Adventskalender 2023 ·Hörbücher

Kurz gesagt: Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni

Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni ist ein Roman, in dem Elettra die Geschichte ihrer Mutter recherchiert. Elettras Mutter liegt seit einem Jahr im Koma, doch sie weiß praktisch nichts über ihre Vergangenheit und ihren Vater. Als Elettra im Krankenhaus einer seltsamen Frau begegnet, wird sie auf die Reise in die Vergangenheit geschickt. Wie sie herausfindet, hatte ihre Mutter im letzten Jahr vor, eine Reise auf ihre Herkunftsinsel zu machen. Elettra fährt selbst auf diese Insel um endlich die Geheimnisse zu lüften, die ihre Mutter ihr Leben lang vor ich hatte. Auf der Insel lebt eine seltsame Gesellschaft, Witwen werden beispielsweise aus dem öffentlichen Leben ausgestoßen, fiese Investoren wollen das örtliche Kloster kaufen und in ein Luxushotel umwandeln und über ihre Mutter scheinen zwar viele etwas zu wissen, aber alle schweigen über die Vergangenheit…

Ich habe Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Ich muss sagen, dass ich zu Elettra einfach keinen Zugang gefunden habe. Sie wirkte so unglaublich sprunghaft, hat ständig ihre Meinung geändert und wirkte einfach inkonsistent und damit war sie für mich keine plausible Figur. Und so habe ich mich mehr als einmal gefragt warum sie sich verhält wie sie sich verhält, zumal sie sich ständig im Kreis dreht.

Gleichzeitig war für mich die Handlung genauso sprunghaft: Auf einmal war man an einer anderen Stelle. Dabei geht es mir nicht darum, dass die Figur sich in ihre Vergangenheit geträumt hat und damit plötzlich ein Bruch in der Handlung entsteht, sondern eher darum, dass die Figur plötzlich ein paar Tage zurückspringt und über etwas nachdenkt, aber sie kehrt dann nicht offensichtlich zurück in die Gegenwart, was bei mir einfach zu Verwirrungen geführt hat und die Handlung somit total unruhig gewirkt hat. Das kann aber auch an der Hörbuch-Form gelegen haben.

Was mich am vor allem gestört hat, war die Stimmung im Buch: alles auf der Insel wirkt total feindlich. Frauen werden grundsätzlich angefeindet, Witwen werden aus der Gemeinschaft ausgestoßen und sich selbst überlassen. Elettra wird mit jeder Frage, die sie über ihre Mutter stellt, ausgeschlossen, angefeindet und sogar bedroht, weil sie Fragen stellt. Dieses Verhalten habe ich schon nicht verstanden, aber warum Elettra auch noch behauptet, dass sie sich auf der Insel wohlfühlt, ergab einfach keinen Sinn für mich. Die Atmosphäre auf der Insel war so vergiftet und wurde unreflektiert auch von den mies behandelten Frauen akzeptiert. Damit habe ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt.

Simone Kabst, die das Hörbuch eingesprochen hat, mag ich als Sprecherin sehr gerne, aber ich musste immer an ein anderes Buch denken, das ich von ihr mal gehört hatte. Da dieses von der Art her ganz anders war, passte ihre Stimme, für mich, nicht so richtig zu diesem Buch.

Insgesamt hat mir Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni nicht gefallen. Ich mochte die Figuren nicht sonderlich, allen voran Elettra, weil sie keine konsistente Figur war, auch die Handlung hat Lücken und war sprunghaft und wirkte damit unprofessionell gestaltet. Die Vergleiche und der Stil waren teilweise ganz schön, aber wirkte an anderen Stellen sehr gestellt und es war anstrengend zuzuhören. Auch Simone Kabst war für mich für diesen Roman keine passende Sprecherin, was aber auch an mir persönlich liegen kann. Vor allem die Atmosphäre hat mir wirklich gar nicht gefallen und ich war einfach nur noch froh, als ich das Buch endlich fertig hatte; als richtiges Buch hätte ich es sicherlich abgebrochen.

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