Adventskalender 2018 ·Romeo und Julia auf dem Dorfe von G. Keller

Rezension: Romeo und Julia auf dem Dorfe von Gottfried Keller

Die Inhaltsangabe von der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe von Gottfried Keller findet ihr oben.

Der Titel der Novelle weist schon auf das Motiv dieser hin. Es geht um eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, deren Familien total verfeindet sind. Die beiden Jugendlichen verhalten sich klüger als ihre Eltern. Sie wachsen aus den Vorurteilen heraus, mit denen sie aufgewachsen sind und schaffen es sich darüber zu erheben. Sie lassen sich von ihren Vorurteilen nicht so weit beeinflussen, sondern nähern sich einander und verlieben sich sogar. Diese Liebe führt sie allerdings in ihr Verderben. Aber das soll an dieser Stelle unerwähnt bleiben.

Faszinierend fand ich auf jeden Fall, dass die beiden Hauptcharaktere Sali und Vrenchen heißen und nicht Romeo und Julia, wie es ja nach dem Titel zu erwarten gewesen wäre. Aber durch den Titel wird sehr viel mehr Preis gegeben. Sali und Vrenchen haben einen Weg zu beschreiten, der ihnen durch den Titel der Novelle vorgegeben ist. Sie könnten, selbst wenn sie wollten, nicht vor diesem Schicksal fliehen. Dass der Titel eben das Ende verrät, fand ich ein bisschen schade, wobei ein kleines hoffnungsvolles Stimmchen in mir hoffte, dass es nicht so enden wird. Dass diese Hoffnungen enttäuscht werden, war dann letztendlich nicht mehr zu vermeiden, auch wenn ich es schade fand.

Wie sich die beiden Hauptpersonen hier ineinander verlieben, habe ich leider auch nicht so ganz verstanden, aber darauf hatte ich ja schon bei Irrwisch-Fritze verwiesen, denn es gibt durchaus Parallelen zwischen den beiden Novellen. Zwei junge Menschen verlieben sich ineinander, obwohl die Eltern einander nicht so besonders gut verstehen. Der Unterschied ist nur, dass sich bei Romeo und Julia auf dem Dorfe die Väter offen zerstritten haben, während bei Irrwisch-Fritze die Abneigung des Vaters des Mädchens gegen den Jungen darauf zu beruhen scheint, dass dieser weniger Geld hat. Die beiden Enden der Novellen sind aber grundverschieden, und dies könnte auch der Grund dafür sein, dass ich Romeo und Julia auf dem Dorfe von Gottfried Keller nicht so toll fand. Natürlich ist gegen diese Novelle nicht allzu viel einzuwenden, aber irgendwie sagte sie mir nicht ganz so sehr zu wie Irrwisch-Fritze, sodass ich sie zwar dennoch weiterempfehle aber nicht so heiß empfehlen kann, wie eben jene andere.

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