Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Der Krüppel von Sir Arthur Conan Doyle

In der Kurzgeschichte Der Krüppel von Sir Arthur Conan Doyle kommt Holmes und Watson an einen Tatort in einem abgeschlossenen Raum. Die Hausangestellten hören einen Streit aus einem Zimmer und machen sich kurzentschlossen daran, durch die Fenster in das Zimmer einzusteigen. Im Zimmer finden sie den Hausherren mit grausig verzerrtem Gesicht und seine Ehefrau liegt ohnmächtig daneben. Natürlich fällt der Verdacht erst einmal auf die Ehefrau, doch Holmes und Watson entdecken bei ihren Untersuchungen seltsame Pfotenabdrücke im Raum und auch das Gerücht, das ein Krüppel in der Nähe des Tatorts gesehen wurde, scheint zumindest den Verdacht etwas von der Ehefrau abzurücken. Holmes und Watson erfahren von einer Freundin der Ehefrau, dass diese am Abend zufällig von einem Mann auf der Straße angesprochen wurde, den man durchaus als Krüppel bezeichnen könnte und sie bat sie dieses Zusammentreffen vor ihrem Ehemann geheim zu halten. Daran ist nach den Verdächtigungen natürlich nicht mehr zu denken. Und tatsächlich finden Holmes und Watson den Krüppel und dieser kann nicht nur eine interessante Geschichte zum Toten liefern, sondern kann auch weitere wertvolle Hinweise geben.

Der Krüppel von Sir Arthur Conan Doyle ist eine etwas andere Geschichte des Autors, aber worin die Andersartigkeit genau besteht, kann ich hier nicht so genau erklären, weil das zu viel verrät und vermutlich verrät es auch schon recht viel, wenn ich a) sage, dass die Geschichte anders ist und b), dass ich nicht genau sagen kann, woran das liegt. Aber mit diesem Spoiler müsst ihr an der Stelle eben leben.

Davon abgesehen mochte ich an der Geschichte besonders, dass es sich um den Mord in einem halbwegs abgeschlossenen Zimmer handelt. Die Tür ist von innen abgeschlossen und der Schlüssel verschwindet, allerdings ist es noch möglich durch die Fenster in das Zimmer zu gelangen. Da der Schlüssel zum Zimmer fehlt, ist aber klar, dass noch eine dritte Person am Tatort gewesen sein muss, weil irgendwie der Schlüssel ja verschwunden sein muss.

Besonders interessant finde ich hier mal wieder, dass man am Anfang bei der Besichtigung des Tatorts einige Bröckchen hingeworfen bekommt als Leser und danach entscheiden muss, was in welcher Weise zusammenpasst. Natürlich merkt man am Ende, dass alles passt, aber am Anfang wirkt es eben überhaupt nicht so. Ein Krüppel wird gesehen und man findet seltsame Pfotenabdrücke, die Ehefrau und Hauptverdächtige streitet sich mit ihrem Mann, obwohl vorher eigentlich überhaupt nichts vorgefallen ist, das Zimmer wird abgeschlossen und der Schlüsse löst sich in Luft auf, der Mann hat ein grausig verzerrtes Gesicht, scheint ansonsten aber ziemlich unverletzt gewesen zu sein und die Frau fällt einfach in Ohnmacht. Alles in allem eine sehr merkwürdige Szenerie, aber nach und nach ergibt es eben Sinn, und so findet Holmes gemeinsam mit Watson heraus, was in dem abgeschlossenen Zimmer vorgefallen ist.

Obwohl ich an dieser Stelle nicht zu viel zum Tathergang sagen möchte, konnte ich mir den Gedanken nicht verkneifen, dass der Tote es irgendwie verdient hatte. Ja, eigentlich hat niemand den Tod verdient, aber so wie er sich verhalten hat und irgendwie könnte man schon sagen, dass ihn das Schicksal am Ende heimgesucht hat, denn er wurde für seine Grausamkeiten in der Vergangenheit mit dem Tod bestraftet. So ganz ungerechtfertigt war dieser Fall also nicht.

Insgesamt ist Der Krüppel von Sir Arthur Conan Doyle eine interessante Geschichte, die mal einen etwas anderen Verlauf nimmt und deshalb in einer längeren Sammlung ein bisschen Abwechslung bietet und alleine schon deshalb lesenswert ist.

Ein Gedanke zu „Der Krüppel von Sir Arthur Conan Doyle

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