Das Böse unter der Sonne von A. Christie

Rezension: Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie

Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie ist einer der vielen Poirot-Krimis. Was ich hier ganz gerne mochte war, dass Poirot von Anfang an am Tatort ist und die Verdächtigen schon kennt bevor sie überhaupt Verdächtige sind, denn er verbringt mit ihnen zusammen seinen Urlaub. Er und einige andere Hotelgäste ahnen schon, dass es zu einer Tragödie kommen könnte und merken bald wie recht sie haben. Jemand wird ermordet am Strand aufgefunden und natürlich muss einer der Hotelgäste der Mörder sein. Natürlich könnte es rein hypothetisch auch möglich sein, dass keiner der Anwesenden der Mörder ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch recht gering, dass jemand fremdes dazu in der Lage gewesen wäre, heimlich auf die Insel zu kommen oder mit einem Boot an der Insel vorbeizurudern um an einem der Strände zufällig eine Frau umzubringen. Wie hätte er also auf die Insel kommen sollen und woher hätte er gewusst, dass Arlena dort sein würde?

Der Mörder hat sich also mit Arlena verabreden müssen, doch wer war dazu in der Lage? Wer wäre allgemein dazu in der Lage gewesen den Mord zu begehen? Die meisten Hotelgäste haben, wie oben beschrieben, ein Alibi. Poirot muss also ermitteln wer alles dazu in der Lage gewesen wäre den Mord zu begehen und wie einige seltsame Begebenheiten zusammengehören, sodass sich ein stimmiges Bild ergibt.

Besonders eindrucksvoll fand ich hier wie der Fall aufgerollt wurde. Wir haben auf der einen Seite eine Reihe von Verdächtigen, die verhört werden, daraus zieht Poirot schon viele Informationen, dazu kommen immer wieder neue Informationen, die die Zeugen ihm nach und nach geben. Sobald ein Zeuge seine Aussage gemacht hat und einen Hinweis gegeben hat, kommt der Nächste. Das wirkt zwar auf die Dauer etwas tröge, hat aber in diesem Krimi gut funktioniert. Und natürlich hat Poirot der Verdacht gerettet, dass der Mörder diesen Mord nicht als ersten Mord begangen hat, dass er also eine mörderische Vergangenheit hat. Mit all diesen Hinweis kann er den Mörder schnappen.

Das Ende, zu dem ich natürlich nicht zu viel sagen möchte, mochte ich aber nicht so sehr. Mir gefielen einfach die persönlichen Verwicklungen und die Beziehungsgeflechte nicht so gut und ich fand es schade, dass das alles so enden musste. Vielleicht wäre ein leicht verschobenes Ende schöner gewesen. Aber das Ende des Krimis hat dieses Mal tatsächlich nichts mit dem Mord zu tun, sondern damit, wie es nach dem Mord an Arlena Marshall mit ihrer Familie weitergeht.

Alles in allem ist Das Böse unter der Sonne von Agatha Christie auf jeden Fall das Lesen wert. Er hat viele spannende Elemente, wobei die spannende Verfolgungsjagd am Ende fehlt, aber die fehlt bei Christie, glaube ich, so gut wie immer. Von mir bekommt der Krimi also eine klare Leseempfehlung.

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