Adventskalender 2021 ·Tod eines Geistes von R. Reef

Rezension: Tod eines Geistes von Rob Reef

Bei Tod eines Geistes handelt es sich um den 5. Stableford-Krimi von Rob Reef. Neben John Stableford, seiner Frau Harriet und den beiden besten Freunden Percy Holmes und Penelope Hatton, tauchen einige Verwandte von Penelope und Percy das erste Mal auf.

Wie in vielen Krimis der Stableford-Reihe sind die vier Freunde um den Literaturprofessor John Stableford mal wieder gemeinsam unterwegs. Dieses Mal wollen sie die Hochzeit von Penelope und Percy auf dem Anwesenden von Percys Familie feiern. Noch bevor Percy und John auf Slane House eintreffen, geschehen einige seltsame Dinge, die – ebenfalls ein häufiges Motiv in den Krimis von Reef – einen etwas mystischen Anklang haben. Diese unerklärlichen Phänomene ziehen sich auch weiterhin durch den Krimi (beispielsweise wenn es um den verschlossenen Raum und das Auftauchen des Geistes auf den Gängen geht). Solche auf den ersten Blick unerklärlichen Phänomene sind ja ganz typisch für englische Kriminalromane und vor allem für Reef, weshalb ich mich sehr darüber gefreut habe. Sie habe für mich maßgeblich zur etwas gruseligen Stimmung beigetragen.

Dass das Verbrechen in einem verschlossenen Zimmer geschehen ist, ist auf der einen Seite natürlich gruselig und befeuert bei einigen Anwesenden die Angst, dass sich der Geist der verstorbenen Braut an Laura gerächt haben könnte. Auf der anderen Seite wird damit die Form eines Whodunit-Krimis noch einmal verschärft. Ich finde Whodunits immer total spannend, vor allem wenn es die Autor:in schafft, eine bestimmte Atmosphäre herzustellen und das gelingt Reef hier definitiv.

Mir hat es darüber hinaus wirklich gut gefallen, dass Holmes und Stableford so analytisch an den Fall herangegangen sind. An einer Stelle arbeiten sie die Möglichkeiten eines verschlossenen Zimmers und welche Intention der/die Täter:in damit verfolgt haben könnte anhand eines Schemas durch. Dabei kommen sie zwar nicht wirklich zu einem Ergebnis, was dann wohl auch ein Ergebnis ist, nämlich, dass ihr Fall nicht in eines der möglichen Schemata passt.

Was mir an diesem Stableford-Krimi ebenfalls gut gefallen hat, war, dass es hier ein:e eindeutige:n Täter:in gibt. Stableford weiß nicht nur wer es getan hat, weil alle Hinweise auf diese:n Verdächtige:n hindeuten, sondern er kann es darüber hinaus auch beweisen. Das war in vergangenen Bänden der Reihe schon anders. Dort wurde dann zwar auch ein:e Täter:in überführt, aber manchmal gab es für die Schlussfolgerungen von Stableford dann keine Beweise und er musste sich einzig auf die inhärente Logik seiner Schlussfolgerungen verlassen (was auch etwas hat).

Die Zeichnungen im hinteren Teil des Buches haben mir gut gefallen. Neben dem ersten Stockwerk hätte ich mir auch eine Zeichnung mit der Zimmerbelegung des zweiten Stockwerks gewünscht, damit man einen besseren Überblick hat. Außerdem wäre eine Liste mit allen Figuren hilfreich gewesen, denn dieses Mal gab es tatsächlich viele neue „Gesichter“, Namen und Beziehungen der Figuren untereinander. Hier hätte eine Liste Abhilfe schaffen können; vor allem bei Henrys Familie, bei der mich die Namen am Anfang verwirrt haben.

Alles in allem war Tod eines Geistes von Rob Reef für mich ein tolles Leseerlebnis. Mir hat die Atmosphäre, die Einführung der neuen Figuren (von denen ich hoffe, einige im nächsten Roman wieder zu sehen) und der Fall (und deren gruselig-mythische Anklänge) verdammt gut gefallen und für mich war das bisher der beste Band der Reihe. Ich hoffe noch auf viele weitere Bände und empfehle den Tod eines Geistes auf jeden Fall gerne weiter.

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