Der Lavendelgarten von L. Riley ·Hörbücher

Rezension: Der Lavendelgarten von Lucinda Riley

Von Der Lavendelgarten von Lucinda Riley habe ich wieder das Hörbuch gehört, und so werde ich auch hier au Inhalt und Medium eingehen.

Von Lucinda Riley habe ich bisher noch nicht gelesen oder gehört, aber da ihre Romane sehr bekannt sind, sich gut verkaufen du in Buchhandlungen häufig präsent auf den vorderen Tischen liegen, kenne ich die Cover natürlich. Ich fand die Titel der Autorin klingen alle sehr poetisch und so hatte ich mich für Der Lavendelgarten entschieden, weil der Name so wunderschön klang und sich nach einer tollen, ruhigen Provence-Lektüre anhörte. Leider war dem nicht so, denn es geht in weiten Teilen des Romans auch um eine Weltkriegsgeschichte, von der auf dem Backcover nichts zu lesen war. In diesem Kontext geht es natürlich auch um die Grausamkeiten des Weltkriegs und der Deutschen. Unter anderem wir die Protagonistin Constance auf die brutalste Weise vergewaltigt. Solch ein Thema in einem provenzalischen Roman, der einen solch poetischen Titel hat, fand ich einfach nur grausam, weil ich damit nicht rechnen konnte und das Buch unter diesen Umständen nicht ausgewählt hätte. Entsprechend fand ich also auch den Titel nicht zum Roman passend.

Zu den einzelnen Charakteren möchte ich hier nicht allzu viel sagen, denn das würde wohl ziemlich ausufern. Aber ich möchte doch ein paar Worte zu den wichtigsten sagen: Constance hat mich sehr beeindruckt. Sie ist in einer unglaublich schwierigen Situation und schafft es irgendwie zu überleben, obwohl sie als Gefangene in ihrer Passivität gefangen bleibt. Emelie ist genauso gefangen in ihrem Bemühen endlich jemanden zu finden, der sie liebt, obwohl sie inzwischen erwachsen ist. Gegen Ende schafft sie es endlich ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Sebastian offenbart sich im Laufe des Romans als der Charakter, für den ihn Emelie direkt am Anfang gehalten hat, denn sie hatte am Anfang ein bisschen Angst vor ihm und fand ihn unsympathisch. Trotzdem heiratet sie ihn später; da habe ich mich wirklich gefragt, wie sie darauf gekommen ist.

Bezüglich der Vergewaltigung: Mir ist auch noch die Erzählsituation aufgefallen. Emelie erfährt zusammen mit dem Hörer bzw. der Hörerin von der Vergewaltigung, da der Winzer der de la Martinières von den Ereignissen in Paris und an der Provence um das Jahr 1943 erzählt. Das meiste davon hat er selbst gar nicht mitbekommen, sondern von Constance erzählt bekommen. Dazu muss dann auch die Vergewaltigung selbst gehören. Constance und der Winter hatten zwar ein relativ enges Verhältnis, aber ich weiß nicht, ob das so vertrauensvoll war, dass diese Erzählsituation realistisch ist. Zum einen müsste Constance den Mut gehabt haben mit jemandem überhaupt darüber zu sprechen, zum anderen mit einem Wildfremden, der noch dazu ein Mann ist und müsste dann noch die Kraft haben diese Geschehnisse in allen Details weiterzugeben. Außerdem müsste er die Details so gut im Gedächtnis haben, das er diese 50 Jahre später noch wiedergeben kann. Das scheint mir doch relativ unwahrscheinlich.

Hinzu kamen noch einige Kleinigkeiten, die das Medium selbst betreffen. Auf CD 3 fehlt bei einem Track das Ende, sodass dieser mitten im Satz endet. Ob nur der Rest des Satzes fehlt, oder noch mehr, kann ich nicht genau sagen, aber im Buch selbst ist zwischen diesem Track und dem nächsten noch eine Seite mit einem Gespräch zwischen Sebastian und Emelie. Es könnte natürlich sein, dass dieses in der Hörbuchfassung ohnehin weggekürzt war, aber mitten im Satz sollte der Track wohl sicherlich nicht enden.

Außerdem gab es noch weitere Ungereimtheiten, bei denen ich aber nicht weiß, ob sie auf die Hörbuchfassung zurückgehen oder ob sie auch im eigentlichen Buch so waren, aber sie können auf jeden Fall mit der Kürzung der Hörbuchfassung zusammenhängen. Hierzu gehört eine Situation in Paris. Édouard verspricht Constance, dass er ihren Freunden eine Warnung zukommen lässt. Sollte er niemanden finden, der die Nachricht überbringen kann, wird er selbst gehen. Kurze Zeit später wartet Constance sehnsüchtig auf seine Rückkehr. Dass er weggegangen ist, kann man eben nur daraus schließen, dass er wieder nachhause kommt. In einer anderen Situation unterhalten sich Édouard, die Haushälterin, Sophia, Constance und Frederick über die Flucht aus Paris. Im nächsten Augenblick sitzen sie im Auto und Frederick schaut die Frauen auf dem Rücksitz über den Rückspiegel an. Wie sie aber aus dem Haus raus und ins Auto gelangt sind, mal von dem Abschied von Édouard zu schweigen, erfährt man nicht und so wirkte das Übergleiten von einem Gespräch ins nächste sehr seltsam.

Das Booklet, das beim Hörbuch dabei ist, ist an sich eine super Idee, denn so erfährt man nicht nur wann das Hörbuch wo spielt, aber man hätte darüber auch die Figuren noch etwas besser aufschlüsseln können. Durch die zwei Zeitebenen und die teilweise doch sehr ähnlichen Namen wäre es dann deutlich leichter gewesen, den Überblick zu behalten. Leider haben sich auch hier ein paar Fehler eingeschlichen. Die Beschreibungen suggerieren, dass nach CD 4 Track 1 nichts mehr in England spielt, was nicht stimmt. Ja, danach spielt vieles in Südfrankreich, aber Emelie ist danach auf jeden Fall noch mal in England, da sie dort von der Affäre ihres Mannes und dessen Charakter erfährt.

Simone Kabst, die dieses Hörbuch eingesprochen hat, hat auch dieses Hörbuch sehr schön gesprochen. Ich kannte die Sprecherin schon von Was der Fluss erzählt und ich habe mir das Hörbuch unter anderem deshalb ausgesucht, weil ich die Sprecherin so gerne mochte. Sie hat ihren Job wirklich gut gemacht und ich mochte es gerne ihr zuzuhören.

Insgesamt war meine erste Riley, Der Lavendelgarten, eher enttäuschend. Ich will zwar nicht sagen, dass ich die Autorin schon für immer aufgegeben habe, aber so ein paar Sachen haben mir den Spaß an ihr erst einmal verdorben und ob ich jemals wieder Lust auf einen anderen Roman von Lucinda Riley haben werde, werde ich mal gucken.

 

 

 

Vielen Dank an Der Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Hörbücher ·Love to Share von B. O'Leary

Inhaltsangabe: Love to Share – Liebe ist die halbe Miete von Beth O’Leary

In Love to Share – Liebe ist die halbe Miete von Beth O’Leary kommen sich Tiffy und Leon näher.

Tiffy wurde gerade von ihrem Ex-Freund endgültig aus der Wohnung geworfen, da er die Miete hauptsächlich zahlt, und seine neue Freundin meint, dass sie ihn ausnutzen würde, muss sie sich eine neue Wohnung suchen. Tiffy arbeitet als Junior-Lektorin in einem kleinen Verlag, wo sie leider weniger als den Mindestlohn gezahlt bekommt und so kann sie sich keine auch nur annähernd annehmbare Bleibe leisten.

Leon arbeitet als Nachtpfleger in einem Hospiz. Mit seiner Freundin lebt er nicht zusammen, aber er verbringt eigentlich jedes Wochenende dort. Deshalb und weil er dringend Geld braucht, vermietet er seine Wohnung an eine Mitbewohnerin: Nachts und am Wochenende gehören Bett und Wohnung der Mitbewohnerin. Tagsüber darf er in dem Bett schlafen und die Wohnung nutzen. Die Nutzungszeiten sind absolut klar und so sollten sich die beiden eigentlich nicht in die Quere kommen. Seine Freundin ist nicht begeistert, schlägt aber Tiffy vor, da sie zuverlässig scheint und sie sie nicht für besonders hübsch und damit nicht für Konkurrenz hält.

Tiffy bekommt die Wohnung, aber sie muss alles mit Leons Freundin klären und darf Leon nicht kontaktieren. Nach einigen Wochen schreibt Tiffy einen ersten Post It an Leon und hinterlässt ihn in der Wohnung. Am Abend findet sie eine Antwort von Leon und so entwickelt sich nach und nach eine Post It-Kommunikation der beiden Mitbewohner. Sie sprechen über alles mögliche; von dem Müll, den sie vergessen haben herauszubringen bis hin zu Leons Bruder, der auf dem Festnetzanschluss angerufen hat und dessen Anruf Tiffy irritiert (darüber, dass sie überhaupt noch einen Festnetzanschluss haben) entgegen genommen hat.

Wie sich herausstellt wurde Leons Bruder Richie wegen eines Raubes verhaftet, den er nicht begangen hat. Sein Anwalt und Leon setzen sich dafür ein, dass er bald möglichst entlassen wird oder es zumindest zu einer erneuten Anhörung kommt, doch der Anwalt stellt sich als ziemlich unbrauchbar heraus und so gibt Tiffy einen Brief mit den Schilderungen von Richie was an dem Abend passiert ist, an ihre Freundin und eine gute Anwältin Gerty weiter. Diese beschließt, sich den Fall genauer anzusehen und findet einige Hinweise, die für eine neue Begutachtung der Beweise sprechen.

Leon trennt sich nach einigen Monaten von seiner Freundin, und verbringt daraufhin die Wochenenden bei seiner Mutter. Er erträgt es nicht mehr, dass seine Freundin Richie für schuldig hält und sie eifersüchtig reagiert, weil er seinen Bruder regelmäßig im Gefängnis besucht, weil sie dann ja weniger Zeit füreinander haben. Außerdem sucht Leon in seiner Freizeit nach Johnny White, der der Freund von einem seiner Patienten im zweiten Weltkrieg war und der ihn danach nie wieder gesehen hat. Als er nun im Sterben liegt, möchte Leon für ihn seinen Freund, seine große Liebe, finden.

Tiffy trifft in der Zeit, in der sie bei Leon lebt, hin und wieder zufällig auf Justin, ihren Ex-Freund. Doch nach einigen Monaten wird Justin immer zudringlicher. Er möchte sich unbedingt mit Tiffy treffen und taucht bei einer Buchpräsentation ihres Verlags auf. Als er ihr in ihre neue Wohnung sogar Blumen schickt, obwohl er ihre neue Adresse gar nicht haben dürfte, wird er ihr unheimlich. Hinzu kommt, dass er plötzlich vor ihrer Wohnungstür auftaucht als sie mit Leon knutschend auf dem Sofa sitzt und er verlangt von Leon, dass er ihn in die Wohnung lässt.

Tiffy ist Katherins Lektorin und so fällt der Ruhm, den Katherin mit ihrem Häkelbuch erhält, auch auf Tiffy zurück, denn sie hat Katherin entdeckt und schon vor dem Hype-Buch Bücher von ihr lektoriert. Während der Werbephase für das Buch, bekommt sie endlich eine Gehaltserhöhung und wird zur richtigen Lektorin hochgestuft. Außerdem kommt sie natürlich auch zu ihrer Buchparty, bei der Katherin über ihr neues Buch sprechen soll. Eine bekannte Youtuberin kommt ebenfalls und macht vor Ort ein Video von dem Event. Justin ist, aus welchen Gründen auch immer, ebenfalls eingeweiht, stürmt auf die Bühne als Katherin sich gerade bei Tiffy und Rachel, Tiffys Kollegin und Freundin, bedanken möchte und macht Tiffy einen Heiratsantrag. Als sie ihn vollkommen perplex anstarrt und kein Wort herausbekommt, behauptet er einfach, sie habe leise zugestimmt und so klatschen natürlich alle Beifall. Das Video wird auf Youtube hochgeladen und so sieht Leon, dass Tiffy ihren Ex-Freund heiraten möchte als er sich in der Pause der Gerichtsverhandlung um Richies Entlassung zufällig das Video ansieht. Auch Gerty sieht das Video und macht Tiffy prompt Verwürfe bis Mo, Tiffys bester Freund und der Mitbewohner und feste Freund von Gerty, ihr über den Mund fährt und ihr sagt, dass sie erst einmal ihre Freundin fragen sollte, ob sie wirklich zugestimmt habe statt einem blöden Video und dem blöden Ex-Freund zu glauben. Panisch erkennt Tiffy, dass wahrscheinlich nicht nur Gerty, sondern auch Leon das Video gesehen hat, denn er geht nicht mehr ans Telefon.

Hörbücher ·Love to Share von B. O'Leary

Rezension: Love to Share – Liebe ist die halbe Miete von Beth O’Leary

Love to Share – Liebe ist die halbe Miete von Beth O’Leary habe ich wieder als Hörbuch gehört, sodass ich auf Inhalt und Medium gleichermaßen eingehen werde.

Kommen wir zuerst zu Tiffys Freunden: Mo und Gerty sind von Beruf Therapeut und Rechtsanwältin. Das sind zufällig genau die beiden Berufsgruppen, die Tiffy gut gebrauchen kann. Einen Therapeuten, weil ihr Freund sie emotional missbraucht hat und sie dringend eine Therapie braucht, um damit klarzukommen und eine Rechtsanwältin, weil Leons Bruder dringend einen guten Anwalt braucht, da er unschuldig im Gefängnis sitzt. Das war mir ein bisschen viel des Zufalles und hat mich tatsächlich auch ein bisschen gestört, weil der Roman deshalb unrealistischer wirkt.

Tiffy war für mich ein unglaublich sympathischer Charakter. Ich mochte ihre schillernden, bunten, knalligen Klamotten und ihre etwas skurrile Art sehr gerne. Sie arbeitet als Lektorin und mag deshalb Bücher sehr gerne und ist auch sonst an einigen Stellen offen und extrovertiert. Erst zieht sie bei einem vollkommen fremden Mann ein, teilt ein Bett mit ihm und kommuniziert dann auch noch monatelang nur über Post Its mit ihm. Auch dass sie sich von ihrem psychopathischen Ex-Freund befreien muss, und sie so ihre Stärke zeigt, hat mir gut gefallen.

Leon ist ebenfalls ein recht sympathischer Mann, da er nicht nur in einem Hospiz arbeitet, sondern diesen Job auch noch recht gerne macht. Er besucht eine seiner Patientinnen nachdem sie entlassen wurde und geht auf ihre Geburtstagsfeier. Er sucht für einen anderen Patienten dessen große Liebe, damit sie sich verabschieden können und wenigstens noch mal kurze Zeit zusammen sein können. Und natürlich kämpft er für Richies Freilassung, obwohl ihn das nicht nur Geld und Zeit, sondern auch Nerven kostet. Er ist mit einer Mutter aufgewachsen, die sich von ihren Freunden immer wieder mies behandelt hat lassen und sie dann sogar immer wieder zurückgenommen hat.

Die Geschichte wirkt am Anfang etwas unrealistisch. Wer kommt schon auf die Idee, sich mit einer wildfremden Person das Bett zu teilen? Aber es ist die einzige Lösung, die Leon eingefallen ist und es ergibt natürlich auch irgendwie Sinn. Es hat mich ein bisschen an die Industrialisierung erinnert, wo sich auch mehrere Personen das Bett in Schichten geteilt haben. Bei Leon und Tiffy funktioniert das allerdings ohne die Verbreitung von Krankheiten und da sie auch die Betthälften aufgeteilt haben, schlafen sie zwar im gleichen Bett aber auf verschiedenen Seiten.

Mir hat auch besonders gut gefallen, dass es nicht nur ein seichter Liebesroman war, sondern Tiffy wirklich mit ernsten Problemen zu kämpfen hat, die sonst häufig tabuisiert werden; auch weil man emotionalen bzw. psychischen Missbrauch im Gegensatz zu physischem Missbrauch nicht sehen kann. Dennoch ist so etwas natürlich ein Problem und deshalb finde ich es gut, wenn solche Themen in einfachen Romanen auch einmal angesprochen werden ohne direkt zu pauschal zu werden oder dass der Roman negativ und traurig wird.

Love to Share ist außerdem ein überaus glücklich machender Roman. Ja, Justin ist ein bisschen psychopathisch aber davon abgesehen ist die Sprache leicht. Tiffy ist eine glückliche junge Frau, sie ist skurril, bunt und einfach nur sympathisch. Leon ist eher der nachdenklichere Typ, aber durch seine Umgangsweise mit der Mitbewohnersituation, durch seine Art und Weise mit Tiffy umzugehen und vor allem durch die Erzählinstanz erhält der Roman eine Leichtigkeit, die mich immer wieder zum Schmunzeln und Lachen gebracht hat. Und so hat mich der Roman trotz all der schweren Themen, die darin angesprochen werden (Hospiz, Krankheit, unschuldig im Gefängnis sitzen, etc.) nicht bedrückt zurückgelassen. Ich hatte eher das Gefühl, dass ich mich von guten Freunden verabschieden musste.

Bei dem Hörbuch handelt es sich um eine gekürzte Lesung mit Anna Carlsson und Oliver Wnuk. Ich habe nicht gemerkt, dass das Hörbuch groß gekürzt wurde, bin also nicht über irgendwelche Logiklücken oder dergleichen gestolpert. Anna Carlsson liest die Teile von Tiffy und Oliver Wnuk die Teile von Leon. Etwas ähnliches hatte ich schon bei dem anderen Buch der Autorin, das ich gehört habe (Time to Love), in dem die Enkeltochter und die Großmutter von zwei verschiedenen Sprecherinnen gesprochen wurden. Auch hier haben mir die wechselnden Sprecher und die wechselnden Perspektiven gut gefallen. Für mich haben beide Sprecher gut zu den Charakteren gepasst und haben auch sprachlich die anderen Figuren gut dargestellt. Sie haben die Leichtigkeit, die diesem Roman innewohnt, gut transportiert und ich würde mir gerne wieder etwas von den beiden Sprechern anhören. Ich finde es auch gut, dass die entsprechenden Kapitel, die im Buch auch mit den jeweiligen Namen überschrieben sind, nicht von einer Sprecher:in gesprochen sind, sondern von zweien; wenngleich das vielleicht mehr Arbeit für den Verlag bedeutet, weil man ja zumindest zwei Sprecher:innen auswählen sollte, deren Stimmen auch zusammen passen.

Durch die Charaktere, die spannende Handlung und die wichtigen Themen hat mir Love to Share – Liebe ist die halbe Miete von Beth O’Leary unglaublich gut gefallen und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin. Von mir gibt es also eine große Empfehlung für dieses Hörbuch.

 

 

 

Vielen Dank an Random House Audio für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Hörbücher ·Mein Glück in deinen Händen von M. Simses

Inhaltsangabe: Mein Glück in deinen Händen von Mary Simses

Mein Glück in deinen Händen von Mary Simses ist ein Roman über die zwei Schwestern Mariel und Sara. Sara ist mit Carter zusammen bis dieser sie am Silvesterabend für ihre Schwester Mariel verlässt. Offenbar sind die beiden schon seit einigen Wochen ein Paar gewesen, hatten aber nicht den Mut, es Sara mitzuteilen.

Etwa 18 Monate später bekommt Sara einen Anruf von ihrer Mutter, in dem diese behauptet im Sterben zu liegen und dass Sara sofort nachhause kommen soll. Überstürzt macht sich Sara auf den Weg nach Connecticut, um bei ihrer Mutter zu sein. Als sie ankommt, merkt sie jedoch, dass ihre Mutter sie belogen hat, damit sich ihre Töchter noch vor Mariel Hochzeit aussprechen. Sara ist sauer und geht ins Hotel. Am nächsten Morgen fährt sie rückwärts vom Parkplatz und in die Skulptur eines Künstlers. Da diese aus Pappmaschee ist, ist diese zerstört und sie muss nun mit David für die Reparatur sorgen. Im Bastelgeschäft würden sie zwar alle Materialien bekommen, aber sie trauen sich so eine schwierige Reparatur dann doch nicht mehr zu.

David möchte seiner Freundin reinen Wein einschenken, doch er erreicht sie nicht. Anna ist die Assistentin von Alex, dem Künstler. Da David Anna nicht erreichen kann, hat Sara noch eine Idee wie sie die Skulptur repariert werden könnte. Ihre alte Lehrerin in der Highschool war eine gute Künstlerin und könnte ihnen vielleicht helfen. Sara recherchiert und findet heraus, dass sie noch in der Nähe wohnt und fährt mit David und der Skulptur dort vorbei. Ihre Lehrerin, die inzwischen sehr alternativ lebt, erklärt sich bereit, die Hand zu reparieren, weil sie glaubt, dass Sara in einer Protestaktion ihren Kunstraum in Brand gesteckt hat.

David und Sara kommen am Sonntag drauf wieder zum Haus der Lehrerin, weil diese versprochen hatte an dem Sonntag fertig zu sein. Als sie ankommen ist aber niemand Zuhause und statt einfach wegzufahren, verschaffen sie sich durch ein offenstehendes Fenster Zugang zum Haus. Dort nehmen sie nicht nur die reparierte Skulptur, sondern auch einen Kuchen mit, der in der Küche steht. Als sie gerade aus dem Haus kommen, werden David und Sara verhaftet, weil sie eingebrochen sind. Später stellt sich heraus, dass sie auch noch weiterer Kuchendiebstähle verdächtigt werden. David ist stinksauer und spricht erst einmal nicht mehr mit Sara.

Parallel versucht diese auch noch die Hochzeit von Mariel und Carter zu sabotieren, da ihre Schwester die gebeten hat, Ersatzbrautjungfer zu werden. Sara übernimmt die Hochzeitsplanungen und ändert einfach alles: Menü, Blumen, Musik, das Brautkleid, die Sitzordnung. Außerdem stellt sich heraus, dass ihre Mutter an Bluthochdruckt leidet, als diese auf dem Markt zusammenbricht.

Als dann auch noch ein Video von Carter im Internet kursiert, in dem er mit nichts als Rasierschaum bekleidet in einem Brunnen mit seinen Kumpels rumalbert, löst Mariel die Verlobung und Sara meint, dass ihre Chance gekommen ist, doch dann wäscht ihr David, der inzwischen wieder mit ihr spricht, den Kopf und bringt sie zum Umdenken. Doch kann sie in so wenigen Tagen noch alle Änderungen rückgängig machen? Und wer ist nun ihr Partner fürs Leben?

Hörbücher ·Mein Glück in deinen Händen von M. Simses

Rezension: Mein Glück in deinen Händen von Mary Simses

Mein Glück in deinen Händen von Mary Simses habe ich wieder als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl zum Inhalt als auch zum Medium etwas schreiben.

Fangen wir mit den Figuren an: Mariel wirkte auf mich wie ein unglaublich kaltes Luder. Sie spannt erst ihrer Schwester den Freunde aus und bittet sie dann auch noch, ihre Brautjungfer zu werden, aber nicht eine reguläre, sondern als Ersatz für eine Freundin, die krank geworden ist. Und dann haut sie auch noch so Sätze raus wie „Du weißt ja gar nicht, wie stressig das ist, wenn man selbst heiratet.“ Also wie kann man denn bloß so blöd oder so boshaft sein?

Sara ist auch nicht viel besser mit ihren ständigen Sabotageaktionen gegen ihre Schwester. Vor allem weil das so offensichtlich Sabotage ist. Ich meine, wenn das falsche Essen geliefert würde oder das Brautkleid zu eng wäre oder die falschen Blumen kommen würden, dann könnte man das noch als Zufall abtun, auch noch ein zweites Missgeschick könnte man als Zufall ansehen. Aber so viel wie Sara sabotiert ist doch klar, dass Mariel und Carter dahinter kommen wer dahintersteckt. Und dann erfährt sie, dass ihre Mutter zu hohen Blutdruck hat. Ihr Blutdruck geht im Krankenhaus sogar noch hoch als sich ihre Töchter vor ihr streiten und dennoch macht sie mit ihrer Sabotage weiter. Macht sie sich nicht eine Sekunde mal Gedanken, ob das vielleicht schädlich für ihre Mutter sein könnte? Das machte sie einfach unglaublich unsympathisch.

Auch ein Mann, der erst mit einer Frau zusammen ist, und sich dann in deren Schwester verliebt, ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Wenn er dann aber auch noch parallel mit beiden Frauen zusammen ist, weil er der ersten Schwester nicht sagen kann, dass er sie nicht mehr liebt, wirkt er noch unsympathischer, noch dazu wenn man bedenkt, dass er zu diesem Zeitpunkt schon mit der zweiten Schwester zusammen ist.

Und wieso die Mutter meint, dass ihre Töchter sich vertragen sollen und Sara sich nicht so anstellen soll wenn ihre Schwester und ihr Ex-Freund, den sie immer noch liebt, heiraten, muss man auch nicht verstehen. So grundsätzlich hatte man das Gefühl, dass die Mutter viele Unstimmigkeiten zwischen ihren Töchtern verursacht oder zumindest nicht aktiv verhindert hat. Und so wirkte auch sie insgesamt nicht sonderlich sympathisch.

Der Handlung des Buches plätschert so dahin und hat keinen Tiefgang. Die Geschichte mit den gestohlenen Kuchen war dann vollends absurd und machte die Geschichte einfach lächerlich. Dass sie die ganze Zeit versuchen, das Kunstwerk eines Kindes zu retten, macht auch die beiden Figuren lächerlich und kann schon fast als Kunstkritik ausgelegt werden.

Die Liebesgeschichte hat praktisch nicht stattgefunden. Erst ganz am Ende merken die Protagonisten, dass sie sich ineinander verliebt haben. Vorher lernen sich die beiden zwar kennen, aber auf nicht besonders romantische Weise und sie lernen sich auch eher freundschaftlich kennen. Dass die beiden sich plötzlich verlieben, obwohl Sara immer in Carter verliebt war und David ja eine Freundin hatte, der er sogar einen Antrag machen wollte, wirkte irgendwie künstlich.

Die Lesung ist ungekürzt, sodass man nichts verpasst durch das Medium. Julia Nachtmann hat das Hörbuch eingesprochen und ich finde, dass sie das wirklich gut gemacht hat. Ich habe ihr gerne zugehört und auch die anderen Figuren (vor allem die unterschiedlichen Charaktere von Mariel und Sara) hat sie super interpretiert, sodass deren Stimmen gut zu den geschilderten Charakteren passten.

Das Cover der MP3-CD hat mir gut gefallen, denn es entspricht dem Cover des Buches (nur eben ohne den farbigen Buchschnitt). Die Blumen passten gut zu einem leichten Sommerroman, aber ich habe nicht verstanden, warum gerade solche Blumen ausgewählt wurden, weil es im Buch selbst ja nicht um Blumen ging (nur um die bei der Hochzeit und die Blumen sind nicht auf dem Cover abgebildet). Dennoch ist das Cover ganz hübsch.

Insgesamt hat mir Mein Glück in deinen Händen von Mary Simses nicht so besonders gut gefallen, obwohl Julia Nachtmann ihren Job wirklich gut gemacht hat. Die Figuren waren teilweise wirklich unausstehlich oder zumindest recht unsympathisch, sodass ich das Hörbuch manchmal sogar unterbrechen musste, weil ich Sara und Mariel nicht mehr ertragen habe.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Der Seitensprung von B. Schlink ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Der Seitensprung von Bernhard Schlink

Der Seitensprung ist eine Geschichte von Bernhard Schlink aus der Sammlung von Erzählungen Liebesfluchten. Die Geschichte wurde einzeln vom Diogenes Verlag als Hörbuch veröffentlicht.

In der Geschichte geht es um den westdeutschen Jurist, der nicht namentlich genannt wird. Er kommt neu nach Berlin und hat dort keine Freunde. Auf seinen Erkundungsfahrten fährt er häufiger über die Grenze nach Ostberlin und lernt dort Sven kennen. Die beiden spielen Schach und da sie mit ihrer Partie nicht fertig werden, kommt der Jurist am nächsten Wochenende wieder, damit sie weiterspielen können. In der Folgezeit kommt der Jurist noch häufiger und Sven und er spielen Schach und freunden sich an.

Paula mag den Juristen am Anfang nicht sonderlich, da Sven immer Angst hat, dass dieser nicht wiederkommt, und sie nicht möchte, dass ihr Mann verletzt wird. Sven und Paula haben auch eine gemeinsame Tochter. Die Familie freundet sich mit dem unverheirateten Juristen an, denn dieser und Paula entdecken die gemeinsame Leidenschaft für griechische Literatur. Sven und Paula fahren mit dem Jurist sogar gemeinsam in den Urlaub, müssen dort aber in unterschiedlichen Hotels wohnen; eins für Westdeutsche und das andere ist für Ostdeutsche.

Der Jurist wird von Paule und Sven gebeten, Botschaften weiterzugeben. Zu Anfang denken sie sich eine abstruse Geschichte über Freunde, die ihre Freunde im Westen nicht erreichen können und deshalb über andere die Nachricht weitergeben müssen, aus. Nachdem diese Art der Botschaftenübermittlung kein Einzelfall bleibt, weigert sich der Jurist die Nachrichten weiterzugeben, wenn er nicht erfährt was das für Botschaften sind. Er meint, er hat kein Problem damit, die Nachrichten weiterzugeben, denn schließlich hat er keine Informationen bei sich, wenn er die Grenze überquert, da er sich die Nachrichten nur merkt, aber er möchte wenigstens wissen, was er tut; so viel Vertrauen erwartet er von seinen Freunden.

Die Freundschaft entwickelt sich also in den späten 80er Jahren bis es zum Mauerfall kommt. Danach wird die Freundschaft ausgeglichener, und obwohl in dieser Zeit viele Freundschaften kaputt gehen, bleibt diese erhalten. Später unterhalten sie sich einmal darüber, dass sie kaum noch Kontakt zu früheren Freunden haben, da man inzwischen weniger Zeit hat.

Eines Abends bleibt der Jurist bei seinen Freunden, da sie gemeinsam getrunken und gefeiert haben. Er schläft im Wohnzimmer bis plötzlich Paula in der Tür steht und sich zu ihm legt. Die beiden schlafen miteinander und sie verschwindet. Einige Zeit später steht die Tochter von Sven und Paula in der Tür und meint, dass sie nicht schlafen könne, weil ihr Eltern streiten. Der Jurist kümmert sich um sie, denn er ist inzwischen so etwas wie ihr Onkel geworden. Als er davon schleicht um herauszufinden, ob Paula und Sven sich wegen des Seitensprungs streiten, wird er entdeckt und von Sven angeschrien. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass etwas anderes dahintersteckt…

Der Seitensprung von B. Schlink ·Hörbücher

Rezension: Der Seitensprung von Bernhard Schlink

Da ich diese Erzählung als Hörbuch gehört habe, werde ich zu Der Seitensprung von Bernhard Schlink sowohl auf den Inhalt als auch auf das Medium eingehen.

Interessant finde ich vor allem, dass die Geschichte ursprünglich aus einem Sammelband mit Geschichten stammt und von Diogenes losgelöst als Einzelgeschichte aufgenommen und veröffentlicht wurde. Ich weiß nicht genau, woran das lag, aber ich finde die Idee dahinter ganz interessant.

Ebenfalls spannend finde ich den Titel der Geschichte: Der Seitensprung. Das lässt natürlich direkt eine Idee im Kopf entstehen, worum es in der Geschichte gehen könnte. Aber der Seitensprung von Paula und dem Juristen ist nur ein sehr untergeordneter Punkt in der Handlung. Natürlich hat der Seitensprung Konsequenzen, aber man erwartet irgendwie, dass dieser und die daraus erwachsenden Konsequenzen mehr im Mittelpunkt stehen würden. Dabei geht es sehr lange um Freundschaft.

Schaut man sich die Themen in der Geschichte an, sind diese sehr vielfältig: Freundschaft, Liebe und Ehe, Treue und Untreue sind natürlich sehr offensichtliche Themen. Aber die ganze Geschichte wird ja in der zweiten Hälfte der 80er Jahre und den darauf folgenden Jahren angesiedelt. Es geht um Freundschaft, die zwischen Ost- und Westdeutschen existiert und wie sich diese darstellt. Aufgrund meines Alters habe ich nie darüber nachgedacht, aber es ist ja ganz klar: Beide Teile Deutschlands hatten sehr unterschiedliche gesellschaftliche Systeme. Da ist es ganz klar, dass die Menschen in den beiden Deutschlands unterschiedliche Lebensentwürfe haben und dass so eine Freundschaft nicht symmetrisch ist. Dass das früher oder später zur Vergiftung der Freundschaft führt oder führen kann, scheint nur eine logische Konsequenz zu sein. Natürlich geht es auch um Politik und alles was damit zusammenhängt. Mir hat es unglaublich gut gefallen, mit welcher Präzision Bernhard Schlink diese Freundschaft entwirft. Die Verwicklungen, die daraus erwachsen, sind nicht klar und bleiben unvorhersehbar, aber wenn man die Geschichte hört, ist klar, dass alles genau so kommen musste.

Interessant ist auch, dass der eigentliche Protagonist keinen Namen bekommt. Der Jurist wird nie von seinen Freunden mit Namen angesprochen. Liegt es daran, dass er einfach ein Westdeutscher ist, der ihnen gelegen kommt und sie könnten auch jeden anderen Westdeutschen für ihre Pläne benutzen? Versucht der fiktive Ich-Erzähler selbst anonym zu bleiben, um keine beruflichen und politischen Repressalien fürchten zu müssen? Oder ist es für ihn einfach nicht notwendig seinen Namen zu nennen? Ehrlich gesagt, bin ich mir da nicht so sicher, aber eine Diskussion darüber könnte sicherlich interessant werden.

Charles Brauer ist ein sehr bekannter Name und obwohl ich wissentlich noch nichts von ihm gehört habe, sagte mir zumindest der Name etwas. Charles Brauer hat sowohl im Theater als auch im Fernsehen einige Rollen übernommen, aber natürlich macht er auch Synchronisationen und spricht Hörbücher ein. Für mich hat die Stimme sehr gut zum unbenannten Juristen in Der Seitensprung gepasst. Ich mochte es gerne ihm zuzuhören und konnte ganz in die Geschichte eintauchen.

Ich mag auch, dass auf dem Backcover der Pappverpackung des Hörbuchs ein Absatz zu Schlink, und Brauer ist. So kann man Autor und Vorleser besser einordnen. Vor allem mochte ich, dass es auch einen Absatz zum Inhalt gibt; wenngleich es diesmal nicht so viele Namen zum Nachschlagen gab. Hilfreich fand ich diesen Absatz dennoch.

Mir hat die Erzählung Der Seitensprung von Bernhard Schlink sehr gut gefallen und ich empfehle die Geschichte und vor allem das Hörbuch sehr gerne weiter; vor allem wenn man sich für Themen wie Freundschaft zwischen Menschen, die aus verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Systemen stammen und speziell für Deutsch-deutsche-Freundschaften interessiert.

Hörbücher ·Jedes Jahr im Juni von L. Louis

Inhaltsangabe: Jedes Jahr im Juni von Lia Louis

In Jedes Jahr im Juni von Lia Louis führen Emmie und Lucas eine Fernfreundschaft. Kennengelernt haben sich Emmie und Lucas vor 14 Jahren im Alter von 16 Jahren als Emmie einen Luftballon in Südengland in den Himmel steigen ließ und Lucas ihn an einem Strand im Norden Frankreichs gefunden hat. In der Folge verbindet Lucas und Emmie eine immer tiefergehende Freundschaft.

Emmie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter, denn diese glänzt immer wieder mit Abwesenheit, was bereits in Emmies früher Jugend beginnt. Ihren Vater hat Emmie nie kennengelernt und als sie jetzt Anstalten macht, ihn kennenlernen zu wollen, stellt ihre Mutter sie vor die Wahl: Er oder sie. Wenn sie auch nur weiterrecherchiert, wird sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter haben können. Kurz zuvor erfährt Emmie auch noch, dass Lucas heiratet und er bittet sie, seine Trauzeugin zu werden. Natürlich tut sie ihm den Gefallen, aber dennoch zieht ihr diese Tatsache den Boden unter den Füßen weg.

Lucas ist kurz bevor er Emmies Ballon findet gerade mit seinen Eltern und seinem Bruder Eliot nach Frankreich gezogen. Er vermisst England, seine alten Freunde, seine vertraute Umgebung und das englische Essen. Als er Emmies Luftballon findet, schreiben sich die beiden am Anfang E-Mails, sie telefonieren und schicken sich Päckchen hin und her bis sie sich irgendwann das erste Mal richtig treffen. Lucas manövriert sich immer wieder in schwierige Lebenslagen, ist aber auch ein recht kluger Mensch, wenngleich er häufig wechselnde Freundinnen hat und es mit der Treue nicht so richtig genau nimmt, dennoch ist er immer für Emmie da und ihr bester Freund.

Emmie hat ein großes Problem: Sie wurde von ihrem Lehrer und Vater ihrer besten Freundin auf der Highschool sexuell missbraucht. Diesen Vorfall meldet sie anonym dem Lehrerkollegium, allerdings glaubt ihr niemand. In der Folge wird sie von sämtlichen Lehrern und allen Mitschülern geschnitten und als Lügnerin bezeichnet; die Freundschaft zu ihrer besten Freundin ist natürlich ebenfalls vorbei. Nur Lucas und Eliot werden zu ihrer Ersatzfamilie. Die beiden glauben ihr, sie unternehmen gemeinsam Sachen. Und sie sind immer für sie da, da in der Folge des Missbrauchs ihre Mutter zwar nachhause kommt, aber nach kurzer Zeit ihre traumatisierte Tochter wieder alleine lässt. Einige Jahre später plaudert einer der Brüder bei einer Party aus, dass Emmie von ihrem Lehrer missbraucht wurde. Stacy, Eliots Freundin, verkündet allen Anwesenden, dass sie noch nie das Leben eines Lehrers durch falsche Anschuldigungen verpfuscht hätte. Emmie rutscht in der Folge wieder in ihre Depression zurück, zieht Hals über Kopf um und bricht ihre Ausbildung ab.

In der Gegenwart angekommen, plant Emmie nun mit den anderen Freunden des Brautpaares deren Hochzeit. Sie fährt häufiger nach Frankreich um bei den Vorfeierlichkeiten dabei zu sein und kommt unter anderem zur Maries Geburtstag; Marie ist Lucas‘ Braut. Emmie verbringt wieder mehr Zeit mit Eliot, der inzwischen nicht nur geschieden, sondern wieder in einer neuen Beziehung ist. Dessen Freundin, Anna, kann Emmie aber gar nicht leiden, was Emmie nicht nachvollziehen kann, da sie sich ja gar nicht kennen. Emmie merkt immer mehr, dass Lucas nun erwachsen wird, denn er kann sie nicht mehr so oft besuchen und kann sie manchmal auch nicht zur Fähre fahren und überlässt es ihr den Weg dorthin zu finden. Zumal er davon ausgeht, dass sie sich auch ein Taxi nehmen kann, das sich Emmie aber nicht leisten kann, da sie nur als Küchenhilfe in einem Hotel arbeitet.

Also bittet sie Eliot, sie zur Fähre zu bringen oder sie nach dem Geburtstag bei Marie abzuholen, da sie es dort nicht länger ausgehalten hat, weil alle anwesenden Frauen darüber gesprochen haben, wie toll die Männer, an ihrer jeweiligen Seite doch sind. So erwacht die Freundschaft zwischen Emmie und Eliot langsam wieder und erst recht als sie merkt, dass Eliot ganz in ihrer Nähe wohnt. In der Folge treffen sie sich häufiger und Eliot versteht sich auch super mit Emmies Vermieterin, die mit Emmie in einem Haus wohnt. Beide pflegen und kümmern sich um die ältere Dame, die inzwischen schwer krank ist und dann sogar stirbt.

Emmie muss in der Folge mit dem Tod ihrer guten Freundin klarkommen, sich damit auseinandersetzen, dass ihr bester Freund heiratet, dass sie sich in Eliot verliebt hat, sie aber immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommen, dass sie ihren Vater gefunden hat, dieser aber zögert mit ihr Kontakt haben zu können, ihre Mutter keinen Kontakt mehr mit ihr wünscht, ihre finanzielle Lage sehr kritisch ist und der sexuelle Missbrauch an ihr immer noch Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben hat.

Emmie lernt zu kämpfen. Nicht nur darum, ihr Leben zurückzuerhalten und endlich den Job zu bekommen, den sie haben möchte und keine Angst mehr vor dem Geschwätz der anderen zu haben und dass sie selbst genug ist. Sie lernt, dass sie niemanden braucht, der sie ausfüllt; keine Mutter, keinen Vater, keinen Mann und keine Kinder. Aber sie kämpft auch um ihre Liebe, denn sie spürt, dass sie und Eliot füreinander bestimmt waren und dann sind da auch noch so ein paar Wahrheiten, die endlich ans Licht kommen…

Hörbücher ·Jedes Jahr im Juni von L. Louis

Rezension: Jedes Jahr im Juni von Lia Louis

Ich habe Jedes Jahr im Juni von Lia Louis als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl etwas zum Inhalt als auch zum Medium schreiben.

Fangen wir mit dem Inhalt an: Ich brauchte am Anfang ein bisschen um in die Handlung reinzukommen, denn dort stehen erst einmal die Details zum Luftballon, den Emmie in den Himmel geschickt hat. Diese wirken natürlich am Anfang recht kryptisch und dann wird man mitten in die Handlung geschmissen. Emmie und Lucas sind zusammen in einem Restaurant und feiern ihren gemeinsamen Geburtstag. Dieses Schmeißen in die Situation, sorgte am Anfang bei mir für Verwirrung, wofür sicherlich auch das Medium verantwortlich war, denn wenn man es liest, wird es sicherlich klarer.

Ansonsten fand ich die Handlung sehr komplex, aber nicht überkomplex, sodass sie auf jeden Fall spannend blieb. Natürlich beschäftigt sich das Buch mit der Freundschaft von Lucas und Eliot und Emmie, aber auch mit den Folgen des Missbrauchs, weil Emmie ziemlich lange braucht um damit klarzukommen. Ich fand das Thema sehr berührend, aber nicht so, dass man während des gesamten Buchs weinend auf dem Bett liegt. Es ist ein unglaublich schwieriges Thema, bei dem ich auch nicht das Gefühl hatte, dass es hier trivialisiert wurde. Es findet ein durchaus respektvoller Umgang damit statt und die Auswirkungen, die so etwas auf ein junges Mädchen haben kann, werden ausführlich und gut dargestellt; etwas seltsam fand ich, dass sie sich einen Freund sucht und mit dem sogar einige Zeit zusammenlebt. Abgesehen davon war die Darstellung des Themas wirklich gelungen.

Emmie ist ein sehr sympathischer Mensch, auch wenn ihre Geschichte unglaublich traurig ist. Irgendwie hatte ich immer wieder den Wunsch, dieses arme Mädchen in den Arm zu schließen und dann habe ich mir wieder vergegenwärtigt, dass sie schon 30 Jahre alt ist und eigentlich kein kleines Kind mehr ist. Ihr ständiger Liebeskummer ging mir so langsam auf die Nerven, aber abgesehen davon mochte ich Emmie wirklich gerne.

Lucas war mir am Anfang sympathisch; schließlich kann er ja nichts dafür, dass seine beste Freundin in ihn verliebt ist und verhält sich ihr gegenüber ja immer nett und freundlich. Aber im Laufe der Handlung wurde er mir immer unsympathischer. Erst recht nachdem er Emmie in Frankreich ohne Geld alleine zur Fähre kommen lassen wollte und seine Arbeit über seine Freundschaft gestellt hat und dabei Emmie im Stich gelassen hat. Auch was man sonst noch so über ihn erfährt; dass er beispielsweise anderen Frauen flirtende Nachrichten schickt, obwohl er eine Freundin hat, hat ihn mir unsympathisch gemacht.

Eliot wirkte am Anfang sehr sympathisch und wurde mir im Laufe der Handlung, im Gegensatz zu seinem Bruder, immer sympathischer. Einzig, dass er mit seiner komischen Freundin zusammen ist und diese sich Emmie gegenüber wie ein Biest aufführt, hat ihn für mich ebenfalls unsympathisch gemacht. Als er sich aber immer weiter von dieser zurückgezogen hat und immer mehr für Emmie da war, mit ihr unternommen hat, sich mit ihr getroffen hat und sich sehr freundlich um ihre kranke Vermieterin gekümmert hat, wurde er mir richtig sympathisch. Eliot stellt sich als verlässlicher, hilfsbereiter und netter Kerl heraus.

Insgesamt hat mir die Zeichnung der Charaktere gut gefallen und diese wirkten auf keinen Fall zu platt oder eindimensional.

Kommen wir nun zum Medium: Das Hörbuch selbst hat mir gut gefallen, wenngleich es nur als Download vorliegt und man somit kein Cover oder ähnliches hat. Dass das Hörbuch ungekürzt ist, hat mir auch gut gefallen. Heike Warmuth, die Sprecherin, ist Schauspielerin und hat auch schon einiges an Hörbüchern eingesprochen. Ich kannte sie bisher nicht, mochte ihre Art zu sprechen aber sehr gerne. Für mich hat die Stimme gut zu Emmie gepasst und ich konnte mich richtig reinfühlen in das Hörbuch.

Ich hatte oben bereits erwähnt, dass mir Emmies ständiger Liebeskummer nicht so gut gefallen hat. Ich glaube, wenn ich das Buch gelesen hätte, wäre ich davon wirklich genervt gewesen, aber da ich es gehört habe, fand ich es gar nicht so schlimm. Da hat das Hörbuch wirklich einen großen Vorteil gehabt, weil man es beim Hören einfach mitgehört hat, es aber nicht so störend wirkte. Ich bin also nicht sicher, ob mir die gedruckte Version des Buches so gut gefallen hätte. Vom Hörbuch hingegen war ich wirklich begeistert. Ein großer Vorteil des Mediums.

Insgesamt hat mir Jedes Jahr im Juni von Lia Louis sehr gut gefallen. Das Thema ist gut beschrieben, die Charaktere sind sympathisch und vor allem hat mir die Sprecherin und die Eigenschaften des Mediums gut gefallen, sodass ich es gerne weiterempfehle.

 

 

 

Vielen Dank an den Hörverlag für das Hörbuchrezensionsexemplar!

Heidis Lehr- und Wanderjahre von J. Spyri ·Hörbücher

Inhaltsangabe: Heidis Lehr- und Wanderjahre von Johanna Spyri

In dem Kinderbuchklassiker Heidis Lehr- und Wanderjahre von Johanna Spyri geht es um die heranwachsende Schweizerin Adelheid, genannt Heidi.

Heidi wird mit etwa 5 Jahren von ihrer Tante Dete zu deren Großvater gebracht. Dete ist die Schwester von Heidis Mutter Adelheid und Tobias, dem Sohn des Almöhi. Adelheid und Tobias heiraten sehr junge und sind nur kurz verheiratet als beide sterben. Die 1-jährige Heidi kommt zu Dete und deren Mutter und lebt dort bis Dete nach dem Tod ihrer Mutter in Frankfurt eine Stellung angeboten bekommt. Da sie die kleine Heidi nicht mitnehmen kann, bringt sie sie zum Großvater auf die Alm.

Heidi lebt von nun an mit ihrem Großvater auf der Alm und genießt das offene und unbeschwerte Leben dort. Sie geht mit dem Geißenpeter und den Geißen mit und weidet diese, sie bewacht sie und achtet auf sie und genießt die Sonne, die Natur und die Tiere zu beobachten und Zeit mit ihnen zu verbringen. Außerdem liebt sie es, Zeit mit der Großmutter zu verbringen, wobei damit Peters Großmutter gemeint ist.

Heidi wird von ihrem Großvater, der von allen sehr kritisch beäugt wird, sehr gut behandelt. Er sorgt für das Kind, kümmert sich darum, dass es immer in sauberer Kleidung herumläuft und er gibt ihr zu essen. Der Almöhi liebt seine Enkeltochter sehr und überrascht so alle Bewohner im Dörfli. Allerdings weigert er sich, Heidi in die Schule zu schicken, denn sie könne ja schlecht den ganzen Weg von der Alm jeden Tag in die Schule laufen und er werde auch nicht im Winter zurück ins Dörfli ziehen, sodass sie von dort aus in die Schule gehen könnte.

Als einige Jahre später Dete wieder auf der Alm auftaucht und das Kind mitnehmen möchte, wehrt sich der Almöhi praktisch nicht dagegen. Sie möchte Heidi als Gesellschafterin für eine im Rollstuhl sitzende reiche Tochter in Frankfurt mitnehmen. Klara Sesemann lebt in einer großen Wohnung mit einigen Bediensteten darunter Fräulein Rottenmeier, die sich um die Wohnung, die Ordnung der Bediensteten und Klara kümmert. Klara ist etwa 12 Jahre alt und ein liebes, nettes Mädchen, aber sie langweilt sich, weil sie keine Freunde hat und ständig nur Zuhause ist.

Heidi soll also nun eine Freundin für Klara sein, allerdings ist sie deutlich jünger. Dete lässt das verwirrte Mädchen einfach in der Wohnung der Sesemanns stehen und verschwindet. Nun muss sich Fräulein Rottenmeier um Heidi kümmern, die sich mit den ganzen Konventionen der gehobenen Gesellschaft nicht auskennt und nicht einmal lesen kann. Vor allem fällt es Heidi schwer, ihre anderen Namen anzunehmen, denn sie wird von Fräulein Rottenmeier Adelheid gerufen, da dies ihr Taufname ist. Außerdem vermisst sie den Ausblick ins Tal und das Rauschen der Tannen, und die Menschen, die ihr in ihrer Heimat so wichtig sind und natürlich auch die Geißen.

Einmal macht sich Heidi heimlich auf den Weg um von irgendwo auf die Stadt herunterzugucken, dabei werden ihre einige Kätzchen vom Turmwärter geschenkt. Da Fräulein Rottenmeier panische Angst vor kleinen Katzen hat, müssen Heidi und Klara diese verstecken, allerdings nicht bevor die hysterische Frau diese nicht entdeckt hat. Als Heidi das Lesen einfach nicht lernen will, zweifelt Fräulein Rottenmeier schon am Verstand des Kindes, zumal dieses ständig irgendwelche abenteuerlichen Geschichten erzählt. Vollkommen verzweifelt wendet sie sich an Herrn Sesemann, der sofort nach Frankfurt kommt um sich das sonderbare Geschöpf näher anzusehen. Als Klara ihrem Vater versichert, dass Heidi ein ganz feines Mädchen ist, und er sich selbst davon auch überzeugt hat, ist er beruhigt.

Einige Tage später kommt Klaras Großmutter, die Heidi sehr ins Herz schließt und sich viel mit dem Mädchen beschäftigt. Zwar mag Heidi die Großmutter, Herrn Sesemann und vor allem Klara ganz gerne, aber sie kriegt immer größeres Heimweh. Allerdings traut sie sich nicht, dies zu äußern, da sie nicht undankbar wirken möchte. Ihr Unglück äußert sich irgendwann darin, dass sie anfängt, Schlafzuwandeln und dabei immer die Haustür öffnet und zurück ins Bett geht. Als herauskommt, dass Heidi der Geist ist, der nachts herumgeht, wird sie vom Arzt untersucht, der herausfindet, dass Heidi zurück nachhause möchte, was Herr Sesemann auch sofort veranlasst.

Zurück in den Bergen nimmt ihr Großvater sie überglücklich wieder auf. Sie verbringt wieder Zeit mit dem Geißenpeter, mit der Großmutter und vor allem mit ihrem Großvater. Sie liebt es, wieder ins Tal hinuntersehen zu können und den Sonnenuntergang von den Bergen aus beobachten zu können.