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Rezension: Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie

In dem Krimi Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie gibt es im Grunde neben der vermeintlichen Mörderin und dem Opfer, fünf weitere Verdächtige, den Detektiv (namentlich Poirot), die Klientin (Carla Lemarchant) und ihren Verlobten. Durch diese sehr geringe Anzahl an wichtigen Figuren, darüber hinaus gibt es nur die Anwälte beziehungsweise einen Sohn und den Polizisten von damals, hat man relativ schnell einen guten Überblick darüber, wer alles der Mörder sein könnte und man kann recht gut stereotype Muster bei den Verdächtigen entdecken.

Normalerweise würde man weder der Schwester noch der Tochter der Verdächtigen glauben, wenn diese sagen, dass die Betreffende unschuldig ist und dennoch tut es Poirot. Man hat den Verdacht, dass das Vertrauen der Tochter in die Mutter, die sie eigentlich kaum kannte, relativ groß ist, außerdem gibt sie selbst an, dass sie nur wissen möchte, ob es ihre Mutter war oder nicht. Sie kann offenbar mit beidem Leben, nur mit der Ungewissheit nicht mehr.

Aber nun zu der Erzähltechnik des Krimis: Poirot wird von der Tochter in den Fall eingeführt und holt sich erst einmal ein paar allgemeine Informationen über den Jahre zurückliegenden Fall ein. Danach geht er zu den Verdächtigen und befragt diese. Nachdem er alle Verdächtigen kennen gelernt hat, wartet er auf die fünf Berichte, liest diese und kommt aufgrund der in diesen zehn Gesprächen und Briefen versteckten Hinweise auf den Täter. Durch diese Technik bekommt der Leser die gleiche Geschichte mehr oder weniger zehn Mal präsentiert (und natürlich noch ein abschließendes Mal wenn Poirot den Fall aufklärt). Durch die Wiederholung kommen immer mehr Details des Falles ans Tageslicht, doch leider wirkt das Ganze auch sehr repetitiv. Immer wieder bekommt man die gleiche Geschichte erzählt; immerhin ab und zu mit neuen Details und aus einem anderen Blickwinkel. Das wirkte für mich dennoch irgendwann einfach nur noch langweilig. Zum Glück waren es nicht mehr Verdächtige.

Insgesamt ist Das unvollendete Bildnis von Agatha Christie gerade wegen dieser Erzähltechnik bestimmt mal etwas anderes, dennoch fand ich den Roman langweilig und mir fehlte so ein bisschen das ermittelnde Element darin, denn schließlich liest Poirot die meiste Zeit irgendwelche Berichte. Deshalb kann ich den Krimi nur sehr eingeschränkt weiterempfehlen, aber psychologisch ist er gar nicht mal schlecht gemacht und man tappt als mitratender Leser auch ziemlich lange im Dunkeln (fand ich zumindest).

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