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Inhaltsangabe: Fünf am Meer von Emma Sternberg

Im Roman Fünf am Meer von Emma Sternberg wohnt Linn Rosemeyer mit ihrem Freund Martin in einer wunderschönen Wohnung in München. Als sie, weil es technische Probleme auf Arbeit gab, früher von der Arbeit nachhause kommt, erwischt sie ihren Freund mit ihrer Kollegin und Freundin Katha auf dem Sofa. Sie schmeißt beide raus und versucht sich zu beruhigen. So langsam wird ihr klar, was sie nun verlieren wird: Ihre Wohnung, ihren Arbeitsplatz, ihre Familie, denn nachdem ihre Eltern gestorben sind, wurde sie von Martins Familie mit Beginn der Beziehung herzlich aufgenommen.

Als plötzlich ein Erbenermittler aus den USA vor ihrer Tür steht, ergreift sie die Chance für ein paar Tage aus München wegzukommen. Linn unterzeichnet die Vereinbarung und Mr. Samuel Cunningham bringt sie in die USA und dort zu ihrem Haus in den Hamptons, dass sie von einer entfernt verwandten Tante Dotty geerbt hat. Ihre Tante zweiten Grades wanderte vor etwa 50 Jahren in die USA aus und änderte ihren Namen in Dorothy Webber. Nachdem sie Jahre lang in New York in einem Hotel gearbeitet hatte, kam sie irgendwann in die Hamptons und eröffnete dort eine Pension, in einem großen Haus. Inzwischen lebte sie dort mit fünf Freunden zusammen: Patty, Eleonore, Loretta, Maxwell und Frederic. Die fünf Rentner leben dort noch immer und das stellt Linn vor ein großes Problem: Sie kriegt etwa 10 Million für ihr Haus, wenn sie es an einen mysteriösen Russen verkauft. Da Linn Mr. Cunningham und der Steuerbehörde insgesamt etwa 5,5 Million schuldet, hat sie gar keine andere Wahl als zu verkaufen, denn beide Summen werden fällig, ob sie das Haus behält oder nicht spielt dabei keine Rolle. Und da sie keine 5,5 Million US-Dollar auf dem Konto hat, muss sie ihr Haus verkaufen.

Linn findet sich langsam damit ab und hofft, ihre neuen Freunde in einem anderen Haus unterzubringen. Während ihres Aufenthalts in den USA lernt sie nicht nur Eleonores Sohn Ted kennen, der sich um einige Reparaturen im Haus kümmert, sondern auch Alan, einen Journalisten, der einen Artikel über einen bekannten Künstler und dessen Beziehung zu Linns Tante Dotty schreiben möchte.

Vor vielen Jahren hatten Dotty und der Künstler angeblich eine Affäre miteinander. Damals soll der Künstler sie gemalt haben, was allerdings für recht unwahrscheinlich gehalten wird, da dieser in der Regel keine Menschen malte. Sollte es aber dennoch so ein Bild geben, wäre das natürlich eine Sensation. Zum einen weil es eben ein Porträt von einem Mensch wäre und zum anderen weil es wohl das letzte gemalte Bild des Künstler wäre.

Kurz vor ihrer Rückreise nach Deutschland findet Linn das Gemälde, doch was soll sie damit machen? Alan hat sich bereits als Lügner und Betrüger entpuppt, ihm wird sie davon also nichts erzählen, aber sie bittet Ted, sie in die Stadt zu fahren, damit sie das Bild dort begutachten lassen kann. Als sich herausstellt, dass man ihr 6 Million für das Bild zahlen würde, hadert Linn mit sich, denn sie will nicht das Gefühl haben, sie die Liebe und Zuneigung der Bewohner zu erkaufen, die sie schneiden seitdem sie wissen, dass sie das Haus wirklich verkaufen wird. Auch Ted scheint damit ein Problem zu haben, denn er schneidet sie schon seit einigen Wochen. Linn kann sich das nicht erklären, denn schließlich ist er verheiratet und sie beide sind doch nur befreundet, oder? Und was soll sie nun mit ihrem Erbe anstellen?

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Rezension: Fünf am Meer von Emma Sternberg

Der Roman Fünf am Meer von Emma Sternberg ähnelt vom Cover her dem Roman Azurblau für Zwei, allerdings ist Fünf am Meer früher geschrieben worden als Azurblau für Zwei. Ich hatte aber Azurblau für Zwei vorher gelesen und fand den Roman ganz gut, deshalb wollte ich gerne auch noch Fünf am Meer lesen. Dann habe ich gesehen, dass es diesen Roman auch als Hörbuch gibt und das der Verlag es noch als Rezensionsexemplar rausgibt, sodass ich es beantragte. Deshalb gehe ich wie immer auch hier zum einen auf den Inhalt und auf das Medium ein:

Die Geschichte ist schon ziemlich ungewöhnlich: Eine junge Frau, die praktisch keine Familie mehr hat, wird zufällig zur Erbin eines großen Hauses (zufälligerweise habe ich mehr oder weniger parallel den Roman Das Glück der blauen Stunde von Bertina Henrichs gelesen: Eine Frau erbt als einzige noch lebende Verwandte von einer alten Tante ein Haus hier in Südfrankreich und nicht in den USA, ansonsten aber ziemlich ähnlich). Linn hat einen Freund in Deutschland, von dem ihr gesamtes Leben beeinflusst wird: Ihren Job hat sie im Reisebüro seiner Eltern, die Wohnung, in der sie zusammen leben, gehört seiner Familie, seine Familie hat sie beim Zusammenkommen herzlich aufgenommen. Als sich die beiden trennen, bleibt für Linn nichts von ihrem alten Leben und so unterschreibt sie kurzentschlossen. Das Abenteuer in Amerika beginnt. Diese Handlung hat mir unheimlich gut gefallen und ich fand es auch gar nicht so schlimm, dass sie am Ende offenbar überlegt in Amerika zu bleiben, denn schließlich hat sie nicht wirklich etwas zu verlieren. In Deutschland hält sie außer ein paar eigenen Freunden eigentlich nichts mehr.

Linns Charakter mochte ich also recht gerne. Mir war sie von Anfang an sympathisch, obwohl ich es natürlich etwas leichtsinnig fand, den Vertrag einfach zu unterschreiben, aber natürlich ist das verständlich, wenn man darüber nachdenkt, dass sie meint Martin auf der Treppe zu hören und nur noch weg will. Auch dass sie sich so lange davor drückt mit den Bewohnern des Hauses über einen möglichen Verkauf zu sprechen, konnte ich nachvollziehen, wenngleich es natürlich nicht sonderlich klug ist und auch von den Bewohnern hier ein größeres Interesse zu erwarten gewesen wäre. Nur als Linn ziemlich am Ende des Romans so enttäuscht von Alan ist, weil er sie belogen und betrogen hat und in ihr Leben, ihr Haus und ihre Mitbewohner dringt um an Informationen für seinen Artikel zu kommen hätte ich sie am liebsten geschüttelt, weil ich nicht verstanden habe, wie sie so naiv sein kann.

Das Cover für das Hörbuch und das Taschenbuch hat mir gut gefallen und passt wunderbar zur Stimmung. Emma Sternberg schafft es wunderbar die Stimmung eines Hauses in den Hamptons zu transportieren. Das Meeresrauschen, das Kreischen der Möwen, der blaue Himmel, die Dünen und der Strand spielen in dem Hörbuch und dem Roman eine große Rolle und wirken auch leicht und sehr urlaubig. Man hatte fast das Gefühl, in einem Haus am Meer Ferien zu machen.

Das Hörbuch wurde von Britta Steffenhagen eingesprochen. Ähnlich wie bei dem Hörbuch zu Mord in Sunset Hall von Leonie Swann und der Stimme von Anna Thalbach, war ich auch von der Stimme von Britta Steffenhagen nicht so ganz begeistert. Ich fand sie schon in Ordnung, aber nicht so samtig und freundlich wie beispielsweise die von Iris Berben. Natürlich ist mir klar geworden, warum man diese Sprecherin ausgewählt haben könnte: Britta Steffenhagen kann mit ihrer Stimme sicherlich auch gut die älteren Leute sprechen und davon gibt es ja auch in Fünf am Meer einige (genau genommen fünf). Obwohl diese meist keine direkte Rede haben, sprechen sie eben hin und wieder doch und deren Stimmen hat Steffenhagen wunderbar von der Stimme von Linn beziehungsweise der der Erzählerin abgegrenzt.

Nachdem ich mal einen Blick in die Print-Ausgabe geworfen habe, merke ich natürlich auch, wo gekürzt wurde, aber in den allermeisten Fällen ist mir das gar nicht aufgefallen. Es gab keine komischen Sprünge oder sowas. Einzig kam mir die Beziehung zu Linn und den Bewohnern und zu Ted teilweise komisch vor, weil es mir hin und wieder zu schnell ging wie sich die Beziehung entwickelt hat. Ich weiß aber nicht, ob hier etwas gekürzt wurde oder ob das einfach von der Autorin so intendiert war.

Ich habe das Hörbuch als CDs gehört und bekam dieses Mal ein sehr dickes Case. Bei den MP3-CDs geht ein ganzes Hörbuch auf ein oder zwei CDs, hier waren es ganze sechs CDs. Das sorgte natürlich dafür, dass man häufig die CD wechseln musste, was ein bisschen nervig war, weil man gerade im Hörfluss (gibt es sowas analog zum Lesefluss?) drin ist und dann schon wieder rausgebracht wird. Aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mit den MP3-CDs vorher ziemlich verwöhnt war. Entsprechend handelt es sich hier natürlich um ein dickeres Case mit klappbaren CD-Haltern.

Alles in allem hat mir Fünf am Meer von Emma Sternberg sowohl im Inhalt, den Charakteren und dem Plot her gut gefallen, aber auch die Stimme von Britta Steffenhagen passte gut dazu, sodass ich das Hörbuch gerne weiterempfehle.

 

 

 

Danke an den Verlag Random House Audio für das Rezensionsexemplar!

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Montagsfrage: 16. Juli 2018

Montagsfrage: Von manchen Buchreihen gibt es eine Comic-Version. Ist das etwas, das dich interessiert oder findest du es überflüssig?

Hallo ihr Lieben,

die heutige Montagsfrage möchte ich auf zweierlei Weise beantworten: Zum einen mag ich selbst zumindest Bildergeschichten ganz gerne und finde vor allem Mangas sehr toll. Ich lese Detektiv Conan sehr gerne und plane in den nächsten Monaten sogar ein Re-read, wobei wohl noch einige Monate ins Land ziehen werden bis ich dazu komme. Zum anderen habe ich vor etwa 5 Jahren oder so in einer Bibliothek Comics von Klassikern gesehen. Ich weiß gar nicht mehr genau, was da alles dabei war, aber das hat mich total fasziniert, denn so etwas kannte ich bis dahin noch gar nicht. Wie Buchfresserchen schon andeutet, gibt es ja Menschen, die nicht gerne lesen und ich denke, dass solche Bildergeschichten dafür sorgen, dass auch solche Menschen eine niederschwellige Möglichkeit haben, Bücher zu lesen und somit einen Zugang zu solchen zu bekommen. Was haltet ihr denn davon? Mögt ihr solche Bildergeschichten?

Liebe Grüße
Vanessa

Adventskalender 2017

Frohe Weihnachten

Hallo ihr Lieben,

das war also der diesjährige Adventskalender. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß damit und habt die verschiedenen Bücher als ausreichend abwechslungsreich empfunden, denn ich habe versucht für jeden Geschmack etwas zu veröffentlichen. Ich hoffe, Ihr habt ein wunderschönes, nicht allzu ruhiges aber erholsames Weihnachtsfest mit Euren Lieben.

Liebe Grüße und frohe Weihnachten

Vanessa

Adventskalender 2017 ·Frankenstein von M. Shelley

Inhaltsangabe: Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelley

Der Roman Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelley behandelt die Geschichte von dem Wissenschaftler Frankenstein, der einem Freund auf einem Schiff seine Geschichte erzählt. Dieser Freund schreibt seiner Schwester die Geschichte, die auf diesem Wege erzählt wird: Der Freund erzählt, dass er in seinem Laboratorium ein Monster aus Leichenteilen schafft, dies dauert fünf Monate, und obwohl es ihn manchmal selbst ekelt was er da tut, macht er weiter. Als er endlich fertig ist, wird er schwerkrank und wird von einem Freund gepflegt. Auf einmal erhält er einen Brief, dass sein Bruder gestorben ist. Er wurde ermordet! Als er zurück nach hause kommt, steht plötzlich sein Monster vor ihm: Er hatte den Jungen ermordet, aber er erzählt ihm auch noch wie er den Winter verbrachte. Frankenstein war geflohen und wurde von den Menschen sehr schlecht behandelt. Sie schreien und schlagen ihn und verjagen ihn damit. Er kommt zu einem ärmlichen Bauernhof mit seinen Beschützern, welche nichts von ihm wissen. Dort wohnt er für einige Monate im Schuppen, und erhält von seinen Menschen hin und wieder etwas zu essen, da er von ihnen stiehlt. Er versteht die menschliche Sprache nicht, möchte sie aber lernen, auch davon, dass der Sohn, Felix, seinem Vater etwas vorliest, ist er fasziniert, weshalb er dies auch lernen möchte. Frankenstein verrichtet heimlich in der Nacht kleinere Dienste für die Familie, als er sich ihnen aber offenbart, wird er vom Sohn verjagt, dessen Schwester und seine Frau erleiden einen schweren Schock, der Vater wird schwerkrank. Frankenstein wandert weiter zu seinem Erschaffer, und offenbart sich ihm. Er fordert eine Gefährtin, denn er sei nur so brutal, weil er von den Menschen so schlecht behandelt würde. Diese Brutalität wäre vorbei, wenn er eine Gefährtin hätte, die keine Angst vor ihm hat und ihn mag und schätzt und mit ihm Zeit verbringt. Sein Erschaffer Viktor Frankenstein bringt es aber nicht über sein Herz noch so ein Monster zu erschaffen, deshalb straft ihn sein Monster und tötet viele seiner Familienmitglieder. Viktor Frankenstein will sich an ihm rächen und jagt ihm hinterher. Dabei trifft er auf seinen Biographen, der mit einem Schiff Richtung Nordpol fährt. Viktor Frankenstein stirbt auf der Fahrt, die Mannschaft kehrt um, weil diese Angst um ihr Leben hat, der Erschaffer stirbt ohne zu wissen, ob sein Monster noch lebt oder nicht. Am Ende verabschiedet sich das Monster von seinem toten Schöpfer und von Walton.

Adventskalender 2017 ·Frankenstein von M. Shelley

Rezension: Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelley

Die Inhaltsangabe zum Roman Frankenstein von Mary Shelley findet ihr oben.

Ich musste ganz ehrlich sagen, dass ich dachte – man hatte ja von Frankenstein zuvor schon gehört – , dass der Erschaffung des Monsters eine viel größere Stellung im Roman eingeräumt wird. Aber natürlich sind auch die anderen Dinge, die geschildert werden, wichtig und interessant. Denn Frankenstein ist am Anfang des Romans wie ein Kind noch ein unbeschriebenes Blatt. Er muss sich in der Welt erst zurecht finden, denn er wird von seinem Schöpfer, wenn auch unwillentlich, verlassen. So ist Frankenstein ganz auf sich selbst gestellt und so muss er lernen, wie Menschen zu ihm stehen. Er lernt sprechen und versteht erst nach und nach warum er sich verhält wie er sich verhält und erst als er sich einmal im Spiegel gesehen hat und die Menschen, die er als seine Beschützer ansieht, sieht, welche viel schöner und ästhetischer aussehen, versteht er, warum er von den Menschen gemieden wird und diese sogar Angst vor ihm haben und ihm wehtun und ihn verjagen. Dieses Lernen ist natürlich sehr interessant, und man merkt schnell, dass Frankenstein in seine Rolle als Monster von den Menschen und der Gesellschaft gedrängt wird, denn von einem Menschen, der ihn nicht sieht, da er blind ist, wird er als Fremder zumindest gastfreundlich aufgenommen und er unterhält sich ohne Angst mit ihm. Daran wird deutlich, dass der Ausschluss aus der Gesellschaft erst durch das Verhalten der Menschen geschieht und dass dieser Ausschluss schnell zu einer Eskalation führt, ist eigentlich auch klar, denn Frankenstein konnte nie eine andere Moral lernen als diese, die an ihm geübt wird und das ist nun mal keine freundliche und menschliche Moral. Er merkt, dass er trotz seiner guten Taten, die er an seinen Beschützern verübt, dennoch bestraft wird, dabei hatte er zu diesem Zeitpunkt nichts getan, außer anders zu sein beziehungsweise anders auszusehen als normale Menschen. Auch dass das Monster sein eigenes Verhalten reflektiert betrachtet, fand ich ziemlich gut.

Was ich irgendwie tragisch fand, war, dass alle möglichen Charaktere gestorben sind, obwohl sie eigentlich gar nichts getan hatten, so zum Beispiel Justine, Wilhelm, etc.

Alles in allem kann ich nachvollziehen warum der Roman „Frankenstein“ von Mary Shelley so hochgelobt wird, denn aus ehtisch-moralischer Sicht fand ich ihn auf jeden Fall sehr bemerkenswert. Leider wird der Stoff oftmals verfälscht und das was man von Frankenstein hört, klingt nach einem brutalen Monster, diese Annahme kann ich nicht bestätigen. Ich hatte eher Mitleid mit ihm, wobei ich den Roman natürlich dennoch sehr gerne weiterempfehle.

Adventskalender 2017 ·Der abenteuerliche Simplicissimus von H. J. Ch. von Grimmelshausen

Inhaltsangabe: Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Das Werk der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von H.J.C. Von Grimmelshausen ist in sechs Bücher aufgeteilt, die jedes etwa 100 Seiten umfassen (zumindest in meiner Ausgabe). Meine Inhaltsangabe und Rezension beschränken sich auf die ersten drei Bücher.

Erstes Buch: Simplicissimus lockt aus Versehen Soldaten an, welche den Hof seiner Eltern überfallen, die Eltern quälen, die Frauen vergewaltigen und alles in Schutt und Asche setzen. Von nun an muss der zehn-Jährige für sich selbst sorgen und so kommt er zu einem Einsiedler, der sich um ihn kümmert und ihn sogar im Lesen und Schreiben unterrichtet, als der Einsiedler stirbt, bleibt Simplici noch eine Zeit alleine im Wald bis er sich an einen Freund seines Vaters, des Einsiedlers, wendet. Dieser kann ihm allerdings nicht helfen, da sein Dorf im 30-jährigen Krieg angegriffen und ausgeplündert wurde. Simplici will eigentlich zurück in die Einsiedelei, allerdings entscheidet er sich, nachdem seine Hütte überfallen und geplündert worden war, doch weiterzuziehen. Er kommt nach Hanau, wo sich herausstellt, dass er der Neffe des Gouverneurs wird, dessen Gunst er allerdings nach kurzer Zeit wieder verliert, sodass er als Narr verkleidet herumlaufen soll.

Zweites Buch: Simplicissimus wird von kroatischen Soldaten aufgegriffen mit denen er rum zieht und kommt nach einem Hexentanz und der Tatsache, dass er allen möglichen Menschen mit seinem gruseligen Kostüm Angst einjagt, nach Magdeburg, wo er Ulrich Hertzbruder kennenlernt, der ihm ein guter Freund wird. Simplici kommt in ein Kloster.

Drittes Buch: Simplicissimus wird ein Jäger und begeht als dieser allerlei Schlechtes und Untaten. Er verdient gut bei seinen Plünderungen und kommt sogar zu Ruhm, allerdings kommt ein Jäger in die Nachbarschaft, wobei der Jäger schnell seine Schandtaten wieder einstellt, da Simplicissimus als der Jäger von Soest ihn bedroht.

Adventskalender 2017 ·Der abenteuerliche Simplicissimus von H. J. Ch. von Grimmelshausen

Rezension: Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Die Inhaltsangabe zum Abenteuerroman Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen findet ihr oben.

Simplicissimus, obwohl sehr naiv und nicht besonders klug, schafft es irgendwie immer sich durchzuschlagen. Er wird verhaftet und wird wieder freigelassen und das mehrfach! Er schafft es trotz einer fehlenden Bildung bei dem Einsiedler unterzutauchen, dieser nimmt ihn nicht nur auf und versorgt ihn, sondern bringt ihm sogar noch Schreiben und Lesen bei, was damals noch nicht alltäglich war. Dieses Wissen bringt ihn später noch öfter weiter und er wäre sicher auch dazu in der Lage einem anderen Beruf nachzugehen, was er allerdings nicht tut. Er lebt zwar gut, aber irgendwie dennoch jenseits des Gesetzes. Diese leichtlebige Lebensweise ist auf der einen Seite ziemlich beeindruckend, denn Simplicissimus überlebt irgendwie alle Widrigkeiten, auf der anderen Seite, kann ich diese Lebensweise aus heutiger Sicht nicht unterstützen, denn er begeht allerlei Verbrechen. Natürlich wäre auch der Aspekt des 30-jährigen Krieges in diesem Kontext zu nennen, da er wegen diesem die Möglichkeit hat, so zu leben wie er lebt.

Der 30-jährige Krieg ist natürlich auch ein Aspekt aus dem man den Roman betrachten sollte, denn natürlich werden Dinge geschildert, die zeigen wie der 30-jährige Krieg die Leben der Menschen damals beeinflusste. Auch die Verweise auf richtige Persönlichkeiten, die damals lebten, ist sehr interessant. So wird zum Beispiel auf Ramsay verwiesen, welcher als Gouverneur in Hanau arbeitete und damals schwedischer Kommandant in Hanau war (Quelle: Wikipedia). Ja, ich habe Wikipedia an dieser Stelle befragt, was daran liegt, dass ich mich leider in der Geschichte der damaligen Zeit nicht so gut auskenne. Außerdem habe ich gelesen, dass der Autor viele persönliche Dinge in den Roman einfließen lässt, so sind der Name von seinem Protagonisten und sein eigener Name Anagramme zueinander.

Die Sprache ist natürlich dem Alter gemäß, wurde der Roman Ende des 17. Jahrhunderts geschrieben und veröffentlicht.

Alles in allem ist der Abenteuerroman Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen ein Roman des 17. Jahrhunderts, was bei der Lektüre vorher klar sein sollte, allerdings ist der Roman natürlich dennoch lesenswert, denn er bringt viele wichtige Aspekte hervor, obwohl er Strecken hat, die natürlich nicht so spannend sind.

Adventskalender 2017 ·Stolz und Vorurteil von J. Austen

Inhaltsangabe: Stolz und Vorurteil von Jane Austen

In dem Roman Stolz und Vorurteil von Jane Austen geht es um die Familie Bennet, diese besteht aus den fünf Töchtern Jane, Elizabeth, Mary, Kitty und Lydia und aus deren Eltern Mr. und Mrs. Bennet. Hauptsächlich geht es darum, dass die Familie Bennet ihren Töchtern bei der Hochzeit keine großen Mitgiften zahlen könnte, sodass Jane zwar einen Mann kennen lernt, dieser sie allerdings nicht heiratet, da er sich von seiner Schwester und seinem besten Freund aus den oben genannten Gründen abhalten lässt. Der Vetter der Mädchen taucht auf und da er der nächste männliche Verwandte wäre, so würde er den Wohnsitz und einen großen Teil des Vermögens erben, um diese Schuld an der Familie auszugleichen will er sich eine der Töchter zur Frau nehmen. Seine Wahl fällt, nachdem er glaubt, dass Jane, die Älteste, anderweitig heiraten wird, auf Elizabeth, welche seinen Heiratsantrag allerdings ablehnt. Ihre beste Freundin, nicht besonders hübsch und schon ein paar Jahre älter als die Bennet-Mädchen lenkt die Aufmerksamkeit des Mannes gerne auf sich, sodass dieser sie heiraten will. Elizabeth kriegt im weiteren noch von Darcy einen Heiratsantrag, welchen sie allerdings ablehnt, da sie ihn für hochnäsig und gemein hält, weil ihr dies von einem anderen jungen Mann Mr. Wickham eingeredet wurde. Sie entscheidet sich Mr. Darcy nicht zu mögen und so mögen auch die anderen Familienmitglieder ihn immer weniger. Mr. Bingley entfernt sich auch räumlich von Jane, sodass diese ein schlechtes Gefühl hat als sie nach London fährt, allerdings ist sie froh, dass sie ihm nicht begegnet. Als Elizabeth mit ihrem Onkel und ihrer Tante auf einer Reise ist, erfährt sie, dass ihre jüngste Schwester mit Wickham getürmt ist und dass die beiden heiraten wollen. Allerdings sind die beiden nirgendwo aufzufinden. Als Elizabeth es erfährt, trifft sie auf Darcy, der versucht sie zu trösten, sich dann aber verabschiedet und wie später rauskommt, dafür sorgt, dass Wickham seine Schulden los wird, dass er Geld für eine Heirat kriegt und jährlich bezahlt wird. Darcy erkennt, warum Elizabeth seinen Heiratsantrag abgelehnt hat und arbeitet an sich. Er sorgt sogar dafür, dass Bingley den Mut findet, Jane endlich zu bitten ihn zu heiraten, außerdem bittet Darcy Elizabeth erneut um ihre Hand. Diese stimmt zu, erst danach fragt Darcy ihren Vater und erst als dieser seine Tochter gefragt hat, was sie davon hält, gibt er ihnen seinen Segen. Die Mutter, welche zuvor nicht besonders gut von Darcy dachte, stimmt der Hochzeit zwar zu, scheint aber von ihrem Schwiegersohn nicht sonderlich angetan zu sein.

Adventskalender 2017 ·Stolz und Vorurteil von J. Austen

Rezension: Stolz und Vorurteil von Jane Austen

Die Inhaltsangabe vom Roman Stolz und Vorurteil von Jane Austen findet ihr oben.

Was mir persönlich gut gefiel, war, dass wir hier eine Liebesgeschichte haben: Elizabeth und Darcy, Jane und Bingley, Lydia und Wickham (wobei diese letzte Liebesgeschichte nur von außen betrachtet wird und gefärbt wird von der Erzählerin). Sowohl Elizabeth als auch Darcy entwickeln sich weiter, sodass sie sich zueinander entwickeln und damit sogar zueinander finden. Natürlich gefiel mir Elizabeth auf der einen Seite recht gut, da sie sich ein wenig gegen die gängigen Konventionen auflehnt, dies stellt sogar ihre Schwägerin mit, die sich Elizabeth zum Vorbild zu nehmen scheint. Allerdings ist sie nicht im heutigen Sinne emanzipiert, sodass dieser Aspekt nicht wirklich deutlich wird im Roman.

Was mir hingegen überhaupt nicht behagt hat, war die Darstellung der Mutter. Mrs. Bennet wird als dumme Person, die nichts anderes kümmert als die gute Verheiratung ihrer Töchter, außer natürlich der Status und das Einkommen der Bräutigame. Das hat mir gar nicht gefallen, denn ihr Mann scheint sie nicht nur nicht zu mögen, so macht er sich auch über sie lächerlich und macht sie auch noch vor den Töchtern lächerlich.

Schade finde ich es auch, dass der einzige Lebensinhalt einer Frau darin besteht, sich einen möglichst gut gestellten Mann zu suchen, sodass sie in sicheren Verhältnis lebt. Man kann das natürlich insofern nachvollziehen, als dass die Benett-Töchter nach dem Tod ihres Vaters ohne Geld dastehen würden, sodass es natürlich sinnvoll ist, dass diese sich rechtzeitig einen Mann suchen. Aber Lydia deutet es ja ihren Schwestern gegenüber an: Sie meint, dass diese ja ohnehin nichts zu tun hätten und sie deshalb besuchen könnten, sie hingegen, als verheiratete Frau, habe natürlich mehr zu tun. Ich verstehe zwar nicht, was das sein sollte, aber in Ordnung.

Die Tage dieser Zeit und der Familie bestehen aus Spaziergängen, Besuchen, Reisen, Handarbeiten und Musik, außerdem werden die Abende mit Tanzbällen gefüllt, auch gelesen wird oder gemeinsam gespielt. Natürlich sind das alles interessante Tätigkeiten, welche dazu führen, dass sich die Menschen mehr miteinander unterhalten müssen, allerdings werden gleichzeitig von ihnen gewisse gesellschaftliche Konventionen erwartet, denen man sich zu unterwerfen hat.

Insgesamt ist Stolz und Vorurteil von Jane Austen ein Roman, in dem sich die Charaktere weiterentwickeln, wobei sie allerdings den Konventionen unterworfen sind und bleiben, was sich bis zuletzt nicht ändert und nicht ändern kann. Dementsprechend ist dieser Roman natürlich von verschiedenen Aspekten beleuchtbar und interessant, sodass ich ihn gerne weiterempfehle.