Stableford von R. Reed

Rezension: Stableford von Rob Reef

Bei Stableford von Rob Reef handelt es sich um den ersten Teil einer mehrbändigen Reihe. Es bietet sich an, mit diesem Kriminalroman anzufangen, da man so erfährt, wie Stableford zum Detektiv wurde. Ich vermute, dass er in späteren Bänden bereits Detektiv ist und wir nicht mehr genau erfahren, wie es dazu kam. Auch erfahren wir in diesem Band, wie sich Stableford und Holmes kennen gelernt haben und ich gehe davon aus, dass das in späteren Bänden wieder wichtig werden könnte. Dennoch muss ich zugeben, dass ich die anderen Bände noch nicht gelesen habe und deshalb hier nur Prognosen anstellen kann.

Stableford ist ein Whodunit-Krimi, denn die Figuren scheinen sich in einem verlassenen Ort auf einem eigentlich geschlossenen Golfplatz zu befinden, der sich auf einer Landzunge befindet, die nur durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Erst am Ende des Krimis stellt sich heraus, dass es gar kein abgeschlossener Handlungsort war, aber natürlich trägt die Unkenntnis dazu bei, die Stimmung zu halten. Durch die eingestürzte Brücke und das nicht funktionierende Telefon, haben die Protagonisten gar nicht die Möglichkeit, die Polizei zu informieren und sind komplett auf sich selbst gestellt. Dass es im Laufe der Handlung zu weiteren Todesfällen kommt, trägt natürlich noch weiter dazu bei, dass der Krimi möglichst gruselig wirkt.

Die Geschichte an sich ist gar nicht schlecht: 8 Menschen werden zusammen in einen alten Golfclub eingeladen und müssen dort mit ansehen wie einer nach dem anderen stirbt. Agatha Christie hätte sich kein passenderes Setting ausdenken können und in dieser Tradition steht der Krimi auch so ein bisschen, natürlich gibt es da noch die Anlehnungen und Anspielungen an Conan Doyles Sherlock Holmes, die sich an mehreren Stellen finden. Dennoch war der Krimi für mich zu kurz, damit wirkliche Stimmung aufkommen konnte. Die Ermittlungen waren abgeschlossen bevor sie für mich richtig begonnen hatten. Hier fehlte einfach noch ein bisschen Spannung und Material, meiner Ansicht nach. Der Detektiv verhört beispielsweise jeden seiner Verdächtigen und Zeugen nur einmal. Und man hat insgesamt auch nicht das Gefühl, dass seine Ermittlungen ihn wirklich weiterbringen, obwohl natürlich klar ist, dass ihn das immer etwas weiterbringt. Hier wären noch kleinere Interventionen, Gespräche mit seinen Verbündeten, etc. hilfreich gewesen, um dem Leser ein bisschen das Gefühl zu geben, am Lösungsprozesse teilzunehmen. So hatte ich einfach das Gefühl, dass mir hinterher jemand, der es auch nicht aus erster Hand weiß, davon erzählt. Zu viel Abstand zwischen Geschehen und Leser.

Dennoch war der Kriminalroman Stableford sehr kurzweilige und Rob Reef hat es wirklich gekonnt hinbekommen an die klassischen Kriminalromane der großen Autoren anzuknüpfen. Mit ein bisschen mehr Erfahrung stelle ich mir die Romane noch besser vor; vielleicht sind die nächsten Auflagen ja auch noch etwas ausgefeilter? Ich habe mir extra die 1. Auflage gekauft. Gerade deshalb freue ich mich auf die nächsten Bände, die ich mir mit Sicherheit auch wieder kaufen werde.

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