Heinermädsche von A. Aigner

Rezension: Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner

Dieses Buch Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner habe ich schon vor einiger Zeit mal in einem Buchladen stehen sehen, aber es war mir die 12€ in dem Moment nicht wert, also habe ich es auf die lange Bank geschoben und kürzlich nun als preisreduziertes Exemplar in einem Buchladen stehen sehen und dort habe ich es kurzerhand mitgenommen. Wie bei vielen kleineren Verlagen und jungen Autoren finden sich auch in diesem Roman einige Flüchtigkeitsfehler, die sich vor allem zum Ende des Buches häufen.

An sich ist die Idee des Buches ziemlich gut: Ein Krimi aus der Sicht des Täters. Das finde ich erst einmal eine super Idee. Mir gefiel besonders gut, dass Eva nicht die ausgefeilten Mordpläne schmiedet, sondern in ihrer naiven Art durch die Gegend spaziert um die Frauen umzubringen. Das passte sehr gut in diese Art von Roman und auch Hermanns Art, der mit allen nur denkbar negativen Eigenschaften beschrieben wurde, gefiel mir gut: Er ist gemein, sprunghaft (in der einen Sekunde gemein zu seiner Frau, in der nächsten will er sich vertragen und die Ehe retten) und natürlich betrügerisch. Und Eva bekommt in ihrer naiven Art nichts mit von den Schikanen, sie ignoriert die Betrügereien und ist sogar noch neugierig genug um ihrem Mann nachzuspionieren um zu sehen, ob ihr Gift auch ja gewirkt hat und natürlich ist da noch ihr Sohn: Mir gefiel nicht wie er eingeführt wurde (er wird am Anfang kurz namentlich erwähnt, aber erst später wird klar, dass es sich um ihren Sohn handelt), davon abgesehen ist er eine weitere Figur in Evas naiver Welt. Während sie sein Zimmer aufräumt und die heimlich im Badezimmer versteckten Pflanzen entsorgt, weil die ja direktes Sonnenlicht brauchen, wird ihre Naivität vollends deutlich, zumal sie die Pflanzen einfach erntet, ohne, dass sie weiß, was es sein könnte, und in Lebensmitteln verarbeitet. So dämlich kann niemand sein. Was für mich etwas befremdlich war, war, dass Eva, obwohl sie so naiv ist und so gutgläubig, sie von ihren Konkurrentinnen als naiven Blondinen ausgeht.

Vor allem die Erwähnung der Sehenswürdigkeiten sind für diejenigen, die irgendwo in Südhessen wohnen, interessant.

Man kann den Roman nicht anders als mit Humor nehmen, schließlich ist er so dermaßen überspitzt, dass er nur lustig sein kann. Ich habe lange versucht ihn Ernst zu nehmen und fand ihn schrecklich bis mir klar wurde, dass er nur mit Humor richtig zur Geltung kommt. Niemand kann so etwas schreiben und es wirklich ohne Witz verstanden haben wollen. Die Zufälle, dass Adele, Evas Schwester, einen Mafioso heiratet, der dann am Ende die Lösung für Evas Problem werden könnte, dass Mark nur dann auftaucht, wenn er von Relevanz für das Buch ist (das gefiel mir nicht so gut, aber das ist wohl Geschmackssache) und diese grundsätzliche Mordlust bei den Darmstädter Frauen und das Fremdgehen sämtlicher Männer, gefielen mir insgesamt nicht so super. Aber das gehörte wohl für den Roman dazu.

Insgesamt ist Heinermädsche von Ann-Sophie Aigner, wenn man die komischen Teile des Roman-Krimis als solche wertet sicherlich eine gekonnte Gesellschaftskritik, wenn man ihn allerdings zu Ernst nimmt, kann es schnell passieren, dass man sich durch 245 Seiten quälen muss, sodass ich den Roman zwar weiterempfehle, dies aber nur unter Vorbehalt tun kann.

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