Adventskalender 2020 ·Im Bann des Zyklopen von R. Riordan

Rezension: Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen von Rick Riordan

Der zweite Band der Percy Jackson-Reihe Im Bann des Zyklopen von Rick Riordan setzt im Prinzip genau ein Jahr später ein, dennoch hat man als Leser nicht das Gefühl irgendwas verpasst zu haben, da Percy ja auch selbst bestätigt, dass er im ganzen Jahr nicht angegriffen wurde.

Percy bekommt wieder einen neuen Freund zur Seite gestellt, allerdings handelt es sich dieses Mal nicht um ein Wesen, dass ihn direkt beschützen soll, sondern – wie sich erst später herausstellt – um seinen Halbbruder. Tyson ist ein Zyklop und sehr stark, ist aber geistig erst im Alter eines Grundschülers. Obwohl Percy Tyson sehr gerne mag, verleugnet er ihn am Anfang als seinen Bruder, doch als er mit der Zeit erkennt, was für einen guten Charakter Tyson hat und dass er ihm mehr als einmal das Leben gerettet hat, steht er zu seinem Bruder und verleugnet ihn nicht länger. Tyson wirkte auf mich teilweise geistig behindert, und da Riordan sich ja auch mit anderen Problemen im Kinder- und Jugendalter beschäftigt (wie beispielsweise ADHS und Legasthenie), würde ich es nicht ausschließen, dass hier eine Inklusionsgeschichte dahintersteckt. Wie geht ein älteres Geschwister mit einem jüngeren, geistig behinderten Bruder um? Auch Percys Innensicht scheint für diese Interpretation zu sprechen, da er sich ausführlicher damit auseinandersetzt wie er Tyson mag.

Vor allem fand ich auch interessant, dass Percy wieder einmal mit den Göttern in Kontakt kommt, wobei hier eigentlich ausschließlich Hermes zu nennen ist, da er Ares zwar sieht, aber nicht mit ihm spricht oder von diesem gesehen wird. Auch hat er dieses Mal nur über einen Brief Kontakt zu seinem Vater. Dennoch fand ich die Ideen, die Hermes bezüglich der Familie aufwirft sehr interessant vor allem für ein Kinder- und Jugendbuch. Er meint nämlich, dass die Familie eben die Familie bleibt, auch wenn sie einem sehr auf die Nerven geht, und dass die (göttlichen) Eltern(teile) der Halbblute durchaus bei ihnen sind und ihren Kindern zur Seite stehen, auch wenn diese es vielleicht nicht direkt merken.

Mir hat es aber an sich ziemlich gut gefallen, wieder in die Welt von Percy Jackson zurückzukehren und es bietet sich hier – wie bei solchen Reihen üblich – an, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Es ist aber nicht so schlimm wenn man den ersten Band schon vor einiger Zeit gelesen hat, weil Percy (als Ich-Erzähler) nochmal die wichtigsten Dinge rekapituliert und erklärt wer Annabeth‘ Mutter ist und was für ein Abenteuer sie gemeinsam mit Annabeth und Grover erlebt haben und so weiter.

Wenn man erfahrener mit solchen Reihen ist, dann hätte man sich einige der Ereignisse vielleicht im Voraus denken können, aber da ich bisher noch nicht so viele Reihen in diesem Genre gelesen habe, sondern meistens Krimi- oder Liebesromanreihen lese, war ich ziemlich überrascht wie sich am Ende alles zusammengefügt hat. Natürlich waren mir auch manche Sachen klar und so dachte ich mir beispielsweise, dass Chiron noch eine Rolle spielen könnte, aber wie sich dann alles gefügt hat, kam dann doch überraschend für mich. Vor allem mit dem Cliffhanger ganz am Ende hatte ich nun absolut nicht gerechnet und so will ich auf jeden Fall weiterlesen. Am besten sofort.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den dritten Band der Percy Jackson-Reihe und bin echt gespannt wie es weitergeht. Da ich die beiden Filme schon kannte, kamen mir im ersten Band sehr viele und im zweiten zumindest noch ein paar Sachen bereits bekannt vor, aber viele Sachen der letzten drei Bände wurden im zweiten Film noch nicht erklärt (klar ein Film kann eben nicht vier Bände einer Reihe abbilden) und deshalb bin ich wirklich gespannt wie es nun weitergeht. Von mir gibt es also eine klare Empfehlung für den zweiten Band in der Reihe aus der Feder von Rick Riordan.

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