Adventskalender 2019 ·Das Zimmer der Wunder von J. Sandrel

Rezension: Das Zimmer der Wunder von Julien Sandrel

Ich könnte jetzt noch viel mehr über den Inhalt des Buches schreiben, aber dann spoilere ich euch viel zu sehr. Ich kann euch aber verraten, dass ich während des ganzen Buches immer wieder hin und hergeschwankt bin. Auf der einen Seite hofft man natürlich die ganze Zeit über, dass der Roman bitte bitte gut ausgehen soll und auf der anderen Seite ist einem natürlich klar, dass das Buch auch schlecht ausgehen könnte. Irgendwann war ich so im Lesefluss, dass ich gar nicht mehr über ein negatives Ende nachgedacht habe, aber das änderte natürlich nichts an der Möglichkeit.

Die Charaktere der Hauptfiguren haben mir auch ziemlich gut gefallen. Thelma ist am Anfang, obwohl sie so fokussiert auf ihre Arbeit ist, dennoch liebenswert. Aber sie machte eine unglaubliche krasse und starke Entwicklung durch. Und obwohl sie eigentlich die Wünsche ihres Sohnes erfüllt, hat man das Gefühl, dass sie zum einen auch selbst Spaß daran hat und zum anderen diese Reise als Reise zu sich selbst nutzt. Bücher, die eine Reise zu sich selbst enthalten, gefallen mir meistens recht gut. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter reflektiert Thelma und erkennt so, warum das Verhältnis in den letzten Jahren so angespannt war und dass es auch ihre Schuld war.

Auch die anderen Charaktere sind wichtig und wirken im Zusammenspiel sehr herzlich, aber auf sie ist kein so großer Fokus wie auf Thelma gelegt. Dennoch haben mir diese Charaktere sehr gut gefallen, denn sie sorgen dafür, dass Thelma ein Netz, das sie auffängt, erhält, das sie vor dem Unfall nicht gehabt hätte. So merkt sie erst, dass Freunde und Familie wichtig sind und es gerade diese Menschen sind, die einem den Rücken freihalten.

Es gab in der Vergangenheit Bücher, bei denen musste ich lachen und es gab in der Vergangenheit Bücher, bei denen musste ich weinen. Aber ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem ich gleichzeitig gelacht und geweint habe. Julien Sandrel ist aber genau das gelungen. Dieser Roman ist an manchen Stellen einfach unglaublich traurig und dann gibt es auch wieder Stellen, da kann man einfach nur lachen oder zumindest grinsen.

Insgesamt ist bei Das Zimmer der Wunder von Julien Sandrel die Geschichte stimmig, die Charaktere sind liebenswert und auch die Emotionen kommen in diesem Roman nicht zu kurz. Für mich ist der Roman also alles in allem wirklich wunderschön und eine klare Leseempfehlung.

 

 

Danke an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

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