Rosarot in Seattle von S. Andersen

Rezension: Rosarot in Seattle von Susan Andersen

Es handelt sich bei Rosarot in Seattle von Susan Andersen um den zweiten Band der ursprünglichen Schwesternschafts-Trilogie. Tatsächlich schadet es bei dieser „Trilogie“, glaube ich, nicht wenn man etwas weiß, worum es geht, aber da könnte vermutlich schon eine Inhaltsangabe für den ersten Band reichen. Ich habe den ersten Band bereits gelesen, aber das ist mindestens ein paar Jahre her. Ich wusste nur noch ganz grob, worum es geht, aber es hat ausgereicht um den zweiten Band zu verstehen. Auf der anderen Seite denke ich, dass ich mich vielleicht schon schwer getan hätte, wenn ich mich gar nicht mehr erinnert hätte, weil es doch einige Voraussetzungen gibt, die man wissen sollte.

Interessanterweise wird auf die erste Beziehung zwischen Jane und Devlin kaum eingegangen. Aber Detective de Sanges ist aus dem ersten Band bekannt und spielte dort zumindest als Randfigur eine Rolle. Leider konnte ich mich so gar nicht mehr an ihn erinnern. Auch in diesem Band wird schon auf den nächsten Band angespielt, da Ava und ihre Freundinnen abends in einer Bar oder einem Club sitzen und offenbar zufällig auf einen Mann treffen, den sie aus ihrer Schulzeit kennen: Der Mann bracht Ava damals dazu mit ihm zu schlafen, da er gewettet hatte, dass er „mit der Dicken“ schlafen würde. Ich vermute, dass die Schwesternschafts-Trilogie als Trilogie geplant war und dann eine Auskopplung erfuhr: Es gibt diesen vierten Band, der mit den ursprünglichen Schwestern wenig zu tun hat: Küss mich und träum weiter. In ihm verliebt sich Finn Kavanagh, der Bruder von Devlin aus Band 1 der Reihe, in Magdalene Deluca. Diese Verknüpfungen bei Bänden aus einer Reihe finde ich ja immer besonders spannend.

In diesem Kontext kann man ja Verlag bzw. Agentur, die für die Covergestaltung zuständig war, auch mal loben: Poppy hat blonde Locken und bindet sie sich öfter mit einem Haarband zusammen. Der Polizist ist ein dunkelhaariger, etwas exotisch aussehender Mann. Und was befindet sich auf dem Cover: Eine blonde Frau mit zumindest leicht gelockten Haaren, die ihre Haare mit einem Band zurückgebunden hat. Ich habe mir Poppy anders vorgestellt, aber hey, das ist ja mein Problem. Und weiter: Auf dem Cover befindet sich ein Mann mit dunklen Haaren und etwas exotischem Aussehen. Er trägt zwar eine Polizeiuniform und de Sanges läuft meist in schicken Klamotten rum und scheint keine Uniform (mehr) zu tragen, aber hey. Wer ist denn so kleinlich? Ich finde das Cover toll und sehr passend und finde, dass sich der Mira-Verlag da durchaus ein Lob verdient hat!

Die Geschichte an sich ist toll, obwohl mir der Zufall, dass Detective de Sanges bei der Versammlung der Hausbesitzer zugegen ist, in der auch Poppy sitzt, weil sie sich für das Kunstprojekt der Jugendlichen einsetzt, etwas zu groß war. Schließlich hat ja ein Detective, der beim Raubdezernat arbeitet mit Sprayern erst einmal herzlich wenig zu tun. Aber abgesehen davon hat mir die Geschichte gut gefallen. Ich mochte die Entwicklung der Charaktere, vor allem Jason hatte hier einige Entwicklungsmöglichkeiten, die er auch genutzt hat. Poppy ist auch nicht einfach nur perfekt, sondern sehr erfrischend. Ich mochte wie die beiden zueinander gefunden haben, wie die Charaktere ausgearbeitet waren und den Humor der Protagonisten. Auch das Ende hat mir total gut gefallen und erschien mir unglaublich natürlich und realistisch.

Insgesamt hat mir Rosarot in Seattle – entgegen meiner Erwartungen übrigens, deshalb wollte ich es die ganze Zeit nicht lesen – sehr gut gefallen und ich empfehle den zweiten Band der ehemaligen Trilogie sehr gerne weiter.

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