Adventskalender 2018 ·Irrwisch-Fritze von A. Reinbold

Rezension: Irrwisch-Fritze von Adelheid Reinbold

Die Inhaltsangabe zur Novelle Irrwisch-Fritze von Adelheid Reinbold findet ihr oben.

Diese Novelle soll wohl die beste Novelle von Adelheid Reinbold gewesen sein, welche unter männlichem Pseudonym schrieb. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich konnte mir unter einer Dorfnovelle vorher nicht allzu viel vorstellen. Ich meine, klar, es geht um ein Dorf oder dörfliches Idyll, das dann mutmaßlich irgendwie gestört wird. Und dies geschieht hier durch zwei Liebende, die sich anscheinend so sehr lieben, dass sie bereit sind sogar wegzulaufen, wobei Lieschen sich nicht wirklich traut, weil sie Angst hat, dass sie sich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen kann. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, woher sie eigentlich weiß, dass sie Fritz liebt. Es wirkte für mich so, als ob uns als Lesern ein kleiner Teil am Anfang der Novelle fehlte, der deutlich macht wie sich Lieschen und Fritz ineinander verliebt haben, aber vielleicht brauchte man diesen Teil früher nicht. Entweder, weil man sich schneller entschieden hat, ob man verliebt ist, oder nicht oder weil man gar nicht die Wahl hatte oder weil Lieschen in diesem Fall einfach weg wollte oder musste von diesen Eltern beziehungsweise von dieser Familie. Sie lebt mit dem jähzornigen Vater, der braven Mutter, die die kleine Schwester ständig bevorzugt und Mariechen, dem Teufelsbraten von Schwester, zusammen, welche ihr alle drei das Leben sehr schwer machen. Da wollte sie vielleicht einfach weg und wenn es dann auch noch zu einem Mann war, der sie liebte und hoffentlich besser behandelte, weshalb nicht? Allerdings stellte sich mir dann die Frage, woher sie wissen wollte, dass der Bäcker, der noch dazu über Geld verfügt, sie nicht liebt und nicht gut behandeln würde, denn für ihre beste Freundin ist er anscheinend auch gut genug.

Soweit ich weiß, ist die Novelle Irrwisch-Fritze von Adelheid Reinbold unter anderem im Novellenschatz von Kurz und Heyse herausgegeben worden. Heyse und Kurz haben Novellen aus der Romantik und aus dem Realismus herausgegeben, wobei die diversen Bände der Novellen sehr durchmischt waren. Ich hatte eigentlich gedacht, dass Dorfnovellen aus dem Realismus stammten, aber anhand der mystischen Irrlichter, die im Moor und auch auf dem Weg zur Hochzeit ihr Unwesen trieben und dem magischen Imker, den Fritz aufgesucht hatte, um seine Angebetet wieder für sich zu haben, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Auch die Tatsache, dass am Ende Lieschen und Fritz sich durch diese seltsame Verwechselung bekommen haben und auch Bachmann und Gertrud sich zugeneigt waren, fand ich sehr unrealistisch – wobei hier weniger die Epoche als der Fiktionsgrad gemeint ist.

Insgesamt hat mir die Novelle Irrwisch-Fritze von Adelheid Reinbold sehr gut gefallen und ich kann sie nur weiterempfehlen – vor allem das Ende, hat mich in seinen Bann gezogen.

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