Agatha Christie-Kurzgeschichten

Greenshaws Monstrum von Agatha Christie

Greenshaws Monstrum von Agatha Christie ist die letzte Miss Marple-Geschichte (nicht unbedingt zeitlich gesehen) und auch die letzte Geschichte aus dem Sammelband Der Unfall und andere Fälle und damit auch die letzte Geschichte des Miss-Marple-Blogprojektes und der vorläufig letzte Teil des Agatha-Christie-Blogprojektes. Miss Marple wird ein bisschen ergänzt durch ein allgemeineres Blogprojekt.

In Greenshaws Monstrum geht es um Raymond West, denn dieser führt einen Literaturkritiker herum. Horace Bindler steht auf Monstrositäten und so ist er von Greenshaws Monstrum nahezu verzückt. Raymond und Horace lernen Ms. Greenshaw kennen, die sie bittet ein Testament zu bezeugen. Das Testament ist zugunsten der Haushälterin, sodass Greenshar ihr kein Gehalt zahlen muss. Außerdem erwähnt sie, dass sie jemanden sucht, der die Tagebücher ihres Großvaters zur Veröffentlichung vorbereitet. Raymond schlägt ihr vor, dass eine Verwandte von sich, Louisa Oxley, diese Arbeit übernehmen könnte, denn die junge Frau ist geschieden und braucht dringen Geld. Lou arbeitet erst zwei Tage in Greenshaws Monstrum als Ms. Greenshaw von draußen ruft, dass er auf sie geschossen habe. Von einem Pfeil durchbohrt taumelt sie ins Haus, stürzt zu Boden und bleibt tot liegen. Es gibt drei Verdächtige: Die Haushälterin Mrs. Cresswell, Alfred der Gärtner und Nat Fletcher, der Neffe von Miss Greenshaw. Da eigentlich alle als Täter ausscheiden (Mrs. Cresswell war in ihrem Zimmer eingeschlossen, Nat Fletcher war noch zu weit entfernt, denn er war gerade erst auf dem Weg nach Greenshaws Monstrum und Alfred war früher in die Mittagspause gegangen), muss Miss Marple den Fall mal wieder lösen, denn sie hat eine Idee wie einer der Verdächtigen durchaus dazu in der Lage gewesen wäre, Ms. Greenshaw zu ermorden.

Mir persönlich hat Greenshaws Monstrum recht gut gefallen, vor allem weil Miss Marple mal wieder vorkam. Leider spielt sie hier nur eine sehr untergeordnete Rolle, aber dennoch ist sie es, die am Ende den Fall löst. Raymond hat schon bei der Unterzeichnung des Testaments ein ungutes Gefühl, unterdrücktes es aber und unterzeichnet dennoch und als er dann seiner Familie von der Begegnung erzählt, hat man das Gefühl, dass auch Miss Marple ahnt, was kommen könnte. Aber abgesehen davon kommt sie nur noch am Ende vor um den Fall aufzulösen.

Auch in dieser Geschichte bekommt Miss Marple erzählt was passiert ist und das in kleinen Portionen. Erst von der Begegnung von Raymond und Miss Greenshaw, später von Lou, die von ihrer Arbeit erzählt und später erfährt sie von Lou auch von dem Mord und wie sich alles zugetragen hat; schließlich ist Lou ja eine Augenzeugin. Miss Marple hat danach eine Theorie, die zu allen Fakten passt und mit der sie alle zu überzeugen vermag, doch sie möchte sich den Ort des Geschehens auch noch einmal selbst ansehen und so bittet sie Raymond, ihr diesen zu zeigen. Nachdem sie den Garten und das Haus gesehen hat, ist sie überzeugt, dass ihre Theorie stimmt.

Es ist ja eigentlich auch sehr logisch, dass Miss Marple in dieser Geschichte etwas weniger ausführlich erwähnt wird. Das liegt einfach daran, dass erst einmal der Hergang beschrieben werden muss und die Tat erst einmal ausgeführt werden muss, bevor Miss Marple in den Fall auflösen kann. Bei vielen anderen Geschichten war die Tat ja bereits begangen und daraus resultierte dann, dass nur darüber gesprochen wurde. Wenn aber nur darüber gesprochen wird, dann ist im Verhältnis natürlich viel mehr Zeit auch auf Miss Marple gelenkt, weil sie ja viel mehr Zeit hat zu reden und den Fall aufzuklären.

Insgesamt hat mir gerade deshalb, weil Greenshaws Monstrum in der Gegenwart spielt (der Mord ist nicht schon vor Monaten oder Jahren passiert, sondern Miss Marple ist direkt in die Geschehnisse involviert), diese Geschichte besonders gut gefallen und ich empfehle sie gerne weiter.

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