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Der Tempel der Astarte von Agatha Christie

Der Tempel der Astarte ist die zweite Kurzgeschichte im Band von Agatha Christie. In dieser Geschichte erzählt der Geistliche Dr. Pender. Es ist eine mysteriöse Begebenheit, die ihm vor vielen Jahren passiert ist. Er ist mit vielen anderen zusammen auf einer Feier, auf welcher ihnen der Gastgeber Richard Haydon einen dichten Hain in der Nähe seines Hauses zeigt. In diesem Hain steht ein Götzenhaus der Astarte, alle scheinen davon in eine seltsame Beklemmung versetzt, also entscheidet man sich zurück zum Haus zu gehen. Diana, eine der Gäste, schlägt vor, dass man in dem Hain eine Kostümparty feiert. Alle finden die Idee mit der Kostümparty gut, aber nicht den Teil, dass diese in dem Hain stattfinden soll. Als Diana am Abend, während der Party, verschwunden ist, wollen sie alle suchen. Richard stolpert auf Diana zu und scheint tot umzufallen. Er hat ein Loch im Herzen, aber man kann keine Waffe finden. Diana erwacht aus einer scheinbaren Trance, und fällt ohnmächtig zu Boden. Sie wird ins Haus gebracht, und auch der Leichnam von Richard wird ins Haus gebracht.

Die Charaktere in dieser Geschichte sind sehr nett, wenngleich ich nicht genau verstehe für was es so viele Gäste geben musste, denn sie hatten für die Auflösung des Falles eigentlich keine Bedeutung. Das fand ich ein bisschen schade und auch die Figuren, die eine Rolle spielen, werden kaum näher ausgearbeitet und da hätte ich noch ein bisschen Potenzial gesehen.

Schön war es aber, dass die Geschichte so einen mystisch-mysteriösen Anklang hat. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen. Schade war nur, dass für mich, wahrscheinlich auch aufgrund der Kürze der Geschichte, ein paar Aspekte nicht ganz klar waren. Zum einen ist da das plötzliche Verhalten von Diana, die sich als Priesterin verkleidet, auf Richard losgeht und sich hinterher an nichts erinnert und zusammenbricht. Warum geht sie auf Richard los? Warum ist sie scheinbar besessen von diesem Hain und wird dort auch ohnmächtig? Und warum stolpert Richard? Natürlich ist das nicht wirklich helle Mondlicht Teil der Lösung, denn in diesen Lichtverhältnissen kann er durchaus über eine Baumwurzel gestolpert sein, aber warum bleibt er dann liegen? Ist er ohnmächtig oder woran liegt es? Da für mich diese Aspekte unklar geblieben sind, wollte ich sie hier zumindest kurz aufführen. Dazu kam, dass die Charaktere für mich nicht so schön ausgearbeitet waren, was vielleicht auch daran liegt, dass der Vorfall einige Jahre zurückliegt, wodurch ich mich aber nicht wirklich gut in den Fall hineindenken konnte und der Lesegenuss auch ein bisschen kürzer kam.

Grundsätzlich ist Der Tempel der Astarte von Agatha Christie keines der besseren Werke der Autorin, passt aber gut in diese Sammlung und kann deshalb auch gerne im Zuge des Lesens dieser gerne mitgelesen werden.

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