haben zu sehr überwogen. Ich habe mich zwischenzeitlich immer wieder gelangweilt und war ungeduldig, weil ich viel lieber wissen wollte wie es in der Gegenwart weitergegangen wäre.

Yesim Meisheit und Steffen Groth, die Sprecherin und der Sprecher von Addie und Dylan, haben mir ganz gut gefallen. Ich fand beide Stimmen angenehm und habe gerne zugehört. Sie haben auch gut zu den beiden Hauptfiguren gepasst. Beide Stimmen haben auch gut zueinander gepasst, was ja bei solchen Büchern, wenn einzelne Kapitel aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben sind (und entsprechend gelesen werden), auch immer wichtig ist.

Insgesamt haben mir die beiden anderen Romane von Beth O’Leary besser gefallen. Ich bin mit hohen Erwartungen an den Roman rangegangen, weil ich die beiden anderen so toll fand und war vielleicht auch einfach deshalb etwas enttäuscht. In einigen Passagen gab es mir schlichtweg zu wenig Entwicklung und so war der Roman etwas langatmig (vor allem bei den Passagen aus der Vergangenheit). Die Charaktere der Hauptfiguren haben mir auch nicht so gut gefallen und so war das Hörbuch von Drive Me Crazy – Für die Liebe bitte wenden nicht so gut wie erhofft.

 

 

 

Ich danke Random House Audio für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!