Küsse auf Eis von R. Gibson

Rezension: Küsse auf Eis von Rachel Gibson

Wer die Reihe kennt, kennt auch Virgil Duffy, doch dieser spielt in diesem Roman eigentlich kaum eine Rolle, außer dass seine Handlungen und vornehmlich sein Testament und sein Tod Konsequenzen für alle anderen handelnden Figuren haben. Virgil überlässt seiner jungen Frau seine Mannschaft, nach der sich sein – ein bisschen dämlicher – Sohn die Finger leckt.

Schade fand ich es in diesem Kontext, dass die Figuren aus den vorherigen Romanen so gar keine Rolle gespielt haben. Ja klar, das ist nicht immer leicht, aber ich hatte sogar das Gefühl, dass die Spieler vollkommen andere waren; was in Anbetracht der Tatsache, dass zwischen den Romangeschichten etwa 20 Jahre liegen vollkommen in Ordnung ist. Aber dennoch fand ich es irgendwie komisch, dass man überhaupt keine bekannten Gesichter wiedersieht. Normalerweise vermeidet es Gibson innerhalb von Reihen auf die gleichen Figuren zurückzugreifen, aber gerade bei den Büchern der Seattle Chinooks-Reihe würde es sich ja anbieten, die Figuren immer wieder erneut auftreten zu lassen.

Der Stiefsohn von Faith muss aber wirklich ein bisschen dämlich sein, wie sonst könnte es sein, dass er die Frau, von der er etwas will, was er sich so sehr wünscht, an einer Tour beleidigt BEVOR er und vor allem sie den Vertrag unterschrieben hat. Vor allem scheint dieser Mann nur Hass vor seine Stiefmutter und somit irgendwie auch für seinen Vater übrig zu haben, aber erben möchte er dennoch. Selten ist mir so ein bösartiger Charakter untergekommen, der aber eben den Roman ein bisschen spannender gestaltet und auch als störendes Element wirkt.

Auch mit den anderen Figuren hatte ich kleinere Differenzen. Faith fand ich gut, weil eine weibliche Figur von Rachel Gibson endlich mal eine Entwicklung durchgemacht hat und sie sogar die Entscheidung trifft, Ty zu beschützen und ihm von den Erpressungsversuchen erst einmal nichts zu verraten. Aber Ty war mir zu rowdyhaft. Er ist in einer Szene wirklich gemein zu Faith und das machte mir in dem Moment meine Lesefreude kaputt, sodass ich das Buch erst einmal für ein paar Wochen zur Seite legte und etwas anderes las. Das machte ich bei Liebesromanen nicht allzu häufig. Am Ende holt Ty aber vieles wieder raus als er eine Lösung findet, die Faith und ihm gut tut und somit eigentlich nur ein bisschen Kollateralschaden und natürlich ihren Stiefsohn auf der Strecke lässt.

Insgesamt hat mir der vierte Band der Chinooks-Reihe Küsse auf Eis von Rachel Gibson aber gar nicht schlecht gefallen und wer die Reihe oder die Autorin (oder sogar beides mag) wird auch mit diesem Roman seine Freude haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.