Liebe kann kein Zufall sein von A. Berg und M. Kalus

Rezension: Liebe kann kein Zufall sein von Ali Berg und Michelle Kalus

Liebe kann kein Zufall sein von Ali Berg und Michelle Kalus ist ein Einzelband, der zwar in Richtung Liebesroman geht, bei dem aber die Protagonisten einige Hürden überspringen müssen.

Fangen wir mal mit den beiden oben erwähnten Protagonisten an. In diesem Roman sind dies Bea und Dino. Bea ist etwas verpeilt und sehr buchversessen, was sie grundsätzlich sympathisch macht. Auch ihre Koffeinsucht trägt zu meiner Sympathie bei, aber leider hatte sie auch einige Eigenschaften, die mich gestört haben. Bea lässt sich immer von allen behandeln wie einen Spielball. Ihre Freundin macht ihr monatelang Vorwürfe, dass Bea ihr Leben zerstört habe, obwohl Cassandra ihren Mann betrogen hat und nicht Bea. Dennoch ist Bea am Boden zerstört als ihre ehemals beste Freundin sie aus ihrem Leben tilgt. Auch von Zach lässt sie sich alles mögliche gefallen, denn schließlich wurde er dafür bezahlt, sie in sich verliebt zu machen. Obwohl sie das weiß, lässt sie ihn wieder in ihr Leben. Man muss Bea aber zugute halten, dass sie im Laufe der Handlung durchaus eine Weiterentwicklung durchmacht.

Dino ist auch ein unglaublich anstrengender Charakter. Er hat sich in Bea verliebt, aber statt ihr seine Gefühle zu offenbaren und versöhnlich auf sie zuzugehen, reagiert er bei jeder Äußerung und Handlung die Bea aus Versehen macht und ihn damit verletzt, indem er sie von sich stößt. Das macht ihn auch nicht gerade zum liebenswertesten Charakter. So war es für mich auch nicht so schlimm, dass Bea und Dino sich immer wieder voneinander entfernen und keine Beziehung (teilweise eben auch keine wirkliche Freundschaft) haben.

Ich fand es auch schade, dass Cat und Frankie aus Buchstäblich Liebe (dem ersten Roman des Autorinnenduos) nur einen kurzen Auftritt haben. Ich hätte es echt toll gefunden, wenn die beiden Freundinnen eine lose Freundschaft zu Bea aufgebaut hätten und beide etwas häufiger vorgekommen wären, weil ich es ja immer toll finde, wenn man Charaktere erneut trifft.

Die Handlung an sich hat mir aber gut gefallen. Berg und Kalus schaffen es immer sich eine neue coole Aktion wie man Bücher in den Mittelpunkt rücken könnte auszudenken. Im letzten Roman hat die Protagonistin eine Initiative initiiert, bei der Buchliebhaber:innen ihre Bücher in Zügen, Bussen und Bahnen aussetzen und diese dann von neuen Buchliebhaber:innen entdeckt werden können. Bea entwickelt ein Buchspeeddating, bei dem Buchliebhaber:innen neue Lesetipps bekommen und vielleicht sogar neue Freunde finden können. Ich fand es unglaublich erfrischend, dass es mal nicht darum ging, dass man einen neuen Partner findet, sondern es wirklich nur um platonische Freundschaften ging. Zu so einem Event würde ich auch liebend gerne mal gehen, denn natürlich bin auch ich immer auf der Suche nach dem nächsten Lieblingsbuch.

Die Idee, dass Bea nach dem oder der ehemaligen Besitzerin ihres aktuellen Buches sucht, hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich finde es toll, dass sie anhand der Notizen und Anstreichungen den Wunsch hat mal mit dieser Person ins Gespräch zu kommen. Die Idee, dass die persönlichen Notizen einer Leser:in eine andere Leser:in berühren könnten. Dass mehrere Menschen Notizen in ein Buch machen, dieses weitergeben und sich so eine ganz neue Geschichte aus den Randbemerkungen in einem Buch entspinnt, fand ich einfach toll. Hier merkt man, dass ein Buch, das für die meisten Leser:innen wahrscheinlich an Wert verloren hat, weil ja jemand etwas hineingeschrieben hat, für andere wiederum einen ganz eigenen Wert entwickeln kann.

Auch dass es in Liebe kann kein Zufall sein sehr viel um das Lesen und die Liebe zu Büchern geht, hat mir gut gefallen. Dass Bea einen Instagramm-Account hat, lockert den Stil auf. Auch hier hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht. Ich hätte es schön gefunden, wenn die Tipps aus der Bookstagramm-Community mehr zur Suche nach dem geheimnisvollen Vorbesitzer beigetragen hätten. Hier war definitiv noch Potential.

Ich fand auch den englischen Titel „While you were reading“ etwas besser passend als den Deutschen und fand es sehr schade, dass man hier keine Übersetzung des Titels in Erwägung gezogen hat.

Insgesamt schaffen es Ali Berg und Michelle Kalus aber auch in Liebe kann kein Zufall sein die Magie der Bücher aufflammen zu lassen und zu zeigen wie bedeutend Bücher für einen bücherliebhabenden Menschen sein können. Mir hat die Idee mit dem Buchevent Next Chapter sehr gut gefallen und ich mochte auch viele weitere Elemente des Romans sehr, sodass ich ihn gerne weiterempfehle.

 

 

 

Vielen Dank an Blanvalet für das Rezensionsexemplar!

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