The Tribe

Rezension: Zoots Erbe von Linda Jensen

Die Geschichte beginnt ziemlich unvermittelt und es werden kaum die Umstände, die die Protagonisten dorthin getrieben haben, wo sie sind, geklärt. Dass Lex beispielsweise nach Tai San sucht, dass Slade Ram gefunden hat, dass Jack Gel mit sich rumschleppt, aber auch, dass Amber Bray sucht und die Beziehung zwischen Ebony und Zoot, dies alles bleibt ziemlich oberflächlich erklärt, weil entweder die Autorin davon ausgeht, dass die Leser der Reihe die anderen Bände auch schon gelesen haben, sodass diese Umstände nicht geklärt werden müssen oder es führt dazu, dass es gerade umgekehrt ist. Man liest die Bände nicht, selbst wenn es einen interessiert, wenn man nicht die anderen Bände schon gelesen hat. Auch das gesamte Figurengeflecht wird absolut oberflächlich behandelt. Das Innenleben der Figuren spielt nur dann eine Rolle, wenn es wirklich von erheblicher Relevanz für eine Handlung ist. Teilweise, ich kenne die vierte beziehungsweise fünfte Staffel von The Tribe nicht, sodass es selbst mir schwerfiel die ganzen Verbindungen im Handlungsablauf zu verstehen und nachzuvollziehen, werden ganze Handlungen nur sehr episodenhaft erzählt. Zwischenteile fehlen entweder vollkommen oder werden nur sehr gerafft wiedergegeben. Für einen echten The-Tribe-Fan, der alle Staffeln in- und auswendig kennt, vermutlich sehr schade und es scheint ja auch so zu sein, dass nur diese Fans die Bücher wirklich kaufen und verstehen können. Dieses Verhalten der Autorin oder der Herausgeber finde ich sehr paradox, denn so eignet sich das Buch nur um noch einmal nachzuvollziehen, wenn man die Staffeln vor Jahren mal gesehen hat und sich die Handlungsstränge wieder grob ins Gedächtnis zu rufen und zu hoffen, dass die Lücken sich durch die Erinnerungshilfen selbst füllen. Auch das offene Ende führt dazu, dass man diesen siebten Band Zoots Erbe von Linda Jensen nicht aus der Reihe ausgliedern kann, sodass es sinnvoll scheint alle Bände direkt hintereinander weg zu lesen, damit man die Verknüpfungen immer kriegt. Der Schnitt am Ende des Buches scheint mir nämlich eher von der Seitenzahl begrenzt als vom Sinn der Handlung her, wobei dies natürlich ausgezeichnet dafür sorgt, dass sich ein Leser auch noch den nächsten Band zulegt, denn wie sollte er sonst erfahren wie die Geschichte weiter- bzw. – im Übergang zwischen dem siebten und dem achten Band – ausgeht. Dies alles führt dazu, dass ich den siebten Band nicht weiterempfehlen möchte und es schade finde, dass diese Reihe durch solche Bücher so ausgeschlachtet wurde. Ein paar mehr, ausführlichere oder eben längere Bände hätten hier die Möglichkeit geboten die Geschichte mit mehr Details wiederzugeben und hätte obendrein mutmaßlich – mehr Bände bedeutet höhere Kosten, erst einmal für den Verlag bzw. Herausgeber aber dann auch – mehr Einnahmen bedeutet.

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