Die Naschkatzen von J. Crusie

Rezension: Die Naschkatzen von Jennifer Crusie

Die Inhaltsangabe zum Roman Die Naschkatzen von Jennifer Crusie findet ihr oben.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir eine Mischung aus Krimi und Liebesroman erhofft hatte und bitter enttäuscht wurde, denn die Liebe spielt sich nur sehr oberflächlich ab und der Krimi ist nahezu nicht vorhanden. Das fand ich persönlich sehr schade.

Es mag sein, dass hier eine amerikanische Kleinstadt originalgetreu abgebildet wurde, aber insgesamt fand ich das Verhalten oftmals sehr überzogen, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass in Kleinstädten und Dörfern durchaus getratscht wird. Was mich außerdem total störte war, dass es sehr viele Anspielungen auf Filme und Lieder gab, die mir alle nichts sagen und man versteht sicherlich mehr von dem Roman, wenn man diese Titel alle mal googelt und so vielleicht auch versteckten Humor und Witz findet.

Auch gab es definitiv zu viele Leute. Natürlich braucht man in einer kleinen Stadt zumindest ein paar Charaktere, aber wir hatten in diesem Roman relativ viele Leute, um die es vordergründig ging unter anderem waren da: Dill, Phin und Sophie, Amy und Wes, außerdem Liz, Rachel, Clea, Davy, Zane, Virginia und Stephen und natürlich noch einige Leute, die nur kurz vorkamen oder keine besonders große Rolle spielten, aber man musste doch die Personenkonstellationen verstehen um nachvollziehen zu können, worum es gerade geht und dafür brauchte ich persönlich relativ lange, obwohl die Namen gar nicht mal so fremd klangen und ich das kenne von Romanen, dass wenn die Namen sehr fremd klingen, Verwechslungsgefahr besteht.

Hier und da ist der Roman ganz lustig geschrieben und hat sogar einige spannendere Stellen, die den Roman zumindest ein wenig auflockern, denn er ist insgesamt schon recht lang mit über 450 Seiten und kaum Handlung. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Buch nur so lang werden konnte, weil so viele Personen mitspielten. Und das Ende war auch nicht gerade berauschend (wobei ich dazu nicht mehr verraten werde, als ich es oben schon getan hatte), aber einige Fragen blieben für mich unbeantwortet.

Was mich außerdem noch gestört hat – und das massiv – obwohl die Autorin dafür wohl wirklich nichts kann: Ich habe Die Naschkatzen zusammen mit Verliebt in eine Diebin als Doppelband gekauft. Es ist nicht mein erster Doppelband, den ich gelesen habe, obwohl diese natürlich preisliche Vorteile mit sich bringen, sind die Dicke und das Gewicht wohl zwei der Nachteile. Viele dieser Doppelbände haben nichts miteinander zu tun, dieser hier allerdings schon, denn Verliebt in eine Diebin ist der zweite Teil zu Die Naschkatzen. Allerdings steht dazu nichts auf dem Cover, nichts auf der ersten Seite, nichts auf der zweiten Seite, ich habe zumindest nichts dazu gefunden und auch online habe ich zu Jennifer Crusie wenig gefunden und dementsprechend auch nicht, dass die beiden Romane zu einer Reihe gehören, bei der ich nicht weiß wie viele Bände sie insgesamt umfasst, was auch mit daran liegt, dass ich den zweiten Band bis jetzt noch nicht fertig gelesen habe, denn aus dem Ende könnte man unter Umständen Schlüsse über mögliche Fortsetzungen ziehen. An dieser Stelle sehe ich den Verlag in der Pflicht, denn es ist nicht so schwer darauf zu kommen, dass es sich um eine Reihe handelt, wenn man sich einmal die Namen – vor allem den Nachnamen Dempsey – der Protagonisten ansieht. Da im ersten Band Sophie Dempsey ihr Glück findet, würde ich diese Reihe einfach mal Dempsey-Reihe taufen.

Alles in allem handelt es sich um Die Naschkatzen von Jennifer Crusie um einen sehr durchwachsenen Roman, der sicherlich seine spannenden, knisternden und lustigen Stellen hat, insgesamt aber eher langweilig, langatmig und vulgär ist – die Liebesszenen empfand ich eher als unflätig und vulgär, als als romantisch oder erotisch, außerdem habe ich keine Ahnung, warum der Roman die Naschkatzen heißt, denn irgendwie habe ich von Naschereien nicht wirklich etwas mitbekommen und das mag ich überhaupt nicht, da es sich um einen Titel handelt unter dem man sich etwas vorstellen kann, sollten diese Erwartungen zumindest auch erfüllt werden. Ich kann den Roman also nicht wirklich weiterempfehlen, von Die Naschkatzen von Jennifer Crusie geht aber dennoch eine gewisse Faszination aus, die ich an dieser Stelle nicht gänzlich verschweigen möchte.

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