Stilettos für Anfänger von L. Foster

Rezension: Stilettos für Anfänger von Lori Foster

Stilettos für Anfänger ist der zweite Teil der Sawyer-Geschwister-Reihe von Lori Foster. Ich mochte die Idee ganz gerne, dass eine junge Frau versucht Verführung aus Büchern zu lernen, und schließlich hat sie ja auch noch ihre beste Freundin Lacy, die ihr tatkräftig zur Seite steht, allerdings arbeitet Annie am Ende nicht wirklich aktiv mit den Büchern, sondern man liest nur, dass sie sie alle gelesen oder zumindest mal durchblättert hat. Guy Donovan wird mir irgendwie nicht richtig sympathisch, obwohl er mir ziemlich leid tat, aber man erfährt sehr wenig über ihn und irgendwie fehlten mir ein paar Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt, was vielleicht damit einhergeht, dass er der passivere Partner in dieser Liebesgeschichte ist. Und das ist auch das, was mir recht gut gefiel: Ein Mann, der verführt wird – obwohl das ähnlich auch schon im ersten Band und Spoiler: auch im letzten Band so sein wird. Guy wird zwar von Annie verführt, soll sie aber natürlich als großer, starker, erfahrener Mann in die Kunst der körperlichen Liebe einführen. Ich finde es wirklich anstrengend, dass sowohl Lacy als auch Annie noch jungfräulich in diese Beziehungen gehen. Dieses Frauenbild ist wirklich antiquiert inzwischen, wobei ich die Gründe dafür natürlich verstehe. Annie ist die unschuldige, kleine Schwester, die von ihren Brüdern beschützt werden muss und auch von Guy nicht begehrt werden darf, schließlich ist sie ja noch unschuldig und wohlbehütet. Aber irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass es einen anderen Weg gegeben hätte, Annie als Figur anzulegen. Und natürlich ist mir, und auch vielen Lesern, der beiden Rezensionen der ersten beiden Teile, wohl bewusst, dass die Geschichten eine gewisse Ähnlichkeit haben, aber ich finde, der Vorteil ist, wenn man diese beiden Kurzromane liest, dass man das Gefühl hat, die Figuren schon ein bisschen kennenzulernen. Normalerweise lernt man eine Figur in ihrem Roman, in welchem sie eben Protagonist ist, kennen und Lori Foster macht es bei ihren Reihen öfter so, dass man die Figuren vorher schon kennenlernt, oder erfährt wie die Beziehung läuft, deren Entstehen man mitverfolgen konnte. Das hat seinen eigenen Reiz, den ich hier keinesfalls vernachlässigen möchte, wenngleich natürlich diese Beobachtungen sehr oberflächlich bleiben, weil auf etwa 160 Seiten pro Roman nicht wirklich viel Platz bleibt, um auch noch die anderen Protagonisten der Geschichten besser kennenzulernen. Leider hatte ich bei Stilettos für Anfänger auch oftmals das Gefühl, dass es wirklich ausschließlich um den Geschlechtsverkehrt und die Verführung ging. Diese einseitige Dimension gefiel mir überhaupt nicht und ich musste mich vor allem am Ende ein wenig durch den Roman quälen.

Insgesamt mochte ich Stilettos für Anfänger von Lori Foster nicht so richtig gerne. Und noch ein Wort zum Schluss: Das Cover, vor allem mit dem Wort Sommer Edition in der rechten oberen Ecke suggeriert Summerfeeling, welches bei mir bei diesem Sammelband aber bisher nicht aufkam. Die erste Geschichte spielt im Dezember und Januar, die zweite im nasskalt-trüben Übergang von Winter in Frühling (schließlich hatten wir vereiste Straßen), sodass ich diese Romane eher im Winter lesen würde, denn vor allem beim ersten Roman kam bei mir sogar ein wenig Weihnachtsstimmung auf.

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