Mord am Bell Tower von C. Lloyd

Rezension: Mord am Bell Tower von Catherine Lloyd

Mord am Bell Tower von Catherine Lloyd ist der vierte Teil der Harrington-Kurland-Reihe.

Der Fall selbst ist sehr spannend. Zum einen kennen die Figuren das Mordopfer sehr gut, weshalb der Fall eine gewisse Dramatik hat. Hinzu kommt, dass die Ermittlungen sehr im Vordergrund stehen, was ich bei Krimis ja immer gut finde. Besonders gut gefallen hat mir aber auch, dass Miss Harrington und Major Kurland hier sehr eng zusammen ermitteln und so die Interaktion der beiden deutlich wichtiger ist als in manchen anderen Bänden der Reihe, was ich damals schon immer mal wieder kritisiert hatte, weil gerade auch von der Interaktion der beiden ein Teil des Charms der Reihe ausgeht.

Lucy Harrington ist in diesem Band wieder sehr selbstbewusst. Sie weiß wie der Hase im Dorf läuft und versucht es möglichst allen Recht zu machen und den Bedürfnissen der Dorfbewohner entgegen zu kommen. Allerdings benimmt sie sich sehr töricht wenn es um den Umgang mit ihrem Verlobten geht, denn sie unternimmt immer wieder Ermittlungsausflüge mit ihm ohne darauf zu achten, ob es Gerüchte über ihre Tugend und Zweifel an ihr geben könnte.

Major Robert Kurland ist in diesem Band auch deutlich umgänglicher als in den Vorgängerbänden teilweise. Bei ihm bzw. seinem Charakter ist auf jeden Fall eine Entwicklung im Lauf der Bände zu erkennen. Ich mag es wie sehr er seine Verlobte zu mögen scheint und wie wichtig ihm ihre Sicherheit ist. Die beiden harmonieren auch toll, wobei man auch hier die Geschlechterverhältnisse des frühen 19. Jahrhunderts erkennt. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich die Beziehung der beiden weiterentwickelt.

Oben hatte ich bereits erwähnt, dass die gesamte Handlung im kleinen Dorf Kurland St. Mary spielt. Das mochte ich ganz gerne, weil es sich dadurch um einen Whodunit handelt. Es ist ziemlich klar, dass der Mörder aus der Abgeschiedenheit des Dorfes kommen muss und auch sämtliche Befragungen finden mehr oder weniger komplett im Dorf oder in einer der Nachbargemeinden statt.

Toll fand ich auch, dass sich die Beziehung zu Miss Chingford deutlich verbessert hat und Lucy und sie nun so etwas wie Freundinnen sind. Was natürlich vor allem deshalb gut ist, weil Lucys Schwester noch in London war und ihre beste Freundin Sophia als verheiratete Frau weggezogen ist. So hat Lucy wenigstens eine Freundin im Dorf. Und dass sich Miss Chingford für einen anderen Mann zu interessieren beginnt, ist natürlich ebenfalls hilfreich.

Insgesamt mochte ich den vierten Teil der Harrington-Kurland-Reihe Mord am Bell Tower von Catherine Lloyd wegen der tollen Entwicklung der Charaktere, des Kriminalfalls und dem Whodunit-Charakter sehr gerne; auch das Ende hat mir gut gefallen und ich bin auf jeden Fall gespannt auf die weiteren Bände der Reihe und hoffe, dass diese bald übersetzt werden.

 

 

 

Danke an den Digital Publishers Verlag für das Rezensionsexemplar!

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