Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Der Baumeister von Norwood von Sir Arthur Conan Doyle

In Der Baumeister von Norwood von Sir Arthur Conan Doyle schwant dem Auftraggeber von Holmes und Watson schreckliches: Er wird des Mordes an einem alten Freund seiner Eltern verdächtigt, dabei hat er ihm nichts getan. Er wurde nur noch nicht verhaftet, weil er noch nicht nachhause oder auf Arbeit gegangen ist, sondern von der Pension, in der er letzte Nacht schlief, direkt zu Holmes kam. Noch während des Gesprächs kommen Polizisten, unter ihnen Inspektor Lestrade, der Holmes kennt, um den Verdächtigen abzuführen. John Hector McFarlane besuchte Jonas Oldacre um diesem bei dessen Testament zu helfen. Da es schon spät ist, fährt er nicht mehr zurück nachhause, sondern mietet sich in einer nahegelegenen Pension ein. Noch am selben Abend schlägt die Haushälterin Alarm: Auf dem Hof ist Feuer ausgebrochen, in welchem man die sterblichen Überreste von Jonas Oldacre gefunden hat. Da er am Abend zuvor sein Testament aufsetzen lies und allen seinen Besitz dem jungen Rechtsanwalt vermachen wollte, hat dieser ein ausgezeichnetes Motiv. Doch Holmes kommt dahinter, dass dieser Fall nicht so einfach ist wie es scheint und kommt hinter die Geheimnisse dieses Falles.

Neben dem oben genannten Titel ist die Geschichte im Deutschen auch unter den Titeln Der Architekt von Norwood und Die gefährliche Erbschaft bekannt. Während man zwischen Der Architekt von Norwood und Der Baumeister von Norwood noch eine sehr prägnante Ähnlichkeit feststellen kann und somit hier relativ klar ist, dass es sich um ein und die selbe Geschichte handelt, ist Die gefährliche Erbschaft den anderen beiden Titeln überhaupt nicht ähnlich und so wird es auch hier wieder schwierig den Zusammenhang ohne Wiki herzustellen. Im englischen Original heißt die Geschichte ähnlich den beiden deutschen Varianten The Norwood Builder.

Interessant finde ich hier, dass ein unschuldiges Opfer des Mordes an Jonas Oldacre sich Holmes‘ Hilfe sucht kurz bevor er verhaftet wird. Der Mann ist klug und kann sich denken, dass ihm das Testament ein vorzügliches Motiv gibt, außerdem hat er kein Alibi und hatte somit die Gelegenheit, denn er befand sich auch noch in der Nähe. Neben allen diesen Indizien, die gegen ihn sprechen gibt es seltsamerweise auch noch blutige Fingerabdrücke und die Mordwaffe, ein Stock, stammt aus seinem Besitz. Da so viel gegen den jungen Mann spricht, was sich teilweise erst nach und nach herausstellt, ist nur klar, dass die Polizei ihn erst einmal verdächtigt. Gleichzeitig weisen aber alle diese Indizien darauf hin, dass etwas nicht stimmen könnte. Wenn Holmes John McFarlane glaubt, dass er entgegen aller Beweise unschuldig ist, dann kann es eigentlich nur einige wenige Möglichkeiten geben…

Und tatsächlich häufen sich die Beweise dermaßen, dass Holmes schon glaubt, dass sein Klient wirklich schuldig ist, bis der eigentliche Mörder (ich denke, damit verrate ich nicht zu viel) einen großen Fehler begeht: Er versteckt einen Hinweis an einer Stelle, an der Holmes am Tag zuvor bereits alles abgesucht hatte und er hätte dies sehen müssen. Da er es nicht gesehen hat, war es wohl noch nicht da und somit kann Holmes sich denken, dass neben diesem Beweis auch alle anderen Hinweise inszeniert sind.

Bei Der Baumeister von Norwood von Sir Arthur Conan Doyle handelt es sich um eine wirklich interessante Geschichte. Es geht um Liebe, um die Vergangenheit, um die Gegenwart und darum, wie verdorben manche Menschen sind und was sie alles imstande sind zu tun, um sich an einem Menschen zu rächen, der ihnen nie das geringste zugefügt hat. Gerade deshalb hat mir diese Geschichte gut gefallen und ich empfehle sie gerne weiter.

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