Ein reizender Job für eine Frau von P. D. James

Inhaltsangabe: Ein reizender Job für eine Frau von P. D. James

Ein reizender Job für eine Frau ist der erste Teil der Dilogie um Cordelia Gray geschrieben von P. D. James.

Cordelia Gray arbeitet als Privatdetektivin eigentlich mit ihrem Partner Bernie Pryde gemeinsam in einer Detektei. Als er eines Tages Selbstmord begeht, bleibt sie alleine zurück, doch zuvor hat er sie noch ins Handwerk eingeführt und ihr alles beigebracht, was sie wissen muss, um die Detektei alleine weiterführen zu können. Außerdem vererbt er ihr eine Pistole und einige wenige Kugeln, die er nicht für den Selbstmord benutzt hat, damit sie diese zu ihrem Schutz verwenden kann.

Als sie noch am Tag der Beerdigung den Auftrag erhält den Selbstmord eines ehemaligen Studenten zu untersuchen, nimmt sie den Auftrag an. Eigentlich meint jeder, dass Cordelia die Detektei aufgeben sollte, denn als Frau wird sie wohl keine Detektivin sein wollen, doch sie wehrt sich dagegen; schließlich ist es alles, was sie gelernt hat.

Die Sekretärin und Haushälterin des Mikrobiologen und Koryphäe auf seinem Gebiet Ronald Callender beauftragt sie, den Selbstmord an Mark Callender zu untersuchen. Cordelia macht sich auf den Weg nach Cambridgeshire, wo der junge Mann gerade sein Studium abgebrochen hat um in einem Gartenhaus zu leben und als unterbezahlter Gärtner zu arbeiten. Zuerst befragt Cordelia die Familie für die er gearbeitet hat und die ihn auch gefunden haben. Sie erzählen ihm zwar alles, was sie wissen, was aber unter dem Strich nicht besonders viel ist. Sie haben ihn gefunden, nachdem er sich mit einem Gürtel im Gartenhaus erhängt hatte. Außerdem können sie einen Hinweis auf eine gutaussehende Freundin, die ihn kürzlich besucht hatte, geben.

Cordelia fährt an die Universität, denn sie findet es seltsam, dass ein junger Mann ohne die Angabe von Gründen sein Studium abbricht. Die Freunde, die er dort hatte, können ihr nichts dazu sagen, benehmen sich aber am Anfang ziemlich verdächtig und versuchen sie schnell wieder loszuwerden. Isabelle, Davie, Hugo und Sophie leben ihre Leben weiter und scheinen wenig bekümmert vom Selbstmord ihres Freundes, außerdem scheinen sie keinen Hinweis darauf geben zu können, wieso ihr Freund das Studium abgebrochen hat. Während Sophie, Marks Ex-Freundin, mit Davie zusammen ist, scheint Hugo so halb mit Isabelle zusammen zu sein, obwohl beide Frauen zuvor zumindest eine oberflächliche Beziehung mit Mark hatten. So scheint niemand Mark wirklich zu vermissen.

Cordelia zieht ins Gartenhaus und untersucht dort alles gründlich bevor sie sich einrichtet. Dabei stößt sie, genau wie der Polizist, auf einige Ungereimtheiten. Cordelia spricht mit dem Polizisten, der den Selbstmord untersucht hat, und der ihr auch einige Beweise mitgibt, da der Fall abgeschlossen ist. Er meint, dass ihm diese Ungereimtheiten ebenfalls aufgefallen sind, er den Fall aber dennoch nicht wieder aufrollt.

Neben einem abgedeckten Brunnen und einem Verfolger, erweckt ein seltsames Bild, das Cordelia im Garten findet, ihr Interesse. Als Cordelia in den Brunnen gestoßen und dieser erneut abgedeckt wird, spitzt sich die Lage zu. Wie soll sich die junge Frau aus dem Brunnenschacht befreien. Wieso gab es am Tatort so viele widersprüchliche Hinweise und weshalb will Ronald Callender offenbar doch nicht, dass Cordelia den Fall aufklärt?

Ein reizender Job für eine Frau von P. D. James

Rezension: Ein reizender Job für eine Frau von P. D. James

Ein reizender Job für eine Frau von P. D. James ist der erste Teil der Dilogie um Cordelia Gray, einer jungen Privatdetektivin.

Bei Ein reizender Job für eine Frau von P. D. James handelt es sich um den ersten Teil einer Dilogie, was wirklich sehr schade ist, weil es sich bei Cordelia um eine coole, mutige Ermittlerin handelt, die auch noch ziemlich jung ist. Solche Romane suche ich gerade und finde nicht so wahnsinnig viel, sodass ich auf diese Reihe von P. D. James, die man ja als recht bekannte Kriminalautorin kennt, gehofft hatte, bis ich gelesen habe, dass es leider nur zwei Bände mit Cordelia Gray gibt.

Für alle Leser:innen der Adam Dalgliesh-Reihe sei hier noch kurz erwähnt, dass Dalgliesh hier durchaus Erwähnung findet und am Ende sogar gar keine so kleine Rolle spiel. Auch Bernie, Cordelias Ex-Partner in der Detektei, kannte Dalgliesh, weil er für ihn gearbeitet hat und so könnte ich mir vorstellen, dass man als passionierter Adam Dalgliesh-Leser eventuell auch Bernie bereits kennt und etwas mehr zu ihm und seinem Charakter sagen kann. Ich kenne die Dalgliesh-Krimis nicht und hatte wirklich überlegt, ob ich diese noch lesen möchte, da ich P. D. James eigentlich ganz gut fand. Leider wurde er so unsympathisch dargestellt, dass ich derzeit nicht die geringste Lust habe einen Krimi mit ihm zu lesen.

Obwohl Cordelia ein eigentlich ganz cooler Charakter ist, war sie mir manchmal doch zu kaltschnäuzig. Richtig sympathisch ist mir die junge Frau leider über den gesamten Krimi nicht geworden, was vielleicht auch daran lag, dass es keinen Assistenten oder Partner gab, mit dem sie sich austauschen und so freundlich interagieren konnte. Cordelia lernt zwei viele Leute im Laufe der Ermittlungen kennen, doch natürlich kann sie sich auch mit Marks Freunden nicht anfreunden, denn auch diese könnten etwas mit seinem vermeintlichen Selbstmord zu tun haben. So fehlt eben immer jemand mit dem sie sich über den Stand der Ermittlungen austauschen kann, was ich sehr schade finde, weil es der Charakterbildung der Figur auch ganz gut getan hätte, finde ich.

Was mir aber ganz gut gefallen hat, war die solide Detektivarbeit, die Cordelia leistet. Sie ermittelt in alle Richtungen, befragt Leute, untersucht den Garten und das Gartenhaus, in dem Mark seine letzten Wochen verbracht hat und schließlich gestorben ist. Die Handlung selbst hat mir also ziemlich gut gefallen, obwohl es meiner Ansicht nach ziemlich viele Verwicklungen und falsche Fährten gab, was ich aber beispielsweise von Christie kenne und so auch zu schätzen weiß.

Ähnlich wie bei Christie (Poirot 33 Romane, Miss Marple 12 Romane) hat auch P. D. James eine große Reihe mit 14 Bänden mit dem Hauptermittler ihres Oeuvres Adam Dalgliesh und nur zwei Bände mit einer anderen, weiblichen Ermittlerin publiziert.

Die junge Ermittlerin stößt immer wieder auf Widerstände was ihren Beruf betrifft, obwohl manch meinen, dass sie als junge Frau vielleicht sogar besser ermitteln könnte als es ein männlicher, vielleicht sogar älterer Kollege könnte. Dennoch bekommt sie immer wieder gesagt, dass sie sowohl zu jung als auch zu weiblich sei für ihren Job. Der Titel offenbart ja dieses Problem, das im Krimi immer wieder aufgegriffen wird, ganz offensichtlich: Ein reizender Job für eine Frau. Und er spielt offenbar nicht nur auf den einen Fall, sondern auf ihre Detektivlaufbahn an sich an. Dass sich Cordelia gegen diese Rollenzuweisungen wehrt und ihren Job gut macht, obwohl sie selbst in Gefahr gerät (was einem anderen Ermittler genau so hätte passieren können), hat mir ausgesprochen gut gefallen und macht sie mir wieder deutlich sympathischer.

Insgesamt hat mir Ein reizender Job für eine Frau von P. D. James ganz gut gefallen und ich werde auch den zweiten Band der Dilogie noch lesen.

Turings Vermächtnis von A. Endler

Inhaltsangabe: Turings Vermächtnis von Arno Endler

Der Protagonist in Turings Vermächtnis von Arno Endler heißt Jeremiah Hilarius Schnitzer. Er ist Blogger und KI-Skeptiker und wird von Nicolas Ragg eingeladen in sein Sanktuarium in Jütland um dort herauszufinden, welcher der Anwesenden eine KI ist.

Auf Delphine Dessert, Raggs Tochter, trifft Schnitzer schon auf dem Weg ins Sanktuarium. Im Sanktuarium trifft er auf eine Menge seltsamer Menschen: Nicolas und Mia Ragg, die Tochter Delphine Dessert, Joseph Robert Rickter, Ari Kanemaki, Gabor Horvath, Lysann Nouvelle-Barbe, Simon Vansang, Obane Thamine, Kisan Thamine, Ivy North und Elias Troublemaker, wobei er auf letzteren eigentlich nicht trifft.

Jeremiah sieht sich im Sanktuarium um, hat aber Schwierigkeiten sich in dem weitläufigen Gebäude nicht zu verlaufen. Deshalb wird er von der Hauseinheit immer wieder durch leuchtende Wegstrecken durch das Gebäude geführt.

Er unterhält sich mit fast jedem der Hausbewohner und erfährt so, dass Mia früher mit Simon Vansang verheiratet war, dass es Nicolas Ragg gesundheitlich sehr schlecht geht, dass Rickter ein spiritueller Guru und Ivy eine gefragte Online-Coachess für die Kolonie auf dem Mars ist. Außerdem erfährt er, dass Delphine eine sehr enge Bindung zu Nicolas hat, obwohl er ihr nicht alles erzählt und ihr unter anderem auch den Besuch des KI-Skeptikers verschwiegen hat. Er besucht Lysann in ihrem Paradies, einer Art Bauernhof, wo sie gefährdete Tierarten züchtet und schützt. Sie hat eine ganz besondere Beziehung zu Ragg, der sie in ihrem Paradies häufiger besucht. Obane ist Schriftsteller und unterhält sich mit Jeremiah über dessen Genüsse und mit Kisan spricht Jeremmiah sogar über dessen Musik und dessen Kompositionen und darüber was diese in Jeremiah auslösen und welche Emotionen Kisan eigentlich mit ihnen auslösen wollte.

Außerdem geschehen einige seltsame und gefährliche Vorfälle im Sanktuarium: Jeremiah wird im Dunkeln von einem Puppet angegriffen als sie nach Simon Vansang suchen, allerdings glaubt ihm niemand, dass der angegriffen wurde. Als nächstes finden sie Gabor Horvath tot in dessen Zimmer. Als Schnitzer mit Troublemaker sprechen möchte, behauptet die Hauseinheit, dass er gerade noch in einer Trainingssession wäre und nicht gestört werden will, allerdings stellt sich kurz darauf heraus, dass das nicht stimmen kann. Weil die Hauseinheit gehackt worden ist, wird sie nun abgeschaltet und die Bewohner sind auf rudimentäre Technik angewiesen. Jeremiah wird nach draußen gejagt, da ihn ein mordlustiger Puppet verfolgt. Draußen stößt er auf den ermordeten Rickter und nachdem ihn sein Verfolger bis an den Strang jagt auch auf den toten Elias Troublemaker. Als Delphine und Jeremiah kurz nach diesem Zwischenfall noch einmal mit ihren Puppets rausgehen um nach Rickter zu suchen, finden sie ihn zwar tot auf, doch außerdem finden sie noch eine Bombe, die ihre Puppets zerstört und sie durch die Impulsweitergabe in ihren Puppets ganz schon durchrüttelt. Ivy North begeht offenbar mit ihrem Puppet Selbstmord.

Jeremiah fühlt sich zunehmend bedroht im Sanktuarium und möchte nun auch seinen Auftrag nicht mehr ausführen, zumal sich weder Nicolas, noch Mia oder Simon bei Delphine oder ihm melden und sie so ganz schön einsam sind in der Weite und Einsamkeit des Sanktuariums.

Montagsfragen

Montagsfrage: 7. Juni 2021

Montagsfrage: Gibt es Bücher, bei denen sich eure Meinung über sie beim Nochmals-Lesen vollkommen geändert hat? (inspiriert von Literarische Abenteuer)

Hallo ihr Lieben,
die Montagsfrage möchte diese Woche wissen, ob sich unsere Meinung über Bücher ändert, wenn wir sie noch einmal lesen. Ich lese natürlich nur Bücher noch einmal, die ich sehr mochte. Das mache ich gerade unter anderem bei der Detektiv Conan-Reihe. Darüber hat sich meine Meinung auf keinen Fall geändert! Ich mag die Reihe immer noch sehr gerne. Ich wüsste derzeit nicht bei welchen Büchern sich meine Meinung geändert haben könnte.
Ändert sich bei euch die Meinung über ein Buch beim Nochmal-Lesen?
Liebe Grüße
Vanessa

Turings Vermächtnis von A. Endler

Rezension: Turings Vermächtnis von Arno Endler

Bei Turings Vermächtnis von Arno Endler handelt es sich um einen SciFi-Krimi-Thriller.

Turings Vermächtnis ist relativ brutal, was aber wohl von einem Thriller nicht anders zu erwarten war. Es wird unter anderem beschrieben wie die Leiche von Gabor Horvath mit zerschmettertem Schädel aufgefunden wird und wie sich Ivy North mithilfe ihres Pupptes selbst getötet hat. Eigentlich mag ich solche Beschreibungen nicht sonderlich gerne, aber irgendwie fand ich es in diesem Thriller nicht so schlimm; möglicherweise weil es nicht in aller Ausführlichkeit beschrieben oder mit einem Medium als Puffer (Ivys Ermordung sehen Jeremiah und Delphine nur als Aufzeichnung) beschrieben wird.

Durch die Abgeschiedenheit des Sanktuariums entsteht eine sehr düstere und gruselige Atmosphäre, gleichzeitig handelt es sich dadurch um einen Whodunit. Allerdings ermitteln Jeremiah und Delphine nicht wirklich, da nach einigen Todesfällen kaum noch Verdächtige beziehungsweise Zeugen übrigbleiben. Obwohl es eigentlich kaum zu Ermittlungen kommt, kommt Jeremiah dem Täter immer näher und findet schließlich heraus, wer der Täter ist.

Auch die Turing Tests kommen mir ein bisschen zu kurz. Ja, Jeremiah befragt alle Anwesenden aber ich hätte mir gewünscht, dass man mehr auf die Tests eingeht. Dass Jeremiah beispielsweise reflektiert was genau es mit diesen Tests auf sich hat und wieso er welche Person auf diese und jene Weise befragt. Das kam praktisch überhaupt nicht vor und so sind die Fragen auch eher untergeordnet in der Gesamthandlung, was ich sehr schade fand, weil ich mir etwas anderes erhofft habe.

Außerdem geht Jeremiah unglaublich naiv an seinen Auftrag heran. Ich hatte die ganze Zeit so das Gefühl, was eng mit dem im Absatz oben beschriebenen zusammenhängt, dass Jeremiah gar nicht wirklich weiß wie er die Leute befragen soll. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass er alle Anwesenden nur befragt, ob diese Maschinen beziehungsweise Puppets oder richtige Menschen sind und wenn die Antwort besagt, dass es sich um einen Menschen handelt, geht er zur Befragung des nächsten über. Auch hat er zuvor nicht mit den Gefahren, die dieser Auftrag mit sich bringen kann, gerechnet und auch sonst scheint er unglaublich naiv an die Befragungen heranzugehen.

Dennoch handelte es sich für mich bei diesem SciFi-Thriller um einen wahren Pageturner. Nachdem ich das Buch angefangen hatte, konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Der Erzählstil ist unglaublich flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Erzählperspektive sehr nah an Jeremiah dran ist und man immer mitverfolgen kann, was er gerade tut.

Mich haben die vielen Figuren am Anfang ein bisschen überfordert, weshalb ich sehr dankbar für das Namensverzeichnis am Anfang des Romans war. Gemeinsam mit Jeremiah befinden sich 13 Personen im Sanktuarium, obwohl davon einige eine eher untergeordnete Rolle spielen (Ari kommt beispielsweise nur am Ende kurz vor, Elias ist bereits beim Eintreffen von Jeremiah tot). Nach der Lektüre finde ich, kann man die Figuren alle gut auseinanderhalten, aber währenddessen fand ich es schon schwieriger.

Außerdem hat mich die Handlung dazu verleitet jeden Mal zu verdächtigen: Zwischendurch dachte ich, dass es sich bei Delphine um eine KI handeln muss, später dachte ich, dass Ragg eine ist und manchmal auch, dass es sich bei allen um eine KI handelt. Dass ich ständig auf durchaus nachvollziehbare aber immer andere Fährten geschickt wurde, hat mir gut gefallen. Man hatte irgendwann wirklich das Gefühl, dass man niemandem im Sanktuarium mehr vertrauen kann und so konnte man sich auch in Jeremiah gut hineinfühlen.

Abschließend möchte ich noch kurz die ethischen Fragen erwähnen, die der Roman unter anderem aufwirft: Lysanns  Hunde sind nur Puppets, wie Jeremiah herausfindet. Bei Puppets handelt es sich um eine Art Roboter, die von Menschen bewusst gesteuert werden können. Die Puppets tun nur mit einer minimalen Verzögerung alles, was sie von ihrem Steurer gesagt bekommen. Außerdem übertragen Puppets Berührungen, Schmerzen, Erschütterungen und sie können bluten. Ist es also verwerflich den Hunden Normalität vorzugaukeln indem man sie die Puppets steuern lässt? Oder wäre es verwerflicher bei dieser Technologie die Hunde sterben zu lassen, wenn sie aufgrund von Krankheit und Alter nicht mehr lebensfähig sind?

Eine zweite Frage wäre, worin sich Kunst äußert. Könnte eine KI wahre Kunst erschaffen? Was muss ein Mensch tun, damit das, was er schöpft wirklich Kunst wird und könnte dieser Prozess auch von einer KI durchlaufen werden? Das ist eine unglaublich interessante Frage, die sich in der Kunstszene (und hier ist es, glaube ich, egal, ob man mit Autor:innen, Musiker:innen oder Maler:innen spricht) immer wieder stellt. Ich hätte gerne mit jemandem über das Für und wider dieser Frage diskutiert. Es wäre also eine Möglichkeit diesen Thriller in einem Lesekreis zu lesen und gemeinsam über die ethischen Implikationen zu diskutieren.

Insgesamt habe ich von Turings Vermächtnis von Arno Endler etwas anderes erwartet, aber ich war dennoch sehr begeistert von diesem sehr spannenden Pageturner. Mir hat der SciFi-Krimi-Thriller gut gefallen und ich empfehle ihn sehr gerne weiter.

 

 

Danke an den Polarise Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bücherdämmerung

Moderne Content-Produzenten – Von neuen Buchformaten und Geschäftsmodellen von Katja Splichal

Wissenschaftsverlage agieren teilweise global und haben es inzwischeng eschafft, dass Autor:innen (also Wissenschaftler:innen) ihre Arbeit unentgeltlich zur Verfügung stellen, und ihnen das Prestige, das sie durch die Veröffentlichung in dem Verlag erhalten als Bezahlung ausreicht, außerdem kann auf Lektoren durch Peer Review-Verfahren (die nicht bezahlt werden müssen) verzichtet werden. Normale Publikumsverlage erweitern ihre Angebote um thematische Online-Plattformen, digitale Produkte (also bspw. Enhanced E-Books, Apps und Datenbanken) und entwickeln neue Formate (wie bspw. Shortbooks und Abstracts). Weiterhin gibt es neue Vertriebs- und Kommunikationskanäle. Netzwerke von verschiedenen Veröffentlichungsformen werden ermöglicht, Zusammenhänge zwischen Videos, Texten, etc. können mit Kommentaren aber auch untereinander verknüpft werden. Geschichten können im Digitalen auch Updates erfahren, ohne dass eine Neuauflage gedruckt werden muss. Durch neue Publikationssysteme ist die Gatekeeping-Funktion von Verlagen in die Hand der Nutzer:innen des Internets gewandert, da dort viele ihre Gedanken, Meinungen veröffentlichen, aber auch alle möglichen Inhalte veröffentlicht werden können, die zuvor in Verlegerhand waren (bspw. Do it Yourself-Anleitungen, Kochrezepte, Lexika, Wörterbücher, etc.). Durch Austauschmöglichkeiten im Internet ist ein reines Informieren über einen Sachverhalt kaum mehr möglich; häufig spielt das Meinungsbild der Öffentlichkeit ebenfalls eine Rolle. Individualisierung als Wert, der für Verkaufszahlen und Rezeption sorgt.

Blue Scales von K. V. Haderer

Inhaltsangabe: Blue Scales von Katharina V. Haderer

Blue Scales ist der erste Teil der Die Drachen von Talanis-Trilogie von Katharina V. Haderer. Im ersten Teil lernen wir Christine „Christie“ Song und ihre Familie kennen, um die es hauptsächlich geht.

Christie lebt mit ihrer Familie, zu der ihre Schwester Lin, eigentlich Linda, und ihre Mutter Ruth gehören, außerdem ihr Stiefvater Long, der im Gefängnis sitzt, in Poschovar. Ihre Großmutter Pheng hat sie nicht in der Familie aufgenommen, sodass sie zu Thien, Longs Bruder, und dessen Frau Kim kaum ein Verhältnis hat, nur Zhang, Phengs Enkel und Christie haben ein gutes Verhältnis zueinander.

Pheng ist Nekromantin und ihr Mann, Zuko, war ein Drache. Diese Eigenschaft hat Long geerbt. Da auch Ruth teilweise ein Drache ist, hat auch Lin die roten Schuppen geerbt, allerdings ist sie zu wenig Drache als dass sie sich verwandeln könnte. Phengs anderer Sohn Thien ist normal sterblich, genau wie seine Frau, nur Zhang hat die Fähigkeit der Nekromantie in der Familie geerbt, sodass er der Lieblingsenkel von Pheng ist.

Die Stadt wird in sechs Gebiete aufgeteilt, die – zumindest was den phantastisch-magischen Teil angeht – von der Hexade gelenkt werden. Kein fremdes Wesen darf sich auf dem Gebiet der Familien herumtreiben ohne sich zuvor bei ihnen zu melden. Die Hexade besteht aus sechs Familien: den Mittermorgens, den Devoyes, den Wegemanns, den Pensings, dem Flussvolk und eben der Familie Song, Christies Familie.

Als sich ein Rudel Gestaltwandler Wölfe in Poschovar herumtreibt, wird schnell klar, was sie wollen: Als die Songs in die Hexade kamen, musste Zuko gegen einen Wolf namens Heller kämpfen und tötete ihn bei dem Duell. In den folgenden Jahren schwor das Rudel Rache und ist nun zurück um ihren Platz in der Hexade einzufordern. Da Zuko nicht mehr lebt, haben sie es auf die gesamte Familie abgesehen und entführen als erstes Christie, von der sie wissen, dass sie nur ein Stiefkind ist und somit keine Fähigkeiten hat und sich nicht verteidigen kann. Geralt kämpft gegen Christie und tötet sie dabei beinahe, sodass ihre Mutter eingreift und öffentlich bekannt gibt, dass Christie nicht von Pheng in die Familie aufgenommen wurde. Das führt zwar dazu, dass sie nicht gegen Geralt kämpfen muss, aber Long sagt sich von seiner Mutter los, sodass die Drachenseite der Familie nichts mehr mit den Nekromanten der Familie zu tun haben wird in Zukunft. Dadurch verliert Long aber auch seinen Platz in der Hexade, den er nicht haben wollte, den er aber temporär hätte übernehmen sollen bis Zhang alt genug ist als Patriarch den Platz seiner Großmutter einzunehmen.

Zhang trainiert in der Folge wie besessen, damit er gegen Geralt gewinnen kann und als er sich für gut genug hält, manipuliert er Christie, dass sie bei der Duellankündigung zugegen ist. Nach ihrem Duell hat die Hexade sie als Iudex Poschovaris bestellt, damit sie die Duelle überwachen kann und keine solchen Dinge geschehen wie bei ihrem Duell. Beim Duell wird Zhang schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht, aber auch Geralt wird verletzt.

Als Christie kurz darauf einen Anruf von Viktorius vom Flussvolk erhält, lässt sie sich von ihm abholen und erfährt so davon, dass Lisbeth schwer verletzt wurde. Da sie sich offenbar nicht mehr zurückverwandeln kann, fährt Christie zum Anwesen der Devoyes um Anne zu holen, doch dort trifft sie auf Wölfe. Sie wird gestellt und gefangen genommen und erfährt, dass Geralt schwerer verletzt wurde als alle angenommen haben und im Sterben liegt. In der Folge hat sich das Rudel nicht mehr unter Kontrolle, Anne wurde gefangen genommen und gezwungen sich im Rudel unterzuordnen und Christie wird bedroht bis ihr Vater auf dem Anwesen auftaucht…

Blue Scales von K. V. Haderer

Rezension: Blue Scales von Katharina V. Haderer

Wie das bei Reihen in dem Genre so ist, sollte man die Die Drachen von Talanis-Trilogie in der richtigen Reihenfolge lesen. Blue Scales von Katharina V. Haderer ist der erste Teil der Reihe.

Christies Charakter ist sehr komplex. Auf der einen Seite fühlt sie sich nicht wirklich in der Familie willkommen, auf der anderen Seite ist sie auf diese finanziell und emotional angewiesen. Sie liebt ihre Mutter, ihren Vater und ihre Schwester, genau wie ihren Cousin sehr und würde niemals zulassen, dass ihnen etwas geschieht, wenn sie es verhindern kann. Da nimmt sie auch in Kauf, sich mit den geliebten Familienmitgliedern anzulegen. Christie ist sehr mutig, obwohl sie auch ängstlich sein kann, außerdem hat sie eine große Klappe und steht für das ein, was sie für richtig hält. Das macht sie zu einem sehr authentischen und liebenswerten Charakter.

Ihre restliche Familie ist da schon schwieriger zu bewerten: Ich konnte das Verhältnis von Lin und Ruth nicht so richtig zu ihrer Schwester beziehungsweise Tochter einschätzen. Auf der einen Seite scheinen die beiden sie sehr zu lieben und auf der anderen scheinen sich die beiden wiederum näherzustehen als sie Christie stehen. Dass nicht Ruth die Stiefmutter, sondern Long der Stiefvater ist, merkt man kaum, denn ich hatte den Eindruck, dass er das engste Verhältnis zu Christie hat. Durch das angespannte Verhältnis von Pheng zu Christie spaltet sich die gesamte Familie, obwohl Zhang sich gut mit seiner Cousine versteht und ihr, zumindest am Anfang, auch nicht das Gefühl gibt, in der Familie keinen Platz zu haben. Interessant ist hier der Wandel, den diese Beziehung durchmacht, und den ich gerne noch näher beleuchtet gesehen hätte, weil ich ihn noch nicht ganz verstehe.

Für mich war die Welt in Blue Scales etwas besonderes, denn es gibt viele Ähnlichkeiten zu unserer realen Welt: es gibt Kaffee (und Cafés), Lieferdienste, Autos und Sportvereine und solche Dinge. Die Welt scheint in weiten Teilen durchaus mit unserer normalen Welt vergleichbar. Parallel dazu gibt es aber die Hexade, Gestaltwandler, Heilmagie und Duelle. Obwohl das alles eigentlich ganz stimmig wirkt, hatte ich doch Schwierigkeiten mich in dieser Mischwelt zurecht zu finden. Ich kenne bisher eigentlich nur zwei Zustände: entweder ist die Welt komplett erfunden oder sie entspricht der unseren Welt nur, dass es eben magische Wesen, Gegenstände oder so etwas gibt. Aber eine Welt wie diese habe ich bisher noch nicht erlebt, was ich nicht negativ meine. Ich brauchte nur am Anfang ein bisschen um mich zurechtzufinden, was durch eine Lektüre des Begriffslexikons sicherlich einfacher gewesen wäre, denn es ist eines vorhanden.

Die Handlung selbst ist sehr kurzweilig. Es geschieht eigentlich immer etwas und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass Christies Welt ständig zerstört wird, wie man das aus anderen spannenden Reihen kennt.

Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, finde ich es nicht so schlimm, dass am Ende einige Fragen offen bleiben. Hierzu zähle ich beispielsweise wer Christies leiblicher Vater ist und ob sie sich eigentlich in einen Drachen verwandeln könnte und was sie tun muss um diese Fähigkeit zu erhalten; und was vielleicht auch weitere Fähigkeiten von ihr sein könnten. Dennoch fand ich es sehr schade, dass sie sich nicht einmal verwandelt, denn ich hatte an einigen Stellen (beim Duell gegen Geralt oder im Haus der Devoyes beim Kampf gegen die Wölfe) damit gerechnet. Ich hoffe, dass das im zweiten Band dann nicht mehr zu lange auf sich warten lässt.

Eigentlich erwartet man beim ersten Band einer Reihe auch, dass die Protagonistin ein größeres Ziel gesteckt bekommt. Ich weiß nicht, ob das nur in ihrer Position als Iudex besteht, weil sie als diese noch einige Abenteuer erlebt, oder ob es etwas mit ihrem leiblichen Vater zu tun hat, aber irgendwie fehlte mir in diesem Band eine Explikation des Ziels.

Die Ausstattung des Buches hat mir gut gefallen. Das Cover selbst ist ein wahres Kunstwerk, außerdem gibt es einige Karten, einen Stammbaum, eine Namensliste mit den Familien der Hexade und ein Begriffslexikon. Die Zeichnungen, die sich an jedem Kapitelanfang befinden, machen die edle Aufmachung komplett. Hier hat man das Gefühl, dass es sich um ein liebevoll gestaltetes Buch handelt. Das hat mir unglaublich gut gefallen und für mich den Wert des Romans noch gesteigert.

Ich bin über zwei Namen gestolpert, die ich aus einer Kinderserie kenne: Zuko und Katara. Als der Name des Großvaters von Christie, Lin und Zhang das erste Mal fiel, bin ich schon über den Namen Zuko gestolpert und fragte mich, ob der Name Zuko aus Avatar Der Herr der Elemente entlehnt wurde. Aber nachdem dann auch noch der Name Katara gefallen ist, bin ich mir relativ sicher, denn eigentlich kann das kein Zufall mehr sein. Eine der Protagonistinnen aus der Serie heißt nämlich Katara. Ob es noch andere Parallelen gibt, weiß ich leider nicht, aufgefallen sind mir keine. Aber ich mag solche kleinen Details ja immer ganz gerne.

Insgesamt hat mir Blue Scales von Katharina V. Haderer aber trotz kleinerer Schwächen sehr gut gefallen. Ich bin auf jeden Fall neugierig wie die Reihe weitergeht.

 

 

 

Danke an den Drachenmond Verlag für die Leserunde und das Rezensionsexemplar!

Die Kleptomanin von A. Christie

Inhaltsangabe: Die Kleptomanin von Agatha Christie

In Die Kleptomanin von Agatha Christie ermittelt wieder einmal Hercule Poirot und zwar gemeinsam mit Inspector Sharpe.

Poirot entdeckt drei Tippfehler in einem Brief seiner Sekretärin, da Miss Lemon sonst niemals Fehler macht, ist dies höchst verdächtig. Poirot fragt sie was sie beschäftigt und erfährt, dass ihre Schwester Mrs. Hubbard in einem Studentenheim arbeitet und dort gerade einige Schwierigkeiten hat. Poirot beschließt sich der Sache anzunehmen und hat daraufhin eine Besprechung mit Mrs. Hubbard die eine Liste der Dinge, die im Studentenwohnheim gestohlen wurden, mitbringt. Auf der Liste stehen Dinge wie eine Puderdose, ein unechtes Armband, aber auch ein ziemlich wertvoller Ring und ein zerschnittener Schal.

Poirot hält einen Vortrag im Studentenwohnheim und rät danach umgehend die Polizei bezüglich der Diebstähle zu informieren. Als eine der Bewohnerinnen das hört, kommt sie in Mrs. Hubbards Zimmer und gesteht die Diebstähle. Kurz darauf wird sie von einem ihrer Mitbewohner, der sich für Psychologie interessiert verteidigt und die beiden geben am nächsten Abend ihre Verlobung bekannt. Celia Austin, Mitarbeiterin der Apotheke im St. Catherines Hospital, wird am nächsten Morgen tot in ihrem Bett aufgefunden; offenbar hat sie sich selbst mit Morphium vergiftet, das sie aus der Krankenhausapotheke entwendet hat.

Poirot deckt natürlich auf, dass es sich hier nicht um einen Selbstmord, sondern um einen Mord handelt. Celia wurde von jemandem vergiftet. Als es daraufhin zu Ermittlungen von der Polizei kommt, deckt Inspector Sharpe gemeinsam mit seinen Kollegen und Poirot, den er von einem früheren Fall kennt und der sich deshalb beteiligen darf, allerlei interessante Sachen auf: Beispielsweise versteckte Mrs. Nicoletis etliche leere Schnapsflaschen in ihrem Schrank.

Wenig später wird auch sie tot aufgefunden. Auf den ersten Blick wirkt es so als habe sie sich zu Tode getrunken, denn sie riecht stark nach Alkohol und kam gerade aus einer Bar, doch kurz darauf kommt heraus, dass auch sie ermordet wurde. Außerdem stellt sich heraus, dass es noch einige seltsame Vorgänge im Heim gab, die nicht von Celia inszeniert wurden: Glühbirnen, die nicht nur aus dem Vorratsschrank, sondern sogar aus den Fassungen verschwinden, der zerschnittene Rucksack und das verschwundene Borax. Weiterhin erfährt Poirot von einer seltsamen Wette zwischen den Studenten. Nigel behauptet, dass er ohne Probleme drei verschiedene Gifte bekommen könne, ohne dass diese mit ihm in Zusammenhang gebracht werden könnten. Daran scheitern Mörder nämlich häufig; das Gift, das sie für ihren Mordanschlag benutzen, kann mit ihnen in Verbindung gebracht werden.

Kurz darauf wird noch eine Studentin tot aufgefunden: Patricia Lane wurde offenbar erschlagen. Doch nach diesem Mord haben Poirot und Sharpe schnell durchschaut wer der Mörder ist und welchen Trick er angewendet hat, um für den letzten Mord ein einwandfreies Alibi zu haben.

Die Kleptomanin von A. Christie

Rezension: Die Kleptomanin von Agatha Christie

Die Kleptomanin von Agatha Christie ist ein Hercule Poirot-Roman. Gemeinsam mit ihm ermittelt Inspector Sharpe, die sich schon aus einem früheren Fall kennen und deshalb darf Poirot auch bei den Ermittlungen der Polizei beteiligt sein.

Die Geschichte selbst fand ich super spannend. Vor allem der Anfang als Poirot aus ein paar Fehlern seiner Sekretärin schließt, dass etwas nicht stimmt und dann aufgrund von ein paar Diebstählen ahnt, dass in diesem Studentenwohnheim noch andere Dinge vor sich gehen. Eine Liste mit einigen mehr oder weniger wertlosen Gegenständen, die gestohlen wurden, machen das perfekte Mysterium. Die Erklärung für die Diebstähle ist dann zwar denkbar einfach, aber daraus entspinnt sich dann ein komplexer Fall und es geschehen gleich drei Morde.

Dass wieder Menschen mit Morphium getötet werden und auch hier, wie so oft, der Mord in der Nähe zu einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis und dem medizinischen Personal stattfindet, passt super zu den Romanen der Autorin und natürlich auch zu ihrer Biographie.

Mit den Namen der Figuren hatte ich aber ehrlich gesagt leichte Schwierigkeiten. Hier stehen, anders als sonst oft bei Christie, sehr viele Figuren im Vordergrund. Neben Poirot und Sharpe, Miss Lemon und Mrs. Hubbard, die man ziemlich gut auseinanderhalten konnte, gibt es etliche Studenten und Bewohnerinnen des Hauses, die ich leider kaum auseinanderhalten konnte. Hierzu gehören Colin McNabb, Nigel Chapman, Leonard Bateson, Chandra Lal und Mr. Akibombo und Celia Austin, Valerie Hobhouse, Sally Finch, Elizabeth Johnston, Patricia Lane, Jean Tomlinson und Genevieve. Vor allem bei den ersten drei Männern hatte ich ziemliche Schwierigkeiten bis zum Schluss diese auseinander zu halten. Bei den Frauen gelang es mir besser, aber auch hier brauchte ich einiges an Zeit. Wenn man mal die verschiedenen Charaktere verstanden hat, ist es gar nicht mehr so schwierig, aber in meiner Ausgabe gab es vorne leider auch keine Namensliste, die es sicherlich nochmal erleichtert hätte.

Dass die Wette der Studenten wie man unauffällig drei verschiedene Gifte besorgen könnte ein wichtiger Hinweis ist, das wird zwar ziemlich schnell klar, aber dass diese Wette eigentlich sogar von ausschlaggebender Wichtigkeit ist, erst später. Auch die Reihenfolge der gestohlenen Gegenstände ist natürlich von elementarer Bedeutung und natürlich hat Mrs. Hubbard Schwierigkeiten sich einige Wochen bis Monate nach dem Verschwinden an die genaue Reihenfolge zu erinnern, aber wichtig ist sie natürlich trotzdem. Schön hätte ich gefunden, wenn man Celia vor ihrem vermeintlichen Selbstmord noch genauer befragt hätte, welche Dinge sie denn gestohlen hat. Das hätte das Miträtseln etwas leichter und deshalb auch spannender gemacht, weil man dann nicht hätte raten müssen was eigentlich auf das Konto des Mörders und was auf ihr Konto ging.

Auch hier verweist Christie auf andere Werke, was sie häufiger in ihren Geschichten tut. Hierzu gehört eine Geschichte von Arthur Conan Doyle am Anfang des Romans und der englische Kinderreim, nach dem das Buch im Original (Hickory Dickory Dock) auch benannt ist. Dieses Motiv kennt man unter anderem aus Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie, welcher im Original Five Little Pigs heißt.

Mir hat auch die Internationalität der Studierenden gefallen. Bei dem Studentenwohnheim in der Hickory Road handelt es sich um ein internationales Wohnheim, sodass eine Studentin aus Frankreich, eine aus Amerika, aber auch welche aus Asien, der Türkei und aus Afrika stammen. Das Zusammenleben verläuft zwar nicht immer harmonisch, aber grundsätzlich kommen die Studierenden gut miteinander aus und es entwickeln sich auch Freundschaft und Liebschaften zwischen Studierenden aus verschiedenen Ländern. Auch wenn Christie mit dem Thema, meiner Ansicht nach, sehr vorsichtig umgeht, könnte man einige Teile des Textes als rassistisch bezeichnen, wobei ich nicht sicher bin, dass diese Passagen im historischen Kontext tatsächlich so intendiert waren. Ich kann das nicht wirklich beurteilen, wollte es an dieser Stelle aber dennoch kurz erwähnen.

Alles in allem hat mir Die Kleptomanin von Agatha Christie aber sehr gut gefallen und ich empfehle diesen spannenden Krimi der Autorin sehr gerne weiter.