Adventskalender 2019 ·Rosengrab von M. Kibler

Rezension: Rosengrab von Michael Kibler

Rosengrab von Michael Kibler ist der dritte Teil der Hesgart-Horndeich-Reihe, sodass man die Figuren schon ein bisschen kennt. Im Grunde ist die Nummer des Bandes der Reihe nur wichtig, weil die privaten Vorkommnisse, die Verhältnisse, in welchen die Kommissare leben, sich verändern. Die Fälle sind jedes Mal ziemlich von einander losgelöst und haben somit keinen Bezug aufeinander. Die richtige Reihenfolge ist also nicht so wichtig, sodass ich diese auch beim Lesen nicht einhalte. Das schöne an diesen Krimis ist ja, dass man sie in jeder Reihenfolge lesen kann und dass man vom Autor bzw. vom Erzähler insoweit in die Geschichte eingeführt wird, dass man auch ohne die vorherigen Bände zu kennen relativ schnell weiß, an welchem Punkt der Beziehungen man jeweils steht. Das ist vor allem relevant, wenn man schon spätere Bände kennt und damit eigentlich schon weiß, wer zusammenkommen und wer sich trennt und wie sich die Beziehungen weiterentwickeln.

Wie immer weißt auch diese Kibler ein paar Längen auf, welche ich aber als nicht so schlimm empfunden habe. Was mich aber inhaltlich gestört hat, war, dass dieses große Zeitproblem nicht so wirklich eine Rolle spielte am Anfang der Ermittlungen: Horndeich hört das Konzert auf der Rosenhöhe mit Joana Werder bis um viertel vor und um zwei Minuten nach geschieht der Unfall. Das heißt, dass Joana innerhalb von knapp 20 Minuten zu sich nachhause gespurtet sein muss, sich dort umgezogen haben muss, dann in ihren Wagen gestiegen ist und an die Raststätte der Autobahn gefahren ist. Alles in allem ist das relativ schwierig in 20 Minuten, selbst wenn man davon ausgeht, dass sie gerast ist und sich in Null Komma nichts umgezogen hat. Aber dieses Zeitproblem wird Horndeich erst nach und nach klar und ich dachte mir schon beim Lesen: Wie zur Hölle hat die das denn geschafft?

Außerdem gibt es in paar kleine Fehler bei den Namen: Weber statt Werder, und solche Sachen, die mich irgendwann ziemlich genervt haben, weil ich dachte, dass in einem so großen Verlag wie Piper eigentlich jemand sein müsste, der so etwas bemerkt. Ich kann verstehen, wenn solche Sachen bei kleinen unabhängigen Autoren vorkommen, weil sie einfach weder auf Lektorat noch auf Korrektorat so einfach Zugriff haben. Dazu muss ich aber sagen, dass ich hier eine sehr frühe Auflage aus dem Jahr 2008 hatte. Vielleicht sind diese Fehler ja in späteren Auflagen behoben?

Ansonsten ist Rosengrab von Michael Kibler aber gewohnt spannend. Ich brauchte, wie immer ein bisschen länger für diesen Krimi, aber er war dennoch sehr spannend und an vielen Stellen wollte ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Horndeich und Hesgart und werde bestimmt noch weitere Bände der Reihe lesen und kann damit nur eine Empfehlung für diesen Band aussprechen, vor allem wenn man aus Südhessen kommt oder hier lebt.

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