Time to Love von B. O'Leary

Inhaltsangabe: Time to Love von Beth O’Leary

Ich habe das Hörbuch zum Roman Time to Love von Beth O’Leary gehört. In dem Roman geht es um Leena, die bei einer Präsentation in ihrem Job eine Panikattacke bekommt und in der Folge eine zweimonatige Auszeit von ihrer Chefin bekommt. Leena ist noch keine dreißig als sie ihre Schwester verliert, doch der Verlust ändert schlagartig alles: Das Verhältnis zu ihrer Mutter wird noch schlechter und sie vergräbt sich in ihre Arbeit. Das rächt sich nun und so sollte sie eigentlich dankbar für zwei Monate frei sein, doch sie hat Angst, dass sie dann ununterbrochen an Carla denkt.

Eileen wurde von ihrem Mann verlassen und sucht nun einen neuen. Da sie aber bereits 79 ist, ist es nicht so einfach in Hamleigh einen neuen Mann in ihrem Alter zu finden. Da Leena nun zwei Monate Zeit hat und mal rauskommen möchte und ihre Großmutter einen neuen Mann sucht, beschließen die beiden, ihre Leben zu tauschen. Eileen lebt in den nächsten zwei Monaten also in Leenas WG mit ihren beiden Mitbewohnern und Leena lebt im Haus ihrer Großmutter. Sie kümmert sich um deren Verpflichtungen wie beispielsweise die Planung der Maifeier und Eileen versucht über Online-Dating einen Mann zu finden.

Dabei stößt sie auf Todd, der als Schauspieler im Theater arbeitet. Er sucht allerdings keine feste Beziehung, sondern nur ein bisschen Gesellschaft, dennoch trifft sich Eileen weiter mit ihm und schläft auch mit ihm. Sie beschließt parallel noch einen Club für ältere Menschen in London zu gründen, die sich unten im Wohnhaus von Leena treffen könnten, denn dort gibt es einen Gemeinschaftsraum. Gemeinsam mit Leenas Mitbewohnern und einigen anderen aus dem Haus schafft sie es in den zwei Monaten alles vorzubereiten, sodass es danach von alleine laufen sollte.

Leena hingegen soll sich in Hamleigh auch um ihre Mutter Marian kümmern, die immer noch unter dem Verlust ihrer Tochter leidet, doch Leena nimmt das nicht ernst. Beide streiten sich und in der Folge würde Eileen beinahe zurück kommen, doch Mutter und Tochter müssen diesen Disput alleine lösen. Schließlich haben sie beide den gleichen, geliebten Menschen verloren und müssen lernen mit dem Verlust zu leben.

Und natürlich ist da noch Leenas Freund Ethan. Er hat sich in der Trauerzeit von Carlas Tod gut um seine Freundin gekümmert, aber genau wie Leena hat er nur die Arbeit im Kopf und so ist die Situation, dass seine Freundin derzeit nicht arbeiten darf, besonders schwierig. Hinzu kommt, dass sich Leena verändert nachdem sie temporär aufs Land gezogen ist, sodass er gar nicht mehr weiß was er mit der neuen Leena anfangen soll und er besucht sie auch nur einmal kurz.

Eileen stößt bei ihrem Internetdating auf Howard: Er scheint ein netter, einfühlsamer Mann zu sein und er bietet ihr an, eine Website für ihren neuen Club zu bauen, allerdings bräuchte er dafür mehrere Hundert Euro. Eileen schickt ihm das Geld, nicht ahnend, dass es auch Betrüger da draußen gibt, die alles behaupten, damit man ihnen Geld schickt. Außerdem findet sie zufällig heraus, dass Ethan ihrer Enkelin offenbar nicht immer treu ist und so ermittelt sie auf eigene Faust und findet heraus, dass er sie betrogen hat. Als sie ihn vor die Wahl stellt, dass er es entweder selbst seiner Freundin sagt, oder sie das übernehmen wird, greift er zu einem Trick: Er behauptet für Leena, dass ihre Großmutter ihn ohne Grund angefahren hätte und wohl ein bisschen senil sei. Leena macht sich große Vorwürfe, dass sie so lange weg war und macht ihrer Großmutter Vorwürfe, dass sie Ethan so angeschrien hat, allerdings stellt sich dann ziemlich schnell heraus, dass Eileen recht hatte.

Zurück in Hamleigh merkt Eileen, dass dort nicht alle Männer schrecklich sind und vor allem ihr Nachbar, den sie für einen bösen Mann hielt, entpuppt sich als echter Schatz (obwohl sich das in den Monaten in London schon andeutete, weil er zu Leena ziemlich nett war und mit Eileen über ihre Datingwebsite in Kontakt blieb). Aber auch Leena hat in Hamleigh einen Mann kennengelernt: Jackson. Der ist natürlich so lange tabu bis sich Ethan als Fremdgeher entpuppt hat, doch da hat Leena ihm längst gesagt, dass sie diese Art von Gefühlen nicht für ihn hat…

Time to Love von B. O'Leary

Rezension: Time to Love von Beth O’Leary

Der Roman Time to Love von Beth O’Leary ist gleich in doppelter Hinsicht ein Liebesroman: Eileen und Leena scheinen sich neu zu verlieben, wobei das bei Leena nicht so offensichtlich ist, denn schließlich hat sie lange Zeit der Handlung noch einen Freund. Aber darüber hinaus ist dieser Roman auch ein Roman über Freundschaft, über Liebe in der Familie, über Generationsunterschiede und -gemeinsamkeiten und über Trauer. Von Time to Love von Beth O’Leary habe ich wieder das Hörbuch gehört, allerdings werde ich erst auf den Inhalt und dann auf das Medium eingehen.

Die Charaktere, darunter vor allem Leena und Eileen, sind beide sehr liebenswürdig, obwohl es auch Momente gab, da hätte ich sie schütteln können. Mich hat beispielsweise gestört, dass Leena ihrem Freund glaubt und nicht ihrer Großmutter, als es darum geht, ob er sie betrügt oder nicht, aber das lässt sich natürlich damit begründen, dass sie nicht wahrhaben wollte, dass er sie betrügt. Eileen hingegen erwartet von ihrer Enkelin, dass diese sich um ihre Mutter kümmert, weil Marian ja so schrecklich um ihre Tochter trauert, gleichzeitig scheint sie nicht wahrzunehmen, wie schlecht es Leena immer noch mit ihrer Trauer um ihre Schwester geht. Aber von solchen Kleinigkeiten sind beide Charaktere wirklich sehr sympathisch.

Auch viele der anderen Charaktere haben mir gut gefallen: Arnold, Betsy und Jackson, und all die anderen Dorfbewohner, von denen es einige Leena schwerer machen und andere leichter. Fitz, Martha und Bee, die Eileen herzlich in ihrer Mitte aufnehmen und sie in ihren Plänen unterstützen und ihr Gesellschaft in der großen Stadt leisten.

Die Geschichte selbst hat mir auch gut gefallen, wenngleich ich es schade fand, dass Leena und Eileen so wenig Kontakt miteinander hatten und auch am Anfang wenig Zeit miteinander verbringen bevor Eileen aufbricht. Die Idee, dass zwei Menschen ihr Leben tauschen, um mal ein bisschen rauszukommen und die Perspektive zu wechseln, fand ich sehr erfrischend und lustig. Natürlich ist klar, dass das nicht so einfach ist: Exemplarisch werden die Schwierigkeiten deutlich als Leena nicht mit Jacksons Hund umgehen kann oder sich bei dem Meeting der Nachbarschaftswache auf den falschen Platzt setzt und Eileen total überfordert von der Hektik und Verwirrung der Großstadt London ist. Aber mir haben da noch ein paar Sachen gefehlt: Sämtliche Sachen, die man in der eigenen Stadt hat, wurden irgendwie vernachlässigt (damit meine ich sowas wie Arzttermine, etc.) und dass die beiden Frauen auch Schwierigkeiten gehabt haben dürften alles, was sie für zwei Monate Aufenthalt brauchen mit dem Zug zu transportieren, wurde nicht mit einer Silbe erwähnt. Das ist natürlich für die Handlung nicht relevant, war aber dennoch irgendwie schade und sorgt ein bisschen dafür, dass dieses sehr unrealistische Experiment noch etwas unrealistischer wurde.

Mir haben aber die Ideen, dass so zwei Generationen aufeinander treffen, gut gefallen. Hier hat wirklich ein Austausch stattgefunden und wenngleich man einige Unterschiede gemerkt hat, hat man auch gemerkt, dass sich diese zwei Generationen teilweise gar nicht so unähnlich sind. Das hat mir gut gefallen. Auch die Art und Weise wie Freundschaft und Liebe dargestellt wurden, hat mich sehr berührt. Und vor allem wie die Traueraufarbeitung von Leena und Marian vonstattengeht, war sehr interessant, wobei man hier noch ein bisschen ausführlicher darauf hätte eingehen können.

Kommen wir zum Medium: Das Hörbuch war eine digitale Version, sodass diese nicht gekürzt war. Ich muss sagen, dass das bisher mein liebstes Hörbuch in diesem Jahr war, da mir die Stimmen unglaublich gut gefallen haben: Ja, Stimmen. Plural. Eileen wird von einer anderen Sprecherin gesprochen als Leena, weil die Kapitel im Buch auch so aufgeteilt sind und ich muss sagen, dass mir die Realisation sehr gut gefallen hat. Beide Sprecherinnen haben ihre Sache sehr gut gemacht und ich habe mich mehr als einmal dabei ertappt wie ich schmunzelnd, total gebannt vor dem Laptop saß und einfach nur zugehört habe. Gabriele Blum und Merete Brettschneider haben mich vollkommen in ihren Bann gezogen und ich kann und will gar nicht bewerten welche von beiden ihren Job besser gemacht hat. Die Stimmen haben auch untereinander super harmoniert und man hatte beim Sprecherinnenwechsel nicht plötzlich das Gefühl, dass man sich auf die Stimme vollkommen neu einstellen muss oder man rausgerissen wird oder dergleichen.

Für mich war Time to Love von Beth O’Leary wirklich ein unglaublich gekonntes Hörbuch, das mir sehr viel Freude bereitet hat und das ich sehr gerne weiterempfehle.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Rezensionsexemplar!