Der verborgene Stern von N. Roberts

Rezension: Der verborgene Stern von Nora Roberts

Der verborgene Stern ist der erste Teil der Sterne Mithras-Trilogie. Der zweite Teil heißt Der gefangene Stern und der dritte Teil Der geheime Stern. Ich hatte den dritten Teil mal aus einem Bücherschrank gezogen und fand den eigentlich gar nicht so schlecht. Mir gefiel die Mischung aus Liebesgeschichte und Kriminalroman sehr gut, sodass ich mir dachte, dass ich von dieser Reihe ruhig die ersten beiden Teile auch noch lesen könnte, also ließ ich mir den ersten Teil schenken.

Der verborgene Stern fängt schön an, man kommt gut in die Geschichte rein. Sie ist lustig und traurig und man kann sich in die Charaktere hineinfühlen, aber dann…

…Bailey ist ständig verunsichert. Sie ist jetzt nicht wirklich eine Heulsuse, aber sie klammert sich an Cade. Klar, die Frau ist verängstigt. Sie weiß nicht wer sie ist, sie weiß nicht wo sie ist und sie hat keine Ahnung wie Geld, Diamant und Waffe in ihren Besitz gekommen sind, aber dass sie sich ständig so verzweifelt an Cade klammert, wirkte wirklich unselbstständig. Sie bittet ihn „mit ihr Liebe zu machen“, was ich persönlich wirklich schräg fand und auch, dass sie ihm Vorwürfe macht, weil er die Frauen mochte, mit denen er geschlafen hat und als er sich wehrt und aufbraust, dass er nicht einfach seine Vergangenheit ungeschehen machen kann und das auch eigentlich gar nicht will, und sie dann direkt zurückrudert fand ich ziemlich doof. Außerdem mochte ich sie nicht, weil sie sich keine Gedanken darüber macht, ob sie verheiratet ist oder einen Freund hat und sie auch gar nicht weiter darüber nachdenkt, ob sie vielleicht Kinder hat. Sie hat Angst davor, dass sie jemanden entführt oder umgebracht oder ausgeraubt haben könnte, aber über andere Dinge denkt sie nicht nach. Und dann sein Verhalten: Der Schönling aus reichem Hause. Klar, Cade will anders sein, deshalb hat er ein schäbiges Büro in einem schäbigen Gebäude, aber er will doch nicht so anders sein, als dass er das Erbe seiner Verwandten ausgeschlagen hätte und sich sein Geld lieber auf seine Weise verdient und dann auch nur in einer kleinen, winzigen Wohnung lebt. Das ist ihm seine Unabhängigkeit dann doch nicht wert und dann das Verhalten Bailey gegenüber. Er muss sie beschützen (okay, ist lieb gemeint, aber naja) und ist total stolz darauf, dass er ihr erster Liebhaber war. Er hat sie entjungfert also gehört sie jetzt ihm und schließlich hat er ja auch eine besondere Rolle bei ihr eingenommen also darf er sich wohl auch etwas darauf einbilden, aber wenn er sich auch nur vorstellt, dass sie vielleicht mit einem anderen Mann zusammen ist oder war, dann wird er eifersüchtig, aber er als großer, starker Mann darf natürlich mit so vielen Frauen geschlafen haben wie er möchte und eifersüchtig hat Bailey darauf gefälligst auch nicht zu werden, denn schließlich ist er der Mann und sie die Frau. Ugga!

Und dann die Vergewaltigung. Okay, man muss es nicht unbedingt als solche bezeichnen, aber ich finde, wenn eine Frau nein sagt und der Mann sich davon nicht abhalten lässt und dennoch mit ihr schläft und hinterher noch ein schlechtes Gewissen hat, weil er eine Frau noch niemals so grob behandelt hat und selbst weiß, dass seine Machtansprüche an sie vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen sind, und man ihm das schlechte Gewissen sogar anmerkt, dann sollte man mal darüber nachdenken, ob man nicht vielleicht ein Problem hat. Bailey hatte mit seinem Verhalten offensichtlich kein Problem, zumindest sagt sie dazu nichts weiter, aber richtig glücklich wirkt sie damit auch nicht.

Insgesamt gefiel mir der Einstieg zu Der verborgene Stern von Nora Roberts ganz gut und auch die Geschichte war nicht schlecht. Man hätte diese sicherlich an einigen Stellen noch spannender gestalten können, denn die Idee dahinter war gut. Ich fand nur die Umsetzung schwierig, denn irgendwie finde ich, dass Cade sein Geld nicht wert ist. Seine Ermittlungsarbeit war nur sehr eingeschränkt zu finden und so fand ich einfach die Art und Weise wie die Handlung vonstattengeht nicht so toll. Außerdem mochte ich die Figuren überhaupt nicht, weder die einzelnen Protagonisten noch die Interaktion der beiden miteinander, sodass ich Der verborgene Stern von Nora Roberts leider überhaupt nicht weiterempfehlen kann.

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