Agatha Christie-Kurzgeschichten

Das Wespennest von Agatha Christie

In der Kurzgeschichte das Wespennest von Agatha Christie muss wieder einmal Poirot den Fall lösen. Er ist zufällig in der Stadt unterwegs und liest bei einem Apotheker im Giftbuch davon, dass ein bekannter Name Arsen gekauft hat. Als er zu seinem Freund, John Harrison, kommt spricht er ihn nicht direkt darauf an, sondern sie unterhalten sich über das Wespennest in Johns Garten. Dieses soll von Claude Langton ausgehoben werden, doch es gibt auch noch die Möglichkeit die Wespen mit Arsen zu vergiften. Eigentlich soll Langton das nicht tun, doch scheinbar hat er sich dennoch das Gift besorgt. Poirot hat nun Angst, dass Langton seinen Freund Harrison vergiften möchte und so warnt er ihn, doch sein Freund will ihm nicht glauben. Obwohl Langton der Ex-Verlobte seiner Verlobten ist, sind sie eigentlich gute Bekannte und kommen gut miteinander aus. Deshalb kann sich Harrison nicht vorstellen, dass er von seinem Freund vergiftet werden soll. Hat Langton wirklich vor seinen Bekannten zu ermorden? Und wenn ja: Kann Poirot den Mord verhindern?

Das Wespennest ist eine der kürzesten Geschichten aus der Sammlung Der Unfall und andere Fälle, dennoch tritt Poirot hier auf. Auch diese Geschichte ist wieder anders gelagert als die üblichen Geschichten, denn Poirot wird nicht zum Schauplatz eines Mordes gerufen oder wird gar selbst Zeuge eines Mordes, sondern er kommt an den Schauplatz eines beinahe-Mordes und muss dort den Mord verhindern. Besonders spannend ist nicht nur diese Konstellation, sondern auch wie Poirot auf die Idee kommt, dass jemand ermordet werden könnte und diesen Mord zu verhindern versucht. Alleine die Tatsache, dass ein Detektiv mal in die glückliche Lage kommt nicht an den Ort des Geschehens zu kommen wenn alles bereits zu spät ist, sondern die Möglichkeit hat, mal aktiv etwas vorzubeugen.

So langsam aber sicher werde ich das Gefühl nicht los, dass es bei Christie immer besonders schwierig ist viel über die Handlung zu erzählen, vor allem wenn es sich um Kurzgeschichten handelt, denn diese haben natürlich unglaublich viel Inhalt auf sehr wenigen Seiten und dadurch ist sehr schnell viel Inhalt bekannt gegeben, sodass Inhaltsangaben immer etwas spärlicher ausfallen.

Aufgrund der Kürze der Geschichte wird man als Leser auch mit den Figuren nicht so warm, denn man hat dazu eigentlich keine Gelegenheit. Wer Poirot nicht kennt, wird seine Schwierigkeiten mit dieser Kurzgeschichte haben (wenngleich das eher unwahrscheinlich ist), denn er wird praktisch nicht charakterisiert außer vielleicht über seine etwas seltsam anmutenden Handlungen. Ich meine: Wer wird misstrauisch, weil er einen bekannten Namen in dem Giftbuch eines Apothekers liest? Vor allem wenn das besagte Gift für diverse Zwecke eingesetzt werden kann. Aber auch John Harrison wird nur sehr oberflächlich beschrieben und sein Rivale Langton wird nun auch nicht besonders ausführlich beschrieben, sodass das Mitfühlen der Figuren hier äußerst schwierig wird.

Insgesamt ist zu Das Wespennest von Agatha Christie gar nicht so viel zu sagen und so kann ich diese Geschichte auch nicht als verstecktes Juwel oder ähnlich abgehoben loben, sondern kann nur sagen, dass man diese Geschichte durchaus lesen kann, dass man aber auch nichts verpasst hat, wenn man sie nicht liest, denn für mich war sie nichts Besonderes.

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