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Inhaltsangabe: Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie

In dem Kriminalroman Das Böse unter der Sonne oder Rätsel um Arlena von Agatha Christie ermittelt wieder einmal Hercules Poirot um den Mord an Arlena Marshall aufzuklären. Auf einer kleinen Insel gibt es ein kleines Hotel, in welchem einige Menschen ihren Urlaub verbringen. Darunter Captain Marshall mit seiner Frau Arlena und seiner Tochter Linda. Außerdem zwei Amerikaner Mrs. und Mr. Gardener, das junge Paar Mr. und Mrs. Redfern, zwei Familien, die mit ihren Kindern in dem Hotel sind, Major Barry, Mr. Horace Blatt, Miss Rosamund Darnley, Miss Emily Brewster und Pfarrer Stephen Lane. Arlena ist Schauspielerin und fühlt sich von allen möglichen Männern angezogen. Sie flirtet mit den anderen Männern und ihr Mann schaut ihr dabei zu. Hercules Poirot ahnt, dass Arlena Marshall nicht die Frau ist, für die man sie hält. Vor den Hotelgästen flirtet Mr. Redfern mit Arlena. Eines Morgens trifft Poirot Arlena am Strand. Sie paddelt mit einem Floß zur Feenbucht auf der Insel und bittet Poirot dies geheim zu halten. Redfern kommt mit Captain Marshall zum Strand. Dort warten beide auf Arlena, doch Captain Marshall geht schnell seinen eigenen Tätigkeiten nach. Er geht schwimmen und so verbringt die Gruppe einen schönen Vormittag. Mittags wollen einige Tennis spielen, Linda geht zusammen mit Mrs. Redfern auf den Sonnenfelsen. Captain Marshall muss arbeiten, Mr. Und Mrs. Gardener liegen am Strand und reden. Mr. Redfern sitzt die ganze Zeit mit den anderen am Strand bis er schließlich vorschlägt mit einem Boot um die Insel zu fahren. Miss Brewster begleitet ihn. Gemeinsam stoßen sie auf einen leblosen Körper in der Feenbucht. Miss Brewster fährt zurück zum Strand um von dort ins Hotel zurückzukehren und die Polizei zu rufen. Patrick Redfern bewacht so lange die Leiche. Die ermittelnden Polizisten wollen natürlich herausfinden wer es war und stoßen so auf einige Ungereimtheiten: Im Kamin in Lindas Zimmer finden sie beispielsweise Asche, jemand scheint heimlich ein Bad genommen zu haben, was aber niemand zugeben möchte, jemand schmeißt eine Flasche aus dem Fenster, am Strand wird ein Stück von einer Pfeife und eine kleine Schere gefunden. Und irgendwie scheint jeder ein Alibi zu haben, und die Hotelgäste, die kein Alibi haben, haben kein Motiv. Doch Hercules Poirot kommt ein Verdacht: Ist Arlena Marshall vielleicht gar nicht das erste Opfer, sondern das Zweite? Und wie konnte der Mörder den Mord bewerkstelligen? Nachdem er alle seltsamen Dinge, die an diesem Morgen geschehen sind, zusammensetzt, ergibt sich ein stimmiges Bild. Der Mörder ist…

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Rezension: Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie

Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie ist einer der vielen Poirot-Krimis. Was ich hier ganz gerne mochte war, dass Poirot von Anfang an am Tatort ist und die Verdächtigen schon kennt bevor sie überhaupt Verdächtige sind, denn er verbringt mit ihnen zusammen seinen Urlaub. Er und einige andere Hotelgäste ahnen schon, dass es zu einer Tragödie kommen könnte und merken bald wie recht sie haben. Jemand wird ermordet am Strand aufgefunden und natürlich muss einer der Hotelgäste der Mörder sein. Natürlich könnte es rein hypothetisch auch möglich sein, dass keiner der Anwesenden der Mörder ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch recht gering, dass jemand fremdes dazu in der Lage gewesen wäre, heimlich auf die Insel zu kommen oder mit einem Boot an der Insel vorbeizurudern um an einem der Strände zufällig eine Frau umzubringen. Wie hätte er also auf die Insel kommen sollen und woher hätte er gewusst, dass Arlena dort sein würde?

Der Mörder hat sich also mit Arlena verabreden müssen, doch wer war dazu in der Lage? Wer wäre allgemein dazu in der Lage gewesen den Mord zu begehen? Die meisten Hotelgäste haben, wie oben beschrieben, ein Alibi. Poirot muss also ermitteln wer alles dazu in der Lage gewesen wäre den Mord zu begehen und wie einige seltsame Begebenheiten zusammengehören, sodass sich ein stimmiges Bild ergibt.

Besonders eindrucksvoll fand ich hier wie der Fall aufgerollt wurde. Wir haben auf der einen Seite eine Reihe von Verdächtigen, die verhört werden, daraus zieht Poirot schon viele Informationen, dazu kommen immer wieder neue Informationen, die die Zeugen ihm nach und nach geben. Sobald ein Zeuge seine Aussage gemacht hat und einen Hinweis gegeben hat, kommt der Nächste. Das wirkt zwar auf die Dauer etwas tröge, hat aber in diesem Krimi gut funktioniert. Und natürlich hat Poirot der Verdacht gerettet, dass der Mörder diesen Mord nicht als ersten Mord begangen hat, dass er also eine mörderische Vergangenheit hat. Mit all diesen Hinweis kann er den Mörder schnappen.

Das Ende, zu dem ich natürlich nicht zu viel sagen möchte, mochte ich aber nicht so sehr. Mir gefielen einfach die persönlichen Verwicklungen und die Beziehungsgeflechte nicht so gut und ich fand es schade, dass das alles so enden musste. Vielleicht wäre ein leicht verschobenes Ende schöner gewesen. Aber das Ende des Krimis hat dieses Mal tatsächlich nichts mit dem Mord zu tun, sondern damit, wie es nach dem Mord an Arlena Marshall mit ihrer Familie weitergeht.

Alles in allem ist Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie auf jeden Fall das Lesen wert. Er hat viele spannende Elemente, wobei die spannende Verfolgungsjagd am Ende fehlt, aber die fehlt bei Christie, glaube ich, so gut wie immer. Von mir bekommt der Krimi also eine klare Leseempfehlung.

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Inhaltsangabe: Küss mich und träum weiter von Susan Andersen

Magdalena ‚Mags‘ Deluca ist gerade in Santa Rosa in El Tigre in Südamerika angekommen als ihr ein junger Mann plötzlich eine Waffe an den Kopf hält und ihr sagt, dass sie ihm folgen soll. Finnegan ‚Finn‘ Kavanagh rettet die junge, hübsche, blonde Frau und steht ihr auch das zweite Mal als Joaquin ihr ans Leben will bei. Gemeinsam sind sie nun auf der Flucht durch El Tigre um ihre Eltern von der Coka-Plantage des örtlichen Drogenbarons zu befreien. Finn hat eine große Familie und hatte gehofft sich in El Tigre ein bisschen Ruhe gönnen zu können. Er hatte gehofft, dass er sich in El Tigre klarwerden könnte, ob er bereit ist, endlich zu heiraten, wollte dies aber abseits der Familie tun. Mags hingegen hat den ohnehin recht spärlichen Kontakt zu ihren Eltern verloren. Sie wurde von ihren Eltern in ihrer frühen Jugend plötzlich auf ein Internat in den Staaten verbannt. Darüber war die totunglücklich, seitdem rebelliert sie gegen ihre Eltern und deren Grundsätze. Der Kontakt wurde immer weniger bis die Briefe ihrer Mutter urplötzlich aufhörten. Sie ist nun zurück in ihre alte Heimat gekommen um ihre Eltern zu finden. Eine Nachbarin behauptet, dass ihre Eltern abgereist wären und zurück in ihre Heimat gefahren wären. Mags ist darüber nicht überrascht wenngleich sie ziemlich sauer ist und will eigentlich postwendend heimfahren bis sie von Joaquin bedroht wird.

Natürlich ändert sie ihre Pläne und will ihre Eltern von der Plantage befreien und so müssen Finn und sie auf dem Weg nicht nur den Leuten von Munoz, dem Drogenbaron, aus dem Weg gehen, sondern müssen auch mit der Trockenheit des Landes, der feuchten Hitze des Regenwaldes und gefährlichen Stromschwellen klarkommen. Kurz bevor sie bei der Plantage ankommen, arbeitet Finn einen Plan aus, mit welchem sie ihre Eltern befreien könnten, doch dann kommt alles anders und es gibt eine plötzliche Wendung.

Mags und Finn sind zurück in Santa Rosa und natürlich knistert es immer noch gewaltig zwischen den beiden. Sie kamen sich während der Reise schon immer wieder näher und so schliefen sie sogar miteinander, aber zurück in Santa Rosa geht Mags los um sich etwas zu essen zu holen, doch dort wird sie erneut von Joaquin bedroht. Finn wundert sich wo Mags so lange bleibt und so macht er sich auf die nach ihr. Er hat ein ganz mieses Gefühl, weshalb er sich die Waffe mitnimmt, die er Joaquin abgenommen hatte. Und während er sieht wie Joaquin Mags bedroht, überlegt er sich ernsthaft, ob er nicht das erste Mal in seinem Leben eine Waffe benutzen möchte, denn die Gefühle, die er für Mags hat, sind tiefer als für alle anderen Frauen zuvor. Doch wie steht Mags dazu? Sie ist doch unabhängig und hielt immer alle von sich fern.

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Rezension: Küss mich und träum weiter von Susan Andersen

In dem Roman Küss mich und träum weiter von Susan Andersen geht es um Magdalena Mags Deluca und Finnegan Finn Kavanagh, die sich in Südamerika kennenlernen und fortan gemeinsam flüchten müssen. Ich fand die Flucht an einigen Stellen etwas langatmig, denn es geht nur noch darum, dass Mags und Finn weglaufen. Andersen hat das aber gut gelöst, indem die beiden Protagonisten irgendwann vom Auto auf ein Boot umsteigen, um dann in den Zug zu steigen und danach weiterzulaufen. Diese Abwechslung hat den Roman etwas aufgelockert.

Mir gefiel es ebenfalls nicht so gut, dass Mags tatsächlich als das kleine hilflose Mädchen dargestellt wird, die Hilfe braucht. Das wurde zwar immer wieder ein bisschen relativiert, indem sie auch gute Ideen zur Flucht vorbringt, aber letztendlich ist es immer Finn, der nicht nur mit seiner Kraft, sondern auch mit seinen klugen Ideen für Rettung sorgt. Das hat mir überhaupt nicht gut gefallen und ist für mich tatsächlich so ziemlich das größte Manko an diesem Roman.

Aber Mags ist dennoch schlagfertig, sie reflektiert sich selbst und gibt Finn auch mal Kontra und das hat mir sehr gut gefallen. Susan Andersen schafft es in sehr vielen ihren Romanen, dass die Protagonisten ihr Verhalten und ihre Beziehung zueinander reflektieren und das ist ihr auch hier sehr gut gelungen, weshalb ich die Beziehung der beiden zueinander sehr genossen habe und es total spannend zu lesen fand.

Was mir an diesem Buch aber ganz besonders gut gefallen hat, war, dass Küss mich und träum weiter eigentlich kein Einzelroman ist. Dieser Roman ist sozusagen der vierte Teil der Sisterhood Diaries-Trilogie. Ich weiß nicht genau wie man das nennt, denn eigentlich ist es kein vierter Teil einer Reihe, denn im Grunde könnte es auch ein neuer Teil einer neuen Reihe sein. Die Reihe hängt mit Küss mich und träum weiter zusammen: Die drei Freundinnen Ava, Jane und Poppy füllen die erste Reihe also die Sisterhood Diaries-Trilogie, Jane kommt mit Dev Kavanagh zusammen. Devlin hat noch drei Brüder und drei Schwestern, von denen einige noch nicht verheiratet sind. Und genau darum geht es in diesem Band: Ein Bruder von Devlin, Finn, findet in diesem Band eine Frau.

Insgesamt empfand ich Küss mich und träum weiter von Susan Andersen als sehr angenehm und kann es nur weiterempfehlen. Ein wirklich tolles Werk von Susan Andersen.

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Montagsfrage: 16. Juli 2018

Montagsfrage: Von manchen Buchreihen gibt es eine Comic-Version. Ist das etwas, das dich interessiert oder findest du es überflüssig?

Hallo ihr Lieben,

die heutige Montagsfrage möchte ich auf zweierlei Weise beantworten: Zum einen mag ich selbst zumindest Bildergeschichten ganz gerne und finde vor allem Mangas sehr toll. Ich lese Detektiv Conan sehr gerne und plane in den nächsten Monaten sogar ein Re-read, wobei wohl noch einige Monate ins Land ziehen werden bis ich dazu komme. Zum anderen habe ich vor etwa 5 Jahren oder so in einer Bibliothek Comics von Klassikern gesehen. Ich weiß gar nicht mehr genau, was da alles dabei war, aber das hat mich total fasziniert, denn so etwas kannte ich bis dahin noch gar nicht. Wie Buchfresserchen schon andeutet, gibt es ja Menschen, die nicht gerne lesen und ich denke, dass solche Bildergeschichten dafür sorgen, dass auch solche Menschen eine niederschwellige Möglichkeit haben, Bücher zu lesen und somit einen Zugang zu solchen zu bekommen. Was haltet ihr denn davon? Mögt ihr solche Bildergeschichten?

Liebe Grüße
Vanessa

Adventskalender 2017

Frohe Weihnachten

Hallo ihr Lieben,

das war also der diesjährige Adventskalender. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß damit und habt die verschiedenen Bücher als ausreichend abwechslungsreich empfunden, denn ich habe versucht für jeden Geschmack etwas zu veröffentlichen. Ich hoffe, Ihr habt ein wunderschönes, nicht allzu ruhiges aber erholsames Weihnachtsfest mit Euren Lieben.

Liebe Grüße und frohe Weihnachten

Vanessa

Adventskalender 2017 ·Frankenstein von M. Shelley

Inhaltsangabe: Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelley

Der Roman Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelley behandelt die Geschichte von dem Wissenschaftler Frankenstein, der einem Freund auf einem Schiff seine Geschichte erzählt. Dieser Freund schreibt seiner Schwester die Geschichte, die auf diesem Wege erzählt wird: Der Freund erzählt, dass er in seinem Laboratorium ein Monster aus Leichenteilen schafft, dies dauert fünf Monate, und obwohl es ihn manchmal selbst ekelt was er da tut, macht er weiter. Als er endlich fertig ist, wird er schwerkrank und wird von einem Freund gepflegt. Auf einmal erhält er einen Brief, dass sein Bruder gestorben ist. Er wurde ermordet! Als er zurück nach hause kommt, steht plötzlich sein Monster vor ihm: Er hatte den Jungen ermordet, aber er erzählt ihm auch noch wie er den Winter verbrachte. Frankenstein war geflohen und wurde von den Menschen sehr schlecht behandelt. Sie schreien und schlagen ihn und verjagen ihn damit. Er kommt zu einem ärmlichen Bauernhof mit seinen Beschützern, welche nichts von ihm wissen. Dort wohnt er für einige Monate im Schuppen, und erhält von seinen Menschen hin und wieder etwas zu essen, da er von ihnen stiehlt. Er versteht die menschliche Sprache nicht, möchte sie aber lernen, auch davon, dass der Sohn, Felix, seinem Vater etwas vorliest, ist er fasziniert, weshalb er dies auch lernen möchte. Frankenstein verrichtet heimlich in der Nacht kleinere Dienste für die Familie, als er sich ihnen aber offenbart, wird er vom Sohn verjagt, dessen Schwester und seine Frau erleiden einen schweren Schock, der Vater wird schwerkrank. Frankenstein wandert weiter zu seinem Erschaffer, und offenbart sich ihm. Er fordert eine Gefährtin, denn er sei nur so brutal, weil er von den Menschen so schlecht behandelt würde. Diese Brutalität wäre vorbei, wenn er eine Gefährtin hätte, die keine Angst vor ihm hat und ihn mag und schätzt und mit ihm Zeit verbringt. Sein Erschaffer Viktor Frankenstein bringt es aber nicht über sein Herz noch so ein Monster zu erschaffen, deshalb straft ihn sein Monster und tötet viele seiner Familienmitglieder. Viktor Frankenstein will sich an ihm rächen und jagt ihm hinterher. Dabei trifft er auf seinen Biographen, der mit einem Schiff Richtung Nordpol fährt. Viktor Frankenstein stirbt auf der Fahrt, die Mannschaft kehrt um, weil diese Angst um ihr Leben hat, der Erschaffer stirbt ohne zu wissen, ob sein Monster noch lebt oder nicht. Am Ende verabschiedet sich das Monster von seinem toten Schöpfer und von Walton.

Adventskalender 2017 ·Frankenstein von M. Shelley

Rezension: Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelley

Die Inhaltsangabe zum Roman Frankenstein von Mary Shelley findet ihr oben.

Ich musste ganz ehrlich sagen, dass ich dachte – man hatte ja von Frankenstein zuvor schon gehört – , dass der Erschaffung des Monsters eine viel größere Stellung im Roman eingeräumt wird. Aber natürlich sind auch die anderen Dinge, die geschildert werden, wichtig und interessant. Denn Frankenstein ist am Anfang des Romans wie ein Kind noch ein unbeschriebenes Blatt. Er muss sich in der Welt erst zurecht finden, denn er wird von seinem Schöpfer, wenn auch unwillentlich, verlassen. So ist Frankenstein ganz auf sich selbst gestellt und so muss er lernen, wie Menschen zu ihm stehen. Er lernt sprechen und versteht erst nach und nach warum er sich verhält wie er sich verhält und erst als er sich einmal im Spiegel gesehen hat und die Menschen, die er als seine Beschützer ansieht, sieht, welche viel schöner und ästhetischer aussehen, versteht er, warum er von den Menschen gemieden wird und diese sogar Angst vor ihm haben und ihm wehtun und ihn verjagen. Dieses Lernen ist natürlich sehr interessant, und man merkt schnell, dass Frankenstein in seine Rolle als Monster von den Menschen und der Gesellschaft gedrängt wird, denn von einem Menschen, der ihn nicht sieht, da er blind ist, wird er als Fremder zumindest gastfreundlich aufgenommen und er unterhält sich ohne Angst mit ihm. Daran wird deutlich, dass der Ausschluss aus der Gesellschaft erst durch das Verhalten der Menschen geschieht und dass dieser Ausschluss schnell zu einer Eskalation führt, ist eigentlich auch klar, denn Frankenstein konnte nie eine andere Moral lernen als diese, die an ihm geübt wird und das ist nun mal keine freundliche und menschliche Moral. Er merkt, dass er trotz seiner guten Taten, die er an seinen Beschützern verübt, dennoch bestraft wird, dabei hatte er zu diesem Zeitpunkt nichts getan, außer anders zu sein beziehungsweise anders auszusehen als normale Menschen. Auch dass das Monster sein eigenes Verhalten reflektiert betrachtet, fand ich ziemlich gut.

Was ich irgendwie tragisch fand, war, dass alle möglichen Charaktere gestorben sind, obwohl sie eigentlich gar nichts getan hatten, so zum Beispiel Justine, Wilhelm, etc.

Alles in allem kann ich nachvollziehen warum der Roman „Frankenstein“ von Mary Shelley so hochgelobt wird, denn aus ehtisch-moralischer Sicht fand ich ihn auf jeden Fall sehr bemerkenswert. Leider wird der Stoff oftmals verfälscht und das was man von Frankenstein hört, klingt nach einem brutalen Monster, diese Annahme kann ich nicht bestätigen. Ich hatte eher Mitleid mit ihm, wobei ich den Roman natürlich dennoch sehr gerne weiterempfehle.

Adventskalender 2017 ·Der abenteuerliche Simplicissimus von H. J. Ch. von Grimmelshausen

Inhaltsangabe: Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Das Werk der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von H.J.C. Von Grimmelshausen ist in sechs Bücher aufgeteilt, die jedes etwa 100 Seiten umfassen (zumindest in meiner Ausgabe). Meine Inhaltsangabe und Rezension beschränken sich auf die ersten drei Bücher.

Erstes Buch: Simplicissimus lockt aus Versehen Soldaten an, welche den Hof seiner Eltern überfallen, die Eltern quälen, die Frauen vergewaltigen und alles in Schutt und Asche setzen. Von nun an muss der zehn-Jährige für sich selbst sorgen und so kommt er zu einem Einsiedler, der sich um ihn kümmert und ihn sogar im Lesen und Schreiben unterrichtet, als der Einsiedler stirbt, bleibt Simplici noch eine Zeit alleine im Wald bis er sich an einen Freund seines Vaters, des Einsiedlers, wendet. Dieser kann ihm allerdings nicht helfen, da sein Dorf im 30-jährigen Krieg angegriffen und ausgeplündert wurde. Simplici will eigentlich zurück in die Einsiedelei, allerdings entscheidet er sich, nachdem seine Hütte überfallen und geplündert worden war, doch weiterzuziehen. Er kommt nach Hanau, wo sich herausstellt, dass er der Neffe des Gouverneurs wird, dessen Gunst er allerdings nach kurzer Zeit wieder verliert, sodass er als Narr verkleidet herumlaufen soll.

Zweites Buch: Simplicissimus wird von kroatischen Soldaten aufgegriffen mit denen er rum zieht und kommt nach einem Hexentanz und der Tatsache, dass er allen möglichen Menschen mit seinem gruseligen Kostüm Angst einjagt, nach Magdeburg, wo er Ulrich Hertzbruder kennenlernt, der ihm ein guter Freund wird. Simplici kommt in ein Kloster.

Drittes Buch: Simplicissimus wird ein Jäger und begeht als dieser allerlei Schlechtes und Untaten. Er verdient gut bei seinen Plünderungen und kommt sogar zu Ruhm, allerdings kommt ein Jäger in die Nachbarschaft, wobei der Jäger schnell seine Schandtaten wieder einstellt, da Simplicissimus als der Jäger von Soest ihn bedroht.

Adventskalender 2017 ·Der abenteuerliche Simplicissimus von H. J. Ch. von Grimmelshausen

Rezension: Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Die Inhaltsangabe zum Abenteuerroman Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen findet ihr oben.

Simplicissimus, obwohl sehr naiv und nicht besonders klug, schafft es irgendwie immer sich durchzuschlagen. Er wird verhaftet und wird wieder freigelassen und das mehrfach! Er schafft es trotz einer fehlenden Bildung bei dem Einsiedler unterzutauchen, dieser nimmt ihn nicht nur auf und versorgt ihn, sondern bringt ihm sogar noch Schreiben und Lesen bei, was damals noch nicht alltäglich war. Dieses Wissen bringt ihn später noch öfter weiter und er wäre sicher auch dazu in der Lage einem anderen Beruf nachzugehen, was er allerdings nicht tut. Er lebt zwar gut, aber irgendwie dennoch jenseits des Gesetzes. Diese leichtlebige Lebensweise ist auf der einen Seite ziemlich beeindruckend, denn Simplicissimus überlebt irgendwie alle Widrigkeiten, auf der anderen Seite, kann ich diese Lebensweise aus heutiger Sicht nicht unterstützen, denn er begeht allerlei Verbrechen. Natürlich wäre auch der Aspekt des 30-jährigen Krieges in diesem Kontext zu nennen, da er wegen diesem die Möglichkeit hat, so zu leben wie er lebt.

Der 30-jährige Krieg ist natürlich auch ein Aspekt aus dem man den Roman betrachten sollte, denn natürlich werden Dinge geschildert, die zeigen wie der 30-jährige Krieg die Leben der Menschen damals beeinflusste. Auch die Verweise auf richtige Persönlichkeiten, die damals lebten, ist sehr interessant. So wird zum Beispiel auf Ramsay verwiesen, welcher als Gouverneur in Hanau arbeitete und damals schwedischer Kommandant in Hanau war (Quelle: Wikipedia). Ja, ich habe Wikipedia an dieser Stelle befragt, was daran liegt, dass ich mich leider in der Geschichte der damaligen Zeit nicht so gut auskenne. Außerdem habe ich gelesen, dass der Autor viele persönliche Dinge in den Roman einfließen lässt, so sind der Name von seinem Protagonisten und sein eigener Name Anagramme zueinander.

Die Sprache ist natürlich dem Alter gemäß, wurde der Roman Ende des 17. Jahrhunderts geschrieben und veröffentlicht.

Alles in allem ist der Abenteuerroman Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen ein Roman des 17. Jahrhunderts, was bei der Lektüre vorher klar sein sollte, allerdings ist der Roman natürlich dennoch lesenswert, denn er bringt viele wichtige Aspekte hervor, obwohl er Strecken hat, die natürlich nicht so spannend sind.