Ein Mord wird angekündigt von A. Christie

Rezension: Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie

Auf den Kriminalroman Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie habe ich mich sehr gefreut, vielleicht war ich gerade deshalb nicht vollumfänglich begeistert. Aber der Reihe nach: Ich kann nicht sagen warum, aber ich glaube, dass der Roman zu den bekannteren Romanen der Autorin gehört, deshalb blieb mir der Titel auch im Gedächtnis, nachdem der Krimi auf meinen Sub wanderte und ich wollte ihn dann unbedingt lesen. Ich mag die Krimis mit Miss Marple auch noch ziemlich gerne, was ein weiterer Pluspunkt war.

Der Krimi beginnt erst einmal sehr beschaulich und ruhig und wird dann recht schnell turbolent. Ein Mord geschieht und die Polizei fängt an zu ermitteln. Miss Marple setzt sich mit der Polizei in Verbindung und kann sie mit ihren ersten Schlussfolgerungen beeindrucken, wenngleich der Polizist sie im ersten Augenblick für eine seltsame alte Jungfer hält, die sich ungefragt in fremde Angelegenheiten einmischt. Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten aber erst einmal aus dem Weg geräumt sind, kommen Inspektor Craddock und Miss Marple aber super miteinander aus und er beginnt, sie als Detektivin zu respektieren.

Gemeinsam ermitteln sie und tauschen sich aus, schließlich hat Miss Marple zwar den Nachteil, dass sie fremd im Dorf ist, aber da ihre Nichte dort lebt und sie selbst ebenfalls aus einem kleinen Dorf kommt, ist sie nicht komplett fremd. Gerade deshalb werden ihr dann Sachen anvertraut, die man der Polizei nicht direkt auf die Nase binden würde und sie kann auf ihre eigene Miss-Marple-typische Art im Dorf ermitteln. Inspektor Carddock fährt seinerseits höchst offiziell zu Mrs. Goedler um diese zu befragen und merkt dabei selbst, dass die alte Frau nur noch wenige Wochen leben wird.

Insgesamt gingen mir aber sowohl die Figuren als auch die Geschichte an manchen Stellen zu wenig in die Tiefe. Ich hätte mir manchmal etwas mehr Einblick gewünscht; beispielsweise erfährt man sowohl von den Swettenhams als auch von den Easterbrooks sehr wenig, denn sie spielen kaum eine Rolle. Schade ist, dass man deren Gedanken zum Mord oder weitere Treffen nicht mitbekommt. Auch die eigentlichen Zusammenkünfte (am Abend des ersten Mordes oder zur Geburtstagsfeier von Dora Bunner) werden nicht so detailliert beschrieben, dass man als Leser das Gefühl hat dabei zu sein. Hier liegt aber glaube ich mein Problem: Man fühlt sich in das Buch nicht so richtig ein, weil der Erzähler aus einer relativ weit entfernten Draufschau berichtet und man nicht Erzählzeit gleich erzählte Zeit hat. Der Krimi ist halt auch nur etwa 140 Seiten dick.

Dennoch empfehle ich Ein Mord wird angekündigt von Agatha Christie sehr gerne weiter, denn es handelt sich dennoch um ein tollen Krimi der Autorin.

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