Was sich liebt, das küsst sich von R. Gibson

Rezension: Was sich liebt, das küsst sich von Rachel Gibson

Ich könnte natürlich auch bei diesem Liebesroman von Rachel Gibson darauf eingehen, dass sich das Goldmann-Team nicht so wahnsinnig große Gedanken darüber gemacht hat, ob das Cover zum Inhalt passt oder darüber ob der Titel irgendwas mit dem Inhalt zu tun hat oder auch nur wiederzuerkennen ist. Ich meine, ich lese die Bücher von Rachel Gibson wirklich gerne, aber nicht einmal ich kann mir merken welche der Bände ich schon gelesen habe. Das kann ja eigentlich nicht sein, oder? Eigentlich ist es doch eher schädlich für den Verlag, wenn er es seinen Lesern so schwer macht sich zu merken welche der Romane sie bereits gelesen haben. Der Originaltitel lautet „Nothing but Trouble“ und ich frage mich, ob der Titel „Nichts als Ärger“ schon vergeben war oder warum das Team diesen eigentlich total coolen Titel abgelehnt hat. Der Titel passt gut zum Inhalt und klingt auch in der deutschen Übersetzung ziemlich gut, finde ich.

Aber lassen wir diese beiden Dinge mal außen vor und beschäftigen uns mit dem Inhalt: Auch bei Was sich liebt, das küsst sich gilt wieder einmal, dass man den männlichen Protagonisten komplett austauschen könnte und man würde es nicht merken. Mark hat nichts, außer vielleicht seinen Verletzungen, was ihn irgendwie einzigartig, interessant oder wiedererkennbar macht. Ich weiß übrigens selbst nach dem Lesen nicht einmal wie der Mann eigentlich aussehen soll. Klar, er ist gutaussehend und durchtrainiert, aber das sind die Protagonisten bei Rachel Gibson ja alle.

Chelsea ist eigentlich ziemlich cool, weil sie offen mit Mark über ihre Probleme spricht und ihre Wünsche und Träume offenbart. Meint ihr, er hätte ihr erzählt, dass er in den letzten Monaten keinen mehr hochgekriegt hat und deshalb wie ein Mönch gelebt hat? Nein. Aber sie erzählt von ihren körperlichen Unzulänglichkeiten, von den Problemen mit ihrer Schwester und von ihrem Traum, eine große Schauspielerin zu werden (nicht wegen des Ruhmes oder zumindest nicht nur, sondern auch und vor allem, weil sie es liebt, in andere Rollen zu schlüpfen). Sie wird mal anders beschrieben wie die Frauen, die in der Reihe vorher Protagonistinnen waren. Chelsea ist eher klein, hat aber auch ansonsten wohl eine ziemlich schöne Figur, wenngleich ihre Haare grauenvoll aussehen, weil sie sie irgendwie seltsam gefärbt hat.

Aber dann kam das Ende: Mark schlägt vor, dass sie nach Los Angeles zurückzieht und er sie dort besuchen kommt, wenn er gerade kein Training hat und sie kommt ihn besuchen, wenn sie gerade nicht dreht. So könnten sie beide ihren Träumen nachgehen und gleichzeitig zusammen sein. Aber das möchte Chelsea nicht. Stattdessen bleibt sie lieber in Seattle und begräbt ihren Traum von der Schauspielerei. Ich kann ja verstehen, dass sie nicht so lange von Mark getrennt sein möchte, aber statt dass der Erzähler irgendeine fiktive Möglichkeit von wegen „Sie schauspielert dann einfach erfolgreich in Seattle, weil dort auch Werbung oder vielleicht sogar Serien gedreht werden“ zu erfinden, wird das einfach unter den Teppich fallen gelassen. Obwohl Chelsea sich sogar in Seattle – schon für ihren 3-monatigen Aufenthalt – um eine Agentur bemüht hatte, die ihr in der Zeit vielleicht kleinere Rollen vermitteln könnte.

Das klingt jetzt alles ziemlich negativ, aber ich mochte den Roman eigentlich ganz gerne, auch wenn es natürlich einiges zu kritisieren gibt. Alles in allem ist Was sich liebt, das küsst sich von Rachel Gibson ein Roman mit vielen Schwächen, aber dennoch mag ich die Leichtigkeit der Liebesroman der Autorin. Ich weiß schon worauf ich mich einlasse, wenn ich eines ihrer Bücher anfange zu lesen und ich weiß schon ziemlich genau wie der Roman enden wird. Dennoch kann ich Was sich liebt, das küsst sich nur sehr eingeschränkt empfehlen, weil mir dieser Roman eben einfach ein paar Makel zu viel hatte.

Montagsfragen

Montagsfrage: 11. Mai 2020

Montagsfrage: Wie steht ihr zu Kurzgeschichten?

Hallo ihr Lieben,

Antonia will heute wissen wie wir zu Kurzgeschichten stehen. Ich bin mir bei solchen Fragen nie sicher, ob die englischen Kurzgeschichten also Short Stories gemeint sind oder einfach nur kurze Geschichten, aber wie dem auch sei, da ich da auch beim Lesen keinen Unterschied mache, kann ich die Frage sehr gut beantworten: Ich mag das, was für mich Kurzgeschichten sind. Ich mag es beispielsweise von Sir Arthur Conan Doyle oder Agatha Christie die kürzeren Geschichten zu lesen und mache daraus ja auch ganz gerne Projekte. Von Conan Doyle habe ich tatsächlich noch nicht mal einen Roman gelesen, obwohl er zumindest ein paar auch geschrieben hat. Bei Christie mag ich es einfach, dass ihr recht umfangreiches Romanwerk noch durch Kurzgeschichten ergänzt wird.
Wie steht es bei euch? Macht ihr eine Unterscheiden und wenn ja, welches der Subgenres mögt ihr am liebsten?

Liebe Grüße
Vanessa

Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Das blaue Karfunkel von Sir Arthur Conan Doyle

In der Kurzgeschichte das blaue Karfunkel von Sir Arthur Conan Doyle werden Holmes eine Gans und ein alter Hut gebracht, mit deren Hilfe er herausfinden möchte, wer der Besitzer der Gans war, denn in dieser wurde ein blauer, funkelnder Diamant gefunden. Watson ist sich sicher, dass nicht einmal sein genialer Freund, herauszufinden vermag, wer der Besitzer des Hutes war. Doch da hat sich Watson getäuscht, denn Holmes hat schon herausgefunden, dass der Besitzer früher einmal Geld gehabt hatte, in den letzten drei Jahren aber recht herunter gekommen ist. Er ist außerdem ein kluger Mann, denn der Zylinder ist recht groß und es sind blaue Tintenflecken darauf. Außerdem werden auf dem Hut die Initialen HB gefunden. Watson und Holmes schreiben aus, dass sie einen Hut und eine Gans gefunden haben, und sich der Besitzer bei ihnen melden soll. Der Mann, Henry Baker, kommt zu ihnen und nimmt den Hut und die neue Gans entgegen. Als Holmes ihm sagt, dass die eigentliche Gans gegessen wurde und dies nur ein Ersatz ist, damit die andere Gans nicht verdirbt, ist der Mann damit sofort einverstanden, sodass sie ahnen, dass er von dem blauen Diamanten nichts wusste. Von ihm wissen sie, wo er die Gans herhat, sodass sie sich auf die Spur des Diamanten machen. Dieser wusste anscheinend auch nichts von dem Diamanten, sagt ihnen aber – nachdem Holmes ihn überlistet hat – von welchem Hof er die Gänse hat. Holmes und Watson finden heraus, dass der Bruder der Gänsewirtin ihm eine Gans versprochen hat. Er kam kurz bevor die Gänse abgeholt wurden zu ihr und versteckte einen Stein in einer der Gänse; diese wurde aber unmittelbar danach abgeholt, sodass der Stein verschwunden war. Der junge Mann, Ryder, muss sich die Gans zurückholen, wird aber von Holmes gestellt. Sherlock Holmes sagt dem jungen Mann, dass er ihn, da dieser um Gnade bittet, verschont und keine Anzeige bei der Polizei erstattet, allerdings müsse der Stein zurückgegeben werden.

Diese Kurzgeschichte spielt hauptsächlich in der Wohnung von Sherlock Holmes. Er bekommt den Hut und die Gans und findet dabei den Edelstein, sodass er nun herausfinden möchte, wem dieser Hut und die Gans und damit vielleicht auch der Edelstein gehörte. Da es sich dabei um Diebesgut handelt, ist es schon wichtig, dass dieser zurück zu seinem Besitzer findet. Erst im zweiten Teil der Geschichte machen sich Holmes und Watson auf den Weg um den Fall genauer zu untersuchen, da sie die Informationen, die ihnen zugetragen worden waren, bereits verarbeitet hatten und ihre Schlüsse daraus gezogen hatten. Um weiterzukommen, müssen sie neue Informationen sammeln.

Was mich massiv gestört hat, an dieser Geschichte, war die Unwahrscheinlichkeit. Natürlich gab es Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht so viele Menschen in London, aber es werden dennoch so viele gewesen sein (laut Wikipedia etwa 6,7 Mio. am Ende des 19. Jahrhunderts), dass man nicht alle Einwohner kennen konnte und dass es schwierig ist überhaupt einen anhand von ein paar Hinweisen, die ein Hut einem offenbar, zu finden. Diese Ungereimtheit gefiel mir gar nicht und ich habe mich wirklich daran gestört, weil Holmes durch so etwas immer wirkt wie ein Zauberer.

Weiterhin gefällt es mir nicht so gut, dass Holmes seine eigenen Regeln macht. Er hält sich nicht an Recht und Gesetz und lässt den Dieb hier wieder nicht verhaften; natürlich kann ich seine Beweggründe verstehen, aber ich empfinde es als willkürlich und deshalb finde ich es schwer, dieses Haltung zu unterstützen

Insgesamt bringt Das blaue Karfunkel von Sir Arthur Conan Doyle eine gekonnte Mischung aus Informationen sammeln und Informationen verwerten, allerdings fehlte mir die Plausibilität ein bisschen, sodass ich diese Geschichte eher schwächer finde und somit nicht wirklich weiterempfehlen kann.

Im Tal der Hoffnung von S. Ziegler

Inhaltsangabe: Im Tal der Hoffnung von Silke Ziegler

In dem Kriminalroman Im Tal der Hoffnung von Silke Ziegler geht es um Coralie Beladier, die von einem Mörder und Vergewaltiger, entführt und vergewaltigt wird. Jahre später hat sie sich eine neue Existenz aufgebaut. Sie lebt gemeinsam mit ihren Tieren auf einem abgelegenen Grundstück, hat den Kontakt zu den meisten Menschen abgebrochen, ihr Studium nach der Entführung nicht weitergeführt und versucht im allgemeinen diese schrecklichen Monat, die sie in der Gewalt des Monsters war, zu vergessen.

Jahr um Jahr wird wieder eine Psychologiestudentin in Montpellier entführt. Die Polizei ermittelt, findet aber keine Hinweise bis Tage, Wochen oder sogar erst Monate später die Frau wieder auftaucht; tot. Adèle Nélard verschwindet von einer Uni-Feier und ihr Vater, ein bekannter Psychologe, bittet Raphaël Dumont, einen Privatdetektiv, um Mithilfe. Raphaël hat früher als Polizist gearbeitet, möchte nun aber effektiver sein und arbeitet deshalb als Privatdetektiv. Nachdem er in den letzten Monaten nur Fremdgeher und Ehebrecher überwachen durfte, ist er froh, dass nun einen anderen Fall bekommt.

Parallel bittet Raphaëls Exfrau ihn, dass er die beiden jugendlichen Kinder für eine Woche nimmt, da sie kurzfristig eine Einladung für eine Konferenz in der Hauptstadt erhält. Von nun an muss Raphaël also beides unter einen Hut kriegen, ist aber sehr froh, mal wieder ein bisschen mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen zu können.

Raphaël wird schnell klar, dass ein Gespräch mit Coralie, die immerhin vor 8 Jahren entführt wurde, unerlässlich ist, denn sie ist und bleibt das einzige Opfer, das jemals überlebt hat. Die Frage, warum der Täter sie freigelassen hat, bleibt auch nach einem ersten Gespräch mit Coralie, da sie ihn aufgebracht wegschickt. Coralie will mit ihrer Vergangenheit nichts zu tun haben, doch als Raphaël ihr anbietet, dass sie an dem Fall aktiv mitarbeiten könnte und sich so selbst befreien kann, wenn sie an der Verhaftung mitarbeitet, überlegt sie es sich anders. Sie fährt nach Montpellier und hilft Raphaël bei den Ermittlungen. Gemeinsam finden sie neue Ansätze und Hinweise und kommen so dem Mörder immer näher; der ihnen aber auch näher ist als die beiden ahnen.

Im Tal der Hoffnung von S. Ziegler

Rezension: Im Tal der Hoffnung von Silke Ziegler

Im Tal der Hoffnung von Silke Ziegler ist ein Kriminalroman, der in Südfrankreich spielt. Der Krimi ist insofern interessant als dass er immer wieder die Perspektive wechselt. Zum einen erfahren wir von Adèle Nélard und ihrem Gefängnis, wir lesen von Raphaël Dumont und seinen Ermittlungen, die er zusammen mit Coralie durchführt. Aber auch davor erfahren wir schon von Coralie, da der Leser im Prolog von ihrer Gefangenschaft liest und somit direkt in die Thematik eingeführt wird. Darüber hinaus erfahren wir aber auch noch etwas über die Innenperspektive des Mörders; später stellt sich heraus, dass es sich scheinbar um Auszüge aus einem Roman handelt, dennoch stellt dieser die Innensicht des Mörders wohl ziemlich gut dar.

Abgesehen von diesen verschiedenen Perspektiven, behandelt der Roman auch die Umgebung und die Stadt Montpellier, wobei es sich nicht um einen Regionalkrimi handelt wie man sie heute häufig kennt (und ich sie ja auch schon gelesen und hier rezensiert habe). Obwohl einzelne Ecken von Montpellier beschrieben werden, würde man wohl nichts wieder erkennen und auch Sehenswürdigkeiten werden nicht erwähnt; dennoch kann man diesen Roman auch gut als Urlaubslektüre lesen.

Raphaël Dumont und Coralie Beladier haben mir als Figuren sehr gut gefallen und ich würde gerne noch weitere Abenteuer der beiden lesen. Was für mich etwas unrealistisch zu lesen war, war Coralies Meinungsänderung. Seit 8 Jahren versteckt sie sich und will mit niemandem über ihre Traumata sprechen, dann kommt Raphaël und sie beschließt nicht nur, mit ihm zusammenzuarbeiten, sich ihm zu öffnen, sondern auch noch mit ihm zu schlafen und eine Liebesbeziehung mit ihm anzufangen. Wie kann eine hochtraumatisierte Frau solch eine Entscheidung von heute auf morgen treffen? Kann sie ja eigentlich nicht; dafür wäre aber Coralies Innensicht an der ein oder anderen Stelle noch wichtig gewesen und hat mir hier ein bisschen für die Plausibilität gefehlt.

Schade fand ich auch, dass der Krimi so lange braucht bis er Fahrt aufnimmt. Das jüngste Opfer, Adèle, befreit sich sogar selbst. Weder die Polizei noch Raphaël haben etwas ausrichten können. Dennoch wird ständig nur in eine Richtung ermittelt und es kommen auch recht wenig Hinweise zusammen. Wobei das wohlgemerkt auch an der Art der Geschichte liegt: Wenn da über etwa 10 Jahre keine heißen Spuren kamen, wie soll die Polizei dann heute auf einmal etwas finden; wohlgemerkt wenn auch abgesehen von Adèles Entführung keine neuen Verbrechen passiert sind.

Noch ein Hinweis für diejenigen, denen die Leseprobe oder der Klappentext zu brutal erscheint: Der Krimi ist zwar nichts für zarte Nerven, aber richtig brutal ist er eigentlich nicht. Man darf sich nicht zu viel vorstellen und wer eine rege Phantasie hat, sollte diese auf Sparflamme einsetzen, aber richtig expliziert wird eigentlich wenig von den Verbrechen.

Insgesamt hat mir Im Tal der Hoffnung von Silke Ziegler wirklich gut gefallen und ich empfehle diesen Frankreich-Krimi gerne weiter.

Montagsfragen

Montagsfrage: 04. Mai 2020

Montagsfrage: Verschenkt ihr Bücher auch, wenn ihr sie selbst nicht gelesen habt?

Hallo ihr Lieben,

Antonia will diese Woche wissen, ob wir auch Bücher verschenken, die wir nicht selbst gelesen haben und die Antwort lautet definitiv: Ja.
Dabei gibt es aber bei mir verschiedene Varianten, wann ich Bücher verschenke, die ich nicht selbst gelesen habe: Zum einen sind da natürlich Sachbücher, die sich jemand zu seinem Hobby oder zu Interessethemen wünscht und die ich dann vorher nicht lese. Dann gibt es natürlich noch die Romane, die sich meine Familie und Freunde wünsche, in die ich auch nicht reinlese. Darüber hinaus gibt es auch noch Menschen, denen ich Bücher schenke, von denen ich ausgehe, dass sie ihnen gefallen. Da diese Menschen aber häufig ganz andere Genres lesen als ich, ergibt es einfach keinen Sinn sie vorher zu lesen und danach dann ggf. zu entscheiden, ob derjenige sie mögen könnte. Aber natürlich gibt es auch Bücher, die mir gut gefallen, und bei denen ich mir denke, dass ich sie gerne verschenken würde. Da gibt es dann häufig das Problem, dass wenige meiner Bekannten meine Genres und Autren gerne lesen und so ein „Lieblingsbücher weiterverschenken“ schwierig wird.
Wie ist das bei euch?

Liebe Grüße
Vanessa

SuB-Experiment Buch auf Bewährung

Abschlusspost SuB-Experiment Buch auf Bewährung

Hallo ihr Lieben,

mein Sub-Experiment ist nun vorbei und ich habe die sechs Bücher angelesen. Obwohl ich nach dem Anlesen der ersten beiden Bücher dachte, dass es irgendwie alle Bücher auf meinen Sub schaffen würden, sind es dann doch nur vier geworden.

Darktown von Thomas Mullen hat es nicht auf meinen Sub geschafft, obwohl es bestimmt ein toller Roman ist, mir aber am Anfang einfach viel zu wenig passiert ist. Und Georges Simenon ist ein sehr produktiver Autor gewesen und weil ich Krimis gerne mag, hatte ich gehofft, dass mir auch dieser Roman gefallen würde, aber Das blaue Zimmer war mir zu unstrukturiert und wirr.

Dafür haben es aber auch vier tolle Bücher auf meinen Sub geschafft, die ich inzwischen sogar teilweise bereits gelesen habe. Die Kinder- und Jugendbücher Mister Pock und die blaue Echse von Dana Haralambie und Kings & Fools 5: Vermisste Feinde von Natalie Matt und Silas Matthes sind ebenso auf meinen Sub gewandert wie die beiden Krimis Bis ihr sie findet von Gytha Lodge und Im Tal der Hoffnung von Silke Ziegler.

Fraglich ist jetzt, ob das Sub-Experiment erfolgreich war, oder nicht. Das ist aber wirklich schwierig. Ich habe ein paar der Bücher bereits gelesen, darunter beispielsweise Im Tal der Hoffnung. Dieser Krimi klang schon nach etwa 20 Seiten sehr gut und ich habe den Rest ebenso verschlungen und möchte jetzt auch noch weitere Bücher der Autorin lesen. Mister Pock und die blaue Echse von Dana Haralambie habe ich auch schon gelesen. Ich war nach den ersten 20 Seiten relativ skeptisch und das hat sich auch bis zum Ende nicht gelegt. Das Buch war nicht schlecht, hat mich aber auch nicht vom Hocker gerissen. Das scheint ja darauf hinzuweisen, dass man schon nach etwa 20 Seiten weiß, ob einem ein Buch gefallen wird oder nicht, was auf jeden Fall eine interessante Beobachtung ist.

Insofern war mein Sub-Experiment natürlich erfolgreich, leider werde ich aber auch nicht erfahren, ob es die richtige Entscheidung war, einige Bücher nicht zu lesen und mich gegen sie zu entscheiden. Das heißt natürlich, dass ich nur beobachten kann, dass die Auswahl, die ich getroffen habe, für mich gut war, aber ich eben nicht weiß, ob die Bücher, die ich ausgeschlossen habe, nicht auch des Lesens wert gewesen wären.

Was haltet ihr von einem solchen Experiment?

Liebe Grüße

Vanessa

Die Tochter des Uhrmachers von K. Morton

Inhaltsangabe: Die Tochter des Uhrmachers von Kate Morton

In dem Roman Die Tochter des Uhrmachers von Kate Morton geht es um in der Hauptsache (zumindest für mich) zwei Frauen: Elodie Winslow und Albertine „Birdie“ Bell. Die Geschichte springt in verschiedenen Zeiten und so ist es nicht so leicht die Geschichte von vorne zu erzählen, deshalb versuche ich es mal chronologisch:

Der Roman behandelt zuerst die Kindheit von Albertine Bell, die von ihrem Vater, dem Uhrmacher, Birdie genannt wird und in der Mitte des 19. Jahrhunderts geboren wurde. Ihr Vater wollte, nach dem Tod der Mutter, nach Amerika reisen, um dort sein Glück zu machen. Seine Tochter gab er in die Obhut einer Frau, die sich um verwaiste Kinder kümmert und diese für sich stehlen lässt; er möchte sie nachholen, sobald er in Amerika Fuß gefasst hat.

Nach kurzer Zeit bei dieser Frau stirbt Lily Millington, eine Freundin von Albertine. Fortan nimmt Albertine den Namen von Lily an: Lily wartet bis kurz vor ihrem 18. Geburtstag darauf, dass ihr Vater sich endlich meldet, was er aber nicht tut. In der Zwischenzeit verdient sie Geld, indem sie reiche Damen in öffentlichen Verkehrsmitteln bestiehlt oder sich verläuft, um sich von reichen Männern helfen zu lassen und sie dabei zu bestehlen. Eines Abends lernt sie bei einer der Aktionen den jungen Maler Edward Redcliff kennen.

Edward ist hingerissen von der schönen Fremden und so möchte er sie malen. Nach dem ersten Bild will er noch ein zweites von ihr malen, und er entlohnt sie beziehungsweise ihre angebliche Familie dafür. Lily und Edward verlieben sich ineinander, obwohl er noch mit einer anderen Frau verlobt ist. Als Edward mit Lily, ein paar Freunden, seiner etwa 10 Jahre jüngeren Schwester Lucy und einer weiteren Schwester nach Birchwood Manor, seinem Landhaus, aufbricht, erwartet die Künstler eigentlich ein schöner Sommer. Kurz zuvor hatte Edward seine Verlobung gelöst, doch plötzlich steht seine Ex-Verlobte in Birchwood Manor und will die Trennung nicht einsehen. Lily zieht sich zurück und sucht nach Lucy, die zuvor ins Haus gelaufen war. Als plötzlich Martin, Lilys angeblicher Bruder und der leibliche Sohn ihrer Ziehmutter, in der Villa steht und ihr sagt, dass sie ihren Betrug schneller über die Bühne bringen soll und anfängt auszurasten, schlägt Lucy den Eindringling nieder. Sie versteckt Lily in einem alten Priesterversteck und versteckt sich selbst.

Nach dem Tod von Edward bittet er seine jüngere Schwester Lucy im Testament in dem Haus ein Mädcheninternat einzurichten. Lucy war schon immer sehr wissbegierig und so wird sie für viele junge Mädchen ein Vorbild sein und diese beeinflussen. Lucy richtet sich in dem Haus ein und lernt dort beispielsweise ein junges Mädchen kennen. Dieses Mädchen wird später Archäologin und lernt den kleinen Pip (?) kennen. Pip ist der Großonkel von Lauren, die eine Tochter bekommt: Elodie Winslow. Pip hat in seiner Zeit in Birchwood Manor eine unsichtbare Freundin: einen rothaarigen Geist. Diese Freundin erzählt ihm offenbar eine Geschichte, die er dann an seine Nichte weitergibt. Die diese Geschichte dann wiederum an ihre Tochter, Elodie, weitergibt.

Elodie arbeitet in einem Archiv, in dem sie einen Skizzenblock findet. Der Skizzenblock zeigt ein altes Haus, das sie an die alte Geschichte ihrer Mutter erinnert. Da ihre Mutter seit 25 Jahren tot ist, muss sie nun selbst recherchieren. Während ihrer Hochzeitsvorbereitungen findet sie parallel noch einiges über Birchwood Manor heraus. Aus Neugier fährt sie zur Villa und lernt dort Jack kennen. Der sucht dort nach einem wertvollen Diamanten für eine Auftraggeberin aus Australien. Jack und Elodie kommen ins Gespräch und merken, dass sie beide sich eigentlich gar nicht so unsympathisch finden…

Die Tochter des Uhrmachers von K. Morton

Rezension: Die Tochter des Uhrmachers von Kate Morton

Ich habe das Hörbuch zu Die Tochter des Uhrmachers von Kate Morton gehört. Deshalb möchte ich auch auf dieses Format eingehen. Aber erst einmal zur Handlung selbst:

Die Erzählerin ist – zumindest teilweise – der Geist von Birdie. Sie erzählt von den letzten etwa 150 Jahren, in denen sie in Birchwood Manor herumspukt und dort auf ganz verschiedene Menschen trifft. Sie erzählt die Geschichte des Hauses, deren Teil sie geworden ist und dreht somit die normale Wahrnehmung um. Normalerweise denken wir Menschen ja, dass ein Haus oder ein Ort für kurze (oder längere Zeit) eine Rolle in unserem Leben spielt, aber eigentlich ist es ja so, dass wir eine kurze Stippvisite in den Leben dieser Orte machen, weil das Haus oder der Ort vor uns dort war und auch noch nach uns dort sein wird (zumindest im Normalfall). Birdie springt in ihrer Erzählung immer wieder in den Zeiten und so wird die Geschichte sehr schnell ziemlich komplex, was natürlich auch noch durch das Medium verstärkt wird. So kommt es teilweise auch zu Fehlern, die es nicht leichter machen, zuzuhören und der Geschichte zu folgen. An einem Teil ist mir das besonders aufgefallen: Mitten in der Szene wechselt der Name plötzlich von Lennart zu Jack und wieder zurück. Das hat mich ziemlich irritiert und ich weiß nicht wie der Fehler in die Geschichte gekommen ist, da es sich ja auch um eine Kürzung handelt beim Hörbuch.

Schade fand ich auch, dass für mich noch einige Dinge ungesagt blieben: Ich hätte gerne, auch weil man am Anfang so viel über Elodie erfährt, noch erfahren, ob sie ihren Verlobten heiratet oder sich von ihm trennt, weil sie erkennt, dass sie ihn nicht liebt und er sie genauso wenig liebt. Aber das blieb offen, was natürlich auch seinen Reiz haben kann, aber irgendwie ist die Geschichte auf nichts zugelaufen. In den letzten etwa 20 Kapiteln des Hörbuchs hatte ich es schon befürchtet, aber die Geschichte hätte ein Ende gebrauchen können oder zumindest einige Fragen, die noch geklärt werden.

Die Charaktere haben wir eigentlich alle ganz gut gefallen. Vor allem Birdie ist ziemlich sympathisch, weil man wirklich mit der Frau mitfiebert, einfach weil man sie so gut kennenlernt. Man erfährt ja nicht nur von ihren ersten 17 Lebensjahren, sondern darüber hinaus auch noch von den darauf folgenden etwa 140 Jahren. Auch hier handelt sie ja und erzählt ihre Geschichte, was sie noch sympathischer macht. Elodie ist auch ziemlich sympathisch. Man lernt sie am Anfang relativ gut kennen, sodass ich es besonders schade fand, dass sie später keine so große Rolle mehr spielte.

Kommen wir nun zu den Hörbuchspezifika: Das Hörbuch selbst ist von Esther Schweins eingesprochen. Ich mochte ihre Stimme unglaublich gerne, weil sie so ruhig klingt. Sie hat einfach eine total angenehme Stimme und machte das stimmlich auch ziemlich gut. Außerdem hat sie und vor allem ihre Stimme total gut zu der Figur gepasst; zumindest für mich. Ich würde wirklich gerne wieder ein Hörbuch von Esther Schweins hören.

Ich muss auch sagen, dass ich gar nicht direkt gemerkt habe, wo die Handlung gekürzt wurde, aber vielleicht wären einige meiner oben genannten Kritikpunkte weniger schlimm, wenn ich das Buch gelesen hätte? Vielleicht wurden einige Sachen, die mich am Ende noch interessiert hätte, einfach weggekürzt? Dazu kann ich leider nichts sagen, aber ich fand am Hörbuch selbst hat man es wirklich nicht gehört.

Darüber hinaus mochte ich auch die Form: Es handelt sich um zwei MP3-CDs, die in einem Umschlag stecken, dessen Cover der Printversion gleicht. Das Cover sah sehr hübsch aus und so hat mir auch das CD-Cover gut gefallen. Ich hätte mir hier noch eine kurze Nennung der Namen der Hauptfiguren gewünscht, weil es für mich unglaublich schwierig war herauszufinden, wie genau eine Figur geschrieben wird.

Insgesamt mochte ich das Hörbuch Die Tochter des Uhrmachers von Kate Morton unglaublich gerne und vor allem Esther Schweins Stimme konnte mich von diesem tollen Hörbuch überzeugen.

 

 

 

Ich danke dem DIANA Verlag und Random House Audio für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Leseaktionen

Gemeinsam Lesen #3

Hallo ihr Lieben,

es ist wieder Dienstag und das heißt inzwischen: Eine neue Folge Gemeinsam Lesen! Das wird nicht immer so pünktlich kommen (wenn überhaupt, aber man kann ja mal Ausnahmen machen). Nun aber zur ersten Frage:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade Das weiße Segel von Sergio Bambaren und bin auf Seite 266.

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„‘Wir sind jetzt wieder fünfzehnjährige verliebte Träumer‘, sagte Kate, ‚nur daß wir äußerlich älter erscheinen und eine größere Strecke Leben hinter und liegt.“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Die Bücher von Sergio Bambaren haben (zumindest diejenigen, die ich bisher von ihm gelesen habe) so eine ganz besondere Stimmung und transportieren alle eine tiefe Botschaft und sind unglaublich poetisch geschrieben; so ist es auch bei Das weiße Segel.

  1. Was denkst du über E-Books?

E-Books haben zwei Vorteile: Zum einen gibt es viele gemeinfreie Texte als kostenlose E-Books zum Herunterladen. Und zum anderen braucht man sich nicht entscheiden, was man genau im Urlaub lesen will, E-Books sind leichter (ob im Koffer oder um sie gemütlich auf der Couch zu lesen) und manche haben sogar Hintergrundbeleuchtung. Trotz all der Vorteile, nutze ich sie relativ selten, wenn aber, bin ich ziemlich begeistert.

Und was denkt ihr?

Liebe Grüße

Vanessa